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E_1934_Zeitung_Nr.052

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Empfehlenswerte Walliser

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Inhaber: MAURER-SPÖRI. AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N° 52 er Länge zugeben. Den Gürtefzwei Finger breit unter der Taille tragen. Die Aertnel über den Ellbogen verlängern oder noch darüber hinaus. Etwas gezogen die Schulenpartie. Die Bluse für jedermann ist da! Schlau muss man sein und sich zu helfen wissen. Wo ist die Frau, die dies nicht versteht ? Kommende Mode-Neuheiten ? Immer wieder wird die Wiederkehr jener unseligen, dicht unter den Knien verengten Humpelröcke prophezeit, die in den Tagen etragen wurden, da die Brüder Wright sich mit ihrem vorsintflutlichen und dabei so achtunggebietenden Eindecker hoch oben in den Wolken produzierten. Diese «jupes entravees » sollen nun angeblich wiederkommen. An solchen Prognosen pflegt immer ein Körnchen wahr zu sein. Die Logik hat ja in der Mode niemals eine absolute RoMe gespielt. Die unterhalb des Kreuzes gehäufte Garnierunig, die enorm erweiterten Schultern und die Ballonärmel, die noch vor ganz kurzer Zeit so sehr bewundert wurden, waren um nichts weniger lächerlich als die verengten Röcke, die die Trägerin zmm Trippeln nötigen. Bei alledem gibt es immer einen Trost: man muss ja nicht mittun. Aussendem hängt die Wiederkehr einer Art neuen Empires in der Luft. Hochgeschobenor Gürtel und viereckiger Ausschnitt (allerdings nur vorne) mit zierlichen Rüschen umrahmt. Eigentlich müsste dieses viereckige Decollete nach unten verbreitert sein. Gewissermassen eine Quadratur des Halbkreises. Statt dessen steht uns aber eine Quadratur des «V» bevor, also ein sich nach unten verengendes Quadrat. Es ist zweifellos, dass das Pittoreske des neuen, modisch abgewandelten Empires zahreiche Anhängerinnen namentlich unter jenen Frauen finden würde, die eine Neigung zu romantischen Trachten haben und sich darin gefallen, wie jemand auf einem alten Bilde auszusehen. Womöglich wie die Recamier oder die Kaiserin selbst. Dem Empire entsprechendes Material wird schon längst vorbereitet: denn was wirkt stilechter als alle die steifen, an Atlas mahnenden Satins und die luxuriösen Stoffe in allen Farben, die mit goldenen und 1 silbernen Tupfen, Sternchen und dessinbildenden Kleinigkeiten geziert sind ? Samtbänder und Spitzen werden als Aufputz dieser neuen Bmpirekleider in Aussicht gestellt, als deren Ergänzung M. Antoine schon längst die lackierten Löckchen ersonnen hat, die sich an Schläfen und Stirne schmiegen. Ballonarme!, die man in der Mitte abbindet, so dass durch diese Teilung zwei regelrechte Püffchen entstehen, sehen in duftigen Stoffen und an jugendlichen grossen Erscheinungen sehr reizvoll aus. Stickereistoffe und 1 Organdis vertragen gut diese ausladenden bauschigen Aermel, besonders, wenn auch die Rockverarbeitung mit der Stoffülle oben herum übereinstimmt, der Rock also weit, volantund rüschembesetzt ist. Ein Taftumhang von jener verschollenen biedermeierlichen Anmut, die immer wieder entzückt, bildet Schmuck und Vervollständigung sommerlicher Abendkleider. Dieser Taftkragen, der knapp die Schultern bedeckt, der einfarbig, geblümt oder kariert ist, ist mit breiten, schweren Plisseevolants umrandet, häufig auch mit einer reich plissierten Rüsche am Hals, die das Gesicht anmutig einrahmt. Taschentuchmoden