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E_1934_Zeitung_Nr.056

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16 1934

16 1934 - N° 56 Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O.R.Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. . i . .. • . — __ •• rgen ab 6.15, 6.30 usw. jede halbe A H T < ll*^\W A UTV£ V Stunde bis 21.45 ÜV Ä WM? /mJnllmJBl Meilen ab 6.30, 7.00 usw. jede halbe TSLÄT °19 M Stunde bis 21.30, 22.15 Jm|©fillQM*HO!?S?GW w m * ^* ^»w» gy^>»» Preis pro Personen-Auto (inkl. Fahrer) 2 Fr., jede weitere Peraon 50 Rappen- PfäfflkOH (Zeh.) Hotel Bahnhof SSÄ Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer. offizielle Ausgabe des T. C. S. Berühmte Stiftskirche u. Die BadRagaz An der Tamina-Sclilucht L MI I M A N N Von den Automobilisten bevorzugtes Haus. Autoboxen. — Zimmer mit fliessendem Wasser. Bibliothek. Museen u. Gemäldegalerien. WiIdpark. besten Autostrassen der Schweiz. Feinste Spezialitäten Gedieg. Erfrischungsraum A. C. S. itäten aus Küche und Keller. 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Lassen Sie sich ohne das leisesfe Gefühl der Beschämung von jedem Narren überholen, den es danach gelüstet. Ein Augenblick der Konzession ist unaufhörlichen Konzessionen vorzuziehen. Bedenken Sie, dass die weise Vorsicht die Bremse —^ und dass der Hochmut den Kompressor erfunden hat. VIII. Der Asphalt ist schlüpfrig? So erinnern Sie sich, dass Sie nur Staub sind. Nehmen Sie Gas weg. IX. Jede Biegung der Chaussee ist eine Falle: hinter jeder Kurve lauert ein Greis, ein Kind, ein Karren. Seien Sie auf Ihrer Hut und halten Sie das Lenkrad in festen Händen. X. Betrachten Sie das Heranbrausen des Zuges als unmittelbar bevorstehend — auch wenn er noch nirgends zu sehen ist. Die Nebenstrassen sind Autofallen: denken Sie daran, dass jede Mausefalle eine offene Türe hat. Der Sieger von Ohio. John Davison Rockefeiler — Die Bilanz eines Lebens. (Fortsetzung aus Nr. 55 des AF.) Die Erregung war so stark, dass sich schliesslich sogar die Begierung entschliessen musste, einzugreifen, um Massnahmen vorzubereiten und Gesetze zu erlassen, die eine Wiederholung solcher Vorgänge im amerikanischen Wirtschaftsleben ein für allemal auszuschliessen schienen. Das bekannteste Gesetz dieser Art ist die Sherman-Act aus dem Jahre 1890, die jeglichen Zusammenschluss mehrerer Betriebe mit dem Ziel der Unterbindung der freien Konkurrenz verbot und unter strengste Strafe stellte. Auch in diesen Jahren des Tumultes stand Bockefeiler im Mittelpunkt des Geschehens. Fast instinktiv hatte die öffentliche Meinung erfasst, dass dieser Mann aus Ohio der eigentliche Verantwortliche für alle jene skandalösen Vorfälle war. Rockefeller hat damals dutzende Male vor allen möglichen Kommissionen und den Untersuchungsausschüssen der Parlamente erscheinen müssen, um Rede und Antwort zu stehen. Ausserdem jagte ein Privatprozess den andern, bei denen sich Rockefeller jeweils durch die tüchtigsten und gerissensten Anwälte vertreten Hess, was ihn Unsummen gekostet hat. Im übrigen bewahrte er aber seine Ruhe. Rockefeller schien auch der gewaltige Sieg, den er errungen hatte, Opfer wert zu sein. Er Hess sie daher ruhig toben und schreien, brüllen und wüten. Im übrigen kannte wohl niemand das Leben und die Menschen besser als er, und so pflegte er denn in diesen Jahren in der ihm eigenen, verächtlichen Weise häufig zu äussern: « Was hätten alle diese Leute wohl für ein Triumpfgeschrei angestimmt, wenn ich nicht als Sieger, sondern als der Unterlegene aus diesem Kampfe hervorgegangen wäre? » Wer aber war denn nun eigentlich dieser Mann, als Mensch und Charakter betrachtet, der es tatsächlich fertiggebracht hat, eine ganze Welt aufhorchen zu lassen und seine Zeit durch seine Taten in Atem und Spannung zu versetzen! Wie hat Rockefeller, dieser Pionier des Kapitals, auf seine Zeitgenossen