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E_1934_Zeitung_Nr.034

E_1934_Zeitung_Nr.034

Zur Regelung des

Zur Regelung des schweizerischen Benzinmarktes. Ein grundlegendes Abkommen. Vor wenigen Tagen ist zwischen der Benzinunion, in welcher sämtliche Organe der Benzineinfuhr und des Benzinhandels gruppiert sind, und den Organisationen der Benzinkonsumenten ein Abkommen getroffen worden, dessen genauen Inhalt wir nachstehend wiedergeben: Zwischen der Schweiz. Benzinunion Zürich, nachstehend kurz Benzinunion genannt, einerseits und den Verbänden der Benzinkonsumenten, vertreten durch die Commission Inter-Associations, nachstehend kurz CIA genannt, anderseits ist heute, gestützt auf die am 24. März 1934 beschlossene Vereinbarung und der Reglemente, folgendes Abkommen getroffen worden: Art. 1. — Die durch die CIA vertretenen Verbände der Benzinkonsumenten erklären sich bereit,' an der Erreichung des von der Benzinunion erstrebten Zieles: Ordnung des Benzinmarktes auf dem ganzen Gebiete der Schweiz;. nach Kräften mitzuarbeiten. ' ' Art. 2. — Die Festsetzung der inländischea Benzinverkaufspreise erfolgt künftig nur noch auf dem Wege der Verständigung zwischen der Benzin-; union und der CIA nach den Grundsätzen der Vereinbarung vom 10. März 1934. Art. 3. -s— Zu diesem Zweck wird aus Vertre-i tern der Benzinunion und der CIA die «Commission de Surveillance du Marche Suisse de la Ben-i zine>, abgekürzt Cosuma ' (Ueberwachungs-Kommission des Schweiz. Benzinmarktes), gebildet, die zur Leitung ihrer Geschäfte und zur Führung der Verhandlungen in ihrem Geschäftsbereich einen' neutralen Obmann wählt. Art. '4. — Der Cosuma obliegt auch die Behandlung aller Fragen, die mit den inländischen, Benzinverkaufspreisen und der Ordnung des Benzinmarktes zusammenhängen, soweit, sie Interes-, sen der Konsumentenverbände berühren. Art. 5. — Die gegenwärtige Vereinbarung wird fest abgeschlossen bis 31. Dezember 1935. Von diesem Datum ab kann sie jederzeit auf Ende eines Kalenderjahres, unter Beobachtung einer zweimonatlichen Kündigungsfrist, aufgelöst werden. Obige Feststellung mag sich recht einfach lesen. Weit schwieriger aber war es, endlich zu diesem Resultat zu gelangen. Die Bestrebungen zur Sanierung und Regelung des Benzinmarktes gehen, wie unsere Leser wissen, auf einige Jahre zurück. Von den Verhandlungen und Anstrengungen, die von den einzelnen am Benzinmarkt interessierten Wirtschaftsgruppen gemacht wurden, ist aber recht wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen. Es scheint daher angezeigt, dass. die hauptsächlichsten Etappen auf dem Weg zum vorliegenden Abkommen noch kurz skizziert seien. Zu Beginn des Jahres 1933 drangen einzelne Gerüchte in die Oeffentlichkeit, wonach behördlicherseits die Absicht bestehe, auf derii inländischen Benziftmarkt regelnd einzugreifen* Erst Mitte Mai wurden dann die Verkehrsverbände offiziell von der Preiskontrollstelle des : eidg. Volkswirtschaftsdepartementes. benachrichtigt, dass eine Rahmenkonvention betreffend die Regelung des schweizerischen Benzinmarktes aufgestellt worden sei. Die Verkehrsverbände verwahrten sich mit Recht dagegen, dass irgendwelche Dispositionen getroffen' werden, ohne den Benzinkonsumenten ebenfalls Gelegenheit zu geben, sich hiezu zu äusserii oder überhaupt an der Ausarbeitung von Vorschriften von Anfang an mitzuarbei" 1 ten. Auf die Veranlassung des A.C.S. fand dann am 23. Mai in Gegenwart von Minister Stucki eine Konferenz der Konsumentenverbände statt, an welcher Dr. Lorenz das Projekt seiner Benzinkonvention, über welches unsere Leser seinerzeit orientiert wurden, auseinandersetzte. Damals schon wurde vom Vertreter des Volkswirtschaftsdepartementes Was er wolle, fragte Ehid. Er fragte nur, ob er nicht mit denen gehen möchte. Er wäre der Richtige. Morgen