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E_1934_Zeitung_Nr.068

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Klopffestigkeit zu

Klopffestigkeit zu haben, da er ja erst im Moment eingespritzt wird, in welchem die Entzündung stattfinden soll, die- Gefahr von Selbstzündungen also ausgeschlossen ist. Ausserdem braucht er aber auch nicht so rasch «kompressionsentzündbar» zu sein oder, technisch gesprochen, keinen so hohen Ceten-Wert zu haben wie ein Dieselmotorbrennstoff, da durch die elektrische Zündung ein ebenfalls zum Klopfen Anlass gebender übermässiger Zündverzug unterbleibt. Als Nutzfahrzeugmotoren und industrielle Motoren haben sich denn auch die Hesselmannmotoren in mehreren Ländern schon gut eingeführt. Die Zündkerze und die Einspritzdüse waren bis jetzt beim Hesselmannmotor einander gegenüberliegend in der Zylinderwand angeordnet Damit sie, wenn der Kolben seine obere Totpunktstellung einnahm, von diesem nicht verdeckt wurden, wies der Kolbenmantel zwei Aussparungen auf. Eine neue, in Amerika entwickelte Bauform des Motors zeigt nun jedoch, wie in der obigen Skizze dargestellt, im Zylinder angeordnete Zündkerze und Düse. Durch die neue Anordnung soll die Leistung des Motors noch um etwa 10 % erhöht worden sein, da die Gemischbildung gleichmässiger und die Ausnützung des Verbrennungsraumvolumens besser ist -th- Teth Frage 9160. Umrechnunq von Meilen in Kilometer. Der Geschwindigkeitsmesser meines amerikanischen Wagens gibt das Tempo nicht in Kilometern, sondern in Meilen an. Welche Kilometerzahlen entsprechen den Meilenzahlen 10, 20, 30, 40, 50, 60, 70? R. Z. in G. Antwort: Eine Meile entspricht 1,609 km, 10 Meilen infolgedessen 16,09 km 20 » » 32,18 ; 30 » - 48,27 40 » -, 64,36 50 » , „ 80,45 60 » i. 96,54 70 » 112,63 frage 9161. Anschluss der Zündkabel. Kann es etwas schaden, wenn die Zündkabel mit ihren Schuhen an den Mittelelektroden der Zündkerzen nicht ganz festsitzen? Mein Mechaniker ist der Ansicht, dass dadurch Wackelkontakte entstehen, durch welche die Zündung beeinträchtigt wird. L. H. in M. Antwort' Bei den hohen Zündspannungen yon 12 000—20 000 Volt spielen Unvollkommenheiten im Anschlusskontakt keine Rolle. Wenn bei einem lose sitzenden Anschluss der Strom vielleicht auch gelegentlich einen Luftraum von einigen Zehntelsmillimetern überspringen muss, so wird er dadurch kaum merklich geschwächt. Die Kabelschuhe brauchen also durchaus nicht unbeweglich mit der Zündkerze verbunden zu sein, solange die Gewähr besteht, dass sie nicht etwa ganz abfallen können. Beliefern Sie das Automobil-Gewerbe? Verzeichnis aller dem Automobil- Gewerbe angehörigen Firmen das in der sich gegenwärtig im Druck befindlichen Neuausgabe des Schweizerischen Automobil-Adressbuches enthalten ist,. Daneben bringt das Werk folgende Verzeichnisse: Alle Personen- und Lastwagen Erscheint demnächst. Preis Fr. 30.—. Senden Sie u— umgehend Ausgabe 1934/1935 des Dann benötigen Sie das Frage 9162. Unruhig anzeigender Geschwindigkeitsmesser. Wenn ich mit meinem neuen Wagen z. B. 40 km Geschwindigkeit fahre, pendelt mein Tachometer 35—50 km. Fahre ich mit 60 km, «o schwankt -der Zeiger 55—90 (kurze Sprünge), so dass* man gar kein Bild von der Geschwindigkeit hat. J. E. in T. Antwort: Das Pendeln des Geschwindigkeitsmessers dürfte in erster Linie darauf zurückzuführen sein, dass die biegsame Antriebswelle ungleich schwer läuft, sei es, weil sie entweder verbogen oder weil eie zu wenig geschmiert ist. Ge- ebenso stark oder noch mehr erhitzt. Es ist doch wohl anzunehmen, dass die Gasblasenbildung