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E_1934_Zeitung_Nr.057

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Dadurch kommt man in das

Dadurch kommt man in das offene Eismeer; Eisschollen allerdings treiben hier keine, im Gegenteil, Petsamo ist infolge des Golfstromes der einzige Hafen Finnlands, der ganzjährig eisfrei ist! — Der mittlere und südliche Teil Finnlands ist fast ganz flach. Um einen Ueberblick über die landschaftliche Vielgestaltigkeit des finnischen Seengebietes zu erlangen, empfiehlt es sich, eine der beiden einzigen Erhebungen aufzusuchen: die Puijo-Höhe«(234 m) bei Kuopio oder die Koli- Berge (336 m) nördlich von Joensuu; beide Erhebungen können mit dem Motorfahrzeug «bestiegen» werden; die Aussicht ist überwältigend. Die Gastfreundschaft in diesen nördlichen Gebieten ist hervorragend; die Sicherheitsverhältnisse bezüglich Person und Eigentum übertreffen jene im übrigen Europa; die Strassen sind gut, doch vielfach sandig; alle Gebildeten sprechen deutsch; Finnland ist unerhört billig; die Betriebsstoffe sind nicht klopffest, weshalb sich eine Zurückstellung der Zündung empfiehlt. Fortsetzung folgt. Zur Frage des Notstandes beim Automobilvergehen. Art. 25 des Bundesgesetzes über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr macht es dem Führer zur Pflicht, sich seines Fahrzeuges so zu bedienen, dass er dasselbe ständig beherrscht Der Begriff der Fahrlässigkeit bedeutet daher eine Verletzung dieser Pflicht, d. h. dieses pflichtwidrige Verhalten ist notwendig, um die Fahrlässigkeit zu begründen. Aber schon daraus ist ersichtlich, dass die Pflichtwidrigkeit an und für sich noch nicht einen strafwürdigen Tatbestand zu stipulieren vermag. In dieser Erscheinung ist es zweifellos eine Uebertretung eines Gebotes oder Verbotes. Um den Kriminaltatbestand zu erfüllen, gehört der rechtswidrige Erfolg dazu. Mit andern Worten, es muss tatsächlich eine .Schädigung von Leib, Leben und Gesundheit ergeben. Aber auch hierin stellt sich die Frage, ob der Täter den Erfolg seiner Pflichtwidrigkeit hätte voraussehen können. Nach dem Wortlaut des Gesetzes müsste jedes Ereignis, das der Führer nicht absichtlich herbeiführt, als Delikt empfunden werden. Aber schon beim Versuch, deutlicher auszusprechen, unter welchen Voraussetzungen von einem völligen Beherrschen die Rede sein könne, entstehen Zweifel, weil letzten Endes erst aus einem Ereignis objektives Nichtbeherrschen abgeleitet werden kann. Jed-er Fahrer weiss aus seiner Praxis, wie sehr der Begriff des Beherrschens variieren kann. Dabei ergibt sich nun auch die Tatsache, dass aus der Befolgung oder Nichtbefolgung von Verkehrsvorscbriften wohl auf vorsichtiges oder unvorsichtiges Fahren geschlossen werden darf, nicht aber, dass Befolgung Schuldlosigkeit und Nichtbefolgung Schuld bedeute. Erfahrungsgemäss ergibt sich nämlich, dass unter Umständen gerade die Nichtbefolgung, d. h. die Pflichtverletzung ein Schadenereignis zu verhüten vermag oder dieses wenigstens als wahrscheinlich voraussehen lässt. Wenn nun aber trotzdem, entgegen dem Willen und aller Voraussicht ein krimineller Erfolg eintritt, dann dürfte entsprechend den allgemeinen Lehren des Strafrechtes das Vorliegen eines Notstandes eingehend gewürdigt werden. Ich will versuchen, im Nachfolgenden zur Notstandsfrage speziell beim Automobilvergehen Stellung zu nehmen. Der Notstand wird im Strafrecht dahingehend definiert, dass es sich um einen unverschuldeten Zustand handelt, zu dessen Befreiung nur die augenblickliche Verletzung eines strafrechtlich geschützten Rechtßgutes dienen kann. Während nun aber bei der Notstandshandhrag allgemein der Grundsatz Geltung hat, dass die Gefahr auf andere Weise nicht zu beseitigen gewesen wäre, ist es gerade beim Automobilunfall die ausserordentlich rasche Abwicklung, die eine weitergehende Auslegung erfordert. Die wenigsten Fahrer können für sich in Anspruch nehmen, dass sie selbst in Fällen höchster Gefahr ruhig Blut bewahren. Gleichzeitig darf aber Geistesgegenwart nicht etwa mit Beherrschung eines Notstandes verwechselt werden. Es zeugt von Geistesgegenwart, wenn der Fahrer ohne grosse Schreckzeit z. B. die von und gründeten eigene Truppen, so dass die Berndts immer wieder von vorne beginnen mussten und oft monatelang ohne Engagement waren. So beschlossen sie endlich, nur