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E_1934_Zeitung_Nr.074

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LUFTFAHR Avlatik in

LUFTFAHR Avlatik in dreissig Jahren. Seit vor rund dreissig Jahren die Gebrüder Wright zum ersten Male mit einem «Schwerer-als-Luft-Apparat» flogen, hat die Luftschiffahrt einen beispiellosen Aufschwung genommen. Und es wäre interessant, zu erfahren, welchen Entwicklungsweg sie in abermals dreissig Jahren gehen wird. Hier einen Ausblick geben zu können, war laut «New Yorker Sonntagsblatt-Herold» der Zweck einer Rundfrage bei verschiedenen Luftfahrt- Sachverständigen der gegenwärtigen Zeit. Dr. Hugo Eckener führte unter anderm aus, dass die Zukunft der Fliegerei untrennbar mit derjenigen 'der Luftschiffe verbunden sei. 30 Jahre seien verflossen seit den Flügen der Gebrüder Wright, und noch immer sei der Ozeanflug eines Flugzeuges ein Ereignis, das die Bewunderung der ganzen Welt nach sich ziehe, während Start und Landung des cGraf Zeppelin» anlässlich seiner regelmässigen Flüge nach Südamerika von den Tagesblättern kaum lebhafter kommentiert würden als die eines Ozeandampfers! Dr. Eckener glaubt, dass die Tage des mit Wasserstoff gefüllten Luftschiffes noch nicht vorüber seien. Es müsse jedoch eine Methode gefunden werden, das nicht entzündbare Heliumgas auf billigere Art und Weise zu erzeugen, an welche Möglichkeit er glaube. Das Luftschiff von 1964 werde etwa viermal so viel Passagiere befördern können, wie der heutige «Zepp», doch würden die Unkosten nicht dementsprechend steigen, denn die Fortschritte hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit in der Passagierbeförderung seien sehr erheblich, und bald würden die Einnahmen die Ausgaben überschreiten. Auf alle Fälle aber werde das Luftschiff in dreissig Jahren das selbstverständliche Transportmittel für Post über grosse Distanzen sein. Hermann Kohl, der erste Bezwinger des Nordatlantiks Richtung Ost-West, ist der Ansicht, dass die Aufstiege Prof. Piccards in die Stratosphäre ganz neue Perspektiven für den Flugzeugverkehr ergeben haben. Das Flugzeug von 1964 werde, dank eines sehr geringen Luftwiderstandes in sehr grossen Höhen, einen Stundendurchschnitt von über 600 Kilometern erreichen. Es werde ein schwanzloser Typ sein. Die Stratosphären- Maschinen werden sich in etwa 15,000. Meter Höhe fortbewegen, was infolge der verdünnten Luft eine Spezialbauart der Maschinenund Passagierräume erforderlich mache. Die letzteren müssen luftdicht abgeschlossen sein und für regelmässige Sauerstoff-Zufuhr muss gesorgt werden. Hier liegen noch grosse Schwierigkeiten, die auf dem Wege zum Erfolg überwunden werden müssen. Louis Bleriot, der vor 25 Jahren als erster den Kanal im Flugzeug überquerte, findet die Entwicklung der Verkehrsflugzeuge noch mitten in den Kinderschuhen begriffen, weshalb nur schwer vorauszusehen sei, ob das Verkehrsflugzeug von 1964 dem heutigen in Leistung und Aussehen auch nur .