durch legentlich kann auch ein schwerer Lauf des Geschwindigkeitsmessers selbst an diesen Pendelungen die Hitze verursacht wird. In einigen Fällen blieb die Störung auch beim Befahren hoch gelegener schuld sein. Eine Demontage der betreffenden Teile Bergpässe überraschenderweise aus, obschon der Motor nicht weniger heiss war. Wie kann man wird Ihnen sofort Aufschluss geben, welche dieser sich diese Unregelmässigkeit erklären? P. A. in B. Annahmen zutrifft. Dia Lage des Geschwindigkeitsmessers spielt in Ihrem Fall keine Rolle, der Apparat sollte ebenso gut liegend wie stehend funktionieren. — at. Frag« 9163. Kühlung abgeschirmter Zündkerzen. Soviel ich weiss, geschieht bei Flugzeugen mit Radioempfängern die Abschirmung der Zündkerzen gegen Radiostörungen dadurch, dass man die Kerzen mit einem Metallgehäuse umgibt. Entsteht durch diese Abschirmung nicht die Gefahr, dass die Zündkerzen zu heiss werden, da sie doch nicht mehr dem kühlenden Luftstrom ausgesetzt sind? G. I. in Z. Minuten sich selbst überlässt, kommt das Benzin wieder nach; um eine Verstopfung der Leitungen handelt es sich dabei nicht, da noch in keinem Fall Unreinigkeiten gefunden werden konnten. Es muss sich dabei also um die von Ihnen schon mehrmals beschriebene Gasblasenbildung handeln. Verwunderlich ist jedoch nur, dass die Störungen ausschliesslich beim Befahren höher gelegener Bergpässe auftreten und nicht etwa auch an steilen Steigungen im Tiefland, an welchen sich der Motor Antwort: Die Verdampfung des Brennstoffes in.den Leitungen, die hier wohl sicher die Ursache der beobachteten Störungen darstellt, ist nicht nur von der Temperatur, sondern auch vom Luftdruck abhängig. Mit sinkendem Luftdruck stellt sie sich in vermehrtem Masse ein, ähnlich wie eine Flüssigkeit, z. B. Wasser, ja in grösseren Höhenlagen auch schon bei niedrigeren Temperaturen ins Sieden gerät. Wenn unerwarteterweise die Störungen hie und da auch beim Befahren hochgelegener Bergstrassen ausblieben, so rührt das vielleicht daher, dass Sie in den betreffenden Fällen eine andere Brennstoffsorte benützten. Der « Dampfdruck», der für die Gasblasenbildung massgebend ist, kann nämlich bei den verschiedenen Brennstoffsorten ziemlich grosse Unterschiede aufweisen. Um die Störungen in Zukunft ganz auszuschliessen, wird es sich jedenfalls empfehlen, entweder die Leitungen so zu verlegen, dass si& sich weniger erwärmen, oder dann aber den speziell für die Unschädlichmachung solcher Störungen bestimmteji kleinen Zusatzapparat vor dem Vergaser einzubauen, den wir unlängst in unserem. Blatte beschrieben haben. -at- Anfrage 439. Entzuq der Fahrbewilligung. Ich fuhr am 14. Januar 1934 von Bern nach Biel. Die Strasse war in der Mitte schneefrei, auf den Seiten jedoch Eis. Ich fuhr um 17 Uhr in Bern weg und um 18.30 Uhr kreuzte ich in Lyss ein nach Bern fahrendes Automobil. Im Moment der Kreuzung fuhr ich mit einer Geschwindigkeit von ca 20 km. Während des Kreuzens bemerkte ich plötzlich ca. 2—3 m vor mir einen Mann, welcher von der rechten Strassenseite direkt in die Fahrbahn lief. Ich stoppte sofort ab, wobei der Wagen jedoch noch ca. 50 cm nach vorn rutschte und den Mann verwundete. Ich nahm mich sofort des Verletzten an, kerzenkörper an das umgebende Zylindermaterial ab. Auch eine ganz abgeschirmte Zündkerze wird deshalb nicht viel heisser. In den meisten Fällen sucht man aber dennoch bei Anwendung von Abschirmung die Kühlung zu begünstigen, indem anstalt Worben handelte. Nachdem der Anstalts- bei dem es sich um einen Insassen der Armen- man, wie z. B. oben dargestellt, das