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E_1934_Zeitung_Nr.073

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6 AUTOMOBIL-REVUE.

6 AUTOMOBIL-REVUE. 1934 — N°73 dadurch die Favoriten des Tages während einiger Zeit nicht unwesentlich behinderten. Im übrigen ergab auch eine Rundfrage bei den Konkurrenten, dass die meisten der Entscheidung nach Trainingszeiten den Vorzug geben. Die Befürchtung, es sei durch übertriebene Beanspruchung der Maschinen in den Vortagen mit vermehrten Ausfällen am Rennen selbst zu rechnen, kann kaum ausschlaggebend sein, indem schon die diesjährigen Erfahrungen gezeigt haben, dass die Wagen im Training sehr sorgfältig gefahren werden, ja in verschiedenen Fällen sogar besondere Trainingsfahrzeuge zur Verfügung standen. Es ergaben sich zudem trotz verhaltenem Fahren doch Zeitdifferenzen, die ohne -weiteres die stärksten Piloten von den übrigen schieden. Da das Kleinwagen-Rennen sowohl beim Publikum als auch bei Fahrern und Industrie grossen Anklang fand, dürfte es als wertvolle Bereicherung des Programmes beibehalten werden. Dagegen werden sich die Organisatoren voraussichtlich dazu entschliessen, das Rennen von 100 auf wenigstens 150 bis 200 km auszudehnen. Der erste Versuch ergab, dass der diesjährige Austrag zu kurz bemessen war und dadurch mancher Fahrer um eine wohlverdiente Chance kam, die er aber bei der geringen Distanz und den wonigen Runden nicht auswerten konnte. Auch kam es nicht zu den interessanten Positionskämpfen, wie sie der Grosse Preis auf alle Fälle im Mittelfeld mit sich brachte. Schon bei geringfügigen Defekten mussten sich die Fahrer zur Aufgabe entschliessen, da sie nicht damit rechnen konnten, nach dem Boxenhalt innerhalb den wenigen noch verbleibenden Runden die verlorene Zeit wiederum aufholen zu können. Da auch die interessantesten Fahrer sich zugunsten einer Verlängerung auf 200 km aussprachen, wird diesem Wunsche ziemlich sicher Rechnung getragen werden. Dies würde einfach einen früheren Beginn des Rennens bedingen, der aber weiter nichts auf sich hätte, da ja weitaus die Mehrzahl der Zuschauer schon Stunden vor dem Start ihre Plätze bezogen hatte. Dass ein nächstes Jahr auch sonst noch allerlei besser gemacht werden wird, steht ausser Frage. Obwohl sich das Publikum und auch die Fachwelt im grossen ganzen überaus lobend über den ersten Versuch aussprach, so wissen die Organisatoren nur zu gut, dass es am einen oder anderen Orte noch Schönheitsfehler auszumerzen gibt. Hauptsache ist, dass man beim ersten Austrag die Mängel richtig erkannte und die Erfahrungen benützt, um es 1935 anders zu machen. Schliesslich ist nirgends ein Meister vom Himmel gefallen, und man wird den Bernern auf alle Fälle das Zeugnis ausstellen müssen, dass schon das Gesellenstück einem Meisterwerk recht nahe kam! Dieser Auflassung scheinen freilich ganz vereinzelte Presseberichterstatter nicht gewesen zu sein, die sich trotz einer bedauerlich bescheidenen Sachkenntnis und ungeachtet eines sehr ungenügenden Einblickes in die Organisation hochtrabende Kritik erlaubten, die weit über das Ziel hinausschoss. Da wurde Lob und Tadel blindlings nach links und rechts ausgeteilt, und wenn sich diese journalistischen Alleswisser eines Besseren belehren lassen mussten, so suchten sie kurzerhand nach einem neuen geeigneten Sündenbock, nur