und auf seine nächste Umgebung gewirkt? Und welches Bild wird von ihm auf die Nachwelt übergehen? Rockefeller ist in erster Linie ein Mensch voller Gegensätze und Widersprüche gewesen. Rein äusserlich kam dies sogar schon zum Ausdruck. Wenn man beispielsweise an jene Zeit zurückdenkt, da Rockefeller bestimmt der bestgehasste und meistgelästerte Mann in Amerika gewesen ist, an die Zeit, da die Wogen der Empörung gegen ihn hochgingen, an jene Jahre, in denen ihn seine Landsleute nur noch den « Räuber », den « Banditen », das « Ungeheuer », den « Bluthund » und den nie davor zurück, alles Mögliche zu versprechen und sogar sein Wort zu verpfän- obgleich er im gleichen Augenblick «Vampyr» genannt haben und auf denden, Waggons, die aus seinen Werken in die schon wusste, dass er sich nie daran halten würde. Dann aber konnte man sich ganze Welt hinausliefen, nicht nur Karrikaturen, Kränkungen, Beleidigungen und wieder ganz auf ihn verlassen und auf Schmähungen als Aufschrift zu lesen waren, sondern sogar Todesdrohungen, da Mitarbeiter und Angestellten wussten das sein Wort wie auf einen Fels bauen. Seine musste man wohl annehmen, man habe es auch. (Schluss folgt) hier mit einem wahren Riesen zu tun. Gerade das Gegenteil war jedoch der Fall. Rockefeller war Zeit seines Lebens körperlich besonders schwach und gebrechlich. Er war verhältnismässig klein von Statur und auffallend hager und mager. Auch seine sonstige Konstitution Hess viel zu wünschen übrig, und so kränkelte er denn sehr häufig. T —l__l_ l_ _U_*I *7!__«A_« Aus dem überschäumenden Lebensgefühl und dem ungezügelten Tatendrang einer Kraftnatur heraus können die Leistungen dieses Mannes jedenfalls nicht abgeleitet werden. Will man seine Arbeit und sein Werk verstehen, dann muss man wohl tiefer dringen und versuchen, ein Bild von seinen geistigen Fähigkeiten zu gewinnen. Solche Fähigkeiten aber hat Rockefeller wirklich in ganz aussergewöhnlichem Masse besessen. Er war vor allem mit einer hohen und umfassenden Intelligenz begabt. Sein Verstand arbeit tete mit unerhörter Schärfe und Präzision. Ganz ungewöhnlich war auch seine Auffassungsgabe und sein Scharfblick, der durch keine Verstellung getäuscht werden konnte. Rockefeller sah immer durch und erkannte mit unfehlbarer Sicherheit das, was er suchte und das, was er brauchte. Grosse Dienste leistete ihm in jedem Falle auch seine Fähigkeit, sich voll und ganz auf die Dinge zu konzentrieren, die ihn augenblicklich beschäftigten. Im übrigen war dieses Konzentrationsvermögen bei ihm nicht nur geistiger Art, sondern es war seelisch mindestens ebenso stark ausgeprägt. Nur so ist es erklärlich, dass Rockefeller tatsächlich sein ganzes Leben lang immer nur an das Eine gedacht hat und von dem Einen erfüllt war: Geschäft, Geld und Erfolg. In dieser Beziehung ist Rockefeller gleichzeitig eine Art Idealtypus des Amerikaners gewesen. Zu diesen Fähigkeiten gesellten sich dann noch gewisse Fertigkeiten, die er sich im Laufe der Zeit angeeignet hatte, wobei ihm seine überreiche Erfahrung auf allen- Gebieten der Praxis zu Hilfe kam. Sein Geschick und seine Routine im Umgang mit Menschen waren unerreicht. Wenn es die Umstände ratsam erscheinen Hessen, konnte er unglaublich schmiegsam und anpassungsfähig sein. Dann war er bis in den letzten Nerv seines Wesens Diplomat, ein Mensch, der klug, zurückhaltend und unscheinbar zu wirken wusste. In hervorragendem Masse verstand sich Rockefeller auch auf die Kunst der Selbstbeherrschung. Wenn es notwendig war, konnte er schweigen wie ein Grab, und nichts, auch nicht das leiseste Mienenspiel, würde dann verraten haben, was in solchen Augenblicken sein Inneres erfüllte und bewegte. «Augen und Ohren offen halten, aber schweigen, immer schweigen, das ist das Geheimnis des Erfolges!», so pflegte er oft zu sagen. Seine Erfolge verdankte Rockefeller nicht zuletzt auch seiner