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E_1934_Zeitung_Nr.061

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ingen — bemessen werden. Wird der Verkaufspreis anormal hoch festgesetzt, damit der Verkäufer in die Lage kommt, einen Altwagen zu einem den wirklichen Verkehrswert übersteigenden Betrag in Zahlung zu nehmen, so ist dies eine Ungerechtigkeit gegenüber jenem Käufer, der eine solche ungesunde Sonderbegünstigung nicht fordert. Würde man das Altwagengeschäft vom Neuwagenverkauf vollkommen loslösen, so hätte dies zur Voraussetzung, dass sich der Altwagenbesitzer um einen Käufer für seinen Altwagen selbst umsehen müsste, bevor er att den Kauf eines neuen Wagens schreiten kann. Da liegt nun der Haken; der Händler will seinen neuen Wagen möglichst bald verkaufen. Um möglichst bald zu einem faxen Abschluss zu kommen — die Zeiten sind ohnedies nicht so gut, dass die Wagen wie warme Semmeln abgehen — wird lieber ein Altwagen in Zahlung genommen. Dazu kommt, dass verschiedene Kunden die Händler in einer nicht fairen Weise gegeneinander ausspielen und so ihren Altwagen zu einem geradezu imaginären Werte hinaufzuschrauben trachten. Diese Tatsache, der gegenüber der einzelne Händler, wenn nicht der ganze Stand eisern zusammenhält, machtlos gegenübersteht, trägt viel dazu bei, dass im Altwagengeschäft so ungesunde Verhältnisse herrschen. Aber auch noch ein anderer Umstand führt dazu, dass der Händler geneigt ist, Altwagengeschäfte abzuschliessen: dem Handelsbetriebe ist in fast allen Fällen eine Reparaturwerkstätte angegliedert, und durch den Verkauf eines Fahrzeuges wird meist ein neuer Kunde für die Werkstätte gewonnen. Spielt sich der Altwagenhandel direkt und unter Ausschaltung der Händler ab, so entgleiten diese Geschäfte den einzelnen Unternehmungen, was natürlich niemand gerne sieht. Auch denkt sich mancher : was ich beim Handel mit den Altwageh verliere, gewinne ich wieder in der Werkstätte. Nichts könnte aber falscher sein als ein solcher Gedankengang! Verlustgeschäfte des einen Zweiges auf einen sachlich ganz getrennten andern Geschäftszweig abwälzen zu wollen, führt unweigerlich zu Verlusten. Werden im Reparaturbetrieb Posten (z.B. die Verlustposten des Altwagenhandels) einkalkuliert, die mit dem Reparaturbetrieb nichts zu tun haben, so führt dies zu ungerechtfertigten Preiserhöhungen, die unreell sind und die Konkurrenzfähigkeit untergraben ! Wenn man den wirtschaftlichen Schwierigkeiten gar manchen Autobetriebes auf den Grund geht, so findet man, dass das Altwarengeschäft die Ursache ist. In irgend einem Winkel des Betriebes stehen Altfahr^ zeuge, die vielleicht vor Jahren zu einem unverhältnismässig hohen Betrag in Zahlung genommen wurden, um sozusagen mit Gewalt Neuwagen zu verkaufen, während die Altwagen nicht verkauft werden konnten und im Laufe der Zeit bis zur Wertlosigkeit verfielen. Man muss den Mut haben, auf Geschäfte zu verzichten, die keine Geschäfte sind. Immer wieder wird gegen die Binsenwahrheit verstossen, dass ein gesundes kleines Unternehmen lukrativer und für den Besitzer mit weniger Sorgen verbunden ist, als ein überzüchteter, ungesund aufgebauschter Betrieb! Man hat in Deutschland das Altwagenproblem nunmehr in der Weise zu regeln versucht, dass für die Inzahlungnahme alter Wagen je nach Modell und Erzeugungsjahr Richtpreise (die einen kleinen Spielraum zur Berücksichtigung des Fahrzeugzustandes, offenlassen) festgesetzt wurden, über die der gegen ist noch nicht gesellschaftsfähig. Doch will Bux bald den Versuch machen, auch die Tigerin an ein Zusammensein mit den andern Tieren unter