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E_1934_Zeitung_Nr.054

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 54 Schweizer Carrosserle. Noch immer können wir es nicht verstehen, dass durch die letzthin beschlossene Liquidation der Martini AG. der Bau von Schweizer Personenautomobilen endgültig aufgegeben sein soll. Es ist tief bedauerlich, dass es der schweizerischen Volkswirtschaft durch eine zielbewusste Unterstützung durch Behörden und Automobilisten nicht gelungen ist, die Preisgabe der einst — um die Jahrhundertwende — blühenden Personenwagenindustrie zu verhindern. Unser Industriestaat besitzt heute keine eigene Personenwagenindustrie mehr, und dies im Zeitalter des Motors! Wir sind dem Auslande tributpflichtig geworden, und Millionen Schweizerfranken rollen jährlich ins Ausland; sogar unsere Militärverwaltung ist für die nächste Zukunft bei Personenwagen vom Auslande abhängig. Ob dies gut und notwendig war, möge jeder besser selber entscheiden. Vor kurzem, als die Standardisierung im Automobilbau immer grössere Triumphe feierte, schien es, als ob die schweizerische Carrosserie-Industrie über kurz oder lang dasselbe Schicksal erleiden sollte. Die Sorge um unsere durch den Automobilimport verschlechterte Handelsbilanz, der Ruf nach Beschäftigung der Arbeitslosen und das Bestreben, unserm Lande wenigstens die Lastwagenindustrie zu erhalten, führten dann bekanntlich zu gewissen Importerschwerungen des Bundes gegenüber einigen Auslandsstaaten. Dank diesen wohlerwogenen Schutzmassnahmen ist es gelungen, den Niedergang auch der schweizer. Carrosserie-Industrie aufzuhalten und solche zu schöner Entwicklung zu bringen. In der Schweiz bestehen heute wiederum über 60 leistungsfähige Carrosseriebetriebe, welche in der Lage sind, ca. 3000 Arbeitern Arbeit und Verdienst zu geben. Der früher oft gehörte Vorwurf, die schweizer. Carrosserie-Industrie sei leistungsunfähig und viel zu teuer, sie verstehe die Serienfabrikation nicht und könne "nicht qualitativ so gut liefern wie das Ausland, ist auf einmal verstummt. Es hat sich gezeigt, dass lediglich die Preisgabe dieser Branche durch die Behörden während einigen Jahren den Niedergang der Carrosserie-Industrie in der Schweiz ins Rollen gebracht hatte; heute, bei einem bescheidenen, aber durchaus gerechtfertigten Schütze, ist eine bodenständige Industriegruppe zu neuem pulsierendem Leben erweckt worden. Es handelt sich nicht nur um die ca.. 3000 Arbeitnehmer, sondern es ist darauf zu verweisen, dass Hunderte von weitern Arbeitern beschäftigt werden in denjenigen Schweizer Betrieben, welche als Lieferanten der Carrosserie-Industrie in Frage kommen: Rosshaarspinnereien, Gummistoff-Fabriken, Beschlägefabrikanten, Glasindustrie, Spengler, Maler, Lederfabrikanten, Tuchfabriken etc. Die Schweiz. Carrosserie-Industrie stellt heute serienmässig mit viel Geschick und Erfolg Hunderte von rassigen Cabriolets für den Schweizermarkt her und zu Preisen und Qualität, die sich mit jeder ausländischen Konkurrenz messen dürfen. Eine relativ kleine Verteuerung des fertig car rossierten Wagens ist bedingt wegen der im Vergleich zum Ausland doppelt so hohen Löhne und der in der Schweiz allgemein — wenigstens im Vergleich zum Auslande — übersetzten allgemeinen Unkosten, eine Folge unseres hohen Lebensstan dardös. Dass auch der Staat nach Möglichkeit versucht, diesen immer mehr