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E_1934_Zeitung_Nr.036

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Linienführung der

Linienführung der projektierten linksufrigen Vierwaldstätterseestrasse. Ueber die technischen Einzelheiten haben wir schon in Nr. 55 der « Automobil- Revue » von 1932 eingehend berichtet. Es seien daher nur noch kurz die hauptsächlichsten Daten rekapituliert. Für die Linienführung verweisen wir auf beistehende Kartenskizze. Die Länge der Strassenstrecke Stansstad- Die neue eidgenössische Fremdenverkehrsstatistik. Seit Anfang November 1933 besitzt nunmehr auch die Schweiz eine eigentliche offizielle Fremdenverkehrsstatistik, d. h. die ersten praktisch verwertbaren Resultate derselben beziehen sich erst auf den Dezember, da von einer Veröffentlichung der Novemberergebnisse abgesehen werden musste, weil die erste Monatserhebung nicht allen Anforderungen entsprach und daher mehr nur als Versuch gewertet wird. Unterdessen sind auch die Januarergebnisse publiziert worden, und es ist nun möglich, zur Durchführung dieser neuen eidgenössischen Statistik Stellung zu beziehen, um etwelche Abänderungsvorschläge zu machen, damit noch in den Anfängen den Wünschen der Interessenten Rechnung getragen werden kann. Mit der Schaffung der eidgenössischen Fremdenverkehrsstatistik wurde die Hoffnung verknüpft, dass damit die gesamte statistische Erfassung und Verarbeitung dieses Materials zentralisiert werde, damit diese Amtsstelle in ihren Veröffentlichungen umfassenden Aufschluss über möglichst alle interessierenden Fragen geben kann. Man setzte dabei gewiss auch voraus, dass andere ähnliche Statistiken dieser Art in der eidgenössischen aufgehen sollten, vor allem aber andere eidgenössische Publikationen. Bis jetzt scheint dies aber noch nicht der Fall zu sein. Seit einer grösseren Zahl von Jahren veröffentlicht das eidg. Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit jeden Monat in der Zeitschrift «Die Volkswirtschaft» eine Statistik über den Beschäftigungsgrad im Hotelgewerbe, worin es für die ganze Schweiz, einzelne Kantone und Städte, nach Höhenlagen, Gastbettenzahl, Rang sowie auch für einzelne Kurorte die Bettenbesetzungsziffern bekanntgibt. Wir halten dafür, dass diese Statistik eigentlich als selbständige, separate Publikation heute nicht mehr am Platze ist, sondern unbedingt mit der neuen eidgenössischen Fremdenverkehrsstatistik vereinigt werden sollte. Die Veröffentlichungen des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit bringen zudem nur relative Zahlen, können also an sich allein keinen Aufschluss Flüelen, mit direkter Führung Beckenried- Seelisberg (Haupttfrojekt), beträgt 35,544 km, diejenige über Schönegg-Emmetten (Variante) 35,816 km. Sämtliche Tunnels des Hauptprojektes zusammengenommen messen 3,727 km, diejenigen des Variantenprojektes 2,933 km. Die Summe der Geraden vom Hauptprojekt beträgt 20,131 km =• 66,3 %, diejenigen vom Variantenprojekt 19,737 km I. Internationaler Kongress ärztlicher Motorfahrzeugführer. Im vergangenen Jahre wurde im Verlaufe internationaler Verhandlungen der Beschluss gefasst, sämtliche ärztliche Motorfahrzeugführer Europas zu einer einheitlichen Organisation zusammenzuschliessen. Wie wir nunmehr hören, findet der erste internationale Kongress ärztlicher Kraftfahrer vom 20. bis 24. Mai in Utrecht statt. Verschwindet die Autohupe? In Berlin werden zurzeit Versuche unternommen, die Autohupe zwecks Vermeidung unnützen Strassenlärms durch eine Radio- Signalgebung zu ersetzen. Die zu Versuchszwecken verwendeten Wagen verfügen über eine Radioanlage, und