ähnlich .sein wird. Die Kontinente werden wahrscheinlich durch ein riesiges Luftverkehrsgesetz in täglichem Verkehr miteinander stehen. Grosse Boote, die wohl 100 Tonnen schwer sein mögen, werden die heutigen Passagierflugzeuge verdrängt haben. Der Spanier de la Cierva sieht im Windmühlenflugzeug den Apparat der Zukunft, weil er ihm ein Höchstmass an Sicherheit zu gewährleisten scheint. Diese Maschine werde keine Landeschwierigkeiten und -gefahren kennen, -weil die Landung nicht schwieriger sei als das Anhalten von Automobilen mittelst Bremsen. Der Erbauer des Autogiro glaubt, dass dieser Apparat innert dreissig Jahren das Auto mit Ausnahme im Stadtverkehr verdrängt haben werde. Das Windmühlenflugzeug beansprucht einen kleinen Platz für Start und Landung, weshalb auf den Dächern der Häuser Landeplätze errichtet werden könnten. Da diese Maschine in grosser Nachfrage stehen werde, würden auch die Herstellungskosten sehr gering sein. Zwar wird sie kaum mehr als 50 Passagiere befördern können. 400 und mehr Personen mitzuführen, wird eine Aufgabe sein, die Grossflugzeugen zufallen, welche nach den Prinzipien des DO-X gebaut sind. A. Fy. 712 PS, 8 Passaglere, 370 ktn/St Schon wieder hat die amerikahiscbe Flugzeugindustrie ein Verkehrsflugzeug herausgebracht, das an Leistungsfähigkeit alles bisherige weit übertrifft. Der von der Airplane Development Corporation of Glendale, Kalifornien, gebaute achtplätzige Ganzmetall-Tiefdecker, der oben abgebildet ist, erreicht mit seinem Wright-Cyclone F 2-Motor von 712 PS eine Maximalgeschwindigkeit von 370 km/St, und eine Reisegeschwindigkeit von AUTOMOBTL-'REVTm Das neue amerikanische Schnellflugzeug « Vultee V-14 ». immer noch 322 km/St Er ist für Schnellverkehrsstrecken bestimmt, kann aber mit seiner Landegeschwindigkeit von angeblich nur 96 km/St, auch noch auf mittelgrossen Flugplätzen landen. Das Fahrgestell ist, wie bei den meisten modernen Verkehrsflugzeugen, einziehbar; die Räder werden dabei durch Elektromotoren in den Rumpf hineingeklappt. Auch die zur Verminderung der Landungsgeschwindigkeit angewandten Klappen an der Flügelhinterkante werden elektrisch betätigt. Das Herausklappen des Fahrgestells erfordert nur 11 Sekunden. Die Alclad-Blech-Bespannung der Flügel ist zur Kraftübertragung herangezogen, so dass die Holme und Rippen ganz leicht gehalten werden konnten. Der Rumpf erhält seine Festigkeit fast ausschliesslich durch die aus einzelnen Teilen zusammengenietete Alclad-Aussenhaut. Zum Austrimmen des Seiten- und Höhensteuers sind an den Steuerflächen-Hinterkanten verstellbare Hilfsflächen vorgesehen, die Stabilisationsflachen dagegen fest eingebaut. Besondere Rücksicht wurde auf leichten Unterhalt der Maschine genommen. So Iässt sich der Motor, der natürlich einen im Flug verstellbaren Propeller aufweist, mitsamt ^seinem Oelbehälter, den Verschalungen und Bedienungsorganen als ganze Gruppe ein- und ausbauen. Ungewöhnlich ist die stark nach vorn geneigte Windschutzscheibe des Führerabteils. Durch die geneigte Anordnung ermöglicht sie eine bessere Sicht bei Regenwetter und bei Nachtlandungen, bei denen bisher der Pilot oft durch reflektierte Bodenlichter stark gestört wurde. Die Flögelspannweite der Maschine beträgt 15,25 m, die Flügelfläche 35,7 m 2 , das Leergewicht 2366 kg, das Fluggewicht 3859 kg, die Steiggeschwindigkeit auf Meereshöhe 387 m/Min., die Gipfelhöhe 7625 