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E_1934_Zeitung_Nr.064

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Unser

Unser Motorfahrzeug-Aussenhandel Im Monat Juni und im II. Quartal 1934. Starker Rückgang der Importe, leichte Zunahme der Exporte. Im Juni beziffern sich die Importe auf total 4,47 (5,12) Mill. Fr. Der Minderwert stellt sich auf 656831 Fr., wobei die meisten Zollpositionen zu diesem Resultat beigetragen haben. Die Vereinigten Staaten haben 40,41 (42,36) Mill. Fr. unserer Bedürfnisse gedeckt. - Demgegenüber verzeichnen die Exporte eine leichte Erhöhung, und zwar von 1,173 auf 1,175 Mill. Fr. Deutschland, Frankreich, die Tschechoslowakei, Belgien, Spanien, Polen und Italien stellen in prozentualer Reihenfolge unsere besten Abnehmer dar. Während des II. Quartals.des laufenden Jahres stellt sich unser Aussenhandel auf 4138 (3475) Wagen und Chassis im Gewichte von 5,7 (4,71) Mill. kg und im Werte von 17,36 (18,81) Mill. Fr. Daraus ergibt sich eine Differenz von 663 Einheiten und eine Wertverminderung von 1,45 Mill. Fr. Das Importgeschäft verteilt sich auf 4085 (3431) Wagen im Werte von 13,83 (15,32) Mill. Fr. Stückmässig wurden somit 654 Einheiten im Gewichte von 765 238 kg mehr importiert, woge- 1 gen der Importwert um 1.46 Mill. Fr. zurückgegangen ist. Diese Entwicklung hängt vor allem mit der Preisreduktion des Stückgewichtes zusammen, und zwar beträgt dieses pro kg 2,83 Fr., gegenüber 3,71 Fr. im II. Quartal des Vorjahres. Untersuchen wir hingegen das Einfuhrvolumen, so ergibt sich eine Zunahme desselben bei allen in Betracht kommenden Zonkategorien,* mit Ausnahme der Karosserien und karossierten Traktoren, elektr. Apparate und Geschwindigkeitsmesser. Auf der Ausfuhrseite ist eine Erhöhung der Einheiten von 44 auf 53 Stück zu konstatieren, denen eine leichte Preiserhöhung von 3,49 auf 3,5 Mill. Franken entspricht. Auch im Exportgeschäft sind Preisnachlässe zu konstatieren, indem das Preisstückgewicht pro kg im II. Quartal des Vorjahres noch 5,94 Fr. betrug, gegenüber 4,28 Fr. in der entsprechenden Periode des laufenden Jahres. In proportioneller Hinsicht ergibt sich somit auf der Exportseite eine stärkere Verminderung des Ausfuhrpreises gegenüber dem stückmässigen Einfuhrpreis. Mengenmässig abgenommen haben die Kategorien Motorräder und elektr. Apparate. Wie die einzelnen Zollkategorien prozentual am Import- und Exportgeschäft während des II. Quartals im Vergleich zu demjenigen des Vorjahres beteiligt sind, geht aus nachstehender Zusammenstellung hervor: *) Liste der Zollkategorien: a) Motor-Zwei- und Dreiräder, ohne Lederüberzug (Position 913 a); b) Motor-Zwei- und Dreiräder, mit Loderüberzug (Pos. 913 b); e) Automobile und Chassis im Stückgewicht unter 800 kg (Pos. 914 a); d) Automobile und Chassis im Stückgewicht swiecben 800 und 1200 kg (Pos. 9Ub); e) Automobile und Chassis im Stückgewicht zwiv.ecben t2O0 und 1600 kg (Pos. 914 c); f) Automobile und Chassis im Stückgewicht über 1600 kg (Pos. 914 d); g) Karosserien aller Art für Automobile (Position 914 e); h) Elektrokarren (Pos. 914 f); i) Traktoren ohne Karosserie (Pos. 914 g); k) Elektrische Apparate zum Anlassen, zur Zündung, zur Beleuchtung und Fahrsicherung für Motorfahrzeuge und Fahrräder; Scheibenwischer und andere Apparate, sowie Teile von solchen (Pos. 924 c); I) Kilometerzähler für Motorfahrzeuge (Position 824 d). F E U I