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E_1934_Zeitung_Nr.048

E_1934_Zeitung_Nr.048

ordnungsgemässe

ordnungsgemässe Instandhaltung der Fahrzeuge erheischt. In der «Automobil-Revue» wurden anlässlich der vorgenommenen Fahrzeugfcontrollen bereits mehrfach Statistiken darüber veröffentlicht, in welchem Zustand sich die Fahrzeuge befinden und welch grosse Zahl von Mängeln oftmals festgestellt werden mussten. Dass durch eine Vernachlässigung der Fahrzeuginstandhaltung nicht selten Verkehrsunfälle verursacht werden, ist bekannt. Nun kann man sich — vielleicht — auf den Standpunkt stellen, dass es jedermann überlassen und vorbehalten bleiben soll, sich zu seinem Vergnügen oder durch seine Nachlässigkeit ums Leben zu bringen — aber wenn dadurch auf den öffentlichen Verkehrswegen auch andere Personen gefährdet werden können, dann wird die Frage, das muss auch der individualistisch eingestellte Beurteiler zugeben, zu einem öffentlichen Problem. Die neue deutsche Strassenverkehrsordnung. Die Reichsstrassenverkehrsordnung, die der deutsche Reichsverkehrsminister in diesen Tagen veröffentlicht hat, wird weit über Deutschland hinaus das Interesse aller am Verkehrswesen Beteiligten beanspruchen. Nachdem die Schweiz und- Oesterreich ihr Verkehrsrecht kodifiziert haben, folgt nun Deutschland mit einer Neuregelung, bei der die Einwirkungen der erwähnten Gesetze unverkennbar sind. Aber so vorbildlich diese auch sind, so muss doch zugegeben werden, dass Deutschland für die Durchführung seines Vorhabens, das «Verhalten im Verkehr und die Verkehrsbewegung zu regeln, ohne durch unübersehbare und doch für die Vielfältigkeit des Lebens niemals ausreichende Einzelvorschriften den Verkehr zu hemmen», neue und erfolgversprechende Wege gefunden hat. Wenn schon die Einleitung der Verordnung die Parole enthält: «Der Schnellverkehr bedarf einer Regelung, die einfach, grosszügig und einheitlich sein muss und alle Hemmungen durch die Zersplitterung des Rechts und durch kleinliche Reglementierung des Verkehrs forträumt», wenn die Mahnung, sich von dem neuen Geist der Verordnung leiten zu lassen, nicht nur an die Verkehrsteilnehmer, sondern auch an die Gerichtsund Verwaltungsbehörden gerichtet wird, so erkennt man, dass, ungeachtet der Regelung des Gesamtverkehrs, gerade dem Motorfahrzeugverkehr besondere Förderung zuteil werden soll. Und" in der Tat ist es diese Verkehrsart, die von der Neuregelung den grössten Vorteil haben wird. Jahrzehntelang hat man in Deutschland gegen die Unzahl von Einzelvorschriften gekämpft, die überflüssig waren, weil ihre Befolgung für den gewissenhaften Fahrer selbstverständlich war, die ihn aber anderseits ständig in die Gefahr brachten, wegen einer rein formalen Uebertretung bestraft zu werden. Ergibt sich z. B. eine Verpflichtung, wie die bisherige, wonach bei Gefährdung von Menschen oder Tieren «langsam zu fahren sowie erforderlichenfalls anzuhalten ist», nicht aus der dem Fahrzeuglenker obliegenden allgemeinen Sorgfaltspflicht? So hatten Auto Autorennen zur Wiederbelebung der Wirtschaft. Zu den Massnahmen des Hamburger Senats zur Wiederbelebung der Wirtschaft zählt auch die Veranstaltung eines Automobilrennens. Als Termin des ersten Automobilrennens der Hansastadt steht der 2. September fest. Als Austragungsort ist der Hammer Stadtpark in Aussicht genommen. Avusrennen im Film. Während des Trainings zum Avusrennen und beim Rennen selbst wurden Aufnahmen zu dem demnächst erscheinenden Film «Der stählerne Strahl» gedreht. Alle Phasen des Rennens sind durch 66 Operateure im Bild eingefangen worden. Ein Spezialist machte mit einer auf einem Spezialwagen montierten Kamera Grossaufnahmen von allen Rennfahrern in voller Fahrt. Der Regen gab den Kamera-Leuten Gelegenheit, besonders effektvolle Streifen zu drehen. Eine Brücke über den Aermelkanal? Schon