m und der Aktionsradius 1609 km. —s. Verkehr auf dem Flugplatz Bern im August 1934. Das unbeständige Augustwetter hat zeitweise den Flugbetrieb etwas beeinträchtigt. Immerhin hat die Alpar in 56 Rund- und Alpenflügen 93 Passagiere befördert Die billigen Thunerseeflüge erfreuen sich dabei einer steigenden Beliebtheit. Die Alpar hat an Flugveranstaltungen in Rogg-wil, Grenchen und Meiringen mit ihren Passagierflugzeugen teilgenommen und dabei 136 Passagiere befördert. Die Sportflieger sind auch im August recht aktiv gewesen. Sie unternahmen, nicht weniger als 426 Flüge, während 27 Militärflugzeuge den Berner Flugplatz besuchten. Mitte August erhielt der Ber«. ner Aero-Club sein zweites Sportflugzeug. .Es ist ein Doppeldecker Type « Moth >. Es trägt die neue Schweizer Immatrikulation HB-UBO. Verschiedene ausländische Piloten haben uns Besuche abgestattet. Udet unternahm verschiedene Flüge ins Jungfrau- und Matterhorngebiet, um den Film « Wunder des Fliegens » fertigzustellen. Aus Paris besuchten uns die Piloten Ellison und Lasne mit Mlle Deutsch de la Meurthe, aus Frankfurt Pilot Richtberg, aus London Pilot Gardner, und schliesslich traf aus Mailand Mme Schmeder ein, um dann nach Paris weiterzufliegen. Zysset Hans, Autoabbruch u. Verwertung v. Bestandteilen BERN-OSTERMUNDIGEN, Tel. 41.172, liefert innert Tagesfrist alles für Ihren Wagen. — Grösstes Lager in Bestandteilen der Zentral- und Westschweiz. — Ein Telephon und Zysset bedient prompt 11377 je Sesj&t See MOSER-Anhänger au Leichtmetall sind fQhrend Nutzlast 4 Tonnen Eigengewicht 1 Tonne E. MOSER - Anhängerfabrik - BERN Schwarztorstrass« 101 - Telefon 22.381 Di abend 11. SepL Volksvorstellung: Butterfly, Oper von G. Puccini. Mi. abend 12. Sept. AIda > it , Si r ! ri^D0 ?^i!V von G. Verdi (B-Ab. 1). Do. abend 13 Volksvorstellung: Wenn die kleinen Veilchen blüh'n». Fr. abend 14. SepL AIda mit ' Si s rid Onegin (B- Ab. 1). „Fremo"- Luft-Bremse Zürcher Wochenprogramm Stadttheater Ab ends 8 Uhr, Sonntag nachmittags 3 Uhr. Sa. abend 15. SepL Die So. nachm. 16. SepL | So. abend 16. Sept. j Entführuno aus dem Ser«il, mit Margherita Perras als Constanze, Oper von W. A. Mozart. Bettag geschlossen. A. Schauspielhaus Abends 8 " tag nachm. Di. abend 11. Seilt. Premiere: Bunburry, Komödie von Oskar Wilde. Mi. abend 12. Sept. Katharina Knie, v. Zuckmayer, mit Bassermann. DO abend 13. Sent Bunburry, Komödie von Oscar Wilde. Fr. abend 14. Sept. R'chard 1 il-. von Shakespeare, mit Bassermann. Sa. abend 15. Sept. Premiere: Nacht vor dem Ultimo, Lustspiel von Rudolf Lotar n. Hans Adler. So. nachm. 16. Sept.] Bettag geschlossen. So. abend 16. Sept. j Federn ohne Demontage mit LUBARIT dem RoRtlösungs-, Rostschutz- und Schmieröl. LUBARIT dringt überall zwischen die Federblätter, verhindert die Rostbildung. LUBARIT begünstigt durch entrosten lanL'anhaltende Schmierung die Federwirkung. Verlangen Sie Prospekt. Vertreter gesucht. LUBARIT-DEPOT - CHAM Karosserie Waönerei Schlosserei Sattlerei b. Bellevueplatz Die drei Stimmungskanonen: Burian — Maiersky. Roter Ochsen Beatenmsst 15 Die grösste und schönste von Zürich weinpiab Dicker — Parkplatz — Buiterküche. Propr. H. Broder-Huwrler.

