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E_1934_Zeitung_Nr.044

E_1934_Zeitung_Nr.044

« Die acht Leute, die

« Die acht Leute, die vermisst sind,» verkündete er mir, « sind als Deserteure erklärt worden. Der Korporal, der sie während der decrochage befehligte, hat ausgesagt, sie hätten, anstatt ihm zu folgen, das Käppi weggeworfen. » Das Käppi wegwerfen bedeutet desertieren. « Gibt es viele Deserteure? » « Vier bis fünf am Tage, durchschnittlich in den sechs Regimentern. Legionäre, die nie versucht haben, zu desertieren, sind selten. Natürlich die ausgenommen, die sich hier verbergen wollen oder die, die sich zur Legion geschlagen haben, weil es für sie keine Hoffnung mehr gibt und auf der ganzen Welt niemand nach ihnen fragt.» Er hat recht. Nach vierzehn Tagen denken die Bleus an nichts anderes als ans Ausreissen. Die Langweile des Dienstes, die fuchtbar strenge Disziplin, die den Menschen in eine Maschine verwandelt, ertöten allmählich jede Begeisterung für das afrikanische Leben und rauben ihm jeden malerischen Reiz. Und dazu kommt dann das Cafard (das « Wüstenweh », eine durch die Landschaft hervorgerufene unendliche Melancholie, das graue Elend). Der Cafard ist ein wunderbarer Tonverstärker für alle Platten, von denen das Lied der Enttäuschung aufklingt. Und so fliehen sie denn. Sie kehren aber bald zurück, verraten, niederträchtig behandelt und beraubt von den Arabern, die sie kriecherisch den Gendarmen überliefern, um die Belohnung einzustecken; sie kehren mit gebundenen Händen, halbtot vor Hunger und Durst, völlig erschöpft durch die Anstrengungen, nach Sidi-bel-Abbes zurück, wo vor erschreckten Augen ein Adjutant in einer merkwürdigen Liste blättert und darin ihre Namen mit einem dicken blauen Stift ausstreicht. Einmal hat so eine Flucht von jungen Legionären, die gerade die zweite Rate ihres. Handgeldes bekommen hatten, ein viel tragischeres Ende genommen. Im Jahre 1917 wunderten sich die Gendarmen von Lamoriciere sehr über die ungewohnte Gegenwart von Urubus, einer Art von Raben, an den Ufern des Ued Isser. Sie veranstalteten ein paar Streifzüge und fanden bald am Ufer des Ued zahlreiche Leichen von Legionären. Eine sofort angestellte Untersuchung führte zur Entdeckung der Urheber des Verbrechens: der Araber. Sie hatten die Legionäre mit dem Versprechen, sie auf Kamelen nach dem spanischen Marokko zu bringen, an das Ufer des Ued gelockt. Dort aber wurden sie von Helfershelfern, die sich hinter grossen Bäumen versteckt hatten, erdolcht und ihres Geldes beraubt, worauf man die Leichen in den Fluss warf. Nach 14 Tagen Gefängnis und 30 Stunden Pelotte finden sich im allgemeinen die jungen Legionäre mit ihrem Schicksal ab und versuchen, wenn es irgend möglich ist, die fünf Jahre- verlorenes Leben wenigstens ohne Erschütterungen und Störungen hinter sich zu bringen. Trotzdem bleiben viele auf immer verliebt in das, was die Gefangenen « La belle » nennen. Diese desertieren und werden gefangen, desertieren von neuem und werden von neuem gefangen. Und ihr Vertrag geht nie zu Ende. Nichts hält sie zurück, weder das Strafregiment in Biribi noch die Drohung mit Cayenne. In Marräkesch habe ich einen Legionär kennen gelernt, der viermal desertiert war. In zwölf Jahren hatte er noch nicht seine fünf vertragsmässigen Jahre abgedient. Er war ein kleiner, vierschrötiger junger