Abschirmgehäuse mit Kühlrippen versieht. —at ich der Polizei Lyss, welche den Tatbestand aufwärter den Verunfallten geholt hatte, telephonierte nahm. Ich hatte eine Bremsspur von ca. 2 m, Licht und Bremsen am Automobil waren in Ordnung, nach Kantonen und Nummern geordnet, unter Angabe von Marke, Baujahr u. Anzahl der Steuerpferde. General- und Untervertreter der verschiedenen Automobil- und Lästwagenmarken. Lieferanten von Spezialitäten Behörden und Verbände für Automobilisten und das Autogewerbe. *• die für das Automobilwesen von Wichtigkeit sind. An den Verlag des Schweiz. Automobil-Adressbuches Breitenrainstrasse 97, Bern mir «i» '«»dhi per Nachnahme Schweiz. Automobil-Adressbuches Antwort: Der Luftstrom transportiert von der Zündkerze in jedem Fall nur verhältnismässig wenig Wärme ab. Den Beweis dafür liefert die Tatsache, dass man bei manchen Automobilmotoren die Zündkerzen durch Verschalungen abdecken kann, ohne dass sich Uebelstände einstellen. Der Hauptanteil der Wärme strömt über den Zünd- Frage 9164. Benzinzuflussstörung beim Fahren im Gebirge. An meinem Wagen stellen sich seit jeher beim Befahren höherer Bergpässe Störungen ein. Der Motor bleibt plötzlich stehen, und wenn man den Vergaser öffnet, ist dieser ganz leer. Die Brennstoff-Förderung geschieht durch eine mecha-s nische Pumpe. Erst wenn man den Wagen einige I Exemplar der für gut eingeführte Marke. — Offerten mit Gehaltsansprüchen unter Chiffre Z 21885 U an Publiciias, Bern. 64542 Junger, zuverlässiger u. solider Mann, verheiratet, prima Wagenpfleger, auf Last- od. Lieferungswagen, ev. als Wagenwascher in Garage. Photo u. Zeugnisse vorhanden. Offerten unter Chiffre 64522 an die Automobil-Revue, Bern. Tüchtiger, zuverlässiger Auto-Mechaniker, 26 J., IP^"" sucht Stelle "^K. als auf Gamion, Luxus- oder Lastwagen. Prima Zeugn. u. Referenzen. Gefl. Off. an Alfr. Baumgart, Moch., Hutfwil. 64507 da an Zahlg. genomm.. 1 OAKLAND-Coupe, Fr. 600.-, 6 Zyl., 15 PS, 2plätzig, 4 fast neue Reifen, elektr. Anlasser, Winker, Schluss- und Stopplicht, kontrollbereit, zuverlässig. Wagen. 1 FORD-Limousine, Fr. 800.-, 4 Zyl., 17 PS, 4plätzig, Modell 1930, prima Zustd., ruhiger Lauf, kontrollbereit. 64518 Tel. Zürich 56.997. 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Juli erschien bei mir nun der Polizist von Nidau und verlangte die Führerbewilligung laut einem Entscheid der kan« tonalen Polizeidirektion. Da ich als Geschäftsführer in einem Automobilgeschäft auf die Führerbewilligung absolut angewiesen bin, erhob ich Einspruch auf der Polizeidirektion, was aber nichts nützte. Kann eine Führerbewilligung entzogen werden, wenn doch schon eine Busse bezahlt wurde? Da ich schon lange fahre, ohne irgendwelchen Unfall zu haben, wäre meines Erachtens eine Warnung für das erstemal wohl am Platz gewesen, wie dies sonst üblich ist. Hat die Kant. Polizeidirektion überhaupt das Recht, ohne ein gerichtliches Urteil so zu handeln? Und warum muss man 8 Monate warten, bis dieser Entschluss von diesen Herren gefällt ist? W. G. in B. Antwort: 1. Der Entzug des Führerausweises ist rechtlieh keine Strafe, sondern eine administrative Massnahme. Die Tatsache, dass Si« vom Richter zu einer Busse verurteilt wurden und dass Sie diese Busse bezahlt haben, schliesst den Entzug des Führerausweises nicht aus. 2. Auch wir sind der Meinung, dass in Ihrem Falle eine Warnung genügt hätte. Nach Art 13 MFG darf der Führerausweis nur entzogen werden, wenn in verkehrsgefährdender Weise Verkehrsvorsehriften entweder schwer verletzt oder aber schon wiederholt übertreten worden