zwar sowohl über einen Empfänger als auch über einen Sender. Durch die Betätigung besonderer Vorrichtungen werden von dem einen Fahrzeug Wellen ausgesandt, die eine Reichweite von nur 50 m haben und in dem anderen Fahrzeug in Form sogenannter Warnungssignale hörbar werden. Auf diesem Wege besteht die Möglichkeit, den Verkehrslärm wesentlich zu verringern, da nach statistischen Feststellungen die Mehrzahl der abgegebenen Signale sogenannte Verständigungssignale zwischen den Automobilisten darstellen, während eigentliche Warnungssignale äusserst wenig gegeben werden. Beleuchtete Markierungspfosten in Paris. Paris verwendet seit langem die auch in den schweizerischen Städten für die Markierung von Fussgängerschutzinseln gebrauchten Verkehrspfosten. Sie dienen in der französischen Hauptstadt auch zur Kenntlichmachung der besonderen Fussgängerstreifen in der Fahrbahn. Da diese Pfosten vielfach wegen ungenügender Sichtbarkeit bei schlechtem Wetter und zur Nachtzeit zu Verkehrsunfällen Anlass gaben, hat die dortige AUTOMOBIL-REVUE 1954 - N» 36 = 55,1 %. Das Längenprofil des Hauptprojektes weist sehr günstige Verhältnisse auf; die Maximalsteigun« beträgt 7,89 % in direkter Linienführung ohne Wendeplatten. Die Maximalsteigung beim Variantenprojekt beträgt 11,35 % mit drei sehr engen Wendeplatten. Die Summe der Höhendifferenzen beim Hauptprojekt macht 429,4 m, diejenige beim Variantenprojekt 518 m. Die Strassenbreite ist überall auf 6 m projektiert und auf die ganze Länge ist ein Trottoir von 1 m Breite vorgesehen. Womöglich soll ein Fahrradstreifen angelegt werden. Die Qesamtkosten der Strasse belaufen sich für das Hauptprojekt auf 15,228 Mill. Fr. oder 440 Fr. pro H/m, für das Variantenprojekt auf 14,349 Mill. Fr. oder 383 Fr. pro lf/m. Es ist zu hoffen, dass das Initiativkomitee, dem die Regierungen des Kantons Luzern, Uri, Ob- und Nidwaiden, dann die Stadt Luzern und eine Menge innerschweizerischer Verkehrsverbände angehören, mit seiner Eingabe einen vollen Erfolg hat. Interessiert an dieser Strasse sind auch die Kantone Basel- Stadt, Basel-Land, Aargan, Solothurn, Bern, Zürich und insbesondere der Kanton Tessin. Sie alle werden vom Initiativkomitee noch ersucht werden, sich der ganzen Aktion für den möglichst baldigen Bau der linksufrigen Vierwaldstätterseestrasse anzuschliessen. Lr. istischer Stadtverwaltung die Einführung beleuchteter Pfosten beschlossen. Die hiefür verwendeten Lampen werden so montiert, dass nicht nur der Pfosten selbst, sondern auch die daran anschliessenden Fassgängerstreifen vom Licht überflutet werden und daher nicht mehr übersehen werden können. Der Zug zum billigen Wagen. Wie aus Detroit berichtet wird, hat sich nunmehr auch die Packard Motor Car Co. entschlossen, neben ihren bisherigen Modellen "der-höheren Preisklasse einen billigen Wagen auf den Markt zu bringen. Die Fabrik beschäftigt sich seit längerer Zeit mit den hiefür notwendigen Vorarbeiten, ist aber noch nicht in der Lage, den genauen Zeitpunkt anzugeben, auf welchen dieses volkstümliche Modell herauskommen soll. Eine Alpenprüfungsfahrt für Lastwagen. In den Kreisen der « FITCA » (Internationale Vereinigung der Nutzkraftwagenbesitzer- Verbände) und des C. I. P. C. C. (Internationale Vereinigung der Organisationen für das Studium der Motorbrennstoffe) wird gegenwärtig der Plan auf Durchführung einer Alpenprüfungsfahrt für Nutzkraftfahrzeuge im Sommer 1934 erwogen. Diese Veranstaltung soll in erster Linie eine Prüfung auf Zuverlässigkeit und Bewährung der Fahrzeuge und Motorbrennstoffe zum Zwecke haben. Vom praktischen Gesichtspunkte aus wäre die