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E_1934_Zeitung_Nr.052

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 52 Büchertisch Reise ans End« der Nacht. Roman von Louis Ferdinand übliue. 600 Seiten. Verlag Jul. Kittels Nachfolger, Mährisch-Ostau-Prag. — Der Name Louiß Ferdinand Celine steht schon seit einiger Zeit im Mittelpunkte zahlreicher literarischer Auseinandersetzungen. Für weite Kreise, die die Fiktion einer heute gültigen Moral und Ordnung aufrecht erhalten wollen, wirkt er wie ein rotes Tuch — und andere feiern in diesem Celine, hinter dem sich das Pseudonym des Pariser Oberarztes Destouchee verbirgt, einen neuen grossen Naturalisten, der an die bedeutendste Epoche der französischen Literatur erinnert. Man darf es schon aussprechen: Celine hat mit seiner « Voyage au bout de la nuit » (die deutsche Uebensetzung «Reise ans Ende der Nacht» wurde >von J. Grünberg besorgt) einen der seltsamsten, gleichzeitig erschütterndsten und abstossendsten Romane geschaffen, der seit Jahren erschienen ist. «Reise ans Ende der Nacht» — völlig imaginäre Reise, die vom Leben zum Tode führt! Der dunkle Vers der Schweizer Garde 1793 in Paris ißt dem Buch vorangestellt: < Nötre vie est un voyage dans l'hiver et dans la nuit >. Das Dunkel in dem dieser Roman versinkt, droht mit unerbitterlicher Konsequenz schon von der ersten Seite an. In nihilistischer Resignation bekennt der Verfasser: Menschen, Tiere, Städte und Dinge — alles ist nur Einbildung... Welch ein Bekenntnis eines entwurzelten Menschen unserer Zeit! Celine hat auf alle Fälle den bewundernswerten Mut, die Konsetnenzen unserer modernen Weltanschauung zu ziehen, die den Materialismus zum Eigenzweck erhob, und .das Leben völlig irdisch machte. Seine phantastische, an den Grenzen des Irrsinns hingleitende Geschichte reisst die verhüllenden Schleier der Konvention und der Lüge weg, um das Chaos und die Finsternisse der Nacht aufzudecken. Diese menschliche Reise führt in keinen gnadenvoll verheissenen Himmel und in keinen tröstlichen Abend, der schon von den Strahlen eines Jenseits umleuchtet ist. Das Leben er- stirbt in den Kloaken 'der menschlichen Niedrigkeiten, in den Schwächen und Krankheiten unserer Zeit. Celine weiss es, dass vielen modernen Menschen kein helles licht mehr Trost verheissen kann, denn an diese Helle zu glauben oder sie gar zu erkennen, bedeutete schon die Negierung der gegenwärtigen wirtschaftlichen, eozialen, politischen und religiösen Situation. Was dieser verzweifelte Dichter unternimmt, ist nur der bescheidene Versuch, das menschliche Leben nach jenen Ideen zu gestalten, wie sie etwa Oswald Spengler vertritt, oder wie sie in anderer Form im Bolschewismus zu Tag-e getreten sind. Der Mensch — der hohem Orientierung beraubt, die ihm damit die Bewältigung seines niederen Trieblebens verunmöglicht — endet im Chaos des Materialismus. Und darum breitet Celine vor seinen erschreckten Lesern dieses Inferno von Krieg, Irrenhaus, Urwaldhöllen, Dirnenhäusern, Großstadtkloaken und Vorstadtspitälern aus. Der Weg dieses modernen Wanderers an allen Stationen des Leidens vorbei? Bardamu — so ist der Name der Hauptgestalt — erlebt die Furchtbarkeit des Weltkrieges, rettet sich dann in die Feigheit, und vegetiert in unsagbar abstosseaden Spitälern und Sanatorien des Hinterlandes herum. Eine rasende Lust, sich in die fragwürdigen Zwischengebiete des Lebens zu stürzen, treibt ihn nach dem Kongogebiet, wo er den Zusammenstoss der modernen Zivilisation mit der ursprünglichen Welt der Eingeborenen erlebt. Später wirft ihn das Schicksal nach New York und Detroit, wo er zum Zuhälter wird. Nach einiger Zeit