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E_1934_Zeitung_Nr.040

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ständen gerichtlich

ständen gerichtlich zurr Verantwortung zu ziehen. Das Bundesgericht (Kassationshof) hat sich in seiner Sitzung vom 18. Dezember 1933 mit einem solchen Fall zu befassen gehabt und gegenüber einem von den Beklagten erhobenen Einwand ausdrücklich festgestellt, dass der oben erwähnte Bundesratsbeschluss vom 19. März 1929, insofern er schon die während mehr als 14 Tagen für einmal pro Woche ohne Festlegung auf einen bestimmten Wochentag geplante Fahrt der Konzessionspflicht unterstellt, gesetzmässig und für jedermann verbindlich ist. Das Bundesgericht hat im erwähnten Fall Ausflugsfahrten, die während ca. sechs Wochen wenigstens einmal pro Woche nach dem gleichen Reiseziel ausgeführt worden sind, als konzessionspflichtig erklärt und die Busse, welche die Generaldirektion der Postund Telegraphenverwaltung wegen konzessionsloser Ausführung dieser Fahrten ausgesprochen hatte, in Uebereinstimmung mit der ersten und zweiten kantonalen Gerichtsinstanz bestätigt. Das erwähnte Urteil ist auch deshalb von besonderem Interesse, wei'l sich an den konzessionspflichtigen Fahrten zwei Unternehmer beteiligten, wovon der eine die Propaganda besorgte, der andere die Fahrten ausführte, und im gerichtlichen Verfahren jeder die Verantwortlichkeit für die Nichteinholung der Konzession auf den andern abzuwälzen versuchte. Auch in diesem Punkte haben die kantonalen Gerichte und das Bundesgericht die Auffassung der Postverwaltung geschützt, dass sich beide Unternehmer als gemeinsame Veranstalter und Organisatoren der Fahrten wegen Postregalverletzung straffällig gemacht haben. Demnach hat zum Beispiel auch ein Reisebureau, das selbst regelmässige Ausflugsfahrten ausführen lässt oder für solche eines andern Unternehmens Propaganda macht und Fahrgäste wirbt, je nach Umständen entweder die Konzession selbst zu lösen oder dafür besorgt zu sein, dass der Autounternehmer sie einholt. Verschulden des Fussgängers. Aus dem Bundesgericht. Am Abend des 19. Dezember 1930 ereignete sich bei Unter-Ehrendingen ein Zusammenstoss zwischen einem angetrunkenen Fussgänger und einem Radfahrer, wobei der erstere umgeworfen wurde, während der Radfahrer und sein 15 Liter enthaltendes Milchgefäss über ihn hinweg geschleudert wurden; der Fussgänger starb an dem erlittenen Schädelbruch, der Radfahrer blieb unverletzt. Die Eltern und Geschwister des Verstorbenen belangten den Radfahrer, einen Landwirt, auf 20,486 Fr. Schadenersatz und Genugtuung, indem sie den Unfall dem Verschulden des Beklagten zuschrieben, der zu rasch und nicht auf der rechten Seite, sondern in der Strassenmitte gefahren sei. Die Aussagen der Augenzeugen lauteten dagegen dahin, dass der Radfahrer in langsamem Tempo herangekommen sei und schon vor der Ankunft des Fussgängers Signal gegeben habe, um zwei Frauen aufmerksam zu machen; da es dunkel war, habe er sein Rad beleuchtet gehabt. Der Fussgänger, der das Licht des Radfahrers nicht wahrgenommen haben musste, ging auf seiner linken Seite und kam somit gerade auf den Radfahrer zu, obschon dieser Signal gab. Im letzten Augenblick scheinen sowohl der Radfahrer als der nun endlich aufmerksam gewordene Fussgänger auf die Mitte der Strasse zu abgeschwenkt zu haben, wo sie zusammenprallten. Das Bezirksgericht Baden wies die Klage ab mit der Begründung, die Ursache des Un- AutomobiHstischer Unfug. Wer gegenwärtig Gelegenheit hat, seinen Wagen durch die bekannten Narzissengebiete zu lenken, der kann die traurige Beobachtung machen, wie viele Automobilisten und auch Motorradfahrer mit Kind und Kegel in die saftigsten Wiesen eindringen, um