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E_1934_Zeitung_Nr.055

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N°55 Der Grosse Preis von Frankreich Cbiron, der glückliche Sieger, wird unmittelbar nach seiner Ankunft am Ziel vom französischen Minister Flandin beglückwünscht Drei, zwei, eins... los! Beim Start riss Chiron (Nr. 12) aus und war mit Gedankenschnelle von seiner Startposition in dritter Reihe an die Spitze losgezogen. Rechts hinter ihm Varzi (Nr. 6), daneben Caracoiola (Nr. 8) und etwas weiter hinten links Dreyfus. Der Friedhof. Hier liegen alle Wagen, die aus dem Rennen schieden, verwaist und von aller Welt verlassen und unbeachtet. Links vorn der Bugatti von Dreyfus, dann der Wagen von Momberger (Nr. 10) und rechts die Maschine von N"uvolari (Nr. 14). In voller Fahrt. Chiron zog in bestechendem Stil und in scharfem Tempo seine Runden, die ihm den grössten Sieg seines Lebens einbrachten. Mit der Kamera am Rheineck-Walzenhausen-Rennen U. Maag sieht nicht auf Eleganz, sondern auf Zweckmässigkeit. Er ist vorsichtig genug, einen währschaften Sturzhelm zu tragen, der dann noch gegen Sonne und Steinschlag mit einem wuchtigen Vorbau versehen wurde. Die Appenzeller Jugend betrachtet mit Neugierde und allerhand Sachkenntnis das geheimnisvolle Innere von Stubers Alfa Romeo. Wieviel Zeit hat er gebraucht? Zwimpfer, der Kategoriesieger, vergewissert sich an Hand von Gübelins Chronometer, dass auch. sein Markenkollege ein flottes Resultat erzielt hat. Nach dem Kampf! H. Kessler nimmt es mit der nötigen Gelassenheit und Ruhe Hier sehen wir ihn ,im Sportwichs und in der Vorfreude auf das wohlverdiente Bankett. H. Ruesch füll» 3en Sitz in Monoposto gut aus. Man köni. meinen, er sei nach Mass g macht worden.

NO 55 H. Blatt BERN, 6. Juli 1934 55 II. Blatt BERN, 6. Juli ,1934 Tech •ad. Wie fährt sich der «Monoposto»? Am Grossen Preis von Frankreich hat sich der Alfa Romeo-Einsitzer, in Rennfahrerkreisen kurz «der Monoposto> genannt, am letzten Sonntag erneut darüber ausgewiesen, dass er immer noch auf der Höhe der Zeit steht und den Kampf mit jedem anderen Grand Prix-Rennwagen aufzunehmen vermag. Viele Leser wird es sicher interessieren, wie sich ein solcher «Vollblut»-Rennwagen fährt und mancher Enthusiast würde um sein Lebern gern selbst eine Probestrecke am Lenkrad dieses Renners absolvieren. Leider wird dieses Vergnügen nur ganz wenig Sterblichen zuteil. Um Misserfolge nach Möglichkeit auszuschliessen, haben die Alfa- Romeo-Werke den Monoposto in nur ganz wenigen Exemplaren gebaut, die höchstens einem Dutzend bestausgewiesener Rennfahrer anvertraut wurden. Ueber die «richtigen» Monoposti, d. h. die höchstgezüchteten Exemplare, verfügt gegenwärtig ausschliesslich die Scuderia Ferrari. Hören wir jedoch, was der bekannte englische Rennfahrer Brian Levis in einem Interview über die zweitletzte Ausführung dieses Vollblüters, den 2,6 Liter, zu erzählen weiss. «Dieser Achtzylinder ist ein schlechtweg wundervolles Fahrzeug. Kein englischer Wagen kommt annähernd an ihn heran. Drei oder vier Jahre müsste unsere Industrie rechnen, um auch nur etwas Aehnliches hervorzubringen. Zuerst hat man ein etwas komisches Gefühl, in der Mitte des Wagens zu sitzen. Man sitzt rittlings über dem Getriebekasten, aus dem der nach links abgekröpfte Schalthebel emporragt. Das Gaspedal und das Bremspedal befinden sich rechts, während das Kupplungspedal ganz für sich links angeordnet ist. In kürzester Zeit gewöhnt man sich jedoch an diese besondere Anordnung. Der Wagen lenkt sich ausgezeichnet. Die Lenkung ist nicht zu hoch übersetzt, geht aber trotzdem spielend leicht. Man sitzt vollständig aufrecht und verhältnismässig hoch, so dass man beide Vorderräder und die Fahrbahn unmittelbar vor dem Wagen unbeschränkt überblicken kann. Dem Gefühl nach hat man den