findet man diesen trostlosen Wanderer durch die Hinterhöfe des Lebens wieder in Paris. Hier macht er sein Doktorat als Mediziner und wird Arzt in einem Armeleuteviertel. Alles Elend, aller Schmutz und alle Gemeinheiten der ganzen Welt scheinen sich in seinem Wartezimmer zu stauen. Das Buch lässt Bardamu in der völligen Nacht eines Irrenhauses end«n, wo er als Assistent sich den Wahnsinnigen am vertrautesten fühlt. Daa ist diese grauenvolle Reise durch die Nacht der Zeit, dieser Aufschrei eines modernen Zivilisationsmenechen, der die Sonne nicht mehr sehen kann, der die Menschen nicht mehr liebt, für den die Natur zu einem unheimlichen Bäteel wird, und der sich in seinen wild gewordenen Trieben nicht mehr zurechtzufinden weiss. Man darf sich wohl die Frage etellen, wozu ein solches Buch gut sein soll, das in seiner Art geradezu genial ist, aber nur den einen Zweck erfüllen kann, den Leser bis auf einen gefährlichen Grad der Verzweiflung an sich selbst und an der Umwelt zu bringen. Bei allem Negativen besitzt disses Buch den einen ungeheuren Vorteil, mit schonungsloser Offenheit in die Abgründe unserer Zeit hinabzuleuchten. Einer Philosophie und einet Psychologie, die in starrem intellektuellem Denken erfroren sind, wird dieses Buch als die beste Ergänzung gegenübergestellt, und jeder Leser wird sich wohl erschüttert eingestehen, dass diese Rebellion im Tiefsten berechtigt ist. Mit zynischem Hohn schreit Coline seine Anklage an die heutige Welt heraus, und gerade seine ungeheure Offenheit und sein einseitiger Fanatismus, nur das Dunkle zu sehen, müssen zn innerer Einkehr und zum Willen «ur Wandlung führen. Diese Anklage ist Verzweiflung und ein Fragen nach dem Ausweg. Die Antwort kann nicht von heute auf morgen gegeben werden, aber es ist doch gut, die Hintergründe der Zeit zu erkennen, bevor an jenen Neuaufbau geschritten werden darf, der sich heute überall in einem gewaltigen Umbruch am Horizonte anzeigt. ho. Atmungs-Gymnastik, wie sie sein soll. Eine praktische Atemschule mit 45 Bildern. Von Heinz Eschwege. Süddeutsches Verlagshaus, G. m. b. H., Stuttgart. — Richtiges, gesundes Atmen ist die Voraussetzung für körperliches und seelisches Wohlbefinden. Wer falsch atmet und wer nichts tut, um die Muskulatur seiner" Atmungsorgane zu kräftigen, muss allmählich mit einer 'Selbstvergiftung des Körpers rechnen; denn allen Krankheitskeimen ist dadurch ein günstiger Nährboden bereitet. Darum empfehlen wir die Lektüre dieser praktischen Atemschule; sie gibt eine genaue Anleitung in Wort und Bild. Die in allen Einzelheiten beschriebenen Uebungen sind von Aerzten als aufbauend, fcräftigrend und entspanaead empfohlen werden. Humor D«r Kanarierv-Goldfisch. 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N° 82 — 1934 ÄTJTOMOBTT>EEVU0 Ii Sp> '«eck al Anfrage 417. Autovermietung mit Kasko-Versicherung. Ein Fahrer, der von mir einen Waten mit Tages-Kasko-Versicherung gemietet hatte, fuhr im angetrunkenen Zustande in einen Baum und demolierte mir dabei den Wagen. Die Kaskoversicherung will nur die Hälfte des Schadens auf eich nehmen wegen Selbstverschulden des Fahrers Ist die Kasko-Versfcherung nicht zur Tragung der gesamten Reparaturkosten verpflichtet, wobei ihr ein Regress auf den angetrunkenen Fahrer zusteht? H. R. in Z. Antwort; Aus den mir zugestellten Unterlagen, ergibt eich; dass nicht Sie selbst die Kaskoversicherung abgeschlossen haben, sondern der Mieter, und dass demzufolge Versicherungsnehmer der Wagenmieter i6t- Der Standpunkt der Versicherungsgesellschaft ist deshalb rechtlich haltbar. Art. 14, Abs. 2 des Versicherungsvertraggesetzes bestimmt nämlich, dass wenn der