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E_1934_Zeitung_Nr.062

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22 AUTOMOBIL-REVUE

22 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - gern: Die Festsetzung eines Maximalgewichtes machte dieses Bestreben zu einer der Hauptaufgaben. Jedes überflüssige Gramm muss vermieden werden, bedeutet es doch nicht nur indirekt einen Verlust an Beschleunigungsvermögen, sondern direkt auch einen Verzicht auf die PS-Bruchteile, die aus einem etwas grösseren Motor hätten herausgeholt werden können. Das Chassis und das ganze Fahrwerk werden gleichsam zu einem notwen^ digen Uebel, das nur noch gut genug sein soll, um einen möglichst grossen und leistungsfähigen Motor möglichst rasch fahrbar zu machen. Das Konstrüktionsproblem stellt sich deswegen keineswegs einfacher, im Gegenteil. Alle Organe gilt es mit äusserster Präzision aufeinander abzustimmen. Damit kein Teil weder zu stark noch zu schwach bemessen wird, muss ein Entwurf Dutzende Mal bis in alle seine Einzelheiten durchgerechnet werden. Unzählige Varianten und Kompromisse sind möglich, aber nur ganz wenige von ihnen ergeben das Optimum. Eine Möglichkeit ist die, ein schon ungefähr in das Programm hineinpassendes Fahrzeug zu nehmen und es den genauen Anforderungen entsprechend zurecht zu frisieren. Dieses Verfahren wendete Ingenieur Jano bei den Alfa-Romeo-Wagen an. Der diesjährige Grand Prix Alfa Romeo Hinteraehspartie des Alfa Romeo-Rennwagens. Der Maserati-Aehtzylinder-Grand-Prix-Wagen, weise aufgeschnitten. Typ B wog ursprünglich bedeutend mehr als 750 kg und sein Motor leistete nur knapp über 200 PS. Durch eine raffinierte Abmagerungskur brachte man ihn bis auf zirka 725 kg hinunter, während seine Motorleistung durch Steigerung des Kompressionsverhältnisses und Ausbohren der Zylinder auf über 250 PS erhöht, sein Zylinderinhalt von 2654 ccm auf rund 3 Liter vermehrt wurde. Der nutzbare Maximaldrehzahlbereich des in seinen Grundzügen schon 1932 festgelegten Motors liegt bei 5000—6000 Touren. Zylinderblock und Zylinderkopf bestehen aus Leichtmetall, aussergewöhnlich grossbemessene Ventile geben dem Motor ein gutes Atmungsvermögen. Eine komplizierte Sonderheit des Wagens, die sich jedoch zu lohnen scheint, stellt der verdoppelte Hinterradantrieb dar. Statt dass der Antrieb über eine zentral angeordnete Kardanwelle zur Hinterachse verläuft, geht er über zwei vom Getriebe an schräg nach hinten auseinander laufende Wellen, zwei separate Hinterachswinkelgetriebe und ein direkt nach dem Wechselgetriebe eingebautes Differential. Der Gewinn? Der Lenkersitz der Monoposto-Karosserie kann einige Zentimeter tiefer angeordnet, die Karosserie also entsprechend niedriger und aerodynamisch günstiger gestaltet werden. Ob, wie oft angeführt, der teil- doppelte Hinterradantrieb, der übrigens eine Hinterachsbrücke aus Elektron aufweist, auch eine wesentliche Verbesserung der Strassenhaltung mit sich bringt, erscheint fraglich. Bei stehendem Start erreicht der Wagen nach einem Kilometer Fahrt eine Geschwindigkeit von 190 km/St., während seine Maximalgeschwindigkeit um die 300 km/St, herum betragen dürfte. * Itor P.Wacpn Aar Antn-TTninn der als einer der deutschen Vertreter schon so viel von sich reden gemacht hat, kann seiner Entwicklungsgeschichte nach als das direkte Gegenbeispiel des Alfa Romeo ausgesprochen werden. Mit einem einzigen kühnen Wurf wurde hier ein Werk geschaffen, das eben so leicht wie ein Erfolg ein Versager hätte werden können, wäre sein Schöpfer nicht ein so genialer Konstrukteur wie Dr. Porsche gewesen. Mit seinem hinten eingebauten 16 Zylinder-Motor, den unabhängig gefederten Rädern, dem 5 Gang^Qetriebe, der aerodynamisch hochwertigen Karosserie und rationellen Ratimverteilung zeigt der Wagen eine vollständige Abkehr vom konventionellen Rennwagenbau. Der Motor allein schon stellt ein Meisterwerk dar. Je acht Zylinder arbeiten auf eine gemeinsame Kurbelwelle. Beide Kurbelwellen sind jedoch im gleichen NO 62 Kurbelgehäuse untergebracht und durch Zahnräder miteinander verbunden. Die Steuerung der Ventile geschieht von einer zwischen den beiden Zylinderblöcken auf Zylinderkopfhöhe liegenden Nockenwelle aus durch wagrechte Stoßstangen. Hinter dem Motor ist stehend ein grosser Kompressor angeordnet, der von den Vergasern fertiges Gemisch ansaugt. Bei massiger Ausnützung seiner Leistungsfähigkeit soll der Motor, dessen Zylinderinhalt noch nie offiziell bekannt gegeben wurde, jedoch 3,3 Liter betragen dürfte, an die 300 PS abgeben. Direkt an den Motor sind die Kupplung und das Getriebe angeschlossen, von dem aus der Radantrieb durch die als Pendelachsen ausgebildeten Hinterachshälften geschieht. Der Hauptgrund, der Dr. Porsche zum Einbau des Motors im Wagenhinterteil bewog, war wohl der, den Luftwiderstand nach Möglichkeit zu verringern. Tatsächlich Hess sich die Karosserie dank dieser Anordnung nahezu mit der Schlankheit eines Fisches ausführen. Der Brennstoffbehälter ist direkt vor dem Motor im Wagenschwerpunkt untergebracht, so dass die Wagenstabilität durch seinen Füllungszustand nicht verändert wird. Vor dem Benzinbehälter sitzt, durch keine Kardanwelle beengt, ausserordentlich tief, aber trotzderr mit ausgezeichneter Sicht, der Wagenlenker. Der Kühler ist wie üblich in der Nase des Wagens eingebaut, weil er hier am besten von staubfreier Luft durchspült wird und klein ausgebildet werden kann. Die Abluft des Kühlers wird durch Kanäle sorgfältig wieder in den die Karosserie umfliessenden Luftstrom geleitet. Die ganze Karosserieform stellt nicht zuletzt das Ergebnis zahlreicher Modellversuche im Windkanal der Zeppelinwerft dar. . Karosserie Waönerei Schlosserei Saniere? Spenglerei O.K(/Sr£R£R Z0X/CH, Mit den bewährten Bernalastwagen können Sie laut Gesetz Wie soll der Automobilist von Ihnen und Ihren Fabrikaten wissen, wenn er nie von Ihnen hört? Lassen Sie die „Automobil-Revue" werben folgende Nutzlasten befördern: 7 t Nutzlast mit Berna-Kipper, « 6t Nutzlast mit Berna-Lastwagen, 1O t Nutzlast mit Rfipna-Lastynn Motorwagenfabrik Berna A.-G., Ölten