sind. Unseres Erachtens trifft in Ihrem Falle weder da» eine noch das andere zu. Es ist fraglich, ob Sia überhaupt eine Verkehrsvorschrift übertreten haben. Ganz sicher aber kann von einer schweren Verletzung von Verkehrsvorschriften keine Rede sein. Leider hat jedoch die Kant Polizeidirektion in der letzten Zeit, unter dem Eindruck verschiedener schwerer Unfälle, begonnen, auch in solchen Fällen den Führerausweis zu entziehen, in denen unseres Erachtens die Voraussetzungen des Art 13 MFG nicht erfüllt waren. Gegen den Entscheid der Polizeidirektion iann der Betroffene beim Regierungsrat Beschwerde führen. Leider wird jedoch erfahrungsgemäß« mit diesen Beschwerden nichts erreicht Der Regierungsrat pflegt vielmehr die Verfügung seiner Polizeidirektion ohne weiteres zu bestätigen. Es ist dies begreiflich, wenn man bedenkt, dass der Entscheid des Regierungsratea gestützt auf den Antrag der Polizeidirektion, also derjenigen Behörd* erfolgt, gegen die sich die Beschwerde richtet. Der Beschwerdeentscheid des Regierungsrates kann an das Eidg. Justizdepartement weitergezogen werden. Auch dieses aber wird in der Regel die Verfügung der kantonalen Behörde bestätigen; wenn nicht ganz schwerwiegende Gründe für die Abänderung vorliegen. , 3. Auch uns scheint es merkwürdig, dass die Polizeidirektion Ihnen den Führerausweis erst 6 Monate nach dem Unfall entzogen hat, obschon ja die Angelegenheit durch die Annahme des Strafmandates rechtlich schon längst erledigt war. Die Polizeidirektion ist allerdings frei, mit dem Entscheid solange zuzuwarten, als es ihr passt. Eine Vorschrift, dass der Entzug innerhalb einer bestimmten Frist seit dem Unfall oder dem Erlass des Strafurteils zu erfolgen habe, besteht leider nicht. • Der Touren-Onkel Für Weekend-, Bade- nnd aneh andere Fahrten, er kennt sich aas, und wird Dich gut beraten. Für autotonristisehe Auskünfte wenden Sie sich jederzeit an das Tonristikburo der Automobil-ReTue Bern. Tel. 28.222 Alle Auskünfte kostenfrei um TOllgtiiidige nnd zweckmassif« Reisevonehläf j auszuarbeiten wollen Sie folgende Punkte aneebw: 1. Reiseziel. t. Was für Ort« mdastn berührt werden« S. Wieviel Zeit steht zur Verfügung. 4. Durchschnittliche Tagesetappen In Kilometer. 5. Zeltpunkt der Bebe. 6. Werden Hotelannaben gewünscht, Ron«. 1. Sind Grenzformalitfiten anzugeben. Fügen Sie eine SO Cts.-Marke für Rückporto bei. 13

Bern, Dienstag, 21. August 1934 IIL Blatt der „Automobil-Revue" No. 68 Zum Grand Prix am Sonntag: Menschen um Rennfahrer "Die Bohemiens der Landstrasse. Was weiss man eigentlich.um dieses Leben der Rennfahrer in grossen Kreisen der Oeffentlichkeit? Nicht viel mehr und nicht viel weniger, als man sieht, wenn Motoren aufheulen, Wagen in wildem Rudel davonschiessen, sich jagen und jagen, kaputt gehen, siegen oder geschlagen werden. Dann jubelt man dem einen zu, vergisst den anderen — Episoden von zwei oder fünf Stunden, dann ist alles vorbei. Geruhsam kehrt der Bürger zurück ins behagliche Tempo des Alltags. Dann sagt man beim kühlen Trunk noch von diesem einen: er ist doch ein ganzer Kerl! Damit ist das Erlebnis eines Tages, eines Jahres auch endgültg und für immer abgeschlossen. Vielleicht ist es gut so, dass man nicht viel mehr darum weiss, sonst würde manche Illusion zerstört werden. Vielleicht aber auch nicht, denn man schätzt das, was diese Menschen leisten, die immer zwischen Leben und Tod hängen, doch allzu wenig. Wollen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Rennfahrertums tun? Versuchen Sie es nicht; es ist zwecklos, denn nur der kann wirklich einen