vor dem Kriege wurde das Projekt einer Strassenverbindung zwischen Frankreich und England viel erörtert. Lange Zeit lag,bekanntlich der Plan eines Kanal-Tunnels vor. Ein polnischer Ingenieur, der zur Zeit in Paris lebt, arbeitete nun ein Projekt für den Bau einer Brücke aus, welche die beiden Länder miteinander verbindet. Die Brücke soll 40"l* weniger kosten als der Tunnel. In der Mitte zwischen den beiden Ufern soll eine künstliche Insel, ausgestattet mit allem Luxus, errichtet werden. Eine private Finanzierungsgesellschaft ist bereits gegründet worden. Deutsche Automobilkonjunktur. Nach vorsichtigen Schätzungen sollen die deutschen Automobilfabriken über 20,000 unerledigte Aufträge verfügen. Die gegenwärtige Monatsproduktion der Automobilindustrie schwankt zwischen 14,000 und 16,000 Einheiten. Im Zusammenhang mit dieser erfreulichen Entwicklung konnte auch eine grosse Anzahl neuer Arbeitskräfte eingestellt werden. zahlreiche Bestimmungen ihren Charakter als Sicherheitsmassnahmen verloren und waren zu strafrechtlichen Tatbeständen herabgesunken, deren Bedeutung einzig und allein in der Arbeit lag, die sie den Behörden verursachten, und in den Misshelligkeiten, denen die Motorfahrer — ohne Vorteil für den Verkehr als solchen — ausgesetzt waren. Das hat sich jetzt mit einem Schlage geändert. Erfüllt von dem Bestreben, das Gefühl der «Verantwortung gegenüber der Verkehrsgemeinschaft» zu heben, hat 'man die 4 Zahl der Vorschriften erheblich verringert und an ihrer Stelle den Grundsatz treten lassen: «Jeder Teilnehmer am öffentlichen Verkehr hat sich so zu verhalten, dass er keinen anderen schädigt oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt». Es ist erstaunlich, welche Wirkung dieser Grundsatz schon rein äusserlich auf den Umfang der Verordnung gehabt hat: fast das ganze Verkehrs-ABC hat man auf 2 Paragraphen zusammengedrängt, in denen insbesondere das Ausweichen, Ueberholen, Einbiegen und die Vorfahrt ihre knappe, aber erschöpfende Behandlung gefunden haben! Darüber hinaus ist das wenige, was für das Verhalten im Verkehr an Grundkenntnissen vorhanden sein muss, in erfreulicher Kürze und Klarheit gesagt, während in der bisherigen Verordnung über Kraftfahrzeugverkehr fast jeder Begriff ein begehrtes Objekt juristischer Auslegungskunst bildete. Selbstverständliches wird mit Recht als bekannt vorausgesetzt: dass rechts gefahren wird, wird nur für einen Sonderfall erwähnt. Wenn man bedenkt, welche Streitfragen sich gerade an diese elementarste Verkehrsregel geknüpft haben, so wird man die Klarheit, die durch ihre Rechte, die auf der Stuhllehne ruhte. Wie in einem Gefühl der Dankbarkeit ergriff sie meine Hand und hielt sie fest. «Wochen vergingen. Ich war gerettet.» Sie beugte sich vor, wie wenn sie meinen Blick suche. «Wissen Sie, was das heisst, Freund Hannes?» Das Leben war wiedergewonnen — sonst nichts.» Sie schwieg. «Ein ewiges Siechtum war geblieben. Die menschliche Kunst hatte gesiegt.» Durch die Dunkelheit sah ich, wie sie die Augen schloss. «Freund Hannes, ich bat Sie absichtlich, mit mir im Dunklen zu plaudern, damit Sie unbeeinflusst, durch nichts voreingenommen, hören, was ich Ihnen zu sagen habe. Ich wollte Sie alles mit mir wieder erleben lassen. Ich bitte Sie, machen Sie nun Licht.» Es flammte auf. Einen Augenblick geblendet, wandte ich mich zu ihr, sie hatte sich erhoben, stand aufrecht, mit einer langsamen Bewegung schlug sie den Schleier zurück, streifte den Hut ab und Hess den Peiz zurückfallen. Trotz allem, worauf Ich vorbereitet war, taumelte ich zurück. Keines Wortes fähig. «Das, Freund Hannes, ist von mir geblieben.» Ein entstelltes, fahles Gesicht sah mir entgegen. Wachsbleich. Nur die Röte der Erregung auf den eingefallenen Wangen. Die Augen tiefliegend, von dunklen, blauen Schatten umrandet, das spitze Kinn, das