Aufrufe
vor 5 Monaten

E_1934_Zeitung_Nr.070

E_1934_Zeitung_Nr.070

10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N 70 Hitze über der Murtenstrasse in zitternden Wellen flimmerte. Gleich bei diesem ersten Besuch konnten sich auch die fremden Fahrer davon überzeugen, dass in Bern eine grosse und gelungene Sache gewagt worden war, die zum vornherein alle Vorbedingungen zum glänzenden Erfolg in sich schliessen musste. Längs der Strecke zieht sich an vielen Orten, erst ganz kürzlich noch montiert, als eine Art Gleitschutz, ein Zaun, aus von Pfählen gehaltenen Brettern gebildet. Die imponierende Tribüne, die nun weit geöffneten Boxen mit den Namen der Konkurrenten darüber, das aus seinem Dornröschenschlaf erwachte Zeitmesserhaus — alles das wurde zum packenden Rahmen für dieses «Privatrennen», das die Fahrer sich selbst und einer verhältnismässig grossen Zahl von Besuchern und Leuten vom Bau lieferten. Um 2 Uhr schoss der prachtvolle Wagen der Rennleitung mit der Fahne über die Bahn, und dann brach sich schon einige Minuten später das erste Aufbrüllen eines Kleinwagen-Motors im schattenkühlen Wald. Auf Lastwagen, Anhängern und zum Teil auch mit eigener motorischer Kraft waren die Vollblütler der Rennbahn herangeführt worden, und die Fabriken rückten mit ihrem ganzen imponierenden Personal an. Das schien, als würden Truppen eiligst zur Schlacht geführt, diesmal allerdings zu einem friedlichen Kampf um sportliche und technische Vorherrschaft. Unter dem grossen Fahnenwald mit Flaggen aus allen Ländern bauten Freund und Feind friedlich miteinander, und während auf der Bahn die einen ihre ersten Trainingsläufe vollendeten, Hessen die anderen von ihren Mechanikern die letzte Hand anlegen. Alles, was im internationalen Autosport Klang und Namen hat, fand sich während diesen drei ereignisreichen Nachmittagen bei den Boxen ein. Während die Kleinwagen fleissig ihre Runden drehten und mit erstaunlicher Schnelligkeit vor der Zielanlage vorbeidonnerten, dass der Lärm der Kompressoren sich unter dem hohen Tribünendache brach, waren die Mechaniker und Rennleiter der grossen Fabrikmannschaften und Rennställe eifrig mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt. In Reih und Glied standen die drei Alfa-Romeo-Monoposto der berühmten Scuderia Ferrari, und die flinken italienischen Mechaniker waren eifrigst damit beschäftigt, jedermann von den ihnen anvertrauten Rennern wegzuhalten. Die drei Auto-Union-Wagen waren sorglich mit einer grossen Zeltdeclte überbreitet, damit nicht einmal die Sonne den empfindlichen Maschinen etwa schaden könnte. Mercedes- Benz fand sich ganz am unteren Ende der Boxe, und auch hier sahen die Mechaniker zwanzigmal die gleiche Schraube und den gleichen Pneu an. Dann, wie es gegen 3 Uhr rückte und alle die Herren Graf Castelbarco, Vcyron, Ruesch, Kessler, Malaguti, die hochblonde zierliche Mme. Itier, die Polin Mme Kozmian, der Deutsche Burggaller, der stets gleich ruhige und bedächtige Earl Howe mit abgestelltem Motor unheimlich leise zu den Boxen geschlichen kamen, wurden die grossen Maschinen nach vorn gestosson, wo sie wieder in Reih und Glied aufgestellt wurden. Friedlich lagen diese schnellsten Wagen der Welt nebeneinander, und nichts Iiess vermuten, dass schon in wenigen Minuten ihre ungeheure