Aufrufe
vor 9 Monaten

E_1934_Zeitung_Nr.061

E_1934_Zeitung_Nr.061

16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1934 Die Zufahrtsstraseen aus der ganzen Bohwelz sind ertlohtlloh in O.R.Wagner« OH Tourlng, FQhrer fOr Automobllfahrer, offiziell« Ausgabe dtsT.CS. Zwischen Zürich und llfTD VlICnADT Winterthur liegt PTN ü KJb W 9ißUKH Neuerdings «ehr beliebter Auiflogtort, an der alten Heentrwe. Im neurenovierten, in Mitte der Ortschaft gelegenen GASTHOF zum BAEREN finden Sie das Ziel Ihrer Wttnsohe, schöne und heimelige Lokalitäten aller Art. Flotte Bedienung. Eigene Metzgerei. Billige Preise. Spezialitäten: Bauernbrot, Speck und Schinken, Negerwürste. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit. (Gttggeli auf vorherige Bestellung.) Für Hochzeitsund Vereinsanlässe bestens empfohlen. Ruhiger Ferienort: Pensionspreis von Fr. 6.50 an. ff. Weine in grosser Auswahl. Kellerbesiohtigung empfohlen. Benzintankstelle. Oeldepot. Faehm. Autohilfe am Platze. Höflioh empfiehlt iioh E. Qujer, Mitglied des T.O.S. Tel. Nr. 935.160. MÄNNEDORF » cs HotelWildenmannT.cs. AU z ü n i c n s E E Rendw-vonsderAutomobilist« Prächtig gelegenes Ausflugsziel mit grosser Terrasse., am See, wo Sie zu mäisigen Preisen erstklassig bedient werden. — Jeden Sonntag-Nachmittag KONZERT. TELEPHON 920005. - GARAGEN. - BOXEN. Hinwil Hotel Hirschen T.C.S. Zürcher Oberland. Rendez-vous dar Automobilisten. Baftbekannt für Küche und Keller. Spez.: Güggeli u. Forellen. Schöne Lokalitäten. Grosser Saal. Schattiger Garten. Garage. Telephon 981.202. Familie Weamann-Slaarltt. Telephon 912.182 Hasch Du en Gluscht nach Fisch und QflOgel, Suech '* Tal durab, suech Ober Eis Ziel am schöne ZOrisse, Da z* Herrllberg Im 8trandcafe. 20 km von Zürich, zwischen Horgen und W&denawü, auf aussichtsreichem Hügel an der Strasse Zürioh-Sargans. Gute Fahrstrasse bis zum Hotel. Schöne Säle für Hochzeiten und Gesellschaften. Aussichtsterrassen. Grosse gedeckte Halle mit ansohiiessendem Garten. Spezialitäten in Küche u. Keller. Forellen, Zürichseefische, Poulets eto. Mittagessen von Fr. 3.- an, Pension von Fr. 9.-. Höfl. empfiehlt sich A. Imboden, Ktiohenohef. Gasthof, Kurhaus, Station Hinwil (Zürcher Oberland, 78t m ü. M.). Altbekannte Schwefel-Llthlum-Quelle mit starker Radioaktivität. Die besten Heilerfolge bei Rheuma, Ischias, Gicht. Prachtvolle, ruhige und sonnige Lage. Schöner, schattiger Garten. Gute Küche b«l mauigen Preisen. Pensionspreis Fr. 6.—. Schönster Autenthalts- und Ausflugsort. Prospekte. Höfliche Empfehlung E. Brönnlmann, Tel. 981.184. Zürcher Oberland. Altbekannter Landgasthof. Gute Küche und Keller. Eigene Metzgerei. Schattiger Garten. Schöner Getellschaftisaal. Tel. 982.104. Familie HÄrrl, Be». AUTOFAHRE Meilen-Morgen Erstes Passantenhaus am Platze. Zimmer m. fl. Wasser. Gesellschaftssäle. Pfäffikerseefische. Bachforellen. Garten. Garage. Tel. 975.442. E. Frel-Relmann, BM. T. O. S. A. O. 8. Altbekannter Landguthot. Bekannt vorzügl. Küche und Keller. Herrlicher, schattiger Garten. Eigene Fischerei. Motorboote. Zivile Prtiio, Garage. Autopark. Tel. 975.155. Farn. Leemann, Besitzer. Altrenommiertes Hans f. Kttoh« und Keller. Spezialität: BaohforelJen. Grosser Saal. Präoh-. tige Terrasse. Grosse Loggia^ Zimmer. — Waldparkanlagenf f Garage. TeL 197.1. R. Suter-Feuel, Bes. Ha rgen ab 6.15, 6.30 usw. jede halbe Stunde bia 21.45 Meilen