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E_1934_Zeitung_Nr.044

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N» 44 LUFTFAHR Ziele der schweizerischen Luf tverkehrspoliti k. Referat von Direktor Pillichody gehalten am Schweizerischen Verkehrskongress. Am 1. Juni 1922 stieg ein Flugzeug am frühen Morgen in Genf auf, landete in Zürich, um gleich •weiter nach Nürnberg zu fliegen. Nachmittags legte dieselbe Maschine den gleichen Weg in entgegengesetzter Richtung wieder zurück. Das war der erste Flug des schweizerischen Luftverkehrs. Zum erstenmal flog eine Maschine mit schweizerischen Hoheitsabzeichen, geführt von einer schweizerischen Besatzung auf einer vorgeschriebenen Strecke nach festem Fahrplan. Das internationale Luftverkehrsnetz der Schweiz war geschaffen. Die Ad Astra- Aero (AG.) hatte den bedeutungsvollen Schritt gewagt. Heute ist der Luftverkehr für jedes fortschrittlich eingestellte Land eine Selbstverständlichkeit, eine Notwendigkeit. Ich werde die Ziele der schweizerischen Luftverkehrspolitik kurz umschreiben und am Schlüsse einige Postulate an die zuständigen Behörden und Instanzen stellen. Förderung der Konkurrenzfähigkeit des schweizerischen Exportes, des Handeis- und des Bankverkehrs, durch dieselbe Raschheit im internationalen Geschäftsverkehr, wie sie in den anderen Ländern geboten wird. Die Schnellverbindungen, die uns diese Raschheit vermitteln, werden durch das Flugliniennetz hergestellt. Das System dieses Liniennetzes setzt sich zusammen aus den Hauptlinien, •welche grosse Distanzen in kürzester Zeit durcheilen und den Sammellinien, welche wichtige Zentren des Landes mit dem internationalen Netz verbinden, so dass möglichst viele Städte und Landesteile direkt von den Vorteilen des modernen Schnellverkehrs Nutzen ziehen können. Der Aufbau des schweizerischen ist demnach mit dem Aufbau des europäischen Luftverkehrsnetzes eng verknüpft. Es ergibt sich von selbst eine Konzentration des internationalen Luftverkehrs auf eine kleinere Zahl von Stationen, nach denen alles zusammenströmt, was den Flugdienst benützen will. Da das Eisenbahnnetz ebenfalls eine wesentliche Grundlage für die Sammlung genügender Ladung der Grossdistanzlinien ist, richtet sich die Wahl der Luftverkehrszentren auch nach den vorhandenen Eisenbahnknotenpunkten. Die Führung der Grossdistanzlinien hängt im übrigen von den politischen, geographischen und meteorologischen Verhältnissen ab. Der Wunsch, dass bei allfälligen politischen Spannungen oder Konflikten die Hauptstränge nicht unterbrochen •würden, führt dazu, im Herzen Europas einen sicheren Stützpunkt zu wählen, von dem aus unterbrochene oder auch nur bedrohte Verbindungen durch entsprechende Umleitung wieder sichergestellt werden können Betrachten wir ferner die geographischen Verhältnisse desjenigen Teiles Europas, für welchen die Schweiz als Mittelpunkt gedacht ist, so ergeben sich ganz automatisch als natürliche Zuflugstrassen: für die Hauptverbindungen die Donaulinie mit einem Uebergang zum Bodensee, die Rheinlinie, die Burgunderpforte mit einem Uebergang über das Plateau de Langres, gegen Paris, und endlich das Rhonetal von Genf abwärts. Das sind die gegebenen Hauptverkehrsrichtungen des internationalen Luftverkehrs der Schweiz;. Die Brennpunkte für den Grossdistanzverkehr