das Gesicht länger erscheinen Hess, die Lippen farblos, harte Altersfalten um die Mundwinkel. Nur eines unverändert in verklärter Schönheit. Der Blick der grauen Augen unter den müden Lidern. «Sehen Sie meine Haare, Freund Hannes.» Mit beiden Händen griff sie hinein. Farblos, wie vergilbt, zog sie die spärlichen Haarsträhne durch die Finger. «Wollen Sie meinen Arm sehen?» Sie streifte den Aermel des Kleides zurück. Abgemagert schimmerten die Adern bläulich durch die weisse Zartheit der Haut. Ich rang erschüttert nach Worten und fand sie nicht, und hatte nur die Kraft, wie um sie zu trösten, ihre Hände zu ergreifen und mit Küssen zu bedecken. Sie war es, die das •Schweigen brach. AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N° 48 istischer Eingesetzte Ventilsitze die Norm. Letztes Jahr wurden in Amerika eingesetzte Ventilsitze probeweise erstmals von einigen Personenwagenfabrikanten angewandt. Dieses Jahr bilden sie bei den amerikanischen Lastwagenmotoren bereits die Norm und auch zahlreiche weitere Personenwagenkonstrukteure sind neu zu ihrer Anwendung geschritten. Moderne Romantik. Das jugoslavische Herrscherpaar hat sich für seine königlichen Ausfahrten zwei neue Packard-Wagen angeschafft. Damit man auch bestimmt weiss, mit wem man es zu tun hat, sind die Fahrzeuge mit New Yorker Polizeisirenen ausgerüstet und führen nachts rotes und grünes Scheinwerferlicht. Deutscher Automobil-Aussenhandel. Während den ersten vier Monaten des laufenden Jahres wurden 2696 fabrikneue Personenwagen und 1030 Lastwagen exportiert. Zusammen mit den ausgeführten 87 gebrauchten Personenwagen hat Deutschland 3813 Automobile im Werte von 8,27 Mill. RM. ins Ausland verkauft, gegen 3703 Einheiten für 8,17 Mill. RM. in der vorjährigen Parallelperiode. Die Exportsteigerung ist vor allem durch ein besseres Auslandsgeschäft in Lastwagen herbeigeführt worden. Der Export von Lastwagen während den ersten vier Monaten 1934 übersteigt denjenigen der gleichen Periode des Vorjahres am 232 Stück oder 29% und um 268 Wagen oder um 35% denjenigen pro 1932. Hingegen verzeichnet das Ausfuhrgeschäft von Personenwagen im laufenden Jahre, im Vergleich zu 1933, eine Abnahme um 68 Stück oder um rund 2%, während die Ausfuhr gebrauchter Personenwagen um 38% zurückgegangen ist. An der Steigerung der deutschen Automobilausfuhr sind beteiligt: Spanien mit 77%, Dänemark mit 30%, Belgien mit 22% und die Schweiz mit 16%. Demgegenüber ist ein Rückschlag des holländischen Exportgeschäftes um 61% oder 222 Wagen zu verzeichnen. das" Fehlen gekünstelter Begriffsmerkmale geschaffen worden ist, zu würdigen wissen. Im einzelnen dürfte von Interesse sein, dass Geschwindigkeitsvorschriften fehlen. Das ist um so bemerkenswerter, als bisher nicht einmal zu erreichen war, dass die Geschwindigkeitsgrenze für geschlossene Ortsteile von 30 auf 40 km heraufgesetzt wurde. •Mit der Neuregelung, die ein starkes Vertrauen in die allgemeine Fahrdisziplin bedeutet, geht die Strassenverkehrsordnung noch über die Bestimmungen anderer europäischer Verkehrsgesetze hinaus, die den Fahrer verpflichten, stets Herr seiner Geschwindigkeit zu bleiben und diese den jeweiligen Verhältnissen anzupassen; ihr Leitsatz, dass das Verhalten der Verkehrsteilnehmer Schädigungen anderer möglichst verhindern soll, erlaubt ihr den Verzicht auf eine so allgemeine Regelung einer Einzelfrage. Hinsichtlich des Vorfahrtrechtes ist man von der bisherigen Regelung erheblich abgewichen: Abgesehen von Sonderregelungen durch amtliche Verkehrszeichen hat man die Bevorzugung des .Hauptverkehrsweges — eines Begriffes, für den sich angesichts der wechselnden Oertlichkeiten und Verkehrsverhältnisse nur schwer geeignete Kriterien finden lassen — «Sie sind ein schlechter Schauspieler, Freund Hannes. Ihre Augen sind feucht. Wie meinen Sie? Ich müsste mich nur