Kraft in wahren Explosionen ausbrechen würde. Da tauchte auch als Erster Tazio Nuvolari auf, klein nnd schlank, mit seinem hageren, fast fanatischen Gesicht. Ein Lächeln umspielte seine Lippen, wie er sich gemütlich auf den Tisch vor den Boxen setzte und links und rechts die Hände drükkon musste. Seinem Bein ist nichts mehr anzusehen, und auch sein Gang ist wieder normal geworden. Und da stand auch Varzi neben ihm, die unzertrennliche Zigarette in der Hand, gross, stark und männlich; sein prachtvolles Gebiss leuchtete bei jedem Lachen hell in der Sonne. Louis Chiron, der ewige Spassvogel, tanzte zum Takt eines Walzers, den der Lautsprecher dröhnen Iiess, und auch Ghersi begrüsste Feind und Freund mit der gleichen Herzlichkeit. Die Deutschen bekümmerten sich weit mehr um ihre Wagen. Hans Stuck, im sauberen weissen Dress, frisch und jugendlich, beugte sich immer wieder über seinen Wagen, Sebastian stand mit nachdenklichem Gesicht daneben, und der kleine Momberger mühte sich mit seinem Trainingsgewand. Auch unten bei den Mercedes-Benz tauchte Caracciola, ernst und schweigsam auf, Fagioli plauderte mit seiner blonden Frau in der Boxe, und Manfred von Brauchitsch strahlte übers ganze Gesicht. Dreyfus sass neben seiner Frau in der Boxe, lächelte geheimnisvoll, und schien bereit, mit jedem Freundschaft schliessen zu wollen. Ueber allem wachten die grossen Männer Dr. Porsche, Walb, Neubauer, der Chef der Scuderia Ferrari — und mit Ruhe sahen sie dem Start entgegen. Dann — wie dieser nahe rückte, zählten sie leise, gaben kurze Anweisungen, und einer nach dem anderen der Fahrer setzte sich, nun doch etwas nervös, in den Wagen. Noch ein paar kurze Worte, der Motor wurde angedreht, ein Brüllen, und los ging die tolle Fahrt. Rennfahrer sind ein viel gesprächigeres Volk, als man gemeinhin denkt, und gar über die gesamte Rennanlage wusste jeder gerne etwas zu berichten. Hans Stuck, der Spitzenfahrer der Auto- Union, ist überaus angenehm überrascht von diesem Grossen Preis der Schweiz, und kargt auch nicht mit Lobesworten für die glänzende Organisation. «So was findet man wirklich nicht alle Tage», meinte er staunend. «Doch, wissen Sie, diese Strecke hat es in sich, die ist wundervoll ausgebaut, einzigartig schön, aber infam giftig. Da kann man ja überall schnell fahren, da gibts überhaupt keine längeren Partien, wo es langsam geht. Das Ueberholen ist ein Kunststück, das sag ich Ihnen!» Und Manfred von Brauchitsch, noch erhitzt und dampfend von der Fahrt, meint" so schwer wäre nicht einmal der Nürburgring. So etwas von Schnelligkeit auf einer Strassenrundstrecke sei ihm noch kaum vorgekommen! Und dann plötzlich mit freudigem Gesicht: «Aber wissen Sie. in der Schweiz ist es schön! Ach, und dieses Bern! Zum ersten Male sehe ich diese herrliche, wunder-wundervolle alte Stadt. Sie gefällt mir so unendlich!» Auch Fagioli, Caracciola, die Ferrari-Leute, sie finden diese Strecke überaus schnell und deshalb ziemlich schwierig. Das Publikum wird was zu sehen bekommen, meinten sie alle — und das ist auch unser Wunsch! Während diese Zeilen entstehen, brandet durch Bern der grosse Verkehr des Samstagabends. Wagen aus allen Kantonen, auch viele Ausländer, sind zu sehen. Schon in Stunden ist der Grand Prix Wirklichkeit... bo. Die Trainingstage. Der