Aufrufe
vor 4 Monaten

E_1934_Zeitung_Nr.068

E_1934_Zeitung_Nr.068

Die Zufahrtsstrassen aus

Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CHTouring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. St. Fiden-St. Gallen, Hotel Bahnhof ST. GALLEN - Hotel Hirschen Gutgeführtes Haus. Ia. Küche und Keller. Grosses Restaurant. Schöne Vereinssäle, für Hochzeiten und Vereine. Zimmer von Fr. 2.50—3.50. Garage in nächster Nähe. Tel. 2592. Der neue Bes.: K. Urf er. A. c. s. _ Jaeger'8 orel len SPEZIALITÄTEN-Küche. - Tel. 80.327 - Auto-Pa rk - T. C. S. Gutbürgerliches Haus mit prächtigem Garten, direkt am Bahnhof. Zimmer mit fliessendem Wasser. Vorzüglich in Küche und Keller. Bescheidene Preise. Einzelboxen. Tel. 5. Der neue Besitzer: M. Braun, Küchenchef. Bad Ragaz F RAGAZ An der Tamina-Schlucht L Von den Automobilisten bevorzugtes Haus. Autoboxen, — Zimmer mit fliessendem Wasser. Feinste Spezialitäten Gedieg. Erfrischungsraum in prachtvoller Lage, direkt am Hochwald. Massige Preise. Autogarage. Telephon 2.65 Buchs (St. G.) am Wallensee. Gutgeführtes Haus in ruhiger Lage. Spez.: Fischküche, leb. Forellen. Ostschweizer Weine. Schattiger Restaurationsgarten, Neue Kegelbahn. Bescheidene Preise. Garage. Tel. 85.203. J. Kalin-Bamert, Bes. 1000 m ü. M. Das ideale Ausflugsziel der Automobilisten inmitten grossartiger Gebirgswelt. S.B.B.-Bahnhof-Büffet Hotel Rosengarten T.C.S. Cafe- Conditorei TOBLER 1120 m ü. M. HOTEL und KURHAUS 80 Betten BUCHSERBERG UNTERTERZEN OBSTALDEN a/Walensee K 13 13 N Z '3 R B \ZJ R G Das führendt Haus Automobilisten sind gute Kunden! das führende HOTEL ATTMANN Gasthof Blumenau T. C. S. Am Marktplatz Renoviert. Sämtliche Zimmer mit messendem Wasser. Gross Restaurant. Bündner Spezialitäten. Bescheidene Preise. Eigene Garage. Telephon 611. Der neue Inhaber: E. N. Caviezcl, vorm. Kulm Hotels St. Moritz. Restaurant Bei guter Verpflegung und bescheidenen Preisen finden Sie heimeligen Aufenthalt in den altbek. Häusern: HOTEL ELMER (Tel. 4) GASTHOF SEGNES (Tel. 1 Gewinnen Sie dieselben durch den Autler-Feierabend Niederurnen Gasthof z. Ochsen T.C.S. Direkt an der Klausenstrasse. Heimelige Lokalitäten. Schattiger Garten. Restauration zu jeder Tageszeit. Eigene Metzgerei. Spez.: Berner Schinken. Bescheidene Preise. Tel. 6. Rob. Grimm. Modernes Haus direkt am Bahnhof. Grosse Restaurationsterrasse mit prachtvoller Aussicht. • Zeitgemässe Preise. - Zimmer mit fliessendem Wasser. Tel. 4. Farn. Durrer-Infanger, Bes. Am Marktplatz. - Altbekanntes Haus. - Gute Küche u. Keller. Renovierte Säle m. neuzeitlicher Bühne. - Bescheidene Preise. Garage gratis. - Tel. 40. Frau Wwe. Burger. Das heimelige, gut geführte Haus, mit bekannt bester Verpflegung. - Garage. - Telephon 81.303. Besitzer: Familie Müller. Direkt am See gelegen. — Grosser Speisesaal. - Gedeckte Seeveranda Herrliche Parkanlagen. Autogarage. Tel. 17. E. Schellinn-Fehr, Bes. Dankbare Tal-u. Rundfahrten Heimelige Wochenendzi ele Reiche Auswahl an Erholungsorten. Auskünfte u. Prospekte beim Toggenburgischen Verkehrsbureau, in Lichtensteig. ' Bestgeführtes Haus, direkt an der Strasse. Fliessendes Wasser. Vorzügliche Küche und Keller; Lebende Forellen. Pensionspreis Fr. 7.