unglaublichen Energie und Zähigkeit, die wohl beide ein Geschenk seiner harten Kindheit und seiner freudlosen Jugend waren. Damals hatte er gelernt, sich durchzusetzen, durchzustehen und durchzuhalten und sich durch keinen Rückschlag, durch keinen Misserfolg und durch keine Enttäuschung beirren und erschüttern zu lassen. Später im Leben sind ihm dann diese Erfahrungen zugute gekommen. Viel schwerer als das Urteil über seine Fähigkeiten, ist ein Urteil über den Charakter dieses Mannes, der völlig undurchsichtig ist und wohl ewig ein Rätsel bleiben wird. Rockefeller konnte hart und unerbittlich sein und ist es wohl auch oft gewesen. Anderseits war er wieder gutmütig und verträglich. Der beste Beweis dafür ist wohl der, dass 14 Mitglieder seines Direktoriums, und zwar gerade die Herren auf den verantwortungsvollsten Posten, die also zu seinen engsten Mitarbeitern gehörten, ehedem zu seinen erbittertsten Konkurrenten und seinen geschworenen Feinden zählten. Und dennoch hatte er ihnen dann die Hand gereicht und sich mit ihnen ausgesöhnt. Er war bis zur Pedanterie kleinlich, im gleichen Atemzug aber wieder grosszügig und verschwenderisch. An Gerissenheit und Verschlagenheit nahm er es ohne weiteres mit jedem Levantiner auf, was mancher seiner Widersacher wohl am eigenen Leibe erfahren haben dürfte. Aber er konnte wiederum auch gerecht sein und mit absoluter Fairness handeln. Er log, wenn es ihm notwendig schien, dass sieh die Balken bogen. Er scheute auch

N» 56 -1934 AUTOMOBIL-REVUE 17 Südschwaben im Auto Schwaben ist vielleicht nicht in jeder Beziehung ein Autoreiseland par excellence. Es gibt zwar — gerade von Stuttgart aus — prachtvolle Strassen, auf denen man mit Leichtigkeit 60 bis 80 im/St, machen kann, viele andere Routen aber sind mehr für den gemächlicheren Fahrer bestimmt. Nicht etwa wegen ihres Zustandes (der zwar nicht immer über alles Lob erhaben ist), aber einmal wegen der vielen Erhöhungen und Senkungen, wie auch Kurven, die zur Vorsicht mahnen. Dann aber ist gerade Südschwaben ein Schatzkästlein landschaftlicher wie historischer Sehenswürdigkeiten, an denen man eigentlich nicht nur im Blitztempo vorüberhuschen sollte. Es war ein prachtvoller Frühlingsmorgen, als wir die Gestade des Bodensees verliessen, um Ulm, unser erstes Reiseziel, aufzusuchen. Die Natur zeigte den ersten Flaum keimenden Grüns und duftiger Blüten, wenn auch erst recht behutsam und gleichsam nur ein bisschen neugierig. Der Weg selbst nach Ulm führt zum grossen Teil durch das Donautal; vom Fluss sieht man meist recht wenig. Ihm selbst merkt man jedenfalls keineswegs die spätere Grosse irgendwie an. Er ist eigentlich ein recht bescheidener Stromlauf, den man kaum für die Donau halten würde. Die Dörfer und Flecken, die wir durchfahren, zeigen alle ein besonderes Gepräge mit zum Teil recht altertümlichen Riegel- und Giebelhäusern. Die Hauptverkehrsstrasse führt mitten durch die Ortschaft und ist zumeist eng, sogar vielfach an Kurven reich, so dass man geradezu zur Langsamkeit gemahnt wird und recht Müsse hat, das Leben in diesen kleinen südschwäbischen Dörfern etwas zu studieren. Ueberall grüssen freundliche Blicke unseren «Schwoizer» Wagen. Die Bevölkerung ist überhaupt gerne bereit, uns Auskunft über den Weg zu geben. Viel Auskunft müssen wir allerdings nicht verlangen, der Weg wird deutlich durch die zahlreichen Weg- und Distanzenweiser angezeigt, auf deren Entfernungen man allerdings nicht immer gehen kann. Der über den Kaminen lagernde Rauch zeigte uns gerade an, dass Suppe und Braten gar geworden waren, als wir in Ulm selbst einfuhren. Die Umgebung dieser altbekannten und in der Geschichte viel erwähnten Stadt präsentiert sich in einem schmucken, modernen Gewände; die Altstadt aber besitzt noch ihre engen krummwinkeligen Strassen, die dem modernen Verkehr viel Schwierigkeiten bereiten und das Einwegsystem