Aufrufe
vor 8 Monaten

E_1934_Zeitung_Nr.063

E_1934_Zeitung_Nr.063

10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1934 63 Teth Frage 9139. Wer liefert die amerikanische Auto- Politur «Tumbler»? E. H. in B. Frage 9140. Hypoid-Kegelräder-Antrieb. Welche Vorteile bietet der bei gewissen Amerikaner Wagen angewandte Hinterachsantrieb durch Hypoid- Kegelräder? G. TJ. in F Antwort: Beim Hypoid-Kegelradantrieb, der eine Weiterentwicklung des Spiralkegelradantriebes darstellt, ist der Triebling gegenüber der Tellerrädmitte versetzt, sq^dass sich eine tiefere Lage der Kardanwelle ergibt und damit ein niedrigerer Bau des Fahrgestells möglich ist. Ausserdem können grössere Uebersetzungsverhältnis'se angewandt werden, ohne dass der Triebling zu klein oder das Tellerrad zu grosa wird. Frage 9141. Erhitzung eines Pneus, Bei meinem Wagen konstatiere ich jeweilen nach Zurücklegung einer gewissen Strecke (Normaltempo 30—50 km) eine ziemlich starke Erhitzung der hintern Pneumatik rechts. Die übrigen drei z-eigen dies nie. Woher mag dieser Uebelstand rühren? Ich bemerke noch, dass das betreffende Rad gut ausgerichtet zu sein scheint und parallel läuft» G. M. in B. Antwort: Die anormale Erhitzung des betr. Pneus kann u. E. nur daher rühren, dass dieser Pneu zu wenig aufgepumpt wird. Es entsteht dadurch eine starke Durchwalkung des Gewebes, die innere Reibung nimmt zu, was sich in einem Steigen der Materialtemparatur bemerkbar macht, at. Frage 9142. Anstrich eines Kühlers. Womit kann ich das Kühlernetz meines Wagens, das durch da« Alter und durch Schmutz unansehnlich geworden ist, wieder gleichmässig schwarz färben? Irgendein schwarzer Lack kommt doch wohl wegen seiner wärmeisolierenden Eigenschaften nicht in Betracht. F. K. in Z. Antwort; Will man die Kühlerlamellen mit einem Anstrich versehen, so muss dieser möglichst dünnflüssig sein, matt eintrocknen und durch die Erhitzung nicht leiden. Ein solches Anstrichmittel kann man sich selbst herstellen, indem man Lampenruss, der in jeder Drogerie erhältlich ist, mit Petroleum zu einem gut flüssigen Brei zusammenmischt und dann dem Gemisch noch etwas Vergolderfirnis beigibt. Der Firnis hat nur den Zweck, genügende Haftfähigkeit zu geben. Frage 9143. Säurefester Anstrich. Wie kann man verhindern, dass die Holzkasten der Starterbatterien nicht von der Schwefelsäure und ihren Dämpfen zerfressen werden? Gibt es dafür einen lack, der zugleich säurefest ist und gut haftet? Wie kann man sich einen solchen Lack selbst herstellen. C. H. in A. Antwort- Einen Lack, der den gestellten Anforderungen genügt, erhält man, indem man sechs Teile Holzteer mit 12 Teilen geschmolzenem Nachdem nun durch das neue Automobilgesetz für die Nummernschilder und deren Beleuchtung alles genau vorgeschrieben ist, wäre es doch gewiss Kolophonium zusammenmischt und dann in dassehr angezeigt, dass auch bezüglich des Nationalitäten-Schildes bindende internationale Vorschriften noch heisse Gemisch 8 Teile fein gepulverten Ziegelstaub hineinrührt. Vor dem Auftragen dieses Anstriches muss der Holükasten der Batterie gut aufgestellt werden. Wenn ich mich mit recht er- gereinigt werden. Das Anstrichmittel selbst muss bei der Verwendung heiss sein. -s. Stoewer - Limousine mit Separation, Führersitz Leder, Innenausstattung de Luxe, sehr geräumiger 7-Plätzer, fast wie neu. Motor 8 Zyl., 18,5 PS, Jahrgang 1929, wenig gefahren, umständehalber Fr. 5000.—. 64287 Ford- Wagen zu verkaufen 4 Zylinder, 4türig und 1 zweipl. Coupe. Uetlibergstr. 31, Garage, Zürich 3. 64334 WÖJtf *•» Bollscbweiler & Co. Dietikon (Zürich) T. Putzfäden - Fabrik Putzlappen- Wäscherei Auskunft: Telephon 290, Arbon. HAUWAGBERN wmmmm Seltenes Occasionsauto! DE SOTO Limousine 15 HP, 6 Zyl., Md. 1929/30, Steuer u. Versich, bezahlt für 1934, Fr. 3600.-. Sehr gut gepflegt, wenig ge- Günstig zu verkaufen braucht. 64189 5—6-Tonnen- Telephon: Küsnacht-Z. Nr. 910 441. 64189 F.B.W.-Lastwagen Ansaldo 4 Zyl., Mod. 1932 od. 1933, 3-Seitenkipper, in gutem Zustand. — Offerten unt. OF 4814 Z an Grell Füssli- Annoncen, Zürich, Zürcherhof. 