Einblick in all das gewinnen, was zwischen gestern und heute, zwischen morgen und übermorgen sich abspielt, der jahrelang mit ihnen umherzieht, Jahr für Jahr eine Rennsaison mit ihnen zusammen ist. Denn Sport Jjst Kampf, Rennsport ein Kampf, der nie ab- • »eisst, der nie ein Ende findet, der weiter tobt, auch dann, wenn er nicht in Erscheinung tritt, ein moderner Krieg, oft mit unsichtbaren Waffen durchgeführt. Jeder hat immer auf dem Beobachtungsposten zu sein. Vorsicht ist alles — und jeder Fremdling ist ein Spion in diesem Kreise von harten Menschen. Menschen um Rennfahrer sind auf die-, sen immerwährenden Kampf eingeschworen. Rennfahrer sind interessante Menschen, Menschen um Rennfahrer oft noch viel interessanter — und von diesen wollen wir sprechen, einmal darum, weil sie oft genug eine entscheidene Rolle spielen, auch aber darum, weil man sie vergisst, oft, und ihnen damit Unrecht tut. Der Unbekannteste unter ihnen, der ewige Mann im Hintergrund, ist der «Schmiermax», der Mechaniker, der Mann, der für alles verantwortlich ist. Ist der Mechaniker nicht der rechte Mann, dann ist der pieg schon von vornherein hundertprozentig verloren. Für ihn gibt es keinen Sonntag, keinen Feiertag, keine Pause, oft genug keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. Sein ewiger Anzug ist der ölige Kittel, sein einziges Privatvergnügen die nie ausgehende Zigarette, und da mögen Tonnen Benzin danebenstehen. Dreimal in einer Woche reisst er die Maschine auseinander, baut sie wieder zusammen; die Garage ist sein einziger Aufenthalt, Tag und Nacht, denn immer muss gearbeitet werden. Wenn's gut kommt, sitzt er auf dem Lastwagen, transportiert das ihm heilige stählerne Ross von einem Rennplatz zum anderen. Er ist 'der Blitzableiter der Launen seines Herrn. An allem, was nicht klappt, ist er schuld, er ganz allem; sie sind treue Kameraden untereinander, diese Schmiermaxen, aber wenn's um den Kampf, um den Sieg geht, dann ist einer des anderen Teufel, da hört die Fachsimpelei auf, da werden keine Stallgeheimnisse verraten. Sie sind diejenigen aber auch, die die Verantwortung für das Leben der Fahrer tragen — doch sie bleiben im Hintergrund, bescheiden, stolz doch auf ihr Können. Helden sind es im Arbeitsanzug — ohne Ruhm, ohne Anerkennung, prachtvolle Menschen. Ganz anders die Herren Rennleiter. Sie sind die Könige, die Beherrscher eines Reichs für sich. Die Feldherren einer Schlacht sind sie, unermüdlich im Erfinden von Raffinessen, immer auf Schleichwegen zum Lager des Gegners, immer gewappnet, jeden Angriff im entscheidenden Moment abzuschlagen. Sie wissen immer um die Geheimnisse der anderen, kritisch beobachten sie alles, was um sie herum geschieht. Techniker und Organisatoren zugleich sind sie, die Befehlshaber ihrer Generaldirektoren, denn sie allein wissen, was dem Werk oder dem Rennstall gut tut, sie haben einen überwältigenden Einblick in das. was sich hinter den Kulissen abspielt. Aüe Rennbahnen der Welt kennen sie besser als ihre eigene Wohnung. Sie haben die Verhandlungen mit den Renmveranstaltern, mit den Vertretern der Zubehörindustrie. Telephone rasseln immer zu ihrer Orientierung. Sie schicken die Fahrer frühzeitig ins Bett und wecken die Monteure noch frühzeitiger. Sie leiten das Rennen von der Boxe aus; ihnen entgeht nichts, was auf der Bahn passiert, immer neue Geheimzeichen erfinden sie, um ihre Schützlinge auch im 200-km-Temoo noch zu verständigen. Sie sind es auch, die nach dem Rennen der Presse die Informationen geben, wenn's mal nicht zum Siege reichte. Und , dann war bestimmt