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E_1934_Zeitung_Nr.048

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von zehn zivilisierten

von zehn zivilisierten Menschen, ihr missbrauchtes Leben zu erkennen. So fürchten sie denn die Stille, die zu solcher Erkenntnis führt, wie sie den wahren Geist Christi fürchten. Liebe ist still. Geist ist still... Wie liebeleer und sreistesdürr die Zivilisierten im Zeichen des Antichrist wurden, erweist ihnen die Stille, die es der Wichtigtuerei entblösst. Indem sie der Stille entfliehen, laufen sie vor sich selbst davon. Sie betäuben sich im Lärm wie mit einem Narkotikum. Sie sind Säufer des Lärms. Sie leiden am Lärm, aber sie brauchen Lärm. Immer mehr Lärm... Bis zum Delirium. 5. Die Vermutung liegt nahe, dass die Luzifer ergebensten Völker auch seinem Lärm- Delirium am nächsten sind. Die Erfahrung bestätigt es. Amerika ist die Heimat Luzifers, und es gibt tatsächlich kein lärmenderes Volk als die Amerikaner. New York und Chi'kago sind wahrhaft höllische Lärm-Zentren, und es gehören schon die ledernen Trommeltelle dazu, die sich die Yankees angezüchtet haben, um in New York oder Chikago schlafen zu können. Der Fremde fühlt sich in den dünnwandigen, hohen Betonhäusern, die von den Erschütterungen der Untergrundbahn vibrieren, ausserstande, auch nur zwei und zwei zu addieren. Draussen rumpeln die Busse, rasseln die Züge über eiserne Viadukte, kreischen die Trams in rationell engen Kurven. Das Hupen der Autos wirkt in solchem Getöse fast löblich sordiniert. (Es ist ein Missverständnis, die Yankees wegen ihres sparsamen Hupens zu loben: sie schränken Ferien zur See auf den bekannten Dampfern der es ein, weil es im Lärm ihrer Qrossstädte doch kaum vernehmbar ist.) Die City-Strassen amerikanischer Qrossstädte sind zumeist schmal, und der auf ihrer Sohle erzeugte Lärm steigert sich an den Betonmauern der Hochhäuser wie an Resonanzböden. Im Morrison-Hotel in Chikago, das an der lärmendsten Strassenkreuzung der Welt liegt, konnte der Verfasser nicht einmal in der zweiunddreissigsten Etage Schlaf finden. Trotz Wachspfropfen in den Ohren und einem Kissen überm Kopf. Es war wie dem Verdammten in Dantes Inferno, der an eine Glocke geschmiedet ist und ihre Schläge durch seinen Leib dröhnen fühlt. Ins Leitmotiv des Strassenlärms sausten die Hotelaufzüge und krachten die Türen (die schmetternd zuzuschlagen den Yankees als Ausdruck froher Laune gilt). Zum Glück war damals noch nicht jedes Hotelzimmer mit Radio-Empfang ausgerüstet — sonst wäre es dem Verfasser vielleicht nicht anders ergangen als drei Patienten des City-Hospitals, die der Lärm wahnsinnig machte. Um solch teuflisches Fortissimo zu ertragen — ja um sich auch nur in ihm verständlich zu machen — müssen die Amerikaner jenen rücksichtslosen Eigenlärm erzeugen, mit dem sie sich auch in der Fremde als auserwähltes Volk Luzifers legitimieren. Der «good feljow», der schreiend über sein Liebesleben berichtet und einen dabei knallend auf den Rücken schlägt, ist der Normaltyp, den amerikanische Grossstädte züchten. Ihm entsprechen die überaus geräuschvollen amerikanischen Frauen und Mädchen, die nicht einmal Bridge spielen können, ohneschrill aufzukreischen. Es gehört zur Ueberzivilisation u.nd Un- LAUSANNE Hotel Beau-Sejour AUT0MOBTL-REVUR 1934 - 48 terkultur, derentwegen wir Amerika die Heimat Luzifers nannten, dass Yankees auch die Erfinder der Massenchöre von Tausenden von Sängern sind, die von elektrisch betriebenen Orgeln akkompagrniert werden. So delirantes Lärmbedürfnis steigert die Angst vor der Stille. Schon ein abgesondertes Arbeitszimmer hat für Amerikaner etwas Unheimliches. Amerikanische Zeitungsredaktionen sind Säle mit zwanzig bis dreissig Schreibtischen, an denen Besuche empfangen, Artikel verfasst, Reportagen diktiert, tickende Fernschreiber bedient