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E_1934_Zeitung_Nr.062

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N"62 vor zwei Jahren war der stets ernst, fast finster dreinblickende Italiener zu sehen, der damals noch für Bugatti startete. Jetzt kommt er als Spitzenfahrer der «ScuderiaFerrari>, und als solcher zählt er mit zu den gefährlichsten Piloten, auch wenn er in erster Linie ein genialer Rundstreckenfahrer ist. Ursprünglich war Varzi als Motorradfahrer tätig, er wechselte erst zu Alfa Romeo hinüber und gewann darnach auf Maserati 1930 u. a. auch die Targa Florio, die Coppa Acerbo und die Grossen Preise Ton Italien und Spanien. Vor drei Jahren trat er bei Bugatti als Fabrikfahrer ein, was ihm in Italien sehr viel schadete, da man diesen «Landesverrat» nicht begreifen wollte. Er hat dann den wechselvollen Kampf Bugattis mit der Uebermacht der italienischen Maschinen mitgemacht und neben Freude auch viele Enttäuschungen erlebt. 1931 feierte er Hiit Chiron zusammen einen grossen Sieg im Grand Prix von Frankreich, 1932 siegte er im Grossen Preis von Tunis, 1933 im Grossen Preis von Monaco, auf der Avus und im Grossen Preis von Tripolis. Seit anfangs 1934 steht er nun im Dienste des grossen italienischen Rennstalles. Bereits sind die Mille Miglia, das Bordino-Rennen, die Targa Florio, der Grosse Preis von Tripolis und die Coppa Ciano von ihm gewonnen worden. Varzi gilt als ein typischer italienischer Temperamentsmensch, der jedoch bei aller Gutmütigkeit verschlossen und klug berechnend sein kann. Ein starker Erfolgswille wohnt dem Fahrer inne, der die italienischen Farben zu verteidigen hat. Lulgi Fagioli. Ein Neuling am Klausen ist der Italiener Luigi 'Fagioli, der dieses Jahr seiner Heimat untreu geworden ist und für die Daimler-Benz A.-G. einen der neuen deutschen ' Rennwagen führt. Auch er gehört zu der Elite der italienischen Rennfahrer und kann auf eine glorreiche Vergangenheit zurückblicken. Immerhin hat er es noch nicht ganz zu der Popularität eines Nuvolari gebracht. Er ist in seinem ganzen Wesen durch und durch Südländer und wird von einem Temperament beherrscht, das ihm manchmal mehr schadet als nützt. Dem Italiener ist eine ganz ausserordentliche Lebhaftigkeit und ein starker Unternehmungsgeist zu eigen. Lange Zeit war Fagioli die stärkste Stütze des Maserati-Rennstalles. Für die Bologneser Firma hat er eine grosse Anzahl von bedeutenden Rennen gewonnen. 1930 belegte er im Sportwagenrennen von Piemont den ersten Platz, auch die Coppa Ciano entschied er in diesem Jahre für sich. 1931 feierte er im Endlauf um den Grossen Preis von Monza einen seiner bedeutendsten Triumphe. 1932 gewann er den Königspreis von Rom und im Grossen Preis von Italien, im Grossen 24-Stunden-Preis von Belgien, beim Masarykring-Rennen und im Final zum Grossen Preis von Monza wurde er jeweils Zweiter. 1933 veriiess Fagioli die Firma Maserati und war längere Zeit bei keinem Rennen mehr zu sehen. Ueberraschend kam dann während der Saison sein Eintritt in die Scuderia Ferrari, für die er noch einige« schöne Siege ernteter Er gewann die Coppa Acerbo, den Grossen Preis von Gomminges und den Grossen Preis von Italien. Bei den Grossen Preisen von Marseille, von Spanien und beim Masarykring-Rennen -belegte er jeweils • den zweiten Platz. Pietro Taruffi. Zu den stärksten Kräften der neuen Sportsgeneration zählt der junge Römer Taruffi, der seit einiger Zeit infolge eines schweren Sturzes am Grossen Preis von Tripolis im Spital liegt. Doch dürfte der Fahrer jetzt wieder