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E_1934_Zeitung_Nr.069

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BERN, Freitag, 24. August 1934 Nummer 20 Cts. 30. Jahrgang - N° 6fl ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint jeden Dienstag und) Freitag ' Monatlich „Gelbe Liste" Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jahrlieh Fr. 10.— REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenralnstr. 97. Bern Ausgabe B (mit Unfallversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50, jährlich Fr. 30.- Telephon 28.222 •-• Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Ct*. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Ct». Grössere Inserate nach Seitentarif. Inseratensehlnss 4 Tage vor Enehetnen der Nummern Steuerprobleme im Motorfahrzeug-Verkehr Eines nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Ausland zu den umstrittensten Steuerproblernen zählendes Gebiet ist unzweifelhaft dasjenige der Automobilsteuern. Ueberall sind Bestrebungen im Gange, um teilweise eine Auflockerung der Motorfahrzeugsteuern zu erreichen, und zwar nicht nur zwecks Entlastung der Steuerträger, sondern vielmehr noch zwecks zukünftiger Belebung der Verkehrswirtschaft und aller damit verbundenen Erwerbszweige. Zweifellos sind viele, aus den Taschen der Automobilisten herausgeholte Gelder kaum mit dem Prinzip der Steuergerechtigkeit vereinbar, was sich schon aus den teilweise willkürlich gehandhabten Steuermethoden, ergibt. Es ;st denn auch nicht verwunderlich, wenn zur Ze;t in manchen Kantonen grosse Anstrengungen im Gange sind, urr entsprechend den wirtschaftlichen Schwierigkeiten etwelche Steuererleichterungen herbeizuführen. Grosse Hindernisse stehen aber diesen Bestrebungen deswegen entgegen, weil durch die über den Benzinzoll eingeführte Doppelbesteuerung und überhaupt aus allen auf verkehrspolitischem Gebiet in einem Bundesstaat sich ergebenden Steuer-Rivalitäten eine Konkurrenz zwischen den verschiedenen Nutzniessern nicht zu vermeiden ist. Um aus (tem- Chaos der schweizerischen Steuerverhältnisse eine grundsätzliche vBeurteilung der ganzen Nfeter:e zu erhalten, :nüSr; sen wir einerseits die. Eigerartigkeit di»er ; Steuerform und anderseits- iie in Ländern mit ; dichterem Strassenverkehr gemachten Erfahrungen berücksichtigen. Als wichtigste Frage ist diejenige nach der Höhe des Gesamtaufkommens der Automobilsteuer zu beurteilen, d. h. wie hoch diese unter den heutigen Verhältnissen angesetzt werden soll. In dieser Hinsicht hat man nicht nur bei uns, sondern auch in andern Ländern des Kontinents, gemessen an der Verkehrsentwicki'ing Amerikas, Wege eingeschlagen, die als falsch bezeichnet werden müssen. Währen! die Besteuerung des europäischen Mofoifahrzeug- Verkehrs zunächst als eine Art von Luxussteuer zwecks Auffüllung der Staatseinnahmen geschaffen wurde, und auch heute vielfach noch keine bestimmten Bindungen c'afür bestehen, wonach das Steueraufkommen für die Verbesserung der Strassen zu verwenden sei, ist seinerzeit in der Union die Steuer ein- F E U I L L E T O N Bux. Zirkusroman von Hans Possendorf. (15. Fortsetzung) Cilly hatte sich heute besonders beeilt. In zehn Minuten war ihr Morgenbesuch im Stallzelt erledigt. Dann begann der Schulunterricht, der heute auch abgekürzt werden musste. Kurz nach elf Uhr schloss ihn Bux und sagte: «So, nun lauf schnell zu Frau Pantini und lass dir dein Kostüm geben! Schminken tu i c h dich, denn das letztemal, in Graz, hast du dich so angeschmiert, dass man dich eher für einen Clown als für eine indische Prinzessin hätte halten können!» Beim Umzug hatten natürlich alle Artisten und Bereiter und alle dafür geeigneten Tiere mitzuwirken. Von Buxens Tieren war allerdings nur Brahma dazu geeignet. Anton und Gretchen waren zu schwerfällig für so lange Märsche. Ali und Mohrchen waren bei der Grossartigkeit dieses zwei Kilometer langen Zuges nicht repräsentabel genug. Judith, Teddy und Moritz kamen als .gemeingefährlich' natürlich nicht in Frage. In den Strassen staute sich bereits eine nach Tausenden zählende Menge, und der 7\ : .stand schon längst in Marschordnung iui dem Zirkusgelände bereit, als Direktor zig und allein nur für diesen Zweck geschaffen worden. Daneben haben die Vereinigten Staaten noch weitere Beträge für den Strassenbau bereitgestellt, ein Umstand, der weitgehend die amerikanischen Automobilistenkreise «mit der Besteuerung ihrer Fahrzeuge befreundete. Auch die weitere Lehre der amerikanischen Verhältnisse, dass nämlich das Geld für die Anlage von neuen Strassen nicht aus Steuereinnahmen, sondern aus langfristigen Anlei* hen zu beschaffen sei, verdient; bei uns etwas stärkere Beachtung. Mit der Zeit hat sich dann auch in einigen europäischen Staaten die Auffassung durchgesetzt, wonach dieV.erwenwendung der Automobilsteuern zur Verbesserung der vorhandenen Strassen das beste Mittel sei, um den Automobilverkehr zu heben. Jedem Besitzer eines Automobils wird zudem die Berechtigung einer solchen Steuer einleuchten, sofern er sich vergegenwärtigt,