in Geduld fassen, meine Heilung abwarten.» Sie schüttelte den Kopf. «Ich will Ihnen zu Ende erzählen. Wollen Sie mir wieder meinen Pelz reichen.» Sie sank in ihren Stuhl. Verstohlen betrachtete ich sie, wie sie vor mir sass. Das edle, schlanke Ebenmass des Körpers war verschwunden, der Faltenwurf ihres Kleides verriet eine unnatürliche, krankhafte" Magerkeit, die am erschreckendsten wirkte, wenn man ihre Hände sah. «Wochenlang dauerte es, bis die Aerzte wagten, mich nach Batavia zurückzubringen. In der ersten Stunde der freien Besinnung, die mich zum Bewusstsein dessen brachte, was hinter mir lag, Hess ich mir einen Spiegel reichen.» Sie lächelte. Vergessen Sie nicht, Freund Hannes, ich bin eine Frau. Ich sah in den Spiegel, denn in den Augen der Männer ist unser einziger, wahrer Lebensberuf, was der Spiegel zeigt, aber nicht das, was er verschweigt. Unser äusseres Bild, aber nicht unser inneres Bild. Eine ewige Wahrheit.» Mit einem schalkhaften Lächeln drohte sie mit dem Finger zu mir herüber. « Leugnen Sie es nicht, Freund Hannes, die Männer sind nur so klug, es zu verschweigen. Aber lassen wir das. Wo blieb ich stehen? Ja! Ich sah in den Spiegel. Eine Frau darf dies tun, um einem einzigen Mann zu gefallen, die Männer tun es, um allen Frauen zu gefallen. Als ich es tat... dachte ich an fallen lassen und die Vorfahrt grundsätzlich dem von rechts Kommenden zuerkannt; nur haben — einem lang gehegten Wunsche entsprechend — Motorfahrzeuge und durch Maschinenkraft angetriebene Schienenfahrzeuge (Strassenbahnen) die Vorfahrt vor anderen Verkehrsteilnehmern. Noch mancher erfreuliche Bruch mit veralteten Anschauungen Hesse sich bei der ersten Durchsicht der neuen Verkehrsordnung feststellen. Erwähnt sei hier nur noch, dass im Paragraph 1 der Verordnung, der die «Teilnahme am Verkehr im allgemeinen.» behandelt, keine Ausnahme für Fussgänger vorgesehen ist, dass auch sie also — während sie bisher nicht als «Wegebenutzer» angesehen wurden — zu den « Personen » zählen, auf die die Verordnung Anwendung findet und damit hinsichtlich ihres Verhaltens dem oben erwähnten Leitsatz unterworfen sind. Wenn im übrigen gerade bei einer Verkehrsordnung erst ihre Auswirkung in der Praxis eine abschliessende Beurteilung ermöglicht, so kann man doch dem neuen Gesetz insofern eine günstige Prognose stellen, als es nicht am grünen Tisch entstanden, sondern auf den Erfahrungen der Interessenten aufgebaut ist und deren Wünschen Rechnung trägt. G. Schweizerische Rundschau Winterfrequenz des Julien In Ergänzung zu den in Nr. 46 der «A.R.» gemachten Angaben über die diesjährige Winterfrequenz des Juliers stellt uns das Bauamt des Kantons Graubünden eine interessante und detaillierte Liste der den Pass traversierenden Motorfahrzeuge zur Verfügung. Danach haben in der Zeit vom 23. Januar bis 30 April, d. h. in einer Periode, während welcher alle bedeutenden Alpenpässe unseres Landes geschlossen waren, 100 Last- und Gesellschaftswagen, 2209 Personenwagen, 23 Postautos und 167 Motorräder, zusammen also 2508 Motorfahrzeuge den Julier befahren. Auf Veranlassung des bündnerischen Bauamtes ist vom 1. bis 31. .Mai auch die Herkunft der einzelnen Motorfahrzeuge registriert worden, um den Nachweis erbringen zu können, dass von den insgesamt 3942 passierenden Motorfahrzeugen die grösste Zahl aus dem Auslande stammt, nämlich 1501, wovon allein auf Deutschland 1137 entfallen. Erst in einem gewissen Abstand folgen Motorfahrfahrzeuge mit schweizerischem Kontrollschild, und zwar 1264, während an dritter Stelle mit 1177 Wagen der Kantqn Graubünr den folgt. Wie sich der Motorfahrzeugverkehr über den winterlichen Julier kategorien- und länderweise während des Monats Mai 1934 entwickelt hat, geht aus nachstehender Zusammenstellung hervor: Staat Personen- Last- und Motorrad« Total Graubünden wagen 908 Gesellschaftsw. 