ergeben sich nun da, wo die verschiedenen- Richtungen sich schneiden, und da, wo ein* günstige Verbindung mit dem Hauptbahnnetz besteht. In der Ostschweiz laufen verschiedene Richtungen in der Gegend von Zürich zusammen, am Rheinknie bei Basel befindet sich ein weiterer Schnittpunkt von Hauiptsträngen, und endlich südwestlich von Genf, beim Austritt aus der Talenge des Rhonetales, kreuzen sich wiederum internationale Transitlinien. Bern, Zentrum des von den drei internationalen Kreuzungspunkten Basel, Genf und Zürich gebildeten Dreiecks, bildet einen Sammelpunkt für das Einzugsgebiet der mittleren Schweiz. Die Grossdistanzlinien, das internationale Luftverkehrsnetz der Schweiz, werden durch die Swissair betrieben. Das Netz der Sammellinien, insbesondere die Anschlüsse der Bundesstadt an die internationalen Grossdistanzverbindungen, besorgt die Alpar Bern. Die Sclrweiz führt zum erstenmal in diesem Jahr einen Nachtpostkurs von Basel nach Frankfurt, wo der Anschluss an das ausländische N'achtpostnetz gesichert wird. Briefschaften gelangen mit der ersten Austragung an den Empfänger in Frankfurt, Köln, Berlin, Paris, London, Brüssel. In modernen Staaten mit einem hochentwickelten Verkehrsnetz von Schienensträngen und Strassenzügen, lässt sich der Luftverkehr in seiner Entwicklungsperiode nicht als eigenwirtschaftlicher Körper organisieren. Das Interesse der Oeffentlichkeit am Luftverkehr kommt daher in Subventionen zum Ausdruck. In der Schweiz werden die Luftverkehrslinien durch den Bund, die interessierten Kantone und Städte subventioniert, je nachdem ob die betreffende Linie mehr dem Lande im allgemeinen oder den einzelnen Land-esteilen und Städten im besonderen Vorteile bietet. Von allen europäischen Flug-Gesellschaften arbeiten die schweizerischen Luftverkehrsunternehmungen am billigsten. Der Subventionsanteil, der auf einen Streckenkilometer entfällt, nimmt ständig, wenn auch langsam, ab. Eigeneinnahmen der Gesellschaften und Subventionen nähern sich einem vernünftigen und tragbaren Verhältnis. Vor einem zu raschen Subventionsabbau möchte ich aber warnen, denn die Gesellschaften sind heute noch nicht stark genug, um bedeutende Verkehrsrückschläge ohne gewaltigen Schaden zu nehmen, ertragen zu können. Zu rascher Abbau der Staatshilfe führt ferner zu verhängnisvollen 'Sparmassnahmen, die eine Gefährdung der Sicherheit im Luftverkehr nach sich ziehen und die Existenz des Luftweges direkt in Frage stellen. Die schweizerische Luftverkehrspolitik verfolgt ferner die Förderung der Interessen des Fremdenverkehrs durch Verkürzung der Reisezeiten. Gegenkurse zu den nach aussen führenden Frühkursen werden im wesentlichen dem Fremdenverkehr nach der Schweiz dienen. Da sie in der Regel die Schweiz erst in den späten Nachmittagsstunden erreichen, können bei Ausnutzung der ganzen Tageslänge Distanzen' bjs über 1000 Kilometer zurückgelegt werden. Für Zeittren, die weniger weit entfernt von unseren Landesgrenzen liegen, sind die Startzeiten um die Mittagszeit für den Fremdenverkehr besonders gerne gesehen. Verlässt man z. B. Budapest um 13.15, Wien um 14.50, Berlin um 14.05, Amsterdam um 12.20, London um 13.00, so erreicht man Zürich und Basel um die 18.00 Stunde, Bern um 19.00, Genf um 20.00 Uhr. Die Reise nach der Schweiz, unter Ausnützung der Tageslänge, kann