64347 4plätzig, Torpedo, 4 Zylinder, 8,4 PS, in Maschine wie Karosserie absolut erstklass. Occasion, wegen Nichtgebrauch zu verkaufen Anfragen unter Chiffre 64340 an die Automobil-Revue, Bern. eu eo Limousine 6 Zylinder, absolut fabrikneu, umständehalber 800 e3446 Fr. unter Kostpreis zu verkaufen Telephon Rorschach 23. Frage 9144. Schmierung des Magnetapparates. Was nun die mir kürzlich vom A. C. S. zur Womit und wie häufig muss ein Magnetapparat geschmiert werden? Beim Magneten meines Wagens Nationalitäten-Schild beleuchtet sein müsse, so Kenntnis gebrachte Vorschrift anbelangt, dass der sind keine Schmierlöcher vorgesehen: eine Schmie-* würde es mich interessieren, von wem diese nachträglich aufgestellt wurde. In den mir vorliegenden rung mit Oel scheint also nicht in Frage zu kommen. E K; in L. Verordnungen ist sie nirgends zu finden. Sie lässt Antwort: Die meisten modernen Mägnet- sich, solange keine internationalen Vorschrift apparate erhalten vor Ablieferung seitens der Fa-tebrik ein Quantum Vaselin eingefüllt. Dieser Vorrat offiziellen Nationalitäten-Schildes bestehen, dafür und für gleichmässige Anbringung des an Schmiermaterial reicht bis zur nächsten gründlichen Ueberholung des ganzen Motors aus, waschen tnuss, ist klar. R. S. in W. auch nicht durchführen. Dass aber Ordnung herr- allerdings ein sehr vager Begriff ist. Gefühlsmässig 2. Antwort: Art. 29 der Vollziehungsverordnung zum Automobilgesetz sehreibt vor, dass Mo- möchten wir eine zurückgelegte Distanz von höchstens 15.000 km annehmen. Hat man dann den torfahrzeuge aus Staaten, die dem internationalen Magneten geöffnet, um das frische Vaeelin einzufüllen, so muss man auch für richtiges Material verkehr angehören, zum Verkehr in der Schweiz Abkommen vom 24. April 1926 über Kraftfahrzeug- Sorge tragen. In erster Linie soll das Vaselin vollkommen säurefrei sein, weiter ist aber der Schmelzschildern auf der Rückseite das nach diesem Ab- zugelassen zu werden, ausser ihren kant. Kontrollpunkt hier sehr zu beachten, denn im Hochsommer kommen vorgeschriebene Nationalitätenschild mit kann sich der Magnetapparat durch Wärmeleitung den vereinbarten Buchstaben tragen. vom Motor aus erheblich erhitzen. In einem solchen Falle läuft gewöhnliches Vaselin, wenn es dünnflüssig ist, aus, und die Kugeln bewegen sich auf trockener Bahn mit allen sich daran anschliessenden Nachteilen. Eine im Magnetenbau weltbekannte Firma (das Rezept gilt auch mehr oder weniger für alle Magnetfabrikate) empfiehlt die Erneuerung nach 10.000 bis 20.000 km und rät, Heisslagerfett mit einem Schmelzpunkt von 175 Grad nicht selbst, einzufüllen, sondern durch eine Werkstätte der Fabrik einfüllen zu lassen. Das Fett wird auch in Tuben an die Verbraucher geliefert. + |*a»is#. 2. Anfrage 325. Anbringung des Nationalitäten- Schildes (CH). In Erweiterung der in No. 59 der * A.-R. > aufgeworfenen Frage, scheint gegenwärtig jedermann bei uns die Auffassung zu haben, wegen dem Nationalitäten-Schild machen zu kön- tionalen Abkommens geht somit hervor, dass das Nationalitätenzeichen nicht unbedingt auf einem nen, wie es ihm beliebt, während doch in den internationalen Vorschriften die Beschaffenheit des es auch direkt auf dem Wagen angebracht sein Schild angebracht zu sein braucht, sondern dass Nationalitäten-Schildes genau vorgeschrieben ist. darf, immerhin unter der Bedingung, dass dann Namentlich bei den neueren Wagen werden jetzt Abmessung und Farbe des Zeichens, sowie Abmessung und Farbe der Buchstaben der interna- Metallbuchstaben angebracht, andere malen den Nationalitäten-Schild auf einen der hinteren Kotflügel, und zwar in allen möglichen Variationen, dieser Beschreibung besteht das Unterscheidungstional festgelegten Beschreibung entsprechen. Nach und wieder andere lassen den offiziellen Schild zeichen aus einem länglich runden Schild von einrahmen, wodurch er bedeutend kleiner erscheint. 30 cm Breite und 18 cm Hühe, das auf weissem Kurz, wenn man eine grössere Anzahl Wagen an Grunde die Buchstaben trägt. Diese sind lateinische Druckbuchstaben. Sie müssen sich vorbeidefilieren lässt, wird man selten zwei wenigstens innere, verweigern einige Länder, z. B. England, den nicht mit den vorgeschriebenen Nationalitäten- Schildern ausgerüsteten Wagen den Eintritt. Art. 3, Abschnitt II, Ziffer 1 und Art. 5 des vorerwähnten internationalen Abkommens bestimmen, das jedes zum internationalen Verkehr zugelassene Motorfahrzeug vorn und hinten mit auf Tafeln oder auf dem Fahrzeug selbst angebrachten Zulaasungskennzeichen (Kontrollnummer) und Unterscheidungszeichen (Nationalitätenschild) versehen sein muss. Das hinten angebrachte Zulassungszeichen und das Unterscheidungszeichen müssen beleuchtet werden, sobald sie bei Tageslicht nicht mehr erkennbar sind. Die Beleuchtungspflicht des Nationalitätenzeichens ist also nicht neu, sie ist im Jahre 1926 international stipuliert worden. 