erste Tag. Donnerstag, den 23. August. Diesem Tag ging für den Grossteil des Organisationskomitees und der Rennleitung eine Reihe von Wochen, ja Monaten angestrengtester Arbeit voraus. Es war keine Kleinigkeit, erstmals in der Schweiz eine Veranstaltung aufziehen zu wollen, die von allem Anfang an mit klassischen Rennen anderer Staaten auf eine Stufe kommen sollte, obwohl das Ausland über eine jahrzehntelange Erfahrung verfügt. Was die Routine ausmacht, stellt man immer wieder beim Besuch derjenigen Grossen Preise fest, deren jährliche Wiederholung zur Regel geworden ist. Der gesamte Organisationsapparat bleibt praktisch von Jahr zu Jahr auf Pikett gestellt, so dass im gegebenen Moment alles ohne übermässige Vorbereitung, ohne Aufregung und Hast, ohne die Ungewissheit, wichtige Umstände übersehen zu haben, ganz selbstverständlich und wie von selbst in Funktion tritt. Nicht, dass es dabei etwa an Arbeit fehle, aber es bedarf fast keiner Aufbautätigkeit mehr, und die verschlingt bekanntlich am meisten Kräfte. Bern durfte sich auch nicht damit begnügen, bescheiden anfangen zu wollen, um dann im Laufe der Jahre das Rennen stufenweise zu einem wirklichen Grossen Preis auszubauen. Die Vertreter der Fabriken und Fahrerelite, welche während der Rennsaison wochenlang unterwegs sind und von einem internationalen Platz zum andern eilen, um ihren vielseitigen Verpflichtungen nachzukommen, sind durch die ausländischen Veranstaltungen in jeder Beziehung verwöhnt. Bern kann sich daher nur dann das notwendige Ansehen schaffen und auch in kommenden Jahren mit der Beteiligung der Besten rechnen, wenn es auf den ersten Anhieb den Standard erreicht, den die übrigen" Grossen Preise gesetzt haben. Nach allem, was man aus Fahrerkreisen gleich am ersten Tage hörte, dürfen die Organisatoren die berechtigte Hoffnung hegen, die Partie zu gewinnen und Bern ein Ansehen zu verschaffen, welches der Stadt und dem Rennen das dauernde Interesse und die Sympathie der Fahrer sichert. In der Tat war die unermüdliche Vorbereitung, die in einem bis in alle Details festgelegten Organisations- und Betriebsplan gipfelte, nicht umsonst gewesen, denn von der Absperrung der Strecke an bis zum Trainingsschluss arbeitete der ganze Hilfsapparat wie eine gut eingelaufene Maschinerie. Jeder setzt an seinem Posten seine ganze Persönlichkeit ein und ist bestrebt, kleine Unebenheiten auszufeilen und aus den ersten Beobachtungen die richtigen Konsequenzen für seine weitere Tätigkeit zu ziehen. Und nun zu den Hauptpersonen des Tages, den Fahrern! Da die Strecke für alle Neuland bedeutet und ein jeder bei der so hervorragenden Besetzung weiss, dass es am Sonntag hart auf hart gehen wird, so setzte schon am Donnerstag eine recht rege Trainingstätigkeit ein, die überraschende Resultate zeitigte. Es zeugt für das hohe Können der Beteiligten, dass nach den wenigen Runden, welche der Erkundung der Piste dienten, Zeiten gefahren wurden, die man kaum für das Rennen selbst erwartete. Auch die qualitative Ausgeglichenheit des Feldes und der Mehrzahl der Maschinen kam dabei deutlich zum Ausdruck, indem die Zeiten der verschiedenen Fahrer nur wenig von einander abweichen. Es ist wirklich erstaunlich, mit welchem hervorragenden Einfühlungsvermögen die Piloten sich in kürzester Zeit mit den