erheischen. Der Eindruck, den Ulm auf den Besucher macht, ist ein harmonischer und origineller. Wer je den Roman von Hauff «Lichtenstein» gelesen hat, der ja in Ulm einsetzt, wird daraus entnehmen können, dass das innere Stadtbild sich eigentlich recht wenig im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Noch führt die gebogene Herdbruckergasse von der Donaubrücke zum alten Rathaus, das umsäumt von alten Giebel- und Riegelhäusern mit vielen zierlichen Erkern trutzig im Herzen der Stadt und doch abseits der modernen Verkehrsadern liegt. Der Dom selbst hat bekanntlich den höchsten Kirchturm Deutschlands, wenn sich auch der ganze Bau selbst in einem viel schlichteren Gewände, als beispielsweise der Kölner Dom präsentiert. Auf dem Dom selbst steht der steinerne Ulmer Spatz mit dem Strohhalm im Schnabel. Die Ulmer wollten nämlich wie die Schildbürger die Balken quer durch die Tore bringen, was natürlich nicht ging. Ein Spatz zeigte ihnen dann, wie man einen langen Strohhalm auch durch eine enge Spalte bringt. Sie non i vero Ulm ist aber auch die Geburtsstätte eines bekannten Vorläufers der Fliegerei, des berühmten Schneiders von Ulm, dessen Geschichte Eyth in fesselnder Weise erzählte. Wer weiss, wenn nicht heimtückische Gesellen dem unternehmungslustigen Schneiderlein in letzter Stunde seine Flugmaschine beschädigt hätten, wäre die Fliegerei vielleicht schon viel älter. Eine Gedenktafel erinnert noch an den kühnen Versuch, der mit dem Sturz in die Donau endigte. Doch unsere für Ulm bemessene Zeit ist abgelaufen. Eigentlich ungern nehmen wir Abschied von den alten Türmen, Wällen und Häusern, um die Fahrt über die Schwäbische Alp nach Stuttgart anzutreten. Wir benützen dabei allerdings nicht die direkte Route, sondern wollen dem historischen nnd als Ausflugsort beliebten Schloss Lichtenstein, dem Hauptschauplatz von Hauffs Roman, einen Besuch abstatten. Die Strasse dahin ist allerdings nicht über alles Lob erhaben, und richtig, knapp vor Munsingen ereilt uns denn auch das Geschick in Gestalt eines Nagels, der sich in den einen unserer Pneus verliebt hat. Die Wartezeit verbringen wir in einem kleinen Gasthaue bei einem Glase vorzüglichen Landweins und in Gesellschaft gemütlicher Württemberger, die sich gerne nach allem Möglichen aus der Schweiz erkundigen und uns auf einer Schullandkarte den weiteren Weg weisen. Gegen Mittag taucht am Horizonte die Silhouette des Schlösschens Lichtenstein auf, das wegen seiner reizenden Lage am steil abfallenden Eachaz- Ul einen der besuchtesten Ausflugspunkte der Schwäbischen Alp bildet. Die Burg selbst ist erst 1841 durch Graf Wilhelm von Württemberg wieder aufgebaut worden, vorher lag sie jahrhundertelang in Trümmern, und es ist fraglich, ob sie zur Zeit, da Hauffs Roman spielt, überhaupt bewohnbar war. Der heutige Bau trägt allen denjenigen, die Freude an einer romantischen Ritterburg haben, vollauf Rechnung. Sie .liegt auf einem steil aus dem Tal aufsteigenden Felssockel, der nur durch eine lange Brücke mit dem übrigen Land verbunden ist und bietet einen ausserordentlich reizenden Anblick. Der Vorhof selbst ist ziemlich eng; weit aber sind die Gemächer und Säle, die zum Teil noch ursprünglichen Felsboden haben und vielfach prächtig ausgestattet sind. Interessant sind vor allem der Rittersaal und die Trinkstube. Was vielleicht nicht allen gefällt, ist die nicht dahin passende Sammlung orientalischer Kleider und Rüstungen. Einen ganz besonderen Genuss bietet die Aussicht vom Erker oder gar vom hohen Bergfried, von wo aus man bei klarem Wetter bis zu den Alpen sieht. Nur ungern nehmen wir Abschied von diesem idyllischen Ort, um durch weitere schmucke Dörfer, A i A J Der beliebte Ferienort I m P T Q Q || Golf-, Tennis- und Schwimmwl O v U UII konkurrenzen. Freiluttgymnastik, gesell. Leben. Saanenmöser 14 Hotels. Pensionspr. v. Fr, 8 an. Sommenportprozramm unu