noch zu zweien zu arbeiten. Sie waren von da ab zwar immer besetzt, aber die kleine Nummer kam auch nur noch für kleinere Varietes in Betracht, und die Gagen waren dementsprechend niedrig. Nun aber hingen die Berndts mit inniger Liebe an ihrem einzigen Kind. Der Gedanke, dass Cilly vielleicht einmal als alleinstehende Artistin ihr Brot verdienen müsse, war ihnen unerträglich. Frau Berndt, seit ihrem zwölften Jahr verwaist, hatte vor ihrer Heirat selbst so viel Kummer und Sorgen durchmachen müssen, dass sie ihr Kind vor solchem Los bewahren wollte; Cilly sollte einmal einen Mann mit einem sicheren bürgerliehen Beruf heiraten. Wer aber nahm ein armes Mädchen? Man musste also für Cilly ein kleines Vermögen ersparen, und das war wieder bei den niedrigen Gagen unmöglich. So kamen die Berndts auf die Idee, eine Sensationsnummer herauszubringen: Radfahrakt auf dem Hochseil. Jahre und Jahre probten sie. Dann endlich war das grosse Ziel erreicht. Seit fünf Jahren waren sie nicht mehr ohne Engagement, und jeden Monat konnten die sparsamen Leute ein paar hundert Mark für ihr Kind beiseitelegen. Aber ohne es zu ahnen, hatten sie Cillys Leben zu einem Martyrium gemacht: Zwei Jahre lang hatten Berno und Berna Auto Dynamo-Anker mit Cellophan-Isolierung. Eine amerikanische Firma bringt neue, für besonders hohe Leistungen bestimmte Auto- Dynamo-Anker heraus, deren Wicklungen ausser durch Emaille- und Nitrolack mit Cellophan isoliert sind. Das Cellophan bildet dabei die Isolationsschicht, der Nitrolack die Aussenschicht. Versicherung nach Fahrtleistune. Eine grössere Pariser Versicherungsgesellschaft fasste den Beschluss, die Höhe der Automobil-Versicherungsprämien künftig nach der Fahrtleistung zu staffeln. Die Versicherung ist nicht zeitlich beschränkt, sondern ihre Dauer richtet sich nach der Zahl der zurückgelegten Kilometer, Die Versicherung erstreckt sich auf jeweils 2500 km und ist im voraus zu bezahlen. Das neue Versicherungssystem hat in Kreisen der französischen Verkehrswirtschaft grösste Zustimmung ausgelöst. Georges Sizaire gestorben. In Frankreich starb dieser Tage Georges Sizaire, ein Altmeister des französischen Automobilbaues, der jahrelang auch auf eigenen Wagen erfolgreiche Rennen bestritt. Die von Sizaire konstruierten Wagen liefen ursprünglich unter der Marke Sizaire-Naudin, dann Sizaire-Berwick und schliesslich Sizaire Bremsen in Tätigkeit setzt oder wenn er auszuweichen versteht. Wichtig ist aber gerade in diesen Fällen der Umstand, dass er nicht den Erfolg, den seine Handlung herbeiführen kann, beurteilt. Man kann ruhig die Behauptung vertreten, dass die Fälle äusserst selten sind, in denen ein Fahrer tatsächlich mit Vorsatz die Befreiung herbeiführt. Sein Bestreben ist im Gegenteil ganz instinktiv, eine Verletzung Von Rechtsgütern zu vermeiden. Wollten wir unter diesem Gesichtspunkt allein die Automobildelikte beurteilen, dann würden alle für sich den Notstand anrufen. Wir können mit dem allgemeinen Strafrecht nur jene Fälle darunter verstehen, wo der Notstand ein unverschuldeter ist. Nicht darauf berufen kann eich selbstverständlich derjenige, der in einem unsinnigen Tempo z. B. in eine Kurve fährt, wobei er genau weiss, dass seine Macht nicht ausreichen wird;,um die Maschine auf der rechten Strassenseite zu; halten. Für ihn gibt es keinen Notstand. Die Anrufung der Notstandsbestimmungen scheint'''mir ebenso ungerechtfertigt in den meisten Kinderunfällen, denn auch hier, wo man mit Handlungen entgegen aller menschlichen Voraussicht rechnen muss, müssen die Kräfte des Fahrzeuges derart eingedämmt sein, dass sie der Fahrer tatsächlich für jeden Fall beherrscht. Anders natürlich die Fälle, bei denen man von der Anwesenheit von Kindern tatsächlich nichte weiss oder wissen konnte. Eine wichtige Bestimmung zivilrechtlicher Natur, die aber in den meisten Fällen mit Sachschaden zur Anwendung kommen dürfte, ist der Artikel 701 ZGB. « Kann jemand einen drohenden Schaden oder eine gegenwärtige Gefahr nur dadurch von sich oder andern abwenden, dass er in das Grundeigentum eines Dritten eingreift, so ist dieser verpflichtet, den Eingriff zu dulden ...» Nach meinem Dafürhalten könnte allerdings diese Bestimmung auch Geltung haben in denjenigen Fällen, wo der Gefahrszustand ein selbstverschuldeter ist. Natürlich kann es sich dann nicht darum handeln, dass