-. Mittagessen v. Fr. 2.50 an. Telephon 107. N. Vetsch, Bes. Neuzeitlich eingerichtet. Schönster Autohalt an d. intern. Durchgangsroute Zürich-Engadin u. Zürich-Oesterreich. Weekendarrang. Terr.-Rest. m. prachtv. Aussicht aul See u. Berge. Vorzüglich in Küche u. Keller. Leb. Bachlorellen. Walenseelelchen. Zimmer m. (1. Wasser. Gar. Zeitgem. Preise. Tel. 5350. Gantonbein & Menzl. Direkt am Bahnhof. - Schöne Fremdenzimmer. Gesellschaftslokal; Prima Küche u. Keller. Garagen. Tel. 4709. Hch. Schänni 3 Minuten ob der Seilbahn. Prachtvolle Lage. Erstklassiges Restaurant. Pensionspreis von Fr. 10.—. Telephon 1. E. Durrer. Mit dem Wagen bis zu den blitz-blanken Boxen an der Talstation. Von da mit der Drahtseilbahn in 8 Min. mitten ins Hochgebirge. 2) Hotel Alpenblick Hotel Schäfle T.C.S. Hotel KRONE am Untersee ACS. HotelSchiffT.cs Kurhaus ToggenburgT.es A.C.S. HOTEL HIRSCHEN T.C.S. Hotel Braunwald FAH per AUTO AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 68 behalten sind. Man denke nur an Aus-beweisewüchse des Fussballspiels, des Boxens. dauer. Und was das Ausharren im kalten die Frauen unglaubliche Aus- Es gibt ausserdem keinen Sport, der dem Wasser betrifft, wird mancher Mann von menschlichen Körper so zuträglich wäre den Frauen leicht geschlagen. Während wie der Wassersport mit all seinen Betätigungsmöglichkeiten. Die Einwirkung von Luft und Sonne, die Nähe des Wassers, die leichte Kleidung, oft nur aus Trikots bestehend, vermögen den rein sportlichen Gedanken leicht in den Hintergrund zu drängen. Man denkt also weniger daran, dass der Sport vielfach nur Hindernisse überwinden, eine wettkämpferische Leibesübung sein und diese Hindernisse suchen will; man wird am sonnigen Strand zum spielenden Kinde in der besten Bedeutung des Wortes. Der Sport im allgemeinen geht von der Freude am Körper, an der Bewegung aus. Das ist dem Menschen angeboren; unwillkürlich wird der Mensch zur sportlichen Betätigung kommen. Nirgends aber wird er es so leicht können wie am Wasser, wo sich alles ins Spielerische auflöst. Diese sozusagen instinktive Freude an der Bewegung ist die beste Bejahung des Lebens. Man stelle sich alles nur so recht vor! Auf dem Wasser, am Strand, wenn rings die sommerliche Wärme brütet und hoch der blaue Himmel flirrt, dann ist das glückliche Daseinsgefühl unverkennbar zu finden. Man sehe die Kinder an! Nirgends sonst erscheint die ungebundene Natur des Kindes so klar, so unmittelbar. Und wie die Kinder, so sind die Frauen am Wasser. Ihre Gesichter sind wie schöne, offene Bücher, in denen alles Gute zu lesen ist. Mag die Frau sonst von den Sorgen des Alltags belastet sein, nah dem Wasser, im weissen, kurzen Leinenanzug hat sie alles Grau des Lebens vergessen. Dem Kinde gleich leuchten die Augen, seliges Gefühl durchflutet die schlanken, von der Sonne gebräunten Körper. Voll natürlicher Anmut, sind ihre Bewegungen ein Beweis für das Glücksgefühl, das aus gespannten und wieder gelösten Muskeln big in die Seele der Frau dringt. Das Lächeln scheint zu sagen: «Wie glücklich ich bin!» Den Männern ist all das oft nicht anzumerken; die Männer fassen den Sport viel zu wichtig auf. Der Frau ist der Sport ein Spiel; die wenigen Ausnahmen beweisen nichts. Wenn die Frauen dem Rudersport