Kerl, der einen sehr klugen, aufgeweckten Eindruck machte. Beim letztenmal hatte er schon geglaubt, das Abenteuer zum glücklichen Ende gebracht zu haben. Er war auf spanisches Gebiet gekommen. Unglücklicherweise bilden die fünf Kilometer vor und hinter der Grenze eine neutrale Zone, in der nach einem Sonderabkommen Frankreich und Spanien gegenseitig ihre Deserteure austauschen. Dort nahmen ihn spanische Gendarmen gefangen. « Warum desertierst du immer wieder?» fragte ich ihn. «Beim erstenmal bin ich nicht einmal 50 Kilometer weit gekommen, beim zweitenmal 150, beim dritten war ich nur noch 20 Kilometer weit von der Grenze, beim vierten hatte ich sie schon überschritten, beim fünftenmal wird's-mir gelingen. » Es geht mit dem Desertieren der Legionäre so, wie es mit allen Dingen im Leben geht: viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt. Der Erfolg hängt von der Stellung des Regimentes ab, von dem Amt, das der Legionär innehat, von seiner körperlichen Widerstandsfähigkeit, seinem Willen, seiner Entschlusskraft, seinem Schwung und seiner Phantasie und vor allem seinen Geldmitteln. Die Legion unterliegt denselben Gesetzen wie jede andere Einrichtung. E« gibt ruhige Zeiten und Zeiten der

1934 AUTOMOBIL-REVUE EDEEP HDBOE Die Silhouette am Tag ist schlank; mag man noch soviel von den nach rückwärts und vorne laufenden Aermeln. den Kapuzenund Kummetkragen, von riesenhaften Directoirerevers sprechen, — auf der Strasse sieht die elegante distinguierte Frau einlach aus. Ein schöner Fuchs ist die Akzentuierung der Silhouette. Die abendliche Silhouette kehrt nach den erweiterten Schultern und Aermeln wieder zum ursprünglich klassischen Dekollet6 und den schmälen Achselspangen zurück, die am wenigsten die schöne Linie der Frauenschultern stören. Die Form des Dekolletes ist nicht das Wichtigste. Die schönsten Abendkleider sind aus weichfaWenden, grobund tiefgekreppten Stoffen gearbeitet, die an Baumrinde, Honigwaben, Gummibadeschwämme und weiss was noch erinnern. Die nächstschönen sind aus gilänzenden schweren Satins gearbeitet, in deren S IE B TS DP/^dD Modische Silhouetten Farbenskala heute jener Ton vorherrscht, der französisch «bleu glacier > und englisch < ice-blue » genannt wird, jenes eigentümlich schillernde Blau der Eisblöcke, formal undi kühl, zu dem unweigerlich geschminkte Lippen und Nägel gehören. Ergänzungsfarbe: Silber. Die Röcke aller Abendkleider sind unterhalb der Knie sehr reich erweitert, mindestens 60 Prozent haben Schleppen. Ganz junge Mädchen tragen — wie immer übrigens — Kleider aus Chiffon, aus Organza, einem unglaublich dünnen und zarten Organdi. Zum Kostüm werden reizende, nach Art der englischen Norfolkjacken geschnittene Jäckchen getragen. Mit Gürtel, dem Körper angepasst, mit zwei oder vier Taschen, zwei an der Brust, die andern zwei bis tief am Rand der Jacke aufgesetzt. Zu diesen Jacken ist auschliesslich der Schal zulässig, ein Fell ist ganz unmöglich, wenn auch zugegeben werden muss, dass unzählige Pariserinnen dessenungeachtet auch zu diesen Jacken den Fuchs nicht ablegen. Raglanärmel an Kleidern. Blusen und Mänteln werden weiter getragen. Dunkelblau ist beinahe zur Uniform geworden, besonders in der Zusammenstellung mit Garnituren aus weissem Pique 1 . Eine Uniform allerdings, vor der man nicht zurückzuschrecken braucht, wenn man einen wirklich guten