60 209 1177 übrige Schweiz 981 43 2-40 1264 Deutschland 947 32 158 1137 Italien 120 3 19 142 • Frankreich 56 — — 5(5 , Oesterreich 47 — '6 53 Grossbritannieu 39 — 3 42 Liechtenstein 15 — 3 18 Niederlande 21 — — 21 Tschechoslowakei 11 — — 11 Dänemark 7 — — 7 Belgien 4 — — 2 Kanada 3 — — 3 Spanien 2 — — 2 Polen 2 — — 2 Danzig 2 — — 2 Ungarn 1 — — 1 Total 3166 138 638 3942 Aufgeteilt auf die beiden Monatshälften ergibt sich für die Zeit vom 1. bis 15. Mai eine Frequenz von 1433, vom 15. bis 31. Mai eine solche von 2509 Fahrzeugen. Somit wurde der Julier während der diesjährigen Versuchsperiode vom 23. Januar bis 31. Mai von nicht weniger als 6450 Fahrzeugen befahren. Jul.» Sie zögerte eine Weile. « Man brachte •mich nach Batavia zurück. Man schaffte mich, sobald es meine Kräfte erlaubten, in 'die umliegenden Berge, und wartete nur den 'Zeitpunkt ab, an dem ich mich den Anstrengungen der weiten Seefahrt aussetzen durfte, um die Tropen für immer zu verlassen. Die erste und unbedingteste Notwendigkeit. Mein 'Ziel war Paris. Zu Professor Lejeune, einen alten Freund meines Mannes, einem Spezialisten für Tropenkrankheiten infolge seiner .angjährigen Tätigkeit in Saigon. Ich wussie im vorherein, was er mir sagen würde, denn ich habe an der Seite meines Mannes viel gelernt.» Sie lächelte müde. « Schonung, Schonung, Schonung und Beachtung der verschiedenen Massnahmen, die mir alle bekannt waren. Vor allem das böse Herz.» Sie schloss die Augen und schwieg. Wie in einem Erwachen sah sie wieder zu mir auf. «Ein menschliches Wrack ist geblieben. Sie kennen nicht das Wesen der schleichenden Malariavergiftung. Dieses Taumeln von einem verzehrenden Fieberanfall zum anderen, dieses Versinken in einen Zustand der Bewusstlosigkeit, nur um zu einem Dahindämmern zu erwachen. Ein ewiges Siechtum.» (Forts, im *Autler-Feierabend».)

N»48 ••»«» - 1934 AUTOMOBIL-REVUE in a Bergprüfungsfahrt Rhelneck-Walzenhausen-Lachen Am 1. Juli 1934. Die Vorbereitungen zu diesem Rennen, das, wie in den letzten Jahren, als nationale Veranstaltung, anerkannt für die Schweizerische Automobil-Meisterschaft, durchgeführt wird, sind in vollem Gange. Die Sektion St, Gallen-Appenzell des A. C. S. rechnet mit der gewohnten regen Beteiligung seitens der sportfreudigen Automobilisten. Das nationale Sportreglement sieht gegenüber früher einige Vereinfachungen vor, so beispielsweise bei der Abnahme der Wagen und der Belastung der Fahrzeuge. Die Motorräder werden, wie bis anhin, vorgängig der Bergprüfungsfahrt für Automobile zur Konkurrenz starten. Erstmals wird auch eine Art Autoschau mit dem Rennen verbunden. Nach dem Start der Motorräder werden in massiger Fahrt einige der neuesten Wägenmarken die Strecke abfahren, um nachher in eigenem Parkplatz in Walzenhausan ausgestellt zu werden. Montreux im ausländischen Urteil. Der bekannte französische Fachjournalist Charles Faroux, die grösste journalistische Autorität auf dem Gebiete des Autosportes, ist über Montreux des Lobes voll. Nachdem das Pariser « Auto » bereits in einer ausführlichen Berichterstattung die Organisation und den Verlauf des Rennens gerühmt hatte, kommt Faroux in einem abschliessenden Artikel unter dem Titel: « Der Grosse Preis von Montreux — ein Schauspiel hoher sportlicher Qualität», nochmals auf dieses erste schweizer. Stadtrundstreckenrennen zu reden. Erneut gratuliert der französische Journalist den wagemutigen Organisatoren zu ihrem glänzend gelungenen Anlass. Faroux, der fast jedes grösere Rennen miterlebt, erklärt, dass der Grosse Preis von Montreux das mitreissendste Rennen seit Beginn dieses Jahres gebracht hätte. Alle Erwartungen wären weit übertroffen worden. Faroux kann sich kaum erinnern, die Leitung der Scuderia Ferrari jemals derart aufgeregt und nervös gesehen zu haben, da das Rennen lange Zeit gar nicht die