ergeben sind, so werden sie weniger den Ehrgeiz haben, in ihrem Regattaboot grosse Geschwindigkeiten zu erzielen, als vielmehr das wohlige Gefühl auszukosten, das der reine .Liebhaber des Ruderns zu schätzen weiss. Sie werden sich nicht übermüden; denn wenn auch die Uebermüdung den Menschen meist dem Sport nicht entfremden kann, so vermag sie doch dem Sport das Spielerische zu nehmen, ihn zu einer Pflicht zu machen, so dass man vergleichsweise mit geschlossenen Augen letzte Kräfte aus sich herausholt. Dass dieses Verhalten jedem Sport gegenüber der Natur der Frau entgegensteht, fühlt die Frau selbst. Und so sind es die Frauen, die das Spielerische des Sportes bewahren. So lieben es die Frauen und Mädchen, am Strand das gesunde Spiel mit dem Medizinball zu pflegen. Man treibt dabei Sport, ohne daran zu denken; man spielt. Und das ist ja schliesslich der beste Sinn. Der Medizinball gibt die mannigfachsten Möglichkeiten zur körperlichen Ertüchtigung; jeder Muskel wird beschäftigt. Und immer ist das Spiel heiter, unbeschwert. Ohne den Medizinball ist das Leben am Wasser nicht mehr zu denken; er ist die lederne Zauberkugel des Sportes. Das schon erwähnte Rudern wird gruppenweise als Regattarudern betrieben; aber auch die einsame Ruderin im kleinen Kahn oder irn^ Faltboot ist anzutreffen, und immer grüsst einen das glückliche Lächeln eines heiteren Frauengesichtes. Und die Sonne schmiegt sich an braune Arme und Beine, und der laue Wind streicht darüber hin. Die Frau macht dem Mann keine Konkurrenz; bei ihr wird der Sport, im besonderen der Wassersport, nie verzerrt. Denn die echte, die wahre Frau vergisst nie das Weibliche an ihr. Auch beim ermüdenden Sport wird sie daran denken, dass natürliche Schönheit und Weiblichkeit nie ins Männliche einschlagen darf, soll sie nicht zu dem werden, was lächerlich macht, was man mit dem Namen Sportfexerei bezeichnet. Freilich gibt es unter den Frauen am Wasser auch ehrgeizige Naturen. Sie rudern in ihrer verankerten Trainingskiste, wie ein boshafter Wassersportler sagte, als gälte es, den Ozean zu überqueren. Sie treiben diese sehr anstrengende Tätigkeit mit einer Beharrlichkeit, dass mancher Mann beschämt davonschleicht. Es mag sein, dass dann eine der Damengruppen bei einer Regatta einen Preis macht; den wahren Preis machen nur die Frauen, die den Sport am Wasser nicht so sehr übertrieben, dass die Natur der Frau verleugnet wurde. Auch im Wasser selbst sind die Frauen in ihrem Element. Als Schwimmerinnen der tüchtige Schwimmer zähneklappernd am Ufer seine Freiübungen macht, um sich Wärme zu schaffen, schwimmt oder crawlet die Frau im Wasser umher und lacht über das starke Geschlecht. Die Frauen am Strand machen das Leben bunt und leicht. Sie nehmen den oft nur zu rasch enteilenden Stunden jede Schwere. Unsere Zeit gibt dem Grossstädter in der heissen Sommerzeit oft als einzige Erholung den Aufenthalt am Wasser, das Glück der Stunden am Strand. Und da ist die Frau längst gleichberechtigt; sie braucht nicht mehr — wie noch vor wenigen Jahrzehnten — abgesondert und in Hüllen gekleidet, die die Sonne mehr abhielten als auf den Körper einwirken Hessen, einen Wassersport treiben, der nichts anderes war als eine Karrikatur. Die