um ihre eigene Unwissenheit verdecken zu können. Ein momentaner Rcgiefehler im Sekretariat der Chronometrage, der übrigens rechtzeitig festgestellt und korrigiert wurde, verleitete einige wenige Berichterstatter dazu, die Ergebnisse der Chronometrage und der Als Endresultat wurden für diese beiden Fahrer angegeben: Rundenkontrolle anzuzweifeln, obwohl dank einer mehrfachen Kontrolle Fehler unbedingt festgestellt werden müssen. Die Rennleitung sah sich Momberger 3 Std. 37 Min. 54 Sek. Dreyfus 3 Std. 38 Min. 10 Sek. in einem Fall veranlasst, die Kritik durch eine Zeitverlust Dreyfus: 16 Sekunden. Entgegnung zu entkräften, der wir die nachstehenden Ausführungen zur allgemeinen Orientierung die 'Sekundenbruchteile zwecks einfacherer Darstel- Die obige Ausrechnung, bei welcher absichtlich entnehmen. Die Zuschrift erging an ein zürcherisches Fachblatt: einstimmung zwischen der Berechnung der einzellung weggelassen wurden, ergibt somit die Ueber- t Die Chronometrage wurde von den offiziellen nen Rundenzeiten und dem Gesamtresultat. Chronometreuren des A.C.S. besorgt, die ihre Qualifikation in einer Vielzahl von Veranstaltungen beglement, das wir dem betreffenden Korresponden- Im übrigen steht nach dem internationalen Rereits genügend bewiesen haben und deren Arbeit ten gelegentlich zum aufmerksamen Studium empfehlen, den Konkurrenten laut Artikel 211 ff. das über jeglichen Zweifel erhaben ist. Die Rundenkontrolle erfolgt zudem getrennt von der Chronometrage. Die von beiden Organen fortlaufend einsierung als unrichtig erachten. Von dieser Mög- Recht zu, Protest einzulegen, sofern sie die Klasgetragenen Feststellungen werden im Chronometer- lichkeit, die im gegebenen Falle bestimmt nicht unbenutzt gelassen wird, hat weder ein Konkurrent Sekretariat gesammelt, zusammengestellt und bereinigt, um alsbald an die Presse und den Lautsprecherdienst weitergegeben zu werden. Es ist nur ausweis, dass die Nächstbeteiligten mit der Rang- noch ein Fahrer Gebrauch gemacht, der beste Benahmsweise möglich, dass sich bei dieser ersten liste einig gehen. Wenn der Korrespondent Anspruch darauf erheben will, als gewissenhafter und Durchsicht ein Fehler irgendwelcher Art einschleichen kann, was bei der Rundennotierung für einen auch sachkundiger Journalist gelten zu wollen, so Fahrer der 'Scuderia Ferrari auch während einigen hätte er die Pflicht gehabt, sich an gegebener Stelle Runden der Fall war. Das Endresultat wird dadurch aber niemals beeinflusst, da sämtliche Unvor er seine unmassgebliche Meinung durch das über den genauen Sachverhalt zu orientieren, boterlagen durch besondere Funktionäre nochmals Mittel der Presse in die Oeffentlichkeit hinaustragen lässt und damit vor allem einen durchaus kla- nachgeprüft werden, wobei mehrfache Kontrollen stattfinden, die jeden Fehler ausschliessen. ren und unbestrittenen Sieg in Frage stellen will. Sofern der Berichterstatter bereits an andern Wir sind es schon unserer Pflicht als Gastland Automobil-Rennen teilgenommen haben sollte, so schuldig, dass wir einen ausländischen Fahrer müsste er ganz genau wissen, dass die während nicht leichtfertig in ein schiefes Licht und damit des Rennens an die Presse und Lautsprecher bekanntgegebenen Zwischenresultate stets unter dem ges bringen. » teilweise um den wohlverdienten Erfolg seines Sie- Vorbehalt