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E_1934_Zeitung_Nr.054

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24 AUTOMOBIL-REVUE 54

24 AUTOMOBIL-REVUE 54 Jetzt ist der Bundesratsbesch.ass über die 195 Hauptstrassen mit in Kraft getreten. . ist sich von der Tragweite dieser Neuordnung der Vortrittsstrassen bewusst und fährt nur noch mit einer Karte, diegenau der neuen Bestimmung angepasst ist. Wir haben auf den 1. Juli eine solche Karte herausgebracht Als Grundlage diente unsere bewährte Karte im Masstab 1:350000. Das Strassennetz hingegen trägt der neuen Vorschrift peinlich genau Rechnung. - Preis Fr. 2.80 Ab 1. Juli die neue M&iis^ag-Schivei^e^keas'te wenn Sie unliebsame Schwierigkeiten und Unfälle vermeiden wollen. - Erhältlich in allen grösseren Buchhandlungen. A VERLAG HALLWAG BERN A

N° 51 III. Blatt BERN, 3. Juli 1934 Die Automobilmontage, ein neuer Zweig der Schweiz. Automobilwirtschaft Die Chrysler- und Dodge- Montage bei Aktiengesellschaft Ad. Saurer in Arbon. Die wirtschaftliche Bedeutung des Abkommens. Die zahllosen Schwierigkeiten mit denen die einheimische Automobilfabrikation je und je zu kämpfen hatte, sind nachgerade bekannt genug, als dass sie in diesem Zusammenhang nochmals einer eingehenden Erörterung bedürften. Sie scheinen aber manchenorts und nicht zuletzt bei den massgebenden Behörden nicht in ihrer ganzen Schwere beachtet und verstanden worden zu sein, sonst hätte es doch bei der anerkannten Qualitätsleistung der schweizerischen Fabrikationswerkstätten und dem stets steigenden Bedarf an Motorfahrzeugen gewiss möglich sein können, der einheimischen Industrie tatkräftig an die iHand zu gehen, ohne damit die heilsame Konkurrenz etwa auszuschliessen oder extrem nationalistische Wirtschaftspolitik zu betreiben. Sei dem wie ihm wolle, so haben die immer geringer werdenden Exportmöglichkeiten, die mit der Entwertung fremder Währungen zusammenhängenden Devisenschwierigkeiten und auch der überall spürbare Schutz der Bahninteressen die wenigen inländischen Automobilfabriken in eine sehr prekäre Lage gebracht, während die Einfuhr aus fremden Landen immer noch im Steigen begriffen war. Unsere Betriebe gönnten dabei nicht einmal daran denken, ! $)."fcn Inlandsabsatz zu erweitern, sondern müssten nachgerade froh sein, wenn sie wenigstens imstande waren, ihren bisherigen Anteil am Inlandsmarkt zu halten. Erst dieser Tage ist wiederum ein Kapitel in der Automobil-Revue Geschichte der nationalen Automobilindustrie abgeschlossen worden. Die einzige noch verbleibende schweizerische Fabrik von Perund Privatwirtschaft zu ausserordentlichen Leistungen anspornte, die nicht ohne gute Früchte blieben. 'Die ständige und erschrekkende Zunahme der Passivität unserer Aussenhandelsbilanz brachte seit dem letzten Jahre eine Flut von Einfuhrbeschränkungen und Kontingentierungsmassnahmen mit sich, die entweder zum Schütze der inländischen Industrie erlassen oder in den Dienst der Exportindustrie gestellt wurden. Auch der Automobilhandel wurde durch Bundesratsbeschluss vom 15. September 1933 in diese Massnahmen einbezogen, die natürlich die bisher gewohnte Freizügigkeit im Qewerbe erheblich einschränkten und daher nicht eitel Die Idee der Montage fremder Automobile im eigenen Lande ist nicht etwa neu. In Ländern, die durch hohe Schutzzölle eine eigene hochentwickelte Automobilindustrie unterstützten, bestehen seit Jahren grosse Anlagen ausländischer Fabriken, in denen vermittels einheimischer Arbeitskräfte und teilweise auch eigenem Rohmaterial die meistens aus überseeischen Unternehmungen stammenden Einzelteile für Chassis und Karosserie zusammengesetzt werden. So hat z. B. Ford in England, Deutschland, Belgien und den nordischen Staaten solche Montageabteilungen, sogenannte «assembling plants». Citroen, Chrysler und auch Saurer etc. gingen ausserhalb ihres Heimatlandes gleiche Wege. Auch in der Schweiz hat man diese Möglichkeit schon früher erwogen, doch kam man nirgends über den ersten Anlauf und über Verhandlungen hinaus. Erst die vorerwähnten staatlichen Eingriffe in den freien Warenaustausch brachten die endgültige Verwirklichung der bisherigen Projekte, deren Umsonenwagen, die vor Jahren sogar ihre Fahrzeuge ins Ausland liefern konnte, hat ihre Tore endgültig geschlossen. Die einst viel geschätzte Fabrikmarke gehört der Vergangenheit an. Die unerhörte Störung des Gleichgewichtes, welcher der Weltmarkt unterlag und die heute noch nicht ausgeglichen ist, hat neben solchen wirtschaftlichen Tragödien aber auch positive Ergebnisse gezeitigt, indem sie Staat I Freude auslösten. Das Ergebnis Hess aber Die Saurer-Werke In Arbon. Flugaufnahme des idyllisch am See gelegenen Städtchens. Im Vordergrunde die Hauptfabrikanlage der Saurer A.-G. N° 54 III. Blatt BERN, 3. Juli 1934 nicht auf sich warten, und wenn wir richtig orientiert sind, so wurden seit dem letzten September, also in weniger als Jahresfrist, bereits gegen zwei Millionen Franken kompensationsweise Bestellungen bei der schweizerischen Industrie gemacht. Damit ist wenigstens teilweise für den Import fremder Waren ein Ausgleich geschaffen und vermehrte Arbeitsmöglichkeit im Inland geboten. Einen Schritt weiter geht aber noch die Automobil-Montage, wobei nicht einmal mehr alle die hiezu benötigten Einzelteile aus anderen Staaten zu beziehen sind, sondern einheimische Produkte mitverwendet werden, soweit dies mit einer serienmässigen Fertigstellung des Endproduktes unter Beibehaltung der ursprünglichen Qualität vereinbar ist. Diese Lösung scheint uns volkswirtschaftlich noch vorteilhafter zu sein, indem es für den Anteil der einheimischen Arbeit und inländischer Produkte gar nichts mehr im Kompensationsverkehr entgegenzunehmen gilt, sondern diese Quote ein ausschliessliches Plus zugunsten unserer Wirtschaft darstellt. Mit 5 Franken « Ausgaben für Brennstoff wird mit dem neuen Saurer-Leichtlastwagen von 1Va—27a Tonnen Tragkraft eine Fahrleistung von 350 km erreicht SAURER-Dieselwasen sind die betriebswirtschaftlichsten Fahrzeuse