aber schon in Bukarest, Sofia, Belgrad, Oslo, Danzig, Kopenhagen, Barcelona oder Rom angetreten werden. Um den fremden Gästen den Aufenthalt in der Schweiz auch in finanzieller Hinsicht zu erleichtern, wurden Retourbillette sowie Abonnemente eingeführt. Von grosser Bedeutung für den Fremdenverkehr ist die Förderung von Weekendflügen aus europäischen Hauptzentren durch Einsatz von Grossund Riesenflugzeugen mit 20—40 Passagierplätzen. Die Imiperial Airways Ltd. hat mit bestem Erfolg im Laufe der vergangenen Flugsaison zwischen London, Paris und Basel derartige Flüge durchgeführt. In Erweiterung dieser kursmässigen Weekendflüge sind Sonderweekendskurse anzustreben für Reisegruppen, die für diesen Zweck besonders organisiert werden. Diese Sonderkurse können bis in die nächste Nähe der ausgewählten Kurorte oder Fremdenzentren geführt werden. Die Landungsstelle wird naturgemäss mit den vorhandenen Flugplätzen zusammenfallen. Für die Ostschweiz dürfte Zürich, für die Mittelschweiz Bern und für die Westschweiz Lausanne heute die normale Eingangspforte darstellen. In ihrem eigenen Interesse sollten die Fremdengebiete die Flugplatzfrage in der Nähe der Kurorte ernstlich prüfen. Für Graubünden ist ein Projekt, einen Landungsplatz in Ragaz-Maienfeld zu schaffen, der Realisierung nahe. Für das Engadin könnte in Samaden ein Sotnmerflugplatz geschaffen werden. Im Winter sind bei günstigen Schneeverhältnissen und guten meteorologischen 'Situtionen Landungen auf dem St. Moritzersee möglich. Interlaken, Ausgangspunkt der Berner Oberlandbahnen, dürfte in der Lage sein in Zusammenarbeit mit den oberländischen Fremdenorten die Flugplatzfrage für die Zukunft zu lösen, durch Schaffung einer zweckentsprechenden Anlage. Da, wo es trotz Kleinflugzeug und gewiegten Piloten nicht geht, wird die Technik neue Mittel schaffen müssen. Das Autogiro, das Windmühlenflugzeug, welches auf geringster Fläche starten und landen kann, ist heute in seiner Entwicklung so weit fortgeschritten, dass praktische Versuche für seine Verwendbarkeit in der Schweiz an Hand genommen werden können. Die Alpar beabsichtigt mit einem derartigen Windmühlenflugzeug Versuche zu unternehmen. Nach meinem Dafürhalten ist die Durchführung eines Zubringerdienstes bis zu den Kurorten selbst in der Regel Sache der Luftverkehrsunternehmungen. Sie verfügen über eine bewährte Organisation, beschäftigen erfahrenes Personal und benützen nur erprobtes Material. Eine Arbeitsaufstellung nach Einzugsgebieten dürfte zweckmässig sein. Voraussichtlich wird dieser Zubringerdienst im Gegensatz zum regelmässigen Betrieb des Luftliniennetzes in der Form eines Bedarfsverkehrs aufgezogen werden. Da die Grosszahl unserer Fremdenorte sich in, den Alpen befinden, spricht auch die jeweils herrschende Wetterlage für diese Verkehrsform. Eiile* isnge Zusammenarbeit zwischen den örtlichen Hotelverbänden, Verkehrsvereinen, Reisebüros, den Flug-, Bahn- und Strassenverkehrs-Unternehmungen ist Vorbedingung für das Zustandekommen einer derartigen Organisation. Internationale Sportanlässe, die in Kurorten und Fremdenzentren zur Durchführung gelangen, üben bekantlich eine grosse Anziehungskraft aus. Bei derartigen Anlässen werden auch Sportflieger von nah und fern mit ihren eigenen Flugzeugen eintreffen. Das Einschalten von