'Sowohl für die Kontrollnummer (Zulassungszeichen) als auch für das Nationalitätenzeichen ist, wie soeben erwähnt, die Anbringung der Kontrollnummern statt auf Tafeln auf dem Fahrzeugs selbst gestattet, vorausgesetzt, dass beide hinten angebrachten Zeichen beleuchtet sind. Aus der Vorschrift des Art. 5 des internationa- Zu kaufi c+esuckt PEUGEOT 14 PS, Ia. franz. Marke, fahrbereit, wegen Abreise, 301 C Torpedo, sehr gut passend Limousine, neueres Mod. für Lieferungswagen. Bei — An Zahlung muss ein sofortiger Wegnahme günstiger Preis. Steuer und Schlossgarage, Bürglen Offerten an A. Etter, Wagen genommen werd. Offerten gefl. unt. Chiffre 14461 an die 11270 wenden an: 64343 Versich, bezahlt.. — Sich (Kt. Thurgau). Automobil-Revue, Bern. Barsotti, Pilatusstr. 33, Junger, tüchtiger, selbständiger Luzern. Zukaufen, gesucht 1 AUTO bis 15 PS, Ciel ouvert od. Cabriolet, nur in best. Zustand. — Preisofferten und Photo unter Chiffre 64306 an die Automobil-Revue, Bern. Zukaufen* AUTO Kleinwagen nicht über 10 PS, möglichst Zweiplätzer, geschlossen, in einwandfr. Zustand, wirkl. Occasion ! Genaue Offerten mit Preisangabe unter Chiffre 64333 an die Automobil-Revue, Bern. was Du brauchst, «•» IALLWAG BERN RPEZIAL-CITBOEN-REPARATURWERKSTÄTTEN AUTO zu verkaufen TORPEDO FIAT 509 5 PS, zu verkaufen, ver- Sicherung und Steuer für 1934 bezahlt. In sehr gutem Zustande. 64352 P. Weber, Hauptstr. 81, Binningen bei Basel. Ein rücksichtsvoller Automobilist braucht die Hupe so wenig als möglich, denn sie ist ein Lärminstrument. Durch Verminderung der Geschwindigkeit und durch Ausweichen Stelle gesucht! 21jähnger M Schlosser, der auch Kenntnisse in d. Autobranche hat, sucht Stelle als 64313 Mitfahrer Automechaniker mit Dampfer s/s Golombie (13 700 Tonnen) vom 19. bis 29. August ab LE HAVRE Amsterdam, Danzig, Kopenhagen, Göteborg, Oslo, Arendal, Christiansand. Preise: Fr. 255.— in Touristen-Klasse, ab Fr. 510.— in der ersten Klasse. Prospekte, Auskunft, Platzbelegung, Billettausgabe besorgen unsere Agenturen: Reisebureaus: Danzas & Co. in Basel, Zwilchenbart A.-G. in Basel, Veron, Grauer & Co. in Genf und La Chaux-de-Fonds, Kuoni A.-G. in Zürich, alle Agenturen der Wagons-Lits- Cook und American Express Co., sowie alle patentierten Reisebureaus. mit erstklass. Lehrdiplom, sucht Stelle in Garage oder Elektrowerkstätte zur weiteren Ausbildung. Gute Zeugnisse zu Diensten. Bescheidene Lohnansprüche. Offerten unter Chiffre 64316 an die Automobil-Revue, Bern. KREUZFAHRT der «Jreaeh, J&iß Cie. Cle. Transatiantique Nordische Hauptstädte Junger, intelligenter Junger, 25jähriger ""* Ein der Lehre entlassener in Werkstatt oder gross. sucht Stelle Automobilbetrieb als Mech. in Garage oder als Chauffeur. Gute Zeugnisse ste- Bursche Volontär - Stelle, — Ebendaselbst sucht jg. hen zu Diensten (Militärfateer). Derselbe hat schon in auch in Autorep.-Werkst. Offerten unter^ (Chiffre einer Garage gearbeitet. 64336 an die Off. sind zu richten an Automobil-Revue, Bern. Löwenstr. 10, Kreuzungen. Auto- Mechaniker Auto- Mechaniker sucht Stelle Auto- Mechaniker mit gut bestand. Prüfung, sucht Stelle zur weiteren Ausbildung. Platz Zürich bevorzugt. Offerten nnter Chiffre 64338 an die •••••••»•••••••• Tüchtiger, selbständiger mit sämtl. Reparaturen gut vertraut, Deutsch und Französisch sprechend, 27 Jahre alt, sucht dauernde mit Stelle in Garage oder grössern Wagenpark. Ia. Zeugnisse stehen zu Diensten. — Offerten unter Chiffre 64337 an die Automobil-Revue, Bern. lassen sich eine Mehrzahl von Verkehrshindernissen umsehen. Ein neue/ Obenschmier-Apparat. Der Wert der Obenschmierung kann heute als erwiesen gelten. Wenn auch noch nicht ganz abgeklärt ist, wie die Schmierwirkung durch die angewandten minimen Schmierölmengen