soweit hergestellt sein, dass er sich am Klausen versuchen wird. Taruffi ist für die schweizerische Autosportgemeinde eine unbekannte Grosse. Er hat sich zuerst als hervorragender Motorradrennfahrer bekannt gemacht, der eine ganze Reihe bedeutender internationaler Rennen gewann. Wie viele andere italienische Sportsleute, sattelte auch er nach einiger Zeit zum Autosport über, wo er 1933 bei der Scuderia Ferrari seine Fähigkeiten unter Beweis stellte. Taruffi steht jetzt in den Diensten der Firma Maserati und vertritt an internationalen Anlässen zusammen mit Zehender die berühmte Bologneser Firma. Im Jahre 1932 sah man Taruffi erstmals bei einem internationalen Autorennen. Er wurde beim Grossen Königspreis von Rom hinter Fagioli Zweiter auf einem Alfa Romeo. Im gleichen Jahre beendete er den Grossen 24-Stunden-Preis von Belgien wiederum als Zweiter. 1933 beschränkte er sich in erster Linie wieder auf italienische Veranstaltungen. Die schwierige Coppa Acerbo, das Eifelrennen und die Mille Miglia schloss er als Dritter ab. 1934 wurde er vor allem durch seine glänzende Fahrt auf einem Maserati 1100 ccm bei der Mille Miglia bekannt, die er mit dem Rekordsieg der Kleinwagenklasse beendete. In dem Augenblick, da Taruffi zur Hochstform aufzulaufen versprach, warf ihn der Unglücksfall in Tripolis aufs Krankenlager. Whitney Straight. Auch aus angelsächsischen Ländern erhält der diesjährige Klausen sehr erfreulichen Zuzug. Die Engländer hielten sich im allgemeinen früher gegenüber den ausländischen Veranstaltungen zurück und begnügten sich mit den Rennen im eigenen Lande. Seit einiger Zeit trifft man jedoch auch im Kontinental-Europa mehr Fahrer aus England, und zu ihnen gehört vor allem auch der Rennstall Whitney Straight-Hamilton. Die erste Schweizer Visite stattete er uns im Juni ab, wo er bekanntlich beim Grossen Preis von Montreux teilnahm. Whitney Straight, ein überaus gewinnender, hübscher junger Mann, lebt seit einigen Jahren als amerikanischer Student in England. Er hat sich dort in steigendem Masse dem Autosport verschrieben und zu Beginn dieses Jahres schuf er den erwähnten Rennstall, der nun an allen grösseren Konkurren-,, zen anzutreffen ist. Whitney Straight ist bekannt als ganz hervorragender Bergfahrer, der schon eine Reihe von Siegen erringen konnte. Er Hess sich an seinem Maserati eine Spezialeinrichtung einbauen, die ihm die Montierung von Doppel-Hinterrädern erlaubt. Auf diese Weise wird die Schleudergefahr vermindert und der Anzug wird bedeutend besser. Mit dieser Maschine gewann letztes Jahr Whitney Straight in überlegener Zeit das schwierige 1 französische Montventoux- Rennen, dessen Strecke wegen des Gerölles sehr berüchtigt ist. Auch das Shelsley-Walsh-Bergrennen vermochte er dieses Jahr wieder für sich zu entscheiden. Den grössten Erfolg feierte er 1934 auf der Brooklandsbahn, wo er vor der gesamten englischen Elite einen schönen Sieg im Rennen um die International Trophy errang. 1933 schloss Whitney Straight den Klein wagenlauf bei der Coppa Acerbo mit dem ersten Platz ab und im Grossen Sommerpreis von Schweden wurde er Zweiter. In Montreux kam er nach einem hervorragend regelmässigen Rennen, das ihm die Bewunderung aller Zuschauer eintrug, auf den 4. Platz zu liegen. Das „Kilometer- Rennen" auf der Klausenstrecke Der Urnerboden, auf dem die Wagen stets die höchsten Schnelligkeiten erreichen. (Ph'oto Schönwetter-Elmeii Glarus.) , •, H. C. Hamilton. Der ebenbürtige Co-Etpiipier von Whitney Straight ist der junge Engländer Hamilton, ebenfalls ein Nachwuchsfahrer von bedeutendem Format, der in England schon jetzt zu den besten Kräften zählt. Hamilton begann seine Karriere wie so mancher Fahrer in der kleinen Klasse, wo er bald zu einem der gefürchtetsten Gegner avancierte und mit seinem M. G. hervorragende Rennen fuhr. 1932 gewann Hamilton den Kleinwagenlauf des Grossen Preises von Deutschland. 