seiner Aufsicht zu gewöhnen. Das muss natürlich sehr behutsam geschehen. Vorläufig hält Bux die «Spielstunde > für Judith mit ihr allein im Zentralkäfig ab, sobald dieser für die Proben aufgebaut wird. — Eine Stunde lang hat Bux mit seinen Tieren umhergetollt. Dann kommt Tom und ruft Anton, das Nilpferd, zum mehrstündigen Bad. Anton folgt ihm sofort, denn es ist ihm schön zu warm geworden. Seine ganze Haut ist mit Schweisstropfen bedeckt, die — wie bei allen Nilpferden — rot sind. Es sieht aus, als ob Anton Blut schwitze, was in Verbindung mit dem stets besorgten Ausdruck seiner Glotzaugen besonders komisch wirkt. Noch eine zweite Stunde bleibt Bux bei den Tieren, aber er sitzt nun wie ein Kindermädchen in der Mitte des Spielplatzes in einem Korbstuhl und liest. Ab und zu wird er — auch wie ein Kindermädchen — durch kleine Zwischenfälle, durch Frechheiten oder Unarten seiner Zöglinge, in der Lektüre gestört: Teddy macht sich den Spass, ihn samt dem Stuhl umzustossen. Dann knurrt Moritz, derWolf, Ali, den Storch an.Bux ruft Moritz zu sich und hält ihm eine heftige Strafpredigt, auf die der Wolf mit sichtbarer Reue und Zerknirschung reagiert. Auch Frankreich erhält ein Autostrassennetz. Der französische Ministerrat beschäftigte sich in einer seiner letzten Sitzungen mit der Aufstellung eines umfangreichen langfristigen Arbeitsbeschaffungsprogramms, das u. a. auch die Errichtung grösserer Automobilstrassen vorsehen wird. Zunächst ist der Bau dreier Autostrassen beabsichtigt, die von Paris über Nevers, Roanne, St-Etienne und Avignon nach Marseille, von Paris nach Nantes (eventuell nach Bordeaux) und von Paris über Le Bourget nach St-Quen führen sollen. Ferner ist der Ausbau der französischen Militärstrassen zu Automobilstrassen in Aussicht genommen. Eine besondere Kommission wurde mit der Durchführung der Planungsarbeiten betraut. Die Bauarbeiten für die Errichtung des französischen Autostrassennetzes werden aller Voraussicht nach im Herbst 1934, spätestens jedoch im Frühjahr 1935 aufgenommen. Rennpneus mit Signalstreifen. Am Vrossen Preis von Deutschland benützten die deutschen Fahrer zum erstenmal einen neuen Rennreifen, bei welchem, ähnlich wie bei gewissen amerikanischen Pneümarken, ein weisser Signalstreifen zum Vorschein kommt, wenn der schwarze Gummi der Laufschicht so weit abgenützt ist, dass ein Radwechsel ratsam erscheint. Der Signalstreifen besteht aus einer Schicht weissen Gummis, die bei der Fabrikation zwischen die Leinwandunterlage und den Laufstreifen einvulkanisiert wird. An Rennen ermöglicht er, dass auch der Rennleiter an der Boxe ständig über den Reifenzustand des im Kampf befindlichen Fahrzeuges orientiert ist und gegebenenfalls danach seine Anordnungen treffen kann. Jedes Jahr einen neuen Wagen. Die Londoner Ford-Vertretung hat ein neues Verkaufssystem ausgearbeitet, nach dem der Käufer einmal 800 Fr. bar anzahlt, um dann jeden Monat ca. 125 Fr. weiter- Händler bei sonstiger strengster Strafe weder direkt, noch indirekt durch Gewährung von Sondervergünstigungen, hinausgehen, darf. Das neue Regime gibt den beruf sständisehen Körperschaften genügend Rechtsmittel an Hand, um solche Festlegungen auch in der Praxis durchzusetzen. Die verhältnismässig niedrig festgesetzten Richtpreise für Altwagen widersprechen nur scheinbar den Konsumenteninteressen; vor allem bleibt es jedermann unbenommen, das Fahrzeug zu einem beliebigen Preis direkt zu verkaufen; dann aber wird letzten Endes der Konsument selbst den grössten Nutzen daraus ziehen, wenn das ungesunde Altwagengeschäft aus dem Bereich der Erstellung der Neuwagenpreise