Spezialkursen mit Grossflugzeugen soll aber auch Reisegruppen die Möglichkeit geben, den Sportanlässen beizuwohnen, ohne viel Zeit dafür opfern zu müssen. Der Luftverkehr hat auch für seine eigene Werbung vermehrte Sorge zu tragen. Meetings, Passagierflüge, Vorführungen und Attraktionen erfüllen den Zweck der breiten Oeffentlichkeit, den Stand der Luftfahrt vor Augen zu führen. VerkehTSreklame durch das Luftbild zählt zu den wirkungsvollsten Formen der Propaganda. Luftbildprospekte erinnern immer wieder weiteste Kreise an. den dritten Weg, die Luftstrasse. Die Luftreklame durch Bild, Schlepptuch mit Inschrift oder Zettelabwurf ist eine neue, immer häufiger von Handel und Industrie benützte Reklameform. Schlussfolgerungen und Postulate. Ich habe mich bemüht, den Zweck der Schweiz. Luftverkehrspolitik darzutun. Drei Postulate möchte ich zum Schluss an die zuständigen Behörden, Organisationen und Verbände richten: 1. Propagandistisches. Die schweizerische Verkehrszentrale soll den Luftverkehr in ihren gesamten Propa.gandaaktionen ednbeziehen. Hierfür wird in zweckmässiger Weise eine enge Zusammenarbeit mit der Schweiz. Luftverkehrsunion anzustreben sein. 2. Organisatorisches. Der internationale Luftverkehr der Schweiz ist einer Gesellschaft zu übertragen. Mit dem innerschweizerischen Verkehr ist zufolge seiner grundsätzlich anders gearteten Struktur eine andere Gesellschaft zu beauftragen, deren Organisation sie befähigt, nötigenfalls auch im internationalen Verkehr mitzuwirken. Der Bedarfsverkehr, wie Weekendflüge, saieoninässige Zubringerdienste, Flugveranstaltungen etc., ist nötigenfalls lokalen Luftverkehrsunternehmungen zu überlassen. Handele- und Industriekreise, sowie Verkehrflverbände, welche ein besonderes Interesse an der Gestaltung des Liniennetzes und des Flugplanes haben, sollen sich an der nationalen Luftverkehrekonferenz vertreten lassen. 3. Finanzielles. Das bisherige System der Betriebsbeiträge des Bundes, der Postverwaltung und angeschlossenen Zentren ('Städte und Kantone) soll grundsätzlich beibehalten und mindestens in bisheriger Höhe gehalten werden. Die Finanzierung der verschiedenen Flugverbindungen der Bundesstadt im Anscbluss an das internationale Luftverkehrsnetz soll auch von Seiten des Bundes sichergestellt werden. Analog wie im Bahnverkehr soll der Bund eine Beitragsleistung für Fernreisende des Luftverkehrs in Aussicht nehmen. Alle drei Postulate gehen vom Gesichtspunkt aus, die Mittel, die uns zur Verfügung stehen, möglichst rationell auszunützen zum Wohle und Ansehen unserer Schweizer Luftfahrt. Grosser Preis von Montreux organisiert durch die SECTION VAUDOISE des A.C.S. 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Bern, Dienstag, 29. Mai 1934 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 44 „Public enemy Nr. 1" Wie Dillinger Bandit wurde. Nicht die Politik, nicht die Massnahmen dos Präsidenten Roosevelt, nicht die Ereignisse Europas beherrschen in diesen Wochen Amerika. Nein, die Geisse] der Furcht und des Schreckens schwingt über den U. S. A., der waghalsigste, skrupelloseste und gefährlichste Verbrecher, den das an Banditen so reiche Amerika, ja wohl sogar die Welt, bisher gesehen hat: John Dillinger. Es ist eine aussergewöhnliche Geschichte, die diesen heute 33 Jahre alten Mann in die