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E_1934_Zeitung_Nr.038

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1934. — WO 58 Ditnst am Kunden. Von den amerikanischen Verkehrsschutz-Verbänden werden jetzt an belebten Punkten der, Großstädte öffentliche Prüfstationen eingerichtet, woselbst jedes Fahrzeug kostenlos untersucht wird. Unser Bild zeigt einen "Wagen auf dem Bremsprüfstand einer solchen Station. Das Auto» im Dienst der Auslandspropaganda. Im Rahmen einer grosszügigen Fremdenverkehrpropaganda für Oesterreieh schickt das Staatssekretariat für Fremdenverkehr in den nächsten Tagen ein eigenes, mit Lautsprecher ausgerüstetes und umfangreichem Propagandamaterial versehenes Werbeauto in die Welt Das Auto wird acht Staaten bereisen und etwa neun Monate unterwegs sein. Das. fljenende Fahrrad? Ein Flugamateur hat dieses «Muskelkraftflügzeug» gebaut, bei dem durch Treten der'Pedale dreiteilige Schwing- und Tragflächen in Bewegung gesetzt werden, Auf leicht abfallenveftrauenserweekeäd* dem Gelände soll sich dabei das Vehikel in die Luft erbeben können. Besonders sieht es allerdings nicht aus. Vom Bau des «L. Z. 129». Auf der Luftschiffwerft in Friedrichshafen wird eifrig an der Fertigstellung des neuen Luftriesen «L. Z. 129> gearbeitet Eine Aufnahme vom Bau der Führergondel, die nur mit Hilfe eines gewaltigen Gerüsts ausgeführt werden kann. Das neue Relhef-Verdeck lässt sich mit einem Griff öffnen und schliessen, ermöglicht das Ein- und Aussteigen in aufrechter Körperhaltung, gibt den Ausblick nach allen Seiten für alle Insassen frei, stellt einen geschlossenen und offenen Wagen dar, ist wetterfest und dauerhaft. Karosserie H. Fehler Ber n-Bnmpliz .# Patent Nṙ ia6013 M;e;§iB:||lQ:i;seiii! wmmmmmmmm 1 :•:•:•;•:•:•:•••:•.•:•:•:•:•:• •?:•#&•••'•':••••'• •'•:•:'• ••••>••••• /••••• > : • : • : * ^ Ä S P t ' •.«•:•:•:-:•:•:•:•••••:•>:•:•• •••-•:•:..-•.-:••: •.v.^:-:^:^:-:- : > : " : - :^. : :v:-: : : L : L :-:"V-:-y ^^^.'^'''^.'^y^-'^yr'i^^ '•••• -'^^:--'^ iy.. ':-' . •'•'' -:''-•-':' iÄpiiiiiisia mm

»•» 58 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE Sch Internationales Klausen-Rennen 1934. Die Organisation. In aller Stille ist diesmal die Organisation des Klausenrennens, des Grossen Bergpreises der Schweiz, auferstanden. Bereits sind alle Vorarbeiten getroffen und die Verhandlungen mit den Fahrern aufgenommen worden. Unter dem Vorsitz von Herrn Fritz Frey, Zürich, wurden die einzelnen Unterkomitees bestellt. Dem Ausschuss des Organisationskomitees gehören ausser Herrn F. Frey noch an die Herren W. Badertscher, Vizepräsident; Dr. H. Schmidlin, Aktuar und Rennsekretär; Beisitzer: J. Jenny, Hätzingen, Dr. E. Haas, Altdorf und ein noch zu bestimmender Vertreter der U.M.S. Zum Organisationskomitee zählen ferner die Herren A. Freuler, Glarus; M. Jenny, Glarus und F. Arnold, Flüelen. Mit der Führung der Rennsekretariatsarbeiten wurde Herr A. Rüedi, Zürich, betraut. Alle Vereinbarungen mit den Kantonen Glarus und Uri und der Korporation Uri sind getroffen. Die Stadtpolizei Zürich stellt wiederum ein starkes Mannschaftsdetachement zur Verfügung. Das äusserst schmissige Plakat wird demnächst zum Versand bereit sein; das Programm, nach dem sich das Rennen abwickeln wird, ist bereits bis in die Details festgelegt. Für den Verkauf der Parkkarten sind wesentliche Preisreduktionen im Vorverkauf vorgesehen. Und was besonders erfreulich ist: Woche für Woche kommen neue Anfragen prominenter Fahrer aus dem Ausland. Die Bearbeitung der Fabriken, Scuderlen und Einzelfahrer ist auf derart breiter Basis über ganz Europa