ab 6.30, 7.00 usw. jede halbe Stunde bis 21.30, 22.15 Preis pro Peraonen-Auto (inkl. Fahrer) 2 Fr« jede weitere Person 50 Kappen. Der sohönste Ausflugspunkt und Ferienort ist das wunderbar gelegene KURHAUS T.C.S. am Bachtel T.C.S. Zürcher Oberland. Prima Bauernspezialit&ten, guet und gnueg. Garage. Ein Besuch wird Sie überzeugen. Der Besitzen B. BUcnU-Heii. Telephon 204, Wald. Schönste Aussichtsterrassen auf den Rheinfall.. Fischküche. Forellen. Zimmer mit fl. Wasser. Bader. Eigene Garage und Parkplatz. Tel. 543. ,- *• Widmer, Bes. T.O.S. Altbekannter Landgasthof, im Zentrum gelegen. Vorzügliche Küche und Keller. Lebende Forellen. Bescheidene Preise. Garage. Tel. 973.267. Bebies Erben, Be«. HERRL1BERG Strandcafe M. Hefti HOTEL HALBINSEL. „AU" amZüRiCHSEE GYRENBAD am Bachtel BäretSWil Gasthof Ochsen T.C.S. Pfäffikon (Zeh.) Hotel Bahnhof Pf äf f ikon (Zeh.) FEUSISBERG Kurhotel Frohe Aussicht 35 !• OB S» SSE5S5S55 Gasthof zum Hecht Neuhausen am Rheinfall tu Hotel BelevueT.cs. Wetxikon LAUSANNE Hotel B e a u -,S ej o u r »er kj rkiTii/Ckl GASTHOF HIR «Weber-Stumpen sind einzigartig! Automobilisten «Ind gute Kunden. Gewinnen Sie dieselben durch den Autler- Feierabend Im Zentrum - Ruhiger Privatpark. Hotel I. Ranges. Bescheidene Preise. — Restaurant — Göschenen BAHNHOF BÜFFET Umladestelle für die Autos nach und von Airolo. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit. Auskunft über Fahr- und Transportverhiltnisse. Tel. 11. (Nicht zu verwechieln mit Hotel Bahnhof.) Höfliche Empfehlung ' Steiqer-Qurtner. Rastaurant MUGGENBÜHL, Zürich 2 •ohflner Auaflugaort. (Parkplatz.) OutgeWhrtes Haus. Inhaber: Frel-Heusser. MAULER wie dieser gewalttätige Mann ihr Haus beneidet, redete ste mit ihrem Mann (alte Sitten gaben den Hausfrauen männlichen Sinn), und bewog ihn, dem drohenden Unfall vorzukommen. Werner Stäuffacher fuhr über den See in das Land Uri zu seinem Freunde Walther Fürst von Attinghausen, einem reichen Landmann. Er fand einen jungen Mann von Mut und Verstand bei ihm verborgen; von diesem erzählte Walther seinem Freund; «er sei ein Unterwaldner aus dem Melchtal, in welches man von Kerns hereingehe; er heisse Erni an derHäiden, und sei ihm verwandt; um eine geringe Sache, die Erni getan, habe ihn Landenberg um ein Gespann schöner Ochsen gebüsst; sein Vater Heinrich habe diesen Verlust sehr bejammert; auf dieses habe des Vogtes Knecht gesagt, wenn die Bauern Brot essen wollen, so können sie selbst an dem Pflug ziehen; hierüber sei Erni das Blut aufgewallt; er habe mit seinem Stock dem Knecht einen Finger gebrochen; darum verberge er sich hier; indes habe der Vogt seinem alten Vater die Augen ausstechen lassen.» Hierauf klagten sie einander sehr, dass alle Billigkeit mehr und mehr unter die Füsse getreten werde; und Walther bezeugte, auch der hocherfahrene Herr von Attinghausen sage, die Neuerungen werden unerträglich: wohl glaubten sie, dass der Widerstand grausame Rache über die Waldstätte bringen könnte, doch kamen sie überein, Tod sei besser als ungerechtes Joch erdulden. Ueber diese Gedanken beschlossen sie, dass jeder seine Vertrauten und Verwandten erforschen soll. Sie bestimmten, um sich ruhig zu sehen, das Rütli, eine Wiese auf einer Höhe in einer einsamen Gegend am Ufer des Waldstättersees, nicht weit von der Grenzmark zwischen Unterwaiden und Uri (Im See steht hier einsam der Mythenstein); daselbst