Besonderheiten der Strasse vertraut machen. Wenn im allgemeinen der Strecke hohes Lob zuteil wird, so bleiben je nach der Veranlagtmg der Fahrer und den besonderen Eigenheiten ihrer Maschinen natürlich immer noch eine Reihe von Wünschen offen. Besonders diejenigen, deren Maschinen sehr hohe Endgeschwindigkeiten zu erzielen vermögen, vermissen vermehrte und längere Geraden, auf welchen sie auf Zeitgewinn fahren könnten. Andere wieder, die ihre Chancen auf das glänzende Anzugsvermögen ihres Motors stützen, möchten mehr spitze Kurven eingeschaltet haben, um hier brillieren und den Konkurrenten Sekunden abgewinnen zu können. Als recht heikel erweisen sich verschiedene Teilstücke, in welchen sich mehrere Kurven aneinanderreihen, die zwar ein teilweises Schneiden derselben gestatten, keinesfalls aber Weg genug frei lassen, um hier einen Vormann überholen zu können, es sei denn, dass dieser getreulich dem Strassenverlauf folge, was wohl die seltene Ausnahme sein dürfte. Dass aber die Strecke insgesamt doch zu den schnellsten gehört, zeigten bereits die Rundenergebnisse, die auf Tempi bis zu 147 Stundenkilometer heraufkletterten, wobei vor den Tribünen mit Geschwindigkeiten zwischen 240 und 260 km/St, passiert wurde. Schon harte sich ein recht zahlreiches Publikum eingefunden, das natürlich den neuen obengesteuerter G-Zyllnder-nnotor 8 Steuer-PS 34 Brems-PS 2 Solex-Vergaser Automatische Startvorrlohtung Rohrrahmen Schwingachsen Oelstossdämpfer Zentral-Chassia-Schmferung Kofferraum 4 Vorwärtsginge (3. u. 4. synehr.) Fussabblendung Zahnstangen-Elnzelradlenkung über 100 km maxlmum Tempo bis 38'/« Dauer-Bergstelgfählgkelt Limousinen Cabrio-Limousinen Cabriolet m.echt. Lederpolsterung der bergfreudigste Wagen siegt als Eauine überlegen an der aller leichten Internationalen Alpenfahrt und gewinnt in seiner Gruppe (IV 1100-1500 cem) den Alpenpokal Vertretung für Basel-Stadt, -Land und Umgebung: PERCY WOEDMER Garage Moderne Aeschengraben 13 - Tel. 24.800 BASEL Ob schöne oder vernachlässigte Strassen, nasse oder schlüpfrige Wege, stets bietet der zuverlässige mit seinem ausgezeichneten Gleitschutz VOLLKOMMENE SICHERHEIT General-Vertreter für die Schweiz der PNEUMATIK-FISK MAX HUNZIKER - ZÜRICH 4 Stauffacherstrasse 41 - Telephon Nummer 39 .1 22

N° 70 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 11 deutschen Maschinen, über die bereits so viel Neuartiges und Rühmliches geschrieben worden war, ein ganz besonderes Interesse entgegenbrachte. Ueberhaupt erwiesen sich die Zuschauer als gute Kenner des Automobilsportes, die in bezug auf Fabrikmarken und Fahrer meist so gut im Bilde waren, wie die ältesten Routiniers. Auch punkto Sportfreundlichkeit darf dem Berner Publikum das beste Zeugnis ausgestellt werden. Kaum war irgendwo vor einer Garage eine der Rennmaschinen zu erblicken, so war sie gleich von Interessenten und «Kennern» umringt. Die Oeffentlichkeit ist immer alarmiert, wenn das Schicksal den einen oder anderen Fahrer abberuft. Und doch scheint selbst der Rennsport eine gesunde Betätigung zu sein, denn in den Reihen der Fahrer, wie auch der zugehörigen Hilfsmannschaften, finden sich Leute in guten Jahren. Wohl der Senior der Piloten ist Rar] Howe, ein englischer Spörtsmann und Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle. Es