N°74 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE sem tollen Ringelreihen überhaupt von Ruhe die Rede sein darf. Auf alle Fälle setzt insofern eine gewisse Monotonie ein, als sich für die ersten sechs Plätze die Reihenfolge bis zur 36. Runde stabilisiert. Dia 30. Runde bringt in ihren Spitzenpositionen daher unverändert die nachstehenden Resultate: Stuck (Auto-Union) Caracciola (Mercedes-Benz) Leiningen (Auto-Union) Momberger (Auto-Union) Varzi (Alfa Romeo) IStd. 11'01W' (109,240 km/St.) IStd. ll'30K" IStd. 11'52%" IStd. 12'05%" IStd. 12'46%" Die Zeiten belegen, dass das Tempo immer noch gleich scharf geführt wird. Erst die kommenden Zwischenhalte werden hier einen Dämpfer aufsetzen. So fährt Momberger zur allgemeinen Ueberraschung in der 36. Runde an die Boxe, da sich bereits Bremsschwierigkeiten geltend machen. Auch die aueserordentliche körperliche Beanspruchung von Füssen und Beinen bei dem ständigen Wechsel zwischen Brems- und Kupplungsbetätigung macht sich schon bei dem so kampflustigen Piloten fühlbar und so wird Sebastian als Ablösung vorgeschickt. Bis er aber den Anschluss ans Feld nehmen kann, liegt er schon an 8. 'Stelle zurück. Kurze Zeit nachher folgt Nuvolari an die Boxen. Soll sich das Pech von Bern und die enttäuschungsreiche Serie der ganzen Saison für ihn fortsetzen? Einmütig hofft man, dass Monza dem Mantuaner endlich die schon lang fällige Entschädigung für ein verpfuschtes Rennjahr bringen werde. Sichtliche Erleichterung geht durch die Nuvolari so wohl gesinnte Menge, als er weiterfährt. Doch fällt auch er zurück und muss sich von Sebastian auf den 8. Platz verweisen lassen, während dieser um eine Stelle vorzurücken vermag. Die 40. Runde hat nun bereits die Lage in der Führergruppe verschoben, indem es den Alfa-Leuten gelungen ist, einen Keil in die Vorherrschaft der Deutschen zu treiben, wie dies die Liste zeigt: Stuck (Auto-Union) 1 Std. 34' 57" (108,951 km/St.) Caracciola (Mercedes-Benz) 1 Std. 35' 34 -A" Leiningen (Auto-Union) IStd. 35' 58%" Varzi (Alfa Romeo) 1 Std. 37" 15" Trossi (Alfa Romeo) 1 Std. 37'46^" Varzi liegt in 4. Position, dichtauf gefolgt von seinem Markenkollegen Trossi, der inzwischen den Anschluss nach vorn gefunden hat. Der Graf hat sich übrigens wenig um die Eleganz seiner Magehine gekümmert und Hess die Windschutzhaube, die zwischen Motorhaube und Spritzbrett liegende Verschalung, herausnehmen, um sich auf diese Weise genügend Zufuhr von Frischluft zu versijhaffen. Zweckmässigkeit vor allem! ''Stuck hat nun sein Tempo doch etwas gemäs- •sigt. Er scheint dem Frieden mit Caracciola nicht zu trauen und seinen Zeitgewinn von mehr als einer Minute noch als ungenügende Garantie gegen etwelche Vorstösse einzuschätzen. Während aber vorn die Reihenfolge gleich bleibt, fällt Zehender zurück, indem er in der Zwischenzeit schon verschiedentlich angehalten hat. Da sich die Mechaniker stets um die Bremsen bemühen, muss angenommen werden, dass sich bei ihm eine verschwenderische Benützung dieser Hilfsmittel bereits zu rächen beginnt und ihm seine bisherige Position im Mittelfeld ein nutzloser Trost bleiben wird. Ghiron