aufgenommen worden, dass man heute schon dem Klausenrennen eine erstklassige Beschickung voraussagen kann. Mit zirka 60 Automobil- und ebensoviel Motorrad- und Sidecarsfahrern wird der Sonntagvormittag des 5. August ein sehr reich dotiertes Motorsportprogramm erhalten. Das Reglement. Soeben ist auch das Reglement für das X. internationale Klausenrennen in seiner gewohnten Reichhaltigkeit herausgekommen. Ausser den offiziellen Rennbestimmungen erfuhr es wiederum durch verschiedene informatorische Beiträge eine sehr erfreuliche Bereicherung. Das geschmackvoll ausgestattete kleine Heft beginnt mit einer Besprechung der Klausenstrecke, um sodann kurz die Geschichte und die Bedeutung dieser grossen Veranstaltung zu streifen. Neben einem Anhang über allgemeine Weisungen finden sich auch die wichtigsten Resultate aller Klausenrennen. Im weitem wurden dem Heft auch sehr gute Aufnahmen von der Rennstrecke und einiger berühmter Konkurrenten beigegeben. Das Klausenrennen beginnt wie gewohnt bei der Linthbrücke in Linthal, und das Ziel findet sich auf der Klausenpasshöhe (1937 m). Die gesamte Streckenlänge beträgt 21,5 km, die Höhendifferenz 1273 m, die durchschnittliche Steigung 6,21 % und die Maximalsteigung 8,5 %. Wie schon erwähnt, wird der Anlass vom 5. August in abgeänderter Form vor sich gehen. Der Massensport der vorjährigen Veranstaltungen soll in vermehrtem Masse zum Qualitätssport werden. Aus diesem Grunde ist das Klausenrennen erstmals nur auf einem Sonntagvormittag reserviert worden. Die Piloten werden von den Organisatoren persönlich eingeladen, so dass für eine ganz erstklassige Besetzung gerantiert wird. Die Beschränkung wird sich in einer willkommenen Konzentration der Kräfte auswirken. Das nächste Klausenrennen dürfte bestimmt keine toten Stellen mehr aufweisen! Die Reduktion des Umfanges des Rennens zwang zum Verzicht auf das Velorennen und auf den Lauf der Tourenwagen. Zur Teilnahme am Automobilrennen sind nur Sport- und Rennwagen zugelassen. Die Sportwagen sind in die folgenden Klassen untergeteilt: bis 1100, bis 1500. bis 2000, bis 3000, bis 5000 und über 5000 ccm. Bei den Rennwagen beobachtet man folgende Unterteilung: 1100, bis 1500, bis 2000 und über 2000 ccm. In jeder Wertungsgruppe gelangen bei 1—2 Startenden 1 Preis, bei 2—4 Startenden 2 Preise, und bei 5 und mehr Startenden 3 Preise zur Verteilung. Ist die Zeit der im gleichen Range stehenden Fahrer in der nächsthöheren Wertungsgruppe gleich oder sogar noch grösser, dann gelangen diese drei Preise auch unabhängig von der Zahl der gestarteten Fahrer zur Ausrichtung. Bei den Sportwagen werden bei einer Fahrzeit von 23 Min., bei den Rennwagen über 21 Min. keine Preise mehr ausgegeben. Die Sportwagenklassen- Ersten erhalten je 400, die Zweiten 300, die Dritten 150 Fr. Die Rennwagenklassensieger werden mit 500. die Zweiten mit 350 und die Dritten mit 200 Fr. belohnt. Für die beste 7eit der Snortwägen sind 1000 Fr. und ein Ehrenpreis ausgeschrieben, für die zweitbeste Zeit 700 Fr., für die drittbeste Zeit 300 Fr. Der beste Rennwagenfahrer, erhält 1500 Fr. und einen Ehrenpreis, der zweitbeste Mann 1000 Fr., der drittbeste 700 Fr. usw. Für die beste Tageszeit sind weiterhin ein Ehrenpreis und 1000 Fr. angesetzt. Im ganzen sind rund 30,000 Schweizerfranken an Preisen ausgeschrieben. Wie gewohnt, gelangt auch ein Damenspezialpreis zur Verteilung. Ein Nenngeld wird nicht erhoben. Die Anmeldungen sind dem Sekretariat der Sektion Zürich des A.C.S., Waisenhausstr. 