Arme voll der prächtigen Blumen zu pflücken. Vielfach kann man nachher blumenbekränzte Wagen durch das Land rollen sehen, wo die Produkte des Sammeleifers an Kühlern, Laternen, Schlüsslichtern, Winkern und wo sonst noch eine Befestigungsmöglichkeit vorhanden ist. angebunden dem zerzausenden Fahrwind ausgesetzt sind. Wenn den Bergbauern ihre spärlichen Matten wegen einiger Blumen willen noch zerstampft werden, dann muss man sich allerdings darüber nicht wundern, dass alle Automobilisten in ein und denselben Kübel geworfen werden und namentlich in den Bergtälern auf Ablehnung stossen. Zahlen vom deutschen Autostrassenba«. Wie wir hören, sind bisher rund 1600 Kilometer des zirka 7000 Kilometer umfassenden Reichsautobahn-Netzes zum Bau freigegeben worden. Ende März waren von diesen 1600 Kilometer rund 420 Kilometer im Bau. Die für die Durchführung des Reichsautobahn-Projektes erforderlichen Mittel werden bei Zugrundelegung eines Kostenbetrages von 300,000 RM. pro Kilometer auf 2,100 Mill. RM. veranschlagt. Die für 1934 in Aussicht genommenen Investitionen belaufen sich auf etwa 400 Mill. RM., wovon bisher 70—80 Mill. RM. verausgabt wurden. Radium zur Erhöhung der Zündkerzenwirkung. Bei einer neuen Zündkerze sott ein Radiumsalz, das in der Nähe der Elektroden an- falles liege einzig im Verhalten des angetrunkenen Fussgängers. Das Gericht stimmte darin mit den Strafbehörden tiberein, die von einem Strafverfahren gegen den Radfahrer absahen, weil diesem kein strafbares Verhalten zur Last zu legen sei; die Schweiz. Unfallversicherungsanstalt, bei welcher der Verstorbene versichert war, hatte die, den Eltern auszuzahlende Rente um 30 Prozehtgekürzt, weil der Unfall auf die Trunkenheit des Verstorbenen zurückzuführen sei. Das aargauische Obergericht gelangte zu abweichenden tatsächlichen Feststellungen. Aus den Wirkungen des Zusammenstosses schloss es, der Radfahrer müsse trotz der Aussagen der Augenzeugen ziemlich rasch gefahren sein. Bei einem Augenschein ergab sich, dass die Strasse an der Unfallstelle drei deutlich ausgefahrene Rinnen aufwies und da die rechte Fahrrinne nur 50 Zentimeter, diejenige in der Mitte dagegen 1 Meter breit war, hielt man es für unwahrscheinlich, dass der Radfahrer mit dem grossen Milchgefäss rechts gefahren sei und nahm an, er habe die breite Mittelspur benützt. So wurde dem Radfahrer, der nicht genügend rechts und zu rasch gefahren sei, die grössere Verantwortlichkeit am Unfall zur Last gelegt. Er wurde zum Ersatz von zwei Drittel des Versorgerschadens (4710 Fr.) und der Begräbniskosten verurteilt. Durch Urteil vom 8. Mai hat dagegen das AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N« 40 istischer geordnet ist, dem Zündstrom den Uebergang in Funkenform erleichtern. Die Neuerung will die Tatsache ausnützen, dass radioaktive Stoffe ihre Umgebung ionisieren und deshalb elektrisch besser leitfähig machen. Gas-Tankstelle. Bekanntlich werden in England seit längerer Zeit Versuche zum Betrieb von Lastwagen mit komprimiertem Gas gemacht, da England bei seinem Kohlenreichtum über grosse Mengen von billigem Gas verfügt. Die erste öffentliche Tankstelle für Gas-Lastwagen wurde nun Ende des letzten Jahres von einer Stahlflaschenfabrik in Chesterfield errichtet. Sie gibt hochkomprimiertes Methangas in Stahlflaschen ab, die auf dem Fahrzeug gegen die leeren Flaschen ausgetauscht werden. Fahrgeschwindigkeiten und Verkehrsunfälle. Noch weit verbreitet ist die Ansicht, dass im Strassenverkehr um so mehr Unfälle eintreten, ie grösser die Fahrgeschwindigkeit der Automobile ist. Auf diese Annahme stützen sich z. B. die in verschiedenen Ländern noch geltenden Bestimmungen betr. Höchstgeschwindigkeiten. Dass diese Auffassung