an Bedeutung zunehmenden Erwerbszweig unter den heutigen Wirtschaftsverhältnissen zu schützen, geht aus dem seinerzeitigen Erlass über eine 4Oprozenüge Zollrückvergütung hervor, und zwar für diejenigen importierten Automobilchassiß, die in unserem Lande carrossiert werden. Diese, im Zeichen der Unterstützung einheimischer Gewerbe und Erhaltung schweizerischer Arbeitskraft stehende Zollmassnahme versucht somit zum vorneherein dem Automobilimporteur einen finanziellen Anreiz zu verleihen, das hochstehende Carrosseriegewerbe der Schweiz zu berücksichtigen. Dass sich dieser Erwerbszweig mit der ausländischen Konkurrenz auf der ganzen • Linie hinsichtlich Qualität ihrer Produkte messen kann, ergibt sich deutlich aus den an internationalen Automobilausstellungen erzielten Erfolgen, Postautomobilverkehr und Zusammenhänge mit dem Autogewerbe. (Ing. Rob. Endtner, Abteilungschef bei der Generaldirektion PTT.) Wenn man vom Postautomobilverkehr spricht, denkt jedermann unwillkürlich an die Alpenposten, das heisst an jenen Zweig der Reisepost, der sich vorwiegend mit dem Fremden- und Touristenverkehr befasst. Von Lichtbildervorträgen und Zeitungsartikeln her ist ihm hauptsächlich diese Art des Postautomobilbetriebes bekannt. Neben den Alpenposten bestehen aber noch weitere Zweige des Postautomobildienstes, die weniger auffällig sind, für die keine Propaganda gemacht wird, jedoch ebenso unentbehrlich und wichtig sind. Jedermann kommt täglich, direkt oder indirekt, mit den Postautomobilen in Berührung, die ausschliesslich dem Postsachentransport vorbehalten sind und innerhalb von bestimmten Ortschaften verwendet werden. Sie besorgen zweierlei Verrichtungen: Den Uebermittlungs- und den Zustelldienst, die kurzerhand als Ortsdienst bezeichnet werden. Der Uebermittlungsdienst umfasst die Abholung von Briefen an den Briefeinwürfen, den Transport von Sendungen aller Art, wie Briefe, Drucksachen, Waren, Geld usw., die der Post zum Versand anvertraut worden sind, von den einzelnen Ortspoststellen zum Zentralpostamt oder zu einer Sammelstelle oder zum Bahnhof. Ferner die Abholung der für die bestimmte Ortschaft von auswärts mit der Bahn oder andern Verkehrsmitteln zu fahrplanmässigen Zeiten eintreffenden Postsendungen und deren Verbringung, sei es zur Zentralpoststelle oder an Postfilialen. Der Zustelldienst umfasst alle die dienstlichen Handlungen, die mit der Vertragung der Post, d. h. mit der Beförderung der Postsachen zwischen Poststelle und Postempfänger im Zusammenhang stehen. Sowohl Uebermittlungs- als auch Zustelldienst wurden früher, besonders an Orten, wo der Postverkehr einen bedeutenden Umfang angenommen hatte, mit Pferdewagen und an kleineren, verkehrsärmeren Orten mit Handkarren durchgeführt. Seit einer Reihe von Jahren jedoch verwendet die Postverwaltung für beide Dienstarten nicht allein in den grösseren Städten, sondern auch in kleineren Ortschaften Motorfahrzeuge; gegenwärtig in mehr als 30 Ortschaften. Den Anfang machte Zürich, wo am 7. Juli 1904 zum erstenmal die Abholung der Postsachen bei den Postfilialen mit einem Benzinfourgon besorgt worden ist. Während und besonders nach dem Kriege hatten die Schwierigkeiten, Futtermittel für die im Post- dienst verwendeten Pferde zu beschaffen, immer und im Winter aus den Fahrern, die nur im Sommer Saisonlinien, hauptsächlich die Alpenposten, grösseren Umfang angenommen. Der