würde ein Buch füllen, wollte man all die Rennen aufzählen, die er schon bestritten hat, und noch gehört er trotz seiner 50 Jahre zu den ewig Jungen. Nuvolari, der erklärte Liebling Tausender von Rennbesuchern, hat ebenfalls schon die Vierzig überschritten und ist stets noch einer der gefürchtetsten Kämpen. Aber auch im Heerlager der Helfer Finden wir alte Soldaten, die zwar den Rennsport, den sie meistens in früheren Jahren betrieben, endgültig aufgegeben haben, aber ohne die die grossen Rennen gar nicht denkbar sind. Wer kennt — um nur ein Beispiel zu nennen — in den aktiven Sportkreisen nicht die sympathische Erscheinung des schnauzbärtigen Dietrich vom Continental-Reifenlager, der nun seit guten dreissig Jahren überall mit dabei war. Der erste Trainingstag verlief in bester Ordnung und ohne die geringste Störung. Er war ein ausgezeichneter Prüfstein für die gesamte Organisation, und Herr Huber, der umsichtige Chef des grossen Rennapparates, durfte mit Befriedigung die Schlussflagge senken, als das Programm abgewickelt war. Die besten Rundenzelten vom Donnerstag. Kleinwagen. Zeit Std.-Mittel E. G. Burggaller (Bugatti) 3,21 124,208 km/St. Grosse Wagen: Hans Stuck (Auto-Union) 2,58 147,243 A. Hornberger (Auto-Union) 3,01 144,796 R. Caracciola (Merc.-Benz 3,02 144,000 L. Fagioli (Mercedes-Benz) 3,02 144.000 L. Chiron (Alfa Romeo) 3,05 141,664 Der zweite Tag. Freitag, den 24. August. Diesmal setzte kurz nach Mittag schon eine eigentliche Prozession von erwartungsvollen Zuschauern nach der Rennstrecke ein, und bald füllte sich die imposante Tribüne weit über die Hälfte an. Aber auch in der Nähe der interessantesten Kurven, besonders im «Sunny Corner», wie die Eymatt getauft wurde, und beim Forsthaus standen die Leute in dichten Reihen. Sie sind bestimmt auch auf ihre Rechnung gekommen und werden wohl alle den festen Entschluss gefasst haben, am Sonntag den Höhepunkt der Veranstaltung mitansehen zu wollen. Der geplagte Finanzminister mag ob dieser Aussicht auf gefüllte Kassen geschmunzelt haben, und wir möchten es ihm von Herzen gönnen, wenn ihm damit die so grosse Sorge und Verantwortung um das finanzielle Ergebnis des Wagnisses abgenommen werden kann, denn bis jetzt sah er nur sich die Posten in erschreckendem Masse auf der Passivseite anhäufen! Sämtliche Konkurrenten der grossen Klasse hatten sich eingefunden und nützten .die ihnen eingeräumte Zeit eifrig und systematisch aus. Es wurden durchwegs ein Dutzend und mehr Runden gefahren, und dies nicht etwa, weil die Rennbestimmungen die Absolvierung von wenigstens zehn Trainingsläufen verlangte, sondern weil ein jeder nur zu gut weiss, auf was es ankommt und um was es am Sonntag geht. In den Boxen lagen die Vertrauensleute eifrig dem Zeitnehmerdienst ob, und sie mögen bei der Bedienung ganzer Uhrenserien ebenso geschwitzt haben wie die Piloten, denen die sommerliche Wärme recht zu schaffen machte. Wie zu erwarten war, hat sich die Zahl der Runden, die unter drei Minuten Zeit zurückgelegt wurden, gegenüber dem Vortage ganz gewaltig erhöht und auch die Differenzen zwischen den einzelnen Ergebnissen wurden immer geringer. Eine eigentliche Sensation bildeten die Leistungen von Dreyfus, dem einzigen, aber auch bestqualifizierten Vertreter von Bugatti.' Er erreichte