ratschlagten sie oft bei stiller Nacht über die Befreiung des Volkes und gaben einander Nachricht, mit wie viel Fortgang sie zu dieser Tat geworben; dahin kamen Fürst und Melchtal auf einsamen Pfaden, der Stäuffacher in seinem Kahn, und aus Unterwaiden der Sohn seiner Schwester, Edelknecht von Rudenz. Aus verschiedenen Orten brachten sie Freunde in das Rütli; da vertraute einer dem andern seine Gedanken ohne alle Furcht; je gefahrvoller die Tat, um so viel fester verband'sich ihr Herz. In der Nacht Mittewochs vor Martinstag im Wintermonat brachte Fürst, Melchtal und Stäuffacher, jeder zehn rechtschaffene Männer seines Landes, die ihm redlich ihr Gemüt geoffenbaret, an diesen- Ort. Als diese dreiunddreissig herzhaften Männer, voll Gefühls ihrer angestammten Freiheit und ewigen Bundesverbrüderung, durch die Gefahr der Zeiten zu der innigsten Freundschaft vereinigt, im Rütli beisammen waren, fürchteten sie sich nicht vor König Albretibt und nicht vor der Macht Österreichs. In dieser Nacht gaben sie einander mit bewegten Herzen die Hände darauf, «dass. in diesen Sachen keiner von Ihnen etwas nach eigen Gutdünken wagen, keiner den andern verlassen wolle; sie wollen in dieser Freundschaft leben und sterben; jeder soll das unschuldige unterdrückte Volk in seinem Tal nach gemeinem Rat in den uralten Rechten ihrer Freiheit so behaupten, dass ewig alle Schweizer dieser Freundschaft Qenuss haben sollen; sie wollen den Qrafen von Habsburg von allen ihren Gütern, Rechten und eigenen Leuten auch nicht das geringste entfremden; die Vögte, ihr Anhang, ihre Knechte und Söldner sollen keinen Tropfen Blut verlieren, aber die Freiheit, welche sie von Ihren Voreltern empfangen, dieselbe wollen sie Ihren Enkeln aufbewahren und überliefern.» Als alle dessen fest entschlossen waren, und mit getrostem Angesicht und mit getreuer Hand jeder, in Erwägung, dass von ihrem Glück wohl all ihrer Nachkommen Schicksal abhänge, seinen Freund ansah und hielt, hoben Walter Fürst, Werner Stauffacher und Arnold an der Halden aus Melchthal ihre Hände auf gen Himmel und schwuren in dem Namen Gottes, der Kaiser und Bauern von gleichem Stamm in allen unveräusserbaren Rechten der Menschheit hervorgebracht hat, also mannhaft die Freiheit miteinander zu behaupten. Als die dreissig dieses hörten, hob ein jeglicher seine Hand auf und leistete bei Gott und hof eingenommen; der Stauffacher zog mit .allem Volk von Schwyz an den Lowerzersee; bei den Heiligen diesen Eid. Ueber die Art, ihren Entschluss zu vollstrecken, waren sie einig; damals ging jeder in seine Hütte, schwieg still und winterte das Vieh. Indes trug sich zu, dass der Vogt Herrman Qessler totgeschossen wurde, durch Wilhelm Teil, einem Urner aus dem Orte Bürglen, der Walther Fürsten Schwiegersohn und einer der Verschworenen war. Der Vogt, aus tyrannischem. Argwohn oder auf erhaltene Warnung bevorstehender Unruhen, unternahm zu prüfen, wer seine Herrschaft am ungeduldigsten ertrug, und (wie sinnbildliche Art jenen Zeiten und solchen Völkern gewöhnlich ist) ein Hut sollte die Ehre des Herzogs vorstellen. Die Freunde der Freiheit wollte er dazu bringen, N» 61 die Hauptzier des Fürsten zu ehren, dem sie nicht gehorchen wollten. Ein- Jüngling, Teil, der Freiheit Freund, verschmähete, ihr altes Sinnbild, den Hut, in solchem Sinne zu ehren; durch voreilige Aeusserung seiner Denkungsart