Versicherungsnehmer oder der Anspruchsberechtigte das Ereignis grobfahrlässig herbeigeführt hat, die Versicherung berechtigt ist, die Leistungen entsprechend dem Masse dieses groben Verschuldens eu kürzen. Trunkenheit wird nun ganz zweifellos als ein grobes Verschulden bei der Herbeiführung eines Unfalles anzusehen sein, und demzufolge kann die Versicherung einen Abzug machen. Ohne genaue Kenntnis der Akten und Kenntnis des Unfallherganges ist es nun natürlich nicht möglich, festzustellen, ob ein Abzug von 60 Prozent gerechtfertigt ist. Anders würden die Verhältnisse liegen, wenn nicht der Mieter Versicherungsnehmer wäre, sondern Sie selbst als Vermieter. In diesem Falle hätte die Versicherung «den Schaden voll zu decken, da Sie Versicherungsnehmer sind und Sie selbst den Unfall nicht grobfahrlässig herbeigeführt haben. Der Versicherung :würde dann das Recht zustehen, vom Mieter eine anteilstnäesige Beteiligung zu verlangen. Im VOTliegenden Fall bleibt aber nichts anderes „übrig, als dass Sie den Mieter für den Ausfall, der von der Versicherung nicht getragen wird, haftbar machen. Anfragt 418. Sehschärfe. Vor zirka einem (Monat erhielt ich eine Anstellung als Mechaniker •and Postchauffeur. Vorher musste ich mich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Ohne irgendwelche Bemerkung seiteng des mich untersuchenden Arztes, dass etwas nicht einwandfrei sei, wurde die Stelle angetreten. Nach zirka 8 Tagen erhielt mein Arbeitgeber aus Bern Bericht, dass ich infolge ungenügender ^'-Sehschärfe (I. 0,7, r. 1,5) nicht als Postchauffeur **.arwendet werden dürfe; auch sei mir verboten, private Personenfahrten auszuführen. Die Postprüfung hatte ich mit Erfolg bestanden. Schon seit zirka 15 Jahren fahre ich Auto ohne jegl. Unfall und bin Militärfahrer. In der gleichen Ortschaft gibt es Chauffeure, die gewerbsmässig Autofahrten ausführen und die an einem Auge blind sind. A. F. in M. Antwort: Mangelnde Sehschärfe kann als körperliches Gebrechen im Sinne von Art. 9, AL 2, MFG, zur Verweigerung des Führerausweises führen. Gemäss Art. 33, AI. 1, V. V. 0. zum MFG hat der amtliche Sachverständige eine summarische Prüfung von Sehschärfe und Gehör vorzunehmen. Im Zweifel wird der Bewerber zu einem behördlich bestimmten Arzt gewiesen. Besondere Grundsätze für die Beurteilung sind nicht aufgestellt. Der Grad der zulässigen Beeinträchtigung in der Sehschärfe hängt mit von den übrigen Eigenschaften des Bewerbers ab. Selbst Einäugige können aus diesem Grunde nicht ohne weiteres abgewiesen werden. Nun werden offenbar an einen Postchauffeur höhere Anforderungen gestellt, mit andern Worten: das Vorhandensein körperlicher- Gebrechen, —gleiche sonst der Erteilung des Führerausweises icht im Wege stehen, können hier zxrr Verweigerung des Ausweises führen. Auch für die gewerbsrnässige Ausführung von Personentransporten ist ein besonderer Führerausweis erforderlich. Dieser wird auf Grund einer speziellen Prüfung, deren Bedingungen vom Bundesrat festgesetzt werden, ausgestellt. Ob Sie von Direm Arbeitgeber gestützt auf das ungünstige Ergebnis der ärztlichen Untersuchung und die von der Postverwaltung daraus gezogenen Konsequenzen entlassen werden konnten, hängt zunächst von den Bestimmungen des Dienstvertrages ab. Wir kennen diese nicht. Sollten Sie nicht bloss auf die Probe angestellt worden sein, eo wäre zu untersuchen, ob Ihr Dienstherr aus wichtigen Gründen vom Dienstvertrage zurücktreten konnte. Ob die Tatsache, dass Sie auf einem Auge schlecht sehen und infolgedessen als Postchauffeur nicht in Betracht kommen, als wichtiger Grund betrachtet werden kann, müsste der Richter entscheiden. * H«isn«l