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E_1934_Zeitung_Nr.046

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13 AUTOMOBIL-REVUE

13 AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N°46 Bunte Chronik Die bestbezahlte Advokatin der Welt. Die bestbezahlte Advokatin der Welt, die sogar höhere Honorare vereinnahmt als ihre männlichen Berufskollegen, dürfte die amerikanische Advokatin Fanny Holtzmann sein. Sie hält sich gegenwärtig in London auf, denn vor kurzem erst hat sie einen sensationellen Prozess in der Themsestadt ausgefochten. Sie war nämlich der Rechtsbeistand der Prinzessin Jussupoff in dem Prozess, den diese gegen eine Filmgesellschaft führte. Es handelte sich dabei bekanntlich um jenen « Rasputin »-Film, in dem die Rolle der Prinzessin nicht den historischen Tatsachen entsprach. Die Advokatin hatte ihrer Partei einen Schadenersatz von über 400.000 Fr. erstritten. Selbstverständlich erhält sie dafür auch ein aussergewöhnlich hohes Honorar. Nun hört man, dass dieselbe Advokatin noch mehrere Prozesse dieser Art anstrengen will, und zwar in den Ländern, in denen der Film bisher gezeigt worden ist, vor allem in Frankreich, Amerika, Spanien und Italien. Eine so viel beschäftigte Frau wie diese Advokatin lässt sich ihre Zeit auch teuer bezahlen. Sie unterhält Büros nicht nur in New York, sondern auch in Hollywood und London. Mit der Zeit hat sich diese Frau auch eine Spezialpraxis geschaffen, sie ist allmählich der Rechtsbeistand aller prominenten Bühnen- und Filmkünstler Amerikas geworden. Selbstverständlich sind ihr die amerikanischen Journalisten dauernd auf den Fersen, denn sie gilt als diejenige Person, die am besten Bescheid weiss über alle intimen Einzelheiten des Privatlebens der Stars. Die Advokatin aber fühlt sich nicht nur durch ihr Berufsgeheimnis gebunden, sie zählt auch sonst zu den verschwiegensten Menschen der Welt. Obwohl sie gegenwärtig in London dauernd um Interviews bestürmt wird, weigert sie sich energisch, sich von irgend jemand, sprechen zu lassen, der sie nicht in ihrer Berufseigenschaft aufsucht. Einige besonders gewitzte Journalisten versuchten es, unter der Maske von Klienten Zutritt zu finden, aber die Advokatin erkannte bald, wen sie vor sich hatte, und verHess fluchtartig das Sprechzimmer. Seit diesem Vorfall ist sie noch misstrauischer geworden und es ist praktisch unmöglich für einen Fremden, sie zu sprechen. las: zu einem originellen Trick. Es wurde angekündigt, dass der Roman einen einzigen, absichtlich herbeigeführten, aber sehr geschickt verborgenen Druckfehler aufweisen würde. Wer ihn als erster entdecke, habe Anspruch auf einen Preis von 30,000 Dollar. Kaum war der Detektivroman im Buchhandel erschienen, als ein wahres Druckfehlerfieber die Leserschaft des Landes ergriff. Alles suchte nach dem verborgenen Fehler; er bildete den Gesprächsstoff bei allen geselligen Zusammenkünften. Das Buch fand reissenden Absatz. Innerhalb einer Woche wurden nicht weniger als .150,000 Exemplare verkauft. Es dauerte volle vier Wochen, bis sich der erste glückliche Bewerber meldete. Er hatte tatsächlich den genial verborgenen Fehler auf der vorletzten Seite entdeckt und damit den Preis von 30,000 Dollar gewonnen. Der Gewinner ist ein zwanzigjähriger arbeitsloser Mechaniker, der das Geld sehr gut brauchen kann. Er hat seinen Erfolg übrigens nicht einem blinden Zufall zu verdanken, sondern dem Umstand, dass er ganz planmässig zu Werke gegangen war. Er las jeden Tag nur ganz wenige Seiten, « siebte > aber sorgfältig jedes Wort, bis er endJich das gesuchte fand. Er will Lepra. Sensationelle Mitteilungen über den Charakter der gefurchtsten Lepra und ihre Heilung macht der Costariquenser Arzt Dr. Aniceto Montero, der sich zur Zeit auf der