Schönheit des Lebens am Wasser wirkt sich im Gemüt so glücklich aus, dass nie genug geraten werden kann, es möge jeder Mensch, besonders die Frau, die Mutter, das Mädchen, das einmal Mutter sein soll, seine freien Sommerstunden nah dem Wasser verbringen. Luft, Licht, Wasser, die wunderbare Dreiheit natürlicher Gesundheitsmittel, wirken so beglückend auf Körper und Geist ein, dass man noch die langen Monate der kalten Jahreszeit davon zehren kann. Es muss nicht unbedingt ein moderner und berühmter Badestrand sein; je einsamer der Strand ist, um so besser! Hinsinnen in sonniger Einsamkeit, hinträumen, die schönen Erinnerungen festhalten, den warmgebrannten Körper in die Flut tauchen: in seiner Heimat findet das ein jeder; denn die Heimat hat alles für uns bereit! J. R. Tourismus Schönes — unbekanntes Frankreich Von Th. B. Strasser. (Fortsetzung von «A.-F.» Nr. 65 und 66.) Ueber Narbonne, wo die Hauptstrasse nach der spanischen Ostküste abzweigt, und Le- 'zignan, einem unscheinbaren kleinen Städtchen, in dem man aber nicht ungern einkehrt, weil es sich dort weiter fürstlich (und billig!) tafeln lässt, gelangt man — nach 225 km seit dem pont du Qard — zu einem weitern Wunder des südlichen Frankreich, nach Carcassonne. Freilich nicht sogleich. Denn mit des Geschickes Mächten und des besten Autos Tücken... Doch nein, der Wagen war unschuldig. Nur meine eigene Dummheit oder sagen wir, unter Berücksichtigung mildernder Umstände, Unerfahrenheit Hess uns kostbare Zeit verlieren. Kurz und bündig: wir sassen fest. Mitten auf der grand'route, die sich hier durch leichtgewell tes, schattenloses Weinland zieht. Und übet uns blaute der wolkenlose Himmel des Midi, brannte erbarmungslos die Mittagssonne. Eben noch in sausender Fahrt, spürten wir wenigstens den frischen Luftzug; um so niederträchtiger umklammerte uns jetzt di€ windstille Atmosphäre. Es war, als wollte sich die Luft, die sich sonst von uns so willig verdrängen lässt, einmal gründlich rächen. So haben wir ihren gewichtigen Druck nie auf uns lasten gespürt. Ein Radwechsel! Sie lachen? Gut; wechseln Sie einmal dort unten unter gleichen Verhältnissen ein Rad, und ich wette, dass Sie nichts mehr zu lachen haben. Und der Gipfel jener Perfidie war, dass keine Spur eines Nagels oder sonstigen Eindringlings zu finden war, dass wir langsam die Ueberzeugung gewinnen mussten. dass sich bei etwas vernünftigerem, den Temperaturverhältnissen besser angepassten Fahren das Verhängnis hätte vermeiden lassen: es ist lediglich einem alten Flick zu warm geworden, und da wir ihn überdies durch unsere allzu brutale Fahrt über die teilweise hartholperige Strasse quälten, suchte er sein Heil in der Flucht, uns überlassend, das Loch zu stopfen, das er zuvor so gut behütete. Einem besser gefederten, modernen Wagen wäre das wohl nicht passiert; unserm sonst so braven, aber kleinen Wägelchen älteren Datums musste es geschehen. Wie oft habe ich schon schonungslosen Draufgängern Vortrag gehalten über das, was billigerweise von einem bestimmten Maschinentyp erwartet werden darf und was nicht. Diesmal aber trabten alle die gefres- Zürich m vom H bahnhof TAIAMI« l« HKIW+I 7!m»nn.n