L L E T O N Bux. Zirkusroman von Hans Possendorf. (10. Fortsetzung) «Ich werde dir immer, immer schreiben, bis ich dich wiedersehe!» «Qui vivra verra!» murmelte Bux skeptisch. Von draussen wurde nach Bux gerufen. Es war Dhakjee. «Es ist besser, wir steigen jetzt aus,» sagte Bux. «Der Wagen wird jetzt auf die Lore geschoben und dann gleich mit der Lokomotive von der Rampe weggezogen.» Er sprang hinaus und half Fee aus dem Wagen. Brahma stand schon-bereit. Sofort erkannte er Fee und klappte wütend mit den Ohren. Bux zog sie schnell zur Seite. Dann rief Dhakjee dem Elefanten etwas zu, und Brahma schob vorsichtig mit der Stirn den schweren Wohnwagen auf die Lore — genau in die Mitte. Kein Mensch hätte korrekter und besonnener arbeiten können. «Wenn du mich jetzt nach dem Hotel bringst, verpasst du vielleicht den Abgang des Zuges,» sagte Fee leise. Sie schien völlig geknickt. «Das wäre auch nicht schlimm; ich fahre dann mit Zug drei.» Sie wendeten sich zum Gehen. Da fiel Bux ein, dass es besser sei, einen Stock mitzunehmen. Hier draussen beim « rreiluft »-Garage gestattet Wer seinen Wagen regelmässig nachts im Freien stehen Hess, um sich Garagekosten zu ersparen, hatte bisher auch in Deutschland früher oder später einen Bussenzettel zu gewärtigen, selbst wenn der stationierte Wagen niemand, stören konnte. Nach einer neuen Verfügung sind nun jedoch die Behörden angewiesen, nur noch dann einzuschreiten, wenn durch den freiluftgaragierten Wagen Behinderungen oder Belästigungen entstehen. Man wird höflich! Autofahrer können wirklich nicht behaupten, in den vergangenen Jahren von den Polizeibehörden — selbst bei kleineren, ungewollten Verstössen gegen die bestehenden Verkehrsvorschriften — besonders «zart» behandelt yyprden zu sein. Erfreulich festzustellen, dass es nun doch einmal anders zu werden scheint. Die Nürnberg-Fürther Polizei hat beschlossen, dass künftig jeder, der falsch parkt, einen humorvollen Ukas an das Auto geklebt erhält, der mit folgendem netten Vers versehen ist: Autofahrer, merke Dir, Du parkst an falscher Stelle hier, Hau ab und tu es nimmermehr, Du störst sonst Ordnung und Verkehr.» Man kann überzeugt sein, dass dieses höfliche «Parkverbot» sicher seinen Zweck nicht verfehlen wird. Die Lebensdauer eines modernen Pneus beträgt normalerweise etwa 40,000 km, diejenige von Lastwagenpneus sogar gegen 100,000 km. während noch in den Nachkriegsjahren 10,000 km Fahrtleistung mit einem Personenwagen-Pneu ein gutes Ergebnis darstellten. Ein grosser Anteil bei der Verlängerung der Pneu-Lebensdauer wird der vermehrten Anwendung von Baumwollgeweben an Stelle von Leinwandgeweben zugeschrieben. Tatsächlich soll sich der Baumwollverbrauch zur Reifenfabrikation in den letzten 20 Jahren um den drei- bis vierfachen Betrag erhöht haben. Autostrassen-Schnellfahrzeuge. Wie in Europa vornehmlich die deutsche Autotechnik, beginnt sich nun auch der amerikanische Autabau mit der Frage der Kotii" straktion besonderer Schnellfahrzeuge für ausgesprochene Autostrassen zu befassen. 