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E_1934_Zeitung_Nr.046

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N» 46 Der N.A.W.-Patent-Auspufftopf Ist der beste für alle Exploslone>Motoren Lasieren Sie sich &lfcn

N»4« -1954 LUFTFAHR Fokker Ober den amerikanischen Flugzeugbau. ra. — Bekanntlich hat der holländische Flugzeug-Konstrukteur Fokker unlängst die Rechte für den Bau der amerikanischen Douglas- und Lockheed-Schnellflugzeuge erworben. Dieses sein Vorgehen wurde vielfach mit Kopfschütteln aufgenommen. Selbst manche Fachleute wollen es immer noch nicht wahr haben, dass Amerika Europa im Bau von Verkehrsflugzeugen heute überlegen ist. Nicht weniger gerissen denn als Flieger und Konstrukteur ist jedoch Fokker als Kaufmann. Ueber die zahlreichen Gründe, die ihn zum Erwerb der amerikanischen Lizenzen bewogen haben, äusserte er sich kürzlich im englischen «Aeroplane» in einem Interview ungefähr wie folgt: «Seit jeher hatte ich die Leidenschaft, meine Flugzeuge äusserlich möglichst gut zu glätten. Nachdem ich jedoch Douglasund Lockheed-Maschinen gesehen hatte, musste ich mich fast schämen, dass meine Konstruktionen jemals meinen Namen getragen haben. Die Bau-Lizenzen der amerikanischen Maschinen sind das ausgegebene Geld mehr als wert. So, wie das Douglas-Verkehrsflugzeug heute dasteht, hat es an Entwicklungskosten etwa 154 Millionen Franken gekostet. Selbst wenn ich über einen gleich grossen Betrag zur Entwicklung eines neuen Typs verfügen könnte, vergingen mindestens zwei Jahre, bis ich etwas Aehnliches herausbrächte.» «Uebrigens» — fügte Fokker bei — «habe ich mit den Lizenz-Rechten nicht nur die Kenntnis erworben, wie ein Flugzeug beschaffen sein muss, um mit relativ geringer Motorleistung so hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, sondern auch alle die unzähligen .Tricks und Erfahrungen rationellster Fabrikation. Es kann einen Techniker mit Begeisterung erfüllen, wenn er sight, wie raffiniert ausgeklügelt fast alle fabrikatorischen Details sind, welche sinnreichen SpezialweTkzeuge und Vorrichtungen die Amerikaner zum rationellen Bau ihrer Maschinen erfunden haben. Das Mittelstück des Flügels, das bei uns zwischen den beiden Holmen Hegt, besteht z. B. bei den amerikanischen Maschinen aus einem einfachen Kasten aus Leichtmetallblech, an welchem die Flügel- Eintrittskante und die Austrittskante als separate Einheiten auf einfachste Art befestigt sind. Der Bau des Rumpfes ist genau so aufregend schön wie die Herstellung von Bierfässern.» «Der für die Lizenz-Rechte ausgegebene Betrag stellt wirklich nur eine bescheidene Entschädigung für die bei der Entwicklung der Apparate aufgewandte Gehirnarbeit dar. In unzähligen Versuchen, darunter solchen im 320 km/St.-Windkanal der Universität von Kalifornien, wie er in ganz Europa nicht aufzutreiben ist, wurde die Geschwindigkeit der Maschinen Kilometer um Kilometer erhöht. So ergab sich einmal ein wesentlicher Geschwindigkeitsgewinn ausschliesslich dadurch, dass man die Köpfe einer Nietreihe an der Rumpfnase versenkte, statt erhaben ausführte. Selbst die von Anfang an tropfenförmig gestalteten Türgriffe der Kabine wurden im Anschluss an Versuche nochmals umgestaltet Bisher hat man sich Im Flugzeugbau noch viel zu wenig um derartige Details bekümmert. Um die Geschwindigkeit zu erhöhen, erhöhte man— seit dem Krieg an Benzinverschwendung gewöhnt — einfach die Motorleistung. Was würde wohl ein Motorboot-Konstrukteur gegen die Zumutung sagen^ die Geschwindigkeit seines Motorbootes durch zusätzliche, an Auslegern aufgehängte Motoren zu erhöhen? Nur weil man es aber beim Flugzeug nicht wie beim Motorboot spritzen sieht, wenn schlechte Strömungsverhältnisse vorliegen, wird vielfach noch die schauerlichste Aerodynamik angewandt. «Von meinem von vielen Leuten noch so respektvoll betrachteten Flügel habe ich heute nur noch eine geringe Meinung. Die Flügel der Amerikaner gehören zum Schönsten, was ich je gesehen habe. Alle Kräfte werden durch die Metallbeplankung aufgenommen. Man kann die Materialbeanspruchung so allerdings ebensowenig berechnen wie bei meinen Flügeln, aber die schärfsten Prüfungen haben gezeigt, dass die Flügel halten. Die drei leichten Holme und die Rippen dienen faktisch nur noch dazu, um das Metalliblech der Beplankung in der richtigen Form zu halten.» «Hochinteressant ist es, den geeignetsten Elastizitätsgrad der Flügel zu studieren. Eine PERCY WIEDMER GARAGE MODERNE-BASEL A E S C H E N Q R A B E N 13 EINZELBOXEN - GROSSE EINSTELLHALLE AUTOMOBIL-REVUE 9 amerikanische Verkehrslinie hatte viel Umstände mit Maschinen, deren Flügel ungeeignet elastisch waren, weil die Passagiere beständig gegen die Decke geworfen wurden und ihre Skalps beschädigten, wenn man sie bei böigem Wetter nicht festschnallte. Bei den Junkers-Maschinen dagegen, bei welchen die Flügeldurchbiegungen besonders stark sind, kommen solche Missstände wieder gar nicht vor. Bei den Douglas-Maschinen biegen sich die Flügel-Enden maximal etwa 30 Zentimeter durch. In allen Fällen vermindert die Elastizität die Bruchgefahr.