und klappernde Schreibmaschinen betätigt werden, während Ressortchefs von erhöhten Estraden ihre Weisungen schreien und Boten mit Megaphonen Stenographen an die Telefone brüllen. Die'meisten Zeitungren sehen auch danach aus. Sie schreien mit balkendicken Titeln und winseln dabei vor Geistesarmut. Wie tief die Scheu des Amerikaners vor Stille ist, beobachtete der Verfasser in Los Angeles. Nach einer Abendgesellschaft begleitete er einen Bekannten in dessen Wohnung, um noch ein wenig mit ihm zu plaudern. Als der Amerikaner die Türe seines Wohnzimmers geöffnet hatte, tastete er nach dem Radioschalter, und erst nachdem er das Zimmer mit einem glucksenden Jazz für sich bewohnbar gemacht hatte, knipste er das Licht an. Schreiend, um den Lautsprecher zu überschreien, debattierten wir dann über Literatur. In Amerika erkennt man den Lärm als die Lieblingswaffe Luzifers, als seine betäubende Keule, die er nie aus der Hand legt. Wer ihr zu entfliehen sucht und HI der freien Natur etwa eines Waldkamps, eines Seestrands oder eines Nationalparks friedliche Stille erhofft, kehrt so hoffnungslos in die Grossstadt zurück wie ein ereilter Deserteur. Er fand die Zelte des Waldkamps von menschlichen und mechanischen Laut- Im Zentrum - Ruhiger Privatpark. Hotel I. Ranges. Bescheidene Preise. — Restaurant — Sprechern durchlärmt, er lag am Meeresstrand in einem Lunapark von Schiessbuden, Karussells und Toboggans, und er hörte am Lagerfeuer des Nationalparks stimmgewaltige Parkbeamte «Campfire- Talks» über Tiere, Bäume und Berge halten. Denn dafür werden sie bezahlt. Verhältnismässig ruhig sind in Amerika nur die Dörfer und Kleinstädte. In ihnen sorgt wechselseitige puritanische Ueberwachung wenigstens nachts für Stille. Aus ihnen aber vertreibt einen die Geistesöde. Nirgendwo ist die Landflucht allgemeiner, als in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Der Respekt vor der technischen Leistung, die Luzifer in Amerika vollbrachte, hat Europa lange daran gehindert, die Opfer zu beobachten, die er dafür beansprucht. Das Opfer der Ruhe vor allem, die eine Voraussetzung geistiger Arbeit ist. Es bedurfte schon des Zusammenbruchs amerikanischer Börsen und Banken und Trusts, um Europa die Augen für das wahre Gesicht Amerikas zu öffnen. Erst die Ruinen der amerikanischen Prosperity belehrten die meisten Europäer, dass man das Gebäude der Wirtschaft nicht ohne die Pfeiler des Geistes errichten darf. Ohne die Stützen echten Glaubens, sozialen Gewissens und künstlerischen Schaffens — ohne Ethik und Aesthetik kurz gesagt — bleibt lärmende Geschäftigkeit taubes Erz und klingende Schellen. Ein kleines Tessiner Bauernhaus umschliesst mehr des Geistes als ein amerikanischer Wolkenkratzer. Und weniger der Lebensangst... 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N» 48 — 1934 AUTOMOBIL-REVUE 15 HD HE DP Sechstes Symptom: sie wartet auf Erlösung. Was ist Erlösung? Mal was anderes. Also Abwechslung. Irgend etwas Neues, Unerhörtes. Also Sensation. Gier nach Neuem, Neu- Gier. Das Wunderbare, wie die unverstandenen Frauen Ibsens sagten. Woher soll das Wunderbare kommen, wenn man es nicht in sich hat? Und wer es in sich hat, braucht nicht darauf zu warten. Das Erlebnis, das Abenteuer, aber nur daran zu streifen, nur um damit zu spielen, weil ihrer Lüsternheit der Mut fehlt, wirklich zu erleben, sich hinzugeben, weil ihr der Mut zum Schicksal fehlt. Erlösung wovon? Von der Langweile. Damit die Langweile unterbrochen werde, soll irgend etwas geschehen, nur dass etwas geschieht. Aber nicht so wirklich geschehen, dass ihre bequeme Lebensform gefährdet werden könnte. Erlösung von dem, was ist. Weil sie für das, was ist, nicht ausreicht, wartet sie auf etwas, das kommen soll, für das sie ebensowenig ausreichen wird. Sie will sich davon überraschen lassen. Und sie will ja gar nicht