Verwirklichung dieses Projektes ausserordentlich zu begrüssen, da sehr wertvolle Vergleiche angestellt werden könnten zwischen den üblichen und neueren Ersatzbrennstoffen (z. B. Holzgasbetrieb usw.). Die Prüfungsstrecke würde voraussichtlich durch die Alpenländer Zentraleuropas führen, und diese Konkurrenz soll unter bestimmten Bedingungen allen Staaten zur Teilnahme offen stehen. geben Ober die absofatt BeschäfttgTing unseres Hotelgewerbes, da es sich nur um Stichtagzahlen handelt, welche die Verhältnisse einzig an zwei bestimmten Tagen wiedergeben. Solche Bettenibesetzungsziffern bringt übrigens auch schon die neue eidg. Fremdenstatistik und eine Doppelspurigkeit ist gewiss nicht am Platze. Für die Interessenten wäre es sicherlich bedeutend angenehmer, wenn diese beiden Statistiken mit einander vereinigt würden; ein Ineinanderaufgehen würde sich gewiss leicht bewerkstelligen lassen, zudem noch wesentlich Kosten sparen. Und darauf will man doch bei der Bundesverwaltung auch sehen. Wir möchten uns überhaupt das neue eidg. fremdenverkehrs-statistische Amt als eine Art Zentralstelle vorstellen, der die verschiedenen am Verkehr interessierten Institutionen, Unternehmungen usw. ihre Resultate liefern und die nun als Gesamtpublikation in einer einzigen Arbeit veröffentlicht werden. Ausser dem obgenannten Amt könnten die Bundesbahnen und andere Verkehrsunternehmen ihre Reisendenzahlen mitteilen, die Oberpostdirektion den Verkehr in den Postwagen, die Oberzolldirektion die Einfahrt ausländischer Automobilisten usw. Alle diese Instanzen haben heute eigentliche statistische Abteilungen, die unabhängig voneinander arbeiten und publizieren. Eine Vereinigung des gesamten statistischen Dienstes ah einer Zentralstelle wäre sicherlich das Gegebene und würde die neue eidg. Fremdenverkehrsstatistik zu dem gestalten, was si© sein muss, nämlich eine überaus interessant© Publikation, die über alle erfassbaren, m Betracht kommenden Fragen Aufschluss gibt In der heutigen For aber ist sie in gewissem Sinne mir Stückwerk. Weiter hätte sich dem Fragebogen ohne grosse Beschwerung noch die Frage anfügen lassen: Sind Sie mit dem Auto oder mit der Bahn gereist. Bei der sehr zunehmenden Bedeutung des Autotourismus für unseren Fremdenverkehr wäre eine solche Erweiterung' der Erhebungen gewiss nur zu begrüssen. Sie Hesse sich auch heute ohne grössere Schwierigkeiten durchführen, indem einfach diese Frage auf Beginn der Sommersaison den Erhebungsformularen angefügt würde. Eine Verarbeitung dieser weiteren Erhebungen würde unserer Fremdenpropaganda ausserordentlich wertvolle Dienste leisten, indem sie dann auch zeigen würde, in welchen Ländern mehr bei Autotouristen und wo mehr für Bahnverkehr geworben werden muss. Zum Schluss sei zusammenfassend nochmals gesagt: Die eidg. Fremdenverkehrsstatistik darf nicht Selbstzweck, Stückwerk bleiben, sie muss — und das ist ihr einziger Hauptzweck — den Bestrebungen zur Förderung unseres Fremdenverkehrs dienen. Dazu ist absolute Zentralisation einerseits und Erweiterung der Erhebungen anderseits notwendig. u - Nachschrift der Red.: Wie wir von kompetenter Seite erfahren, hat eich das eidg. statistische Amt dem Wunsche der am Autotourismus interessierten Kreis nach Erweiterung der Erhebungen in bezug auf das benützte Transportmittel keineswegs verschlossen. Da es aber auf den guten Willen und die aktive Mitarbeit der Hotelbetriebe angewiesen ist und nicht einfach dekretieren kann, so wurde mit Rücksicht auf die den Gaststätten zugewiesene Mehrarbeit das Erhebungsformular anfänglich möglichst einfach gehalten. Wenn sich dieses einmal