Entwicklung nahm, wie sie der italienische RennstaH wünschte. Faroux schliesst mit der Feststellung • ab, dass die 30,000 Zuschauer, die das Rennen von Montreux miterlebten, Zeuge eines grossartigen sportlichen Schauspieles geworden seien. im Sportnachrichten S«h Aus «.»a 24 Stunden von Le Mans. Das nächste Wochenende bringt eines der grössten Rennen des Jahres, das sowohl sportlich wie technisch von einzigartiger Bedeutung ist. Auf der berühmten Sarthe- Rundstrecke bei Le Mans wird das 24-Stunden-Rennen durchgeführt, das bekanntlich nur für Sportwagen offen ist, für die ausserordentlich strenge Bestimmungen gelten. Neben der Mille Miglia in Italien stellen die 24 Stunden von Le Mans das härteste Prüfungsfeld für Sportwagen dar. Bekanntlich haben die Equipen, die jeweils aus zwei Piloten bestehen, von Samstag nachmittag 16.00 Uhr an ununterbrochen bis Sonntag nachmittag 16.00 Uhr zu fahren. Dabei werden jeweils ganz erstaunliche Stundenmittel erreicht, die einen Beweis für den hohen Stand des modernen Sportwagens erbringen. Die Vorbereitungen für das grosse Rennen sind alle getroffen. Die Veranstaltung wird auch in diesem Jahre von äusserstem Interesse sein, da eine grosse Anzahl von Konkurrenten am Starte anzutreffen sein wird. Insgesamt fahren 52 Wagen, nämlich 12 in der kleinsten Klasse bis 1000 ccm, 23 in der Gruppe bis 1500 ccm, 2 in der Klasse bis 2000 ccm, 12 in der Klasse bis 3000 ccm und 3 in der Klasse über 3000 ccm. Frankreich ist mit 18 Maschinen, Italien mit 8, England mit 25 und Amerika mit einer Maschine vertreten. Die Besetzung ist ganz hervorragend und garantiert einen erbitterten Kampf. Wir nennen vorgängig der offiziellen Nennliste, die in der nächsten Nummer erscheinen wird, einige Namen: Mme" Stewart, Etancelin, Mme Itier, Sommer, Earl Howe, Chinetti, Veyron, Gas- Trevoux, Prinz Nikolas von Rumänien, Whitney Straight, Benoit Falchetto, der Schweizer Braillard, Felix, Brunet, Roger Labric, de Gabardie, Rose - Richards, Penn Hughes, Barnes, Lord Clifford, Driscoll, Gardner usw. Als Kur-iosum sei erwähnt, dass das diesjährige Rennen von Le Mans den Mittelpunkt eines grossen Autosportfilmes mit dem Titel «300 km/St.» bilden wird. Die Hauptrolle als Fahrer wird der bekannte Italiener Chinetti spielen, der an den beiden letzten 24-Stunden- Rennen sehr gut abschnitt. Das letztjährige 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewannen Nuvolari-Chinetti auf Alfa Romeo, die 3144 km zurücklegeten, was einem Mittel von 131 km 181 entspricht Internationales Kesselberg-Rennen. Am nächsten Sonntag wird die internat. Bergrennen-Saison mit dem bekannten Kesselbergrennen in Bayern eröffnet. Die IX. Veranstaltung verspricht eine überaus interessante Beteiligung, an der auch die Schweiz in erfreulich starker Anzahl vertreten sein dürfte. Die Strecke ist neuerdings verbessert worden, vor allem die Anfahrt zu den Anfangskehren wurde verbreitert, so dass sie den Teilnehmern ein schärferes Herangehen an den Bergeinschnitt zwischen Jochberg und Herzogstand erlaubt. Auch die Preise wurden für dieses Jahr wesentlich erhöht. Die Sieger der Sportwagenklasse erhalten je 500 Reichsmark und der erste der Rennwagen 2000 RM. Dazu kommen eine ganze Anzahl wertvoller Ehrentrophäen. Bei den Sportwagen haben sich nicht weniger als 50 und bei den Rennwagen 36 Konkurrenten gemeldet. Insgesamt sind 10 Nationen vertreten. Von den Schweizern seien erwähnt: Ernst Schneider (Zürich) auf Derby und Frau Stürzinger (St. Gallen) auf Bugatti in der Sportwagen-Klasse bis 1500 ccm; ferner in den grossen Klassen HansRüesch auf Alfa Romeo 2300 ccm, unter Umständen auch Hans Stuber (Bern) auf Alfa Romeo 2600 ccm, Hans Gübelin (Zürich) auf Plymouth3111 ccm, Oskar Zwimpfer (Zürich) auf Chrysler 4893 ccm und Rampinelli (Schaffhausen) auf Alfa Romeo 2300 ccm. Bei den Rennwagen