vollkommen ausgeschaltet wird. Wie ausserordentlieh schwierig aber derartige Angelegenheiten sind, hat der Kampf um die Festsetzung der Brennstoffpreise deutlich aufgezeigt. Es spielen Fragen mit herein, an die der sachunkundige oder oberflächliche Beobachter gar nicht denkt. Jedenfalls ist aber in allen Staaten das Altwagenproblem für alle jene, die am Motorfahrzeugverkehr irgendwie interessiert sind, derart brennend, dass auch die weitesten Endlich, um acht Uhr, kehren die Tiere in ihren Stall zurück — und' Bux in seinen Wohnwagen, um zu frühstücken. Als er dann auf seine Veranda hinaustritt, sieht er Cilly mit einem Jungen von der Marokkanertruppe Luftsprünge üben. Cilly ist nur mit einem Badetrikot und Turnschuhen bekleidet. Als Bux zu den beiden hinübergeht, läuft ihm Cilly schon jubelnd entgegen: «Ich kann den .Araber'! Hussein hat ihn mir beigebracht!» Und dann nimmt sie einen mächtigen Anlauf, springt ab, überschlägt Sich seitlich in der Luft und landet, wenn auch noch etwas unsicher, auf den Beinen. Der kleine Hussein, der etwas schüchtern ist, hat sich schon gedrückt. Bux nickt Cilly beifällig zu und sagt: «Sehr hübsch, Cilly. Aber weisst du, diese wilde Springerei mag für Exoten ganz wirkungsvoll sein. Für einen europäischen Artisten ist sie nicht guter Stil. Mir ist ein ruhiger sauberer Salto lieber.» ' «Soll ich mal einen machen?» ruft Cilly und schlägt, ohne eine Antwort abzuwarten, einen Salto rückwärts. Bux zeigt sich keineswegs erstaunt. Dass ein Artistenkind einen Salto machen kann, ist nichts Aussergewöhnliches. Es kommt nur auf die Qualität dieses Saltos an, und von der zeigt sich Bux nicht befriedigt: «Nun, sehr ruhig und sauber ist dein Salto gerade AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 61 istischer zubezahlen. Dafür erhält er jedes Jahr gegen Rückgabe des alten einen neuen kleinen Ford-Wagen, für den Steuer und Versicherung bezahlt sind. Autostrasse Brüssel—Antwerpen. Die ersten Arbeiten zum Bau einer Autostrasse Brüssel—Antwerpen sind in Angriff genommen worden, nachdem das Enteignungsverfahren zur Durchführung der Strosse zum grossen Teil vollzogen ist. Die Autostrasse wird eine Breite von 31 m erhalten. Hautausschläge durch Benzin und Oel. Benzin und vor allem verunreinigtes Oel rufen bei manchen dafür empfindlichen Menschen an den Händen oder anderen Körperstellen, mit denen sie in Berührung kommen, unangenehme Hautreizungen oder gar Hautausschläge hervor. Die Melone verkehrsgefährlich? Ein englischer Automobilist will unzweideutig festgestellt haben, dass Autolenker, die einen steifen schwarzen Hut, also die sogenannte Melone, bei uns «Göggs» genannt, tragen, zu den schwersten Verkehrssündern gehören. Einem solchen Autolenker zu begegnen, sei in jedem Fall viel gefährlicher als das Zusammentreffen mit einer schwarzen Katze. Was sagen unsere Leser dazu? Bessere Sichtbarkeit der Wegweiser. Im In- und Ausland findet man nicht selten Wegweiser so hoch angebracht, dass sie schon bei massiger Geschwindigkeit vom Führer eines Automobils leicht übersehen werden können, was Unannehmlichkeiten oder gar Unglücksfälle zur Folge haben kann. Nach eingehender Prüfung hat sich das Verkehrsministerium in England dahin geäussert, dass Signalposten so anzubringen sind, dass die Höhe zwischen Fahrbahn und unterem Rand des Verkehrszeichens 1,05 m nicht überschreitet. Nur in Städten und in besonderen Fällen sollen Höhen bis zu 2 m gestattet sein. Kreise sich ernsthaft um eine für die europäischen Verhältnisse geeignete Lösung bemühen müssen. K. M. Schweizerische Rundschau Steuerfreiheit für deutsche