N» 62 — 1934 AUTOMOBIL-KEVUE Die neuen JEFlex^Ti.'wEi^j&xy tsWVVl Xsll»,"u.sexL Oben: Der Maserati von Etancelin mit abgehobener Motorhaube. Das wabenförmige Gebilde im Führersitz ist kein Ziegeleiprodukt, sondern die Unterseite des Schwammgummi-Sitzpolsters. Rechts: Vorderachspartie eines Maserati-3-Liter- Grand-Prlx-Wagens. Man beachte die Grosse der Bremstrommel, den dreifachen Friktionsstossdämpfer und ganz speziell den Windfangwinkel vorn auf der seitlichen Abdeckplatte der Bremstrommel, durch welchen die Kühlung der Bremse verbessert wird. Die Pneus sind zur Erhöhung des Gleitschutzes mit Sägeschnitten versehen. Rückansicht des Zoller-Wagens. Die Hinterachse ist wie beim Mercedes- und P-Wagen als Schwingachse ausgeführt, Das ganze Fahrzeug macht den Eindruck eines Kleinwagens. Links: Der Zoller-Zweitakt-TCnmnr&ssor-Motor, der bei nur 1500 ccm 200 PS entwickelt. n Der Zoller-Einplätzer von Tora. Die Vorderräder werden parallelogrammartig durch eine Querfeder und je eine Gelenkstütze geführt. Wies.enstrasse 7 tm6hon 27.82 n ZylmdefrMpit dem neue Widiastahl-Fein bohrwerk Keüenbe /-J E?npassön^und Einbau E. KUPFERSCHMID ftuto-Fourniturenen BERN Erlachstraise 7 Telephon 28.728 gros w itliche einschlägige/Arbeiten. Rundscbldi ., v^r» Kurbelwellen, Verpeii. Garantie, für.Jjjrhe • , ,;/- ;ri . „Präzisionsarbeit. Kürze lieferfristen. Massige ,Äise ; ' * • ; * ' VERTRETUNG DER RENOMOTOR AG., LAUSANNE