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E_1934_Zeitung_Nr.066

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18 AUTOMOBIL-REVUE Die

18 AUTOMOBIL-REVUE Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Zwischen Zürich und Winterthur liegt Neuerdings sehr beliebter Ausflugsort, an der alten Heerstrasse. Im neurenovierten, in Mitte der Ortschaft gelegenen r inden Sie^das Ziel Ihrer Wünsche; schöne und heimelige Lokalitäten aller Art. Flotte Bedienung. Eigene Metz»erei. Billige Preise. Spezialitäten: Bauernbrot, Speck und Schinken, Negerwürste. Kalte -und warme Speisen zu jeder Tageszeit. (Güggeli auf vorherige Bestellung.) Für Hochzeitsund/Vereinsanlässe- bestens empfohlen. Ruhiger Ferienort: Pensionspreis von Fr. 6.50 an. ff. Weine in grosser Auswahl. Kellerbesichtigung empfohlen. Benzintankstelle. Oeldepot. Fachm. Autohilfe am Platze. Höflich empfiehlt sich E. Gujer, Mitglied des T.C.S. Tel. Nr. 935.160. Minwil Zürcher Oberland. Rendez-vous der Automobilisten. Bestbekannt für Küche und Keller. Spez.: Güggeli u. 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Auf Grund jahrelanger Erfahrung empfiehlt man neuestens dieses Volksheilmittel — das Holzfällern und Köhlern besonders bekannt ist — bei Verletzungen, Eiterungen und Geschwüren, die dadurch mit gutem Erfolg zu heilen sind. Wie prüft man Samen auf Keimfähigkeit? Um diese Frage innerhalb weniger Stunden zu beantworten, legt man z. B. Saatkörner in eine schwache Lösung von Anilinfarben. Die keimfähigen Samen verfärben sich in ihr nicht, nur bereits abgestorbene nehmen Farbstoffe aus der Flüssigkeit auf. Gibt es ausser dem Koffein auch noch andere Gifte im Kaffee? Im Kaffee ist ausser dem Koffein eine Säure enthalten, die sogenannte Cih'lorogensäure, von der vielfach angenommen wurde, dass sie die schädliche Wirkung des Koffeins erhöht. Eine neue, sehr eingehende Untersuchung hat aber ergeben, dass die Säure in den geringen Mengen, in denen sie im Kaffee enthalten ist, keinerlei schädliche Wirkung ausüben kann. Ultraviolett bestrahlte Milch hält sich länger. Milchproben, die ultravioletten Strahlen ausgesetzt wurden, wiesen eine bedeutend geringere Bakterienzahl auf als gewöhnliche frische Miloh. Nach neuen Ergebnissen fand man, dass sich bestrahlte Milch sieben Stunden länger hält als unbestrahlte, da die Säurebildung durch die ultravioletten Strahlen gehemmt wird. Kühlt oder wärmt ein starker Luftzug? Allgemein hört man, dass er kühlt, aber der Fall ist gerade umgekehrt — ein starker Luftzug erwärmt ein festes Hindernis, auf das er stösst. Die Reibung der Luft erzeugt an einem festen Körper eine Temperaturrhöhung, die im Quadrat der Geschwindigkeit des Luftzugs wächst. Da also die Reibung der Luft ein Thermometer erhitzt, lässt sich die Temperatur eines Luftzuges schwer messen. Press-Kaffee. Frisch gerösteter Kaffee enthält grosse Mengen von Gasen, die im Laufe der Lagerung entweichen. Verschliesst man den Kaffee in luftdichten Gelassen, so können diese durch Druck der frei werdenden Gase geprengt werden. Mit den Gasen entweichen wichtige Aromastoffe, und man gibt den Gasen die Schuld daran, dass gerösteter Kaffee so schnell sein Aroma verliert. Es wurde nun