abend wären sie wieder zurück. Zwischen den kleinen Bauernhäuschen schlenderten sie gegen den Ortsausgang, dann einen schmalen Wiesenpfad entlang. Langsam sank die Sonne zum Horizont. Als sie die letzten Häuser hinter sich hatten, bot ihr Jul seinen Arm, und ohne Bedenken nahm sie ihn. Nach wenigen Schritten Hessen "'sie sich auf einem kleinen Bänkchen nieder. Dort sassen sie Arm in Arm aneinandergeschmiegt und sahen in die Sonne. Nur sie war es, die wusste, dass sich die letzten Stunden ihres Glückes näherten. In ihren Gedanken schloss sie,die Augen, wie wenn sie in der Finsternis, die sie umgab, das Schicksal nicht sehen würde, das sich ihr unerbittlich nahte... sie konnte es nicht fassen, dass Jul nicht mehr sein würde... ihr Mann stand vor ihr... Wie von einem elektrischen Schlag durchzuckt, fuhr sie zusammen. Im Träumen hatte sie den Kopf an Juls Schulter gelehnt, und ihr war, wie wenn seine Lippen ihren Scheitel berührten. Mit Aufbietung aller ihrer Wjl-? lenskraft meisterte sie sich und erhob sich. Nur jetzt nicht ihren inneren Halt verlieren. Nur noch bis zum morgigen Abend sich selbst überwinden. Alles ändere hiess das Uebel nur vergrössern. «Kommen Sie, Jul. Ich bitte Sie darum.» Produktionssteigerung in der amerikanischen Automobilindustrie. Beinahe sämtliche Berichte aus der amerikanischen Wirtschaft legen in letzter Zeit von einer durchgreifenden Konjunkturbesserung Zeugnis ab. So hat, ohne Berücksichtigung der Ford-Werke, die Automobilindustrie in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 539 000 Personen- und Lastwagen hergestellt, was gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode einer Zunahme um 247 000 Einheiten oder um 85 % entspricht. Das Spital auf der Landstrasse. Die holländische Königin hat kürzlich den grosszügigen Plan der Errichtung von 2500 Medizinalstellen längs den grossen Ueberlandstrassen Hollands gutgeheissen. Diese medizinischen Stützpunkte, die meist in Form kleiner Häuschen erstellt werden sollen, werden mit einer kleinen Apotheke und einem Telephonapparat ausgerüstet und weisen ferner ein Zimmerchen mit Krankenbetten für Schwerverletzte auf. Die Rettungsstationen die bestimmte Erklärung abgegeben, dass nichts zur endgültigen Bereinigung der Verhältnisse auf dem Benzinmarkt unternommen werde, ohne dass die Vertreter der Konsumenten Gelegenheit hätten, dazu Stellung zu nehmen. Dass dem allerdings leider nicht so war, hat dann die weitere Entwicklung der Dinge ergeben. So kamen im Juni die Kontrahenten der Rahmenkonvention zusammen ohne dass die Konsumenten-Organisationen hiezu eingeladen worden wären. In einer weiteren Plenarkonferenz vom 12. Juli vertrat Herr Prof. Lorenz neuerdings seinen Vorschlag einer Benzinkonvention. Die automobilistischen Verbände waren aber der Auffassung, die Konsumenten seien in den von der Konvention vorgesehenen Fachausschüssen nur sehr ungenügend vertreten. Im übrigen stellte man sich die prinzipiell^ Frage, ob diese auf korporativer Basis vorgesehene Neuordnung überhaupt notwendig sei. Deshalb wurden" alle automobilistischen v $]§£bände zu Beginn des Monats August'zu einer Aussprache nach Genf eingeladen. An dieser waren A.C.S., T.C.S., U.M.S., Aspa und die Chambre syndicale vertreten. Bei der Gelegenheit wurden die Abänderungsvorschläge zur vorliegenden Benzinkonvention bereinigt, die vor allem darauf hinausgingen, den Konsumenten eine einflussreichere Stellung in der vorgesehenen Organisation einzuräumen. In der Folge wurde dann die Commission Interassociations ins Leben gerufen, in welcher T.C.S., Aspa und A.C.S. vertreten waren und die unter dem Vorsitz des Präsidenten der Chambre syndicale stand. In d'e weiteren Verhandlungen, welche mit den Importeuren gepflegt wurden unrl d ; e sich vernf'VMeten. ein abs^^ndertes Reglement