man Notstand annimmt, doch wird sich das in der zivilrechtlichen Auseinandersetzung über den eingetretenen Schaden auswirken. ihre halsbrecherischen Künste gezeigt, ohne einen ernsteren Unfall zu erleiden, und Cilly war es eigentlich nie in den Sinn gekommen, in welcher Gefahr die geliebten Eltern täglich schwebten. Doch eines Abends war das Unglück geschehen: Das Kind hatte es mitangesehen, wie bei dem Haupttrick, der Fahrt mit dem Tandem über das Drahtseil, der Vater ein Pedal verlor und die Eltern in die Manege abstürzten. Zwar waren Berno und Berna nach langen Wochen wieder völlig von ihren Verletzungen genesen, aber von nun an stand Cilly allabendlich vor Angst zitternd im Hintergrund des Reiterganges und wandte keinen Blick von den Eltern, 'bis sie wieder sicher auf den Füssen im Sand der Manege standen. Kein Mensch ahnte, was das Kind durchmachte, um so weniger, als Cilly für ihre eigene Person keinerlei Furcht kannte und bei allen Zirkusleuten für besonders mutig galt. Die Eltern aber zu bitten, ihre gefährliche Nummer aufzugeben, — so eine Idee lag völlig ausserhalb von Cillys Gedankengängen. Als echtem Zirkuskind erschien ihr die Arbeit der Eltern als eine schwere, aber unabweisbare Pflicht, zu der ein hartes und unerbittliches Schicksal sie nun einmal berufen hatte. Auch an diesem Abend stand Cilly an ihrem gewohnten Platz und beobachtete die Eltern iriit angstvoll klopfendem Herzen bei ihrer gefährlichen Arbeit. Alles war gut abgelaufen bis auf den Schlusstrick, der gerade vorbereitet wurde: das Drahtseil, das sich zwischen zwei kleinen Plattformen hoch AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 57 ifistischer Frares. Sizaire war einer der ersten Konstrukteure, der das Prinzip der unabhängigen Radabfederung anwandte und dabei bahnbrechend für eine heute vielgeschätzte Neuerung eintrat. Holzgas-Autobusse für den Stadtverkehr! Wie wir erfahren, soll der gesamte städtische Autobuspark Pressburgs auf Holzgasbetrieb umgestellt werden. Zur Zeit werden etwa 20 Autobusse für den Holzgasantrieb hergerichtet; sie werden bereits in allernächster Zeit in Betrieb genommen werden. Dem Vernehmen nach soll auch der Prager Autobuspark auf Holzgasbetrieb umgestellt werden. Butter als Getriebeschmiermittel ? Der Tiefstand der Butterpreise in Littauen soll nach Blättermeldungen aus Kowno manche üttauischen Automobilisten zur Verwendung von Butter als Getriebeschmiermittel veranlasst haben. Ob die üblichen Butterkonservierungsmethoden ausreichen, um das Ranzigwerden der Getriebe zu vermeiden, wird leider nicht angegeben. Für Autler, die sieht nur mit trockenem Brot bewaffnet, zu irgendwelchen Zwecken in sibirische Einöden begeben wollen, ist jedoch die neue Schmierart bestimmt nicht ohne Reiz. Um nun aber die konkreten Fälle des Notstandes zu würdigen, sollen einige typische Fälle herangezogen werden, deren Charakter die Merkmale der Fahrlässigkeit, nämlich Pflichtwidrigkeit und Voraussehbarkeit, aufweisen, wo aber Notstand geltend gemacht werden kann. Wenn ich eingangs die Kinderunfälle herangezogen habe, und nochmals darauf "zu sprechen komme, dann nur deshalb, weil mir dort der Begriff Voraussehbarkelt in anderer Tragweite erscheint. Nehmen wir aber den zahlreichen Fall, wo ein erwachsener Mensch, der den herannahenden Wagen zweifellos bemerkt hat, ohne einen vernünftigen Grund das Trottoir verlässt und in die Fahrbahn des Wagens tritt. Nun mag man ihm den Vorwurf machen, dass er eben zu schnell gefahren sei und somit sein Fahrzeug nicht beherrscht habe, Man wird auf Grund des Art. 25 auf alle Fälle recht haben, der Fahrer hat sein Fahrzeug nicht beherrscht. Aber eine, einfache Üeberlegung sagt uns, dass Art. 25 nicht ein Strafartikel sein kann und dass nicht dessen Verletzung massgebend .ist, sondern strafrechtliches Verschulden überhaupt. Man wird in all diesen Fällen, wo durch offensichtliches Verschulden eines Dritten ein Unglückfall entsteht, eben auch dessen Verantwortlichkeit als Verkehrssubjekt heranziehen müssen. Diese Praxis ist übrigens geübt. Für unsern, Fall wollen wir aber annehmen, dass der Automobilist arigMicht« dieser unvermittelt auftretenden Gefahr die Folgen gefühlsrnässig verhindern will und dadurch seinen Wagen in eine Zone lenkt, in welcher nun trotzdem ein Unglück mit gänzlich Unbeteiligten entsteht. Ohne