1934 a 1,96 % b 0,10 % c 8,83 % d 37,10 % e 30,70 % t 19,31 % g 0,12 % h 0,005% i 0,10 % k 1,64 % 1 0,13 % Einfuhr 1933 1,76 % 0,07 % 7,94 % 41,31 % 28,98 % 17,54 % 0,20 % 0,001% 0,14 % 1,89 % 0,16 % 1934 4.44 % 0,007% 0,05 % 0,66 % 0,57 % 54,62 % 0,04 % Ausfuhr 1933 5,71 % 0,10 % 0,20 % 0,23 % 0,20 % 43,93 % 0,04 % 003 % 0,005% 38,94 % 0,64 % 49,00 % 0,58 % Was die Bezugsländer unserer Automobile anbetrifft, so ergibt sich, dass während des II. Quartals 1934 von den 3863 (3268) eingeführten Automobilen und Chassis 1657 (1487) aus den Vereinigten Staaten, 865 (811) aus AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N» istischer Allgemein dringt die Ansicht durch, dass auch die heutigen grossen Personenwagen nicht schnell genug sind, um die volle Ausnutzung moderner Autostrassen zu ermöglichen. « Autobahnen », wie sie gegenwärtig Deutschland baut, werden ohne weiteres Fahrgeschwindigkeiten von 150—200 kmjSt. und Durchschnittsgeschwindigkeiten von 140 bis 180 kmjSt. gestatten, Geschwindigkeiten also, welche die Mehrzahl der heutigen Gebrauchswagen nicht erreicht, geschweige denn auf lange Dauer auszuhalten vermag. Natürlich dürfte der Autobahnwagen der Zukunft nicht die Empfindlichkeit der heutigen Rennwagen aufweisen. Daimler baut Zeppelin-Dieselmotoren. Daimler-Benz hat dieser Tage einen Auftrag auf Lieferung von vier Rohöl-Flugmotoren für das im Bau befindliche Zeppelin-Luftschiff erhalten. Die Arbeiten für den Bau der neuen Motoren, die zusammen 4800 PS entwickeln, sind soeben in Angriff genommen worden, Personenwagenbetrieb mit Holzgas. Ein technischer Ausschuss des Deutschen Forstvereins prüft gegenwärtig eine neue Holzgas-Generatoranlage für Personenwagen, deren Gesamtgewicht nur noch rund 100 kg wiegt. Die Gewichtsverminderung gegenüber dem bisherigen System kommt dadurch zustande, dass statt des üblichen umfangreichen Reinigers ein Turboreiniger benützt wird. Mit einer Holzfüllung legte der zu den Versuchen benützte 3^-Liter-Fordwagen eine Strecke von 150 bis 180 km zurück. Eine neue englische Autostrasse. Anlässlich ihres Besuches in der Grafschaft Lancashire wurde vom englischen Königspaar die neue moderne Ueberlandstrasse, welche eine Verbindung zwischen Liverpool und Manchester herstellt, eröffnet. Diese Route ist mit einem Kostenaufwand von 3 Mill. Pfund Sterling erbaut worden. Auch Amerika kritisiert gefährliche Kühlerverzierungen. In der letzten Zeit hat auch in den Vereinigten Staaten eine Kampagne gegen Kühlerverzierungen eingesetzt; die bei Zusammenstös- 'sen gefährlich werden könnten. Von den Behörden wird die Frage des Verbotes derartiger* Ornamente bereits geprüft. Deutschland, 487 (541) aus Frankreich, 411 (257) aus Italien, 388 (145) aus Grossbritannien, 28 (5) aus Belgien, 26 (20) aus Oesterreich, 1 (0) aus Polen und 0 (1) aus Russland importiert wurden. Von diesen aus dem Ausland bezogenen Automobilen entfallen 24 Wagen in die Kategorie der wieder eingeführten Einheiten, indem sie seinerzeit zur Vornahme von Reparaturen nach den ausländischen Montagewerken verbracht wurden. Es betrifft dies 14 Maschinen aus Deutschland, 7 aus Frankreich, 2 aus den Vereinigten Staaten und 1 aus Polen. Auf die 12 Lieferantenstaaten verteilt, ergibt sich nach den einzelnen Zollkategorien folgende Einfuhrentwicklung. Westalrika Ver. Staaten Stück a 47 b c 228 d 655 e 49 f 33 g h i o k* D eutochuuid 91.17 7.65 1658.44 5632.44 874.57 1197.78 1.33 1.47 3.72 132.75 1 7.00 Oesterreich a 53 80.71 b 4.32 d 22 207.26 e 51.18 4 f 11.62 k 2.32 1 Frankreich a 10 18.92 b 1 5.10 o 22 145.86 d 290 2956.16 165 2170.71 10 415.60 g 5.31 ik1a 3 22.28 4.73 Italien 5 7.29 c 174 1254.42 d 164 1845.76 e 68 949.66 f 6 244.25 4.16 9.77 1 33 Belgien a 9 17.75 d 21 248.61 e 43 50.09 f 67.63 k 5.99 1 5 Niederlande 6.45 15 Grossbritannien 89 174.49 7.26 116 812.29 200 2138.89 68 995.01 4 130.88 2.28 29.81 17.55 2.23 Schweden 40 91 Polen 20.34 Tschechoslow. 