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Neue Szene 2018-03

Stadtmagazin für Augsburg (Bayern)

Bild: Thomas Karsten 10

Bild: Thomas Karsten 10 5 FRAGEN 5 FRAGEN an Konstantin Wecker Konstantin Wecker, Musiker, Komponist, Poet, Schauspieler und Autor, ist mit 70 Jahren umtriebig und aktueller denn je. Zivilcourage, Pazifismus und Antifaschismus sind die Attribute, für die der Münchner Liedermacher steht. Am 22. März kommt er mit 5 seinem langjährigen musikalischen Begleiter Jo Bernikel zum „Solo zu zweit“ in die Stadthalle Gersthofen. Klar, dass Neue Szene- 01. Redakteur Markus Krapf dem Konstantin mit seinen 5 Fragen auf den Wecker ging. Allein in diesem Monat spielen Sie 13 Konzerte in vier verschiedenen Ländern. Verraten Sie uns doch bitte das Rezept für die ewige Jugend. Wenn es ein Rezept gibt, so etwas auch mit 70 Jahren noch durchzuhalten, dann ist es das, was ich mit dem Publikum erleben darf. Denn gerade in diesen Zeiten, wo alles politisch doch sehr, sehr schwierig wird, wenn ich da ganz allein irgendwo Texte schreiben und in die Welt hinaus schicken müsste, könnte es durchaus sein, dass ich zum Zyniker würde. Aber durch die Begegnung, die ich immer wieder mit dem Publikum habe, also mit tausend oder mehr Leuten, welche die gleiche Sehnsucht haben wie ich, kann man sich eine gewisse Hoffnung bewahren. Das macht mir Mut! 02. Schon immer beziehen Sie in aller Klarheit Stellung zu politischen Themen. Wie sehr gerät man da selbst auch ins Visier seiner Kontrahenten? Sehr! Das ist gar keine Frage. Der Shitstorm ist mittlerweile leider zur Selbstverständlichkeit geworden und da gehören natürlich auch Bedrohungen dazu. Ich nehme das aber im Moment noch nicht so wahr und sage mir, bellende Hunde beißen nicht. In manchen Fällen beißen sie aber leider schon, doch es hat ja keinen Sinn. Wir müssen einfach zusammenhalten, denn sonst verlieren wir die Chance, die wir durch 70 Jahre Frieden und Demokratie in diesem Land hatten. Das wäre eine erbärmliche Niederlage für jede Form humanistischen Denkens. 03. Sie sind Musiker, Komponist, Poet, Schauspieler und Autor. Welches Genre ist Ihr liebstes Kind? Eigentlich ist es nach wie vor die Poesie, ich habe mit zwölf Jahren angefangen, Gedichte zu schreiben. Ich habe außerhalb der Filmmusik zum Beispiel nie komponiert, wenn ich nicht zuvor ein Bild oder ein Wort zum Vertonen im Kopf hatte. Ich bin nicht der Musiker, der Symphonien oder große musikalische Werke schreibt. Ich brauche als Musiker schon einen Anlass zum Vertonen. 04. Gibt es noch irgendwelche künstlerischen Pläne oder Projekte, die Sie unbedingt verwirklichen wollen? Ich habe mich schon immer für die Räterepublik begeistert, als Dichter wie Eisner, Mühsam, Toller und Landauer 1919 einmal für eine kurze Zeit die Macht hatten, um eine menschlichere Gesellschaft zu erreichen. Diese zwei, drei Wochen mit so großartigen Menschen würde ich gerne auf die Bühne bringen und da auch meinen bescheidenen Beitrag mit einigen Texten leisten. 05. Augsburg... An was denken Sie zuerst? An Brecht. Zur Zeit läuft doch gerade wieder das Brecht- Festival bei Euch in Augsburg. Und an die Augsburger Freilichtbühne. Ich war da vor vielen Jahren einmal bei einer Aufführung von Carmen. Das hat mich sehr beeindruckt, weil dort schon ein Touch von Verona versprüht wird. Foto: Daniel Herzog, Operndirektor Theater Augsburg

INTRO 11

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