Pferdebetrieb gestaltete sich immer mehr unwirtschaftlich. führen müssen. Seitdem nun aber der Telephonund der Telegraphendienst und mit dem neuen Die praktischen Erfahrungen, die die Verwendung des ersten Benzinautomobils im Uebermittlungsdienst ermöglicht hatte, legten immer mehr die triebe und Verwaltungen ihre Wagen zur Kontrolle Automobilgesetz auch verschiedene andere eidg. Be- Motorisierung des Posttransportes nahe. Anderseits und Instandstellung der Post zur Verfügung halten müssen, ist diese Werkstätte auch über den erlaubten die damaligen Benzinpreise, die beschränkte Benzineinfuhr, ferner die Betriebsstörungen, die nur durch private Handwerker behoben im Jahr 1933 aus 23 Mann. In dieser Werkstätte Sommer im Betrieb. Das ständige Personal bestand werden konnten, und schliesslich auch die verhältnismässig schwierige Bedienung, nicht einen soforgeführt: wurden im gleichen Jahr 108 Hauptrevisionen austigen, allseitigen Uebertritt zum Automobildienst. an 71 Wagen des Postdienstes, Sobald in der Schweiz das erste brauchbare elektrische Fahrzeug konstruiert worden war, befasste an 8 Motorrädern des Telegraphen- und Tele- an 29 Wagen des Telegr.- und Telephondienstes, sich die Postverwaltung mit dem Gedanken, die finanziellen Vorteile des in der Schweiz leicht zu be- dazu 104 Teilrevisionen und grössere Reparaturen. phondienstes, schaffenden Betriebsstromes auszunützen. Sie Die Kursgruppen, selbständigen Linien und die machte einen ersten Versuch mit dem elektrischen Ortsgruppen haben überdies Garagen, verbunden Dreirad von Tribelhorn und wiederum war Zürich zur erstmaligen Verwendung eines neuen Verkehrsmittels bestimmt. Dies erfolgte am 1. Oktober 1916. Heute verkehren im* Ortsdienst rund 180 Benzinfahrzeuge und rund 80 elektrische Fahrzeuge. Wenn wir eingangs von Alpenposten und Reisepost gesprochen haben, so müsste nun hervorgehoben werden, dass der wesentlichere Teil des Postautomobildienstes gerade die Personenbeförderung betrifft. In Ausführung von Art 36. der Bundesverfassung, der lautet: «Das Post-und Telegraphenwesen im ganzen Umfange der Eidgenossenschaft ist Bundessache, ist der Postverwaltung durch das Postverkehrsgesetz vom 2. Oktober 1924 das ausschliessliche Recht verliehen worden, Reisende mit regelmässigen Fahrten zu befördern. Das nämliche Verkehrsgesetz bestimmt, dass für die gewerbemässige Reisendenbeförderung mit regelmässigen Fahrten Konzessionen erteilt werden können. Von diesem verfassungsmässigen Recht macht die Postverwaltung dadurch Gebrauch, dass sie die Personentransporte teils in Regie ausführen läset, d. h. mit Wagen und Fahrpersonal der Verwaltung; teils aber vergibt sie die Führung von Postkursen vertraglich gegen feste Zahlungen an Unternehmer — Fostautohalter genannt —, die mit eigenen, von ihrem Personal gesteuerten Fahrzeugen Postreißende und Postsachen befördern. Im Jahr 1932 Betriebslänge in Regie: 1156 km, während in Autohalterkursen. 