1.94 Zunahme Abnahme f k a b o d e f g i k 1 f k f bkkac d e f f 6 16 657 785 199 12 16.01 130.67 7720.48 11567.37 4658.12 29.55 12 34.25 36 Wert in Fr. 68.221 3.768 423.223 1634.794 350.026 761.200 822 799 1.086 135.247 7.841 44.460 2.750 74.480 21.260 6.708 2.319 80 11.851 2.673 38.476 S79.438 548.029 218.983 1.673 30 26.579 3.940 6.837 481.002 637.079 485.900 138.615 1.602 9.866 1.298 11.683 72.060 13.350 24.105 4.562 100 2.067 246 119.054 2.953 244.817 538.045 232.201 77.199 1.358 12.662 18.075 3.875 ,201 820 3.050 1.530 995 190 8.783 36.372 1605.808 2603.740 1443.796 11.040 42 29.026 647 Tot* 3387.02" 152.057 1431.673 1762.189 125.86 2.313 1250.239 1.021 3.050 2.525,"., 190 k 1 5739.254 2. Quartal 1934 a 219 405.34 270.889 b 2 26.27 13.674 ... c 556 4001.68 1223.890" " d 1909 20749.60 5141.704 e 114316658.59 4254.506 f 255 6753.07 2675.924 g 42.63 16.495 h 1.47 799 i 1 33.68 13.820 k 226.86 227.925 1 14.70 17.78113857.407 408548913.89 2. Quartal 1933 a 157 356.11 270.335 b 2 19.80 11.071 0 536 3864.16 1215.698 d 1737 19190.82 6329.301 e 83512321.05 4440.543 f 160 5105.83 2686.835 g 1 63.99 30.322 h 28 184 1 3 59.70 22.017 k 256.71 289.988 1 23.06 24.87015321.164 343141261.51 654 7652.38 Fortsetzung 1463.7S7 siehe Seite 13. Güterbahnhof war die Gegend um diese Nachtstunde vielleicht nicht ganz sicher, und er hatte eine Dame zu begleiten. Er schloss nochmals seinen Wagen auf, kam mit dem Stock zurück und schritt mit Fee dem Ausgang des Bahnhofes zu. Fee fröstelte plötzlich und sagte: «Ich möchte etwas Warmes trinken. Vielleicht finden wir noch ein Cafe" offen.» — In der ersten Strasse trafen sie auf eine kleine Kneipe. Sie lag dem Güterbahnhof am nächsten, und ein paar Kutscher vom Zirkus nahmen dort schnell einen Trunk. Kaffee gab es nicht mehr; so nahm man mit Wermut fürlieb. . Als Bux und Fee vor ihren Gläsern an einem kleinen Tisch sassen, traten Jack Benson und der Chef der beim Zirkus engagierten Indianertruppe ein. Der Indianer grüsste Bux; Benson tat, als sähe er ihn nicht, setzte sich aber mit dem Indianer an den Nachbartisch und schielte verstohlen nach der fremden Dame hinüber. Da fuhr es dem Amerikaner wie ein Ruck durch die Glieder: Neben Bux lehnte an einem Stuhl ein eigentümlicher Stock von gelber Farbe mit einem dicken, lederüberzogenen Knauf. Benson musste sich abwenden, um seine Erregung zu verbergen. Dann schielte er nochmals hin: Kein Zweifel, es war der Stock, der in dem Prozessbericht beschrieben war — jene Mordwaffe, die nach der Behauptung von Bux spurlos verschwunden sein sollte! Und auf dem heuen Schweinsleder zeigten sich dunkle Flecken — Blutspuren! — Eine Minute nachdem Benson diese Entdeckung gemacht hatte, stand das Paar auf und verliess die Schenke. 