mit 2' 54 ein Stundenmittel von 150,621 km/St, und erwies sich als der schnellste Mann des Tages. Er bewies damit, dass Bugatti seit dem Beginn der Saison nicht untätig blieb und die ersten Scharten auswetzen will. Bereits hat der Grosse Preis von Belgien einen überwältigenden Sieg für seine Maschinen gebracht, so dass den Deutschen der mögliche Erfolg in Bern sehr schwer gemacht werden wird. Dafür sorgen auch die Alfa-Leute, die mit ihren Trainingsresultaten mit in vorderster Reihe stehen. Wenn sie keine Spitzenzeiten gefahren sind, so schätzt man doch die Scuderia als ernster Anwärter au! den Sieg ein. Die Maschinen sind freilich nicht so schnell wie die deutschen Wagen, aber gerade die Bremgarten-Streeke erlaubt gar keine Höchstgeschwindigkeiten. Dann stellt Alfa wohl die ausgereifteste Konstruktion dar, die nun in den letzten drei Jahren in den schwersten Prüfungen standgehalten hat, wobei die gesammelten Erfahrungen unermüdlich für die weitere Vervollkommnung der Konstruktion Anwendung fanden. Dazu muss der Scuderia wohl das Zeugnis ausgestellt werden, dass sie als Equipe wohl die homogenste Fahrergruppe darstellt, die mit Chiron und Varzi zwei Trümpfe in Händen hat, um die sie gewiss in anderen Lagern mit Recht beneidet werden. Stuck führte neuerdings bei den deutschen Maschinen an. Ihm scheint der Bremgarten-Circuit ganz besonders zu* liegen und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass ihm der am Abend bei der Auslosung der Startreihenfolge zugefallene Startplatz Nr. 1 auch den Hauptgewinn in der Lotterie vom Sonntag bringen kann. Sein Markenkollege Momberger legte sich übrigens auch sehr tüchtig ins Geschirr und vermochte mit Stuck das Tempo von über 148 Stundenkilometer zu halten. Von den Konkurrenten der kleinen Klasse standen immer noch die beiden Deutschen Hummel und Krebs aus. Sie werden am Samstag, sofern sie noch ihre zehn Pflichtrunden überhaupt absolvieren können, um für das Rennen qualifiziert zu sein, sehr Mühe haben, den Anschluss an die Favoriten des Feldes zu finden. Auch hier wurde das Tempo im Vergleich zum Donnerstag ganz wesentlich gesteigert, wobei sich Malaguti und Hamilton mit Zeiten von über 130 Stundenkilometern als die Schnellsten erwiesen. Unser Landsmann Kessler wird die in ihn gesetzten Erwartungen bestimmt nicht enttäuschen, denn seine Trainingsrunden wurden in flottem Stil und sehr schneller Zeit gedreht. Nach Schluss des Trainings für beide Gruppen wurde gesondert die Auslosung der Startplätze vorgenommen, wobei alles hofft, einen vorderen Platz zu ziehen. Viel mehr noch als im Grossen Preis kann die Position im Startfeld den Enderfolg bei den Kleinen mitentscheiden, denn es wird für einen Fahrer auf den hintersten Plätzen in dem kurzen Rennen sehr schwer sein, innert nützlicher Frist die störenden Elemente vor ihm zu überholen, um dann mit um so besserem Elan zum Endspurt ausholen zu können. Fortuna hat ihre Gaben nach allen Seiten verteilt und erwies sich keineswegs als einseitig. Immerhin hat die Scuderia Ferrari am besten abgeschnitten, indem ihr je ein Platz in der ersten und zweiten Reihe zufiel, während die übrigen Mannschaften stark auseinandergerissen wurden. Der zweite Probegalopp für Fahrer und Rennleitung verdient wiederum die beste Note in jeder Beziehung, und immer mehr verdichtet sich die Hoffnung zur Gewissheit, dass der Sonntag für alle unter einem guten Stern stehen werde. Dies hoffen wir aus vollem Herzen insbesondere für die Fahrer, denen die bisherige Saison schon hart zugesetzt hatte. Die schwarze Liste hat sich in letzter Zeit so erschreckend verlängert, dass man sich in Bern nichts Besseres wünschen kann, als dass die Unglücksserie hier endlich ihren Abschluss finde. Die besten Rundenzeiten vom Freitag. Kleinwagen. Zeit Std.