nicht allgemeine Gültigkeit haben kann, geht aus amtlichen in Grossbritannien vorgenommenen Untersuchungen hervor. Danach stellt sich der Anteil derjenigen Wagen, die mit einer Geschwindigkeit von 32—64 kmjSt. tödlich verlaufene Unfälle herbeiführten auf 274 oder 38 % der 715 Einheiten betragenden Gesamtquote im ersten Semester 1933. Nicht weniger als 398 Automobile oder 56 % fuhren mit einer Geschwindigkeit von unter 32 kmjSt. und konnten dennoch tödlich verlaufene Unfälle nicht vermeiden. Bundesgericht die Klage gänzlich abgewiesen. Das Bundesgericht ist an die tatsächlichen Feststellungen der kantonalen Gerichte nur gebunden, so weit sie nicht aktenwidrig sind oder auf einer bundesgesetzliche Bestimmungen verletzenden Würdigung des Beweisergebnisses beruhen (Art. 81 des Organisationsgesetzes). Da der Beweis für ein Verschulden des Beklagten den Klägern obläge und das Obergericht an Hand eines fast drei Jahre nach dem Unfall vorgenommenen Augenscheines auf Grund unbestimmter Vermutungen ein Verschulden des Beklagten annimmt, erörterte das Bundesgericht, ob die kantonale Instanz damit nicht die Regelung der Beweislast verletzt habe. Doch führte selbst der aus den obergerichtlichen Feststellungen hervorgehende Tatbestand zur Abweisung der Klage, denn wenn der Verstorbene in seinem angetrunkenen Zustande trotz des beleuchteten, ihm entgegenkommenden Fahrrades und trotz der abgegebenen Signale bis zum letzten Augenblicke auf der linken Seite seiner Marschrichtung blieb, so trifft ihn ein so überwiegendes Verschulden am Unfall, dass von einer auch nur teilweisen Haftung des Radfahrers nicht mehr die Rede sein kann. Wp. Die Frage der Haftpflichtversicherung ausländischer Automobile beschäftigte auch die Delegiertenversammlung des Schweizerischen Hoteliervereins. Dabei wurde nachstehende Resolution einstimmig gefasst : «Die Delegiertenversammlung ersucht den Bundesrat, von irgendwelcher Belastung fremder Automobilisten in dieser Zeit an der Grense ahmsehen, da eine solche Massnahme eine starke Rückwirkung auf die Einreise fremder Motorfahrzeuge und damit eine schwere Schädigung der schweizerischen Hotellerie zur Folge hätte.» Mit den übrigen Verkehrsinteressenten sind also auch die Hoteliers der Auffassung, dass keinerlei Lösung in der Frage der Haftpflichtversicherung in Frage kommen kann, die von den einreisenden Gästen aus dem einen oder andern Grunde als lästig empfunden werden dürfte und sich daher nachteilig auf den Besuch aus dem Auslande auswirken müsste. Es scheint uns nach wie vor als die zweckmässigste Lösung, wenn die Kosten der Versicherung durch den Bund bestritten würden, wobei die Mittel aus den Benzinzolleinnahmen bereitgestellt werden könnten. Autbtonrismus Im Monat April. Ununterbrochen nehmen die Grenzübertritte mit Autos von Monat zu Monat zu. Gegenüber der vorjährigen Parallelperiode hat der April 1934 ein Mehr an Grenzübertritten von 24S9 Wagen zu verzeichnen, womit sich das Gesamtergebnis in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres auf 39,716 Einheiten stellt, was im Vergleich zum Vorjahre einem Plus, von 7270 Autos entspricht. Diese Zahler reden eine deutliche Sprache, so dass man glauben sollte, sie wären in der Lage auch diejenigen Amtsstellen davon zu überzeugen, wie wichtig für unsere gesamte Volkswirtschaft eine etwas grosszügigere Werbung für das Automobil am Platze wäre. Während beinahe alle unsere Bahnen unter chronischen Defiziten und Verkehrsrückgängen zu leiden haben, belebt sich der internationale Autotourismus zusehends. In weiten Kreisen verschliesst man sich aber bewusst die Augen vor dieser statistisch bewiesenen Tatsache und glaubt weiterhin in jenen Gebieten grössere Aufwendungen verantworten zu können, die einst die Domäne des Fremdenverkehrs darstellten, heute aber auf der ganzen Linie stark an Bedeutung verloren haben. Autotourismus von Jahr zu Jahr —.