Verbrecherhöhlen Chicagos jagte und zum c public enemy Nr. 1 » stempelte. Die amerikanischen Blätter erzählen sein Leben wie einen Roman zur allgemeinen Abschreckung. Seltsame Jugend* Vor 33 Jahren wurde er geboren, als Sohn eines Kolonialwarenhändlers, der noch heute lebt und 72 Jahre alt ist. Im Kreise einer tiefreligiösen Familie wuchs John mit fünf Geschwistern auf. Seine Mutter war früh gestorben, er kannte sie nicht mehr, aber seine Stiefmutter wurde von ihm verehrt. Als er dreizehn Jahre alt war, verzog der Vater nach Indianapolis. John half ihm auf der Farm, die der Vater inzwischen gekauft hatte. Noch bevor John 20 Jahre alt war, heiratete er ein Mädchen von 16 Jahren, mit dem er zur Schule gegangen war und die ihn wegen seiner in der Umgegend bereits sprichwörtlich gewordenen Kräfte bewunderte. Aber im gleichen Jahre kam er auch zum ersten Male mit jenem Manne zusammen, der ihn mit der Verbrecherwelt in Berührung bringen sollte. Es war ein Strafentlassener. £)ie beiden wurden Freunde, gingen miteinander aus, und eines Tages liess sich John herbei, im Trunk einen Kaufmann zu überfallen und zu berauben. Zerknirscht trat er am nächsten Tage vor seinen Vater und gestand. Dieser schickte ihn sofort zur Polizei, wo John seine Aussage wiederholte. Zehn Tage später verkündete der Richter eine Strafe, die das amerikanische Gesetz für Minderjährige zulässt und die unwahrscheinlich grausam sein kann. John Dillinger wurde verurteilt, von 10 bis 21 Jahren in einem der staatlichen Erziehungshäuser zu verbringen. Von 10 bis 21 Jahren — das hiess eine Strafe abzubüssen, deren Ende nicht vorauszusehen war. Sein Kumpan aber, der — weil er bereits die Volljährigkeit erreicht hatte — nicht ins Erziehungshaus gesteckt werden konnte, erhielt nur vier Jahre Gefängnis. Man sagt, dass erst die von ihm als ungerecht empfundene Verschiedenheit der Strafen Dillinger zum wirklichen Verbrecher gemacht hat. Trotz seines Geständnisses, trotz seiner Jugend und trotz seiner offensichtlichen Reue sollte er 11 Jahre abgeschlossen von der Menschheit verbringen! Unnötig, zu sagen, dass er alles verlor. Seine junge, von ihm verehrte Frau Hess sich von ihm scheiden, niemand wollte ihm helfen, seine Zukunft war zerstört. Revolte im Erziehungshaus. Dauernd schlug er sich, beleidigte jedermann, verstiess ohne Unterlass gegen alle Der Bauer im Gewitter Von Heinrich Zillich. Der schwarze Rauch der Wolken, schwemmt sich frei Vom Kamm der Berge in die Abendflur. Der Bauer wirft die letzte Gabel Heu Mit langen Armen auf die hohe Fuhr. Ins Kummet stemmen sich die Rosse schwer. Die Deichsel schwingt. Vom Wege wirbelt Staub. Der Donner geht am Himmel hin und her Und brüstet sich und fällt die Ohren taub. Kein Räderknarren hört der Bauer mehr. Er blickt hinauf aus altem Väterbann Ins Schild, das ihm den Saatengott verdeckt. Der wie ein Krieger dröhnt zur Schlacht heran. Der Bauer spricht: Wie gross du dich gereckt, Eh du die Saat zerstörst in blindem Zorn. Da stampfst du her und weisst es selber nicht, Dass du dich wiegst als feuchtes Mark im Korn, Dass du mit rauhen Grannen schütz'st die Frucht, Die jetzt dein Hagel in den Halmen bricht. Du segnest dich und bist von dir verflucht. Ich aber sammle, was du schwellst ins Licht, Die reife Frucht und feg die faule fort. Ich bin dir treu, du