Automobile In der Schweiz. In der Tagespresse wird ein Beschluss des Bundesrates publiziert, laut welchem deutsche Motorfahrzeuge zur Personenbeförderung und Motorfahrräder, die zu vorübergehendem Aufenthalt in die Schweiz kommen, erst nach einem ununterbrochenen Aufenthalt von 3 Monaten der Steuer unterworfen sind. Dieser Bundesratsbeschluss bringt eigentlich nichts Neues, denn schon bis dahin waren die Deutschen, sowie übrigens alte ausländischen Automobilisten, während 3 Monaten von jeder Steuer befreit. In einem Abkommen der Schweiz mit Deutschland vom Jahre 1928 war die Steuerfreiheit mit einer Frist von 4 Wochen festgelegt worden. Als vor wenigen Wochen Deutschland seine Verordnung erliess, laut welcher alle ausländischen Automobilisten in Zukunft 3 Monate Steuerfreiheit gemessen, war in jener Verordnung darauf hingewiesen, dass Deutschen in der nicht, Cilly. Sprung und Drehung sind zu hastig, die Körperhaltung nicht elegant genug. Man hat das Gefühl, dass du springst, um möglichst schnell wieder auf sicheren Boden zu kommen. Es muss aber so aussehen, als ob du dich am wohlsten fühlst, so lange du nicht auf den Beinen, sondern in der Luft bist. — Pass mal gut auf!» Bux schlägt einen Salto rückwärts. Sein Körper dreht sich dabei mit einer Ruhe, als trüge ihn die Luft so sicher, wie Wasser einen Körper trägt. Nun setzt er Cilly die Technik der Sache — den .Vorteil', wie er sich ausdrückt — genau auseinander, nimmt sie dann an die .Strippe' und lässt sie ein paar Versuche machen. «Schon viel besser, Cilly! Aber nicht zu oft hintereinander, sonst verliert sich die Kontrolle über den Körper», schliesst er die Uebung. — «Was ist denn das für ein Heft? Gehört das dir?» Bux zeigt auf den Erdboden, wo ein dickes, in Wachstuch gebundenes Diarium liegt. «Ja, es ist meins.» Cilly nimmt das Heft auf. «Ein Schulheft?» «Nein, mein Tagebuch.» «Aha! Also streng geheim?» Cilly lacht ein wenig verlegen. «Für die andern, ja! Aber...» Sie zögert eine Sekunde. Dann streckt sie Bux das Heft hin Schweiz diese Begünstigung dem Buchstaben nach nicht zuteil würde. Da aber in Wirklichkeit die Schweiz diese Steuerfreiheit während 3 Monaten schon sehr lange gewährte, ist der neueste Bundesratsbeschluss nur noch die formelle Bestätigung einer schon lange gehandhabten Praxis. Lr. Strassenzoll auf den Chasseral-Strassen. Auf die aussichtsreiche Höhe des Chasseral führen zwei, erst im Laufe des letzten Jahres neu ausgebaute Strassen, und zwar die eine von St. Immer aus und die andere von Lignieres oberhalb Neuenstadt. Die beiden Strassen treffen sich ungefähr auf der Höhe des Kammes und führen dann gemeinsam bis zum Chasseral-iHotel. Selbstverständlich ist die Höhe des Chasseral nun ein besuchtes Ziel für Automobilisten, und tatsächlich sind an schönen Ausflugstagen bis zu 40 Wagen auf der Höhe, und an den beiden Flanken des Berges findet sich mancher einladende Picknickplatz. Nun aber kommt das Merkwürdige an der ganzen Geschichte, nämlich, dass die beiden Strassen auf den Chasseral für den Automobilverkehr verboten sind. Dies ist uns auch von amtlicher Stelle bestätigt worden. Nichtsdestotrotz fahren aber eine Menge Wagen hinauf, und das durchaus mit Recht, denn eine Verbotstafel ist nirgends angebracht, im Gegenteil, man findet sogar moderne Wegmarkierungen, die deutlich nur für den Motorfahrzeugverkehr aufgestellt worden sein können. Man fährt also gemütlich z. B. von St. Immer hinauf auf den Chasseral und auf der andern Seite hinunter gegen Lignieres. Ganz unbehelligt gelangt man allerdings nicht bis Lignteres, denn schon vorher wird man von einem Strassenmeister aufgehalten, der einem für das Befahren der Strasse Fr. 2.