__ __ ___ Prov. Ktrte | Frelpass| Triptyk | Total End^Monat Prov> Karte T ">w\ " W | Total | End'/itonat Januar . 3094 451 1389 4934 4934 3686 483 1382 5551 5551 Februar. 3023 421 1374 4818 9752 4560 514 1532 6606 12157 März ... 4577 735 2155 7467 17219 6092 874 2907 9873 22030 April... 9948 892 4387 15227 82446 11881 982 4823 17686 39716 Mai 7155 1133 4586 12874 45320 Juni 14341 1145 7584 23070 68390 Juli .... 21301 1377 11740 34418 102808 Augtwt . 38749 1499 18113 58361 161169 Sept.... 22963 1077 12312 36352 197521 Oktober 9628 866 5200 15694 213215 Nov. ... 5579 653 2062 8294 221509 Dez 3919 452 __1685_ 5956 227465 Total 144277 10701 72487 227465 — Ta.'.a.EodeApnl 20642 2499 9305 32446 — 26219 2853 10644 3971« — Ihnen Mut machen für das, was Sie mir zu sagen haben. Ein unbestimmtes Gefühl sagt mir, es bedrückt Sie etwas. Vielleicht auch Jul. Und so kommen Sie zu mir, um die Antwort zu hören, wie Jul zu sagen pflegt, auf die Frage... mein Freund Hannes würde sagen...» Mit gefalteten Händen sass sie vor mir, den Kopf tief gesenkt. Mit flüsternder Stimme begann sie. Gesenkten Hauptes, wie wenn sie za dem Kissen spräche, das ich ihr unter die Füsse geschoben. Nur mit wenigen schmucklosen Worten streifte sie es, dass sie Jul Hebe, dass er für sie alles, dass sie keinen Mann vor ihm geliebt, dass sie, wenn es ihr beschieden, ihn einmal verlieren zu müssen, keinen Mann nach ihm lieben könne. Eine Frau könne nur einmal lieben. Kein Wort weiter fiel darüber von ihr. Vielleicht sei er ihr so viel, weil sie gleiche seelische Abstimmungen verbänden, weil sie beide Träumer der Welt, die es vermochten, einer dem anderen die Schönheiten des Empfindens zu Füssen zu legen. Aber eines habe sich ihnen in den Weg gestellt. Tatsachen des Lebens, die unüberwindbar. Die unfassbare Wirklichkeit, vom Schicksal getrennt zu werden. Weil sie nicht frei. Immer und immer wieder dränge er in sie, diese Gefahr zu bannen, und es gäbe nur einen Weg ins Freie, den zu wählen er sie dränge, den zu gehen sie sich aber nicht entschliessen könne. Sich von ihrem Manne loszusagen! Das führe sie zu mir. Sie schwieg. Unwillkürlich, in ihren Gedanken, nestelte sie an dem schmalen Ehereif an ihrer Hand. Ich hatte ihn lange bemerkt. Jetzt erst hob sie den Blick, und ich las das tiefe Seelenleid in ihren Augen. Mit zögernder Stimme fuhr sie fort. Immer und immer wieder dränge Jul in sie, sich zu diesem Entschlüsse durchzuringen. Ihren Mann zu verlassen. Vor wenigen Stunden habe sie das erstemal von Jul harte Worte gehört, die sie von ihm nie erwartet hätte, die sie ihm aber verzeihe. «Denn es sprach doch seine Liebe zu mir aus ihm.» Wie wenn sie eine Last trüge, richtete sie sich auf. «In diesem Zweifel des Gewissens, in diesem Kampfe zwischen Herz und Gehirn, habe ich niemand, dem ich mich anvertrauen kann, der mir helfen könnte, diese Last durch das Leben zu tragen. Und darum hat mich ein schwerer Entschluss, der mir nicht leicht fiel, zu Ihnen geführt... um Ihre Antwort zu hören auf die Frage... mein Freund Hannes würde sagen...» Im Kamin knisterte das Feuer. In einer unwillkürlichen Aufwallung der Gefühle griff ich nach ihren Händen und hielt sie fest. Ruhig Hess sie es gewähren. So sprach ich auf sie ein. Zärtlich, liebevoll, schmeichelnd, besänftigend, wie der Arzt, der zu einem Leidenden spricht, und aus der Tiefe meines Herzens quollen mir die Worte auf die Lippen. Dass sie gut getan, zu mir zu kommen. Und zögernd gestand sie mir auf meine Fragen ... dass sie nur eine tiefe Wesensverschiedenheit von