Wagen wunderbar in der Gewalt. Beim Beschleunigen heisst es allerdings aufpassen, besonders auf welligen oder holprigen Stras&en. Es empfiehlt sich, nicht Links r Blick unter die Motorhaube des Alfa-Bomeo- Aohtzyün der-Renn. wagens. Rechts: Der neue Alfa Romeo- Monoposto, Typ B, von hinten. Man beachte die ausserordentlich kräftig bemessenen Stossdämpfer und die Winkeltriebgehäuse des doppelten, Hinterradantriebes. eher auf das Gaspedal zu treten, als bis man nach einer Kurve die Vorderräder wieder geradeaus eingestellt hat, sonst kann man Ueberraschungen erleben. Die Bremsen sind allrigt, aber ich brauchte sie fast nie, sondern bremse den Wagen beim Einfahren in die Kurven lediglich mit einem kleineren Gang ab. Wie gesagt, darf man dann aber nicht vor dem Ausgang der Kurven beschleunigen, sonst vollführt der Wagenhinterteil die schönsten Schleuderbewegungen. Der 2,6 Liter Monoposto ist dem 2,3 Liter-Type Meilen voraus. Er geht weitaus schärfer ins Zeug und man hat das Gefühl, ihn ständig zurückhalten zu müssen. Der Chassisrahmen ist erstaunlich steif; windet man das Chassis an einer Ecke auf, so hebt sich gleichmässig auch die andere Ecke. Gottseidank hat man die Handdruckpumpe durch eine automatische Pumpe ersetzt. Diese Blasen in meiner Hand habe ich mir mit der Pumpe.des «Maserasberry» zugezogen, den ich an der Internationalen. Trophy fuhr. Die beiden Wagen lassen sich überhaupt nicht miteinatir der vergleichen. Der (Maserati hat einen prächtigen Motor, aber er fährt sich wie ein Lastwagen. Kurvenfahren? Na ja, es kommt darauf an. In holprigen Kurven schlittern die Vorderräder gerne seitwärts weg, aber um glatte Kurven geht der Wagen traumhaft sanft herum.» Beim letzten Alfa Romeo Typ B finden sich alle guten Eigenschaften des 2,6 Liter Monoposto wenn möglich noch in gesteigerter Form vor. Der Motor hat genau 2908 ccm Zylinderinhalt und wird, wie der 2,6 Liter Achtzylinder, durch zwei obenliegende Nockenwellen gesteuert. Zylinderkopf und Zylinderblock bestehen aus Aluminium und die Ventilsitze haben vergrösserten Durchmesser. Die Nockenwellen erhalten ihren Antrieb nach wie vor auf halber Länge. Statt 200 PS leistet der Motor 250 PS, das Kompressionsverhältnis beträgt 1 :6,75 der Kompressionsdruck etwa 8 m Wassersäule. Zur Kühlung des Oels sind die Verbindungsrohre zwischen dem Kurbelgehäuse und dem im Wagenhinterteil eingebauten Oelbehälter aussen dem Chassisrahmen entlang geführt. Chassis-Schmierung. Die Instruktions-Bücher der meisten Automobilfabriken schreiben bekanntlich vor, dass die Schmierköpfe des Chassis, also der Federung, Lenkung etc. etc. nach je 300 km bedient werden müssen. In Wirklichkeit hält sich kein Mensch an diese Vorschrift. 300 km sind etwa eine gute Tagesleistung, man kann mir jedoch nicht zumuten, jeden Tag unter meinem Wagen herumzukriechen, am diese schmierige Arbeit zu verrichten. So denkt der Automobilist und lässt es mit derartiger Ausdauer sein, dass der Wagen praktisch nur alle 3000 km geschmiert wird. Womöglich wird diese Arbeit dann noch in einer Garage besorgt, die mit der betreffenden Marke nicht vollständig vertraut ist. Dann werden gewöhnlich einige Schmierköpfe übersehen und erhalten monatelang, ja sogar jahrelang kein Fett. Was entsteht daraus? Ja, vor allen Dingen einmal das berühmte Quietschen, das die meisten Automobilisten kennen. Nach einiger Zeit quietscht der Wagen etwas weniger, dafür stellt sich hie und da ein verdächtiges Knacksen ein. Bald bemerkt der Fahrer auch, dass sein Wagen nicht mehr mit der gleichen Präzision wie anfangs seiner Hand folgt; vielleicht sagt ihm auch einmal irgend ein guter Freund: «He, Dein linkes Hinterrad schwänzt aber nicht übel.» Wutschnaubend läuft man dann zum Vertreter seiner Marke und beklagt sich über die vorzeitige Abnützung — man hätte doch den Wagen « sooo > peinlich gepflegt und « sooo > oft geschmiert! Wer seinen Wagen vernachlässigt, muss die Folgen dafür tragen. Wenn Sie, anstatt alle 300 km, Ihr Chassis nur alle 500 oder 600 km schmieren, so schadet ihm das in den meisten Fällen noch nichts, aber was mehr ist, das ist vom üebel. Und vor allen Dingen betrauen Sie mit dieser Arbeit regelmässig den offiziellen Vertreter Ihres Wagens, der über die Konstruktion des letzteren genau orientiert ist und keinen Schmierkopf vergisst. Sehen Sie das nächste Mal bei der Arbeit selber zu, zweifellos wird man Ihnen schon den einen oder anderen Schmierkopf zeigen können, der längst kein frisches Fett mehr gesehen hat und in dem darum das alte Schmiermaterial zu einer Substanz erstarrt ist, die sich dem Eindringen frischen Fettes dermassen widersetzt, dass es vielleicht sogar zum Platzen des Schmierkopfes kommt. Die Adresse Ihres Markenvertreters finden Sie nebenstehend. AOLEK A.-G. 4-, 6- und 8-Zylinder- Personenwaren FÜR AUTOMOBILE. ZÜRICH Pflanzschulstr. 9 Tel. 31.688 CHRYSLER 6- und 8-Zylinder- Personenwagen RITZI & WAGNER Amriswil St. Gallen Tel. 600 Tel. 3200 6- und 8-Zylinder» Personenwagen Vertretung für Zürich: A. B. C. GARAGE A.-G., ZÜRICH Mflhlebach/Holbeinstr. Tel. 44.650 •- und 8-Zyllnder- Personenwagen BAUMBERGER & FORSTER ZÜRICH t-5wenstrasse 17 Tel 56.848 Für reelle Occasionen BORRER, ZÜRICH Badenerstr. 544 Tel. 55.522 (WH] 4- und 8-Zylinder- Personenwagen Vertretung für Zürich: A.B. C. GARAGE A.-G., ZÜRICH MOhlebach/Holbeinrtr. Tal. 44.650 4- un6 6-Zyllnder- Personenwagen C.A.DRENOWATZ, ZÜRICH 4 Cramerstr. 15/17 Tel. 32.298 und 8-Zylinder- Personen- und Lastwagen TIP-TOP-GARAGE A.-G., ZÜRICH Mercedes-Benz- Automobil-AG., Zürich Badenerstr. 119 Tel. 51.693 Basel Bern Aescheneraben 31 Weissenbühlwee 40 AUTOMOBILWERKE FRANZ A.-G., ZÜRICH A.-G. 4- und 6-Zytlnder. Personen- und Lastwagen CITROEN A.-G., ZÜRICH Utoquai 25 Telephon 27.338 Seehofstrasse 16 Tel. 27.130 Personen- und Lieferwaren Telephon 52.607 SDVNMRD 4- und 6-Zylinder- Personenwagen FÜR AUTOMOBILE. ZÜRICH Pflanzschulstr. 9 Tel. 31.688 BÜGÄTTI 8-Zyl.-Touren- u. Sportwagen A.B. C. GARAGE A.-G., ZÜRICH MOhlebach/Holbelhstr. Tel. 44.650 DE SOTO 6-Zyllndei* Personenwagen AM AG, Automobil- und Motoren A.-G., ZU RICK Telephon 50.716 fiAAAAM 6- und 8-Zyl.- Personenwaren AUTOMOBILWERKE FRANZ A.-G., ZÜRICH Badenerstr. 313 Tel. 52.607 minerva "•»•« 4-, 6- und 8-Zylinder- Personenwagen FABRIKNIEDERLAGE ZÜRICH Badenerstrasse 330 Tel. 59.372 PLYMOUTH 6-Zylinder- Personenwagen AM AG, Automobil- and Motoren A.-G., ZÜRICH Telephon 56.716 4- und 6-Zytlnder- Personen waren STEYR-WERKE AG., ZÜRICH Albisriederplatz 3 Tel. 56.596 Personen- und AUTOMOBILWERKE FRANZ A.-G., ZÜRICH 6- und 8-Zytlnder- Personenwaeea Amriswil St. Qallen Tel. 500 Tel. 3200 8-Zylinder- Personenwagen ö-Zylinder- Ueferwagen Badenerstr. 313 Tel. 62.607 (Sl D.K.W. ^^/ Limousinen iund • Cabriolets niedrigster Preis-Klasse. AUTR OPA, Zürich-Enge Telephon 58.886/7 i- und 8-Zyllnder- Personenwagen RITZI & WAGNER PONTIAC TITAN A.-G., ZÜRICH Stauffacherstr. 45 Tel. 58.633 STUDEBAKER BINELLI & EHRSAM A.-G., ZÜRICH Telephon 44.688 Grossgarage, Abschleppdienst • Tag und Nacht CHRYSLER 6- und 8-Zylinder» Personenwagen AM A G. Automobil- und Motoren A.-G., ZÜRICH Telephon 66.716 DODGE- 130DGE- 6- u. 8-Zyllnder-Personenwagen Generalvertretung f.d. ranze Schweiz: FRATELLI AMBROSOLI, LOCARNO Telephon 485 HUPMOBILE 6- und 8-Zylinder- Personenwagen BAUMBERGER & FORSTER ZÜRICH LOwenstrasse 17 Tel. 56.848 riTAN 4- und 6-Zylinder- Personenwagen "tauffr.-herEtr 45 pj? A.-G., ZÜRICi; Tel. 5P V 4- und 8-Zylinder. Personenwagen Generalvertretung f.d. ganze Schweiz FRATELLI AMBROSOLI, LOCARNO Telephon 485 4- u.6-Zyhnüe 6,7,10, u. 14PS Englischer Wagen EMIL FREY, ZÜRICI Limmatstr 210-14 Tel. 33.19