bewog er den Vogt, sich seiner zu versichern. Dieser übte den Mutwillen der Tyrannei, so dass Wihelm Teil seinem Sohn einen Apfel von dem Haupt schiessen musste. Nach der Tat übernahm den Mann das Gefühl, dass Gott mit ihm sei, so, dass er bekannte, er würde bei schlimmerem Glück den Sohn gerochen haben. Der Vogt, besorgt wegen seiner Verwandten und Freunde, getraute sich nicht', Wilhelm Teil im Lande Uri hierfür gefangen zu halten, sondern führte ihn (mit Verletzung der Freiheit, welche die ausländischen Gefangenschaften verbot) über den Waldstättersee. Da sie nicht weit jenseits des Rütli gekommen, brach aus den Schlünden des Gotthard plötzlich der Föhn mit seiner eigentümlichen Gewalt los: es warf der enge See die Wellen wütend hoch und tief, mächtig rauschte der Abgrund, schaudervoll tönte durch die Felsen sein Hall. In dieser grossen Todesnot befahl Gessler voll billiger Furcht, Wilhelm Teilen, einem starken mächtigen Mann, den er als vortrefflicher Schiffer kannte, die Fesseln abzunehmen. Sie ruderten in Angst, vorbei die grauen Felsenufer; sie kamen bis an den Axenberg, rechts, wenn man aus Uri fährt. An diesem Ort ergriff Teil sein Schiesszeug und nahm den Sprung auf einen platten Fels. Er kletterte den Berg hinauf, der Kahn prellte an und von dem Ufer; Teil floh durch das Land Schwyz; auch der Vogt entkam dem Sturm. Als er aber bei Küssnacht gelandet, fiel er durch Teils Pfeil in einer hohlen Gasse hinter dem Gebüsch hervor. Herrmarm Gessler nahm diesen Ausgang vor der zur Befreiung des Landes verabredeten Stunde, ohne Teilnehmung des unterdrückten Volkes, durch den gerechten Zorn eines freien Mannes. Diesen wird niemand missbilligen, als wer nicht bedenkt, wie unerträglich dem feurigen Gemüt eines tapferen Jünglings Trotz, Hohn und Unterdrückung der uralten Freiheit des Vaterlandes, zumal in diesen Zeiten war. Seine Tat war nicht nach den eingeführten Gesetzen, sondern wie die, welche in den alten Geschichten und in den heiligen Büchern an den Befreiern Athens und Roms und an vielen Helden der alten Hebräer darum gerühmt >, werden, auf dass für Zeiten, wo die ura?" Freiheit eines friedsamen Volkes überlegener Macht nicht widerstehen könnte, zum Lohn der Unterdrücker solche Männer aufgenährt werden. Gesetzmässige Regenten sind heilig? dass Unterdrücker nichts zu fürchten haben, ist weder nötig noch gut. Die Tat Wilhelm Teils gab dem gemeinen Mann höheren Muts aber es war zu besorgen, die Gewalt Landenbergs und aller Burgvögte möchte durch Wachsamkeit befestigt werden. " " In der ersten Stunde des Jahres dreizehnhundertundacht wurde ein Jüngling zu Unterwaiden, aus der Zahl deren, welche die Befreiung der Waldstätte verschworen, von einer Magd auf der Burg Rozberg an einem Seil in ihre Kammer hinaufgezogen; sein warteten im Graben der Burg zwanzig Freunde des Landes, die er mit eben diesem Seil die Mauer hinaufzog. Die Jünglinge nahmen den Burgamtmann, sein Gesinde und vier Knechte gefangen, bemeisterten sich des Tp.