Zweifel macht er sich der fahrlässigen Tötung schuldig, wenn er nun hiebei einen Velofahrer überfahren hat. Wenn er aber vom Moment des Auftauchens der Gefahr an, ununterbrochen Pflichtverletzungen begangen hat, dadurch dass er z. B. auf eine Verkehrsinsel fährt, so wäre es doch verfehlt, ihm diese Verletzungen zum Verschulden anzurechnen. Denn es muss ihm zugestanden werden, dass er in guter Absicht gehandelt hat. Dabei spielt nun der Umstand keine Rolle, dass die Abwehrmassnahme unter Umständen vollständig verfehlt war, denn man kann im Moment höchster Gefahr nicht verlangen, dass der Fahrer in einem Bruchteil einer Sekunde zum gleichen Schluss über der Arena spannte, wurde soweit gelockert, dass es nun einen grossen Bogen bildete und sich in der Mitte bis auf drei Meter dem Boden näherte. Jetzt stiess Cillys Vater einen kurzen, hellen Laut aus, Frau Berndt antwortete mit demselben Ton, als Zeichen, dass sie bereit sei. .Lieber Gott, lass es gut gehen!' betete Cilly im Geiste, wie sie es jeden Abend tat. Im gleichen Augenblick traten die beiden in die Pedale. Das Tandem raste auf dem Seil hinab und wieder hinauf. In drei Sekunden war alles vorbei: sicher hielten Berno und Berna auf der anderen Plattform. Applaus und Tusch brachen los. .Lieber Gott, ich danke dir! 1 betete Cilly. Die Spannung ihrer Nerven löste sich. Und nun konnte sie mit Ruhe die Tiernummer von Bux ansehen, die gleich an die Reihe kommen musste. Als der Dressurakt zu Ende war und die Tiere hinausgeführt wurden, flatterte Mohrchen, der Rabe, wie stets, "auf Brahmas Rükken> um sich von dem Elefanten sicher in den Stall tragen zu lassen. Im Aufsitzraum drängten sich schon die Artisten mit ihren Wagen und Pferden für das römische Rennen durcheinander. Auch Jack Benson hatte bei dieser Nummer mitzuwirken. Als Brahma, von seinem Wärter Dhakjee geleitet, an dem Amerikaner vorbeikam, Hess dieser das Ende seiner langen Peitsche nach Mohrchen schnellen. Er traf den Raben zwar nicht — und das hatte wohl kommt, wie die Untersuchungsbehörde, die mit aller Gründlichkeit einen Sachverhalt rekonstruieren und durchdenken kann. Ich bin mir durchaus bewusst, dass diese Ueberlegungen zu dem Vorwurf führen, dass damit die Ueberechreitung des Notstandes beim Automobilvergehen praktisch ausgeschaltet ist. Damit taucht auch eine weitere Frage auf, die von verschiedenen Seiten durch Spezialgerichtsbarkeit beantwortet werden soll, nämlich, wie weit man im konkreten Fall vom Fahrer vernünftiges Handeln verlangen kann. Ich möchte in diesem Rahmen nicht dem Verkehrsgericht rufen, sondern gerade, wünschen, dass der Notstandsbegriff bei der Beurteilung von Fahrlässigkeit eine weitgehende Würdigung erfährt. Nach meinem Dafürhalten könnte dadurch eine gewisse Bestimmtheit in der Beurteilung aller Automobilvergehen erreicht werden, die durch die Gesetzgebung, insbesonders durch den Art. 25 übergangen wird. Jeder Automobilist wird solange behaupten, dass er sein Fahrzeug beherrsche, bis ein Erfolg eintritt. Gerade dieser Umstand schafft ja der Geschwindigkeitsfreigabe die grössten Gegner, denn den Aufsichtsorganen bleibt keine Möglichkeit, die Nichtbeherrschung zu beweisen. Der vernünftige Fahrer, der das notwendige Verantwortungsgefühl und Disziplin in sich hat, wird zwar nicht vor Unfällen verschont sein, aber er wird doch immer seine Maschine beherrschen, soweit man ihm eine Voraussicht zumuten kann. Er wird aber vor allem nie eine Kollision selbst verschulden und daher von allem Anfang an Notstand geltend machen können. Mit Recht trifft ihn dann die Straffreiheit. Nicht so aber der Draufgänger, der nur behauptet, dass er ständig sein Fahrzeug beherrsche, der aber immer seine Notlage selbstverschuldet. Ihm muss das Recht abgesprochen werden, Notlage geltend zu machen und ihn wird also die Pflichtverletzung an und für sich schon treffen. Ja es sollte sogar möglich sein, im Interesse der Verkehrssicherheit mit Strafe einzusetzen, bevor ein Unglück entstanden ist. Das würde bedingen, dass man nicht eine blosse Uebertretung. sondern strafbares Vergehen annimmt. Denn der Zustand ist unbefriedigend, dass man einer andauernden schweren Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zuschauen muss, von der man weiss, dass sie früher oder später Menschenleben vernichtet, ohne dagegen einschreiten zu