ihrem Manne trenne... es sei der einzige Vorwurf, den sie ihm machen dürfe... und diesen mit Unrecht... dass er sie in seiner Art liebe... mit jeder Faser seines Herzens an ihr hänge... ihr nur Gutes getan habe... dass der Entschluss, den Jul von ihr verlange... ihn zermalmen würde... dass sie zu einer Schuld, die sie trage... ohne sie zu bereuen... nicht noch eine weitere Schuld fügen wolle. Fragend hing der verschleierte, müde Blick ihrer Augen an mir. Tiefes Seelenleid las ich aus ihnen. •Unter der schweren Last Ihres Gewissens, Frau Enid, kamen Sie zu mir, und ich will alles tun, um Ihnen diese Last abzunehmen. Ich will es kurz machen. Wenn ich im Alter Juls wäre, würde ich Ihnen sagen, gehen Sie den Weg, den Ihnen Ihr Herz weist. Das kann ich nicht. Darum sage ich Ihnen, gehen Sie den Weg, den Ihnen Ihr Gewissen zeigt. Wenn er auch der mühsame, der dornenvolle ist. Jeder Mensch muss stets dem Gehirn und dann erst dem Herzen Rechenschaft ablegen. Vor dem Richterstuhl des eigenen Gewissens muss man bestehen können. Gehen Sie den Weg, den Sie gesucht, bevor Sie zu mir gekommen, er ist der richtige. Alles dies hat mit Ihrer Liebe zu Jul nichts zu tun, denn das heiligste Recht jeder Frau ist das Recht auf Liebe. Dafür hat sie Gott geschaffen.» Mit geschlossenen Augen hatte sie mir zugehört, wie wenn sie durch nichts abgelenkt, jedes meiner Worte in sich aufnehmen wolle. Wie in einem Erwachen öffneten sich ihre Lider, und mit einem Lächeln der Erlösung, während ihr die Tränen über die Wangen liefen* streckte sie mir die Hände hin, während ein Schluchzen ihr in der Kehle würgte. »Ich danke Ihnen, Freund Hannes. Ich danke Ihnen.» Ruhig, gefasst erhob sie sich, und plötzlich, wie unter der niederschmetternden Gewalt alles dessen, was überwältigend auf sie eingedrungen, verbarg sie das Gesicht in den Händen, während sich alles ihr in einem fassungslosen Schluchzen auslöste. Beruhigend sprach ich auf sie ein, selbst erschüttert durch diesen Ausbruch ihres Schmerzes, aber lange währte es, bis sie zu sich zurückkehrte und sich unter meiner liebevollen Hilfe erhob. Mit einem verlegenen Lächeln trocknete sie die letzten Tränen und griff nach ihrem Mantel. Zum Gehen fertig, reichte sie mir die Hand. (Fortsetzung Seite 17 s.Autler-Feierabend*J

N° 40 — 1934 AUTOMOBIL-REVUE - ine, Terrassen usw. vom Verkehrsbureau ^ftontreux gegen Nachnahme bezogen werden können. Internationales Klausenrennen. Die Mercedes-Benz-Werke in Untertürkheim haben den Organisatoren des internationalen Klausenrennens bekanntgegeben, dass sie die Absicht haben, zwei Wagen an den Grossen Bergpreis der Schweiz vom 5. August zu entsenden. Als Fahrer sollen hiefür in Betracht kommen : Caracciola, Fagioli und von Brauchitsch. Damit kommt dem Klausenrennen besondere Anziehungskraft zu, da dies das erste Rennen in der Schweiz ist, an dem die neuen Mercedes-Rennwagen an den Start gelangen. Die Qualität der in Betracht kommenden zwei Fahrer bürgt zudem für hervorragende sportliche Leistungen. SS> !»«»••€ •n Sportnachrichten de Sdiweb &aasO«aimc9 - 44 neue Internationale und vier Weltrekorde in Montlhery. Grosser Erfolg eines Delahaye-Wagens. Die Rekordfahrten, die im internationalen Autosport einen immer breiteren Raum einnehmen, sind in den letzten Jahren ganz ausserordentlich häufig geworden, und spornen die Firmen der verschiedenen Länder zu stets stärkerer Aktivität an. Der Kampf auf den grossen Rundstrecken, der im unmittelbaren gegenseitigen Messen der Kräfte vor sich geht, überträgt sich auch auf diese Art der sportlich-technischen Konkurrenz. Kaum ein grosser Weltrekord besteht, gegen den in letzter Zeit nicht Versuche unternommen wurden, oder gegen dessen Erledigung zurzeit