11. Gleich nach der Ankunft des Zirkus in Rom begab sich Benson auf das Generalkonsulat der Vereinigten Staaten und verlangte den Generalkonsul zu sprechen. «In welcher Angelegenheit?» fragte der Sekretär. « Kann ich Ihnen nicht sagen; eine geheime Sache.» «Der Generalkonsul ist verreist. Sie könaber mit seinem Vertreter sprechen. Nach kurzem Warten wurde Benson zu einem jüngeren Herrn geführt. Der erkannte sofort in ihm den Mulatten und fragte nicht eben höflich nach seinem Begehr. «Ich bin amerikanischer Bürger. Hier bitte! » Benson reichte seinen Pass hin. «Ich bin hier bei dem deutschen Zirkus.» Der junge Amerikaner prüfte die Legitimation und gab sie zurück: < Gut. Was also? Haben Sie Differenzen mit der Direktion? » « Nein, es handelt sich um viel Wichtigeres. Bitte, lesen Sie dies!» Benson reichte dem Herrn die Nummer der New Orleans Times hin und deutete auf den Verhandlungsbericht. « Muss ich das alles durchlesen? » « Ja. Ich muss darum bitten.» « Setzen Sie sich doch so lange! » Mit nervöser Eile begann der Amerikaner den Bericht zu überfliegen. Allmählich aber wurde seine Miene gespannter und das Tempo der Lektüre langsamer. — Zehn Minuten waren wohl vergangen, als der Beamte das Blatt aus der Hand legte: < Nun also, was haben Sie mir zu sagen? » < Dieser Clown ist bei uns engagiert — dieser Herr Willibald Buchsbaum. Er nennt sich Willy Bux.» « Was geht uns das an? Er ist doch, wie hier steht, freigesprochen worden.» « Aber ich habe jetzt jenen angeblich spurlos verschwundenen Stock bei ihm entdeckt. Er stimmt genau mit der Beschreibung in diesem Bericht überein, und an dem Lederbezug des Knaufes sind Blutspuren.» « Sind Sie Ihrer Sache ganz sicher? » « Absolut! — Was geben Sie mir, wenn ich Ihnen den Stock hierherbringe? » Der Beamte überlegte ein Weilchen. Endlich sagte er: « Alles sehr interessant, Mister Benson; aber die Sache ist nicht so einfach, wie Sie denken. Wir müssen uns vorsehen, keine Fehler zu machen. — Ich werde die Angelegenheit mit dem Herrn Generalkonsul und mit unserem Rechtsbeistand besprechen. Kommen Sie, bitte, morgen um diese Zeit wieder. Und vor allem: lassen Sie zu keinem Menschen etwas verlauten! — Oder haben Sie etwa schon mit andern Artisten davon gesprochen? » « Mit keinem Menschen. » « Sehr gut. — Auf Wiedersehen also morgen! Und .vielen Dank vorläufig. » (Fortsetzung folgt.)

N°64 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE (Fortsetzung von Seite 1.) dieses miserable Sudelwetter den Organisatoren spielen musste. Unser Wagen surrte wie ein Motorboot über die vom Wasser knöcheltief überlaufenen Strassen dahin und Hess nach beiden Seiten ganze Fontänen aufspritzen. Weit und breit kein anderer Wagen, nur hie und da ein aufgescheuchter Dorfbewohner, der unter dem Schirm verkrochen vorbeieilte. Triefend nass hingen die Reklametücher der vielen Auto- und Benzinfirmen über der Strasse. Die Flüsse schössen braun und wild zu Tale, und an vielen Stellen verschwanden die Wiesen unter neugebildeten kleinen Seen. Die Reize des Glarnerlandes ertranken in dieser Sintflut, die alle Vorstellungen überstieg, und bereits wegen des drohenden Hochwassers bange Sorgen wekken musste. In Glarus tropfte es von den aufgehängten Fahnen. Die Wagenabnahme vom Samstag nachmittag auf dem Bahnhofplatz in Linthal Hess den Anschein erwecken, als hätte sich eine Schar Halbwilder zu seltsamem Tun vereinigt. Zum stundenlangen Ausharren rund um das kleine Häuschen, in dem die Kommissäre die Sportswagen in einer raschen Prüfung untersuchten und alle Lizenzen der Fahrer kontrollierten, taugten weder Regenschirm noch Regenmantel allein, so dass man die phantastischen Kostümierungen bewundern konnte. Mit Pelerinen, Galoschen, breiten Südwestern und Kosakenstiefeln wurde dem Nass gewehrt, das trotzdem unverschämt rasch ins Genick träufelte, die Schuhe zum Ouitschen brachte