der noch erfolgenden Ueberprüfung Soweit wäre also alles in bester Ordnung. Was durch die Kontrollorgane und die schlussendliche aber im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung des Grossen Preises der Schweiz zum füh- Genehmigung durch die nationale Sportbehörde ausgegeben werden. Dagegen dürfen und müssen renden Strassenrennen unseres Landes zu denken die Schlussresultate als durchaus zuverlässig und gibt, ist der vor kurzem in Genf aufgetauchte Gedanke, auch dort ein Rundstrocken-Rennen aufzu- fehlerlos anerkannt werden, da sie erst nach gemachter Kontrolle an die Oeffentlichkeit gelangen. ziehen. Es soll mehr nach dem Muster des Grossen Woher der Berichterstatter die Kompetenz Preises von Nizza zum Austrag kommen, indem ein nimmt, seine privaten Notizen den offiziellen Aufzeichnungen als zuverlässiger gegenüber zu stellen, anlagen entlang führen würde. Die Schweiz ist also Hauptteil der Piste dem Seeufer und den Quai- sei hier nicht erörtert. Die Tatsache, dass die auf dem besten Wege, in den nämlichen Fehler zu Schlussresultate unmittelbar nach Beendigung des verfallen, der bereits andere Länder, so Frankreich, Rennens sowohl von den offiziellen Chronometreuren als den Kommissären der nationalen Sport- gleichartigen Veranstaltungen bedingt einen Kosten- recht teuer zu stehen kam. Eine Grosszahl von kommission geprüft und unterzeichnet wurden, bistet an und für sich sehen genügend Gewähr, dass •zu guter Letzt nur dem schweizerischen Automobilaufwand und eine Zersplitterung der Kräfte, die den offiziellen Zahlen eine andere Bedeutung zukommt als privaten Aufzeichnungen und daher den etwa 10—12 französischen sogenannten Grand sport insgesamt zum Nachteil gereichen muss. Von hierüber gar keine «Streitfrage» besteht, wie dies Prix werden schlussendlich jeweilen höchstens die der vorgängige Korrespondent behauptet. Hälfte ausgefahren, weil einmal die übrigen Veranstaltungen nicht dauernd über die notwendigen Der folgende Auszug aus der Zeittabelle der letzten Runden, welche die Entscheidung brachten, Mittel verfügen und weil zudem Fahrer und Fabriken weder die Möglichkeit haben, Sonntag für Sonn- dürfte übrigens jeder weiteren Diskussion den Boden entziehen. tag anzutreten, noch diese Schein-Grand-Prix überhaupt ernst genug nehmen. Nachdem die Schweiz Zeitgewinn resp. -Verlust von Dreyfus (Bugatti) gegenüber Momberger (Auto-Union): in Montreux ein Rennen in der Stadt besitzt, 61. Runde + 1 Min. 01 Sek das ausgebaut zu werden vordient, kann Genf 62. 12 kaum ein wirkliches Bedürfnis für eine zweite Auflage geltend machen. Das Endergebnis wäre nur, 63. 30 64. dass sowohl Montreux als Bern noch grössero Aufwendungen, als es schon dieses Jahr der Fall war, 65. 10 66. 70 machen mussten, um ihren Standard wahren zu 67. 52 können. Schlussendlich würde zufolge der Quantität die Qualität der Rennen doch noch erheblich 68. 