starten: Hans Kessler (Zürich) und Uboldi (Chiasso) auf Maserati 1500-ccm-Maschihen, ferner Hans Rüesch (Zürich) auf Maserati 3000 ccm, Ulrich Maag (Zürich) auf Bugatti 2300 ccm und Hug (Genf) auf Bugatti 2300 ccm. Die Schweiz wird also voraussichtlich mit 11 Konkurrenten vertreten sein. Die Auto-Union und Mercedes- Benz starten mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls. Bis jetzt sind für den P-Wagen Hans Stuck und für Mercedes-Benz Manfred von Brauchitsch gemeldet. Im weitern konkurrieren Graf Trossi auf Alfa Romeo, Balestrero auf Alfa Romeo, Whitney Straight auf Maserati, Hartmann auf Bugatti, Steinweg auf Bugatti, Graf Lurani auf Maserati, Tadini auf Alfa Romeo, Kohlrausch auf M.G., vonDelius und Wimmer auf Zoller-Wagen, Burggaller auf Bugatti, Soyka auf Bugatti, usw. Angesichts dieser hervorragenden Konkurrenz kann ohne weiteres mit der Aufstellung von neuen Klassen- und KategWtw'rl- Rekorden gerechnet werden. Das Kesselbergrennen dieses Jahres scheint alle seine Vorgänger übertreffen zu können. mb. Rundstreckenrennen in Barcelona. Am nächsten Sonntag findet neben dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans und dem Kesselbergrennen auch in Spanien ein Rundstreckenrennen statt. Der Grosse Preis um die Coupe de Barcelone wird in dem Montjuich-Park ausgetragen. Die Strecke wurde im Hinblick auf das Rennen stark verbessert. Die Scuderia Ferrari wird am Sonntag in Spanien vertreten sein. Ihre Fahrer kennt man noch nicht, man weiss lediglich, dass u. a. auch Lehoux zum Start antreten wird. Die beiden Spanier Palacio und Graf Villapadierna, die dieses Jahr einen neuen Rennstall gründeten und mit ihrem Maserati gelegentlich anzutreffen waren, werden selbstverständlich ebenfalls zu finden sein. Zanelli startet mit dem verbesserten Nacional- Pescara-Wagen. Das Rennen wird über 70 Runden auf der 3,7 km langen Bahn ausgetragen undi erstreckt sich insgesamt über 260 Kilometer. Im übrigen gilt für den Anlass die neue internationale Rennformel. Insgesamt werden an Preisen 15,000 Franken verteilt. Die Startreihenfolge beim Grossen Preis von Frankreich. Das historisch vielleicht bedeutsamste Rennen seit Kriegsende wird am 1. Juli auf der berühmten erweiterten MontlhSry-Bahn ausgefahren, wo sämtliche offiziellen Firmen unter Ausschluss der Einzelfahrer zum Start antreten. Der Autosport kehrt somit wieder zu jenen Höhepunkten wie vor dem Kriege zurück, da die einzelnen Nationen durch ihre Fabriken geschlossen vertreten waren. Deutschland feierte damals mehrmals Siege, die ganz Europa in Atem hielten. Während des Krieges und auch nachher kam es nie mehr zu solchen Zusammentreffen, da Deutschland vom Autosport völlig ausgeschaltet blieb. Der Sport beschränkte sich so auf die romanischen Länder und wurde in immer grösserem Masse eine Angelegenheit der Einzelfahrer. Der Kampf um den Grossen Preis von Frankreich, bei dem Deutschland, Frankreich und Italien mit ihren besten Kräf+en anwesend sind, bringt einen ersten neuen Start der deutschen Maschinen gegen die gesamte ausländische Elite. Erst hier wird sich jener Vorrang entscheiden, den man in Deutschland in etwas voreiliger Weise nach dem Eifelrennen schon J heute "fur^sich beanspruchen will. Am letzten Donnerstag wurde in Paris im Schosse der Sportkommission des A. C. F. die Startreihenfolge zu diesem hochbedeutsamen Rennen ausgelost. Vertreter der Firmen und einzelne Fahrer waren bei diesem Akte anwesend. Die Verlosung ergab ein interessantes Startbvld. Wie man sieht, ist die Auto-Union weitaus am besten weggekommen, da sie zwei Wagen in der ersten Reihe und einen in der zweiten Reihe aufweist. Alfa Romeo hat eine Maschine in der ersten, eine in'der dritten und eine in der vierten Reihe. Mercedes besitzt eine günstig gelegene Maschine in der zweiten Gruppe, während die andern sich im hinteren