können. Nicht die Geschwindigkeitsbegrenzung schafft hier Recht, denn dort wird nur der disziplinierte Fahrer wiederum betroffen, sondern die Bestrafung der Gefährdung an und für sich. Damit gibt man den Aufsichtsorganen die Möglichkeit dahin zu arbeiten, dass nicht jedesmal ein Leben, geopfert werden mnsi um zu einer Bestrafung zu kommen. Es bedeutet sicherlich den Schutz Unwürdiger, wenn man gegen die Strafbarkeit der Pflichtverletzung plädiert. Das kommt am besten bei den sog. Kinderunfällen zum Ausdruck. Das Charakteristikum dieser Unfallart ist entweder ausgesprochener Notstand, wenn der Fahrer gar nicht wissen konnte, dass ein Kind in seine Fahrbahn treten kann, oder aber ein sträflicher Leichtsinn, mit dem der Fahrer auf gut Glück, trotz Warnung durchzwängt. Was hilft es, wenn nach eingetretenem Unglück der Fahrer •gestraft wird? Man gibt damit der Mutter das Kind nicht wieder. Also einsetzen, bevor das Unglück geschaffen ist. Man trifft unbedingt die Richtigen, denn der Fahrer, der gegenüber' dem Kinde fahrlässig ist, ist es in ebensolchem Masse gegenüber dem ganzen Verkehr. Meistens wissen dabei die « Fahrer > gar nicht, welche Vernichtungskraft in ihrer Maschine steckt. Sie gehören darum nicht ans Steuer einer Maschine. Gegen diese Kategorie wendet sich nicht nur die Oeffentlichkeit, die sorgfältigen Fahrer, die Behörden, sondern unser Gewissen. Sie sind ohne Alkohol hemmungslos. Wenn man schon die Hemmungslosigkeit zufolge Alkoholgenusses strafwürdig bezeichnet, dann muss man es in konsequenter Weise überhaupt gegen jede Hemmungslosigkeit tun. "^ Darum bin ich der Auffassung, dass in allen Fällen, in denen nicht Notstand und damit Straffreiheit vorliegt, nicht erst der Enderfolg bestraft wird, sondern die Vorbereitungshandlung, nämlich das unbeherrschte Fahren. Dabei sollen alle Strafen Anwendung finden, angefangen beim Entzüge der Führerbewilligung, bis zur Gefängnisstrafe. Was die Fahrprüfung nicht zeigt, zeigt der Vorkehr. Er soll andauernd eine Prüfung bedeuten. Dabei soll auch die Behörde in der Ausübung ihrer Pflicht von dar Vernunft geleitet sein, die sie vom Fahrer verlangt. E. F., cand. jur. auch nicht in seiner Absicht gelegen, — doch er erschreckte ihn so, dass er von Brahmas Rücken herabflatterte und sich zwischen den Hufen der stampfenden Pferde hindurch ängstlich in einen Winkel flüchtete. Weder Dhakjee noch Tom hatten es bemerkt, weil sie beide mit den grösseren Tieren beschäftigt waren; und Bux selbst war noch in der Arena, um für den nicht endenwollenden Beifall zu danken. So wurde Mohrchen erst im Stallzelt vermisst und vergeblich gesucht. Das römische Rennen begann. Der Aufsitzraum hatte sich geleert. Nur ein kleiner brauner Bär war noch darin; er war in der Vorstellung ungezogen gewesen, hatte nach dem Dresseur gebissen und sollte deshalb nach Schluss nochmals vorgenommen werden. Sein Wärter, der das Tier an langer Kette hielt, hatte ihm den Rücken zugewendet und sich in die neuen Anschläge am schwarzen Brett vertieft. Cilly kam gerade vom Reitergang her in den Aufsitzraum, als der kleine braune Bär einen wütenden Ton ausstiess, dem ein angstvoller Vogelschrei folgte: Mohrchen, der sich hinter den Requisiten versteckt gehalten, hatte sich eben hervorgewagt, um den Weg zum Stallzelt auf eigene Faust zu suchen. Der kleine Bär hatte ihn entdeckt und mit blitzschnellem Griff zwischen die Klauen gezogen. Der Wärter fuhr herum und blieb vor Ueberraschung wie angewurzelt stehen. Im nächsten Augenblick musste der Rabe zerfleischt sein. (Fortsetzung folgt.)

N°57 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Grosser Preis von Deutschland 570 km auf dem Nürburgring. — Revanchekampf der deutschen Wagen. — Zwei Schweizer am Start. — von Brauchitsch beim Training verunglückt. Die internationale Automobilsportsaison 1934 erreicht in den Monaten Juli und August ihren Höhepunkt. Mit Montlhery begann die Reihe der grossen europäischen Preise, an denen über die Vorherrschaft im internationalen Autösport entschieden wird, am Sonntag folgt auf dem Nürburgring der zweite langerwartete Grosskampf, zwe Wochen später ist mit dem Grand Prix von Belgien das dritte Rennen fällig, und einen Monat später kommt in Bern der mit gewaltiger Spannung erwartete Grosse Preis der Schweiz zur Durchführung. Die Erwartung vor dem Grossen Preis von