zustande kommt, So steht man doch vor,der Tatsache, dass durch die Ohenschmierung die Abnützung der Kolbenringe, der jZylinderwände, der Ventilschäfte und der Ventilführungen messbar verringert wird. Speziell bei neuen Motoren mit noch dicht schliessendem Kolben kommt der vom Verbrennungsraum ausgehenden Schmierwirkung unbestreitbare Bedeutung zu. Zum Zweck der Vereinfachung der Wartung und der Begünstigung eines sauberen Betriebes würde bisher schon mehrmals versucht, das Obenschmieröl den Verbrennungskammern statt mit dem Brennstoff auf direktem Weg zuzuführen. Eine solctie direkte Zufuhr schien auch deshalb wünschbar, weil sie wenigstens zum Teil von den Einschränkungen hinsichtlich den verwendbaren Oelsorten befreit. Unüberwindliche Schwierigkeiten bereitete dabei jedoch der Umstand, dass der Unterdruck im Saugrohr, der praktisch einzig zur Förderung des Obenschmiermittels in Betracht kommt, bei verschiedenen Motorbelastungen starken Schwankungen unterworfen ist, auch gerade beim Vollgasfahren, wo die Obenschmierölförderung eigentlich am stärksten sein sollte, den kleinsten Wert annimmt. Aus diesem Grunde blieb eis denn auch fast durchwegs bei der Beimischung des Obenschmieröls zum Brennstoff. Der vorliegende neue Apparat löst indessen das Problem der direkten Obenshmierung durch Anwendung eines sinnreichen kleinen Regulierventils. Das zur Hauptsache aus einem federbelasteten Schieber bestehende Ventil gibt für den Durchfluss des Obenschmieröls eine um so .grössere Oeffnung frei, je kleiner der Unterdruck ist, je mehr also der Motor belastet wird. Arbeitet dagegen der Motor im Leerlauf bei fast ganz geschlossener Drosselklappe mit hohem Saugrohrunterdruck, so schliesät der Schieber den Obenschmieröldurchfluss nahezu ab. Durch eine Verstellschraube lässt sich überdies der Federdruck des Schiebers genau so einregeln, dass der Motor unter jeder Betriebsbedingung die geeignetste Obenschmierölmenge erhält. gleiche Ausführungen sehen. Nicht nur bei uns, 10 cm hoch sein, mit einer Strichbreite von 15 mm. Ein in das Verbindungsrohr zwischen dem Schieber sondern auch bei Automobilen aus unseren vier Daraus geht hervor, dass es wohl gestattet ist, und dem Motorsaugrohr eingesetztes Kontrollglas Nachbarländern, nimmt man es mit den internationalen Vorschriften nicht genau. Ich sah kürz- Grosse und Farbe an einer beleuchteten Stelle hin- Obenschmierölgabe. Um auch dann die Obenschmjfc das Unterscheidungszeichen in obenbeschriebener ermöglicht jederzeit eine optische Kontrolle der lich französische und italienische Wagen, die nurten am Wagen anzumalen, dass aber die heute rung sicherzustellen, wenn der Unterdruck nur t \ mit rohen Pinselstrichen in weisser Farbe das «F» häufig verwendeten Metallbuchstaben auf demMinimum beträgt, und das verwendete Schmiere? oder «I» auf dem rechten hinteren Kotflügel aufgemalt hatten. ten entsprechen. Immerhin ist zu erwarten, dass stimmter Luftkanäle im Regulierventil eine gewisse Schutzbleche nicht dem internationalen Vorschrif- relativ dickflüssig ist, wurde durch Anordnung be- über kurz oder lang diese Buchstaben international als zulässig erklärt werden, nachdem sie heute Spritzwand anzubauende Behälter fasst zirka einen Ejektorwirkung herbeigeführt. Der leicht an der fast überall toleriert sind. * halben Liter Obenschmieröl, eine Menge, die durchschnittlich für 1500 Fahrkilometer ausreicht. Die Verbindungsleitung zwischen dem Regulierventll und dem Motorsaugrohr besteht aus einem 6-mm- Kupferrohr, das in Patentklemmnippel ohne die Notwendigkeit von Verlötungen luftdicht eingesetzt wprrlpn kann. Original-Preisen Telephon SO Gesucht Auto-Service-Stations-Wärter Erfordernisse: Beherrschung zweier Landessprachen, gelernter Automechaniker, tüchtig im Erkennen der Pannen, tüchtiger, flinker Wagenwascher. Es kommen nur gutbeleumdete Bewerber in Frage, die sich über die bisherige Tätigkeit ausweisen können. Eintritt nach Uebereinkunft. Sich melden unter Chiffre 64335 an die Automobil-Revue. Bern. Besfemgerichtete Autowerkstatt der Zentralschweiz sucht einen tüchtige der den elektrischen Service versteht. Jahresstelle. Interesseneinlage erwünscht. — Offerten unt. Chiffre 64349 an die Automobil-Revue, Bern. Bedeutende Garage der Zentralschweiz sucht tüchtigen, selbständigen Auto- Mechaniker Mehrjährige Praxis, gute Zeugnisse und Referenzen erforderlich. Anmeldungen unt. Chiffre 64301 an die Automobil-Revue, Bern. Automobil-Revue, Bern. Automechaniker rVTVTTTTTTTTTTVV^ AUTOMECHANIKER Jüngerer, tüchtiger, verheirateter 64342 Chauffeur mit lOjährig. Fahrpraxis, sucht seine Stelle zu andem. Suchender ist langjähriger Lastwagen- und Car-Alpin-Fahrer. Ist auch Möbeltransport und sämtl. Lastenfuhren vertraut. Prima Zeugnisse u. Referenzen steh, zu Diensten. Es kommt nur Dauerstelle in Frage. — Adr.: J. Flückiger-Suter, Brugg (Aare.), Aaraüerstr. 