lässt bereits die hinteren Räder wechseln, was ihn zwar besser zügelnem Vorstoss rüstet, der aber vorerst mit erheblichem Zeitverlust erkauft werden muss. Ueberhaupt gefällt uns diese rückwärtige Position des Monegasken recht wenig, weil sie mit seinen Qualitäten und den ihm zur Verfügung stehenden masehinellen Mitteln nur schlecht in Einklang zu bringen ist. Hier hat offenbar Ferrari ein Machtwort gesprochen und ihm als Ausländer die Rolle des Reservisten zugewiesen, der nur dann einspringen soll, wenn einer der beiden Italiener Varzi oder Trossi aus- oder stark zurückfallen sollte. Allerdings verliert dann Chiron mit der Zeit so an Ter- "in, dass er die spätere Aufgabe von Varzi, resp. ^Waer Ersatzmannes Tadini nicht mehr wettmachen Kann. In der 50. Runde liegt die Spitze immer noch in gleicher Gruppierung: Stuck (Auto-Union) Caracciola (Mercedes-Benz) Leiningen (Auto-Union) Varzi (Alfa Romeo) Trossi (Alfa Romeo) IStd. 58'56%" (108,720 km/St.) 1 Std. 59' 48" 2Std.0'W 2 Std. l'50%" 2 Std. 2'29%" Nun fahren Trossi und Sebastian an den Boxen vor. Dieser Zwischenhalt wird bei der Auto-Union dazu benützt, um Momberger wieder einzusetzen, der nun allerdings die weniger dankbare Aufgabe hat, aus 7. Stelle wieder nach vorn zu gelangen, sofern dies noch möglich sein kann. Bei der 54. Runde fehlt Leiningen, der sich bis dahin hervorragend im dritten Platz zu behaupten wusste und alle Anstürme der nachkommenden Alfa-Piloten abwehrte. Er schien seine Position bereits so gefestigt zu haben, dasg ihm ein ehrenvolles Schlussklassement sicher schien, als der Prinz, fast wie im Märchen, plötzlich ausbleibt. Allerdings lässt auch das in der Erzählung übliche happy end auf sich warten, denn zum allgemeinen Erstaunen kommt Leiningen zu Fuss nach der Boxe. Er musste auf der Strecke liegen bleiben, weil ihm der Brennstoff vollständig ausgegangen war. Nur irgendein Leck in den Zuleitungen oder gar im Tank selbst können diesen ungewöhnlich starken Bedarf an Brennstoff erklären, denn als normaler Betriebsmittelkonsum wäre er undenkbar gewesen. Damit muss nun auch die Auto-Union auf einen Trumpf verzichten, gewinnt aber damit wenigstens einen zweiton Ersatzmann, der sich nachher noch als sehr nützlich erweisen sollte. Nicht genug damit, hält nun Stuck in der 57. Runde und verliert beim Tankgeschäft derart viel Zeit, dass sein Vorsprung von einer Minute nicht mehr' ausreicht, um die Spitze zu halten. Selbst der unmittelbar darauf folgende Halt von Caracciola, der übrigens fast unbemerkt in der vorangehenden Zeit an Terrain aufgeholt hatte, ermöglicht es Stuck nicht mehr, die Führung wiederum zu übernehmen, und so fällt er nach dieser so vielversprechenden ersten Hälfte zurück. Aber auch bei Mercedes tut sich was. Caracciola hat sich bei diesem Kampf um Zeitgewinn bei einem offenbar allzu temperamentvollen Kurvenschwung den Ellenbogen so aufgeschlagen, dass er keine Kraft mehr im Arm fühlt, um das Steuer weiter zu halten. Der Boxenhalt wird daher zu einem Fahrerwechsel benutzt, und nun tritt Fagioli wieder in Erscheinung und setzt mit seinem ihm eigenen südlichen Elan ein, der einfach keine