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E_1934_Zeitung_Nr.064

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N« 64 Der Jubiläums-Klausen im Bilde Das Gesicht des Fahrers nach dem Rennen. In diesen Physionomien der vier erfolgreichsten Konkurrenten spiegelt sich die Anstrengung, der Kraft- und Nervenaufwand wieder, die bei einem solchen Renaen vom Fahrer gefordert werden. Von links nach rechts: W Straight, der die drittbeste Zeit des Tages erzielte, hält sinnend Rückschau. R. Caracciola, der Held des Tages beisst immer noch fest die Zähne aufeinander, als läge er noch im Pf nen. H. Stuck ist ebenfalls noch ganz im Banne des Ereignisses. Drückt sein Gesicht nicht schon den ersten Zweifel aus, ob das Resultat wirklich ganz den Erwartungen entsprechen werde? R. Balsstrero, der Sieget der Sportwagen, ist offensichtlich mit sich und der ganzen Umwelt zufrieden, c Es wird schon klappen» mag er bei sich gedacht haben. Links: Ba'eetrero in vollem Schwünge. Rechts: Steinweg auf seinem Monopoeto. Kurventechnik und Fahrstil am Klausen H. R u e s c h auf der Geraden. B. S o j k a dreht nach der Kurve auf. Der erste Schluck. Ein solches Hennen macht warm. Dafür hat auch die Stadtpolizei Zürich Verständnis, die an der Streckenbcwachung hervorragenden Anteil nahm. Ein Vertreter der Hermandad reichte Eier RampinelH seinen Vespertrunk, der sich einen herzhaften Schluck zugute kommen läset. Die Preisverteilung. Von links nach rechts: Auf der zweiten Bank sitzt zuvorderst Caracciola, der nun auch wieder auf die Pflege des Aeusseren bedacht sein darf. Daneben Dr. ing. Porsche und durch den Siegerkranz fast verdeckt Frau Stuck, eine treur 'in i fachkundige Kameradin ihres Hans. Auf der vordersten Bank ist Ing Walb, der Rennlciter der ^to-Union, eben in die Betrachtung der seinem Schützling zugekommenen Trophäe versunken. Neben ihm H. Stuck, der sich wohlig auf der Bank rekelt und aufmerksam den Worten des Rennleiters lauscht.

II. Blatt BERN, 7. August 1934 N°64 II. Blatt BERN, 7. August 1934 Teefan. Rundsthnu Technische Betrachtungen zur 2000-km-Fahrt Die Strecke Genf—Rorschach misst 975 km, die Strecke Basel—Chiasso 330 Kilometer. Ein Automobilist, der eine dieser beiden schweizerischen Diagonalen in einem Zug hinter sich bringt, wird meist nicht gerade das Gefühl einer alltäglichen Spazierfahrt haben. Was bedeuten aber die paar hundert Kilometer ge- Glanzleistung verzeichneten die Kleinwa- und mittelgrossen Fahrzeuge vielfach gen die 2000 Kilometer Distanz, die esgen kürzlich an der Deutschlandfahrt zu absolvieren gab! Und doch wurde die deutjenigen der grossen Kanonen zurück tra- Durchschnitte, die nur wenig hinter densche Monstrefahrt selbst von zahlreichen ten. 91 km/St, erzielte der absolute Sieger, Wagen der kleinsten Klasse anstandslos Bernet, auf 5-Liter-Mercedes-Kompressorerledigt. Lässt man bei uns dem Wagen «Autobahn-Kurier». Was zwischen diesen einmal die Zügel schiessen, so erreicht Klassen an Wagengrössen figurierte, kam man, wenn's gut geht, einen Stundendurchschnitt von fiO km. Tank-, Verpflegungs- und Reparaturhalte inbegriffen, hatten aber an der deutschen 2000-km- Fahrt die kleinsten Wagen einen Mindestdurchschnitt von 64 km/St, aufzustellen, die grossen Wagen gar einen solchen von 88 km/St. Ohne eine hervorragende Strekkenorganisation wären solche Durchschnitte schlechterdings unmöglich ge%vesen. Aber auch bei freier Strecke mussten sie ungeheure Anforderungen an die Fahrer und das Fahrmaterial stellen. Man bedenke, dass der Streckenverlauf Strassenstücke verschiedensten Charakters in Bich schloss und dass der Parcours durch seine Länge eine Rekognoszierung oder gar ein Training fast unmöglich machte. Legt ein Ferienfahrer 2000 km zurück, so tut er das in mehr oder weniger gemächlichem Bummeltempo, richtet seine Fahrweise den Schwierigkeiten entsprechend ein, hat aber jedenfalls immer die Möglichkeit, kleine Mängel in aller Ruhe zu beheben und von Zeit zu Zeit nach dem Rechten zu sehen. Auf der deutschen 2000- km-Fahrt dagegen musste jede Störung für den Konkurrenten einen kaum wieder einzubringenden Zeitverlust, vielleicht sogar den Ausfall bedeuten. Dass trotzdem die Ausfälle prozentual so gering blieben, stellt den besten Hinweis für den Hochstand der modernen. Automobilkonstruktion dar. Ganz hervorragend haben sich vor allem, wie übrigens bereits an der noch viel ungeheuerlicheren italienischen 6000-km- Fahrt, die Kleinwagen gehalten. Dass ein Fiat-Balilla-Sportwagen von nicht ganz 1000 ccm Zylinderinhalt über eine solche Strecke einen Durchschnitt von 83,4 km/St, herauszubringen vermag, hätte selbst der grösste Optimist niemals anzunehmen gewagt. Abgesehen von dieser Eine neue Vorrichtung zum Beladen von Lastwagen. Schwere