1933 beendete er das Eifelrennen als Kleinwagen-Sieger und auch beim Freiburger Bergrekord wurde er Erster der kleinen Maschinen. Die schwierige lounst-Trophy des letzten Jahres, die bekanntlich mit dem Sieg von Nuvolari endete, brachte ihm einen überaus ehrenvollen zweiten Platz. Im diesjährigen Grossen Preis von Montreux kam er nach ausgezeichneter Fahrt auf den 5. Platz zu liegen. Welchem von allen diesen Helden der Rennbahnen, die fast Sonntag für Sonntag irgendwo in Europa Rennen bestreiten, wird der Klausensieg zufallen? Das Fahrerfeld ist ebenso gross wie hervorragend, und noch haben wir nicht alle genannt, die einer Erwähnung würdig sind. Vergessen wir vor allem auch unsere ausgezeichneten Schweizer nicht, die unsern Lesern wohl zu bekannt sind, als dass sie noch besonders vorgeführt werden müssen. Auch die Schweiz verfügt über eine Elite von erstklassigen Bergfahrern, die am Klausen ein* ernstes Wort mitsprechen werden. Und soll man alle die weiteren Ausländer zitieren, wie Zehender, Biondetti, Penn Hughes, Balestrero, Castelbarco, Premoli, Strazza, Zanelli, wo jeder Name besten Klang hat? Der Klausen wird zur Arena einer seltenen Elite internationaler Piloten werden, die ihr Können und ihre Kühnheit im gegenseitigen erbitterten Kampf einsetzen. H orste Beanspruchung Für schwerste Gr.Scbonungö- Oel-undv/asse HUzebeständig Telephon 2'

62 - 1934 AUT0M0B1L-BEVUE lf Automobilkäufer und Automobilrennen Wenn eine Automobilfabrik mit Spezial- Konstruktionen Rennen bestreitet, so ziehen daraus letzten Endes die Gebrauchsfahrzeuge und deren Besitzer den grössten Nutzen. Was sich im Rennmodell an Material und Konstruktion bei höchster Beanspruchung bewährt hat, muss auch dem Tourenwagen zum Vorteil gereichen. Hinter jedem Mercedes-Benz-Wagen steht nicht nur ein 40-jähriger Ruf, der seinesgleichen sucht, sondern auch die Erfahrung aus schwersten Kraftproben, welche die Gesundheit unserer Konstruktionsprinzipien schon vielfach bewiesen haben. Cabriolets und Limousinen von 7, 9, 10, 15,19, 25, 36 und 39 PS, mit den modernsten technischen Neuerungen: Schwingachsen vorn und hinten, Schraubenfederung, Schnellgang (Spar-und Schongang), halbautomatische Kupplung, Direktlenkung, Oeldruckbremsen, Zentralchassisschmierung. — Type 7 PS mit Heckmotor und Rohrchassis. MERCEDES-BENZ AUTOMOBIL A.G. Bern Welssenbühlwez 40 Zürich Badenerstrasse 119 Basel Aescheneraben 31 Persönliche Ueberwachung aller Arbeiten, darum GARANTIE für solide Werkmannsarbeit, rationelle Arbeitsweise und dadurch niedrige Preise. LECLANCHE Eigene WAQNEREI SCHIYI IEDE SPENQLERE1 SATTLEREI GLASEREI Alle Arbeiten, besonders Unfall-Reparaturen kurzfristig. Alfred Hänni Ueberlandstr. 110 Tel. 69.173 Zufielt - Schwamendingin ohne Uebertreibung der beste Auto-Spritz Lack der Welt Wir nennen zuverlässige Duco-Sprltzwerkstitten und überwachen Aufträge auf Wunsch persönlich ROLLSYNOL MOTOR OIL entspricht allen Anforderungen höchste Schmierkraft REO rassiger Antrieb vorzügliche Obenschmierung Für genussreiche : Fahrten brauchts HALLWA KARTEN Heinrich Wagner & Co., Zürich Zürich, Seehofstrasse 16, Telephon 47.410 I ERNST HURLIMANN, WÄDENSWIL ABTEILUNG: OELE und BENZINE