2238 km. Oder sie erteilt an Privatunternehmungen Konzessionen, womit diese Unternehmungen zur regelmässigen und periodischen Beförderung von Personen auf Grund eines Fahrplans und eines Tarifs ermächtigt werden, dafür aber auf Verlangen der Postverwaltung verpflichtet werden können, Postsendungen aller Art mit allen fahrplanmässigen Kursen zu befördern. Die Motorsierung des Postbetriebes brachte die Notwendigkeit, für die laufenden Reparaturen und Revisionen der eigenen Wagen Werkstätten zu schaffen, die nicht nur für die sorgfältigste Bereithaltung, sondern auch für die rasche Instandstellung des Fahrmaterials aufzukommen haben. In Bern befindet sich die Hauptreparaturwerkstätte und die Hauptreserve. Die Reparaturwerkstätte besorgt im allgemeinen sämtliche grösseren Reparaturen und Revisionen der mechanischen Teile des Chassis, während die Karosserien durch Private repariert, revidiert und neu erstellt werden. .Das Personal dieser Reparaturwerkstätte rekrutiert sich aus den Ueberzähligen, dem Reservebestand ^nhan^evLuppelun^ mit kleineren Reparaturwerkstätten, die von einem verantwortlichen Garagechef geleitet werden. Aufgabe dieses Garagechefs ist es, den Betrieb seiner Gruppe technisch zu leiten, durch fortwährend guten Unterhalt der Fahrzeuge die Kilometerleistung möglichst hoch zu halten, ohne dass Reparaturen vorzeitig nötig werden. Nur in seltenen Fällen und in neueren grösseren Garagen, wie in Zürich, oder Chur, oder St. Moritz kommt es ausnahmsweise vor, dass Revisionen vorgenommen werden, wenn der Transport in die Hauptwerkstätte nicht mehr möglich ist. Vielfach und nicht allein in Kreisen der interessierten Jfrivatindustrie wird gegen die Postverwaltung der Vorwurf erhoben, durch die Angliederung von Automobilbetrieben zur Bedienung von Linien, die ausgesprochen touristischen Charakter aufweisen, konkurrenziere sie unbefugterweise die freierwerbenden Garagisten. Ferner habe sie, dadurch dass sie die nach Bedarf ausgeführten regelmässigen Autofahrten dem Konzessionszwang unterstelle, gegen die Gewerbefreiheit verstossen. Es ist manchmal schwer, gegen vorgefasste, von privaten Interessen beeinflusste Meinungen zu kämpfen, selbst dann, wenn deren Grundlosigkeit leicht nachweisbar ist. Durch die Herausgabe der Alpenbücher und die Erstellung der bekannten Routenkärtchen wird in ein breites Publikum eine gediegene und nebenbei bildende Propaganda getragen, deren Auswirkung nicht in erster Linie der Post zugute kommt, sondern es wird beabsichtigt, den Verkehr im allgemeinen zu heben. Nicht zuletzt profitieren die Automobilgesellschaften im In- und Auslande: auch der Automobilverkehr mit kleineren Wagen, also das Automobilgewerbe im allgemeinen zieht Nutzen davon. Wenn die Postverwaltung über die Alpenpässe und in die verschiedensten Alpentäler hinein Postkurse auf ihre Verantwortung eingeführt hat, so hat sie es nicht aus Gründen des Erwerbes getan, sondern um dem Touristen und dem Fremden die Möglichkeit zu verschaffen, unser Land kennen zu lernen. Dadurch aber, dass das Postauto verschiedene für den Reiseverkehr nicht ungefährliche. Routen befahren hat, mussten automatisch die Strassen verbessert werden, um den notwendig sich steigernden Automobilverkehr aufnehmen zu können. Der Postautomobilverkehr im Bündnerland darf wohl als Schrittmacher für den Automobilverkehr und damit für das Automobilgewerbe im Kanton Graubünden bezeichnet werden. Wenn der Winter-Autoverkehr über die Maloja seit 1928 und die- WS C* f\** mmiM \nhan^epbveniie 99*"- *^* ^-^ ST.GALLEN Zürcherstrasse 68 Reparaturen von Auto-Kühlern. Auslaugen verstopfter Kühler. Einsetzen neuer Elemente. Neue Kühler einzeln und in Serien werden im Expressdienst erstellt. Telefon Die modernste und sicherste Konstruktion der Gegenwart! Weltpatente. Gutachten und Zeugniese von Industrie und Behörden. 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Zahl der Achsen: 1 Hinter- und 1 Vorderachse Triebachsen: 1 Hinterachse Federung vorn: Dreipunktfederung Fussbremse: 1 Fuss- and 1 Getriebebremse Handbremse: 1 Handbremse Lenkung: Kegelrad Bereifung: hinten 40x8 vorn 2,75x20 Elektr. Ausrüstung: Anlasser, Dynamo, Batterie Brennstoffverbrauch: 4,2 Liter Petrol pro Stunde Ihrem eigenen Betriebe WIL (St. Gallen)