noch in aller Stille die Waffen geschmiedet werden. Diese lebhafte Tätigkeit in Montlhery und Brooklands kann nicht warm genug begrüsst werden, denn rein vom Gesichtspunkt des technischen Fortschrittes aus haben diese Fahrten in ihrer Art eine mindestens so grosse Bedeutung wie die eigentlichen Rennen. Dass in der letzten Zeit eine ganze Reihe von Rekorden mit normalen, aufs sorgfältigste hergerichteten und meist mit Stromlinien-Karosserien versehenen Maschinen aufgestellt wurden, spricht nur für die staunenswerte Vervollkommnung des modernen Serienfahrzeuges. Wenn es irgend einer Firma gelingt, mit einer Reihe erstklassiger Piloten mehrere grosse Rekorde zu schlagen, so bedeutet dieser Erfolg das warnende Signal für die Konkurrenz, auch ihrerseits einen neuen Vorstoss zu wagen. So vergehen meist nur einige Wochen und Monatf und plötzlich wird die Welt mit einer ganzen Reihe neuer Welt-Bestleistungen überrascht, die die früheren Rekorde schon wieder überbieten. An diesem geheimen Kampf um den technischen Vorrang lässt sich die Bedeutung der heute zur grossen Mode gewordenen Rekordfahrten ermessen. Vom 3. bis 5. April 1934 stellte die von Quatresous geleitete französische Renault- Equipe in Montlhery eine Reihe neuer Rekorde auf, von denen der bedeutendste die Weltbestzeit über 48 Stunden war. Ganze 5 Wochen hat es gedauert, und eine andere französische Mannschaft überbot mit einem Delahaye-Wagen die gesamte, damals vielbestaunte Leistung. Am vergangenen Dienstag startete in Montlhery die Equipe Perrot, Dhome und Girod auf einem Delahaye-3227 ccm mit sechs Zylindern (ohne Kompressor), der demjenigen der «Super-Luxe»-Type dieser Marke entspricht. Der Versuch glückte auf der ganzen Linie, auch wenn das Wetter zeitweise sich als Spielverderber gebärden wollte. Den eigentlichen Rekordfahrten ging — wie wir noch in der letzten Nummer melden konnten — ein längeres Trainig in Montlhery voraus, das bereits erste Schlüsse über den vermutlichen guten Ausgang der Fahrt zuliess. Der erste Rekord fiel nach 12 Stunden, dann folgten nacheinander die internationalen Bestzeiten über 3000, 4000 und 5000 km, 2000 und 3000 Meilen und 2A Stunden, sowie die neuen vielumstrittenen Weltrekorde über 4000 Meilen, 5000 km, 48 Stunden und 10,000 km. Der einzige Zwischenfall ereignete sich nach 15" Stunden — wegen des Bruchs eines Reservoirbolzens. Dadurch wurde die Benutzung des grossen Reservoirs illusorisch, und der Wagen musste eine Zeit lang alle 55 Minuten zum Füllen des kleinen Reservetanks anhalten. Für die Reparatur wurde die unglaublich kurze Zeit von 20 Sekunden gebraucht, dennoch sank das Gesamt- Mittel um ein paar km/St. Ursprünglich sollte bloss 48 Stunden gefahren werden, doch der Erfolg bewog die Leitung, den Versuch über 10,000 km auszudehnen. Die' Fahrt ging am letzten Samstag in den ersten Morgenstunden zu Ende. DIE NEUEN REKORDE Internationale Rekorde. Klasse 3000—5000 ccm. 12 Stunden: 2204 km. 350, Stundenmittel 183,696 km/St, (alter Rekord: 2164,643 km, Stundenmittel 180,387 km/St.), aufgestellt durch die Equipe Eyston auf Delage am 28. und 29. Februar 1932 in Montlhery. 3000 km: 16 Std. 41 Min. 46 Sek. 75/100, Stunaenmittel 179,680 km/St, (alter Rekord 17 Std. 31 Min. 23 Sek. 38/100, Stundenmittel 171,202 km/St.). 2000 Meilen: 17 Std. 54 Min. 57 Sek. 72/100, Stvmdenmittel 179,654 km/St, (alter Rekord: 18 St-d. 50 Min. 43 Sek. 27/100, Stundenmittel 170,794 km/St.). 4000 km: 22 Std. 18 Min. 37 Sek. 88/100, Stundenmittel 179,288 km/St, (alter Rekord: 23. Std. Wir verteilen Fr. 5000- in 38 Preisen an 38 Verkäufer die uns Geschäfte bringen! Wer gewinnt? im Schätzungswettbewerb der AUTO CREDIT BANK& Zürich 70 010 Genf 44.267 24 Min. 88 Sek. 67/100, Stundenmittel 170,862 km/St.). 