-TOS4 AtTTOMOBIL-KEVUE 17 senen Kilometersteine heran, ein grinsendes Spalier bildend, und gaben mir zu verstehen, dass es durchaus nicht genügt, nur andern gute Lehren zu erteilen... So gelangten wir nach diesem sehr nnbequemen, aber lehrreichen Aufenthalt mit reichlicher Verspätung nach Carcassonne (225 km vom pont du Qard, 555 von Genf). Wenn es Ihnen einmal auf unserer Welt zu bunt wird und Sie ihr entfliehen möchten — in unseren Tagen ist dieser Wunsch ja verzeihlich —, dann fahren Sie nach Carcassonne! Schon vor der porte narbonnaise schwindet Ihnen jede Erinnerung an das Leben, das Sie eben hertrug. Sie dringen in ein Märchenreich. Jahrhunderte, Jahrtausende sogar umfangen Sie und ihre stummen Zeugen lassen Sie im Innersten erschauern. Sie treten durch das turmgekrönte alte Burgtor in eine andere Welt. Nicht nur ein einziger Hof, in dem ein Schloss sich erhebt (wie Sie es von unsern heimatlichen historischen Stätten her kennen) ersohliesst sich, nein, eine ganze mittelalterliche Stadt ist hier zum ewigen Denkmal erstarrt, und Sie durchwandern ihre engen Gassen, ihre Gürtelzonen zwischen den Wällen (deren äusserer anderthalb Kilometer misst.O, ihre Turmgemächer, ihre Burg, ihre Kirche, als wäre all ihr bisheriges Dasein unwirklich geworden, als wären sie um Jahrhunderte zurückversetzt und müssten die Geschicke des blutigsten Mittelalters mittragen helfen. Und dann solsen Sie fassen, was Ihnen der Führer erzählt: dass hier schon die ureingesessenen Kelten eine starke Festung hatten, dass die Römer auf dem sich über der fruchtbaren Ebene der Aube erhebenden Hügel ein machtvolles Bollwerk bauten, dass Westgoten, Sarazenen, das Geschlecht der Trencavel ihre Mauern und Türme, ihre Wohnstätten und Kirchen auf den uralten Fundamenten weiterbauten. Sie hören das alles. Aber was sind Ihnen die römischen Quader, das gotische Mörtelwerk aus den Kieseln der Aube, der Unterschied zwischen den halbrunden und oktogonen Türmen verschiedener Epochen! Sie fassen all das Erklärte, all das Geschaute "• doch nicht. Traumwandel hält Sie umfangen. " Selbst das mystische Halbdunkel der prächtigen gotischen Kathedrale kann Ihre Ehrfurcht nicht mehr steigern. Und wenn Sie endlich, müde und wohl auch durstig, sich auf der Bastei niederlassen, kommt Ihnen der groteske Anachronismus kaum mehr zum Bewusstsein: Sie sitzen, lebendiger Sprössling des 20. Jahrhunderts, mitten in einem Gürtel antiken Gemäuers, mittelalterlicher Schiesscharten und Türme und schlürfen... modernen KaMee. Lassen Sie sich dann auf keinen Fall durch Erklärungen in Ihrer Ruhe stören, denn es würde Ihnen sonst einer die unerbauliche Mitteilung machen, dass der behäbige, breite Turm zuvorderst in der endlosen Reihe seiner Kumpane der Inquisitionsturm ist. — Aber vergessen Sie nicht, dem Speisesaal eines der bekanntesten Hotels in Carcassonne einen Besuch abzustatten. Er ist, wie das ganze Hotel, in N äusserst glücklicher Weise in die Mauern des malten Schlosses eingebaut. Die Restaurierung hat sich peinlich an die gotischen Formen gehalten. Nichts verrät den modernen Zweckbau. Der Saal, ganz auf den warmen braunen Ton des reichgeschnitzten Holzwerkes der Decke, Säulen und des Mobiliars eingestellt, erhält sein besonderes festliches Gepräge durch die Wand- und Bodenbekleidung, die