und an allen möglichen Stellen bis auf die Haut eindrang. Die Konkurrenten und Mechaniker rückten in den seltsamsten Vermummungen auf; bei der Fahrt von Springbrunnen braunen Wassers umrauscht. Dennoch hielt eine ganze Schar von Offiziellen, Fachleuten und Journalisten tapfer aus, so dass man manches bekannte Gesicht halb verborgen und vom Regen tropfnass überlaufen, entdecken konnte. Earl Howe hatte Schule gemacht: Viele Fahrer rückten mit breiten Regenschirmen an, unter denen sie frierend zusammengekauert sassen, und wenn sie schon zum Aussteigen gezwungen waren, dann Hessen sie den Schirm seinen Schutz zehnmal lieber über die Maschine als über die eigene Haut ausspannen. Auch in den späteren Abendstunden zeigte der Himmel kein Einsehen, und das war nun freilich schon schlimmer. Man versetzte sich in Gedanken nach Zürich und andern Orten, wo Hunderte von Sportsfreunden, bei denen der Klausen dick angestrichen im Kalender stand, verzweifelt zum neunundneunzigsten Male zum Himmel blickten und dann resigniert den Beschluss fassten: diesen Klausen sehen wir uns nicht an! Die tapferen Glarner, die keinen Regen scheuten und gedachten, wieder die Künste der Zürcher Verkehrspolizisten innerhalb ihrer Mauern zu bestaunen, wurden schwer enttäuscht. Wohl wies die Stadt einen deutlich spürbaren stärkeren Verkehr auf, allein mit früheren Klausen-Erstürmungen war das überhaupt nicht zu vergleichen. Die Hälfte der Wagen, die durch die Stadt «spritzten» trugen die Aufschrift «Komitee» oder «Presse», aber die grosse Schar der Unbekannten blieb aus. Statt der Menschenströme — Wasserströme! Und bereits rauschte die Linth so unheimlich durch die Nacht, dass man Schlimmes zu befürchten begann. Bedeutend mehr kamen die Linthaler während der ganzen Zeit auf ihre Rechnung. Sie brauchten gar keine neugierigen Zuschauer, sie hatten schon mehr als genug an ihren alten Freunden, den Rennfahrern, die sich dieses Jahr in besonders imponierender Zahl für einige Tage in dieses stille Tal verzogen hatten, das nun mit einem Schlage in den Brennpunkt des internationalen Sportinteresses rückte. Vergessen war die Sorge über den unheimlichen Kilchenstock, über dessen Leib braune Wildbäche zu Tal donnerten; jetzt galten die schnellen Herren aus Italien, England, Deutschland, Frankreich, die mit ihren farbigen Ungeheuern brüllend durch alle Gassen sausten. Immer wieder schlägt einem das bizarre Bild dieses Rennfahrerdorfes in den Bann, wo sich die rasende Neuzeit und die gemächliche Tradition treffen und einen seltsamen Bund eingehen. Neben den Kuhställen, in denen das Vieh brüllt, donnerten tagelang immer wieder die Motoren auf, und wie die Knechte sich um ihre Tiere bemühten, betreuten die Mechaniker die stählernen Untiere, die statt Gras und Heu nur kostbare Brennstoffe und reinstes Oel tranken. Man traf auf einem Bummel durch das Dorf die verblüffendsten Bilder. Vor einem Bauernhaus, an dem dicht daran die tobende Linth vorbeirauschte, stand vor einer grossen Scheune ein Ungetüm von Lastwagen mit der Aufschrift «Whitney Straight-Hamilton, Londons». Und gerade fuhr ein hochfeudaler englischer Sportwagen vor dieser Scheune vor, und Whitney Straights Kammerdiener in voller Livree entstieg ihm in Eile... Andere Fahrer bummelten gemütlich durch das Dorf, kümmerten sich einen Deut um das liebe Nass und Hessen ihre Mechaniker schalten und Die Resultate des