Rückkehr vom Panamerikanischen Medizinerkongress in Caracas aufhält. Die Lepra, so erklärte Dr. Montero, sei nicht ansteckend und könne nur durch Vererbung erworben' werden. Er selbst habe sich wiederholt zu infizieren versucht, ohne dass ihm dies gelungen sei; und wolle sich nunmehr in der Leprastation Cabo Blanco Blut eines im letzten Stadium befindlichen Leprakranken einspritzen lassen, um seine Behauptung endgültig zu stützen. Des weiteren habe er ein Präventivmittel gefunden und werde in kurzem die Anwendung dieses Mittels, das im wesentlichen aus einem unter dem Namen Rucu oder Achiote bekannten Kraut bestehe, in einer Arbeit veröffentlichen. Dr. Montero betrachtet übrigens auch die Tuberkulose als r Erbkrankheit. Nochmals „Ecke des guten Beispiels tt Trotzdem wir unsere «Ecke des guten Beispiels » offiziell schon vor einigen Wochen ateuschliessen gedachten, sind in der Zwischenzeit wieder verschiedene Zuschriften in unsern Besitz gelangt. Sie befassen sich wieder mit den Problemen der Verkehrssicherheit und des anständigen Verhaltens auf der Strasse und wollen ebenfalls zur Hebung guter Verkehrssitten beitragen. Es sei ihnen deshalb nochmals Platz eingeräumt: Unterrichte die Unterrichtenden! «Hallo, Waltet, willst Du mitfahren?», so rief ich dem auf der Strasse einsam dahingehenden Fussgänger, einem jungen Lehrer in dem kleinen Dörfchen an der verkehrsreichen LanrJstrasse, zu. Dieser Hess sich nicht zweimal einladen' und setzte sich mit lebhaften Dankesbezeugungen au mir. Unser Ziel war der nächste Hauptort des Bezirkes. «So», meinte ich,

N° 46 - 1934 AUTOMOBIL-REYUE 19 EP/O^ID Die unverstandene Frau Von Arthur Kahane. I. Diagnose. Erstes Symptom: sie langweilt sich. Ihr Mann hat etwas zu tun, sie nicht. Ihr Mann hat zu wenig Zeit, sie zu viel. „Die Glückliche! Sie hat Zeit. Wie ist sie zu beneiden! Weiss sie denn nicht, dass, was den meisten Menschen zum Glücke fehlt, die Zeit ist? Was Hesse sich alles anfangen, wenn man Zeit hätte! Warum fängt sie mit ihrer Zeit nichts an? Was soll sie denn mit ihrer Zeit anfangen? Wenn sie das wüsste! Alles. Man kann träumen. Man kann denken Man kann lesen. Man kann arbeiten. Man kann geniessen. Träumen? Sie hat als Mädchen genug geträumt. Denken? Aber was? Lesen? Die dummen Bücher. Arbeiten? Dazu hat sie nicht geheiratet. Geniessen? Es ist doch alles so langweilig. Jetzt wird der Fall schon klarer. Wie nennt man einen Menschen, der keine Phantasie hat zu träumen, keine Gedanken zu denken, kein Verständnis zu lesen, keine Lust zu arbeiten und kein Talent zu geniessen? Als Arzt hat man die Verpflichtung zu ungalanter Grobheit. Entweder unbegabt oder faul. Am richtigsten beides. Langweile ist immer ein Zeichen versagender Energie, unzulänglichen Talents und mangelnder Fülle. Da wundert sie sich, dass ihr Mann sie nicht versteht? Was soll er denn an ihr verstehen? Ihre Leere? Fülle, die nicht da ist, ist Leere. Was ist an der Leere zu verstehen oder ^eht zu verstehen? • Zweites Symptom: sie ist enttäuscht. Sie hat sich das anders vorgestellt. Sie hat sich als Mädchen die Ehe viel schöner geträumt. Was hat sie sich eigentlich 1 vorgestellt? Was hat sie sich als Mädchen von der Ehe erträumt? Das kann sie nicht sagen. Das weiss sie nicht. Nichts Bestimmtes. Nur so im Allgemeinen. Aber sehr süss war es. Das ist es eben. Wer keine wirkliche Phantasie hat, der hat sich nie etwas Bestimmtes vorgestellt und immer nur vage geträumt. Eigentlich kann er sich gar nichts vorstellen und kann gar nicht träumen, sondern gibt sich nur einer vagen Stimmung willenlos hin. Und gegen die soll irgendeine Wirklichkeit aufkommen? Dann verlangt man von der Wirklichkeit, dass sie etwas erfüllen soll, das es gar nicht gibt, das nicht einmal in der Vorstellung vorhanden