> «Die amerikanischen Maschinen haben keine verstellbaren Schwanzflossen mehr. Es hat sich gezeigt, dass sich bei ihrer Geschwindigkeit eine genügend widerstandsfähige verstellbare Konstruktion nicht ausführen lässt und dass der bei den notwendigen Fugen eindringende Luftstrom alles in Stücke reissen würde. Zum Austrimmen der Maschine bedient man sich deshalb kleiner Flettner-Fortsätze an den Höhenrudern.» «Ausserordentlich geschickt haben die Akustiker von Douglas und Lockheed gearbeitet. Als die Kabine durch Wattierung und andere Lärmisolationen schon so geräuschlos geworden war, dass man sich in ihr im Flüsterton unterhalten konnte, fiel einem Akustiker eines Tages das Rauschen des Ventilators auf. Was tat er ? Er baute nicht etwa den Ventilator um, sondern brachte ein System von Orgelpfeifen an* deren Wellenlänge ein Geräusch gab, das das Rauschen des Ventilators auslöschte. Der Auspufflärm des Motors wurde weitgehend vermindert indem lediglich am Auspuffsammeirohr drei Abflussrohre von verschiedener, aber genau abgestimmter Länge angeordnet wurden. Gegenseitige Bekämpfung der Schallwellen, divide et impera ! » «Alle Modernisierungen der Zelle nützen aber nichts, wenn nicht auch die Maschinenanlage gleichzeitig modernisiert wird. Man hat schon mehrfach den Bau eines Schnellflugzeuges ohne verstellbare Propeller verlangt, was aber ebensowenig durchführbar ist, wie der Bau eines Schnellflugzeuges mit Verstellpropellern, aber unmoderner Zelle. Zu der modernen Maschinenanlage gehört auch der untersetzte Propellerantrieb und der Kompressor.» «Diese meine Ansichten sollen keine blosse Reklame für amerikanische Produkte sein. Ich spreche sie aus in der Hoffnung, dass sie andern ebenso nützlich sein werden, wie sie es mir gewesen sind.» Flu^nofizen Schwingungen, die Ursache von Propellerbrüchen. Das amerikan. Bureau of Standards hat festgestellt, dass die Vermutung, Brüche von Metallpropellern würden von Schwingungen verursacht, zutrifft. Von neun untersuchten gebrochenen Metallpropellern wies nur. ein einziger einen Materialfehler auf. Bei den andern war deutlich zu erkennen, dass durch Vibrationen das Material stellenweise ermüdet war, bis es schliesslich zum Bruch kam. ^. Höhenrekord mit Diesel - Fluemotor. Am 11. Mai erreichte der Engländer Penrose auf seinem Westland-Wapiti-Flugzeug, das mit einem Bristod - Phoenix - Motor von 400 PS ausgerüstet war, eine Höhe von 85O0 Meter, was einen neuen Weltrekord für Flugzeuge mit Dieselmotoren darstellt. Der Bristol- Phoenix-Dieselmotor hat 9 Zylinder in Sternanordnung, einen Zylinderinhalt von 28,7 1, eine Normaldrehzahl von 1900 und ein Gewicht von 450 kg. Technisch ist dier Flug besonders deshalb •interessant, weil man bisher die Eignung von Dieselmotoren für Höhenflüge für fraglich hielt. Trotzdem die Luftdichte in der angegebenen Höhe nur ungefähr 40 Prozent derjenigen auf Meereshöhe beträgt und obschon die Lufttemperatur mit 40 Grad unter Null gemessen wurde, arbeitete der Bristol- Phoenix-Motor jedoch absolut einwandfrei. Versuche zeigten, dass die Leistung des Motors mit zunehmender Höhe nur ungefähr halb so rasch wie bei einem Vergasermotor von gleicher Nennleistung abnahm. -s. Offizieller Flugplan 1934. Zum achtenmal hat die Schweiz. Luftverkehrs-TJnion in Zürich den Offiziellen Flugplan herausgegeben. Die darin enthaltenen Zeiten erstrecken sich nicht nur, wie bisher, auf die eigentliche Sommeraaison, sondern bis zum 31. Oktober, dem Beginn des Winterluftverkehrs. Der Flugplan enthält aale wichtigen Angaben über die 12 internationalen und die 7 internen Luftverkehrslinien der Schweiz. Erstmalig sind auch die Tarife für Hin- und Rückflug, für welchen bekanntlich 30% Ermässigung gewährt werden, angeführt. Er enthält ferner wichtige Angaben über die Luftposttarife, die schweizerische Flugtouristik und Alpenflüge, einen Auszug über •die allgemeinen Beförderungsbedingungen, die Luftexpress-Annahmestellen, die schweizerischen Zollflugplätze, den Aero-Club der Schweiz, den Flugsicherungsdienst, Statistisches sowi« Abbildungen bekannter Verkehrsflugzeuge. Der Flugplan kann bei allen Dienststellen, Reisebureaus, Flugplätzen sowie beim Herausgeber gratis bezogen werden. Slu. Autoservice Reparatur-Werkstatt Elektrodienst Pneumatiks Grosstankanlage mit elektr. Betrieb Wagen wasohen Wagen schmieren Oelwechsel Batterie-Service Neulagerung von Motoren Liefern und Einpassen von neuen Kolben fOr Ventilund Schiebermotoren Reparieren und in Stand stellen aller elektrischen Zünd-, Licht- und Anlasseranlagen neue Batterien. 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