durchwegs eingeführt hat und die Einlieferung des Zählmaterials keinerlei Schwierigkeiten mehr bietet, dann besteht auch die Möglichkeit, die Statistik etwas zu erweitern. Fest steht, dass die Angelegenheit studiert wird. Möglicherweise wird mit der zusätzlichen Erhebung, ob die Gäste mit dem Auto angekommen sind, zuerst einmal ein Versuch an den wichtigsten Fremdenplätzen und -kurorten gemacht, bevor diese Angaben ganz allgemein verlangt werden. Auf alle Fälle ist man im statistischen Amt bestrebt, die Fremdenverkehrsstatistik so zu gestalten, dass sie möglichst alles Anforderungen gerecht zu werden vermag. Denn sie wisse, sie habe gefunden, was sie nicht gesucht. Nicht der Leichtfertigkeit eines Begehrens sei sie unterlegen, dessen wäre sie nie fähig gewesen, und habe sich nur der unbezwinglichen Macht eines Schicksals ergeben, das ihr bestimmt. Nur einen gab es, dem sie nicht Rechenschaft geben konnte. Nur einen, dessen.Vorwürfe sie mit Beilhieben niederschmettern würden. Einer, der ihr bewusst noch nie Böses getan, dem sie nicht Gutes mit Bösem vergelten wolle. Nur davor solle sie Gott bewahren, ihm jemals Rede und Antwort stehen zu müssen. Und noch eines quälte sie. Ob sie Jul gestehen solle, was drohend vor ihnen stand. Sie schüttelte den Kopf. Das sei ihrer Liebe zu ihm unwürdig. Mit sich allein werde sie alles durchkämpfen. Wozu ihn in seinem Glücke aufscheuchen. Das Mädchen trat ein und stellte den Tee auf den Tisch. Sie trat zum Bett, hob das Telegramm auf, das am Boden lag, und reichte es Enid. Für einen Augenblick schloss sie die Augen, als sie es übernahm, dann faltete sie es gelassen zusammen und legte es auf den Teetisch. Das Mädchen wandte sich an der Türe um, sie habe gestern vergessen, der gnädigen Frau zu berichten, Herr Dr. Heckmann habe in ihrer Abwesenheit zweimal angerufen. Unmerklich zogen sich Frau Enids Bräuen zusammen. Sie nickte dankend. Jedenfalls war sie sogleich entschlossen, sich möglichst rasch mit ihm in Verbindung zu setzen, um sich mit dem Panzer der Unbefangenheit gegen diesen Gegner zu wappnen. Zerstreut sass Frau Enid am Teetisch, die Meldung des Mädchens ging ihr nicht aus dem Kopf. Unruhig erwartete sie den ersten unbelauschten Augenblick, um Jul anzurufen. Endlich war er gekommen. Mit vor Erregung geröteten Wangen lauschte sie seiner Stimme. «Ich werde Nachmittag, wie besprochen, bei dir den Tee nehmen, Jul. Ich freue mich, dich wiederzusehen. Wie meinst du, Jul? Dass wir uns so lange nicht gesehen haben? Du hast recht, Jul. Eine Ewigkeit liegt zwischen uns.» So schwer es ihr auch fiel, setzte sie sich sogleich mit Dr. Heckmann in Verbindung. Ihr Gesicht zeigte die Anspannung ihres Denkens, die Vorsicht und Ueberlegung, mit der sie jedes Wort und jeden Gedanken aussprach. Ihre Reise habe zum Endzweck eigentlich nichts ergeben. So schön auch alles war, sie habe sich doch zu nichts entschliessen können, auch nicht zu einer Fahrt nach Scheveningen, da sie aus einem Telegramm ihres Mannes ersehe, dass er sehr bald zurück sein dürfte. Ob der Herr Doktor Nachricht von ihrem Manne habe? Also doch! Aber nur einige Anweisungen, welche auf ihre wissenschaftliche gemeinsame Arbeit Bezug haben, und den kurzen Schlusssatz, dass sich der Herr Professor fürBatavia entschieden habe. Nicht einen Augenblick zögerte Frau Enid mit ihrer nächsten Frage. «Wissen Sie vielleicht, Herr Doktor, wann mein Mann hinüber will?» Mit weitgeöffneten Augen, jeder Nerv angespannt, lauschte sie der Antwort. «Ich glaube, gleich, gnädige Frau, nach dem, was der Herr Professor vor seiner Abreise mit mir gesprochen.» Keines Wortes