69. einbüssen. Der zu erwartende knappe Ueberschuss total 4-76 Sek. —92 Sek. — 1R RPV in Bern und das Defizit von gegen 50,000 Fr. in Montreux haben aber zur Genüge bewiesen, dass * Boxenaufenthalt von Dreyfus. eine Veranstaltung von diesen Ausmassen nicht wie irgend ein kleines Lokalrennen aus dem Aermel geschüttelt werden kann. Es wird zudem während einer Reihe von Jahren gewaltiger Anstrengungen bedürfen, bis diese beiden Rennen zu dem geworden sind, was sie sein sollen, nämlich erstrangige Anlässe, die im Ausland die nötige Beachtung finden und mit den ausländischen Rennen gleicher Art auf eine Stufe gestellt werden dürfen. Es ist daher zu erwarten, dass die nationale Sportbehörde sich nicht durch falsch verstandenen Lokalpatriotismus beeinflussen lässt, sondern vielmehr bei ihren Entschliessungen ausschliesslich die nationalen Sportintoressen im Auge behält. Es gilt diese um so mehr zu fördern, als die Rennen von Montreux und Bern nicht eine ausschliessliche Angelegenheit der organisierenden Kantonalsektionen blieben, sondern schon beim ersten Anhieb zu einer schweizerischen Kundgebung des Automobilsportes geworden sind, auf welche sich die vereinten Kräfte konzentrieren sollten. ^^^^ Zum schweizerischen Sportkalender 1934. Durch die schweizerische Presse ging vor kurzer Zeit die Meldung von einem Bernina-Ronnen, das noch in diesem Jahre als Ersatz für den ausfallenden Monte-Ceneri-Lauf in grosszügigem Umfange durchgeführt werden sollte. Wie wir nun erfahren, dürfte dieses Graubündner Rennen 1934 kaum noch zur Verwirklichung kommen; jedenfalls ist im Schosse der N.S.K. bis zum Augenblick überhaupt kein Entscheid gefallen, und das ganze Projekt scheint lediglich in den Besprechungen einzelner sportlich interessierter Persönlichkeiten aufgetaucht zu sein, ohne jemals feste Formen anzunehmen. Zudem ist der Grosse Preis von Spanion vom 23. September, von dessen Ausfall man zu. profitieren hoffte, nun definitiv angesagt worden. Im Prinzip soll für das Monte-Ccneri-Rennen dieses Jahr noch ein Ersatz geschaffen werden, doch sind bis zum Augenblick keine bestimmten Entscheidungen gefallen. Hingegon wird nun das vom 16. auf den 30. September verschobene Montreux-Caux-Rennen auf jeden Fall durchgeführt werden. Der Reinfall. Unter diesem treffenden Stichwort berichtet die « Gotthard-Post» über ein die Korporation Uri kennzeichnendes Nachspiel zum Klausenrennen. Das Organisationskomitee hatte der Korporation eine pauschale Entschädigung von baren 2500 Fr. für Landschaden offeriert, der durch Besucher oder längs der Strepke parkierte Motorfahrzeuge entstehen könnte. Der Korporationsrat, der bis dato immer wieder das Klausenrennen als eine Verdienstmöglichkeit betrachtete,, ohne aber seinerseits irgendwie zum guten Gelingen etwas beitragen zu wollen, witterte auch diesmal ein gutes Geschäft und gjng auf das Angebot nicht ein. Er verlangte eine Grundsumme von 1000. Franken und weitere Entschädigungen je nach dem Befund einer besonders hiefür einzusetzenden Kommission für dio Abschätzung des "Laiydschadens. Diese, unter dem Vorsitz eines bekannten Fachmannes amtende Kommission hat nun kürzlich das Klausengebiet einer eingehenden Besichtigung unterzogen und dabei über die 1000 Fr. hinaus nur einen weiteren Schaden von 300 Fr festgestellt. Die Organisatoren sparen also 1200 Franken ein und -die Korporation, die glaubte, einen «Schnitt» machen zu können, hat das Nachsehen. Die Veranstalter des Rennens werden die Lacher bestimmt auf ihrer Seite haben! Essolub unter den Motor Oelen