festgestellt, dass man durch hohen Druck 90 Prozent der Gase austreiben kann, ohne dass zu gleicher Zeit Aromastoffe verlorengehen. Bei diesem Verfahren werden die Kaffeebohnen breitgequetscht und nehmen die orrn kleiner, flacher Plättchen an. In diesem 1934 - NO 66 Zustande soll der Kaffee in luftdichten Gefässen zwei Jahre lagern können, ohne dass das Aroma verlorengeht. Denkarbeit erfordert mehr Blut. Um nachzuweisen, dass beim Denken ein Blutstrom zum Gehirn stattfindet, bediente sich Prof. Dr. Person einer besonderen Waage. Es wurde eine Person auf ein Brett gelegt und der genau ausbalancierte Schwerpunkt durch eine scharfe Kante gestützt, so dass der Waagebalken leicht zu bewegen war. Musste die Versuchsperson Rechenexempel lösen, so sank das schwerer gewordene Kopfende nach unten, war dagegen die Beinmuskulatur kräftig anzuziehen, so erfolgte ein Ausschlag nach der entgegengesetzten Seite. Wasser «frisst» Stahl. Besonders stark werden die Metalle in Dampfturbinen beansprucht, wo sie hohe Temperaturen und Drucke aushalten müssen. Man prüft die Metalle heute in der Weise auf ihre Widerstandsfähigkeit, dass man auf eine sich sehr schnell drehende Metallscheibe einen Wasserstrahl unter hohem Druck lenkt; er nimmt das Metall weg wie eine Stichflamme. Rostfreier Stahl ist in 2 bis 3 Minuten weggefressen, bei nitriertem Stahl, der fast so hart wie Diamant ist, dauert es 20 Minuten. Trinkwasser wird durch Wein entkeimt. Nach französischen Untersuchungen besitzen gewisse Bestandteile des Weins die Eigenschaft, freies Chlor zu binden und in organische Verbindungen überzuführen, die ungiftig sind. Die Forscher empfehlen daher, verdächtige Trinkwasser so zu entkeimen, dass man dem Wasser eine ganz geringe Menge Chlor beifügt und nach kurzer Zeit etwas gewöhnlichen Wein hinzugiesst. Dadurch wird der schädliche Ueberschuss vc^> Chlor zerstört, und man erhält einwand freies Trinkwasser. Blattläuse werden mit Oel bekämpft. Nach Versuchen von Balakowski sind Pflanzenöle — wie Erdnuss- und Olivenöl — in Verbindung mit stark verdünnten Seifenlösungen sehr wirksam gegen die verschiedensten Arten von Blattläusen. Die Flüssigkeit vernichtet fast augenblicklich diese Schädlinge, selbst bei Anwendung einer Konzentration von nur 0,5 % Oel. Eine Schiene gegen Schreibkrampf hat ein Spezialarzt konstruiert und, nachdem sie ihm selbst gute Dienste geleistet hat, auch in den Handel gebracht. Dabei wird der Dau« men vollständig von der Schreibbewegung ausgeschaltet. Man schreibt also mehr mit dem Unterarm. Bei einiger Uebung werden die übliche Schnelligkeit und Schönheit der Schriftzuge erzielt. ZUG. Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R.Wagners CHTouring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T.C.S. Weekend- Fahrt ins Zugersee C*j5fcl#l I Gutbürgerliches Haus. - Heimelige Lokalitäten. - Vorzügliche Küche W^ und Keller. Tel. 114. K. Besmei-Nüssbaumer. T.C.S. A.C.S. am :rsee Pension Fr. 7.50—8.50. Behaglich u. ruhig. Ideales Strandbad. Grtisser Seegarten. Prospekte. Der neue Besitzer: - Ernst Infanger. ZUG Weekend-Arrangements. Tel. 624. Bären Zugerberg Gutgeführte Hotels. Pensionen und Kinderheime. Auskünfte und Prospekte durch das kant. Verkehrsbureau Zug. Unterägeri für Ferien- und Kuraufenthalt. Gut geführte Hotels und Pensionen, und^9^^ Ueber ein Dutzend Kinder-Kurhäuser. Prospekte Auskunft durch das Verkehrsbureau Unterägeri, Telephon 4 flhAräffPri %P00Vl Höllgrotten BAAR Walchwil Hotel Kurbaus Gottschalkenberg, 1150 m u. M. Fr. 3.