einheitlich die traditionellen goldenen Lilien auf sattblauem Grunde tragen. Da müssten doch eigentlich nur die Edeln mit ihren Damen in der färben- und formenreichen Pracht der Zeit verkehren, und wäre es auch nur so, dass wir den. staubigen Automantel an der Garderobe gegen einen Rittermantel auszutauschen gezwungen würden! Dass wir trotz aller Verzückung und Entrückung moderne Menschen geblieben waren, das wurde uns blitzartig bewusst, als wir nach Verlassen des Wunderwerks unsern Wagen besteigen wollten und entdeckten, dass wir wieder einmal platt sassen. Es hatte sich nochmals ein alter Flick auf gel der Walser den Weg In die Welt schnüre das Bündel, versorg' Dich mit Geld, Nimm Rurf-Coni«rv«n mit zu fröhlichem Schmaus. Und laue den Kummer und die Sorgen zu Haus. Wanderschaft begeben. Der reparierende Garagist tröstete uns: wir seien die ersten nicht; er hätte heute mit einem ganzen Stab von Gehilfen überhaupt nichts anderes tun können, als Pannen solcher Art zu beheben. Glückliche Werkstätten, denen die Sonne, üble Strassenstücke und noch üblere Fahrkünste dermassen das Handwerk stützen! — Von Carcassonne führt die Strasse den Pyrenäen entgegen, über Anhöhen mit wundervollen Fernblicke, durch fruchtbare Ebenen, interessante alte Städtchen oder Schluchten, aus denen plötzlich, in der Talsperre, Raubritterfesten auftauchen. UeberaM sind Abzweigungen, die in tiefeingeschnittene Bergtäler führen, die unter sich wieder durch fahrbare Uebergänge, mit zum Teil herrlichen Ausblicken auf die Kämme des Hochgebirges, verbunden sind. Ein Blick in die gewal tigen Stauwerke der Garonne zwischen St. Gandens und Montrejean zeigt uns, dass auch hier in der Ausbeutung der Wasserkräfte Vorbildliches geleistet wird. (Fortsetzung folgt.) Zuerst die Heimat. Was denkt Ihr von einem Manne, der auf einem Baum sitzt und im Begriff ist, den Ast abzusägen, der ihn trägt? Der beständig weiter sägt, obgleich man ihm Ton allen Seiten zuruft, Einhalt zu tun? Der Mann, der den Ast absägt, auf dem er sitzt, ist das Schweizervolk. Der Ast ist unsere Existenz, unser gutes Geld, der Lebensnerv unserer Volkswirtschaft. Die hohe Währung unseres Landes bildet für viele einen unwiderstehlichen Anreiz, das in der Schweiz verdiente Geld ins Ausland zu tragen. Die Folge davon ist, dass die Schweiz — und zwar jeder Einzelne von uns — immer ärmer wird. Das Geld, das wir ausgeben, schafft Arbeit, schafft uns selbst auf Umwegen wieder Verdienst — aber nur im eignen Lande. Was wir heute ins Aueland tragen, ist für den inländischen Umlauf so gut wie verloren, und wir machen trotz dem Kursgewinn ein miserables Geschäft; denn "wir zehren von der Substanz, wir verschwenden Reserven. Die Schweiz will und darf nicht Autarkie treiben, wie es in manchen Ländern gemacht wird. Aber sie darf sich auch der Erkenntnis nicht verechliessen, dass heute zwangsläufig jeder Staat ein Wirtschaftsgebiet für sich bildet, und dass auch wir unter uns solidarisch sein müssen. Wir appellieren darum an die wirtschaftliche Eineicht des Schweizervolkes, wenn wir alle, die sich auf Reisen zu erholen gedenken, inständig auf •den Ernst und die Tragweite dieser Zusammenhänge hinweisen. Alle auf den Verkehr angewiesenen Zweige