2, Zürich, bis Samstag den 28. Juli 18 Uhr einzureichen. Von dieser Stelle aus können auch alle Anmeldeformulare, Reglemente und Auskünfte bezogen werden. Vor dem Grossen Preis von Montreux. Wie schon gemeldet, werden die Firmen Alfa Romeo, Bugatti und Maserati am 3. Juni in Montreux offiziell vertreten sein. Wie wir erfahren, wird die Equipe der Scuderia Ferrari aus den drei vorzüglichen Piloten Varzi, Trossi und Moll bestehen. Als Einzelfaihrer ist auch der berühmte Franzose Etancelin auf Maserati angemeldet. Sport im» Ausland Internationales Elfelrennen. Das am 3. Juni stattfindende internat. Eifelrennen auf dem Nürburgring wird voraussichtlich eine sehr interessante Beteiligung aufweisen. Schon jetzt ist der Start der P-Wagen der Auto- Union und der neuen Mercedes-Benz-Rennwagen sichergestellt. Dieser erste Zweikampf der beiden Maschinen auf dem Nürburgring ist von grösster Bedeutung. Der neue 1,5 Zoller-Rennwagen wird auf dem Nürburgring am 3. Juni ebenfalls vertreten sein. An Einzelfahrern haben sich jetzt schon Simons auf einem Bugatti 1,5 1 und der Schwede Widengreen auf Alfa Romeo 2600 ccm eingeschrieben. Der Nürburgring ist. bekanntlich weitgeherd ausgebaut worden. Verschiedene Stellen, die bei den wachsenden Geschwindigkeiten zu Gefahrenquellen wurden, erfuhren eine gründliche Verbesserung. Die Bauarbeiten können in diesen Tagen abgeschlossen werden, so dass die Bahn für alle Trainingsfahrten frei wird. Streckenänderung der 6000-km-Fahrt. Für die., internationale Tourenwagen-Schnelligkeitsprüfung «Coppa del, Duce», die der Königl. Hai. Automobil-Club» vom 26. Mai bis zum 2. Juni veranstaltet, ist eine teilweise Aenderung der zuerst geplanten Streckenführung vorgenommen worden. 900 Kilometer der neu fertiggestellten italienischen Landstrassen wurden in die Gesamtroute einbezogen, womit zum Teil erheblich günstigere Bedingungen für die Teilnehmer geschaffen werden. Die Gesamtlänge dieser riesigen Fahrt beträgt nun 6040 Kilometer. Von diesen entfallen auf die erste Etappe 1858 Kilometer, auf die zweite 2158 Kilometer und auf die dritte 2024 Kilometer. Die einschneidendsten Aenderungen wurden besonders auf der ersten Etappe in Süditalien vorgenommen. Wir werden in einer der nächsten Nummern eine erste Nennliste veröffentlichen. Luftfahrt Flug über das weisse Meer. Bordbuchblätter im März. Von Walter Ackermann. Gestern noch war es zerissener Hoch* nebel gewesen. Ueber Nacht hat sich eine Decke zusammengewoben und abgesenkt. Nun liegt sie dick und fest über Mittel-Europa. Auf der Wetterwarte in Dübendorf ttkken die Meldungen auf den schmalen Streifen des Fernschreibers. Stuttgart: Nebel — Sicht 200 Meter. Leipzig: Nebelregen — 30 Meter Wolkenhöhe — Sicht 500 Meter. Berlin: 200 Meter Wolkenhöhe — leichtes Nieseln — Sicht 1 Kilometer. Strecke 12 ist heute dicht. Die Zwischenlandeplätze sind vernebelt, nur der Zielhafen Berlin ist anfliegbar. Noch ist völliges Blindlanden Versuch und Theorie, aber schon Ende dieses Jahres vielleicht wird es Praxis sein. Für heute heisst es vorläufig warten, ausnahmsweise wieder einmal warten wie in alten Zeiten. Wir hoffen auf Besserung gegen Mittag, aber der Meterologe unkt Gegenteiliges. Stunde um Stunde wiederholen sich dieselben Meldungen. Kaum, dass sich da oder dort die Sicht um hundert Meter bessert. Nicht nur die Zwischenlandeplätze, auch alle andern Beobachtungsorte liegen in dichtem Nebel. Einzig Nürnberg meldet unter zwei Dutzend Stationen wolkenlosen Himmel. Mittags hat sich die Flugleitung entschlos- ,sen, Stuttgart und Leipzig fallen zu lassen. Wir fliegen ohne Zwischenlandung nach Benlin. Ueber dem Dübendorf er Flugplatz hat sich die diesige Decke etwas gehoben. Die TELEPHON 28.W