-. Mittagessen ab Fr. 3.50. tl. Weine. 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Das Boot, in dem er zusammen mit einem Arbeitsgenossen fuhr, geriet in einen Wirbel von Baumstämmen und wurde mitten im Strome umgeworfen. Sein Gefährte konnte sich noch auf einen Felsen retten, aber Johansson wurde von dem Wasserstrudel in die Tiefe gezogen. Hätte er seinen Kopf aus dem Waser gesteckt, so wäre er sicher von den dahineilenden Baumstämmen zerschmettert worden. Johansson durchschwamm die Stromschnellen unter Wasser auf einer Strecke von 200 Meter. Als er in das stille Gewässer unterhalb der Stromschnellen gelangt war, tauchte er an die Oberfläche emor und 'erreichte erschöpft, aber wohlbehal- :en das Ufer. Die den Unfall sahen, hielten hn schon für verloren und betrachteten seie Rettung als ein wahres Wunder. Nur einige Tage darauf fuhr Johansson mit zwei anderen Arbeitern aus, um einen Draht über den Fluss zu spannen. Das Boot wurde von einem mächtigen Wasserwirbel ergriffen, der straffe Draht brachte es zum [Centern und die Insassen stürzten ins Was- ;er. Trotzdem gleich vom Ufer Rettungsversuche unternommen wurden, ertranken die beiden Gefährten, nur Johansson hielt sich solange an einem Ruder fest, bis die Kameraden ihn erreichten und aufs Trockene brachten. tia. in Gespenst springt aus dem Fenster. Ein eigenartiger Vorfall, der den Psychoogen und denen, die sich dafür halten, wieder einmal etwas zu «kauen» gibt, trug sich kürzlich in London zu. Strassenpassanten in einer belebten Gegend hörten plötzlich eine junge Dame auf dem Trottoir einen Schreckensschrei ausstossen, worauf sie ohnmächtig umsank. Irgendeine Ursache für das seltsame Verhalten des jungen -Mädchens war nicht zu entdecken. Man brachte die Bewusstlose in eine Apotheke, wo sie allmählich wieder zu sich kam. Ueber die Ursache ihres Schreckens befragt, erzählte sie, sie sei nach dem Mittagessen die Strasse entlang gegangen und habe plötzlich gesehen, wie eine Frau sich aus dem Fenster eines hohen Hauses stürzte und unmittelbar vor ihren Füssen zerschmettert liegen blieb. Ueber diese «Geistererscheinung» habe sie sich so erschreckt, dass sie das Bewusstsein verlor. Merkwürdig wird diese Begebenheit besonders durch die Tatsache, dass vor VA Jahren an derselben Stelle und zur gleichen Tageszeit eine Frau Selbstmord begangen hatte, indem sie aus dem Fenster sprang. Eine verrückte Wette. Zwei Bauernburschen des Dorfes Prjepokova (Jugoslawien) wetteten kürzlich am Morgen nach einem Tanzvergnügen um eine Schweizer Taschenuhr für den, der die meisten rohen Hühnereier hintereinander auszutrinken vermöge. Das verrückte Vorhaben wurde vor versammeltem Dorf ausgetragen, wobei es ein Bewerber auf 41 Eier brachte, bevor er bewusstlos zusammenbrach. Die Uhr aber, die man in einem offenen Kästchen zur Schau gestellt hatte, war während der allgemeinen Spannung und Aufmerksamkeit spurlos verschwunden.