vorzulegen, platzte im November 1933 dwv Bekanntmachung der Abteilung für Einfuhr, wonach der Benzinpreis einheitlich auf 37 Ro. festgesetzt wurde und In ihren Worten lag ein tiefes Flehen. «Machen Sie kein böses Gesicht, Freund Jul, und lassen Sie keinen Schatten in das Sonnenlicht dieser Tage fallen.» Sie hatte ihm zärtlich die Hand auf die Schulter gelegt. «Kein Mensch weiss, wie lange ihm das Glück leuchtet.» «Warum so wehmutsvoll, Frau Enid?» Sie schüttelte den Kopf. «Ich glaube, Jul, wir nehmen beide das Leben zu ernst. Ich sehe mit Neid auf alle Menschen, die wahres Glück nie erkennen und darum nie vermissen. Kommen Sie. Ich habe das Bedürfnis, etwas auszuruhen.» In Wirklichkeit wollte sie mit sich allein sein. «Ich gehe auf ein kleines, halbes Stündchen auf mein Zimmer. Sie plaudern indessen mit Ihren Freunden. Erwarten Sie mich um diese Zeit vor dem Hause.» Er nickte, innerlich widerstrebend. «Dann machen wir noch einen Spaziergang.» «Wenn Sie unbedingt wollen, Frau Enid?» «Ja, Jul. Ich bitte Sie darum.» Mit langsamen, müden Schritten stieg sie die schmale Holztreppe hinauf. Lange sah ihr Jul nach. Im Handumdrehen war er mit den anderen im lebhaften Gespräch. Natürlich drehte sich alles um die Grauwand, die ihr Ziel war, um so mehr sie Jul schon zweimal geklettert hatte. Sie sassen, die Köpfe zusammengesteckt, alles um sich im Feuereifer vergessend, und lauschten Jul, der ihnen mit feuerrotem Kopf erzählte. Bis ihn einer von denen unterbrach. Ein Kleiner mit einem rosigen Mädelgesicht und einem Durchzieher von einem Ohr bis zur Nase. Das sei ihm alles nichts Neues, auch er habe schon die Grauwand gemacht, aber im letzten Drittel, da AUTOMOBIL-REVUE 1934 _ NO 34 ifistischer sollen hauptsächlich Automobilisten und Motorradfahrern bei eventuellen Unglücksfällen zugute kommen. sei Schluss. Da käme man einfach nicht weiter. Da reisse das schmale Band ab... glatter Fels... kein Griff. Eifrig schüttelte Jul den Kopf. Ungefähr fünfzig Schritt vorher hänge ein grosser Block über, da müsse man es anpacken. Kletterseil heraus, oben versichern, sich hochseilen... ein schmaler Riss... sich platt machen wie ein geräucherter Aal... und fünfzig Schritt weiter wieder das Seil versichern... abseilen... dort setzt das Band wieder fort. Alles andere Spielerei. Die vier roten Köpfe nickten verständnisvoll mit wichtiger Miene. Nur scheinbar war Jul bei der Sache. Unauffällig schielte er unter dem Tisch nach der Armbanduhr. «Komme mit, Jul.» Lachend schüttelte er den Kopf und erhob sich. «Sehet, dass ihr bald weiterkommt, es wird Zeit.» Ungeduldig sass er vor dem Haus und wartete auf Enid. Die Zeit, die sie ihm angegeben, war lange verstrichen. Er schlich um das Haus und starrte zu ihrem Fenster hinauf. Nichts regte sich. Nach kurzem Entschluss stieg er die Treppe hinauf und lauschte an ihrer Tür. Was war das? Angestrengt lauschte er abermals. Nichts! Hatte er sich getäuscht? Leise klopfte er an. Keine Antwort. — ? — Geräuschlos drückte er die Klinke... ein schmaler Spalt öffnete sich... wie gebannt stand er still... Am Tische sass Enid, das Gesicht in den Armen vergraben, die auf der Tischplatte lagen..; ein schluchzendes Weinen schüttelte Ausbau der letzteren, soweit dieser nicht die Gestaltung des Detail-Benzinpreises betrifft. 