aber bist es nicht. Ich sprech zur Schöpfung stumm ein letztes Wort. Ich weiss den Zweck, du rührst nur deine Kraft. Du bist voll Untat, die ich nie begeh'. Und doch fügst du mir zu das Wohl und Weh. Ich bin nicht mehr als einer Dolde Schaft. Tief hinter deinem Walten glänzt ein Kern, Des letzten Sinnes heisse Ewigkeit. Ob du ihn spürst? Mir ist er ewig fern. Ich bin das nahe, er die Ueberzeit. Und wie er will, so wachsen du und ich. Drum bin ich klein und du so fürchterlich. Der Bauer schlägt das Kreuz in Blitz und Wind. Er ballt die Faust, die jählings segnend hält. Sein Antlitz ist von Hass und Scheu zerspellt, Darüber Regen oder T/a,ne nn]nt. ,^,!; Regeln der Hausordnung. Schliesslich war es nötig, ihn ins Staatsgefängnis zu überführen, wo er nunmehr mit den schlimmsten Verbrechern der amerikanischen Grosstädte in Berührung kam. Hier erhielt er den Elementarunterricht für sein Banditendasein, mit dem er acht Jahre später beginnen sollte. Denn nach dieser Zeit wurde er begnadigt. Seine von ihm geradezu angebetete Stiefmutter starb. Noch rechtzeitig hatte man ihm im Gefängnis von ihrer schweren Krankheit Kenntnis gegeben, in einem Auto raste er an ihr Krankenbett, doch er kam zehn Minuten zu spät. John Dillinger schien ein neues Leben zu beginnen. Er half dem Vater wieder auf der Farm, ging am Sonntag morgen in die Kirche und bat den Kaufmann, den er einst überfallen, um Verzeihung. Aber alles war nur Pose. Acht Wochen später schreckte das kleine Städtchen Mooseville über einen ausserordentlich kühnen Bankraub auf. Zwei Männer hinter dem Schalter mussten den Widerstand gegen den mit einem Maschinengewehr eindringenden Räuber mit dem Leben büssen. Der Täter? John Dillinger. Noch vier kleine Banken wurden von ihm beraubt. Dann hatte er genug Geld beisammen, um sich, wie das der Ehrenkodex amerikanischer Banditen verlangt, ein kleines Waffenarsenal zuzulegen und seinen Einzug in die gefürchtete Verbrecherwelt von Chikago zu halten. Doch dort begegnete man ihm zunächst noch mit Skepsis. Was dieser Stockamerikaner bisher getan, war in den Augen dar zumeist romanischen «anerkannten» Banditen, deren Familien erst vor wenigen Generationen eingewandert waren, alles nur Gesellenstücke, doch kein Meisterstreich. Aber auch dieser sollte nicht lange mehr auf sich warten lassen. Der Meistercoup. Das Staatsgefängnis von Indiana zählt zu den gefürchtetsteu von USA. Es steht inmitten weisser Sanddünen, und wenn die sommerliche Sonne die Schieferdächer beschejnt, so herrscht dort eine supertropische Hitze, die schon oftmals mehr als einen der Gefängnisinsassen zum Wahnsinn getrieben hat. Eines Tages verlässt eine grosse Limousine, deren Fenster verhängt sind, einen Vorort von Chikago, Richtung Indiana. Dreimal auf dem Wege macht sie halt. Dreimal entsteigt ihr John Dillinger, um Banken zu berauben. Denn bares Geld ist, was die Gangster von Amerika am stärksten benötigen. Mit ihm bestechen sie und beschaffen sie sich Informationen und Waffen. 