weiter nichts los, als dass der Vergaser eine allerdings unerhört wichtige, eine entscheidende Schraube verloren hat. So ist das nun mal mit Rennleitern — man soll sie nie etwas fragen... Nun, da es ein ewiger Krieg ist, darf auch die Spionage nicht fehlen. Alle richtigen Spione sind weiblichen Geschlechts — warum nicht auch im Rennfahrerlager? Was wäre die Rennfahrerei ohne Frauen — sie sind die treibenden Kräfte dieses Spiels, geschätzt und gefürchtet gleichzeitig. Kein Rennleiter liebt sie, kein Veranstalter, keine Frau die andere. (Frauen lieben sich ja nie untereinander!) Die notwendigste Hilfe aber sind sie und die Alleswisser. Instinkt und Klugheit, Charme und Koketterie, Liebenswürdigkeit und Bösartigkeit paaren sich oft genug bei ihnen, aber sie sind auch die seelischen Träger der Rennfahrerei. Sie haben es nicht leicht, nicht wenn sie Salons beherrschen, nicht wenn sie im Wettermantel bei Regen und Sonnenschein ihre Männer und deren Konkurrenten mit Dutzenden von Stoppuhren überwachen, ganz und gar nicht, wenn es im harten Kampf toll hergeht und diese Karte las, stieg plötzlich eine Ahnung in ihm auf, als würden nun keine weiteren Lebenszeichen mehr von Feodora von Prastelny folgen — eine Ahnung, die sich auch Bux. Zirkusroman von Hans Possendorf. erfüllte. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt) Bux nahm die «Neue Freie Presse» zur In den ersten Wochen nach der Trennung Hand, schlug die Rubrik .Lokalnachrichten' hatte Feodora von Prastelny sehr eifrig geschrieben, jede Woche zwei- bis dreimal. den: die Bekanntgabe der Strassen, durch auf und hatte auch bald das Gesuchte gefun- Stets hatte ihr Bux prompt geantwortet und welche sich heute mittag der grosse Umzug Seine Gefühle hatten sich an dieser Korrespondenz mehr und mehr gesteigert. Er holte er den Stadtplan von Wien und einen von Zirkus Kreno bewegen würde. Dann sehnte sich nach ihr und war entschlossen, Zirkel herbei, suchte die Marschroute auf, sie im November, sobald der Zirkus sein mass sie aus und murmelte endlich vor sich Winterquartier in M ... bezogen hatte, durch hin. «Mindestens zwei und eine halbe einen Besuch in Potsdam zu überraschen. Stunde! Viel Vergnügen! » — Er machte den Aber diese Hochflut von Fee-Briefen hatte Umzug auf eine Art mit, die zwar dem Publikum und besonders den Kindern ausser- nur wehige Monate angehalten. Sie schrieb dann — in der Zeit, als der Zirkus die kleineren Orte der Ostküste Italiens abklapperte — ordentliches Vergnügen zu bereiten pflegte, für ihn selbst aber äusserst anstrengend war. nur noch einmal in der Woche, da sie angeblich ,so furchtbar viel gesellschaftliche Sportstückte heute etwas hastig, da die Zeit Cilly war schnell angekleidet. Man frühverpflichtungen' hatte. Dann kam nur noch drängte. Dann holte Bux die Schulbücher, alle vierzehn Tage ein Brief, oft auch nur «Darf ich nicht den Tieren noch schnell eine Karte. Am 6. September, in Triest, also guten Morgen sagen?» fragte Cilly. «Die haben sich sicher schon gewundert, dass ich vor fast vier Wochen, hatte Bux ihr letztes Schreiben erhalten. Weder in Laibach, noch heute nicht bei der Spielstunde war!» in Klagenfurt, noch in Graz war eine Nachricht von ihr eingetroffen. Und als Bux nun «Anton hat ganz erstaunt «Ja», sagte Bux mit komischem Ernst. geguckt!» sie um das Leben ihrer Männer bangen müssen. Tapfere kleine Frauen, die sich nicht das leichteste Schicksal erwählt haben. Noch zwei Grossen in jedem Rennfahrerlager, der «Schnapsmixer» und der «Gummikerl». Auch sie sind oft genug die Schuldigen, wenn mal etwas