Das Taschentuch ist etwa 400 Jahre alt. Die Jahrtausende vorher haben sich ohne diesen uns heute zur Selbstverständlichkeit gewordenen Gegenstand durchgeholfen. Doch war das Taschentuch im 16. Jahrhundert auch noch mehr eine Forderung des Anstandes, die nich allgemein erfüllt wurde, und später hat man lange dieses Tuch lieber als Schmuck denn in der Praxis benutzt. Die Humanisten, die dem Volk nicht nur eine neue Bildung, sondern auch ein gesittetes Wesen lehren wollten, kommen in ihren Katechismen des guten Tones häufig auf das neuartige Ausstattungsstück zu sprechen. So wird einmal gefragt: «Ist's etwa höflich, mit dem Barett oder dem Rock die Nase zu schneuzen ? » Und die Antwort lautet: «Nein, denn solches gehört sich zu tun mit dem Fazilletlein; so aber andere Leut* anwesend, soll sich der Knabe fein umkehren und sauber machen. > Der Name deutet schon darauf hin, dass der Ursprung des Taschentuches in Italien zu suchen sei, denn dort heisst es «Fazzoletto». Wir finden denn auch zunächst in den Trachtenbüchern der Hochrenaissance die Damen mit einem solchen Tuch in der Hand — und augenscheinlich nicht wenig stolz darauf — dargestellt. Die gleiche Zier erscheint in den deutschen Trachtenbildern bei Jost Amman und Valentin Weigel. Die Tücher waren vielfach so kostbar, dass ihr häufiger Gebrauch sich schon von selbst verbot; sie bestanden aus feinster Leinwand, waren von zarten Hohlsäumen eingefasst und mit kostbaren Spitzen besetzt; sie wurden mit Gold- und Silberstickerei ausgestattet, mit kleinen Quasten, Perlen oder Goldrosen verziert und waren auch in bunten Farben gehalten, wenn die Damen sie zu bestimmten Toiletten trugen. Die Herren statteten sich ebenfalls mit solchen Schmucktüchlein aus. Die Schönen verwendeten ihre Taschentücher weniger zum Säubern der Nase, wozu wohl immer noch der Aermel herhalten musste, als zur Behandlung des Gesichtes, denn in den verschiedenen Rezepten für wohlriechende Wasser, die den. Teint verschönern sollten, wird immer wieder gesagt, dass man die «Schnaubtücher » damit tränken solle ; die Tücher hielten die Essenz sechs Monate lang. Solche duftenden « Schnüffeltücher» wurden « mouchoirs de Venus » genannt, waren aber bald nur den vornehmen Kreisen gestattet Die Kleiderordnungen -vom Ende des 16.Jahrhunderts beschäftigen sich schon eingehend mit dem Taschentuch-Luxus und verbieten besonders den unteren Ständen, Taschentücher zum Geschenk für Brautleute zu verwenden. In der Magdeburger Ordnung von 1583 wird festgesetzt, dass ein «Schnüffeltuch» für vornehme Leute nicht über anderthalb Taler wert sein dürfe; der gemeine Bürger soll bei Geldstrafe keine Tücher tragen, die mehr als einen halben Taler, der Dienstbote keine, die mehr als halbe Gulden kosten; Stickereien von Gold und Silber sind für die Taschentücher der niederen Klassen gänzlich verboten. Das Schmuckruch hat sich zwar auch weiterhin bis in unsere Zeiten erhalten, aber in der Hauptsache ist das Taschentuch heute ein unentbehrlicher Gebrauchsgegenstand, wenn es auch freilich stets den Geboten der Mode unterworfen blieb. Ein gewisser Luxus herrscht noch heute, und die elegante Dame, die sorgfältig darauf achtet, dass alles Beiwerk harmonisch zu ihrer Toilette abgestimmt ist, wendet dem Taschentuch besondere Aufmerksamkeit zu. Die Taschentuch- Moden fordern bald grössere, bald kleinere Formen, schreiben die Säume, die 'Muster, die Stickereien und Buchstaben vor; ja