4. Die Ueberwachungskommission ist die letzte Rekursinstanz in allen den schweizerischen Benzinmarkt betreffenden Fragen. Im Februar wurde alsdann bekannt, dass Dr. Lorenz als Obmann der paritätischen Kommission zurücktrat. Nationalrat Dr. Pfister wurde als Nachfolger berufen. Im März wurde dann als Ergebnis einer werteren Zusammenkunft in Bern ein Arbeitsausschuss geschaffen, dem je drei Vertreter der Konvention und der Commission Interassocia- Leise schliessbare Autoturen. tions angehören. Dieser Arbeitsausschuss Nachdem man sich schon fast daran gewöhnt hat, dass eine gesunde, ehrliche Autovention fest, in der die von den Vertretern legte seinerseits die Grundlage für eine Kontüre nur durch Zuschlagen mit viel Geräusch der Konsumenten vertretenen Postülate verwirklicht wurden, nämlich : zu schliessen ist, sind findige Köpfe plötzlich auf die Idee gekommen, geräuschlos schliessbare Türen anzustreben. Bald wird die ge- staatliche Intervention. Reorganisation des Benzinmarktes ohne räuschlose Autotüre geboren sein. Festsetzung*des Preises an der Grenze durch die Preiskontrolle des Volkswirtschaftsdepartementes und Japanisches Autodumping. In Japan kommt ein Kleinwagen heraus, Festlegung einer angemessenen Marge für der eine fast haargenaue Kopie des bekannten Austin Seven darstellt. den Zwischenhandel. In einer mehrtägigen Sitzung gegen Ende Zweifadenlampen für Fahrradbeleuchtung. März wurden vom Arbeitsausschuss die verschiedenen, dem Abkommen zu Grunde He- Die Firma Osram bringt als Neuerung winzige Zweifadenlampen für Fahrradbeleuchtungen heraus. Es ist zu hoffen, dass damit gearbeitet, die in einer folgenden Sitzung zu genden Vereinbarungen und Reglemente aus- das so lästige Blenden der Fahrradlampen Beginn dieses Monats endgültig zu bereinigen waren. endlich nach und nach aus der Welt geschafft wird. Es hat die Meinung, dass sieh sämtliche Verbände von Benzinkonsumenten, nämlich Aspa, A.C.S., Chambre syndicale, T.C.S., Preisunterbietungen die Entziehung der zugestandenen Einfuhrkontingente zur Folge lierverein und Traktorenverband dem Ab- U.M.S., S.R.B., Arbeiter-Touringbund, Hote- haben würde. Die Commission Interassociations erachtete diese Massnahme angesichts A.C.S., Chambre syndicale und U.M.S. ihren kommen anschliessen. Bis jetzt haben Aspa, der zu jener Zeit schwebenden Unterhandlungen als ungerechtfertigt oder auf alle nommen. Die grosse Unbekannte ist vorläu- Beitritt erklärt und die Vereinbarung ange- Fälle als verfrüht und protestiert daher bei fig noch der T.C.S., dessen Stellungnahme der Handelsabteilung des Volkswirtschaftsdepartementes. Sie erklärte sich mit einer dern Richtung abklären muss. Offenbar ist sich wohl nächstens in der einen oder an- Regulierung des Preises einverstanden, sofern eine sorgfältige und wirtschaftlich ge- ausgelöste Aktion ein endgültiger Beschluss mit Rücksicht auf die von der Sektion Zürich rechtfertigte Fixierung der einzelnen Preiselemente stattfinde und die Vertreter der worden. der Zentralverwaltung noch nicht gefasst Konsumenten an der Preisbildung ein Mitspracherecht hätten. Nach weiteren Bespre- die zugehörigen Reglemente eintreten zu Ohne heute näher auf das Abkommen oder chungen fand anfangs Januar dieses Jahres können (von der Benzinunion der Schweiz eine neue Zusammenkunft der Konsumentenvertreter mit Herrn Minister Stucki in Bern sation, für die Organisation des Benzinge- wurden Reglemente für die allgem. Organi- statt. Dieser wies in einem Expose" darauf schäftes, den Preisaufbau, die Preisgleichheit hin, dass das Benzinproblem unter zwei Gesichtspunkten zu beurteilen sei. nämlich von aufgestellt), muss doch festgestellt wenden, bei Service-Stationen und die Sanktionen einer internationalen Warte aus, wobei für dass die neue Vereinbarung gegenüber der die Frage der Kontingentierung und der ursprünglichen Benzinkonvention für die Kompensierung einzig das Volkswirtschaftsdepartement zuständig sei, und von der naschritt und eine bedeutende Festigung ihrer Konsumenten einen ganz wesentlichen Forttionalen Seite, bei deren Regelung der Staat Stellung darstellt. Die am Zustandekommen vorläufig nicht intervenieren könne, da eben dieser Regelung tätigen Konsumentenvertreter hiezu die gesetzlichen Voraussetzungen fehlten. Daraufhin entsehloss sich die Commis- der langwierigen und