nicht klappt. Da ist zunächst der «Schnapsmixer», jener Mann, der für jeden Motor ein Geheimrezept hat. Mit Benzin, Benzol, Alkohol und allen möglichen Kohlenwasserstoffen hantieren sie; sie sind die Wetterschnüffler und brauen und mixen, und wenn der Motor noch immer nicht die richtige Leistung hat, sind sie die allein Verantwortlichen dafür. Dann verhandeln sie über die Zusammensetzung des Brennstoffs. Jeder Fahrer hat Sonderwünsche. Viel Geschick gehört dazu, auf alle diese Wünsche einzugehen. Er tut es, der «Schnapsmixer», gibt allen recht und handelt doch nach eigenem Rezept. Er wählt schon richtig. Und Vertrauensperson ist er auch noch, denn er allein kennt von allen Fremdlingen die Motoren — und keiner wird von ihm erfahren, wie es darin wirklich aussieht. Der «Gummikerl» wieder ist der Mann, der ständig das Fieberthermometer mit sich herumschleppt, die Reifenprofile und Reifengrössen durcheinanderschmeisst, der genau berechnet, wieviel Gummiauflage dieser Reifen für jene und jener Reifen für diese Rennstrecke haben muss, er streitet sich mit dem Rennleiter um die Notwendigkeit des Reifenwechsels herum und ist der Feind aller Bahnhofvorsteher, denn todsicher kommen die gerade notwendigen Reifen wieder eine Stunde zu spät im Rennfahrerlager an. Einen Fehler nur hat er: Man kann ihn leider nicht dafür verantwortlich machen, dass das Rennwetter auch genau dem Trainingswetter entspricht. Widerliche Kerle aber sind alle Sportkommissare, vom Trainingsleiter angefangen, der niemals dann die Bahn freigibt, wenn man es gerade haben möchte, bis zum Abnahmekommissar, der immer allzu neugierig ist, bis zum geschäftlichen Organisator, der -alle- Sorgen der Rennfahrer bedenkenlos abzuwimmeln versteht, bis zum Boxenbeobachter, der allzu genau aufpasst, dass beim Reifenwechsel ja nicht ein Mann zu viel aus der Boxe springt und helfende Hand anlegt. Am unangenehmsten aber ist der Mann, der als oberster Sportleiter die Ausschreibungen und Renngesetze todsicher immer anders auslegt als der Rennfahrer selbst. Zornig blickt man den Radioreporter an, der da irgendwie etwas nicht ganz genau gesehen hat und nun Unliebsames in alle Welt hinausposaunt — einer nur ist beliebt, der Mann, der mit der grossen Aktentasche einherzieht, der die Rennpreise auszahlt und die Spesenzuschüsse gibt. Menschen um Rennfahrer — es gibt noch viele solche; die immer und überall anzutreffenden Schlachtenbummler, die mit den Fahrern durch ganz Europa ziehen, der Hausdiener Max, der in jedem Hotel schon immer wartet, um die Koffer auszuladen, die Waschfrau, die es nie fertig bringt; die schwarzen Rennanzüge wieder weiss zu waschen — am allerschlimmsten aber sind doch die Journalisten, die immer etwas Falsches schreiben, entweder zu wenig über den einen Herrn «Aber so guckt er doch immer!» «Natürlich ,— also demnach auch heute.» Cilly begriff den Scherz nicht ganz. Ihre Augen hingen bittend an Buxens Gesicht. «Also meinetwegen! Aber mach schnell, Cilly! Es geht schon auf halb zehn, und um halb zwölf müssen wir fertig angezogen und geschminkt sein.» Cilly sprang mit einem Satz aus dem Wagen und rannte dann fröhlich davon. Die Tiere waren schon alle wieder im Stallzelt. Tom überreichte ihr, wie jeden Morgen, eine grosse Tüte mit Leckerbissen für die verschiedenen Tiere. Zuerst kam stets der Aelteste, Brahma, an die Reihe. Cilly hatte das Podium soeben erreicht, da schnellte das Riesentier seinen langen Rüssel nach ihr, packte sie um den Leib, wirbelte sie empor und setzte sie behutsam auf seinen mächtigen Rücken, wo sie Mohrchen, den