mächtig, hörte sie die Nachricht. Es war ihr eine Erlösung, dass der Arzt weitersprach und sie zu keiner Erwiderung gezwungen war. Ob die gnädige Frau ihm und seiner Frau nicht das Vergnügen machen wolle, den Abend gemeinsam zu verbringen. Gerne, Herr Doktor, sehr gerne. Mit einem Gefühl des iEkels war sie sich be- wusst, dass sie zusagen müsse, um sich den Schein der Unbefangenheit zu geben. Wie eine Traumwandlerin verbrachte sie die nächsten Stunden, nur dem Gedanken des Wiedersehens mit Jul hinzugeben. Alle erdrückenden, unbeantworteten Fragen der Zukunft warf sie beiseite. Mit freudig geröteten Wangen trat sie Jul entgegen, wortlos hielten sie sich, keiner ei-* nes Wortes mächtig, umschlungen. Sie legte Hut und Mantel ab. Den Teetisch schmückte ein Strauss Marechal-Niel-Rosem Sie hielten sich an den Händen und plauder-. ten, keiner den Blick vom andern lassend. Der betäubende Geruch der Rosen legte sich um sie. Sie erzählten sich mit flüsternder Stimme, was sie sich schon tausend Male gesagt, von dem Glück ihrer Liebe. Alles hatten sie sich schon gestanden. Hoch oben in den dampfenden Nebeln auf der schmalen Bank an der Gollingerhütte. Aber so oft sie es sich auch im zärtlichen Flüstern verrieten, es wurden die kleinsten Nichtigkeiten zu Offenbarungen, zu gewaltigen Ereignissen, wie wenn sie-alles dies nie geahnt, nie gehört, nie gewusst hätten, Draussen peitschte der Regen an die Fenster. Sie hörten es nicht. (Fortsetzung im »Autler-Feierabend»j

N» 8« - 1934 AUTOMOBIL-REVUE Ci»o»# Das Rennprogramm der Auto-Union. Start In Bern. Die deutsche Auto-Union, die bis jetzt ihre Meldung lediglich für den Grossen Preis von Frankreich abgegeben hatte, Hess sich vor wenigen Tagen für eine beschränkte Anzahl weiterer bedeutender Rennen eintragen. Auf folgenden Anlässen werden die mit grösster Spannung erwarteten P-Wagen zu sehen sein: Avus-Rennen, Eifel-Renmen, Qrosser Preis von Belgien und — was in schweizerischen Sportkreisen mit grösster Genugtuung vermerkt wird — am Grossen Preis der Schweiz in Bern. Durch die Teilnahme der äusserst leistungsfähigen, nach ganz neuartigen Gesichtspunkten konstruierten deutschen Rennwagen erhält dieses erste schweizerische Rundstreckenrennen von den Ausmassen eines klassischen Grand Prix eine einzigartige Bedeutung. Selbstverständlich werden in Bern auch die neuesten französischen und italienischen Produkte des Rennwagenbaus nicht fehlen, so dass man sich auf ein hochinteressantes Zusammentreffen gefasst machen darf. Die Tatsache, dass die Auto- Union den Grossen Preis der Schweiz in ihrem Programm aufgenommen hat, zeugt von der Wichtigkeit, die man auch in ausländischen Sportkreisen dem Berner Rennen vom 27. August zumisst. An jedem der genannten Rennen wird die deutsche Firma mit drei Maschinen vertreten sein. Die Fahrer stehen zur Zeit noch nicht genau fest, doch dürften sie aus der Auto-Union-Mannschaft Stuck, Prinz zu Leiningen, Sebastian, Burggaller und Momberger ausgewählt -werden. Ihre erste Kraftprobe wird die Auto-Union *. canntlich noch in diesem Monat auf der berliner Avus abzulegen haben. StägH uf, StägH ab! Es bleibt nun also doch beim « Grossen Preis von Montreux >. Wie seinerzeit mitgeteilt wurde, ist von der nationalen Sportkommission der Beschluss gefasst worden, die dortige Veranstaltung müsse als Circuit de Montreux ausgeschrieben werden, um Verwechslungen mit dem Berner Grossen Preis der Schweiz zu vermeiden. Nun scheint aber die Organisation in Montreux so weit fortgeschritten gewesen zu sein, dass sich schliesslich die massgebenden Instanzen der Zentralleitung des Clubs dazu