ernstlich, dass das, was ist, sich ändere. Sie will nur warten. Das Warten genügt ihr schon. Warten ist Leere. Die Leere wartet, sich von irgend jemandem mit irgend etwas füllen zu lassen. Sie wartet umsonst: Leere lässt sich nicht füllen. Sie weiss nicht, dass ihr nur eine Erlösung helfen könnte: die Erlösung von sich sebst. Siebentes Symptom: sie fühlt sich in diesem Zustand ganz wohl. Die unverstandene Frau wirkt gesellschaftlich dekorativ. Die interessante Dame! Sie braucht sich gar nicht zu bemühen, interessant zu sein, da ihre Position so interessant ist. Sie wird überall eingeladen, da man sie trösten will, und sie kommt, da sie immer Zeit hat. Sie wird hofiert. Es hat sich allmählich herumgesprochen, dass sie unverstanden ist, und die jungen Leute trauen sich zu hoffen: hier sei etwas zu machen. Sie braucht sich keinen Zwang aufzuerlegen-, weil das zu den Privilegien des Unverstandenseins Die Situation ist nicht ohne prickelnden Reiz, *) Siehe auch AP Nr. 46. ERyflftlDJ Die unverstandene Frau Von Arthur Kähane. II.*) und sich, auf seine Kosten, auf die anderen überträgt. Schliesslich glaubt er selbst daran, Der unverständige Mann der unverstandenen Frau spielt keine sehr glanzvolle Rolle, aber eine um so glänzendere sie. Und da auch alle äusseren Umstände die angenehmsten sind, könnte sie vollkommen glücklich sein, wenn sie sich nicht leider verpflichtet fühlte, vollkommen unglücklich zu sein. 2. Therapie. Die Frau ist zu heilen: wenn sie sich entschliesst, sich um die Arbeit und den Beruf ihres Mannes zu kümmern. Im selben Augenblick wird er sie auch verstehen; wenn sie wird sie sich von beit kümmern; wenn ihr Mann so dass sie ihre anfängt, selbst zu arbeiten. Dann selbst auch um seine Arsein ganzes Geld verliert, Dienstboten entlassen und Wirtschaft selber besorgen muss. Keine die Frau, die Socken stopft, bleibt unverstanden; selber kochend, wird sie nicht bloss leere Mägen, sondern auch die eigene Leere füllen. Und auf einmal wird sie auch wieder Lust zum Lesen haben und froh sein, die Zeit dafür zu finden. Zwei Leute, die Hand in Hand durch schlechte Zeiten gehen und ein gemeinsames Schicksal wohlhabenden zu tragen haben, können sich den Luxus nicht leisten, einander nicht zu verstehen; wenn sie bei einem ihrer Flirts gründlich hereinfällt. Dann wird sie eines Tages die beim kleine Kinder bringen auch das wunderbare fertig, aus einer unverstandenen Frau die verständigste Mutter (mit allen nötigen Füllen und Talenten) zu machen. (Schluss.) Liebe und Strenge in der Erziehung Von Aug. Knobel. «Liebe und Strenge > in der Erziehung sollen sich zueinander verhalten wie «Sonnenschein und Regen > in der Natur. Die Liebe ist es in erster Linie, die das grosse Werk der Erziehung vollenden kann; aber es darf die «Strenge» dabei nicht fehlen. Liebe allein, ohne ernste, weise Strenge, •würde schaden. In der Natur ist es die Wärmespenderin Sonne welche die keimenerweckt, aber den Pflanzen zum Wachstum es darf auch hier der Regen nicht ausbleiben, wenn die sprossende Natur sich zur vollen Pracht und Reife entfalten soll. Ohne Liebe und Strenge, Lob und Tadel, Freude und Strafe ist keine Erziehung möglich, die Liebe aber stehe an erster Stelle. Was die Sonne für die Blumen, das ist die Liebe für die Kinder: das lebenspendende Element, das sie zum seelischen Gedeihen notwendig brauchen. Ohne Liebe bleiben wichtige seelische Anlagen im Kinde unentfaltet. Das Kind hat von frühester Jugend an ein grosses Bedürfnis nach Anlehnung und Zärtlichkeit — und zwar aus rein seedieser lischem Bedürfnis heraus. Bleibt Drang unbefriedigt, so muss eine seelische Mangelkrankheit entstehen, wie etwa das Fehlen der Vitamine in der Nahrung eine körperliche Mangelkrankheit hervorruft. Das Kind braucht Liebe, viel Liebe. Denn diese ist es, die das Kinderherz lenkbar und feinfühlend und