-Mittel Malagutti (Maserati) 3.20 131.040 km/St. Hamilton (M. G. Magnette) 3,21 130,387 Kessler (Maserati) 3,24 128,470 Castelbarco (Maserati) 3,26 127,223 Eari Howe (Delage) 3,27 126,608 Seaman (M. G. Magnette) 3,27 126,608 Girod (Salmson) 3,29 125,396 Veyron (Bugati) 3,29 125,396 Dreyfus (Bugatti) Stuck (Auto-Union) Momberger (Auto-Union) Nuvolari (Maserati) Chiron (Alfa Romeo) Varzi (Alfa Romeo) Caracciola (Mercedes-Benz) Grosse Wagen. Zeit Std.-Mittel 2,54 150,621 km/St. 2,56 148,909 2,56 148,909 3,00 145,600 3,02 144,000 2,59 146,413 3,04 142,435 Das letzte Training. Samstag, den 25. August 1934. Man hätte der Zuschauerzahl nach meinen können, das Rennen finde heute statt, denn schon am frühen Nachmittag setzte eine wahre Völkerwanderung nach dem Bremgartenwald ein. Am ersten Tage wurden an den Eintrittskontrollen 4500, am Freitag bereits 11,000 Personen gezählt und heute dürften es noch einige Tausend mehr gewesen sein. Die Organisation wickelte sich durchaus programmässig ab und am Haupttage sind nun schon alle Funktionäre so mit ihren Aufgaben vortraut, als hätte man seit Wochen nichts anderes getan ! Das Training setztze alsbald kräftig ein und der hinterste Mann drehte noch seine acht bis zehn Runden, wobei auf der ganzen Linie noch schneller gefahren wurde als an den Vortagen. Man musste eben heute aus der Reserve heraustreten, um in einigen besonders raschen Runden sich die WER AUTO kauft noch ein neues ohne mein reichhaltiges Lager in neuen und gebrauchten Wagen der f^ verschiedensten Marken ^j besichtigt zu haben ... Fabrikneu sind momentan folgende Wagen am Lager: PLYMOUTH, Limousine, Modell 1933 PLYMOUTH,Cabriolet, feinste Ausf.,Mod.1934 Alle Wagen werden mit voller Garantie abgegeben. Eigene, besteingerichtete Reparatur - Werkstätte Kreuzgarage b. Kreuzplatz Hauser Zollikerstrasse 9 Zürich 8 Immer wieder tonangebend und vorbildlich in Qualitätsarbeit und Eleganz Herrn. Graber, Carrossier, Wiclitradi (Bern) 6 Zyl., 6/7-Plätzer in durchaus prima Zustand, sehr geeignet für Mietfahrton oder Gowerbeteibenden. 64615 Näheres durch Postfach 20794, Spiez (Bern). Verkauf und Tausch Mercedes-Benz Lästiges Quietschen? Zwei schöne, 4tür. Limousinen, 14 PS, Nash u. Auburn, zus. z. Spottpreis v 2500 Fr. 1 Amilcar, mit gut. Motor, Limous., etw def., 200 Fr. Nehme Velos, Radio od. sonst Pass. an Zahl. Flachsmann, Bauma (Zürich). Tel. 54. 8 Zylinder 7pl., Limousine, Typ Nur bürg. Durch Chauffeur gefahren u. gepflegt, fast neu — sehr preiswert. Mercedes-Benz-Automobil A.-G., Zürich, Badenerstrasse 119. Tel. 51.693. I IIRARIT * noch immer geholfen, auch an LUDAIfll schwer zugänglichen Stellen. I II RAD IT schmiert hervorragend, löst selbst LUDflnil stärksten Rost, dringt überall ein. Verlangen Sie Prospekt. Vertreter gesucht. LUBARIT-DEPOT, CHAM