zeitraubenden Ver- können mit Befriedigung auf den Abschluss sion Interassociations die Regelung im Inland handlungen zurückblicken. Wenn das Abkommen vielleicht nicht überall Zustimmung an Hand zu nehmen. Sie einigte sich auf den Entwurf zu einem Abkommen, dessen Hauptpunkte folgende waren : absolut freien Benzinmarktes auf Kritik stos- findet und vor allem bei den Anhängern eines 1. Der Detailverkaufspreis wird festgelegt sen wird, so bietet doch schon die Befristung durch eine Ueberwachungskommission, in bis Ende des Jahres 1935 eine Gewähr dafür, welcher die Mitglieder der Benzinkonvention dass den gerechtfertigten Interessen der Konsumenten auch weiterhin in jeder Hinsicht und die Konsumentenverbände zu gleichen Teilen vertreten sind. Rechnung getragen werden kann. Sollte sich 2. Die Ueberwachungskommission genehmigt oder ändert als einzige Instanz die den wirtschaftlich erweisen, so besteht ja die die Vereinbarung als ungenügend oder un- Benzinmarkt betreffenden Vereinbarungen. Möglichkeit, nicht nur von derselben zurückzutreten, sondern auch rechtzeitig neue Ver- 3. Die Kommission lässt der Benzinkonvention freie Hand in bezug auf den internen handlungen anzubahnen. sie. Sie hatte ihn nicht gehört. Regungslos stand Jul. Fassungslos starrte er auf sie. Mit leisen Schritten trat er näher, das Herz krampfte sich ihm in der Brust. Wie vom Blitz getroffen schnellte sie auf. «Enid! Enid! Was ist Ihnen?» Mit einem verlegenen Lächeln griff sie nach ihrem Taschentuch und trocknete die Tränen, die an ihren Wimpern hingen. «Sie haben mich erschreckt, Jul, ich hörte Sie nicht eintreten. Ich bitte Sie...» «Was ist Ihnen, Enid, ich beschwöre Sie, sagen Sie mir, was in Ihnen vorgeht? Ich beschwöre Sie.» Sie schüttelte den Kopf. «Es ist nichts, Jul.» Er nahm ihr das Taschentuch aus der Hand und wischte ihr liebevoll die Tränen von den Wangen. Lächelnd wehrte sie ihn ab. Seine Zärtlichkeit erschreckte sie. Mit sanftem Druck hielt er ihre Hände fest und sah ihr in die tränenschweren Augen. Sie aber wandte mit einem erzwungenen Lächeln den Kopf beiseite, wie wenn sie seinem Blick ausweiche. Aber in seiner Liebe zu ihr war er entschlossen, ein Geständnis ihres Schmerzes zu erzwingen, um an ihrem Leid teilnehmen zu dürfen, das ihm zum eigenen Leid wurde, das ihn in seiner Liebe zu ihr verwirrte und erschütterte. «Wollen Sie mir anvertrauen, Enid, warum Sie leiden? Lassen Sie mich Ihre Schmerzen teilen. Ich stehe vor Ihnen und lege mein Herz in Ihre Hände...» (Fortsetzung im fAutler-Feierabend*.)

W 34 - 1934 Sportnachrichten Zwischenfälle in Alessandria Regenwetter beeinträchtigt das Rennen um den Bordino-Pokal. — Varzi und Chiron Sieger der Vorläufe, Varzi Erster des Finales. — Der Schweizer Carlo Pedrazzini tödlich verunglückt — Schwerer Unfall Nuvolaris. — Mehrere Zuschauer verletzt. Das dritte grosse Rennen dieses Jahres, der Kampf um den Bordino-Pokal in Alessandria, geht als Unglückslauf in die Geschichte des internationalen Automobilsportes ein. Kaum hat die Saison recht eingesetzt, kaum sind die neuen Waffen richtig erprobt worden, und schon wieder bleibt ein Opfer auf der Walstatt des technischen Fortschrittes. Der Schweizer Autosport ist wieder in Trauer gekommen: der Tessiner Carlo Pedrazzini musste am Sonntag sein junges Leben verlieren! Sein erstes Rennen dieses Jahres wurde zu seinem Todesrennen. Doch nicht genug damit! Auch Nuvolari, der Mann, der sonst gegen jede Verletzung gefeit schien und so manchen gefährlichen Sturz mit seiner aufs feinste ausgebildeten Fahrkunst verhindern konnte, liegt im Spital. Er stürzte im Endlauf so unglücklich, dass er mit einem gebrochenen linken Bein und ernsthafter Gehirnerschütterung abtransportiert werden musste. Und schliesslich hatten auch die Italiener Ferrari und Minozzi Unglück. Der