24 Stunden: 4300,834 km, Stundenmittel 179,201 bn^St. (alter Rekord: 4102,116 km, Stundenmittel 170,922 km/St). 3000 Meilen: 27 Std. 3 Min. 43 Sek. 55/100, Stundenmittel 178,405 km/St, (alter Rekord: 28 Std. 22 Min. 28 Sek. 34/100, Stundenmittel 170,153 km/St.). 5000 km: 28 Std. 2 Min. 16 Sek. 78/100, Stundenmittel 178,329 km/St, (alter Rekord: 29 Sfcd. 21 Min. 6 Sek., Stundenmittel 170,348 km/St.). 4000 Meilen: 36 Std. 13 Min. 56 Sek. 32/100, Stundenmittel 177,669 (alter Rekord: 37 Std. 52 Minuten 53 Sek. 19/100, Stundenmittel 169,934 ktn/St. 5000 Meilen: 45 Std. 29 Min. 57 Sek. 50/100, Stundenmittel 176,853 km/3t. (alter Rekord: 48 Std. 3 Min. 13 Sek., Stundenmittel 167,453 km/St.). 48 Stunden: 8464,083 km, Stundenmittel 176,294 km/St, (alter Rekord: 8037,341 km, Stundenmittel 167,445 km/St). Ferner: die untenstehenden vier Weltrekorde. Alle 9 Rekorde wurden von der Equipö Quatreeous auf Renault vom 3. bis 5. April 1934 in Montlhery aufgestellt Weltrekorde (alle Kategorien.) 4000 Meilen: 36 Std. 13 Min. 56 Sek. 32/100, Stundenmittel 177,669 km/St, (alter Rekord: 37 Std. 52 Min. 53 Sek. 19/100, Stundenmittel 169,934 km/St. 5000 Meilen: 45 Std. 29 Min. 57 Sek. 50/100, Stundenmittel 176,853 km. (alter Rekord 48 Std. 3 Min. 13 Sek., Stundenmittel 167,453 km/St.). 48 Stunden: 8464,083 km, Stundenmittel 176,294 km/3t. (alter Rekord: 8037,341 km, Stundenmittel 167,445 km/St.). Alle drei Rekorde wurden von der Equipe Quatresous auf Renault vom 3. bis 5. April 1934 in Montlhery aufgestellt. 10.000 km: 59 Std. 90 Min. 15 Sek. 84/100, Stundenmittel 186,5 km/St, (alter Rekord 67 Std. 58 Min. 23 Sek. 5/100, Stundenmittel 147,1 km/St-), aufgestellt von Equipe Marchand auf Voifin, September 1929 in Montihery. Die Sternfahrt nach Marokko. Ausserordentlich schwierig gestaltete sich der grossen internationalen Sternfahrt nach Marokko, von den verschiedenen europäischen Hauptstädten herkommend, in Gibrailtar ein. Von den 25 Gestarteten erreichten 19 das europäische Ziel. Die Fahrer wurden darauf nach Tanger übergesetzt, wo am Montag die Rundreise durch Marokko begann. Die erste Etappe von Tanger nach Fes, die sich über 355 km erstreckte und mit einem minimalen Mittel von 60 km/St, befahren werden musste, wurde für die Konkurrenten zu einer schweren Prüfung. 14 Fahrer kamen ohne Strafpunkte bis nach Fes. Ausserordentlich schwierig gestaltete sich die 532 km lange Fahrt von Fes nach Marakesch, für die wiederum ein Stundenmittel von 60 km/St, galt. Die Wagen hatten den Mittelatlas bis zu einer Höhe von 1800 m zu überwinden. Schnelle Pisten, auf denen höchste Geschwindigkeiten möglich waren, wechselten mit kurvenreichen, steinigen Strassen ab, die von den Fahrern das Menschenmöglichste verlangten. Trotz der Fährnisse der Strecke musste nur ein Fahrer gebüsst werden, und eine Französin gab im Verlaufe der Reise auf. Die am Mittwoch folgende dritte Etappe von Marakesch nach Agadir erstreckte sich über 320 km. An diesem Tag galt der Minimaldurchschnitt von 55 km/St. Auch diese Route war wieder sehr schwer, trotzdem konnte sich der grösste Teil der Fahrer strafpunktfrei durchbringen. Wiederum lag auf dieser Strecke die Ueberwindung eines Teiles des Atlases bis zu einer Höhe von 2200 m. Wieder wurde ein Fahrer mit Strafpunkten gebüsst; zwei Konkurrenten fielen aus. Die letzte Etappe von Agadir nach Casablanca sollte mit ihren 567 km, für die das ausserordentlich hohe Stundenmittel von 75 km/St, galt, die Entscheidung bringen. Ueberraschenderweise verlief dieser letzte Tag ohne grosse Ereignisse, so dass in Casablanca trotz der Schwierigkeiten der Fahrt 12 Piloten ohne Strafpunkte eintrafen. Dieses Resultat zeugt für den hohen Stand des