Güter, Maschinen, Fässer, grosse Kisten auf einen Lastwagen zu bringen, wenn Hebevorrichtungen, Rampen und dgl. fehlen, ist sicher keine Kleinigkeit. Oft genug hört man dabei nicht nur von einer Beschädigung der Güter, sondern auch der Menschen, deren Kraft für derartige Transpörtarbeiten nicht ausreicht. Das Bestreben, den Güterverkehr schneller und beweglicher zu gestalten, verlangt daher notwendigerweise eine zweckmässige Lösung des Be- und Entladens von Lastwagen, die sich mittels der sogenannten Ladeechwinge finden lässt. An dem Drehbolzen der Hinterwarid des Lastwagens wird ein portalähnlicher Bügel angebracht, der eich um seinen Drehpunkt von aussen bis hinein in >den Wagen schwingen lässt. Dieser Bügel ist nun weiter nicht« als der AMI eines Kranes, an den die Last angehängt, mittels einer Winde hochgezogen und dann in den Wagen geschwenkt wird, wo sie mit der Winde wieder heruntergelassen wird. Im Fahrtzustand steht der Bügel senkrecht im Wagen, so dass er praktisch keinen Platz in Anspruch nimmt. Handelt es sich um sehr höhe Ladegüter, so kann man den Bügel teleskopartig ausziehen. Daraus ergeben sich aber noch andere Anwendungsmöglichkeiten, nämlich das Beladen von Anhängern oder anderer Fahrzeuge, im Reparaturbetrieb das Ausbauen eines Motors, bei Unfällen das Abschleppen der Wagen usw. zeug gleich schnell, hergab ist sogar deutlich der Kleinwagen im Vorteil. Bei den langen Nachtstrecken wiederum war die Maximalgeschwindigkeit grösstenteils aber vielfach bei weitem nicht an den Durchschnitt des Fiat-Fahrers Bigalkes heran. Ohne die Erfahrungen früherer ähnlicher Anlässe hätte man annehmen können, dass der schwere Wagen über bedeutend grössere Chancen verfügt. Es fährt sich in ihm doch viel komfortabler. Dem Gefühl nach sollte man annehmen, dass der Mechanismus hier weit weniger ausgenützt und beansprucht wird, so dass man von ihm auch eine grössere Zuver- durch das Sehvermögen begrenzt. So blie- den schweren Wagen als Gelegenheit lässigkeit erwarten könnte. Aber das Ge-befühl trügt. Wenn der Kleinwagen auch zur Verbesserung ihres Durchschnittes mehr holpert und springt, so lässt er sich eigentlich nur die verhältnismässig selte- doch vom Fahrer viel leichter handhaben, nen, langen Geraden, auf denen sie ihre er setzt also schon dessen physischen Leistungsaufwand herab. Für viele Organe ten. Aber selbst dieser Vorteil wurde Spitzengeschwindigkeiten entfalten konn- des Mechanismus ist ausserdem im Gegenteil beim Kleinwagen die Beanspruchung Tanken zum Teil wieder aufgehoben. durch die Notwendigkeit zu häufigem weit weniger schwer, so z. B. für die Reifen, für die Bremsen, für die Uebertra- Durchschnittsgeschwindigkeit, so hatte Wenn vielleicht auch nicht in der gung. Die 2000-km-Fahrt hat deutlich gezeigt, dass selbst die grössten Kanonen so lange Strecke eine merkliche Ueberle- man sicher den grossen Wagen auf eine nicht wesentlich schneller waren als die genheit an Zuverlässigkeit zugebilligt. Kleinwagen, solange die Strecke in gebirgigem Terrain verlief oder sonst stark mit Prozentual waren die Ausfälle gerade bei Aber auch damit war es nicht weit her. Hindernissen gespickt war. Was sie jenen den kleinsten Wagen weitaus am niedrigsten und betrugen 35 %, während in der gegenüber vielleicht an Beschleunigungsvermögen voraus hatten, verloren sie wieder an Bremsfähigkeit. Die Kurven nen waren. Die Gruppe der Wagen bis grössten Klasse 85 % Ausfälle zu verzeich- nimmt das schwere und das leichte Fahr- 1500 ccm wies 43 %, die Gruppe bis 2000 | ccm 44 %, die Gruppe bis 3000 ccm 51,5 % [ und die Gruppe bis 4000 ccm 87 % Ausfälle auf. Diese Ausfälle hatten allerdings vielfach nicht mechanische Unzulänglichkeiten als Ursache, sondern ergaben sich als Folge des Ueberschreitens der vorgeschriebenen Zeitmargen. Der Hauptzweck der Veranstaltung war natürlich der, der beteiligten Industrie Anhaltspunkte für eventuelle Vervollkommnungen zu geben. Es zeigte sich jedoch, dass sozusagen keine typischen Defekte auftraten. Ueberhitzung, Motor- und Getriebeschäden, versagende elektrische Anlagen, Federbrüche, Defekte an Rädern, Kolben, an der Lenkung, an der Benzinleitung und am Benzinbehälter, Magnet- und Zündkerzenstörungen, Dichtungs-, Wasserpumpen- und Benzinpumpendefekte folgten einander regellos. Auch die so oft verdächtigten Schwingachsen haben nicht etwa eine besonders grosse Empfindlichkeit gezeigt. Eine eindeutige Erfahrung, die sich manche Langstreckentouristen zunutze Ob schöne oder vernachlässigte Strassen, nasse oder schlüpfrige Wege, stets bietet der zuverlässige mit seinem ausgezeichneten Gleitschutz VOLLKOMMENE SICHERHEIT MAX HUNZIKER, ZÜRICH 4 Stauffacherstrasse 41 - Telephon Nummer 39.122 General-Vertreter für die Schweiz der PNEUMATIK FISK