Frankreich war in allen Sportkreisen ungeheuer gross. Das Ergebnis lautete bekanntlich eindeutig zu Gunsten Italiens, das in Montlhery einen seiner grössten autosportlichen Triumphe feierte. Im Dreikampf der Nationen ging es als glänzender Sieger hervor. Alle andern Maschinen wurden ein Opfer der schweren Strecke, nur die drei Alfa Romeo der hervorragend organisierten Scuderia Ferrari und ein neuer Bugatti hielten bis zum Schlüsse durch. Die deutschen Wagen, die Hoffnung der Nation, lagen schon nach dem ersten Drittel des Rennens ausser Gefecht. Die deutschen Konstrukteure unterlagen in Montlhery nicht ihren Gegnern, sondern der eigenen Unzulänglichkeit der Maschinen und der mangelnden Erfahrung. Kaum hatte sich ein richtiger Kampf mit der Scuderia Ferrari entfaltet, mit der sich kaum jemand ungestraft einlässt, und schon folgten sich die beklagenswerten Defekte Schlag auf Schlag. Das war eine bittere Nuss, die man nach dem grossen Erfolg beim Eifelrennen zu knacken hatte. Das Ausland bewies mit aller notwendigen Deutlichkeit, dass es nicht ohne Erfolg schon jahrelang Rennsport treibt und die Maschinen anhand der Ergebnisse gründlicher Erfahrungen vervollkommnet hat. Der Spielverderber Deutschland holte diesmal eine schwere Schlappe. Das war vor 14 Tagen, und nun stehen wir vor dem deutschen Grossen Preis. Welches wird der Ausgang dieses Revanchekampfes sein, auf den man in ganz Deutschland mit fiebernder Spannung blickt, und dem man auch in Italien mehr als vor zwei Wochen mit Bedenken entgegensieht ? Wird die Scuderia Ferrari einen neuen Triumph verbuchen dürfen, um damit das traditionelle Konstruktionsprinzip zum Siege zu führen, oder werden diesmal die tüchtigen Deutschen mit ihren neuen Konstruktionen die Gegner aufs Haupt schlagen? Wieder stehen die Chancen durchaus offen, und wieder zweifelt man weder an der Schnelligkeit noch der Strassenhaltung der deutschen Wagen, mehr schon an ihrer Fähigkeit, auf dieser unerhört schweren Bahn 570 km durchzuhalten. Wenn dies aber möglich ist, dann wurde innert 14 Tagen eine grossartige Arbeit geleistet und gegen alle Eventualitäten in geschickter Weise vorgesorgt. Dann würde auch die im kürzlichen Kommentar der « Automobil-Revue » zu den Resultaten des Grossen Preises von Frankreich aufgestellte Behauptung, der technische Haupterfolg der Veranstaltung wäre die Erkenntnis der eingetretenen Mängel, eine Bestätigung erfahren. Die deutschen Wagen besitzen alle Voraussetzungen, um zu den Beherrschern des europäischen Autosportes zu werden. Die Frage ist nur, wie lange es noch dauert, bis die berühmten ersten Kinderkrankheiten überwunden sind. Für das Rennen gilt selbstverständlich die neue internationale Rennformel, die ein Maximalgewicht der Wagen von 750 kg ohne Wasser, Brennstoff, Pneus usw. verlangt. Durch die Anwendung dieser Formel beschränkt sich die Konkurrenz auf ein bestimmtes Feld von Fahrern, die mit diesen neuen Maschinen ausgerüstet sind. Der ideale Nürburgring, der an anderer Stelle dieses Blattes in Wort und Bild genauer gewürdigt wird, muss auf der grossen Nordschleife 25 mal, demnach über 570 km befahren werden. Das ist eine ebenso lange wie schwere Strecke, und man darf auch hier eine grosse Zahl von Ausfällen erwarten. Denn die deutschen Maschinen werden auf dieser Strecke ein sehr scharfes Tempo vorlegen. Wie schnei] sie auch über diese Bahn kommen, hat das Ergebnis des Eiifelrennens gezeigt. Leider haben die beiden deutschen Mannschaften sehr unerfreuliche Beschränkungen erfahren, die die Chancen ihrer Firmen nicht vergrössern. Manfred von Brauchitsch, der Mercedes-Benz-Sieger vom Eifelrennen, ist beim Training am Montag abend verunglückt. Er fuhr einige sehr schnelle Runden und wurde dabei aus noch nicht bekannten Gründen aus einer Kurve herausgetragen. Der Wagen schoss in einen Graben und überschlug sich, so dass er mit dem Kühler gegen die Fahrrichtung zum Stehen kam. von Brauchitsch brach sich zwei mittlere Rippen und erlitt Quetschungen der untern Rippen. Weitere innere Verletzungen zeigten sich erfreulicherweise nicht. Auch Hautschürfungen, Prellungen und eine Gehirnerschütterung hat sich der Fahrer bei seinem schweren Sturz zugezogen. Selbstverständlich wird der Deutsche am Sonntag nicht zu sehen sein. Der Mercedes-Benz-Fahrer Ernst Henne ist zu allem Unglück noch an einer