Stoff und ein genügend dunkles Blau wählt. Imprime in bunten und? farbenfreudigen Mustern, Streublumen grösserer und kleinerer Art, Wellenlinien., zu Streifen und Karos zusammengestellt, erscheint zumeist als Ensemble, wobei der Mantel entweder aus GUMMIMATTEN dem doppeltgelegten Stoff oder mit abstechendem- Material gearbeitet wird, wodurch der Sitz besser sein kann. Sehr beliebt sind die dreiteiligen Ensembles, die kurze Jacke und langen Mantel zugleich haben. Anliegende Mäntel, mit und ohne Gürtel, mit breiten Directoirerevers, sieht man immer wieder, aber es scheint, dass gerade der Umstand, dass sie so überaus chic sind, ihre Lebensdauer beschränken wird, zumindest für die wahrhaft distinguierten Frauen. Den dieser Chic ist so billig. Luxus und Geist sind in Knöpfen, Spangen und Schliessen der Gürtel, den Klipsen und all den übrigen Details vereinigt. Holz wird immer zugänglicher, ist nicht mehr so teuer wie in den ersten Exemplaren, und besonders an Leinenkileidern wirken die Holzschliessen und grossen Holzhaken, die wirklich neu sind, sehr gut Eine andere Neuheit sind Verschlussgegenstände aus Muscheln aller Formen und Sterne und Blattgebilde aus Nickel und vergoldetem Metall. Grosse Glasknöpfe erscheinen mit gemalten Blüten und sehen zu Kleidern aus Baumwollstoffen sehr gut aus, Spangen und Monogramme, die an Gürteln und Taschen getragen werden, sind neuestens aus zartem Wachsleinen in allen Farben gearbeitet. Tupfenmuster kehren wieder und versprechen den Frühling und Sommer mit unzähligen kleinen und grösseren Punkten zu überschütten. Am häufigsten kommen diese Tupfen an den Schals, an Handtaschen zur Geltung. Nicht zu vergessen an die — Schuhe, die man aus den gleichen Leinen anfertigen lässt. aus dem die Handtasche Billige Ferien e gearbeitet ist. All dies ist schon dagewesen, nur soll es heuer noch populärer werden und — billiger. Der Fuss sieht in dem getupften Schuh besonders niedlich aus. Neben dem Tupfenmuster werden Schalls aus gestreiftem Leinen bevorzugt, auch hier wieder Uebereinstimmung mit der gestreiften, grossen, flachen Tasche. Für den Abend gibt es ein Organdi, das mit Gold- oder Silberfäden durchwebt ist oder mit Gojdtupfen oder Kreuzchen gestickt. Auch mit Sternchen oder winzigen Blüten. Die Kleider aus diesem Material sehen für die ganz Jungen geradezu märchenhaft aus. Jetzt werden auch sehr duftige Blusen zu «französisch» gearbeiteten Wollkostümen aus Organdi £ttragen. Die schmälste Taille von England. In einer Modenschau solte eine junge Dame im Hochzeitkleid einer Braut erscheinen, die vor 71 Jahren getraut worden war. Das, Kleid — eine wunderbare Schöpfung der viktorianischen Schneiderkunst, über und über mit blassen Orangenblüten besetzt — mass indes nur 40 cm in der Taille. Es fand sich niemand, der zierlich genug wäre, um in Grossmutters Brautkleid hineinzuschlüpfen. Die schlanksten Mannequins von 1934 wurden herangeholt, aber es ging ihnen wie den Schwestern Aschenbrödels mit dem goldenen Schuh — sie waren alle nicht zart und schlank genug. Endlich meldete sich ein« 17jährige Dame, die auf den Namen Angeäa Booth hört. Mit Leichtigkeit schlüpfte sie in das Wunderwerk der Schneiderkunst hinein und trug das Kleid mit grosser Anmut. Alle englischen Blätter bringen natürlich das Ein Geschenk der Natur. 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