327. u.- Ihdustvie Suche Stellen für kautionsfähige Chauffeure Sich. Fahrer garant. und gute Wagenkenner (auch für solche als Mitfahrer od. die nebenbei auch and, Arbeiten verrichten-. Off. erb. an Hs. Früh, Chauffeurschule, Marbach (Kt St. Gallen). Teleph. 102. . Automobil-Firma erstklassiger europ. u. amerik. Marke sucht ganz tüchtigen Werkstattchef Derselbe muss m. allen Reparaturen, Drehen etc. vertraut sein und einen Werkstattbetrieb leiten können, Monatsstellung. Gefl. Offerten nur mit ganz guten Zeugnissen u. Ref. unt. Chiffre Z 3052 an die Automobil-Revue, Bur, Zürich. 11251;

Bern, Freitag, 3. August 1934 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 63 Hände Wenn Sonntag nachmittags die ganze Verwandtschaft beim Kaffeeschwatz in der einfachen Stube des grossen Miethauses sass, gab es immer wieder ein Verwundern darüber, wie seltsam treffend Mutter Stäublein die Berufe ihrer Kinder vorausgesagt hatte. Aber die behäbige Frau wies solche Anerkennung besonderer Fähigkeiten ruhevoll zurück. Seltsam sei da gar nichts daran, man dürfe nur nicht aus Liebe zu den Bengeln sich den Blick vernebeln lassen. Das war auch die Ansicht der Verwandtschaft, und wenn sich dann jemand nach dem Werdegang des jüngsten Sprosses der Stäubleins erkundigte, prophezeite die Mutter: «Der Kurt wird mal kein Handwerker wie die andern, sondern was Besonderes ». Und das glaubte man ihr um so bereitwilliger, als sie sich gar nicht darüber zu freuen schien. Wer anders als die andern ist, sich aber noch durch keine Leistungen legitimieren kann, erregt eher Befremden als Bewunderung. Kurt sonderte sich ab und offenbarte schon früh eine Vorliebe für Dinge der Kultur, die seinen Leuten hochstaplerisch vorkommen musste. Bereits als Vierzehnjähriger erstand er eine Tube Hautcreme, die 20 Jahre im Schaufenster eines Kramlädchens seiner Strasse gelegen hatte und deren Verschwinden einem älteren Herrn, der täglich hier vorbeiging, den Seufzer entlockte: «Sieh da, W"7chon- wieder eine Jugenderinnerung dahin». ~*Sie trug die Aufschrift« zur Vollendung » und roch so unverschämt nach Flieder, dass Mutter Stäublein sie entdeckte. Zuerst verspürte sie den innigen Wunsch, ihm das Zeug an den Kopf zu werfen. Aber der Gedanke, dass er die Tube weniger ihres Inhaltes als ihrer Aufschrift wegen erworben haben könnte, veranlasste sie, weitere Vollendungszeichen abzuwarten. Inzwischen war Kurt als Lehrling in ein Exportgeschäft gekommen. Er zeigte sich als intelligent und aufgeweckt, auch sein Aeusseres machte Fortschritte, Anzüge auf Taille unterstützten die Vollendungscreme, der wahrhaftig nicht alles zugemutet werden konnte. Später lernte er fremde Sprachen und bewährte sich im Bureaudienst so gut, dass er als Zwanzigjähriger bereits über ein hübsches Gehalt verfügte. Und allmählich bekam Mutter Stäublein Dinge zu sehen, die sie nur jCus den Schaufenstern kannte. Scheu be- «ühlten ihre rissigen Hände den feinen Stoff der Anzüge, die seidenen Hemden und Krawatten. Alles war ehrlich erworben, und sie hätte ihre stolze Freude daran haben können, wäre nicht das Gefühl gewesen, dass diese Dinge mehr als sich selbst bedeuteten, dass der Sohn sein bescheidenes Heim schweigend verachtete und mit jedem neuen Stück weiter von ihr abrückte. Kurt selbst wusste noch nicht viel von sich. Aber eines Nachts, als er vom Geburtstag seines Chefs aus dessen prächtiger Wohnung kam, stand er noch lange in seinem Zimmerchen und betrachtete seine Sachen anders als sonst. Er konnte ihrer nicht recht froh werden, der elegante Rahmen fehlte. Wie Teile einer fremden Welt, so hingen die kostbaren Anzüge hinter dem Wandvorhang, standen Nickel und Kri- Bux. Zirkusroman von Hans Possendorf. