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Neue Szene 2018-03

Stadtmagazin für Augsburg (Bayern)

36 SPORT Interview mit

36 SPORT Interview mit Panther-Stürmer THOMAS HOLZMANN Citius, altius, fortius – Thomas Holzmann und die Olympiade 2018 Der gebürtige Buchloer Thomas „Woody“ Holzmann zählte als einziger Panther bis zum Deutschland Cup im vergangenen November zu den für die Olympischen Spiele in Pyeongchang nominierten Kufencracks und wurde erst im Zuge der letzten Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm aus dem Kader der Nationalmannschaft gestrichen. Neue Szene-Redakteur Markus Krapf hat sich also nicht in Südkorea, sondern am Augsburger Schleifengraben mit dem Panther-Stürmer getroffen. „Zum Leben finde ich es in Augsburg zehnmal schöner als in München!“ Hallo Woody, schön, dass Du Zeit für uns hast. Beim Deutschland-Cup im November in Augsburg hast Du gut gespielt und auch ein Tor erzielt. Dennoch finden die Olympischen Spiele ohne Dich statt. Warum eigentlich? Da spielen sicher viele Faktoren eine Rolle. Bundestrainer Marco Sturm musste eine Mannschaft zusammenstellen, die zusammenpasst. Obwohl man sicher im richtigen Moment eine gute Form braucht, müssen aber halt auch die vier Reihen richtig gut harmonieren. Das ist eine schwierige Aufgabe für Marco und sein Trainerteam, er wird sich die Entscheidung nicht leicht gemacht haben und es mussten ja auch viele andere zuhause bleiben. Zuerst war ich natürlich schon enttäuscht, als ich aber ein paar Nächte darüber geschlafen habe, konnte ich ganz gut damit leben. Ich bin froh, überhaupt zu diesem Kreis gezählt zu haben. Wie hast Du erfahren, dass Du nicht dabei sein wirst? Man wird nur informiert, wenn man dabei ist. Als das im Vorfeld der Olympianominierung ausblieb, wusste ich schon Bescheid. Glaubst Du, dass die aktuell schwierige sportliche Situation der Panther auch ein Grund für die Nicht-Nominierung gewesen sein könnte? Glaube ich nicht wirklich. Jeder Spieler wird vom Trainerteam der Nationalmannschaft einzeln betrachtet. Dann versucht man ein Team zusammenzubauen. Die Vorbereitung zur Olympiade war äußerst kurz, deswegen wird dann eben eine Mannschaft nominiert, die schon länger in dieser Form zusammenspielt. Schaust Du Dir die Spiele der Deutschen Eishockey-Nationalmannschaft überhaupt an? Nein, jedenfalls nicht live, weil die Spiele ja mitten in der Nacht stattfinden. Und da wir vormittags trainieren, kann ich mir nicht die Nächte um die Ohren schlagen. Aber natürlich schalte ich den Fernseher gleich morgens ein, um zu sehen, was nachts so alles passiert ist. Wo landen die Deutschen am Ende? Wir sind in einer sehr schweren Gruppe. Schweden und Finnland sind klar vorne, aber auch die Norweger sind läuferisch und technisch sehr stark. Ich habe letztes Jahr in der Vorbereitung zwei Spiele gegen diese Jungs mitgemacht, das wird sicher auch nicht leicht. Aber ich kenne die anderen Teams tatsächlich zu wenig, um eine genaue Prognose abgeben zu können. Wie steht die DEL im europäischen Ligavergleich? Nicht so schlecht, aber sicher hinter der russischen oder der schwedischen Liga. Ich mag übrigens auch die Schweizer Liga sehr gerne, obwohl die da ein etwas anderes, weniger körperbetontes Hockey spielen. Aber in der Schweiz gibt es eine super Tradition für Eishockey, die Hallen sind immer voll. Dennoch braucht sich die DEL nicht zu verstecken und wird von Jahr zu Jahr immer besser.

SPORT 37 Trotz der Nähe Deiner Buchloer Heimat zu Augsburg hast Du zunächst im Norden und im Westen der Republik gespielt und bist erst 2015 zum AEV gekommen? Nach Kaufbeuren, wo ich sehr viel gelernt habe, bin ich trotz einiger Angebote aus der DEL wieder in die zweite Liga nach Bremerhaven gegangen. Hättest Du nicht in der DEL viel mehr Geld verdienen können? Ganz ehrlich, bei mir stand zu keiner Zeit das Geld im Vordergrund. Gerade als junger Spieler muss Platz im Kader für dich sein und ich konnte sowohl in Kaufbeuren als auch in Bremerhaven schon eine relativ große Rolle spielen. Dies ist wichtig, wenn du dich weiterentwickeln willst. Bei einem Topverein nur in der vierten Reihe mit wenig Eiszeit zu spielen, hilft dir nicht wirklich weiter. Ich habe für sehr wenig Geld gespielt, das glaubt mir gar keiner (lacht...). Danach kam aber die DEL? Genau. Vor Augsburg habe ich in Hannover, Kassel, Hamburg, Iserlohn und München gespielt. Nicht die schlechtesten Städte, um dort zu arbeiten und zu leben. Also vor allem Hamburg und München. Absolut! Hamburg ist die schönste Stadt, um dort zu leben. Aber da lief es sportlich nicht so gut für die Mannschaft und auch für mich. Und das Klima ist etwas rau. Wenn Hamburg geographisch da läge, wo München liegt, wäre das wohl die beste Kombination (lacht...). Und wo hat es Dir am besten gefallen? Nicht im Hamburg und auch nicht in München. Denn seit 2015 spiele ich ja schließlich in Augsburg. Echt jetzt? Zum Leben finde ich es in Augsburg zehnmal schöner als in München. Ich hätte 2015 vielleicht auch in München bleiben können und meine Frau war zuerst auch traurig, dort wegziehen zu müssen. Aber man muss immer abwägen, was glücklicher macht. Ich fühle mich hier so wohl, weil das ganze Drumherum um den AEV so ist, wie es ist. Besser habe ich das noch nie erlebt. Ich war noch nie so glücklich wie hier. Vom ersten Tag an. Alle die hier im Verein arbeiten, machen es einfach perfekt. Die familiäre Atmosphäre hier in Augsburg ist unschlagbar. Aber Dein Vertrag in Augsburg läuft aus. Sehen wir Dich denn nächste Saison überhaupt noch im Trikot des AEV? Allerdings. Ich habe eben erst meinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert und freue mich echt auf die Zukunft, weil hier einfach alles für mich passt. Ich wohne im Reesepark, das ist ideal für meine Frau, unsere Hunde und mich. Ich habe meine Ruhe und bin in zehn Minuten im Stadion. Auch meine Frau war trotz der Bedenken begeistert, als wir dann erst nach Augsburg gezogen waren. Gibt’s in den letzten drei Spielen noch eine Chance auf die Playoffs? Klar, wenn wir wirklich die letzten drei Spiele gewinnen sollten, dann haben wir eine Chance. Auch die anderen spielen gegeneinander und müssen erst mal ihre Spiele gewinnen. Sollte das doch nicht klappen, dann greifen wir eben in der nächsten Saison wieder an. Ich werde jedenfalls dabei sein! Fotos: Christian Menkel

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