selbst von der viereckigen Gestalt weicht man ab, und das modernste Chiffon-Taschentuch, das sichtbar am Handgelenk befestigt wird, ist kreisrund. Die billigen Tücher sind natürlich aus festen einfachen Stoffen mit schlichter Stickerei und Säumen, die mit der Maschine genäht werden. Aber das feine Taschentuch hat eine mit der Hand gearbeitete Rollnaht, die ebenso praktisch ist wie der gewöhnliche Saum und häufigem Waschen sogar besser handhält. Das feine Herrentuch hat exotische Muster und passt sich in seinen bunten Tönen der übrigen farbigen Wäsche an. Das zarte Leinen der Damentücher ist durch feinste Durchbrucharbeit belebt; die Buchstaben fügen sich der komplizierten Linienführung ein. Farbige Leinentücher, die recht gross sind, harmonieren mit der Kleidung. Die kleine Straussfedern-Krause wird nicht nur in Form der « Stola», also eigentlich unabhängig von dem betreffenden sommerlichen Abendkleide, sondern auch fest montiert als eigenartige Umrahmung des Ausschnittes getragen. Von rückwärts wirkt diese knapp am Halse anliegende Federnpartie genau wie die sonst üblichen Rüschen, während die Feder vorne gewissermassen als Träger des Abendkleides verwendet erscheint. Zu mittelfarbigen Sommerabendkleidern nehmen sich heller-abschattierte Federn vorzüglich aus, so dass man etwa zu mitternachtsblauem Materiale mattblaue Federn wählt, während zu schönem Flussgrün zart-graugrüne Federn das Richtige sind. Ein schwarzes Kleid mit weisser Feder zählt natürlich zu den erprobten, sicheren Effekten ! W. U. 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No 52 — 1954 AUTOMOBIL-REVUE 17 Im Auto auf den Spuren Goethes durch die Schweiz Achtung! Wir drehen das Rad der Zeit um 140 Jahre zurück... In Schaffhausen hielt eine stattliche Karosse und ihr entstieg ein noch stattlicherer Herr mit lebhaftem Gang und munterem Blick, der auf den Namen Johann Wolfgang von Goethe hörte. Schuhe und Kleider waren zwar von der Reise ziemlich verstaubt, was jedoch nicht hinderte, vom Kellner mit einem tiefen Bückling empfangen zu werden; denn wer in einer Karosse vorfährt, ist der Gäste schlechtester nicht, und die Aussichten für ein tüchtiges Trinkgeld waren vorhanden. Nachdem Goethe eine ganze Masse von Mineralien und Pflanzen, die Ausbeute der Reise, sorgfältig etikettiert hatte, machte er sich daran, seine weiteren Reisepläne auszuarbeiten. Denn damals war noch nicht an jeder Ecke ein Wegweiser angebracht, der hilfsbereit dem Reisenden beistund, und eine grössere Fahrt musste wohl vorbereitet werden, wollte man zur Zeit am vorgesehenen Ziel anlangen. Das wusete Goethe, und am andern Tag trat er mit einem gut durchdachten Programm in der Tasche seine Fahrt durch die Schweiz an. So begann er seine Schweizerreise, die heute klassische Berühmtheit besitzt. Meistens, wenn über die Geschichte des Alpinismus geredet wird, fängt es irgendwie so an: cSchon der grosse Goethe erkannte die Schönheit...» Den Spuren eines berühmten Mannes zu folgen, ist sicherlich ein schönes Unterfangen. Zwar mag vielleicht die Kombination Goethe-Auto etwas sonderlich erscheinen, aber nichtsdestoweniger: Teils durch das schöne Vorsommerwetter begünstigt, teils um einen langgehegten Plan zu verwirklichen, machten wir uns eines schönen Sonntags mit dem Auto auf den Weg. Unser Baedeker für diese Reise ist Band Nr. 25 von Goethes sämtlichen Werken, Inhalt: SchweizeTreise. In der andern Tasche ist der GH-Touring; denn