war. Oder hat sie sich am Ende das so -vorgestellt, dass ihr Mann gar nichts anderes zu tun hat als den ganzen Tag mit seinem Täubchen zu turteln? Um Gottes willen, das erst recht nicht. Das wäre ja noch ärger. Das wäre unerträglich. Immerfort mit einem und demselben Menschen Zusammensein! Immerhin scheint der Begriff Ehe mit dieser Vorstellung nicht ganz unvereinbar. Sie muss sich die Sache jedenfalls nicht ganz anders vorgestellt haben. Es wäre ihr demnach ebenso unerwünscht, wenn ihr Mann Zeit für sie hätte, wie es ihr unerwünscht ist, dass er keine Zeit für sie hat. Sie weiss also selber nicht, was sie will. Aber darin wünscht sie, begriffen zu werden. Drittes Symptom: sie ist unglücklich. GUMMIMATTEN praktisch, hygienisch, dauerhaft und farbenfroh ©£;(ß)oeßAtatt,Sürkfi Uraniastrasse 27 Q u m m I - und A s b e s t w a r e n IN LAUSANNE STEIGEN SIE.IM HOTEL EXCELSIOR ab. Avenue «Juste-Ollvler (5 Min. vom Bahnhof). Teleph. 24.716 - Zimmer mit fliessendem Wasser, Frühstück und Bedienung inbegriffen, Fr. 5.50 pro Person. Restauration. Gewiss, denn zum Glück gehört Talent. Nicht bloss das Talent zum Glück, sondern Talent im allgemeinen. Zu allen Positionen gehört Talent. Negieren ist talentlos. Um zum Leben ja zu sagen, die Schönheiten des Lebens und der Welt zu entdecken, das setzt Begabung voraus, ein begabtes Auge, das schauen kann, Fingerspitzengefühl, innere Kräfte, innere Arbeit, Bewegtheit, eine Fülle innerer Assoziationen, die auf die äusseren Eindrücke zu reagieren verstehen. Wer gegen das Glück des Lebens und seiner Schönheit stumpf zu bleiben vermag, ist talentlos. Wer sich, selbstbesessen, nicht über seine kleinen Wünsche und Prätentionen an das Leben zu erheben vermag, ist talentlos. Wer sich nicht mit dem Leben und mit anderen Menschen zu beschäftigen weiss und nur auf dem einen besteht, dass man sich mit ihm beschäftige, der ist talentlos. Und es ist talentlos, neben einem Manne hinzuleben, er sei, wie er sei, und nicht einmal den Versuch gemacht zu haben, ihm sein Wesentliches abzugewinnen. Wer sich nicht selbst bemüht, seinen Nächsten zu verstehen, kann nicht ver- dann kommt sie auch. Nicht jeder, der für die Liebe begabt ist, ist auch für die Ehe begabt. Aber der für die Liebe Unbegabte ist es auch für die Ehe und wird unglücklich. Viertes Symptom: die unverstandene Frau ist' interessant. Ich finde zwar, dass, wer sich langweilt, vor allem auch den andern langweilt, und ich weiss nicht, warum man übereingeköm-* men ist, das Langweilige interessant zu nennen. Aber sie kommt sich, in ihrem wählt. Als Ergänzung für die von der Mode Unglück, nun einmal interessant vor, undfür den Sommer prophezeite Senf färbe, die darum gilt sie auch dafür Sie trägt den man in Leinen, Krepp und leichtem Tweed leidenden Gesichtsausdruck, die interessante tragen wird, sind die oberwähnten Schminken die einzig mögliche Ergänzung. Blässe, den interessanten Augenaufschlag und den schmerzlichen Zug um die Mund- Eine der modernsten Nuancen ist ein Braun winkel, das traditionelle Kostüm der Unverstandenen, und es steht ihr gut. Ihre Zunge sitzt ziemlich locker, und es ist nicht allzu schwer, sie dahin zu bringen, dass sie den- Schleier von dem noch nie enthüllten Geheimnis ihres Frauenschicksals fortzieht und den Fremden in das Martyrium ihrer Seele hineinsehen lässt. Sie lässt recht tief hineinsehen und kann es nicht oft genug hören, dass sie, wie alle Frauen dieser Art, anders als alle anderen Frauen ist. Sie hat offenbar doch mehr Bücher gelesen, als sie zugibt. Fünftes Symptom: sie braucht Mitgefühl. Das Bekenntnis hat sie sichtlich erleichtert. Mitleid tut wohl. Verdient sie es nicht? Ist ihr Geschick nicht das Beklagenswerteste von allen? Ist es nicht unerhört, was die Dulderin