— abknöpft. Er hat auch einen Ausweis bei sich, der ihn zum Erheben dieser Taxe berechtigt, und auf einem Quittungsformular wird einem bescheinigt, dass man den Betrag von Fr. 2.— bezahlt hat. Wir stehen also vor der Tatsache, dass^ die Strassen auf den Chasseral offiziell für ' den Motorfahrzeugverkehr gesperrt sind, inoffiziell aber fährt man ganz ruhig hinauf, und wenn man dann hinunter nach Lignieres kommt, bezahlt man für das Befahren der Strassen Fr. 2.—. Also irgend etwas kann hier nicht stimmen. Es ist nur nicht einzusehen, warum diese Strassen letztes Jahr ausgebaut wurden und sich auch sehr gut für den Automobilverkehr eignen und nun gesperrt sein sollen. Aber wenn sie nun gesperrt sind, so ist wieder nicht erfindlich, warum man nirgends eine Verbottafel errichtet hat, sondern die Automobilisten ruhig hinauffahren lässt, um ihnen zuletzt einen Obolus abzunehmen. Dem Automobilisten wird also hier regelrecht eine Falle gestellt. Aber selbst, wenn ihm das Fahrverbot bekannt ist, so ermuntert man ihn offenbar behördlicherseits noch, die Strasse zu benützen, in der Hoffnung, durch die alsdann fäl-, Iig werdende Busse den amtlichen Säckel zu. füllen. Es ersteht also in einer recht verschleierten, aber um so unrühmlicheren Form der Strassenzoll, den man als seit einem Jahrhundert abgeschafft wähnte. Wir möchten den in Frage kommenden Amtsstellen doch recht sehr ans Herz legen, diese unter dem neuen Automobilgesetz reichlich unklaren und auch unwürdigen Verhältnisse einer genauen Prüfung zu unterziehen und dann die Strassen auf den Chasseral für den Motorfahrzeugverkehr freizugeben, ohne die Erhebung des recht mittelalterlich anmutenden Strassengeldes. Lr. und sagt, während eine leichte Röte ihre helle Haut färbt: «Hier!» «Ist dir's wirklich nicht unangenehm, wenn ich da mal einen Blick hineinwerfe?» «Nein, gar nicht.» «Gut, dann nehm' ich mir's mal mit.» Bux lässt das Heft in seine Rocktasche gleiten. Nichts auf der Welt liebt Bux so sehr wie Kinder und Tiere, und nichts interessiert ihn mehr als deren Seelenleben. So hat er sich gleich an die Lektüre von Cilly Berndts Tagebuch gemacht und seine innige Freude an diesen Aufzeichnungen gehabt. Sie bestätigten ihm, dass Cilly, trotz ihrer dreizehn Jahre und obwohl sie als Zirkuskind viel, viel mehr von der Welt und vom Leben gesehen hat als eine Bürgerstochter, doch noch in ihrem Herzen ein ganzes Kind ist. Aber mit der Rechtschreibung und der Interpunktion sieht es schlimm aus bei Cilly ! Kein Wunder: Die Zirkuskinder sind zwar angehalten, in den Orten ihres jeweiligen Aufenthaltes die Schule zu besuchen. Doch was soll dabei herauskommen, wenn man drei Tage lang in Bautzen zur Schule geht, die nächsten fünf Tage in Görlitz, dann ein paar Tage gar nicht, darauf vierzehn Tage in die deutsche Schule in Prag und schliesslich, bei monatelangem Aufenthalt im Ausland, wieder ganz ohne Unterricht bleibt! (Fortsetzung tollt.)

N»6i - 1934 Sportnachrichten Grand- Rheineck- Develier- Grosser Preis von Belgien. Bei der Abfahrt um 5 Uhr wäre die gewal- | ^"S N8me Marke Saconnex wjtam- ie> Bantige Kolonne auf dem Grossen St. Bernhard ______________>_ _ _ _ _ _ ^ Am nächsten Sonntag. Am nächsten Sonntag ist mit dem Grossen im Augenblick eingetroffen, da auf d e m T m i r M i w « « M i « Preis von Belgien ein weiteres Rennen von schweizerischen Teil der E i n b a h n v e r k e h r l o u r e n w a g e n . internationaler Bedeutung fällig. Die Ver-bergwärts beginnt. Die Alpenfahrer hätten Se lj? , At ., -,.