*~ . und waren still. Früh am Tag, als zu Samen Vogt Landenberg von der Burg herab in die Messe ging, begegneten ihm zwanzig Männer von Unterwaiden mit Kälbern, Ziegen, Lämmern, Hühnern und Hasen, zum Neujahrsgeschenk, f" nach uralter Sitte im Gebirg und in den benachbarten Ländern. Der Vogt, ihrer Gabe vergnügt, Hess die Männer sie in die Burg bringen. Als die zwanzig in dem Tor waren, stiess einer derselben in das HornT auf dieses Zeichen langte jeder aus dem Busen ein Eisen und steckte es an seinen-gespitzten Stock; aus dem Erlenholz rannten dreissig ihrer Gesellen durch das Wasser auf die Burg und nahmen mit ihnen die Einwohner gefangen. Da gaben sie das Wahrzeichen, worauf das ganze Land Unterwaiden ob und unter dem Kernwald in allgemeiner Bewegung für die Erhaltung der Freiheit aus allen Dorfschaften zusammenkam: von Alpe zu Alpe ergingen die verabredeten Zeichen. Da wurde von den Männern zu Uri der Twing- daselbst brachten sie die Burg Schwanau alsobald in ihre Gewalt; auf dem Waldstättersee begegneten sich die eilenden Boten. An diesem Tag, da in Melchtal der blinde Vater sich des Lebens wieder freute, und in Alzellen das Weib des heimkommenden Mannes froh ward, als Walther Fürst seinen Tochtermann öffentlich ehrte, und in Steinen * Stauffachers Frau allen, welche mit ihm in dem Rütli und bei Lowerz waren, gastfrei das Haus öffnete, Im ersten Augenblick des Gefühls der wiedererlangten Freiheit, als dio Burgen gebrochen wurden, wurde kein Tropfen Blut vergossen und keinem Herrn ein Recht genommen. Als Landenberg, da er aus der Kirche durch die Wiesen von Samen gegen Alprtach floh, ereilt wurde, musste er, wie andere von den Burgen Urfehde schwören, dass er nicht wieder in die schweizerischen Waldstätte kommen wolle. Er zog zu dem König; die Schweizer an dem folgenden Sonntag kamen zusammen und schwuren den uralten ewigen Bund.

No 61 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 17 Augustfeuer in Chäteau-d'Oex Ich sass, Feriengefühle geniesserisch auskostend, zu Hause auf meinem Balkon und las Henry Fords Lebens- und Autogeschichte. Zwischendurch machte ich kleine Pausen, rekelte mich wie eine Katze in der heissen Sonne, dehnte die Brust, atmete tief die köstliche Luft der Freiheit, tat einen runden Blick über die schöne Landschaft hinweg und freute mich ungeheuer darüber, dass ich am Leben war. Von unten her, vom Weg neben dem Garten herauf, pfiff jemand. Ueber der Gartenmauer wurde eine blaue Baskenmütze sichtbar. «Hallo!» Wieso Hallo, dachte ich. Ich kenne dich nicht. Ich erwarte niemanden. Wer sollte sich auch hierher in meine Einsamkeit verirren? Aber da sah ich das Gesicht unter der Kappe. «Ach, du bist es, Hans! Nicht möglich! Wo kommst du denn her? » Es war mein Freund aus Berlin. Schon stand er, heftig atmend, mit seinem nervösen Rennpferdtemperament in der Stube und befahl mir, mich zurechtzumachen. Etwas flink, bitte! Unten im Dorf stehe sein Kleinwagen und warte auf uns beide. Ich war der Sache nicht abgeneigt. Ich besann mich nicht lange. Nach fünf Minuten stand ich reisefertig da, und nach weiteren fünf Minuten fuhren wir Biel zu: Hans die Maschine führend, ich neben ihm im weichen Polster. Wunderbar, wie wir fuhren. Nichts von Krakeel, nichts von pöbelhaft knallenden Explosionen. Der Motor summte, pfiff sozusagen nur leise durch die Zähne Altes Stadtta ir in Romainmotier. und trug uns davon, davon. Wie leicht mir war! Wie jung ich mich fühlte! Vorwärts, Hans, lass deinen geölten Blitz laufen! Ich bin ganz im Bilde, werde mich schon zu benehmen wissen. • Achtung ~- Kurve! Bitte, nur zu, mein Lieber! Ich passe mich geschmeidig an, es ist mir eine Lust, meinen Teil zum guten Gelingen beizutragen, deine Berlinerin wird nichts davon merken, dass ich