48 Stunden nach der Ankunft John Dillingers in Indiana inszenierten fünfzehn Schwerverbrecher einen Aufstand. Sie sind plötzlich schwerbewaffnet, und es ist ihnen ein Leichtes, die Gefängniswachen zu überrumpeln. Sie springen in vier bereitstehende Autos, deren Motor ununterbrochen gelaufen ist. Die Wagen rasen unbehelligt davon. In einem befindet sich der Gefängnisdirektor, den man als Geisel mitnahm, im anderen der Mann, der die ganze Flucht ermöglicht hatte, indem er Waffen ins Gefängnis schmuggeln konnte — John Dillinger. Jetzt hatte Dillinger alles, was er wollte, Geld, Waffen, einen Namen, der Furcht einflösste. Fünfzehn Sträflinge standen unter seiner Gewalt und unter seinem Kommando, die vor nichts zurückschrecken würden, und die weder Furcht noch Skrupel kannten. Dillingers Krieg gegen die verhasste amerikanische Polizei konnte beginnen. Und so wurde Dillinger zum Staatsfeind Nummer 1. Die Legion marschiert... Von Paolo Zappa. Schluss *) Das Aufschlagen des Lagers geht mit einer Schnelligkeit vor sich, die den Legionären und den Wüstenreisenden eigen ist. Die Männer wickeln den Barda auf und rollen die Zeltwände auseinander; je vier knöpfen sie zusammen und richten die Zeltpfähle auf. Sobald sie ihr Leinwandhaus errichtet haben, werfen sich die Legionäre zur Erde, todmüde von dem langen Marsch, mit wundgescheuerten Schultern von den Riemen des Barda, den sie nie ablegen. Sie werfen sich einer neben den andern hin und schlafen auf dem Sand ein. Sie kommen aber noch nicht zur Ruhe. Die Sergeanten laufen zwischen den Zelten herum, um die Corvees (Wasserund Brennholzholer) und die Wache zusammenzustellen. « Auf, Ihr Faulpelze! Ihr glaubt wohl, Ihr seid auf dem Meer! » Menü, der Aelteste und Clairon des Bataillons, durfte nicht für Corvees oder zur Wache bestimmt werden. Er hatte einen Liter Wein bestellt, den er, auf der Erde sitzend, in kleinen langsamen Schlucken austrank. *) Siehe auch A. F. Nr. 42. F E U I L L E T O N Die ewige Wahrheit. Roman von Oskar Sonnlechner. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Er habe sich dazu verpflichtet gefühlt. Dachte auch an eine Aussprache mit diesem Herrn. Allein sie erwies sich als undurchführbar, denn er erfuhr, dass dieser abgereist. Nach Italien. Am gleichen Tage wie die gnädige Frau. Natürlich nur ein Zufall, aber doch sehr merkwürdig. Die Augen des Assistenzarztes sahen in einer verzerrten Fratze forschend nach ihm. Was nun geschah? Der Professor wusste es selbst nicht, wie es dazu kam. Ohne ein Wort der Erwiderung hatte er ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen, dass er in die nächste Zimmerecke flog. Der Lumpenhund... Was er getan, er bedauerte es nicht. Es wäre vielleicht vernünftiger gewesen, mit einigen scheinbaren Scherzworten darüber hinwegzugehen, noch nie hatte er sich zu etwas Derartigem hinreissen lassen, aber die Nerven waren ihm durchgegangen. So ein Schuft! Die Ehre seiner Frau! Als er seine Wohnung betrat, war sein erster Schritt zur Vitrine. Der Ring fehlte. Sein Platz war leer Das war gestern. Heute war seine Frau angekommen. Hier in seinem Zimmer dämmerte er nun in seinen Gedanken vor sich hin, und eine einzige Frage türmte sich vor ihm auf. Was tun? Die vergangenen Jahre seiner Ehe standen vor ihm auf, eines Glückes, das er nie so empfunden, wie jetzt, wo ihm die Gefahr drohte, es mit eigener Faust zertrümmern zu müssen, in der Erkenntnis ihrer Schuld. Ungelöst war für ihn diese grösste aller Fragen. Viel sprach gegen sie — aber nicht alles! Sollte er nach dem letzten Glied in der Kette der Beweise forschen... ihrem eigenen Geständnis? Sie würde mit