entschlossen, dem Drängen der Organisatoren des Rundstrecken-Rennens von Montreux nachzugeben und ihnen die ursprünglich gewählte Bezeichnung zu bewilligen. Bugatt! auch in Montreux! Wie wir erfahren, hat auch Bugatti sein Programm für " die erste Hälfte der Saison definitiv festgelegt. Die offizielle Molsheimer Equipe wird ihr nächstes Rennen bekanntlich in Tripolis bestreiten, dann folgt die Avus, nachher der Grosse Preis von Montreux in der Schweiz und am 1. Juli der Grosse Preis von Frankreich. Mit dem Start der offiziellen Bugatti- Equipe in Montreux sichern sich die dortigen Organisatoren eine Zugnummer ersten Ranges. Das Rennprogratnm von Hans Rüesch. Auch der schweizerische Rennfahrer Hans Rüesch trägt sich mit zahlreichen neuen Plänen. Er wird voraussichtlich auch am Avusrennen .teilnehmen. Rüesch plant fernerhin auf Maserati einen Angriff gegen den Stundenweltrekord, und weiterhin will er zusammen mit Maag auf Alfa Romeo die Weltbestzeiten über 24 Stunden und 48 Stunden angreifen». s» fin Sportnachrichten de Sdiire Ausland Vor dem Grossen Preis von Tripolis. Der kommende Sonntag bringt im internationalen Automobilsport ein neues Rennen von grössten Ausmassen. In Tripolis wird zum 8. Male als bedeutendstes Kolonialrennen der Grosse Preis ausgefahren. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich dieser Anlass zu einem Rennen von imponierendem Umfange. Bekanntlich ist diese Veranstaltung mit einer grosszügigen Lotterie verknüpft, die im ganzen Automobilsport nicht ihresgleichen hat. In Italien sind seit Monaten zum Preise von 12 Lire Renn-Lose verkauft worden. Mit diesem Geld wird der gesamte Anlass finanziert, die Rennfahrer erhalten fürstliche Preise und zudem winkt jedem Käufer die Chance, einen fetten Gewinn zu erhalten. In diesen Tagen werden nun 30 Nummern ausgelost, die sofort bekanntgegeben werden und deren Inhaber sich mit einer 2. Person gratis per Flugzeug nach Tripolis begeben dürfen. Hier werden erst wenige Stunden vor dem Rennen die 30 Nummern auf die 30 Konkurrenten ausgelost, und derjenige Losinhaber, dessen Nummer auf den Sieger selbst fällt, ist noch am gleichen Tage Millionär. Man kann sich die neTvenzerreissende Spannung dieser 30 von Fortuna begünstigten Zuschauer denken, denen nichts mehr zum irdischen Glücke fehlt, als der Sieg desjenigen Fahrers, auf den die eigene Nummer lautet. In Italien wird jetzt der Grosse Preis von Tripolis mit seiner Lotterie wieder zum Tagesgespräch. Die Spannung, auf wen der Sieg fallen werde, ist deshalb aus zweierlei Gründen sehr gross. Schon letztes Jahr wurde dieses Rennen mit einer solchen Lotterie finanziert. Dass sie sehr rentabel gewesen sein muss, beweisen die umfassenden Umbauarbeiten auf der 13,1 km langen iMellaha-Rundstrecke. Ein ganzes Heer von Arbeitern hatte in den letzten Wochen die Strecke um mehrere Meter verbreitert, alle Kurven wurden sorgfältig ausgebaut und vor den Tribünen ist die Bahn 20 m breit. Die Tribünen selbst und die Boxen sind ebenfalls in Form permanenter Gebäudie neu errichtet worden. Aus leicht begreiflichen Gründen vereinigt das Rennen von Tripolis die internationale Elite der Fahrer. Lediglich das deutsche Element fehlt leider. Bugatti lässt sich durch Brivio, Dreyfus und Wimille, die alle die neuen 2800-ccm-Maschinen fahren, vertreten. Die Scuderia Ferrari hat nicht weniger als 5 Mann eingeschrieben, nämlich Varzi, Chiron, Moll, Tadini und Trossi, die ausnahmslos über die neuen Alfa Romeo 3000 ccm verfügen. Maserati sendet Taruffi mit einem neuen 3000-ccm-Wagen ins Feuer. Dazu kommen noch eine ganze Reihe von weiteren Einzelfahrern auf