No 66 - 1934 Tourismus Schönes — unbekanntes Frankreich (Fortsetzung aus «A.F.» Nr. 65.) Etwa 30 km südlich von Montelimar führte uns der Weg über die Rhone. Jahrhundertelang war die in wuchtigen Bögen über den hier schon stattlichen Strom setzend« Brücke der einzige feste Uebergang über die Rhone auf dem fast 500 km messenden Lauf zwischen Lyon und Avignon. Dazu ein wohlbewachter Uebergang. Denn drüben dräuen heute noch die Befestigungen des Pont St-Esprit, der dem kleinen Städtchen an seinem westlichen Brückenkopf den Namen gab. Hier ist auch noch die streitbare eglise fortifiee, ein seltsames Gemisch von Kirche und Festung, tadellos erhalten, zu sehen. Man darf sie sogar photographieren. Oder hat mich bloss niemand erwisch*? Unerwartet steigt die Strasse wieder an und trägt uns hoch hinauf, durch Rebgelände, dann durch niedere Haine, schliesslich über eine baumlose, steppenartige Hochebene zum tiefeingeschnittenen Tal des Gard. Von Remoulins führt eine bequeme Strasse direkt zum berühmten Pont du Gard (330 km von Genf). Wenn Sie aber je dort hinunterkommen, dann scheuen Sie den Umweg von einigen Kilometern nicht und fahren Sie herseits die Strasse gegen Uzes; es lohnt sich. Prächtig ist der Anblick des Aquädukts, dem Sie sich in weitem Bogen langsam nähern, der hinter einer Böschung wieder verschwindet, um dann plötzlich in seiner ganzen Grosse vor Ihnen zu stehen. 41 km weit her haben die Römer, aus ergiebigen Quellen der Cevennen, ihr Wasser nach Nimes geleitet, und der Pont du Gard ist das grandiose, turmhoch über das fast 300 m breite Tal des Gard gespannte Stück dieser gigantischen Wasserleitung. Wir fahren über die an den ^Fuss des Aquädukts gelehnte moderne Strasse zum andern Ufer, klettern an der steilen Böschung empor, staunen ob den riesigen Quadern, die Stück auf Stück getürmt, ohne Mörtel, zu Bögen ausgeschwungen, in drei Galerien übereinander, ein gigantisches Fundament für die unscheinbare 50 m hoch über den Abgrund geleitete Wasserrinne bilden. Seit den Zeiten der Römer bis in unsere Tage sind keine Brücken von solcher Kühnheit geschlagen worden. Dass die Römer sie schon mit ihren primitiven technischen Hilfsmitteln auszuführen vermochten, muss uns mit höchster Bewunderung erfüllen. Um so mehr als hier Material, Technik und Zweckmässigkeit des Baues eine so wundervolle Einheit bilden, dass wir das Werk unmittelbar als schön empfanden. Ich möchte jedem Heimatschutzbündler wünschen, dass er einmal zum Pont du Gard käme: er sähe eine Talüberspannung von seltener Harmonie, ein Werk, das Kraft und Anmut in sich vereint, das sich durch iden ebenso kühnen wie graziösen Schwung seiner Linien der Landschaft ideal anpasst. Und es erginge ihm wohl, wie es uns allen erging, die wir zum erstenmal vor ihm standen: er vergässe ob der Schönheit des Geschauten seine Nützlichkeit! Dürfen wir das von Werken unserer Tage auch immer sagen? Vom Pont du Gard ist man über Remoulins auf bequemer Strasse im Nu in Nimes mit seiner prächtigen, weißschimmernden Arena, dem besterhaltenen aller Amphitheater. Südlich von Nimes weichen die Cevennen mehr und mehr zurück, und das Auge wird trotz der Unendlichkeit der Ebene, die sich jetzt erschliesst, vom Wegnächsten gefesselt: von der Rebe, deren Millionen und Abermillionen Stöcke die Strasse säumen, die Felder erfüllen. Wer möchte da nicht einmal im Herbst einkehren und den berühmten Muskat von Frontignan goutieren! Schade, dass der Kalender erst den Juli anzeigte, und wir es überdies eilig hatten. So Hessen wir nur unsere Gedanken weilen und