N° 54 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE Verbindungen mit Lenzerheide-Tiefencastel bis Bivio und von Chur bis Flims hergestellt worden sind, so liegt das Verdienst nicht zuletzt bei der Postverwaltung; sie hat durch Anschaffung und Eigenkonstruktion von technischen Hilfsmitteln, angefangen beim einfachen Schneepflug bis zur Schneeschleuder, mit grossen finanziellen Opfern das Problem «Das Befahren der Passstrassen mit Automobilen im Winter» verwirklichen helfen. Die gesammelten Erfahrungen und selbst die Konstruktionen wurden der Oeffentlichkeit und dem Gewerbe zur Verfügung gestellt, um auch in dieser Hinsicht unnötige Ausgaben und Misserfolge zu vermeiden. Nur zu oft wird kritisiert, dass das von der Postverwaltuns auf den Alpen verwendete Wagenmaterial einen Luxus in der Ausführung aufweise, der sich nicht mit dem finanziellen Ergebnis in Ein- Wang bringen lasse. Es ist bekannt, dass der Reisedienst der Postverwaltung defizitär ist. Wenn aber gerade mit den Alpenposten Propaganda gemacht werden will, kann sich auch die Postverwaltung den neuesten Errungenschaften auf dem Gebiete des Karosseriebaues nicht entziehen. Den Bedürfnissen entsprechend, wurden die Karosserien bequem ausgestattet; erst die Neukonstruktionen oder vielmehr die Umbauten haben ermöglicht, dass auch das Reisegepäck vor Verstauben und Beschmutzen geschützt' mitgeführt werden kann. Bei den neuesten Umbauten wurde hauptsächlich darnach getrachtet, bei gleicher Nutzlast das Eigengewicht zu vermindern. Die Verwendung des Antikorodals (Schweizer Produkt) in Verbindung mit Holz und wo nötig Stahl, wurde mit nicht geringen Opfern gefördert. Eine Reihe von Karossiers und Wagner hat dadurch eine nicht zu unterschätzende Arbeitsgelegenheit gefunden; dem Automobilgewerbe wurde aus den gemachten Erfahrungen heraus die Möglichkeit gegeben, sich über Bauart und Verwendung von Materialien für den Autobus bei der Postverwaltung orientieren und beraten zu lassen. Wenn vorgängig gesagt wurde, dass die Postverwaltung die Motorfahrzeuge in einer eigenen Werkstätte in Bern und zum Teil in verschiedenen Garagen der Kursgruppen Revisionen und Reparaturen selber durchführt, so muss jedem einleuchten, dass für die Durchführung dieser Ueberholungsarbeiten Material und Ersatzteile nötig sind, die mit wenigen Ausnahmen in der Schweiz beschafft werden können. Es ist ferner einleuchtend, dass dadurch dem Automobilgewerbe, inbegriffen die Karosserie-, Chassis- und Automobilfabriken der Schweiz, Arbeit und Beschäftigung zugeführt wird. Auch dem Rohölmotor hat die Postverwaltung frühzeitig das volle Interesse entgegengebracht. Für die Popularisierung hat sie dadurch gesorgt, dass sie einen Wagen ausschliesslich in den Alpen, und zwar in St. Moritz und auf der Route Zernez- > Ofenberg-Stilfserjoch bis Meran im Sommer und im Winter in Dienst gestellt hat. Die gemachten Erfahrungen und Betriebsresultate haben wesentlich dazu