dankbar macht, und die es am besten versteht, die an der jungen Seele schlummernden guten Eigenschaften zu wecken, hervorzulocken und zur Vollendung zu bringen. Wird das Bedürfnis des Kindes nach Liebe nicht befriedigt, so zieht sich das Kind ganz auf sich selbst zurück. Es entwickeln sich Charaktere, die nicht nur in späteren Zeiten in offener oder versteckter Angriffsstellung zu den Eltern stehen, sondern die sich auch sonst in der Welt schwer zurechtfinden. Es ist ein sehr berechtigtes Wort, dass man von einer liebeerfüllten, glücklichen Jugend zehren könne. Es tritt Augen aufschlagen und erstaunt entdecken, dass ihr Mann ein Prachtsmensch' ist. nnd^dadurch..- eine Festigung des Gemüts- und selbstverständlich der einzige, derKie*"wirk- l^eetörtfeBehs auf, die keineswegs den praklich versteht; tischen Widerständen gegenüber hilflos und durch Kinder kriegen. Viele richtige "macht. Ein gewisses Misstrauen ist für jeden praktisch tätigen Menschen am Platz. Im allgemeinen hat aber der viel grössere innere Kämpfe zu bestehen, dessen Misstrauen durch eine liebearme Jugend von vorneherein überzüchtet ist. Es werden sich immer wieder Lagen ergeben, in denen infolge der Notwendigkeit äusseren Zwanges das Liebebedürfnis des Kindes vorübergehend nicht auf seine Rechnung kommt. Für die seelische Entwicklung ist es. von grosser Bedeutung, dass solche Erlebnisse nicht ungemildert in den neuen Tag hinübergehen. Kinder sollen mit lieben Gedanken einschlafen. Im Schlaf wächst nicht nur der kindliche Körper, hier entwickelt sich auch die Seele. Es ist nicht gleichgültig, wie der Boden beschaffen ist, aus dem diese Entwicklung hervorspriesst. Zank und Verdriesslichkeit des Tages müssen am Abend von kundiger Hand in ein milderes Licht hinübergehen. Kummer, Aerger und Aufregung müssen bewusst vor dem Eintritt des Schlafes aus dem Wege geräumt werden. Freude auf den kommenden Tag, vergnügte Erinnerung an den verflossenen, und Liebe zu den Eltern sollen der Verbindungsbrücke aus der Wirklichkeit in das dämmerige Reich des Schlafes beim Kind die Farbe geben. Dann wird der Aufbau von Körper und Seele des Kindes im Schlaf es am besten zu einem freudigen Menschen gestalten. Die Liebe muss vor allem auch dazu beitragen, die Erweckung von Minderwertigkeitsgefühl im Kind zu verhüten. Erst der neueren Seelenforschung ist die Erkenntnis zu verdanken, wie viele seelische und nervöse Störungen des Erwachsenen auf Pflanzung von Minderwertigkeitsgefühlen in der Kindheit zurückzuführen sind. Die Erwachsene ist dem Kind gegenüber seelisch ohnehin im Vorteil. Er ist gross, er ist kräftiger, er weiss mehr, er kennt die « Geschehnisse >. So wird er vom Kind ohnehin beneidet. Das Streben aller Kinder geht dahin, so gross und klug zu sein wie der Erwachsene. Das Kind fühlt sich unterlegen, weil es täglich und stündlich bei den Erwachsenen oder auch bei älteren Geschwistern Taten und Aeusserungen bestaunen muss, zu denen es selbst nicht fähig ist. Das Kinderherz braucht Freude, aber keine gekünstelte, sondern echte Lebensfreude. Die Hauptwurzel der echten Freude aber ist eine strenge Erziehung. Nur dann, wenn das Kind schon Entsagung und Opferfreude und Dankbarkeit und Bescheidenheit geübt hat, wenn schon das Kinderauge die Wunder und Schönheiten der Schöpfung bewundern und sich daran ergötzen gelernt hat, nur dann wird es frohe, zufriedene, glückliche und dick Zerlegbare Ferien- und Wochenendtiänser Die Zufahrtsstrasaen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CHTouring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Auegabe des T. O. S. Acs. GURNIGELBAD T.C.S. Prächtiges Ausflugsziel. Erstklassiges Hans mit jedem Komfort. Zimmer mit fliessendem Wasser und Privatbäder. Vorzüglioh in Küche und Keller. Pensionspreis von Fr. 11.— an. 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