Wagen von Minozzi schoss ins Publikum hinein und verletzte mehrere Zuschauer. Man wird sich erstaunt nach den Ursachen dieser verschiedenen Stürze fragen, nachdem gerade jetzt die maximale Sicherung von Fahrern und Publikum zum Hauptproblem für die Organisatoren geworden ist. Bekanntlich machen sich ja allerorts Bestrebungen bemerkbar, alles zu unternehmen, um die Gefahren auf ein Minimum zu reduzieren. Der Hauptspielverderber war in Alessandria das Wetter. Wie schon 1933, regnete es auch "/smal in Strömen, so dass die Piste wegen (A Schleudergefahr sehr gefährlich wurde. ie Rundstrecke ist schon an und für sich nicht besonders ideal; vor allem happert es auch mit der Breite. Der Regen weichte zum Teil die Bahn derart auf, dass die Wagen durch einen wahren Morast fahren mussten. So waren natürlich alle Bedingungen geschaffen, um Unfälle hervorzurufen. Auch die Organisation klappte nicht ganz so, wie man es in Italien sonst erwarten kann. Von einer Absperrung war nicht viel zu sehen. Das Publikum hielt sich für kompetent genug, selbst die Strassenbreite zu bestimmen und stand ungeniert am Rande der Bahn. Alle diese Umstände wirkten zusammen mit, dass der Anlass von Alessandria nicht zur würdigen Fortsetzung der glänzend organisierten und zwischenfallsfrei verlaufenen ersten Rennen dieses Jahres wurde. Hoffen wir, dieser erste Unglückslauf sei auch der letzte, und die Organisatoreh aller übrigen Rennen werden angesichts der Bilanz von Alessandria ^ch erst recht dazu aufraffen, alles zu tun, .n für ihre Veranstaltung ein Maximum an Sicherheit garantieren zu können! Das Training. Das Training verlief ohne grössere Störungen und Hess ein interessantes Rennen voraussehen. Bekanntlich sollte es in Alessandria zum ersten Zusammentreffen der neuen Alfa Romeo- und Maserati-Wagen kommen. Chiron und Varzi einerseits und Nuvolari anderseits waren die Konkurrenten, denen die neuen Maschinen anvertraut waren und auf deren Kampf man weit über Italien hinaus gespannt war. Beim Training trat Nuvolari besonders hervor. Er fuhr einige äusserst schnelle Runden und ging jedenfalls bedeutend mehr aus sich heraus als Varzi und Chiron. Die aktivsten Fahrer waren neben den drei erwähnten Favoriten noch Tadini von der Scuderia Ferrari, der Franzose Delmot, die Scuderia Siena-Fahrer Minozzi und Soffietti, das Mitglied der Scuderia Balestrero, Biondetti, der Tessiner Pedrazzini, Trossi von der Scuderia Ferrari und Cecchini. Die Schweizer Rüesch und Maag hatten — heute möchte man sagen: glücklicherweise — Pech, da sie über die Bahn hinausschössen und die Maschinen beschädigten. Im übrigen erfuhr man noch beim Training, dass die Organisatoren angesichts der überaus grossen Fahrerbeteiliguns: sich mit dem Gedanken eines Hoffnungslaufes trugen. Der R. A. C. I. lehnte den Plan jedoch ab, da dies eine grundlegende Aenderung des Reglementes bedeutet hätte. Die Verlosung ergab dann folgende Starts in den beiden Gruppen: I. Gruppe: Beocaria L. (Maserati 2300); Chiron L. (Alfa Romeo 3000); Tadini M. (Alfa Romeo 2600); Comotti G. (Alfa Romeo 2600); Biondetti C. (Maserati 3000); Ferrari G. (Maserati 2600); Soffietti L. (Alfa Romeo 2600); Pedrazzini C. (Maserati 3000); Camandona R. (Bugatti 2300); Delmo A. (Bugatti 2300); Alloati G. (Bugatti 2300); Nuvolari T. (Maserati 3000); Giussani E. (Alfa Romeo 2300); Pietseh P. (Alfa Romeo 2600); Rovere L. (Alfa Romeo 2600); Cecchini R. (M.G. 1100). II. Gruppe: Valpreda F (Alfa Romeo 2600); Varzi A. (Alfa Romeo 3000); Troesi C. (Alfa Romeo 2600); Piccolo AUTOMOBIL-REVUE C. (Talbot 1500); Corsi S. (Maserati 2600): Casareto U (Maserati 1500); Minozzi G. (Alfa Romeo 2300); Penati M. (Alfa Romeo 1750); Farina G. (Alfa Romeo 2300); Scarnera G. (Busratti 2300); Malaguti (Maserati 1100); Paces L. (Alfa Romeo 2300); Gianni B. (Alfa