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt) Mit Mühe fragte sich Fee zum Wohnwagen von Bux durch. An der verschlossenen Tür hing ein Zettel: « Bin bei meinen Tieren am Stallzelt.» — Von neuem ging Fee auf die Suche. Sie musste sich in acht nehmen, nicht unter irgendeinen Wagen zu geraten. Ueberall waren schon Lastautos und schwere Raupenschlepper in Bewegung, um die Wohn-, Requisiten- und Käfigwagen zum Güterbahnhof abzuschleppen. Andere Wagen wurden durch die schweren Arbeitsgäule weggezogen. Die siebenhundert Menschen, die zum Zirkus Kreno gehörten, rannten wie Ameisen geschäftig durcheinander. Die Luft war erfüllt von den Rufen der Vorarbeiter, vom Knirschen der Wagen, von Kettenrasseln und vom Knattern der unzähligen Motorfahrzeuge. Der Boden war aufgewühlt wie ein Schlachtfeld. Wie ein Feldherr, der die Schlacht zu leiten hat, sauste Inspektor Friedenthal in diesem Chaos umher, überall mit raschen klaren Kommandos ordnend und Irgendwo in den Wäldern Norwegens dämpft ein Wanderer die Saiten und lauscht der Melodie des Alls. Pan spielt auf goldener Flöte, und schon tun sich Landschaften auf und ziehen vorüber, Wälder sind da, Flüsse rauschen durch die Welt, der ewige Atem der Natur weht uns an, und blindlings sind wir dem Zauber eines Dichters verfallen, der uns packt und hinreisst und niemals loslässt. Weil ihm ein Gott die Gnade gab, das Grösste zu vollbringen, floh er in die Einöde einer strengen und namenlosen Einsamkeit. Gering achtet er Ehren und Ruhm und Glanz. Wir wissen wenig von ihm, obgleich unsere grenzenlose Liebe und Ehrfurcht viele Brücken bauen möchte zu seinem stillen Winkel. Doch uneinnehmbar scheint die Mauer, die er um sich errichtete, und so können wir nichts tun als immer wieder seine Bücher lesen und nicht aufhören, erfüllt zu sein von dem Glück dieses Werkes, das der Menschheit gehört. Er selbst ist indes fast zum Mythos geworden, und derweil wir das Erlebnis seiner herrlichen und einzigartigen Bücher in uns tragen, ruht ein Müdegewordener von der rastlosen Wanderschaft seines harten und hingegebenen Lebens. Taglöhner war er und Steinbrecher, Fischer in den Schären des Nordlandes und Tramp in Amerika, Tellerwäscher und Aushilfskellner, Kohlenschaufler und Handwerksbursche — das sind die bitteren Jahre seines Werdens, voll Aufruhr, Leidenschaft und Sehnsucht. Und doch erwacht inmitten dieses kümmerlichen Daseins der Genius, er beginnt für Zeitungen zu schreiben, er versucht, Vorträge zu halten, die Manuskripte kommen zurück und die Vorträge werden nicht besucht, Krankheit zeririsst ihn, Not und Verzweiflung quälen ihn — endlich erlöst er sich in seiner aufwühlenden Romanbeichte « Hunger». Diese Hölle des Elends ist der grausamste Geisseihieb, den je ein Dichter gegen die Gleichgültigkeit der Menschheit führte, der letzte Ausbruch eines fast Vertierten, die Klage der gequälten Kreatur. Niemand hat die gärende Ungewissheit, die unbändige Sehnsucht, das tolle abenteuerliche Verlangen, das heisse Warten -auf das Wunder in epische Form gebannt wie dieser junge Hamsun, bäuerlichem Geschlecht entwachsen. Behutsam sind die letzten Gedankenwege eines Menschen nachgezeichnet, alle Widersprüche und Abschweifungen, jede kleinste Empfindung und noch der unscheinbarste Einfall — es ist die Zeit der versponnenen «Mysterien •», des leuchtenden Erdhymnus «Pan», der ekstatischen « Victoria •». Die Gestalten dieser frühen Romane sind mehr Geschöpfe einer Dichterphantasie denn Menschen aus Fleisch und Blut, die Edvarda und Victoria, die Glahn und Nagel müssen am Leben zerbrechen, weil sie zu sensibel sind, um den Kampf aufzunehmen und zu gewinnen. Im reifen Mannesalter wendet sich Hamsun stall auf der marmorierten Holzplatte. Was war ein Bademantel 1 ohne Bad, was sollte ein Hausanzug in der ärmlichen Wohnung? Fleissig arbeitete er weiter, und eines eingreifend. Sein Kollege, Inspektor Wagner, war schon längst auf dem Bahnhof und leitete dort das Verladen auf die Züge. «Lass doch die Karre steh'n, Mensch! Erst mal weg mit die zwei Affenwagen; die müssen ja noch mit Zug eins mit!» hörte Fee dicht neben sich die wohlbekannte