Automobilist und GH-Touring ist so ziemlich ein Begriff und gehört zusammen wie das Benzin sum Auto: beide dienen dazu, dass die Fahrt läuft und nicht stocken bleibt. Also bewaffnet nahmen wir die Verfolgung von Goethes Spuren auf. Der Weg führte uns, getreu den Aufzeichnungen Goethes folgend, zuerst an den Rheinfall bei Neuhausen, der gleich, wie er Tag fürgerade jetzt eine Fahrt nach Pilatus-Kulm. — Die Tag, Jahr für Jahr ungeheure Wassermassen in vergangenen wannen Tage haben der jungen Alpenflora zu stärkstem Blühen verholten. Sogar die son- seinen Strudel zieht, auch auf uns einen anziehenden Einfluss ausübte. Es ist ein erhabenes Schauspiel, diesem Tosen der Elemente beizuwohnen, wo nenbeglänzten Felsen werden durch die Farbenflecke der Polsterpflanzen belebt. Ganz besonders berühmt «es wallet und siedet und brauset und zischt» ... ist dessen unendliche und berauschend schöne Fernund Rundsicht. Für den Besucher dieses Berges Dann ging unsere Fahrt weiter auf der schönen Strasse Jestetten-Rafz-Eglisau-Bülach. Es war geradezu eine Freude, wie unsere zehn Pferdchen munter durch die Landschaft galoppierten, so dass es kaum verwundern mag, uns nach Ablauf von nicht einmal einer Stunde in Zürich zu sehen. Die Stadt war noch in feierlicher, sonntäglicher Ruhe, besonders die Aussenquartiere schienen wie ausgestorben Vor uns dehnte sich die glitzernde Fläche des Zürichsees aus, die durch die dunklen Bergmassive im Hintergrund einen wirkungsvollen Abschluss erhielt. Es lockte uns, das Beispiel von Goethe zu befolgen, der, wie er schreibt, «bei heiterem Wetter seeaufwärts fuhr».' Da wir aber nicht zu viel Zeit zur Verfügung hatten, mussten WIT der Versuchung widerstehen und begnügten uns deshalb damit, auf unserer Benzinschwalbe dem linken Seeufer entlang zu gondeln. Wir passierten Männedorf und gelangten bald nach Stäfa, wo Goethe einige Tage bei seinem Freund Meyer zubrachte. Da er dann zu Schiff den See überquerte, mussten wir auch irgendwie das jenseitige Ufer zu erreichen suchen, wozu uns der Damm von Rapperswil nach Pfäffikon sehr gelegen kam. Wir passierten Wollerau, nicht weit davon entfernt liegt bekanntlich der kleine Hüttnersee, wo es «gute Krebse und Fische gibt», was den Feinschmecker zu allerlei Kombinationen berechtigt. Einsiedeln war natürlich für den kunstverständigen Goethe eine erwünschte Stätte, aber er beklagte sich, man hätte ihm den Kirchenschatz nur zum Teil gezeigt unter dem Vorwande, dass man nach einem Diebstahl die besten Sachen beiseite gebracht habe. Von Einsiedeln aus führte die Strasse dann durch die abwechslungsreiche Landschaft des Kantons Schwyz, wobei sie bald etwas stieg, dann wieder abwärts ging, so dass die Aussicht stets einen sehr mannigfaltigen Aspekt bot. Prächtig war der Ausblick, den wir vom Sattel aus genossen. Zu unseren Füssen lag die Ebene des Loweraersees, und im Dunst konnte man auch d«n Anfang des Zugersees erkennen. Uns gegenüber baute sich das Rigimassiv auf, das in den obern Regionen noch von leichten, weissen Nebelschwaden eingehüllt war, so dass sich nur schwach die Konturen des Rigikulm vom Himmel abhoben. Als Goethe nach der Weite des Weges bis nach Schwyz fragte, antwortete ihm ein Hirtenknabe: «Sie brauchen wohl anderthalb Stunden, wir aber knebeln ihn wohl in einer Stunde hinunter». Wir mit unserem Auto knebelten ihn in fünf Minuten. Schwyz, überragt vom Grossen und Kleinen Mythen, lag bald hinter uns, und