N° 73 - 1934 Die Rennbahn von Monza In der »wanglosen Folge unserer Besprechungen der grössten Rennbahnen der Welt sei heute die Rennanlage von Monza, auf der bekanntlich am nächsten Sonntag der Grosse Preis von Italien ausgetragen wird, einer genaueren Betrachtung unterzogen. Die Rennbahn von Monza darf wohl den Anspruch darauf erheben, von allen autosportlichen Anlagen in ganz Europa weitaus am populärsten geworden zu sein. Die Rennen am Rande dieser oberitalienischen Mittelstadt bilden nicht nur für Italien, sondern darüber hinaus auch für ganz Europa internationale Grosssportereignisse. Die grosszügige Bahn dehnt sich inmitten des prachtvollen königlichen Parkes aus, in dem der frühere König unter den Schüssen eines Anarchisten verblutete. Das Autodrom von Monza zerfällt in eine eigentliche Bahn- und eine Strassenrundstrecke, die jedoch miteinander kombiniert sind, so dass die meisten Rennen über die Gesamtstrecke führten. Ausnahmsweise wurde auch nur die Bahn selber benutzt. Der Circuit von Monza hat keine sehr erfreuliche Vergangenheit zu verzeichnen. Keine europäische Rundstrecke hat schon so viele Opfer gefordert, wie diese italienische Bahn. Eine ganze Anzahl von Fahrern musste hier schon das Leben lassen. Noch wird man sich an die furchtbare Tragödie erinnern, als vor wenigen Jahren Materassi in vollem Lauf in die Zuschauermassen hineinraste und 22 Personen tötete. Das letzte Jahr schien nun den tragischen Schlusspunkt hinter die unerfreuliche Geschichte dieses Autodroms gesetzt zu haben: Campari, Borzacchini und Graf Czaykowski wurden ebenfalls Opfer dieser berüchtigten Strecke. Die Ursache der meisten dieser Unfälle lag klar auf der Hand. Die Bahn war nur für niedrigere Geschwindigkeiten gebaut worden als sie mit den heutigen Wagen erzielt werden können. Vor allem die Kurven entsprachen in keiner Weise den Anforderungen, wie ipTian sie an eine Bahn stellen muss, auf deren ^Geraden Durchschnitte bis 250 km/Std. erreicht werden. Bekanntlich verunglückten die drei genannten Fahrer am 10. September alle in der gleichen Südkurve, was hinlänglich dafür spricht, dass nicht nur ein blosser unglücklicher Zufall die Hand im Spiele hatte. Monza schien deshalb im Autosporte ausgedient zu haben, und in weitesten internationalen Sportkreisen glaubte man an das Ende dieser veralteten Rundstrecke. Ganz überraschenderweise feiert sie jedoch schon in diesem Jahre ihre Auferstehung. Wie wir schon in der letzten Nummer betonten, dürften es die verschiedenartigsten Gründe gewesen sein, die die massgebenden sportlichen Behörden dazu veranlassten, energisch für die Wiederbenützung des Autodromes einzutreten. So merkwürdig es im ersten Augenblick klingen mag, so scheint doch auch das Wiedereingreifen des deutschen Autosportes gerade hier eine gewisse Rolle gespielt zu haben. Vor wenigen Monaten besuchten der Regierungsvertreter im R. A. C. J., Mitglieder der Autodromgesellschaft, Rennfahrer und einige Presseleute die Strecke, und dabei wurde beschlossen, diese durch einen teilweisen Umbau sofort wieder benutzbar zu machen. Es ist nun nicht uninteressant, diese verhältnismässig kleinen Aenderungen, die innert kurzer Zeit vorgenommen wurden, etwas näher ins Auge zu fassen. Vorgängig sei noch erwähnt, dass das gesamte Autodrom genau 10 km lang ist; die eigentliche Bahnpiste misst 4,5 km, die Strassenrundstrecke 5,5 km. Die beiden grossen Bahnkurven mit einem Radius von 325 m und die kleine Strassenkurve im Innern der Bahn mit einem Radius von 155 Meter sind überhöht, während die andern Kurven des normalen