nur ein ungelenkes Knochengestell aus dem Dorfe bin. Spürt ihr, Steuermann und Rad, wie ich meinen Oberkörper ganz instinktiv in den richtigen Winkel lege, wenn es herumgeht? Also nur zu, edler Renner! Da liegt der Bielersee und hier, zur rechten Hand, in den über den Hang hinauf gestaffelten Weinbergen, reifen die Trauben. Die Petersinsel winkt grüssend und einladend zu uns herüber. Aber wir haben keine Zeit. Von Emil SchlbU. Wir fahren, fahren wie der Teufel! Hans scheint mir zeigen zu wollen, was Berliner Tempo ist. Die schöne grüne Insel schwimmt wie ein Schiff um uns herum: Erst lag sie vorne, jetzt haben wir sie zur Seite und eine Viertelstunde später weit hinterm Rücken. Und der rassige, unermüdliche Motor summt behaglich, als ob er sich nicht im geringsten anzustrengen brauchte, als ob er selbst getragen würde. Neuenstadt. Weiter. Landeron, ein Dornröschenstück. Leibhaftiges Mittelalter noch, ruhig träumend in sausender Zeit. Welter. Grosses Moos. Herrliche Kumuluswolken unter der enzianblauen Kuppel des Himmels. Murten. Hier machen wir unsern ersten Halt Das kleine offene Auto blitzt in der Sonne. Bei Gott, ich streichle es mit zarten, liebkosenden Fingern wie etwas Lebendiges, wie ein prachtvolles Tier, das man bewundert, und ich blicke den Leuten, die herumstehen, stolz ins Gesicht. « Prächtige Maschine», sagen die Leute. Wir schlendern ein wenig durchs Städtchen, passieren den berühmten Laufganz an der Stadtmauern, schauen den Murtnern im Vorbeigehen in ihre Stuben und Küchen hinein, und die merkwürdige, milde Versonnenheit wirkt auf mich, als ob ich einen alten Wein tränke. In Freiburg essen wir zu Mittag. Nicht verspätet, o nein, es schlägt eben zwölf Uhr in den Kirchtürmen. « Donnerwetter, sind wir vorwärts gekommen! » sage ich zu Hans. « Um 10 Uhr bin ich noch auf meinem Balkon gesessen und habe den Ford gelesen. Es war übrigens ein entzückender Einfall von dir, mich alten Einsiedler ein wenig in der Welt herumzuführen. Sie gefällt mir nicht übel.» c Gut», sagt Hans, « fahren wir weiter.» Er will nach Chäteau-d'Oex. Wir passieren Bulle, kommen nach Greyerz. Unweit der Saane steht das Städtchen wehrhaft ummauert auf einem Hügel wie eine Festung, die es mit seinem gewaltigen gräflichen Schlosse ja auch einmal war. Ein schmales Strässchen führt weit ausholend um den Hügel herum und hinauf. Man denkt sich Greyerz draussen vor der Stadtmauer ebenso verschlafen wie etwa Landeron. Weit gefehlt! Innen auf der holperigen, mit Kopfsteine* gepflasterten Hauptstrasse trafen wir einen ganzen Park von Automobilen an, und es wimmelte von Fremden aus aller Welt Sie wollten das Schloss besichtigen, welches, was ich nicht gewusst hatte, als eine grosse Sehenswürdigkeit gilt und im Bädecker mit Sternchen verzeichnet ist Die Nachfrage macht den Preis. Man merkte es hier, der Eintritt ist für das, was einem gezeigt wird, reichlich hoch. Man sieht da beispielsweise ein Kamin, in welchem ehemals, in der romantischen Ritterzeit, ganze Ochsen gebraten worden sein sollen. Im übrigen bin ich nicht kompetent, über den Wert und die Reichhaltigkeit der Sammlungen auszusagen: ich liebe Spinnen und Spinngewebe nicht, und der Duft von « Ambre Antique » ist meiner Nase lieber als der Modergeruch eines Burgverliesses. Es konnte mir also nur angenehm sein, als wir das Antiquariat verllessen und der Motor wieder zu summen begann. Aus dem grauen engen Gemäuer kamen wir bald ins grüne, langgeschnittene Tal der Saane hinein. Die Strasse stieg massig bergan. Andere Autos flitzten an uns vorüber. Der Weg machte viele scharfe Kehren. Es hiess gehörig aufpassen. Nun, wir waren auf dem Posten. Sannen wir vielleicht vergangenen Zeiten nach? Träumten wir vom geruhigen, an die Zeit gebundenen Leben des Mittelalters? 