modernen Serienfährzeuges, das auch vielen 1000 km langen Gewaltsprüfungen gewachsen ist. Die Ankunft in Casablanca gestaltete sich zu einem festlichen sportlichen Ereignis. Eine riesige Zuschauermenge empfing die aus allen Teilen Europas gekommenen Konkurrenten, die unmittelbar nach ihrer Ankunft eine Beschleunigungs- und Bremsprüfung zu erledigen hatten. Erster wurde dabei der Franzose Bravard auf Essex. Im Gesamtklassement kam Bravard ebenfalls an die Spitze, während Friederich auf Bugatti mit einem Punkt Abstand Zweiter wurde. Die deutschen Konkurrenten belegen ebenfalls gute Plätze. Von Guillaume kam auf Adler an die 4. Stelle und Hansberger auf Mathis wurde 6. Das Endergebnis der grossen Konkurrenz Ist sportlich nicht sehr befriedigend, da sie — wie man dies bei Sternfahrten schon oft erlebt hat — die Entscheidung mit der unbedeutenden Schlussprüfung brachte. Die Konkurrenten hatten insgesamt nicht weniger als 5176 km innerhalb einer Woche zu erledigen, dabei kamen sie durch zwei Erdteile, erlebten eine Meeresüberfahrt und waren einem starken Klimawechsel unterworfen. Trotz der ungeheuren Schwierigkeiten der Riesenreise kamen 12 bis ans Ziel, und erst eine Schlussprüfung, die in keinem Verhältnis zur vorangegangenen Konkurrenz stand, lieferte die entscheidenden Resultate. Das Reglement des nächsten Jahres wird noch schärfer gehalten werden müssen. Ganz besonders erwähnenswert ist die einzig dastehende Leistung eines grossen Saurer-Dieselwagens, der die gesamte Fahrt hors concours mit einer Anzahl Touristen an Bord mitmachte und dabei stets die vorgeschriebenen Stundenmittel einhalten konnte. Die Leistung dieses Saurerwagens hat in weitesten Kreisen Erstaunen ausgelöst. Die Resultate: 1. Bravard (Essex Terraplane), Startort Rom, 664 Punkte; 2. Friderich (Rugatti), Rom, 663 P.; 3. Michel Real (Renault), Rom, 661 P.; 4. Von Guilleaume (Adler), Rom, 654 P.; 5. Ferry (Peugeot), Rom, 644 P., 6. Hansberger (Mathis), Rom, 642 P.; 7. Rossi (Ford), Rom, 614 P.; 8. Mme Rouault-des Forest (Salmson), 612 P.; 9. D'Oultremont (Chrysler), 547 Punkte. Bergrennen von Weinhelm. Die erst kürzlich fertiggestellte Wachenburger Rennstrecke bei Weinheim in Deutschland wurde am letzten Auffahrtstag mit einem Motorrad- und Automobilrennen eingeweiht. Die 2700 m lange Strecke steigt stark an und weist zahlreiche Kurven auf, die an die Fahrer die grössten Schwierigkeiten stellen. Eine gewaltige Zuschauermenge verfolgte die spannenden Kämpfe. Die Tagesbestzeit fuhr bei den Rennwagen Wimmer mit einer 2300 ccm Bugatti (Durchschnitt von 58,4 km/St.). Wimmer wird voraussichtlich beim Grossen Preis der Schweiz in Bern den neuen 1500- ccm-Zoller-Rennwagen führen. Zweiter wurde von Delius auf B.M.W. Bei den Sportwagen siegte der Freiburger Hummel auf Amilcar mit dem Mittel von 52 km/St. Schweres Unglück be! einem französischen Bergrennen. Das vom A.C de l'Ile-de-France organisierte Bergrennen von Fontainebleau vom letzten Sonntag brachte einen schweren Sturz des französischen Rennfahrers Eric Lora, der überaus tragische Folgen hatte. Der Bugatti-Rennwagen geriet 300 m vor dem Ziel in vollem Lauf aus der Bahn und fuhr in das ungenügend gesicherte Publikum am Rande der Strecke hinein. 6 Personen, 4 Männer und 2 Frauen, wurden sofort getötet und mehrere Zuschauer blieben verletzt liegen. Der Fahrer selber starb nach wenigen Stunden im Krankenhaus. Nach den Pariser Blättern lief Lora, der französischer Riegeroffizier v/ar, und der in Wirklichkeit Cochin hiess, ein Hund über den Weg. Im Bestreben, diesem auszuweichen, scheint er die Herrschaft über seinen Bugatti verloren zu haben. Die Katastrophe hat glücklicherweise in der Geschichte der Bergrennen kaum ihresgleichen.