beigetragen, ein günstiges Urteil über die Verwendung des Rohölmotors für Personentransportwagen abzugeben. Wenn heute die Postverwaltung Holzgasgeneratoren in ihren Betrieb genommen hat, so tat sie es wiederum nicht in erster Linie um Ersparnisse zu machen, sondern um die Frage der Wirtschaftlichkeit und Betriebssicherheit dieses für unser Land so wichtigen Motorbrennstoffes abklären zu helfen. Zum Schlüsse kann gesagt werden, dass .. die. Amerikas Autoproduktion. In den Vereinigten Staaten von Amerika und in Kanada wurden während den ersten 5 Postverwaltung es sich immer wird angelegen sein lassen, Neuerungen im Automobilverkehr dann einzuführen, wenn Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit einigermassen gewährleistet sind. Und sie wird damit auch dem Automobilgewerbe nur Dienste erweisen, die sich jeder Interessent zunutze machen kann. Die Idee der Autostrasse durch den Mont- Blanc marschiert. Vor einigen Monaten hat', wie erinnerlich, in dem savoyischen Städtchen Bonneville eine grosse französisch-itar Herrische Kundgebung zugunsten des bekann* Einsender die Ausrüstung der Omnibusse mit Monaten des laufenden Jahres total 1,477,770einer Notbremse, die immer dann, wenn der Automobile produziert, gegen 784,978 Wa-Wagenführegen in der vorjährigen Parallelperiode. So-sagt, automatisch oder durcfi Ziehen eines tunnels durch das Mont-Blanc-Massiv statt- aus irgendeinem Grund ver- ten Projektes der Anlage eines Autostrassenmit zeigt im Jahre 1934, gegenüber dem Vorjahre, die Automobilproduktion eine Zunah- Ausdruck gelangt ist, scheint vorläufig nicht Handgriffes in Funktion tritt. gefunden. Der Optimismus, der damals zum me um nicht weniger als 88%. Polnische Spirituosen gegen amerikanische allzu übertrieben gewesen zu sein, da nach Automobile. dem, was man von beiden Seiten hört, die Olivenöl als Motorschmiermlttel. In Frankreich kommt das im Inland in grossen Mengen zur Verfügung stehende Olivenöl als Motorschmiermittel zu immer grösserer Bedeutung. Nachdem man es noch vor kurzer Zeit als für Schmierzwecke unbrauchbar hielt, hat man nun erkannt, dass dieses vegetabilische Oel bei genügender Reinheit und nach sorgfältiger Entsäuerung eine Reihe wertvoller Eigenschaften besitzt, die es in manchen Fällen sogar dem Mineralöl überlegen erscheinen lassen. So hat das Oel eine ausgesprochen hohe Schmierfähigkeit und eine sich mit der Temperatur nur wenig verändernde Viskosität. Wandel im Automobil-Ausstellungswesen in Amerika ? Die nationale Automobil-Handelskammer prüft zurzeit einen Vorschlag, vom Jahre 1935 hinweg auf die beiden grossen nationalen Ausstellungen in New York und Chicago zu verzichten und dafür in der zweiten Hälfte Februar eine sogenannte nationale Automobilwoche durchzuführen. Im Rahmen derselben würden gleichzeitig in über hundert [ grösseren Städten Teilausstellungen stattfinden. Ein endgültiger Entscheid hierüber ist jedoch noch nicht getroffen worden. Welt-Automobilproduktion. Auf Grund neuester Produktionsschätzungen wird die Welt-Automobilerzeugung für das Jahr 1933 auf 3,16 Millionen Wagen veranschlagt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet diese Produktionsziffer einen Anstieg um über 50 Prozent, wurden doch 1932 rund 2 Millionen und 1931 2,7 Millionen Automobile erzeugt. ,.. Braucht der Omnibus eine Notbremse ? In einem deutschen Fachblatt verlangt ein Nachdem bereits