rollten rastlos über Montpellier und ein entzückend gewelltes Terrain, das in der Ferne des Meeres Blau bald aufleuchten Hess, bald wieder neckisch verdeckte, der alten Hafenstadt Sete und dem an lärmigem Getriebe und Hafen- Dunst und -Duft mit ihr wetteifernden Adge entgegen. Das Schönste an der Fahrt, eine Sensation ohnegleichen, ist der Uferstrich zwischen den beiden Orten. Man fährt da buchstäblich 20 km lang auf schmalem Damm zwischen zwei Meeren. Zur Linken gleitet der Blick über die Fluten des wirklichen Meeres, grüssen die weissen und bunten Segel der vielen Fischerboote und ahnt weit hinter dem Horizonte den Zauber der Cöte d'Azur, zur Rechten flimmert die riesige, 8 km breite Fläche des Etang de Thau. Ein herrlicher, unvergesslicher Eindruck! Hier mündet auch der Canal du Midi ein, den Riquet erbaute, um das Mittelmeer mit der Garantie und damit dem Ozean zu verbinden. Den genialen Pionier können wir später in seinem Heimatort Beziers bewundern, das ihm seine schönste Strasse und ein markantes Standbild widmete. (Fortsetzung folgt.) Die Simplonstrasse «Unter den schweizerischen Alpenstrassen gilt der Simplon weitaus als die lohnendste, und selbst w«nn man die Alpen der Nachbarländer mit einbezieht, wird man keinen zweiten chaussierten Pass finden, der in so universaler Weise als das Schulbeispiel einer Alpenstrasee mit all ihren Eigentümlichkeiten gelten könnte », schreibt Dr. Th. Gubler in seinem Werk «Die schweizerischen Alpenstrassen >. Auch an landschaftlicher Grossartigkeit kann sich die Simplonstrasse mit jedem ihrer Artgenossen messen. Die erete wirkliche Kunststrasse als durchgehende Alpenrcrate wurde in den Jahren 1801 bis 1805 angelegt; hundert Jahre später wurde der Simpkmtunnel eröffnet und fast gleichzeitig der Simplonpass als erster schweizerischer Alpenpass für den Automobilverkehr freigegeben. In der Römerzeit diente die Strasse wahrscheinlich mehr dem lokalen Verkehr; erst aus der Zeit Trajans stammen Münzen, die am Pass selbst gefunden wurden. Grössere Bedeutung erlangte die- 6er Alpenübergang ale Handelsstrasse der Mailänder Kaufmannschaft im 13. Jahrhundert. Im Jahre 1235 wurde das erste Hospiz erstellt — ein Zeichen des damaligen regen Verkehrs. Die Mailänder Kaufmannschaft und die Bischöfe von Sitten sorgten für die Instandhaltung und Verbesserung der Wege und Brücken. Die erste nachweisbare Simplonfahrt ist die des Erzbischofs Otto von Rouen, als er im Jahre 1254 nach Rom reiste. Die heutige Simplonslrasse Hess Napoleon I. mit einem Kostenaufwand von 9.750.000 Franken erstellen. Sie sollte als groese Militärstrasse Paris mit Mailand verbinden und kam 1815 den Oesterreichern zugute, die wenige Wochen vor der Schlacht von Waterloo über den Simplon durchs Wallis Napoleon entgegenzogen. Das Simplon-Hospiz, das die Augustiner Chorherren vom Grossen St. Bernhard im Jahre 1825 erwarben, war ursprünglich von Napoleon als Kaserne gedacht, bestand aber zur Zeit der Verbannung des gTOssen Korsen nach Elba erst aus einem Stockwerk und wurde von den Mönchen des Grossen St. Bernhard in seinen heutigen Stand gesetzt. Die Simplonroute gilt heute als die wichtigste Verbindungsstrasse vom Wallis nach Italien und ist wohl die genialste Paßstraese über den südlichen Alpen wall. Die Maximalsteigung beträgt 9%, die Strassenbreite 7,2 bis 8,4 Meter. Die Strasse ist gut ausgebaut und leicht zu befahren. Berühmt ist die abwechslungsreiche, gTossartige Landschaft dieser Alpenstrasse. Von B r i g, dem Zentrum des Oberwallis (sehenswert Stockalperpalast und Napoleonsbrücke), führt