Romeo 2600); Bonetto F. (Alfa Romeo 2600); Penn Hughes Clifford (Alfa Romeo 2600). Das Rennen. Ein trüber Regenhimmel versprach am Sonntag nicht viel Gutes. Aus grauen Wolken fiel dichter Regen und weichte die Bahn unangenehm auf. Die Aussichten auf ein interessantes Rennen schwanden zusehends dahin. Dafür begann man sich um das Schicksal der Fahrer langsam Sorge zu machen. Das Publikum leistete trotz dem Wetter treue Gefolgschaft und belagerte die ganze Rundstrecke in dichten Reihen. Die in Alessandria erstmals startenden neuen Alfa Romeo wollte man sich nicht entgehen lassen. Nachmittags traten die Fahrer des ersten Vorlaufes zum Starte an. Sie mussten 64 km auf der 8 km langen Bahn zurücklegen. Kaum war der Start für die erste Gruppe freigegeben worden, als sich schon eine leichte Ueberlegenheit von Chiron mit seinem neuen Alfa Romeo bemerkbar machte. Leider zeigten auch schon die ersten Minuten die Tücken der Rundstrecke von Alessandria. Der Wagen des Italieners Ferrari geriet in Brand, glücklicherweise ohne den Konkurrenten, der noch abspringen konnte, zu verletzen. Bedeutend schwerer war das über den Tessiner Pedrazzini hereingebrochene Unheil. Der Schweizer geriet ins Schleudern und prallte gegen ein Strassengeländer, das er vollkommen wegrasierte. Die Maschine schoss über das Strassenbord hinaus und Pedrazzini musste von den Sanitätern in bewusstlosem Zustand wegtransportiert werden. Ein Beinbruch, ein Schädelbruch und mehrere Rippenbrüche waren die fatalen Folgen des Sturzes. Da die gebrochenen Rippen die inneren Organe verletzt hatten, konnte der junge Mann nicht mehr gerettet werden. Nach zwei Stunden hauchte Pedrazzini sein Leben aus. Der neue Das Duell zwischen Chiron und Nuvolari kam nie recht in Schwung. Ganz wider Erwarten zeigte Nuvolari keine ausserordentliche Leistung. Chiron beendete trotz des schlechten Wetters das' Rennen mit dem Durchschnitt von 136,1 km/St, als Erster, während sich Nuvolari (Maserati) hinter Tadini (Alfa Romeo) mit dem 3. Platz zufrieden geben musste. Die schnellste Runde hatte Chiron mit 140,4 km/St, zurückgelegt. Der zweite Vorlauf ergab keine grossen Kämpfe. Von Anfang an stand der Sieg von Varzi auf seinem neuen Alfa Romeo sicher. Der Italiener zeigte sich trotz der schwierigen Fahrverhältnisse in bester Verfassung. Sein Stallgenosse Trossi auf Alfa Romeo konnte ihm allein nachfolgen, die andern Konkurrenten mussten sich mit den hintern Plätzen zufrieden geben. Varzi fuhr die schnellste Runde mit 138,9 km/St. Zum Endlauf waren je die ersten fünf Konkurrenten der Vorläufe zugelassen. Das Finale führte über 15 Runden, demnach über 120 km. Das Publikum war aufs Höchste gespannt, da sich nun hier das Duell Maserati-Alfa Romeo entscheiden musste. Kurz nach 4 Uhr wurde der Start freigegeben. Die Scuderia-Ferrari- Mannschaft Chiron, Varzi, Trossi und Tadini einerseits und der Einzelfahrer Nuvolari anderseits hielten sofort die Spitzengruppe. Nur mit geheimem Bangen sah man, wie die Konkurrenten in die äusserst glitschigen Kurven einbiegen mussten. Nicht lange ging's, so wurde ein neuer Unfall gemeldet. Der Alfa Romeo von Minozzi geriet in einer Kurve ins Schleudern und drang ins Publikum ein, so dass mehrere Zuschauer verletzt liegen blieben. Eine ganze Anzahl Personen mussten unverzüglich nach dem Spital verbracht werden. Leider wurde auch Nuvolari ein Opfer der schlechten Strasse. Der Mantuaner hatte selbstverständlich gegenüber der Scuderia - Ferrari - Mannschaft einen schweren Stand. Mitten in einem Vorstoss kam seine Maschine ebenfalls ins Schleudern. Der Maserati wurde aus der Bahn getragen und Nuvolari blieb verletzt liegen.' Durch den Unfall Nuvolaris war dem Rennen sein Hauptreiz genommen worden. Der Endlauf konzentrierte sich auf einen Kampf zwischen den Piloten der Scuderia-Ferrari. Varzi und Chiron hielten abwechslungsweise die Spitze. Varzi beendete dann die «private» Auseinandersetzung mit einem neuen Sieg, und Chiron kam an die 2. 