schweren Grippe und Angina erkrankt und kann ebenfalls an dem Rennen nicht teilnehmen. Damit reduziert sich die Mercedes- Benz-Mannschaft auf die zwei sehr gefährlichen Fahrer Caracciola und Fagioli. Auch die Auto-Union ist von einem sehr unangenehmen Pech betroffen worden. Prinz zu Leiningen, ihr dritter Pilot, liegt an einer Nierenbeckenentzündung im Heidelberger Krankenhaus. Um ausser Stuck und Momberger noch einen dritten Fahrer zu erhalten, lässt die Auto-Union auf dem Ring noch Versuchsfahrten von Burggaller, Steinweg und Simons durchführen. Die das «Ausland » offiziell repräsentierende Scuderia Ferrari sendet ihre ruhmreichen Monoposti aus dem Jahre 1932 ins Feuer. Ghiron, Varzi und Moll sind drei Piloten, an denen die Deutschen nicht so leicht vorbeikommen werden. Wie aus dem in dieser Nummer veröffentlichten Interview mit Ferrari hervorgeht, sind die Italiener diesmal selber etwas skeptisch. Sie haben um so mehr Grund dazu, als die deutschen Fahrer diesen Kurs sehr gut kennen. Die offizielle Bugattimannschaft dürfte sich kaum noch einschreiben lassen. Die geheimgehaltenen Maschinenschäden in Montlhery werden in Molsheim gegenwärtig ausgebessert. Maserati hat als einzigen offiziellen Fahrer Zehender delegiert. Eine ganze Reihe Einzelfahrer will am deutschen Grand Prix ebenfalls das Glück versuchen. Nuvolari startet auf seinem Maserati, auch der Engländer Hamilton fährt einen dieser neuen italienischen Wagen; ferner sind zu erwähnen Balestrero auf Alfa Romeo, Soffietti auf Alfa Romeo, Hartmann auf Bugatti. Auch die Schweiz ist auf dem Nürburgring mit zwei guten jungen Kräften vertreten: Ruesch fährt seinen Maserati und Maag auf Alfa Romeo. Der letzte Grosse Preis von Deutschland fand im Jahre 1932 statt und führte ebenfall über 570 km. Er wurde von Rudolf Caracciola auf Alfa Romeo mit dem Durchschnitt von 4 Std. 47 Min, 22,4 Sek. (Stundenmittel 119,4 km/St.) gewonnen. 1933 wurde der deutsche Grosse Preis nicht durchgeführt. bo. Die Nennungen. Hang Stuck (Auto-Union) Momberger (Auto-Union) X. (Auto-Union) Caracciola (Mercedes-Benz) Fagioli (Mercedes-Benz) X. (Mercedes-Benz) Von Delius (Zoller) Chiron (Alfa Romeo) Varzi (Alfa Romeo) Moll (Alfa Romeo) Zehender (Maserati) Nuvolari (Maserati) Hamilton (Maserati) Balestrero (Alfa Romeo) Soffietti (Alfa Romeo) Minozzi (Maserati) Ruesch (Maserati) Maag (Alfa Romeo) Hartmann (Bugatti) Das Rennen beginnt am Sonntag um 11 Uhr vormittags. Start eines unbekannten Mercedes-Benz- Fahrers ? Wie wir im letzten Augenblick erfahren, sucht die DairhlersBenz A.G. die äusserst fatalen Lücken, die durch die Bettlägrigkeit von Brauchitschs und Hennes entstanden sind, bis Sonntag zu ersetzen. Sie zog gutveranlagte Leute aus dem Werk zum Training heran. Besonders geschickt zeigten sich die zwei Einfahrer Geyer und Jäger, von denen unter Umständen einer am Sonntag starten wird. Der Chef der «Scuderia Ferrari» spricht. Ein Interview mit Enzo Ferrari. (Von unserm italienischen Korrespondenten.) Der grosse Sieg Alfa Romeos am Grand Prix von Frankreich hat in Italien verhältnismässig wenig Aufsehen erregt. Jedenfalls viel weniger als in Frankreich selber. Die Italiener sind heute viel zu sehr an die Siege der Alfa-Romeo-Wagen gewöhnt. Die besonders nach Montlhery entsandten Berichterstatter der italienischen Blätter haben sich ihre Arbeit sehr leicht gemacht und verhältnismässig nur wenig geschrieben. Allgemein geht aus ihren Berichten hervor, dass der Grosse Preis von Frankreich eine höchst eintönige Angelegenheit war. Die drei Alfä-Romeo beherrschten schon nach kurzer Zeit die Lage. Die Defekte, die die verschiedenen deutschen Wagen zum Aufgeben zwangen, werden einer unzureichenden Vorbereitung zugeschrieben. Die deutschen Wagen hinterliessen jedoch in der kurzen Zeit, in der sie sich im Felde behaupten konnten, bei allen italienischen Teilnehmern einen vorzüglichen Eindruck. Wir interessierten uns, die Meinung des Leiters der Scuderia Ferrari, Enzo Ferrari, über das französische Resultat zu erfahren. Dieser berühmte, noch nicht 40jährige Manager, der in kurzer Zeit Ruhm und Reichtum zu erwerben imstande war, ist nicht der Mann, der sich leicht interviewen lässt. Er empfindet geradezu einen Abscheu davor, sich in aller Oeffentlichkeit über geschäftliche und private Angelegenheiten auszusprechen. Trotzdem wurden