X. Internationalen Klausen-Rennens für Automobile 1934 walten, die denn auch mit Argusaugen lauerten, wenn man es wagte, in eine dieser Scheunen oder Garagen einzutreten. Und dann kam es, wie man es geahnt hatte. Die berühmte Nacht des Klausens vom Samstag auf den Sonntag, die sonst zum Interessantesten dieser ganzen gewaltigen Veranstaltung gehörte, war vom gleichen Dauerregen durchrauscht, und ruhiger als sonst verbrachte das Glarnerland die grösste Nacht seines Jahres. Wohl waren es auch diesmal wieder Unentwegte, die dem Klausen die Treue hielten und trotz Nebel, Regen und Schnee in den Höhen den Besuch wagten. Aber. die lange, ununterbrochene Kolonne blieb diesmal aus, und es war mehr ein Tröpfeln von Autos und Motorrädern. Erst in den frühesten Morgenstunden schwoll der Strom merklich an, um dann einige Zeit hindurch fast gleiche Umfange wie in den Vorjahren anzunehmen. Aus allen Landesteilen kamen sie herbei, diese Treuesten der Treuen, mit verschlafenen, bleichen Gesichtern, die Wagen vollgestopft mit Tüchern, Proviant und Zeltdecken. Ja, auch die Motorradfahrer hatten das Wetter nicht gescheut, und jene Wackeren, die mit einer blaugefrorenen Sozia, vom Thurgau oder Graubünden kommend, morgens um 6 Uhr schon durch Glarus surrten, wurden von den Glarner Frühaufstehern mit ganz besonderem Lob bedacht. Da die Organisation in weiser Voraussicht schon in Glarus einen Kartenverkauf eingerichtet hatte, konnten diesmal die Stockungen auf ein Mindestmass verringert werden, und erst vor Linthal gab es einige Male kleine Störungen im reibungslosen Ablauf. Hier trugen allerdings mehr die Fahrer selbst die Schuld daran, die durch irgendwelche Ungeschicklichkeiten den gesamten Verkehr gefährdeten. tu Wertungsgruppe Konkurrent Fahrer Fabrikmarke [3Ü § Zylinderinhalt Zelt Bemerkungen K3 Bis 1100 ccm: 1100—1500 ccm: 1500—2000 ccm: 2000—3000 ccm: 3000—5000 ccm: Bis 1100 ccm: 1100—1500 ccm: 1500—2000 ccm: Ueber 2000 ccm: 1. 2. 3. 4. 5. 1. 2. 1. 2. 3. 4. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 1. 2. 3. 1. 2. 3. 4. 5. 1. 2. 3. 4. 1. 2. 1. 2. 3. 4. 6. 6. 7. 8. Gruppo Genovese, Genua W. Wustrow, Wien G. Mainardi, Genua H. E. Schumacher, Stuttgart E. Schneider, Zürich Graf Lurani, Mailand Mme Kozmian P. Rey, Carpentraa Scuderia Subalpina, Turin T. A. W. Thorpe, London J. Kessler, Schlieren R. Bahstrero, Genua P. Dusio, Turin H. Stuber, Bern L. Hartmann, Budapest V. Belmondo, Turin E. Eampinelli, Schaffhausen Gruppo Genovese, Genua W. Norden, Bozen A. Hörning, Bern Cornaggia Medici, Mailand P. Cocagne, Liege G. Strazza, Como E. Giussani, Mailand Cojas, Lyon Mathis S. A., Gennevilliers H. C. Hamilton, Great Bookham E. G. Burggaller, Berlin A. J. Cormack, Edinburgh Gruppo Genovese, Genua J. L. Ford, London F. Schmidt jun., Jägerndorf R. Malaguti, Bologna Miss Ellison, Great Shelford Graf Castelbarco, Mailand R. Steinweg, München R. Balestrero, Genua Daimler-Benz A.-G., Stuttgart Auto-Union A.