Feld befinden. Bugatti liegt in den mittleren Rängen und der Sefac-Wagen in der zweitletzten Reihe. Ganz übel spielte das Schicksal den Maserati-Wagen mit, für die zwei offizielle Bologneser Maschinen sowie als bevollmächtigter Vertreter Etancelin auf Maserati starten. Alle drei Fahrzeuge liegen in den letzten Gruppen. Die Erfahrungen der letzten Zeit haben ergeben, dass die Aufstellung der Maschinen entsprechend ihren Trainingsresultaten bedeutend günstiger und auch gerechter ist, als die der blinden Verlosung. Es scheint deshalb bedauerlich, dass der A. C. F. wieder den alten, heute längst überholten Weg beschreiten zu müssen glaubt, der schon so viele Unzulänglichkeiten gezeigt hat. Das Startbild ist folgendes: Alfa Romeo Auto Union Auto Union 6 * 2 Auto Union Mercedes 10 8 Bugatti Bugatti Alfa Rom«« 16 14 l 2 Alfa Romeo Bugatti 20 18 Maserati 26 Maserati 24 Mercedes 22 (Etancelin) Mercedes Setac 30 28 Maserati 32 Der letztjährige Grosse Preis von Frankreich hinterliess bei der Grosszahl der Zuschauer einen leicht getrübten Eindruck, da die Verkehrsverhältnisse sehr zu wünschen übrig Hessen. Vor und nach dem Rennen zeigten sich Stockungen, die stundenlange Verzögerungen hervorriefen. Um diesem Zustande abzuhelfen, werden mit Unterstützung der Behörden zur Zeit grosszügige Ausbauarbeiten unternommen. Alle Zufahrtswege zn dem Autodrom werden verbreitert und zum Teil doppelt gelegt und auch für Tausende von Maschinen neue Parkplätze geschaffen. Angesichts der hervorragenden Bedeutung des Grossen Preises von Frankreich sind diese Vorsichtsmassnahmen sehr zu begrüssen. Absage des Grossen Marne-Preises? Um den Grossen Marne-Preis bei Reims beginnt es plötzlich bedenklich zu kriseln. Die Organisatoren hatten für dieses bedeutende Rennen ausserordentlich hohe Summen bereitgestellt, die sogar diejenigen des Grossen Preises von Frankreich übertreffen. Insgesamt sollten 245,000 frz. Fr. an die Fahrer zur Verteilung gelangen. Das Gesamtbudget, das alle irgendwie in Betracht fallenden Ausgaben berücksichtigte, sieht 600,000 frz. Fr. Unkosten vor. Selbstverständlich kann ein solches Rennen nur dann kein Verlustgeschäft werden, wenn die Qualität seiner Fahrer eine bedeutende Reklame darstellen. Hier scheinen nun die Schwierigkeiten der französischen Organisatoren zu liegen, die heute, einen Monat vor dem Rennen, noch keine definitive Nennung in den Händen halten. Angesichts der Ungewissheit über die Qualität der zu erwartenden Einschreibungen schrecken die Veranstalter vor der Einsetzung der hohen Beträge zurück. Eine mittelmässige Fahrergarnitur würde nicht für einen Besuch garantieren, der die Auslagen wieder hereinbringt. Das Schicksal hängt nun von der Promptheit ab, mit der die prominenten Fahrer und Rennställe ihre Anmeldungen einreichen, sonst fällt der Anlass definitiv ins Wasser. Im Grunde genommen schneiden sich die Fahrer mit dieser Methode ins eigene Fleisch, da sie durch ihre Nachlässigkeit um die bestdotierten Rennen kommen. Man sollte meinen, ein schon lange vorher festgelegtes Sportsprogramm hätte nicht nur für die Organisatoren der Rennen, sondern auch für die Konkurrenten nur Vorteile. Tatsächlich sollen eine ganze Menge Fahrer mit den französischen Organisatoren bereits unterhandelt haben, doch ziehen alle ihre definitive Entscheidung in gefährlicher Weise hinaus. Hohe Forderungen. Die Hinterbliebenen der am 10. September 1933 in Monza verunglückden italienischen Rennfahrer Campari und Borzacchini haben ihre Schadenersatzforderungen gegen die Gesellschaft des Autodroms von Monza eingereicht. Beide Parteien verlangen je eine Entschädigung von einer Million Lire, also eine hübsche Summe, die sie wohl schwerlich voll erhalten. Stuck siegt! Das am Sonntag bei Saarlouis ausgetragene Felsbergrennen (8 km) sah Hani Stuck auf AntoiUnion mit &J&2 als