Strassencircuit ziemlich eben sind. Die Bahnpiste ist 12 und die eigentliche Strassen-Rundstrecke 9 m breit. Die besonders zum Schütze des Publikums ausgehobenen Gräben haben eine Breite von 5 und eine Tiefe von 2,5 m. Die die Bahn gegen diese Gräben hin abschliessenden Schutzmauern erheben sich in der Höhe von einem Meter. Noch auf das letzt] ährige Rennen hin wurde die gesamte Zielanlage auf das Grosszügigste ausgebaut. So erstellte man eine neue Boxenanlage in Beton, mit einem eigenen Restaurant, ein Zeitmesserhaus und baute auch die Tribünenanlagen weiter aus. Die zahlreichen Tribünen gegenüber den Boxen fassen insgesamt nicht weniger als 10,000 Zuschauer. Wie aus der im Rahmen einer besonderen Bilderseite von Monza veröffentlichten Planskizze hervorgeht, wird für das diesjährige Rennen nur noch der südliche Teil des Circuit benutzt. Da als oberster Grundsatz des Umbaues die Verminderung der gefährlichen Geschwindigkeiten galt, wurde die ausserordentlich schnelle Bahn von Monza in einen eigentlichen «Hindernis-Circuit» umgebaut. AUTOMOBIL-REVUE Die Wagen, die in der entgegengesetzten Richtung des Uhrenzeigers zu fahren haben, müssen die Gerade des Strassencircuits vor den Boxen zurücklegen, um dann am nördlichen Ende dieser Strecke um 180 Grad umzubiegen und auf der äusseren Bahngeraden wieder vorbeizukommen. Mitten in der grossen Bahnsüdkurve ist eine neue Abweichung, die über 4 rechtwinklige Kurven führt, eingeschaltet, und die dazu dient, die Geschwindigkeit auf ein ungefährliches Mass herabzusetzen. Kaum sind die Fahrer in der östlichen Bahngeraden wieder in vollem Lauf, so müssen sie in rechtem Winkel in das Zwischenstück einbiegen, das in die Strassenrundstrecke einmündet. Auch die nun folgende kleine Strassensüdkurve wird durch Einschaltung einer Krümmung langsamer gemacht. Auf diese Weise wurde aus der schnellen Bahn von Monza eine schwierige, kurvige Hindernisstrecke, die sich höchstens mit dem Circuit von Monte Carlo vergleichen lässt. Die genaue Länge dieser neuen Strecke beträgt 4310 Meter. Da die Wagen die 500 km zurückzulegen haben, die die neue internationale Rennformel vorschreibt, müssen insgesamt 116 Runden zurückgelegt werden. Die neue Art der Streckenführung wird in Italien heute als geradezu genial belobigt, während sie sich bei einer objektiven Prüfung als eine ausgesprochene Zwischenlösung herausstel'en muss. Es ist auch kaum damit zu rechnen, dass der Italiener aus voller Freiheit heraus seine schnellste Bahn in einen verhältnismässig langsamen Circuit verwandelt, bei dem es nicht mehr auf die reine Geschwindigkeit, sondern im gleichen Masse auf die Bremsen, das Getriebe und die Kunst des Fahrers ankommt. Es ist deshalb auch 7\veifelhaft, ob diese neue Rundstrecke auf Jahre hinaus zur Verwendung kommen wird. Immerhin ist es sehr begrüssenswert, dass in die Reihe der europäischen Grossen Preise in diesem Jahre auch noch eine sehr kurvenreiche und schwierige Strecke eingeschaltet wird, nachdem der Grand Prix von Monte Carlo noch keine deutschen Rennwagen am Start gesehen hat. bo. Die Targa Florlo wieder im Kommen? Die Targa Florio, einst eines der berühmtesten Rennen Europas — Schöpfung des in der Zwischenzeit zurückgetretenen Vincenzo Florio — hat bekanntlich in den letzten Jahren einen unglaublich raschen Verfall erlebt. Nur noch ein paar