Stimme des Berliners. «Hailoh, Herr Friedenthal!» Der Inspektor trat näher, erkannte Fee und fragte: «Nanu, wat machen Sie denn hier? — Suchen Sie Bux? — Dort ist er, wo det Zelt da jrade zusammenjepackt wird.» Er zeigte auf eine Gruppe von Wagen und Menschen. «Aber passen Se auf! Hier herrscht Lebensjefahr für die Hühneraugen! Auf Wiedersehen!» Und schon sauste Friedenthal davon nach einer anderen Ecke des Platzes. «Guten Abend, gnädiges Fräulein! Nett, dass Sie da sind! » Bux trat auf Feodora zu und reichte ihr den kleinen Finger der beschmutzten Rechten: «Und tausend Dank für den herrlichen Kranz! Sie und Ihr Herr Vater haben mir wirklich eine grosse Freude gemacht!» Fee musterte ihn lächelnd. Er trug einen gelben Arbeitsmantel und eine Reisemütze. Knut Hamsun Zum 75. Geburtstag am 4. August 1934. von diesen Schattengeburten, er rechnet ab mit der Zerrissenheit seiner Jugend, die klagenden Molltöne weichen dem frohen Loblied der Arbeit, lieber die Stufenleiter anklagender Kritik schreitet er zur Gestaltung des Nurmenschlichen fort. Vom tagebuchartigen Impressionismus wechselt sein Stil zum schlichten Bericht, es steigert sich die Kunst, Geheimstes zwischen den Zeilen aufklingen zu lassen, der träumende Wortspieler wird zum Meister. Weil er eins ist mit der heimischen Erde, weil er zutiefst aufgeht in dem Erlebnis von Baum und Strauch, von Blume und Tier, überträgt er diese Liebe auf alles, was Mensch heisst. Er erkennt den unerschöpflichen Reichtum der Natur noch im armseligsten Wesen, und so entstehen die grossen Entwicklungs- und Zeitdarstellungen, das Hohelied des Bauerntums. Im Weltkrieg schuf Hansum jenen « Segen der Erde », dessen monumentaler Wucht und starrer Grosse kein anderes seiner Werke gleicht, inmitten der grauenhaftesten aller Völkerschlachten weist der prophetische Dichter zurück zur Arbeit auf der mütterlichen Scholle. In der Mitte dieses Weges, der Hamsun emporführt zu den Höhen einer hoheitsvollen und weisen, dabei immer erdhaften und naturverbundenen Kunst, gibt es noch einmal eine Zeit der Bekenntnisse, das ist in jenen Jahren, da der Mann jäh die Grenzen seines zeitlichen Seins erkennt. Wieder lodert die Flamme seines Lebenswillens. Es ist das letzte Aufbäumen gegen ein naturgewolltes Schicksal. Noch einmal leuchten alle Farben seiner unerreichten Kunst, um in abgebrochenen Gesprächsfetzen und abirrenden Gedanken alles Leid und Glück eines Menschenherzens lebendig zu machen. Diese Trilogie der Resignation, « Gedämpftes Saitenspiel», « Unter Herbststernen», « Letztes Kapitel», ist der AbS'chied des Menschen Hamsun, dessen Lebensinhalt die Liebe war. Letzte Freude bleibt, den andern zuzuschauen, aber das ist eine Freude, die « wie ein Wolf im Blut rumort». In zäher und unablässiger Arbeit verlöscht die Glut seines jungen und leidenschaftlichen Herzens. In der Sphäre des Unpersönlichen, des einfachen Chronistentums findet Hamsun seines Schaffens Krönung. Die « Landstreicher», diese köstlichste aller Hamsuniaden, eint alle Leidenschaft der Jugend mit der gütigen Heiterkeit des alternden Weisen. Der Fünfundsiebenzigjährige hat eine seltene und besondere Leistung vollbracht. Niemand in aller Welt ist da, der ihn nicht an diesem ehrenvollen Tag in Dankbarkeit und Bewunderung grüssen würde. Solange Menschen auf dieser Erde Glück oder Unglück haben, Freude oder Leid, solange die Sonne scheinen wird und Regen niederfällt, wird das Werk Knut Hamsuns dauern und bestehen, denn es ist.gut und böse, wie die Natur selbst. K.B. Abends, als ihm der Chef den Posten eines Auslandkorrespondenten angeboten hatte, sagte er den Eltern, dass er sich ein Zimmer mieten wolle, seine Sachen verstaubten «Sie wundern sich über mein Kostüm? — Ja, Sie kommen gerade zu einem interessanten Schauspiel, zum Abbau. Ich bin übrigens gleich fertig, dann zeige ich Ihnen noch ein bisschen von dem... — Vorsicht ! Da kommen die Exoten; die Zebras schlagen aus!» Er riss Fee zur Seite, denn ein Zug von Kamelen, Bisons, Zebras und anderen exotischen Tieren kam eben vorbei. «Wo sind denn Ihre Tiere?» fragte Fee und sah suchend um sich. «Schon verpackt!» Bux zeigte auf zwei verschlossene Wagen: «Dies ist der Käfigwagen von Judith, Teddy und Gretchen, die für die Reise