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Neue Szene 2018-03

Stadtmagazin für Augsburg (Bayern)

34 SPORT Interview mit

34 SPORT Interview mit RAPHAEL FRAMBERGER „Ich hatte schon immer ein klares Ziel vor Augen!“ Ein klarer Fall für die Geschichtsbücher: Raphael Framberger ist der erste waschechte Augsburger, der über die FCA-Jugendabteilung den Sprung in die eigene Bundesligamannschaft geschafft hat. Vor ziemlich genau einem Jahr gab der Abwehrspieler beim Auswärtsspiel in Wolfsburg sein Debüt, nach der Suspendierung von Daniel Opare ist er inzwischen auf der rechten Abwehrseite gesetzt! Walter Sianos traf den Youngster zum Interview. Heute habt ihr trainingsfrei. Wie verbringst du so einen Tag? Ein bisschen faul abhängen? Ich war heute morgen schon mit einem Kumpel im Fitnesscenter. Den Rest des Tages verbringe ich dann schon etwas ruhiger. Meine Schwester hat heute Geburtstag und ich werde noch etwas mit ihr feiern. Du bist mit 22 Jahren noch ein junger Spieler, dein wievieltes Interview ist das überhaupt? Es ist jedenfalls nicht das erste. Ich habe sie zwar nicht gezählt, aber inzwischen sind es schon ein paar geworden. Wie ist das, wirst du auf der Strasse erkannt? Nicht oft, es kommt zwar immer öfter vor, aber es hält sich in Grenzen. Kevin Danso hat kürzlich gemeint, dass es ihm immer noch etwas peinlich ist, wenn er nach einem Autogramm gefragt wird. Das kenne ich, da geht es mir ganz genau so, aber man gewöhnt sich mit der Zeit immer mehr daran. Aber wir jungen Spieler stehen da noch nicht so im Fokus wie beispielsweise Daniel Baier oder Alfred Finnbogason. Ein Framberger kommt selten allein. Dein Bruder Daniel ist auch Fußballer. Er war in den Jahren 2009-2011 im Profikader des FCA und ist zu einem Einsatz in der 2. Bundesliga gekommen. Wir sind eine sehr sportliche Familie, mein Vater hat früher auch im Verein gespielt. Dein Bruder spielt jetzt bei Schwaben Augsburg in der Bayernliga. Tauscht ihr euch oft aus? Wir sehen uns zwar oft und machen viel miteinander, aber es ist jetzt nicht so, dass wir dauernd nur über Fußball reden. Wenn es die Zeit zulässt, schaue ich mir auch die Heimspiele der Schwaben an. 32 „Als Profi kann man sowieso nicht wirklich langfristig planen, der Fußball ist tatsächlich sehr unberechenbar.“ Du spielst beim FCA, seit du 9 Jahre alt bist, also bereits 14 Jahre lang. Das ist eine sehr lange Zeit in diesem Geschäft. Forever FCA!(lacht). Für mich ist das normal, weil ich es nicht anders kenne. Bisher gab es für mich noch nie einen Grund, den Verein zu wechseln und ich habe mich immer sehr wohl gefühlt. Es kann also gerne noch lange so weitergehen. Du bist ein bodenständiger und bescheiden auftretender Typ. Keine Undercut-Frisur, kein tätowierter Unterarm, kein Swag-Alarm bei den Klamotten. Eine Frisur hat ja jetzt nicht unbedingt etwas mit Bodenständigkeit zu tun. Aber es stimmt schon, ich bin privat ein etwas unauffälligerer Typ und fühle mich damit auch sehr wohl. Ich glaube außerdem, mir würde gar keine Undercut-Frisur stehen und was Tattoos angeht, ich finde die bei anderen Leuten okay, möchte aber selber keine haben. Trotz deines noch jungen Alters musstest du schon einige Rückschläge in Form von Verletzungen ertragen. Mal war es der Meniskus, mal das Kreuzband. Man muss schon stark sein, um da wieder zurückzukommen, oder? Im ersten Moment ist man ziemlich am Boden, aber irgendwann nimmt man die Situation an und beißt sich wieder rein. Leider gehören solche Verletzungen wohl zu unserem Beruf. Du hast fast alle Jugendteams des FCA durchlaufen. Ab wann wurde dir bewusst, dass es mit einer Profikarriere klappen könnte? Ab der U15 lief es schon sehr gut bei mir und das ging dann immer irgendwie so weiter bis zur U23. Ich habe öfter mal bei den Profis mittrainiert oder war im Trainingslager dabei, irgendwann hofft man dann natürlich, ein fester Bestandteil des Teams zu werden.

SPORT 35 Fotos: Carmen Dammaschke-Gerstmeyr Dein Vertrag geht bis 2021. Das ist eine lange Zeit. Für mich ist dadurch etwas in Erfüllung gegangen. Man träumt ja schon als kleiner Junge von einem Bundesliga-Vertrag. Umso schöner, dass es dann auch noch in meiner Heimatstadt geklappt hat. Immer in Augsburg gelebt, immer für den FCA gespielt. Aber die Wege im Profifußball sind unergründlich. Hast Du schon mal Angst bei dem Gedanken gehabt, dass dich dein Weg irgendwann zu einem anderen Club und damit in eine andere Stadt führen könnte? Soweit habe ich bisher noch nicht gedacht. Als Profi kann man sowieso nicht wirklich langfristig planen, der Fußball ist tatsächlich sehr unberechenbar. Dein Bundesligadebüt war vor ziemlich genau einem Jahr beim Auswärtsspiel in Wolfsburg. Kannst du dich noch erinnern, was da in dir vorgegangen ist? Paul Verhaegh konnte an diesem Tag nicht auflaufen und Trainer Manuel Baum hat mich am Vortag schon gebrieft. Da geht der Puls natürlich schon mal ziemlich steil (lacht). Aber sobald man im Stadion einläuft, verfliegt die Nervosität. Am Ende haben wir 2:1 gewonnen und mir ist auch noch die Vorarbeit zum Siegtreffer durch Dominik Kohr gelungen, was will man mehr. Dein Leben ist sehr von Fleiß und Disziplin geprägt. Bist du nie auf „normale“ Jugendliche neidisch gewesen, die in ihrer Freizeit Party machen? Nein, ich hatte immer ein klares Ziel vor Augen und letztendlich habe ich ja dennoch immer das getan, was mir am meisten Spaß gemacht hat, nämlich Fußballspielen. Aber es ist ja jetzt auch nicht so, dass wir die totalen Spaßbremsen sind, die nie feiern. Das machen wir schon, aber natürlich auf eine gemäßigte Art und Weise. In einem Interview mit der AZ hast du gesagt, dass du keinen konkreten Plan B hast. „Ich würde nicht aus allen Wolken fallen, sollte es nicht mit einer Karriere klappen.“ Das klingt sehr gelassen. Plan A ist ja sehr genau definiert, ich möchte als Profi eine möglichst lange Karriere anvisieren. Aber ich bin auch keiner, der mit Scheuklappen durch die Gegend läuft. Ich informiere mich schon über mögliche Alternativen im Berufsleben. Es kann nie schaden, wenn man für alle Situationen gewappnet ist. Letzte Frage: Für welches Produkt wärst du der perfekte Werbepartner? Für Spezi!

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