die Strasse anfangs steil durch das Städchen und windet sich dann in grossen, leichten Kurven hinauf zum Schallberg. Weiter durchs Gantertal ohne wesentliche Steigerung zur imposanten GanterbTücke und von dort hinauf zum Kurhaus Berisal. Durch den echönen Rotwald gelangt man von hier in gleichmassiger Steigung zu den Kaltwassergalerien und zur Simplonpasshöhe. Vom Kulm geniosst man einen ganz herrlichen Rundblick auf die Berner und Walliser Alpen. Nach dem wuchtigen Bau des Hospizes, dessen Mönche durch ihre liebenswürdige Gastlichkeit bekannt sind, fährt man am Engeloch und dem grandiosen Gletschersturz des Fletschhorns vorbei nach Simplon-Dorf. Kurz nach Gabi (Stein) zwingt sieb die Strasse kühn durch die wildromantische Gonflosehlucht. Gondo ist schweizerische Grenz- und Zollstation. Ueber Iselle (italienischer Zoll) gelangt man auf neuer Strasse nach Domodossola und weiter zum herrlichen Langensee, wo man den sehr lohnenden Besuch der Borromäischen Inseln auf keinen Fäll unterlassen sollte. Be. vom Thunersee. Hocherhaben über allem Weltenwirrwarr thront gewaltig die Natur als Trösterin von uns armen, schwergeprüften Menschenkindern. Ueberzeugender denn je hat uns der heurige Lenz gezeigt: es gibt einen Frieden, ein Neuerstehen zu höchster Blütenschönheit! Nach dem Winterschlaf ein Erwachen zum Frühling! Schon vor dem fälligen Kalenderdatum zog es Gross und Klein an den Thunersee, wo wir all die unvergleichlichen Gotteswerke, in einem einzigen Riesenbande zusammengefasst, in vollster Pracht genossen. Thun hat nun durch seine Aare-Promenade eine weitere Verschönerung des Stadtbildes erhalten. Im ruhigem Tempo gemessen die Automobilisten diese Herrlichkeiten und freuen sich auf ein bildliches « Shakehand » mit den liebreizenden Uferorten Hilterfingen, Oberhofen, Gunten und Merligen, und dem auf sonniger Höhe gelegenen Sigriswil. Ab Beatenbucht schlängelt sich die romantische Felsenstrasse hinauf zur Station Beatushöhlen. Unter den Orten drüben am linken Ufer des Sees ist das malerisch amphitheatralisch gebaute Spiez, ein wichtiger Knotenpunkt internationaler Verbindungen. Entfernungen, Umwege, langdauernde Reisen sind quasi illusorisch geworden. In fast nur zu kurzer Zeit kommt man nach allen Himmelsrichtungen. Zum Schluss sei auch die reich belebte Strecke Spiez-Thun nicht unerwähnt gelassen, die aussieht, als wenn auf ihr eine entzückende Spielzeugschachtel mit Chalets ausgestreut worden wäre Büchertisch «Prag und Umgebung», Grieben-Reiseführer, 1934, 22. Auflage. Es gibt vielerlei Schönes in der alten Kulturstadt Prag, die sich manchen Zeugen mittelalterlicher Machtentfaltung und ganze Strassen mittelalterlicher Enge und Gespenstigkeit bewahrt hat. Später haben Könige und Kaiser, noch später der reiche böhmische Adel grossartige Denkmäler ihrer einstigen Herrschaft hinterlassen. Auch das neue Prag nimmt unser Interesse in Anspruch als eine moderne Stadt, die in zielbewusster Erneuerung nach alter Weltgeltung zurückstrebt. Da Prag bewusst eine tschechische Stadt sein will, ist jede Anschrift in tschechischer Sprache gehalten. Darum ist für den Deutschsprachigen selbst bei kurzem Besuch ein Reisehandbuch unentbehrlich, das ihn von Schritt zu Schritt führen muss Dieser Aufgabe entledigt sich der neue «Grieben» mit gewohnUm Talt und Geschick. 7TOT0M0BIL-1TCVUE LAUSANNE Hotel Beau-Sejour (Lago Maggiore) Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R« wagn«r« CHTourlng, Führer für Automobilfahrer, offiziell« Ausgab« d««T. O.8. 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