wir überaus freundlich empfangen, und mit gutmütigem Lächeln billigte man uns ein Interview zu. « Der Grosse Preis von Frankreich», begann Ferrari, « nahm den Ausgang, mit dem L. J ich gerechnet hatte. Um in einem grossen Rennen erfolgreich zu sein, muss man sein Augenmerk gleichermassen auf die Tüchtigkeit der Fahrer und auf die Leistung der Maschinen richten. Wer die eine Seite etwas vernachlässigt, um die andere dafür mehr zu betonen, der wird seinen Fehler im Rennen selber büssen müssen. Ich kannte meine Maschinen und auch das Können meiner Fahrer, und deshalb war ich vor dem Grossen Preis von Frankreich vollkommen beruhigt. Meine Alfa-Romeo-Wagen sind alle in bester Ordnung; bis jetzt ist kein nennenswerter Verschleiss an wichtigen Organen festzustellen. Auch meine Fahrer befinden sich in ausserordentlich guter Form. Wer Varzi, den ersten Mann der Mannschaft oder Chiron und Moll an der Arbeit gesehen hat, der ahnt erst, wie gut diese Leute eingearbeitet sind und über welches Können sie verfügen. Ich wusste, dass uns in Montlhery ein harter Kampf wartete. Wir mussten gegen viele und starke Gegner antreten. Ich vertraute jedoch" ruhig auf die Schwierigkeiten des Rennens und auf die Taktik, die meine Fahrer vereinbart hatten. Diese Taktik war sehr einfach und bestand darin, dass jeder Fahrer einen gefährlichen Gegner hetzen sollte. So hatte Chiron Fagioli «in Pflege», Varzi nahm Caracciola aufs Korn, und Graf Trossi Hans Stuck.» «Was für einen Eindruck erhielten Sie von den deutschen Wagen ? » «Ich bin ein grosser Bewunderer der deutschen Konstruktionstechnik. Die Deutschen sind tatsächlich unermüdlich und rastlos im Kampf um den Fortschritt. Sowohl Mercedes als die Auto-Union machen Deutschland mit ihren neuen Rennwagenkonstruktionen alle Ehre. Solange die deutschen Maschinen im Rennen lagen, blieben sie um nichts hinter meinen Maschinen zurück. Fagioli, Caracciola und Stuck haben einen vorzüglichen Eindruck hinterlassen; das sind Fahrer, denen kein grosser Sieg unmöglich sein wird. Sie finden sich ganz fabelhaft in ihren Wagen zurecht und man sieht es, dass sie sich auch technisch mit den neuen Maschinen vertraut gemacht haben. Diese Piloten verstehen es, ebenso vorsichtig wie auch im richtigen Augenblick tollkühn zu sein.» «Was für Erwartungen hegen Sie vom Grossen Preis von Deutschland ? » «Ich will es offen zugeben», sagte der Commendatore, «dass ich mir der Schwierigkeiten meiner Aufgabe am Nürburgring bewusst bin. Dort wollen uns die Deutschen eine gehörige und auch berechtigte Revanche liefern. Selbstverständlich werde ich vor einem Grossen Preis, der technisch zu den interessantesten gehört, nicht ausreissen. Der Kampf auf dem Nürburgring wird mir auch dazu verhelfen, weiteres Material für die Vervollkommnung und Verbesserung der Maschinen zu erhalten. Ich habe für den Grossen Preis von Deutschland Varzi, Chiron und Moll abgeordnet. Die drei werden den im Jahre 1932 berühmt gewordenen Alfa-Romeo-Typ mit ausgebohrten Zylindern (2908 ccm statt 2654 com) fahren. Die in Frankreich siegreichen neuen Maschinen haben eine kurze Ueberholung in der Werkstätte notwendig. Ueber den voraussichtlichen Ausgang des Rennens kann ich mich natürlich nicht aussprechen. Wenn es den Deutschen gelingen wird, in dieser kurzen Zeit die Fehler, die sich in Montlhery bemerkbar machten, auszubessern, dann darf man einen herrlichen Kampf erwarten. Meine eute werden verbissen um den Sieg ringen. Sie haben ein Primat zu verteidigen, und ihr Sieg in Deutschland müsste ihren Wert ins Unschätzbare steigern. » C. B. WANDERE 6 Zylinder, nur 10 Steuer HP, wundervolle Limousinen, Rolldachlimousinen und Cabriolets C. SCHLOTTERBECK, AUTOMOBILE A.G. BASEL, am Bundesbahnhof, Tel. 24.860 ZÜRICH, Falkenstt. 12, Tel. 26.964 Die außergewöhnlich guten Fahreigenschaflen des Wanderer, die ihm Schwingachsen und ein Radstand von 3 Metern verleihen, sind auffallend. Nicht zuletzl wegen der ausgezeichneten Kurvenhaltung vermag er ein sehr hohes Durchschniilsiempo einzuhalten. Seine Ausrüstung und Ausstattung sind diejenigen teuerster Qualitätswagen, wie unter anderem 7-fach gelagerte Kurbelwelle, auswechselbare Stahl- Zylinderbüchsen, Viergang-Silenlgetriebe,Zentral-Chassisschmierung, Öldruckbremse. In Preis. Verbrauch und Unterhalt zählt Wanderer zu den wirtschaftlichsten Wagen