Rumänien mit den Vereinigten Staaten ein ähnliches Kompensationsabkommen abgeschlossen hat, bemüht sich zur Zeit auch die polnische Regierung, gegen den Austausch einheimischer Spirituosen amerikanische Automobile importieren zu können. Diese Verhandlungen zielen weniger auf ein direktes Kompensationsabkommen zwischen den beiden beteiligten Staaten hin, sondern wollen vielmehr der amerikanischen Automobilindustrie weitgehende Zollerleichterungen in Polen einräumen, sobald sich Amerika bereit erklärt, grössere polnische Spiritusmengen abzunehmen. Sich selbst auswechselnde Autoräder! In einem englischen Fachblatt verlangt ein Einsender nicht mehr und nicht weniger, als dass moderne Autos mit sich selbst auswechselnden Rädern ausgerüstet würden, damit man nicht, wie schon vor dreissig Jahren, durch jeden lausigen Pneudefekt zum Anhalten gezwungen ist. Die gewünschte Lösung der Aufgäbe verlängt allerdings einen Super- Edison. istischer Vernickelte Zylinder und Kolben. Die Forschung der letzten Jahre hat erwiesen, dass als eine der Hauptursachen der raschen Zylinderabnützung chemische Korrosionen zu betrachten sind. In England wurden nun mit Erfolg Versuche angestellt, um dieser Korrosion durch Vernickelung der Zylinderwände zu begegnen. Nach dem Tryposit-Prozess erhalten auch die Kolbenring- Nuten einen Nickelbeschlag. Durch längeres dichthalten der Kolbenringe wird dadurch die Zylinderabnützung nochmals vermindert. Stvassc^m Idee marschiert. Nachdem auf französischer Seite das bei jenem Anlass vorgesehene provisorische Initiativkomitee sich inzwischen in einen ständigen Ausschuss verwandelt hat, sind in diesen Tagen auf einer in Anne^ masse abgehaltenen Sitzung vom Präsidenj ten der Beratungen, dem Gemeindevorsteher von Cluses (Hochsavoyen), Trappier, interessante Mitteilungen über den Stand der Angelegenheit in Paris gemacht worden; Darnach hat, nach einer Prüfung der Frage und einem Expose des Senators von Hochsavoyen, Fernand David, der Conseil Superieur der öffentlichen Arbeiten beschlossen, das Projekt zunächst den Ministerien des Auswärtigen und der Landesverteidigung zu unterbreiten, was für die Bedeutung spricht,' die man ihm beimisst. Das neue Komitee hat, nach einer Dankesadresse an seinen Ehrenvorsitzenden, Senator David, für seine Intervention, und der Erörterung verschiedener Einzelfragen, sein Bureau bestellt. Dieses umfasst die leitenden Persönlichkeiten der Handelskammer von Annecy, verschiedene Politiker und Gemeindevorsteher Hochsavoyens, sowie Vertreter der wichtigsten Verkehrsorganisatiotien jenes Gebietes. Gleichzeitig erfahren wir, dass auch auf italienischer Seite für das Projekt gearbeitet wird. So veranstaltet am 30. Juni der Bürgermeister von Aosta, im Einvernehmen mit dem Präfekten der dortigen Provinz, eine grosse Versammlung, vor der, wie schon in Bonneville, der frühere Genfer Regierungsrat Antoine Bron in einem umfassenden Vortrag die technische, wirtschaftliche und verkehrspolitische Seite des Problems entwikkeln wird. BLUM-ANHANGER der Qualitätswagen zu vorteilhaftem Preis. Blum -Anhänger - Bremse zuverlässig, unverwüstlich, billig. ROBERT BLUM, Maschinen- und Anhängerbau, BASEL Blotzhe!merstra8se 29 Telephon 45.616 Alle Arten Automobil-Anhänger sowie speziell Leichtmetall-Zweirad-Anhänger mit 4 Tonnen Nutzlast (sind massgebend!) 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