« , , « „ , -, 100.00 nnnn n 95.66 * aa «..» anstaltung, für die selbstverständlich die neue internationale Rennformel gilt und die über 500 km führt, findet, wie gewohnt, auf der bekannten Rundstrecke von Spa-Francorchamps statt. Nach den Ergebnissen in Montlhery und auf dem Nürburgring war man auf das kommende Rennen sehr gespannt, da wiederum die gesamte internationale Elite angesagt war. Aufs neue sollte es zu einer bedeutenden Auseinandersetzung zwischen .den Deutschen als Vertreter der modernen Konstruktionsprinzipien und den Italienern und Franzosen als Verteidiger der Tradition kommen. Aus noch nicht ganz durchsichtigen Ursachen haben nun Mercedes- Benz und die Auto-Union vor wenigen Tagen ihre Teilnahme an dem belgischen Rennen abgesagt. Als Grund des Rückzuges werden notwendige Vorbereitungsarbeiten für wichtige Rennen in der Schweiz und Italien genannt. Für die belgischen Organisatoren bedeutet diese Absage selbstverständlich einen geradezu furchtbaren Schlag, und man fragt sich, weshalb bis zum letzten Moment noch zugewartet werden musste. Welches wird nun eigentlich die Besetzung dieses belgischen Rennens sein? Ein letztes Communique, das uns kurz vor Redaktionsschluss erreichte, spricht von einem Zweikampf zwischen Alfa Romeo und Bugatti, so dass man unter Umständen mit einem Duell der romanischen Marken untereinander rechnen kann. Seit langer Zeit hat man es nicht mehr erlebt, dass die offizielle Bugatti- Equipe und die Scuderia Ferrari unter Zuzug der Maserati-Equipe zusammenkamen. Sollte sich dies am Sonntag bewahrheiten, dann jjätte auch der Rückzug der deutschen Ma- „jihinen wieder sein Gutes. Wie aber, wenn Bugatti in Spa nicht erscheint? Tatsächlich ist seine Meldung bis zum Augenblick offiziell noch nicht bestätigt worden. Wird er wirklich zu sehen sein, dann werden die Maschinen Benoist, Dreyfus und Wimille anvertraut. Die Scuderia Ferrari startet wie gewohnt mit Chiron, Varzi und Moll, und für Maserati ist vorläufig nur Zehender genannt. Angesichts der Unklarheiten über die Besetzung dieses Rennens können wir leider keine Nennliste veröffentlichen. mb. Internationale Alpenfahrt. 145 Meldungen. Nur noch zwei Wochen trennen uns von der diesjährigen internationalen Alpenfahrt, die bekanntlich am 7. August in Nizza beginnt und am 12. August in München zu Ende geht. Bei einer anfangs dieser Woche in Zürich stattgefundenen Konferenz der Orga- 'satoren wurden die eingegangenen Meldungen genau gesichtet, und dabei ergab sich das hervorragende Resultat von 145 Nennungen, das in der Geschichte der internationalen Alpenfahrt einen neuen Rekord darstellt. Letztes Jahr hatte man bekanntlich die Zahl von 134 Einschreibungen erreicht. Die Konkurrenten verteilen sich in der Nationalität wie folgt: 55 Deutsche, 45 Engländer, 24 Franzosen, 5 Schweizer, 15 Fahrer aus verschiedenen Ländern wie Holland, Belgien, Tschechoslowakei usw. Wie man sieht, stellt Deutschland das stärkste Kontingent an Teilnehmern. Einerseits ist dies dem allgemeinen Aufschwung des Autosportes in Deutschland und anderseits der Tatsache zuzuschreiben, dass der D. D. A. C. dieses Jahr die Leitung der gesamten Alpenfahrt inrie hat. England hält der grossen kontinentalen Tourenprüfung auch dieses Jahr die Treue und rückt wieder mit einer beträchtlichen Phalanx von Maschinen an. Bemerkenswert ist das Fehlen der österreichischen und italienischen Fahrer. Bei den ersteren handelt es sich um Gründe politischer Natur und bei den Italienern hat die Alpenfahrt nie Freunde gefunden. Das auf reine Geschwindigkeitsprüfungen eingestellte Volk nimmt diese Veranstaltung als keine vollwertige