hier ein kleines Abteil eingeräumt bekommt. Und da drin sind Anton und Moritz.» «Wie viele Wagen haben Sie denn im ganzen?» «Sie meinen, der Zirkus? — Ich glaube, 270 Stück. Ich persönlich habe fünf Wagen: ausser den beiden Käfigwagen und meinem Wohnwagen noch Antons Badewagen und einen für mein Stallzelt und die Requisiten.» «Und wo ist Brahma?» «Der arbeitet schon auf dem Güterbahnhof beim Verladen. Dafür bekomme ich das Fressen für ihn gratis. Für den Transport hier und machten überdies die kleine Wohnung noch enger. Der Vater schmunzelte stolz, Mutter Stäublein erhob sich still und ging hinaus; sie war jetzt sechzig Jahre alt und konnte nicht mehr wie früher bei allem ihre Fassung bewahren. Später, Kurt lag schon zu Bett, kam sie mit einem Haufen Kleider über dem Arm in sein Zimmer. «Ich räume den Schrank aus », sagte sie, « da brauchst du dir kein Zimmer zu mieten. Das sind alles Sachen aus meiner Jugend, die ich doch nicht mehr anziehe, sie kommen hinter den Wandvorhang, und deine Anzüge hängen wir in den Schrank.» Kurt wehrte ab, das gäbe eine ewige Rennerei von einem Zimmer ins andere, man müsse sein Zeug beieinander haben. Die Mutter wurde müde, sie setzte sich mit ihrer Last auf den Bettrand, zu oberst lag ein blaugeblümtes Sommerkleid. «Das habe ich nach deiner Geburt getragen », murmelte sie versonnen. Kurt blickte schweigend auf ihre rauhen, verarbeiteten Hände, wie hilfesuchend falteten sie sich über den Stoff. Sie hob den Blick. « Ich kann dir Leinensäcke für deine Anzüge nähen », sagte sie leise, « da werden sie bestimmt nicht staubig » Er machte eine halb abwehrende, halb verlegene Geste. Sie sass noch ein Weilchen und starrte auf das Kleid; endlich erhob sie sich schwerfällig und tappte mit schwimmenden Augen hinaus, um den Schrank wieder einzuräumen. Und tags darauf, als Kurt mit Koffern und Dienstmann verschwunden war, sass sie noch lange in dem toten" Zimmerchen und betrachtete sein Bild, wie er als kleiner Nackedei auf dem Eisbärenfell lag und noch nicht nach Vollendung strebte... Kurt fuhr fort, sein Leben abzurunden. Jetzt machte er sich daran, eine alte Sehnsucht zu verwirklichen. Schon dem Knaben waren es jeweils Höhepunkte seines ärmlichen Lebens gewesen, mit feinen Leuten in Berührung zu kommen. Die Damen überwältigten ihn wie überirdische Erscheinungen. Noch lange glaubte er, ihren Duft zu spüren, nachts geisterte das nachlässige Spiel ihrer schönen schlanken Hände durch seine Träume und entfachte den brennenden Wunsch, sich diese fremde Welt zu erobern. Der Jüngling hegte noch dieselbe Sehnsucht, nur war sie durch Lektüre romantischer geworden. Troubadourgeschichten Hessen ihn von Frauen träumen, die man anbeten und verehren konnte. Und immer waren es Hände, die ihm Kern allen Frauentums bedeuteten. Hände von müder, schlanker Anmut, wie er sie auf alten Gemälden fand, Hände, die von innen heraus leuchteten, alles Leben eines solch kostbaren Geschöpfes in sich sammelten. Und jetzt, zum Mann geworden, fand er in stillen Stunden die alte Sehnsucht vor. Und abermals hatte sie sich ein wenig gewandelt, nach gütigen, tröstenden Händen verlangte jetzt sein Herz. Inzwischen rückte er zu leitender Stellung empor, wurde Vertrauter seines greisen Chefs, besass ein mit gediegener bekommt er dann mit Dhakjee zusammen einen eigenen Wagen.» «Und der Storch und der Rabe?» «Alis Nest steht in meiner Küche, Mohrchen macht sich's während der Reise auf meiner Bettdecke bequem.» — Bux wendete sich an Tom: «Wenn der Zeltwagen gepackt ist, sag' Herrn Friedenthal Bescheid, dass wir fertig sind zum Abschleppen!» «Aber wie reisen Sie denn selbst?» fragte Fee. «In meinem Wohnwagen natürlich. Ichs könnte mich jetzt schon in mein Bett legen, wenn ich wollte, mich so nach dem Güterbahnhof fahren und dort verladen lassen und in Rom wieder aufwachen.» «Famos!» rief Fee. — «Ach, da kommen ja die Elefanten!» Ein imposanter Zug von zwanzig Tieren kam bedächtig vorüber. An der Spitze ging der Elefantenstallmeister Marow mit dem grössten der Dickhäuter. Die andern folgten der Grosse nach. Jedes der Tiere wurde von einem mit Hakenstock bewaffneten Manne am Ohr geführt. — «Hat jeder dieser Elefanten seinen eigenen Wärter?» (Fortsetzung siehe Seite 16.)