Maserati 3000 ccm, wie die Franzosen Sommer und Etancdin, die Italiener Siena, Zehender und Premoli und der Engländer Whitney Straight. An weiteren Piloten seien erwähnt: Eyston (Alfa Romeo), Balestrero (Alfa Romeo), Biondetti (Alfa Romeo), Widengren (Alfa Romeo) usw. Der Grosse Preis von Tripolis findet selbst in Amerika sein Echo, denn an diesem Rennen starten auch die beiden berühmten Amerikaner Peter de Paolo und Lou Moore auf Miller-3000-ccm-Rennwagen. Nuvolari, der letztes Jahr nur ganz knapp hinter dem Sieger Varzi auf Bugatti Zweiter wurde, und auf dessen Start in Tripolis man ganz besonders gespannt war, wird we-*- gen seines Sturzes in Alessandria nicht teilnehmen können. Das gleiche gilt von Earl WESHALB BREMSBELAG fflULTIBESTOS? 1. Well fOr Jedes Bremssystem die richtige -Materialsorte lieferbar Ist 2. Well erst damit Ihre Bremsen zur vollen Wirkung gelangen. 3. Well die Abnützung gering und die Preise vernünftig sind. 4. Well wir auf diesem Gebiete die grOsste Erfahrung haben. Fragen Sie Ihren Garagisten oder uns direkt. Lieferung nur duroh Garagen und an Firmen mit eigener Werkstätte. Brems- und Kupplungsbeläge für Automobile, Lastwagen, Krane, Bao-e-er und alle Sonderzwecke. ZÜRICH: StauffacherquaiiS. Tel. 56.250 Pour la Sulsse romande: Delarue Howe, der bekannlich anlSsslich der Mille Miglia in der Nähe von Florenz verunglückte und noch jetzt an den Nachwirkunigen der Verletzungen leidet. Der englische Rennstall von Whitney Straight hatte ursprünglich neben Whitney Straight selbst auch Rose Richards und Hamilton eingeschrieben. Auch diese beiden Fahrer werden in Tripolis nicht antreten können. Diese paar Ausfälle vermögen indessen nicht, dem Rennen vom nächsten Sonntag seine Bedeutung zu nehmen, das im übrigen zu den schnellsten des Jahres gehört. Varzi stellte letztes Jahr • beispielsweise den Gesamtdurchschnitt von 168,5 km/St, auf. Autosport in Deutschland. Das Reglement des Avus-Rennens. Reichlich spät ist das Reglement für das diesjährige Avusrennen vom 27. Mai erschienen. Der Grund liegt wahrscheinlich in der Unklarheit, die bis vor kurzem über die zeitliche Abhaltung der Veranstaltung herrschte. Die Organisatoren scheinen aber vorgesorgt zu haben, da, wie unten erwähnt, schon eine ganze Reihe erstklassiger Meldungen vorliegen. Bekanntlich sind in Berlin die neuen deutschen Rennwagen erstmals zu sehen. Das Zusammentreffen der neuen französischen, italienischen und deutschen Maschinen garantiert zum voraus einen beispiellos interessanten Anlass. Im Gegensatz zu den meisten grossen Rennen dieses Jahres verzichtet die Berliner Veranstaltung auf die Anwendung der neuen internationalen Formel. Die Avus ist wie gewohnt für Rennwagen verschiedenster Stärke offen. Wiederum findet ein Lauf für die kleinen und einer für die grossen Wagen statt. Das erste Rennen für die Maschinen bis 1500 ccm führt über 10 Runden, demnach über 196 km, das zweite über 15 Runden, demnach 295 km. Für das Rennen der kleinen Klasse sind insgesamt 11,500 Mark an Preisen ausgesetzt. Dem Sieger fallen 5000 Mark, und dem Zweiten 3000 Mark usw. zu. Die beiden besten Maschinen der Klasse bis 800 ccm -erhalten Sonderprämie, und zwar der Erste der kleinsten Klasse 1000 Mark, und der Zweite 500 Mark. Das Rennen der grossen Wagen ist mit 26,000 Mark dotiert. Hier wird der Sieger mit 10,000 Mark belohnt, der Zweite mit 6000 usw. Die Meldungen (mit Photo des 'Fahrers!) sind bis zum 12. Mai bei der Sportabteilung des D. D. A. C, Berlin, Tirpitzufer 90. einzureichen. - BERN: Schwarztorstr. 