leiden muss? Sie könnte Dinge erzählen, o Dinge! Sie tut es nicht, weil sie zu schamhaft ist. Weil sie MESSALLA macht schlank l Em ganz vortreffliches Mittel zur lokalen Entfettung ist Messalla-Cream. Bei einem täglichen Zeitaufwand» von. nur. 10 Min. schwinden Fettpolster an beliebigen Körperteilen in kurzer Zeit, ohne dass die Haut schlaff und runzlig wird. Sie eihält im Gegenteil schon nach der ersten Behandlung ein straffes, gesundes Aussehen. — Zu beziehen, bei Wilma v. Travers, Zürich, Bahnhofstrasse 94. Telephon 57.451. Erstklassige Fusspflege, Gesichtspflege m. Hormonverfahren, Kosmetik,Höhensonne. Sitzung Fr. 2.—. Staatl. dipL u. konzessioniert. niemanden anklagen will. Schliesslich erzählt sie die Dinge, o Dinge, doch! Immerhin, Fuhrknechte würden erröten. Ein Beichtvater nicht so leicht. Der ist das gewöhnt. Und keinen Mensche zu haben, dem man sich anvertrauen darf. Es ist so schmerzlich, mutterseelenallein im Leben zu sein. Und von keiner mitfühlenden Seele verstanden zu werden. Das kommt davon, wenn man unter seinem Niveau ... Wenn ein Mann so tief unter einem steht, statt dass man zu ihm hinauf blicken könnte! Er hat natürlich keine Ahnung, was in der Seele einer Frau vorgeht. Er hält sie für restlos glücklich. Bloss weil er ihr den bescheidenen Wohlstand (Toiletten, Auto, Sommerreise, Wintersport) schafft, ohne den sie nicht leben kann. Woher sollte er auch eine Ahnung haben, was in ihr vorgeht? Er hat ja nur Sinn für seine langweiligen Geschäfte (Fabrik, Geschäft, Patienten, Bücher, Bilder). Und gar keinen für die höheren Bedürfnisse einer Frauenseele. Die hungernde Arme! Schwer unterdrückt sich die Frage: cPardon, gnädige Frau, was geht eigentlich in ihrer Seele vor? Und ist Seele auch wirklich der entsprechende Ausdruck für das?» (Schluss folgt.) Kleiderfarbe und Schminken Kleopatra und Frau Tutankhamen waren gut dran. Ganz egal, ob ihr Staatskleid rot, grün oder gelb war, sie griffen nach dem Karmintiegel, strichen Wangen und Lippen rot an und fertig. Heute aber ist das Ver- langen, von ihm -verstanden zu werden. Kann sie dafür, dass die grosse Liebe ausgeblieben ist? Gewiss, denn sie hat sie ein ganz anderes, sehr kompliziert und noch hältnis zwischen Schminke und Kleiderfarbe nicht bloss für den einen nicht, sie hat sie mehr raffiniert, Vielleicht ist es gut, vielleicht überhaupt nicht. Bei dem ist sie ausgeblieben, bei einem andern wäre sie einge- die Sache ungefähr so aus: hilft es so mancher Frau. In der Praxis sieht schlafen. Mit der Liebe ist es wie mit dem Glück, man hat sie oder man hat sie nicht, Die Farbe der Schminkpräparate, also des sie wird einem nicht von aussen herangebracht, und wenn man die Kraft dazu hat, Puders, Rouge und des Lippenstiftes soll mit der primären Farbe des Kleides harmonieren. Grün und Braun enthalten Gelb. Die Schminke muss also eine Mischung von Rot und Gelb sein, wodurch ein feuriges Rot erzielt wird, das heute unter dem Namen «capucine» bekannt ist. Bananengelber Puder ergänzt logischerweise dieses Farbschema, vor dem niemand zurückzuschrecken braucht. Andere Farbtöne sind zu Grün und Braun unmöglich. Die Augenlider, die von der Mode heute zuro.Teil gefärbt vorgeschrieben sind und wie "matfes Wachs leuchten müssen, werden zu dem gelbroten Schminkton bronzefarben ge- in der Farbe reifer Mispeln. Auch diese Farbe erheischt Schminke mit Orange und Puder in der Farbe der Bananen oder Marillen. Ohne die Ergänzung dieser lebhaften und etwas gewagten Farben wirkt das Braun trist und schmutzig. Wer's nicht glaubt, lasse sich von einem Maler beraten. Sie wollen wissen, welche Ergänzung zu den hellblauen Tönen gehört und zu der ganzen Skala lichter Pastellfarben, die von der Idee des Sommers untrennbar sind, wie es mit reinem und