italienische Einzelfahrer ' stritten sich auch dieses Jahr wieder um die einst so heiss umkämpfte Trophäe. Wie man nun hört, soll es mit dieser jammervollen Zwischenzeit, da die Targa Florio nur noch so dahinserbelte, endgültig vorüber sein, und neue initiative Kräfte wollen diesem Rennen wieder zu altem Glänze verhelfen. Die Führung des « Primavera Siciliana» und der R.A.C.I. haben alles Interesse daran, diesen Anlass wieder mit vermehrten Aufwendungen aufzuziehen, und bereits sollen Abmachungen getroffen worden sein, die das weitere Bestehen dieses Rennens sicherstellen. Die Rundstrecke der Madotiiie soll auch fernerhin Schauplatz der Austragung dieses äusserst schwierigen Rennens bleiben. De Paolo nach Amerika zurückgekehrt. Der amerikanische Rennfahrer Peter De Paolo, der zu Beginn dieser Saison auf einem amerikanischen Miller-Wagen einige grosse europäische Rennen bestritt und in der Folge als Pilot des Braillard-Rennstalles beim Training zum Grossen Preis von Barcelona verunglückte, hat sich von seinem schweren Sturze wieder erholt und konnte ausgangs des letzten Monates seine Rückreise nach der Heimat antreten. TÖtncher Unfall in Montlhery. Anlässlich eines Versuchs vor dem Beginn einer grossen Rekordfahrt in Montlhery verunglückte der bekannte französische Automobiltechniker Bertheion tödlich. Er war ein sehr bekannter Spezialist für Sport- und Rennwagen und selber ein tüchtiger Pilot. Grosser Preis von Spanien. Der vor kurzem fälschlicherweise abgesagte Grosse Preis von Spanien vom 23. September wird nun dennoch stattfinden und damit die Reihe der diesjährigen internationalen Grands Prix abschliessen. Nach langem Zögern hat sich der Automobilclub von Guipuzcoa dennoch entschlossen, den Anlass auf der bekannten Lasarte-Rundstrecke zu veranstalten. Das Rennen wird über 30 Runden des 17,3 km langen Circuits, demnach insgesamt über 519,4 km führen. Der Sieger erhält ausser einem Ehrenpokal des Präsidenten der spanischen Republik 20,000 Pesetas. Nach unbestätigten Meldungen soll Bugatti sich bereits offiziell mit Brivio, Dreyfus und Wimille eingeschrieben haben. Die Scuderia Ferrari wird mit Varzi und Chiron vertreten sein, und für Mercedes konkurrieren Caracciola und Fagioli. Mit der Auto-Union sollen die Organisatoren zur Zeit noch in Unterhandlungen stehen. ENGLISCHE TOURIST TROPHY AUTOMOBILE 1. September 1934 SIEGER C. J. P. DODSON auf M. G. Magnette Stundenmittel 120 km per Stunde 2. E. R. HALL auf Bentley beide mit TR L dem hervorragenden Schmieröl. Jahre, jahrzehntelang vielleicht, fahren Sie tagtäglich Ihren Wagen, ohne dass Ihnen ein Unfall begegnet. Sie verlassen sich auf Ihre Fähigkeiten als guter Fahrer und wiegen sich in Sicherheit. Doch mit des Geschickes Mächten . . . Einmal kann auch Ihnen das Glück untreu werden 1 Wäre es dann nicht auch für Sie viel vorteilhafter, Sie würden sich und die Ihrigen heute schon durch die neugegründete UNFALL-VERSICHERUNG für Abonnenten der Automobil-Revue vor den Folgen eines solchen Unglücks schützen? Diese SpezialVersicherung gilt für Sie selbst, sowie für eine zweite weibliche Person und erstreckt sich sowohl auf Unfälle beim Autofahren, als auch auf solche im Hause, im Beruf und beim Sport. Entschädigung bei Todesfall . . . . Fr. 5000.— bei ganz Invalidität . . 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