mächtig ausholend, strebten wir dem Urnerland zu. In A11 d o r f schalteten wir eine kleine Pause ein, dann ging die. Fahrt weiter. In ruhig harmonischer Arbeit klomm unser Wagen immer höher und höher, ohne uns auch nur einmal im Stiche zu lassen. Das Dörfchen Amsteg schien uns in seiner Bauart ganz einen italienischen Einschlag zu haben. Dann nahte W a s s e n , ein reizender Flecken mit schöner Kirche. Wassen ist eigentlich an sich nicht sehr berühmt, sondern mehr durch die Eisenbahn, die hier bizarre Schleifen bildet. Bei Gösohenen begann die romantische Schöllenensohlucht, durch die das wilde Bergwasser der Reuss daherbrauste. Wie sehr angenehm es sein muss, in dieser engen Feieschlucht äul eine Herde von zirka 50 Kühen zu stossen, kann sich der Leser, der vielleicht selbst über diebezügliche Erfahrungen verfügt, leicht ausmalen; aber schlussendlich gelangten wir doch noch nach Ander m a 11. Die Sonne schien hell und überflutete mit ihren goldenen Strahlen die grünen Wiesen des Urserentales. Und genau so wie zu Goethes Zeiten drohten die himmelragenden Felswände und grüssten die weissen Firne. Unwillkürlich denke ich an das Bibelwort in der 'Schöpfungsgeschichte: «Tausend Jahre sind für den Herrn wie ein Tag». Hundertfünfzig Jahre bedeuten in der Geschichte der Welt nichts. Wohl haben die Grenzen geändert, wohl sind neue Städte entstanden, aber das sind gleichsam nur Oberflächenersoheimmgen und ganz ohne Tiefe, denn die Natur ist noch die »nau gleich«, wie eie vor 160 Mbscmi was. Tourismus In Hospental setzten wir uns zum Mittags tisch nieder und machten uns alsohald schleunigst auf die Rückreise, denn die Sonne hatte schon sei geraumer Zeit den Mittagspunkt überschritten, und wir wollten noch heute zurück nach Schaffhausen kommen. Ir llotteT Fahrt ging es wieder talabwärts und dem Vierwaldstättersee entlang bis nach G e r s a u, von wo aus wir uns mit der Autofähre nach Beckenried überführen Hessen. Wir konnten hier leider nicht mehr genau den Spuren Goethe, folgen, da dieser für Schillers Teil in den Innerkantonen noch eifrigen landschaftlichen und urkundlichen Studien oblag. Wir kamen beim schmucken Dorf Buochs und dem interessanten Flecken S t a n e vorbei und überquerten dann den • Isthmus» von Stansstad. Rasch gelangten wi nach Hergiswil, bekannt als Ausgangsort der Pilatusbahn, deren kühne Anlagen wir bis fast au den Pilatus-Kulm verfolgen konnten. Bald hatten wir die bekannte Sommerfrische Horw erreicht, und von hier war es nur noch ein Sprung bis hinein nach Luzern. Auf schöner Strasse surrten wir dem See entlang. Bald tauchte auch Küssnacht auf. Hie: merkten wir, dass die Hohle Gasse und die Teils kapelle nicht nur historische Stätten sind, sondern auch als schöne Aussichtspunkte bezeichnet werden können, von wo aus man eine schöne Rundsicht über die Bucht von Küssnacht geniesst. In Immensee bestieg Goethe wieder das Schiff, wir aber mussten uns ans Auto halten und gelangten auch auf diesem Weg über Arth, Waich wi 1 nach Zug. Ueber B a a r, Sihlbrugg, H o r g e n nahm un sere Reise den Fortgang, und als wir Zürich erreichten, war bereits die Nacht hereingebrochen So fuhren wir auf dem kürzesten Weg über Win terttmr-Andelfingea zurück nach Schaffhausen, Wir hatten in einem Tag eine Reise ausgeführt, für die seinerzeit Goethe einen ganzen Monat brauchte, und für die er •wie für eine Expedition ausgerüstet sein musste. Job will allerdings nich