schmutzigem Weiss, Spagatfarbe und Rot aussieht? Und nicht zuletzt mit Schwarz! Dunkelblau, nach dem einstimmigen Votum von Paris und London die Farbe, die man mit Begeisterung trägt, verlangt eine ganz andere Schminknüance. Der Widerschein ist ein bläulichblasser Schatten, auf dem alle flammendroten oder orangegetönten Schminken ins Grünliche spielen würden. Zu Dunkelblau also gehört Karmin- oder Pelargoneienrot, welch letztere Farbe im internationalen Handel unter dem englischen Namen Geranium bekannt ist. Hellblaue Töne wirken am besten im Einklang mit Geraniumrot, das nicht so vulgär wirkt wie Karmin. Möglich und sogar sehr hübsch sind in diesem Falle hartrosa lackierte Nägel, während dieser Nagellack sonst leicht abstossend und billig aussieht. Korrekt sind perlmutterrosa angehauchte Nägel, die zu allen Pastelltönen passen, nur nicht zu Gelb, das wiederum Orange- oder Geraniumrot erfordert. Zu dem graublauen Kopenhagener Blau sieht ein sattes Geraniumrosa sehr gut aus. Dasselbe gilt für. Mandelgrün. Schwerer ist es, eine zu Rosa passende Nuance zu finden. Zu einem gelblichen Rosa passt ein sehr dunkles Orangerot, das in Paris, London, Amerika und auch sonst unter der Bezeichnung «sunset» gehandelt wird. Zum bläulichen Rosa gehört ein dunkles Karmin. Auch zu Violett passt Karminrot. Orange und Violett bilden eine unerträgliche Dissonanze. Zu Weiss sind alle Töne mit Ausnahme von Karmin richtig. Viel hängt dabei von den Akzessorien, der Handtasche, dem Gürtel, den Schuhen, dem Hut usw. ab. Natürlich wird niemand zu einem geraniumroten Gürtel karminrote Nägel tragen! Schmutzigweiss, Hanffarben und Semmelblond sehen mit Orange am besten aus. Dies wären in grossen Umrissen die Regeln, die Ihre eigene Finesse ergänzen muss. Die Herstellung der richtigen Nuance ist bei der Reichhaltigkeit der Palette jeder Schminkfirma eine Kleinigkeit. Rosa Puder ist ein für allemal passe. Blaue, grüne oder gar schwarze Augenlider sind unmöglich. In den Pariser Kollektionen sieht man: — dreiviertellange, lose Mäntel in weitem Kimonoschnitt. Sie haben oft einen kleinen Kragen, der durch einen Clips zusammengehalten wird; manchmal werden Sie durch drei grosse Knöpfe geschlossen. — ausgestopfte Vögel als Garnierung von Abendkleidern. Eine weisse Möve breitet ihre Flügel über die Brust eines schwarzen Abendkleides, zwei blaue Wellensittiche sitzen auf den Schultern eines blauen Abendkleides. — ein kurzes Abendcape aus rosa Rosen. — sehr weit geschnittene Strandanzüge, Jacke und Hose sehr lose und lang, fast sehlotternd. —' wieder raschelnde Taftunterröcke unter Abendkleidern, Taille und Taft für Blusen, Jacken, Kostüme und Abendkleider. — einen Hut, Stil «Heilsarmee», der mit einem Band unter dem Kinn gebunden wird. Er ist mit zwei Blumensträusschen geschmückt: das eine-sitzt rechts am Kopf, das zweite unter dem Kinn an dem Knoten der Schleife. — häufig kurze Boleros. — Taft- oder Organdikleider für den Abend, welche hinten mit so riesigen Schleifen geschmückt sind, dass sie die Figur auf beiden Seiten überragen. — Strohknöpfe für Sportkostüme. — Cocktailkleider, welche bis zum Knöchel reichen und etwas längere Sportkleider als in den letzten Jahren. Cellophan in verschiedenen Formen, in Wollstoff eingewebt, als Gürtel verarbeitet, als Band für Schals und Abend Jäckchen. — Pailettenstickereien aller Art auf Organdi und Pique. — einen Mantel, dessen Aermel ganz aus stachligen Pailetten bestehen, die wie eine Art gläserner Pelz wirken. — sehr grosse, flache Spitzenhüte oder Hüte aus bedrucktem Musselin oder Organdi. angenehm riechend, macht die-Haut geschmeidig, bräunt u. schützt v Sonnenbrand, MED A.-G. BIEL-BIENNE ORIOINALFLACON Fn2." IN APOTHEKEN, DROGERIEN, PARFUMERIEN u. COIFFEURGESCHÄFTEN ERHÄLTLICH