Konkurrenz. Die Schweiz ist auch diesmal nur mit fünf Piloten vertreten. Obwohl dies gegenüber früher immer noch eine Art «Rekord» darstellt, muss man das geringe Interesse der schweizerischen Fahrer lebhaft bedauern. Der Nennungserfolg der Alpenfahrt ist auch ohne die Teilnahme der oben erwähnten beiden Länder gesichert, und man darf schon jetzt mit einem glänzenden Gelingen dieser hochinteressanten Prüfung rechnen, die technische und sportliche Momente in idealer Weise zu verbinden weiss. Die überraschend grosse Zahl der Einschreibungen veranlasste die Organisatoren der schweizerischen Etappen, den Start in Aix-les-Bains von 5 auf 8 Uhr morgens zu verschieben. auf diese Weise den Verkehr in schwerster Kleinwagen b!« 1500 „cm 1. „Julon" Ford 100.00 95.66 93.91 K J ^ Ä " l 6^ Start ^ nh U V l r d SC 100.00 100.00 WÄ Wl 8000 ecm 1. J. Stud6r Ansaldo 88.03 90.46 91.39 die Kolonne die Spitze um 12 Uhr 45 er- I 2. V. Pilloud Fiat 88.93 — 96.30 90.46 88.34 reichen, also zu einem Zeitpunkt, wo die 3. Ch. Kautz A..C. — 96.30 100.00 Befahrung des Passes talwärts freigegeben g je c. 100.00 100.00 wird * Wagen über 8000 cem 1. O. Zwimpfer Chrysler 100.00 96.68 98.19 100.00 100.00 — 90.50 — 89.59 70.58 86.02 Die Bilanz der 2000 km-Fahrt. iSSSP c&f 1 - 68 Sä . SS •n- J L i. cwui i TT. T. ! ,. i i x 4. F. Loehe* Bueatti/Cbryeler — 89.59 86.30 Die deutsche 2000 km-Fahrt, die letzten Sams- - i. «-WJ *»„$„+•; 7ft «t SR 09 tag und Sonntag das ganze Reich in den Bann zog, 5. E. Schmid Bugatti 70.58 86.02 - hat auch diesmal ein überraschend günstiges Er- ^nurturavan« gebnis gezeitigt, das ebenso für den hohen Stand spWTWaSSII. der modernen Automobiltechnik wie für die Durch- Serie A: | schnitts-Qualität der Fahrer spricht. Von 1649 ge- Kleinwagen Ws 1S0O cci» | 1. E- Schneider Derby oomp. 100.00 97.00 94.48 starteten Fahrzeugen kamen insgesamt 1026 trotz g er j e g. den unerhörten Schwierigkeiten der riesenlangen Wagen über 8000 CCjn 1. R. Itten Chrysler 94.94 88.99 85.41 Strecke ans Ziel. Gewertet werden konnten 970 2. H. Stuber Alfa Bömfto comp. — 100.00 100.00 Maschinen 56 fielen wegen zu später Ankunft 3. A. F. S. Horiung Bugatti comp. 99.47 — 88.90 aus und 623 blieben auf der Strecke liegen. Die 4# jjife Qxt6üi Plymouth — 82.81 72-85 Bilanz für die Automobile ist wiederum sehr gut, auch wenn sie sich nicht ganz mit der des l e t z t e n R c i M W I g C I K Jahres vergleichen lässt. Bekanntlich wurde diesmal e i« A. I I I I I in verschiedenen Klassen das Stundenmittel emp- HI.:„!....- v 8a I«A » A -, I T? t?«f v R ^mr. 7* 7* innnn nnno findlich heraufgesetzt und die Strecke an einzelnen Klemwafe» fc» 1100 et» | 1. & Ryf | E.R.comp. | 75.75 | 100.00 | 00.00 Stellen über schwierigere Partien geführt. Serie B: I J I Bugatti/Masemti I I I Von 604 in Baden-Baden gestarteten Wagen ha- Wagen bis 2000 ecm | I. ü. Maag " | comp. | 100.00 | 100.00 | — ben 306 in der angesetzten Frist die Rundfahrt g er j e Q. I , i i i ^^•V 0^, diesen erreichten 244 innerhalb der Wagen ttber 2000 ccm 1. "H. Russen Maserati comp. 99.30 100.00 — Sollzeit das Ziel, so dass diese Fahrer mit der goldenen Plakette ausgezeichnet werden konnten. 33 Eine ganze Anzahl von Fahrtr, die bei einem der drei Rennen gestartet waren, kommt für das Konkurrenten mussten die erste halbstündige Zu- Klassement nicht mehr in Frage, da mindestens vier Rennen zu erledigen sind. gäbe (silberne Plakette) und 29 auch noch die — ^ — ^ — — — — i i .