behaupten, daee wir gleichviel von der Landschaft profitierten. Unser Erlebnis war gleichsam nur ein stenographiertes, aber das ist eben der Geist unserer Zeit. 1z. Vom Pilatus. Besonders reich an wirksamen Kontrasten ist bietet sich bei klarem Wetter ein Naturbild von unbeschreiblicher Pracht. Und wer sich Zeit nehmen darf, eine Nacht auf Pilatus-Kulm zuzubringen, der kann das Schauspiel des Sonnenauf- und -Unterganges gemessen. Welt und Hochgebirge sind nie majestätischer als im Kommen und Gehen des Tages. So wird jedem Besucher von Pilatus-Kulm die Bergfahrt ein „Fest der Freude" sein. Durch die dieses Jahr neuerdings stark reduzierten Taxen der Pilatus-Bahn ist es jedermann, auch Gesellschaften und Schulen mit bescheidenen Reisekassen, vergönnt, die genussreiche Fahrt auf den Pilatus zu unternehmen. Pontresina, alpiner Kongressort. Zwei grosse alpinistische Veranstaltungen werden diesen Sommer den Namen Pontresinas als Bergtourenzentrum internationaler Bedeutung festigen: Am 6. und 7. September findet hier die V. Generalversammlung der Internationalen Union Alpiner Verbände (Union Internationale des Associations Alpinistes — U. I. A. A.) statt. Pontresina wird die hohe Ehre zuteil, die Vertreter der Alpinen Verbände der ganzen Welt anlässlich der ersten Generalversammlung, die auf Schweizer Boden abgehalten wird, willkommen heissen zu dürfen. Vorgängig der Generalversammlung der U. I. A. A. findet, beginnend am 2. September, eine grosse Tourennoehe statt, an welcher sich ausser den Kongressteilnehmern auch Mitglieder aller alpinen Verbände, die der U. I. A. A. anSeschlossen sino, beteiligen können. TOPSENSPRECHSAAL TEL 28 222 BERN Touren-Antworten Der Tourenonkel besitzt von allen grossen Durchgangsstrassen und landschaftlich interessanten Routen vorgedruckte Itinerarblätter mit Kilometrierung und Angabe von Sehenswürdigkeiten usw., die er jedem, der eine Tour unternehmen will, gratis zusendet. T. A. 961. Reist man in Spanien sicher? Sie können ganz ohne irgendwelche Bedenken eine Reise nach Spanien, antreten; man ist dort ebenso sicher wie bei uns. Es ist von unzähligen Spanienreisenden, die ich kenne, noch niemals eine Klage laut geworden, dass die Sicherheit irgendwie zu wünschen übrig gelassen hätte. Es stimmt zw-ar, dass die politische Lage in Spanien noch nicht ganz stabil ist, aber darin liegt für den Ausländer nicht das geringste Gefahrenmoment. Den einzigen Ratschlag, den ich Ihnen, geben kann, ist der, nicht bei Nacht zu fahren; denn irgendwelche Umtriebe werden, wie ja überall, immer durch die Dunkelheit begünstigt. Als deutsche Staatsangehörige müssen Sie für Frankreich Ihren Pass noch visieren lassen, für Spanien ist das Visum nicht mehr notwendig. Touren-Fragen : T. F. 962. Was ein Schweizer in fünf Tagen von Deutschland gesehen haben muss. Ich möchte eine kurze Ferienreise von fünf Tagen nach Deutschland machen. Können Sie mir ein Tourenprogramm zusammenstellen, das all die Sehenswürdigkeiten berücksichtigt, die ein Schweizer von Süddeutschland gesehen haben muss ? Das Schwarzwaldgebiet kenne ich bereits von einer frühem Reise her. Th. I. in B. PILATUS (2132 m ü. M.) höchste und interessanteste Aussichtswarte am Vierwaldstättersee. PILATUS-KULM wird von Alpnachstad, an der Brünigstrasse, mit der kühnsten und interessantesten Zahnradbahn der Welt in 70 Minuten bequem erreicht. Garagen in Alpnachstad. 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