51, Tel. 25.920 & Meylan, Corraterie 16, Geneve Das Avusrennen gilt dieses Jahr erstmals für däe neugeschaffene deutsche Rennwagen- Meisterschaft auf die weiter unten noch hingewiesen wird. Die Fahrer des Avus-Rennens. Der D.D.A.C meldet die ersten eingegangenen Nennungen für das Avus-Rennen vom 27. Mai d. J. Für die grosse Wagenklasse Hess sich bereits die Scuderia Ferrari einschreiben, die mit Varzi, Cfoiron und Moll vertreten ist. Alle drei Konkurrenten werden neue Alfa Romeo 3000 ccm zur Verfügung haben, die in Alessandria die Feuerprobe aufs beste bestanden. Nuvolari hatte bereits seine Meldung abgegeben, doch wird er wegen seines Sturzes am Rennen in Berlin nicht zu sehen sein. Ganz besondere Beachtung verdient in der kleineren Klasse die bereits erfolgte Nennung von drei 1489- statt, das jeweils zu den grössten autosportlichen Anlässen von Deutschland zählt. Das Rennen wird dieses Jahr am 3. Juni durchgeführt; es fällt also mit dem Rundstreckenrennen von Montreux zusammen, das dadurch eine unerfreuliche und jedenfalls sehr gefährliche Konkurrenzierung erfährt. Die kleinen Wagen haben die Nordschleife des Ringes 12 Mal, demnach über 273 km zu befahren, die grossen 15 Mal. demnach über 342 km. Insgesamt sind 23,500 Mark an Preisen ausgesetzt, wovon 2200 Mark auf die Wagenklasse bis 800 ccm entfallen, 5750 Mark auf die bis 1500 ccm und 15,500 Mark auf die grossen Maschinen. Der Nennungsschiuss wurde auf den 22. Mai festgesetzt. Die Meldungen werden von der gleichen Instanz wie die des Avusrenrens angenommen. Eine deutsche Rennwagen-Meisterschaft. Die neuen deutschen Sportbehörden haben dieses Jahr erstmals auch eine Rennwagenmeisterschaft ausgeschrieben, wie sie beispielsweise in der Schweiz und m Italien schon lange eingeführt ist. Das Ghampionnat wird in den drei folgenden Läufen ausgetragen : Avus-Rennen am 27. Mai. Eifel-Rennen am 3. Juni und Grosser Preis von Deutschland am 15. Juli. Als Meisterschaftsanwärter werden nur deutsche Staatsangehörige zugelassen. Eine Unterteilung der Wagen m Klassen wird nicht vorgenommen, damit beschränkt sich die Konkurrenz selbstverständlich nur auf die grössten Maschinen. Auch für die Bergrennen gilt eine Meisterschaft, und zwar kommen hiefür die folgenden Anlässe in Betracht: Kesselbergrennen am 17. Juni, Grosser Bergpreis von Deutschland (Freiburg) am 19. August, und Feldbergrennen am 9. September. Rennen um die International Trophy In Brooklands. Am letzten Samstag fand in Brooklands das grosse Rennen um die International Trophy statt, das von der Elite der englischen Rennfahrer bestritten wurde und vor 80 000 Zuschauern vor sich ging. Die Wagen waren entsprechend ihrem Zylinderinhalt in drei Gruppen eingeteilt und jede hatte ein auf der Bahn sich befindliches Hindernis zu umfahren, das sich in seiner Schwierigkeit nach der Leistungsfähigkeit der Klasse richtete. Dieses originelle Handycap-System ermöglichte es, dass alle Fahrzeuge gemeinsam 250 Meilen zu fahren hatten. Der Amerikaner Whitney Straight führte auf Maserati 3000 ccm von Anfang an und konnte sich trotz seines Rückfalles wegen eines doppelten Radwechsels wieder an die erste Stelle schwingen. Straight siegte überlegen vor Brian Lewis auf Maserati und Rose-Richards auf Bugatti. Das Programm von Louis Chiron. Der diese Saison bereits zu Erfolg gekommene Louis Chiron wird alle grösseren Rennen dieses Jahres bestreiten. Bis jetzt steht die definitive Teilnahme an den Rennen in der ersten Hälfte der Saison fest. Es sind: Grosser Preis von Tripolis, Avus-Rennen, Grosser Preis von Frankreich, Grosser Preis der Marne, Grosser Preis von Deutschland, Grosser Preis von Dieppe und Grosser Preis von Belgien.