0 keineswegs! Wir waren mit ganzer Seele, mit allen Sinnen gegenwärtig, und unser Motor war kein Posthorn. Er sang: Heute, heute, heute!... In der Halle eines Hotels in Chäteau-d'Oex tranken wir Tee. Es gefiel mir über die Massen. Ich hatte zuerst gemeint, wir sollten hier durchfahren, aber Hans war dagegen. Und er hatte, wie ich nun merkte, durchaus recht. Er war der grössere Lebenskünstler als ich, er verstand es, Mass zu halten und Genüsse zu verteilen. Es tat jedenfalls wohl, die Beine behaglich ausstrecken zu können. «Siehst du,» sagte Hans, «morgen ist dir dann unsere Roslnante wieder doppelt lieb. Und ausserdem ist es hier ja sehr hübsch. Wir wollen jetzt noch ein bisschen auf die Alpweiden steigen. Als wir durchs Dorf gingen, bemerkten wir, dass alle Hotels beflaggt waren, die Gärten mit Lampions geschmückt «Erster August», sagte uns ein Mann, den wir fragten. Natürlich, daran hatten wir traurigen Patrioten gar nicht gedacht Nun lohnte sich das Bleiben erst recht Sicherlich würde es hübsch sein, die Höhenfeuer auf den Alpen brennen zu sehen. Als wir zurückkamen, war Essenszeit. Es waren etwa ein halbes Hundert Leute im Saal, die Damen farbig und dekolletiert, feine Wolken auserlesener Wohlgerüche um sich her verbreitend, die Herren fast alle in Schwarz und mit steifen Hemdbrüsten. Hans und ich sahen natürlich etwas deplaziert aus in unsern Knickerbockers und Wolljacken. Aber wir waren von Sonne und Wind rotgebrannt und hattdn einstweilen kecke, abenteuerlustige Augen. Das musste den Smoking ersetzen. «Ein verdammt hübsches Mädchen», flüsterte Hans mir zu. «Wo? — Ah, die da drüben, Donnerwetter, ja!» . - Schlankes, braunes Reh, duftende' Rose, wiederverkörperte ägyptische Prinzessin aus der XVIII. Dynasne, dachte ich. Achtzehn, neunzehn Jahre vielleicht. Mir wurde ganz wehmütig ums Her« vor Ergriffenheit. Ich liess die Nachtigallen in mir schluchzen, ich nahm, für meinen Teil, Abschied. Ihr Götter Babylons und Ninives, dachte ich, wer so etwas in den Arm nehmen darf, den muss... aber, schluchzet, schluchzet ihr Nachtigallen, mein Arm kommt dafür nicht in Betracht. Sie hatte blau-schwarze Haare, die sie Di* Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. O. S. Aarbur Restaurant 6 BAHNHOF Anerkannt gute Küche u. Ia. Keller. Frdl. Lokalitäten. Massige Preise. Auto-Park. Den Herren Automobilisten empfiehlt sieh höflich Tel.73.455. E.Jenny-Pauli, K'chef. Seon AutferAusi lugsziele aus derMilielschweiz Restaurant FROHSINN empfiehlt sich bestens. Reelle Getränke. Feldschlösschenbier. Gute bürgerliche Küche. Bescheid. Preise. Guter Parkplatz. Tel. 44.34. Farn. Qautschi-Jordl. ZJaldegg. "rwMmi ob Qelterklnden Prima Küche nnd Keller. -—Lebende Forellen. Speziai • Menns bitte vorausbestellen. Alle Zimmer mit Kaltund Warm-Wasser. Soolbäder. Pensionspreis Fr. 8.50, 9.50. Garage, Benzintank. Tel. 209. T. Amsler, Bes. T. C. S. Langenbruck Althistorischer Gasthof v. anno 1536. Selbstgeführte