Raben, bereits promenierend antraf. Dieses Spiel ereignete sich täglich, und Brahma holte sich nun seine Leckerbissen mit hoch- und rückwärtsgebogenem Rüssel aus Cillys Hand; und auch Mohrchen bekam gleich hier oben seinen Teil. Auf Cillys Kommando setzte sie Brahma dann wieder behutsam auf den Erdboden. Da stolzierte ihr Ali schon auf seinen langen roten Sommerabend Von Hermann Hesse. An den Platanenstämmen spielt noch Licht, Durchs hohe Astgeschlinge bückt noch Blau Und spiegelt sich im Wein. Im Walde spricht Mit Kindern eine unsichtbare Frau. Aus einem Dorf im Tale lärmt Musik Sonntäglich-festlich her und mahnt an Schweiss; Da draussen unterm schrägen Sonnenbück Dampft sommerliche Welt noch schwer und heiss. Hier aber atmet Waldlaub und Gestein, Weht Unschuld klösterlich und Feierabend, Den Bissen Brot, die kühle Schale Wein Mit holder Zaubertraumkraft fromm begabend. Farnkraut am Wege duftet scharf und strenge, Schon wird im Holz der Siebenschläfer wach, Die erste Fledermaus jagt durchs Gestänge Gekreuzter Aeste ihrem Raube nach. * '• Und nun schmilzt Laut um Laut und Licht um Licht Der Tag hinweg, und aus den Bäumen Quillt Wie Harz und Honig duftend, schwer und dicht Herab die Nacht, die mütterlich uns stillt. Es löschen mit dem Tag die Namen aus, Mit denen wir geordnet unsre Welt: Platane, Ahorn, Esche, Felsen, Haus Schmelzen in Eines, hingegeben fällt Die bunte Vielfalt an der Mutter Brust Zurück und in der Kindheit dumpfe Lust. Kraut duftet bang und Pilz, ein Waldkauz schreit, Das Laubgewirr der Wipfel taumelt sacht... Wie selig duftet doch Vergänglichkeit! Wie sehnt sich Geist nach Blut, und Tag nach Nacht! Rennfahrer — oder zu viel über den an- ~dern. Sie können eben nie das richtige Mass finden, und ganz bestimmt nicht die richtigen Worte. Sie sind die Ursache allen Uebels. Das ist das Rennfahrervölkchen, das sind So einige Menschen um sie herum. Immer empfindlich, immer misstrauisch — und schliesslich sind es doch alles prächtige Kerle. Es ist eben Krieg, und da geht's böse zu. Da fehlt aber auch der Humor nicht, da kann man wieder unbändig lustig sein ein paar Stunden zwischen einem Rennen und dem anderen, bis die Wagen wieder verladen, die Koffer wieder gepackt werden — bis der Kampf aufs neue beginnt. Menschen um Rennfahrer: klassenlos und doch — eine Klasse für sich. Die Bohemiens der Landstrasse! So sind sie und so müssen sie sein. — Und wer einmal dazugehört, den lässt es nimmer wieder los. E. R. 'CAM PARI;, Beinen entgegen und nahm seinen Tribut mit würdiger Ruhe, wie es seine Art war, in Empfang. Als sie dann bei Gretchen in der Umzäunung war und das Schwein ihr mit behaglichem Grunzen aus der Hand frass, sah sie etwas Kleines, Schwarzes auf dem rosigen Rücken krabbeln: «Gretchen! Ich glaube gar...» rief Cilly ganz entsetzt und griff nach dem Tierchen. — Aber dann atmete sie erleichtert auf: Es war nur ein harmloses Käferchen — und keine Laus. Zu Moritz, dem Wolf, und zu Anton, dem Nilpferd, ging Cilly in die Käfige. Bux hatte es schliesslich erlaubt, nachdem er sich überzeugt, wie sehr sich die Tiere an Cilly gewöhnt hatten. Teddy, der Bär, nahm das frische Weissbrot aus ihrer Hand vorsichtig durch die Gitterstäbe in Empfang. Aber Judith durfte sie das schöne, knochenlose Fleischstück zu ihrem Kummer nicht mit der Hand, sondern nur mit der Eisengabel reichen. Bux behauptete, mit der Hand dürfe man überhaupt kein Raubtier füttern, was Cilly gar nicht einleuchten wollte. Auch wenn Judith nicht frass, Hess er Cilly trotz aller Bitten nicht zu ihr in den Käfig. (Fortsetzung folgt.)