— " " zweite in Anspruch nehmen (Bronze-Plakette). Ver- Die Defekte betrafen nicht nur die Neulinge, son- Die folgende Gruppenbilanz dürfte einen guten bluffend gut haben vor allem die kleinen Wagen dem suchten auch bekannte Fahrer wie Kappler, Ueberblick über die Ergebnisse der 2000-knvFahrt wieder abgeschnitten; so kamen beispielsweise von Henne und Prinz zu Leiningen heim. Als besonders ermöglichen. den 184 Maschinen bis 1000 ccm 119 ans Ziel, verbluffende Spezialleistung muss die Fahrt des Gruppe I (Wagen über 4000 ccm = 88 km/St.): und 97 Piloten konnten den Durchschnitt von Berliners Bigalkes erwähnt werden, der mit seinem 20 gestartet, 2 Goldplaketten, 1 Silberplakette, 17 64 km/St, innehalten. Gleich verblüffend ist das kleinen 1000 ccm-Fiat einen Durchschnitt von ausgefallen. Ergebnis bei den Wagen bis 1500 ccm, wo von 83,4 km/St, erreichte! Der schnellste Fahrer der Gruppe II (Wagen bis 4000 ccm = 84 km/St.): 172 gestarteten 74 ausfielen und 78 den hohen 2000 km-Fahrt war der Berliner Bernet mit dem 48 gestartet, 1 Gold-, 1 Silber-, 2 Broneeplaketten, Durchschnitt von 72 km/St, nicht unterschritten, neuen Mercedes-Benz-Autobahn-Kurier-Wagen, der 2 nicht ge wertet, 42 ausgefallen. Bedeutend stärker haben die Ausfälle in den gros- in der grössten Klasse den Durchschnitt von Gruppe III (Wagen bis 3000 ccm = 80 km/'3t.): sen Klassen gehaust. So fielen von 20 gestarteten 91 km/St, innehielt. 41 gestartet, 15 Gold-, 7 Silber-, 1 Bronzeplaketten, der grossen Klasse über 4000 ecm 17 aus, und nur Einige deutsche Fabriken benützten die Gelegen- 1 nicht gewertet, 17 ausgefallen. zwei Fahrer erhielten die Goldplakette. heit, um auf der 2000 km-Fahrt neue Modelle einer Gruppe IV (Wagen bis 2000 ccm = 76 km/St): Das Wetter und die gewaltige Strecke wirkten Zerreissprobe zu unterwerfen. So stellte Mercedes- 138 gestartet, 54 Gold-, 4 Silber-, 13 Bronoeplaketzusammen in der Reduktion des kolossalen Fahrer- Benz einen 1,5-Liter-Heckrnotorwagen, der sich vom tfl n, 6 nicht gewertet 61 ausgefallen. feldes. Im Schwarzwald, bei Magdeburg, Köln und bisherigen 1,3-Ljter-Typ nicht nur durch den etwas Gruppe V (Wagen bis 1500 ccm = 72 krafisl.): Heidelberg trafen die Teilnehmer auf Regen, um leistungsfähigeren Motor, sondern auch dadurch 172 gestartet, 78 Gold-, 9 Silber-, 7 Bronzeplaketten, Berlin gingen wahre Wolkenbrüche nieder, und in wesentlich unterscheidet, dass der Motor statt hin- 4 nicht gewertet, 74 ausgefallen. Paderborn stand das Wasser zeitweise in den offe- ter der Hinterachse, vor dieser eingebaut ist. Der Gruppe VI (Wagen bis 1000 ccm = 64 km/St.): nen Wagen fingerhoch. Als Grund der Ausfälle nutzbare Raum wird dadurch allerdings wieder 184 gestartet, 97 Gold-, 9 Silber-, 6 Bronzeplaketwurden alle möglichen Defekte angegeben, wie etwas vermindert, dafür dürften aber die Fahreigen- *en, 7 nicht gewertet, 65 auggefallen. Bruch an Achsen, Rädern, Kolben, Federn, Len- schatten eine Verbesserung erfahren haben. Mehrere Besonders schwierig war die Mannschaf tskonkung, der Benzinleitungen, Behälter und des Ge- erste Preise bestätigen die Qualität des neuen Mo- kurrenz, bei der je drei Fahrzeuge innerhalb der triebes. Viele Lichtmaschinen setzten aus, Batte- dells. Adler schickte einen «Trumpf» mit von 1500 vorgeschriebenen Zeit das Ziel erreichen mussten. rien, Magneten und Kerzen versagten, Zylinderdieh- ccm-auf 2, Liter vergrößertem Motor und einen Von 93 Wag*ntearns kamen die folgenden 20 intungen wurden undicht, Wasser- und Benzinpum- «Trumpf-Junior» mit 1000 ccjn-Mptor in den Wett- nerhalb vorgeschriebener Frist ans Ziel: Pen versagten, und zwei Wagen brannten völlig aus. bewerft' die sich ebenfalls ausgezeichnet bewährten. 1. Reichsheer: Kraftfahrversuchsstab (Wande- ———————«-—f