keiner Lüge vor ihm flüchten, er kannte sie. Was dann? Für immer würde er sie verlieren .. sein Stolz.. sein Lebensinhalt... sein Alles... die einzige Frau, für die er etwas empfunden. Mehr wie eine Frau war sie ihm geworden. Seine treue, aufopfernde Freundin, seine hingebende Lebensgefährtin. Sein Halt im Leben! Selbst die Erfolge seines Strebens glaubte er ihr danken zu müssen, wenn er bedachte, mit welcher liebevollen Sorgfalt sie ihn umgab, wie sie jeden Schatten um ihn verscheuchte, sich tausende Male bückte, um jedes Steinchen auf seinem Lebenswege wegzuräumen. Alles... nur eines nicht... sie verlieren müssen! Nur eine Lösung sei denkbar! Für sie und für ihn. Fort von hier! Fort von hier! Ueberdies dürfe er eines nicht vergessen. Seine Stellung im Leben! Seinen Namen dem Hohn der Oeffentlichkeit preisgeben. Jeder Makel, der seine Frau traf, musste auf ihn zurückfallen, und dies gerade in dem Augenblicke, wo er im Begriffe stand, sich zu den höchsten Zielen seiner Lebensarbeit emporzuringen. Sollte er mit den Fingern auf sich zeigen lassen? Durfte er jedem Erstbesten das Recht einräumen, mit einem Lächeln des Bedauerns und des Mitleides auf ihn herabzusehen? Eines aber war es vor allem, was ihn anderseits beruhigte. Das Bewusstsein, ihr immer ein musterhafter Ehegatte gewesen zu sein, der sich nichts in seinem Gewissen vorzuwerfen habe. Nichts hatte er neben seiner Arbeit gekannt, wie sie. In dem Augenblicke, in dem er die Feder niederlegte, war sie sein erster Gedanke. Nichts kannte er, wie sie allein. Nicht wie andere Männer, die lieblos... Lauschend hob der Arzt den Kopf. War das nicht ein Geräusch an der Türe? Er drehte mit einem raschen Griff die Tischlampe an und sah nach der Uhr. Drei Uhr morgens. Jetzt wieder. Wie wenn Schritte gingen. Gespannt horchte er na,ch der Türe, sah, wie sich die Türklinke bewegte, langsam öffnete sich die Tür... seine Frau stand vor ihm ... blass, übernächtig, dunkle Schatten unter den Augen. «Enid! Ich dachte dich lange schlafend.» Sie schüttelte den Kopf. «Ich konnte nicht, Piet. Ich fand dein Bett unberührt, ich wollte mit dir noch plaudern, um mir über meine schlaflosen Stunden hinwegzuhelfen.» In ihren müden, abgehärmten Zügen tat sie ihm leid. Er nahm sie liebevoll beim Arm und führte sie zu einem Stuhl. «Einige Minuten darfst du mit mir plaudern, dann aber heisst es, zu Bette gehen. Für mich gilt das gleiche. Ich bin aus dem gleichen Grunde wie du noch wach. Verschiedenes in meinen Arbeiten geht mir durch den Kopf. Du kennst das doch bei mir.» Er räumte Nippesgegenstände von der Tischplatte, nahm die Tischdecke ab und breitete sie ihr über die Knie, damit sie in ihrem dünnen Schlafrock nicht friere. Sie nickte mit einem dankbaren Lächeln. «Ich dachte, Piet, dass du mir böse bist, weil ich ohne deine Einwilligung verreiste, allein...» Er wusste, der grosse Augenblick war gekommen, von dem alles abhing, der für seine Zukunft entschied, und so fand er die Kraft zu lächeln. Er durfte jetzt das Gleichgewicht nicht verlieren. «Aber Kindchen, warum soll ich dich in deiner Freiheit beschränken. Vor allem bin ich dir zuerst eine Aufklärung schuldig. Ich telegraphierte dir noch von Batavia den Tag meiner Ankunft. Ich sehe, das Telegramm kam nicht an. Dadurch dieses Missverständnis.» (Fortsetzung folgt.)