-G., Zschopau Whitney Straight, London H. Ruesch, Zürich Scuderia Subalpina, Turin Delmo, Nizza Penn Hughes, Weybridge Officine Maserati, Bologna L. Beccana, Genua W. Wustrow, Wien G. Mainardi, Genua H. Schumacher, Stuttgart E. Schneider, Zürich Graf Lurani, Mailand Mme Kozmian P. Rey, Carpentras L. De'lla Chiesa, Turin T. A. W. Thorpe, London J. Kessler, Schlieren B. Balcstrcro, Genua P. Dusio, Turin H. Stuber, Bern L. Hartmann, Budapest V. Belmondo, Turin E. Rampinelli, Schaffhausen L. Battilana, Chiavari W. Norden, Bozen A. Hörning, Bern Cornaggia Medici, Mailand P. Cocagne, Liege G. Strazza, Como F. Malugani, Varese Colas, Lyon F. de Bremond, Gennevilliers H. C. Hamilton, Great Bookham E. G. Burggaller, Berlin A. J. Cormack, Edinburgh R. Toti, Florenz J. L. Ford, London B. Sojka, Brunn R. Malaguti, Bologna Miss Ellison, Great Shelford Graf Castelbarco, Mailand R. Steinweg, München L. Palmieri, Genua R. Garacciola, Stuttgart Hans Stuck, Berlin Whitney Straight, London H. Ruesch, Zürich M. Penati, Turin Delmo, Nizza Penn Hughes, Weybridge B. Tuffanelli, Bologna Sportwagen-Kategorie Fiat-Kompressor M. G.-Kompressor Fiat B. M. W. Derby-Kompressor Maserati-Kompressor Bugatti-Kompressor Bugatti-Kompressor Alfa-Romeo-Kompressor Frazer Nash Alfa Romeo-Kompressor Alfa Romeo-Kompressor Alfa-Romeo-Kompressor Alfa Romeo-Kompressor Bugatti-Kompressor Alfa Romeo-Kompressor Alfa Romeo-Kompressor Alfa Romeo-Kompressor Alfa Romeo-Kompressor Bugatti-Kompressor Alfa Romeo-Kompressor Bugatti-Kompressor Lancia Ford Hudson Mathis Rennwagen-Kategorie M. G. Magnette-Kompr. Austin-Kompressor Alfa-Kompressor Maserati-Kompressor M. G.-Magnette-Kompr. Bugatti-Kompressor Maserati-Kompressor Bugatti Maserati-Kompressor Bugatti-Kompressor Bugatti-Kompressor Mercedes-Benz- Kompr. Auto-Union-Kompr. Maserati-Kompressor Maserati-Kompressor Alfa Romeo-Kompressor Bugatti-Kompressor Alfa Romeo-Kompressor Maserati-Kompressor 33 33 4 4 1086 720 34 4 992 30/33 4 750 30 4 1088 34 4 1323 29 4 1492 30 8 1998 29 6 1747 34 6 1657 31 6 1747 33 8 2628 32 8 2628 33 8 2600 31 8 2492 32 8 2552 32 8 2330 33 8 2330 32/33 8 2628 32 8 2262 31 8 2330 30 8 2262 33 8 4277 30 4 3274 34 8 4150 34 8 3526 34 6 1087 34 4 748 34 4 1074 32 4 1085 34 6 1087 33 8 1493 34 4 1492 28 4 1492 33 4 1492 34 8 1988 32 8 1988 34 8 — 34 16 — 34 8 2984 33 8 2984 33 8 2628 32 8 2262 33 8 2628 34 8 2984 21.12,6 21.21,4 23.04,6 26.26,8 30.38,6 18.05,4 22.17,0 18.40,2 19.07,6 20.21,4 20.24,0 17.07,0 17.17,0 17.28,6 17.49,2 17.50,0 17.56,6 18.21,0 18.34,8 18.49,4 19.07,6 21.03,0 18.44,0 19.46,8 20.16,4 22.03,2 17.53,6 18.38,6 18.50,2 20.00,6 20.36,2 17.54,2 18.47,0 21.34,2 23.05,4 17.02,6 19.21,0 15.22,2 15.25,4 16.20,6 16.55,8 17.46,6 18.11,6 18.17,0 18.21,8 Neuer Klassenrekord Beste Zeit der Sportwagen. Neuer Klassenrekord. Neuer Klassenrekord der Klasse 750 ccm. Beste Damenfahrerin. Neuer absoluter Streckenrekord, beste Zeit d. Tages Zweitbeste Zeit des Tages. Bester Schweizerfahrer. Der Achtzylinder von höchster Vollendung und unübertrefflichen Leistungen: HUDSO Grosser Radstand • Nur 21 Steuer-HP • Sehr ökonomisch, ca. 18 Liier per 100 km • Schwingachse • Weiche, wirksame 4-Radbremse • Stabilisator C. SCHLOTTERBECK, AUTOMOBILE A.G., BASEL-ZÜRICH VERLANGEN SIE DIE ADRESSE UNSERES NÄCHSTEN VERTRETERS Ein vornehmer Wagen, mit wunderbarer, äusserst komfortabler Karosserie. Bei jedem Tempo geräuschlos und geschmeidig, auf schlechtester Strasse erschütterungsfrei. Beste Strassen- und Kurvenhaltung (Schwingachse und Stabilisator), spielend leicht zu steuern. In Acceleration und Steigvermögen viel stärkeren Wagen überlegen. Seine Qualität und Fahreigenschaften werden von keinem Wagen - gleich welcher Preisklasse - übertroffen. Eine Probefahrt überrascht den verwöhntesten Fahrer. 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