Butterköche. Gesellschaftszimmer. Parkplatz. Garage. Landessender Beromünster. Tel. 54 001. F. WOast-Hübscher, Besitzer. direkt an der DnrchgangMtrasse Lozera-Snrsee. Bekannt gut geführter Landgasthof. Prima Küche und Keller. Lebende Forellen. Bescheidene Preise. Grosser Saal für Gesellschaften. Garage. Benzintank. Tel. 4. Neuer Besitzer: Rieh. Renrgli-Unternährer. Aargaus schönster Aussichtiort. — Altbekanntes Haus für auserlesene Schweizerweine nebst prima Küche. Verein«, Schulen, Hochzeiten, sowie für sonstige Anlast« best«» empfohlen. Telephon Brugg 892. «I. Daatwyler-Hainkel. an der Strosse nach Aarburg-Bern. Modernstes Haus. Terrassen- Restaurant an der Aare mit prächtiger Aussicht. Menüs zu Fr. 1.80, 2.20 und 3.—. Stets lebende Forellen. Tel. 37.96. Rendez-vous de r Automobilisten. Schattiger Parkplatz. A. Schulthess (Aargan) an der Dnrchgangsstrasse Znrzach-Eglisau. Altbekannter Landgasthof. Bauernspeck n. Baaeraschinken. Lebende Forellen. Gebackene Fische nnd Güggeli. Heimelige Lokalitäten. Garage, Benzin, Oel. Telephon 56.007. Emil Jaeger, Bes. T.C.S. Schönste Lage am Rhein. Vollständig renoviert. Zimmer mit Bekannter Gasthot. Prima Küche fliessendem Wasser. GesellschafUaäle. Prächtige Rheinterrassen. und Keller. - Den Automobilisten bestem empfohlen. Telephon Nr. 1. Ruhige Lage. Pensionspreis v. Fr. 7.— an. Prima Küche n. Keller. J. Stuber-Hannl. Bes. Leb. Forellen. Garage. Tel. 8. F»m. Knoblauch-Weibel, Küchenchef. Kurort Laufenburg am Rhein Solbäder, moderne Badeanlagen. — Verlangen Sie rsloh Illustrierten, neuen Prospekt vom Verkehrs-Verein. A.C.S. Hotel Ochsen LIESTAL ZUR KANONE T. O. S. ist RI8TAURANT-METZGEREI bekannt für währschafte und billige Verpflegung. Heimelige Salt Im 1. StocU Familien-Arrangement. Tel. 199. Gasthöfe: (in alph. Reihenfolge) Bären Tel. 66.613 Linde Tel. 66.543 Löwen Tel. 66.415 Röaall Tel. 66.403 Der Verein gute Schriften sucht überall, wo er noch keine Ablage hat, Wiederverkäufen unter Zusicherung von üblichem Rabatt, Zurücknahme der verbleibenden Ware und Vergütung bezüglicher Rücksendungskosten. Man wende sich an den Inhaber der Hauptablage, Fritz MQhlheim, Lehrer, In Bern, Distel weg 15. Schwvtnuch MUNSTER-LUZERN A.O.S. HOTEL HIRSCHEN T.C.S. Neuenkirch Gasthof Löwen T.C.S. A.CS. Gasthaus Vierfinden, Bözberg T.C.S. 0 LTEN Restaurant Metropole-Terrasse RUMIKON, Gasthof Engel T.C.S. Laufenburg Hotel Solbad & Kurhaus I:?:!: Kurhaus Bad Schwarzenberg bei Gpntenschwil, renoviert. Altbekannte Mineral- und Heil, quelle für Rheumatiker eto. Idealer Kuraufenthalt. Passantenbäder. Butterküche. Leb. Forellen. Poulet». Reelle Getränke. Tel. 2.32. Familie LQsoher. die Metropole dt» Rottals, ist nun ab Luzern auf prSchtlgausgebauter Strasse, mittels^ nehm zu erreichen. Prftchtins Dorf mit reicher Barokklrche Monumentale Dorfbrunnen. Ruswllerberg mit wunderbarer Rundsicht, Ist zu Fuss und mit Wagen leicht zu bereisen. Gut geführte LandgasthSfe, mit grössern und kleinern Gesell schaft ssaien, Gartenwirtschaften, Kegelbahnen Gross-Garage Rottal mit moderner Werkstatt und grossem Wagenpark, steht den Herren Automobilisten standig zur Verfolgung. Zu jeder weitem Auskunft stehen wtr gerne zur Verfügung. VERKEHRSVEREIN RUSWIL, Telefon 66.531 Zürcher Wochenprogramm Od6on Bar *. Bein. The fnnny Chapa, die und Barkapelle. beliebte Stimmungs- Zett-Restaurant u. Roxy Bar Mittag- und Abendessen von Fr. 1.60 an.