haben sich den veränderten Verhältnissen durch ganz beträchtliche Tarif-Reduktionen angepasst. DM Gastwirtschaft«- und Verkehrsgewerbe ist mit allen übrigen Zweigen des Erwerbslebens — auch mit demjenigen, aus welchem du, verehrter Leeer, deinen Lebensunterhalt beziehst auf Gedeih und Verderb verknüpft. Sägen wir uns die Erwerbszweige nicht ab, auf denen wir sitzen. Und noch etwas: Die Schönheiten, die die Natur unserer Heimat beschert hat, findet ihr nirgends sonst. Also wenn wir reisen, dann zuerst in der Heimati (svz) Technisches über die Schweizer Alpenstrassen. Die Alpenstrassen unterscheiden eich von den Strassen des Flachlandes vor allem dadurch, dass sie sehr bedeutende Höhenunterschiede in möglichst gleichmässigem Steigen und Fallen zu überwinden haben. Die Steigung der Alpenstrassen wird in der Schweiz in Prozenten bezeichnet, d. h. nach der Höhe in m, am welche die Strasse auf 100 m Länge ansteigt Die modernen Alpenstrassen haben normalerweise 8% Steigung, in einzelnen Fällen aber 9 oder höchstens 10%. An den altern Strassen ging man jedoch bedeutend höher, so dass man an der Furka-, an der Flüela- und der Malojastrasse Stei-i gungen bis zu 11%, an der Lenzerheide, am Julier und am Bernhardin bis zu 12%, am Simplon bis zu 13 und an der Strasse nach Avers-Cresta ins zu 14% feststellen kann; doch erreicht erst der Grosse St Bernhard das Steigungsmaximum mit 1,6%. Die Breite der Passstrassen ist innerhalb des schweizerischen Alpenstrassennetzes wie auch innerhalb ein und derselben Strasse sehr veränderlich. Die Strassen wurden fast alle im 19. Jahrhundert für die Pferdepost und das Pferdefuhrwerk gebaut. Darum begnügte man sich im Durchschnitt mit Fahrbahnbreiten von 4 bis 5 m; die Simplonstrasse weist durchgehend 7 bis 8 m nutzbare Breite auf; der Gotthard hat bis 6 m Breite, ebenso Brünig und Splügen. Die Breite ist aber noch oft durch tiefe Seitengräben beeinträchtigt. Bei dem bestangelegten Schweizerpass, dem Klausen, beträgt die Minimalbreite 4,8 m. Zwischen 4 und 5 m breit sind die meisten Alpenstraesem Die Schweizer Alpenpässe sind seit Jahren im fortwährenden Ausbau begriffen. Die notwendigste Verbreiterung der Strassen wird zunächst durch die Schaffung von zahlreichen Ausweichstellen und durch geräumige Erweiterung der Kurven vorgenommen; dabei wird auch das Strassenprofil in den Kurven den Bedürfnissen des Automobilverkehrs angepasst, indem der äussere Rand der Kurve eine Hebung erfährt. Ohne Kurven keine Alpenstrasse! Es gibt kurvenreiche Strassenstrecken, die ein Vielfaches der Luftlinienentfernung zwischen den gleichen Punkten darstellen. So misst die Strecke Totensee-Gletsch an der Grimsel in gerader Entfernung \YT km, die Strasse legt aber 5,6 km zurück bei 400 m Höhenunterschied. In der Val Tremola an der Südrampe des Gotthard kommen auf 0,98 km Luftlinie 4,5 Strassenkilometer mit nicht weniger als 24 Kehren. Eine Passfahrt im Automobil gehört zu den grossen Erlebnissen, die ihre Spannung nie verlieren, wie oft man sie auch wiederholen mag. Jeder Pass hat seinen eigenen Charakter nach Landschaft, Strassenführung und Baukunst. Die Schönheiten, die die Schweizer Alpenstrassen erschliessen. sind unerschöpflich. Humor Wo nichts zu wehen Ist