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Mit Carlo Pedrazzini, dem 25jährigen Tessiner Rennfahrer, verliert der schweizerische Autosport eine seiner schönsten Hoffnungen. Schon seit einigen Jahren machte sich der junge Locarnese bei den schweizerischen Bergrennen bemerkbar, und mehr als einmal konnte er auch einen schönen Sieg verbuchen. Angefeuert durch seine wachsenden Erfolge — von denen sein grösster die zweitbeste Tageszeit am Monte Ceneri geblieben ist —, entschloss er sich zu Anfang dieses Jahres, sich auch über die Landesgrenzen hinaus zu wagen. Sein erster Versuch in dieser Saison hat ihm den Tod gebracht! Wir stehen an der Bahre eines hoffnungsvollen jungen Mannes, eines Pioniers des unabänderlichen technischen Fortschrittes. Schon 1930 startete der damals 21jährige Fahrer auf einem Fiat 1500 ccm als Amateur. Beim Bruch- und beim Rheineck—Walzenhausen-Rennen vermochte er die Klassensiege zu erringen. 1931 zog sich Carlo Pedrazzini fast ganz vom Autosport zurück, um sich seiner Ausbildung zu widmen. Auf einem Studebaker holte er sich damals in Rheineck- Walzenhausen die beste Zeit der grössten Tourenwagen. Letztes Jahr schloss er dann an der Eidg. Technischen Hochschule in Zürich mit ausserordentlich grossem Erfolg als diplomierter Architekt ab. Qewissermassen zur Belohnung gönnte er sich darauf mit seinem Maserati einen Start beim Ceneri- Rennen, und, wie erwähnt, schloss er hier zum allgemeinen Erstaunen als Zweitbester ab. In der Zwischenzeit war er nur gelegentlich auf seinem Maserati 2000 ccm anzutreffen. Das Les Rangiers-Rennen 1932 gewann er wieder als Klassensieger, und auch beim Klausen schnitt er erfreulich gut ab. Zu Beginn dieser Saison verband er sich mit der neugegründeten Scuderia Siena- Grosch in Como. Mit seinem neuangeworbenen Maserati 3000 ccm trainierte er erst kürzlich auf der Monzabahn, im Hinblick auf die kommenden Kämpfe. Der tragische Sturz vom Sonntag knickte ein Leben, von dem noch viel zu erwarten stand. Auch unser Blatt entbietet den schwergeprüften Hinterbliebenen — bekanntlich ist der Bruder Luigi Präsident der Sektion Locamo des A.C.S. — unser Beileid. Dre schnellste Runde des Tages erreichte Varzi beim Endlauf mit 144,7 km/St. Der neue, in Alessandria bereits beim ersten Start siegreiche Alfa Romeo-Monoposto weicht vom bisherigen Typ P3 in verschiedenen Punkten ab. Durch Vergrössern der Zylinderbohrung von 65 auf 68 mm wurde der Zylinderinhalt von 2564 auf 2904 erhöht. Der Chassisrahmen wurde etwas verkürzt und zudem versteift und erleichtert. Auch die Hinterradbremsen haben Vervollkommnungen erfahren. Mit seiner grösseren Leistung und höheren Stabilität ist der Wagen bedeutend schneller geworden. Ausser durch die schon erwähnten Verbesserungen wurde die Stabilität beim neuesten Typ auch durch eine neukonstruierte Lenkung erhöht. Bei 5500 Touren soll der neue Motor 240 PS, d. h. 20 PS mehr als der bisherige Achtzylinder, entwickeln. Die Resultate. 1. Vorlauf: 1. Chiron (Alfa Romeo) 64 km: 28 Min. 11,8 Sek. (Mittel: 136,186 km/St.). 2. Tadini (Alfa Romeo) 28:42. 3. Nuvolari (Maserati) 29:23. 4. Comotti (Alfa Romeo) 2953,8. 5. Soffietti (Alfa Romeo). 6. Biondetti (Alfa Romeo). 7. Rovere (Alfa Romeo). 8. Beccaria (Maserati). 2. Vorlauf: 1. Varzi (Alfa Romeo) 64 km: 28 Min. 43,8 Sek. (Mittel: 135,226 km/St.). 2. Trossi (Alfa Romeo) 28:99,6. 3. Penn Hughes (Alfa Romeo) 29:57,4. 4. Minozzi (Maserati) 29:58,4. Schlusslauf: 1. Varri (Alfa Romeo), 120 km: 52 Min. 36 Sek. (Mittel: 136,882 km/St.). 2. Chiron (Alfa Romeo) 52:37,2. 3. Tadini (Alfa Romeo) 54:27 4. Comotti (Alfa-Romeo) 55:02. 5. Penn Hughes (Alfa Romeo).