Hindernisse mehr kennt und der aufs Ganze geht. So bietet nun die 60. Runde vollständig neue Situationen, die man kaum voraussehen konnte, deren Anzeichen aber allzulange Fagioli 2 Std. 25' 45%" (106,461 km/St.) Stuck 2 Std. 26'0Ö%" Varzi 2 Std. 28" 57%" Trossi 2 Std. 29' 55" Nüvolari 2 Std. 30" 30" Nachdem die erste Hälfte des Auftrages vorüber ist, mehren sieh die Tankhalte rasch und bringen neben einigen vorübergehenden Position»weohi. sein, aber auch den Uebergang der Führung von Stuck auf Mercedes-Benz. Immerhin haben die beiden an der Spitze liegenden Deutschen durch einen Zeitgewinn auf Varzi von wenigstens drei Minuten einen Wall zwischen sich und weitere zu erwartende Anstürme der tapferen Kämpen Ferraris gelegt, der nach Lage der Dinge und der Natur des Rennens fast als unüberwindlich bezeichnet werden muss. Bis zur 70. Runde ändert eich bei den ersten Pjlat#n nichts. Dagegen hat Fagjoli aufgedreht und legt stin6?«e.its zwischen sich ujid dem nachdrängenden Stuok eine wertvolle Zeitmarge, die seine Auslichten ven Runde zu Runde noch verbessert und sicherer verankert Ḟagioli 2 Std. 50' 16 % " (106,321 km/St.) Stuck 2 Std. 51'0%" Varzi 2 Std. 54' 05" Trossi 2Std. 54'11K" Nuvolari 2 Std. 56'02%" Beim 74. Gang fährt Stuck neuerdings bei der Boxe vor und lässt sich nun von Leiningen ablösen. Auch hei ihm machen sich die Beschwerden der überaus anstrengenden Maschinenführung auf diesem hindernisreichen Parcours geltend und seine körperlich Frische lässt zugehend« nach. Immerhin lässt er sich nicht unterkriegen und wird später noch einmal eingreifen, um den so sicher verdienten Platz auch bis zum guten Ende zu behaupten. Der Aufenthalt muss aber mit schwerem Opfer bezahlt werden, $enn inzwischen haben sich Varzi und Trossi, die nun ihre Chance kommen sehen, auf den zweiten und dritten Platz vorgedrängt und Leininfen muss allen Mut zusammennehmen, um sieh mit ungebeugter Energie an die Verfolgung der Ansreisser zu mtchen. Fast gleichzeitig wechseln aueh Mombarger und Sebastian t wieder, die ihrerseits alles aufwenden m.ijssen, um nicht noeh von ihrem siebenten Platz abgedrängt zu werden. Inzwischen überstüfaen eich die Emgnjsie iro übrigen Feld, so dass man Mühe hat, ihnen aU Chronist überhaupt zu folgen. Einmal sei der endgültige Ausfall von Zehender gemeldet, mit dem bei der scharfen Fahrweise su reehnep war. Dann hält plötzlich Ruesch vor den Tribünen und gibt ein seltenes, aber für ihn recht unangenehmes Gastspiel. Er hat schon verschiedentlich die Absicht kundgegeben zum Tanken anzulegeji, aber jedesmal liegt Zehenders Maschine vor den Boxen, so dass er neuerdings angewiesen wird, eine weitere Runde zu riskieren. Aber einmal ist auch der grösste Tank leer und so muss sich nun Ruesch, der wegen seiner immer noch nicht verheilten Brandwunde sehr schlecht auf den Füssen ist, per pedes nach den Boxen aufmachen, um von Hand einige Liter Brennstoff zu holen. Da ihm sein Ersatzfahrer Sandri mit dem so köstlichen Nass entgegeneilt, was gegen das Reglement verstösst, so hätte die Rennleitung das Recht, den Fahrer zu disqualifizieren. Ob ein solcher EntschlUss noch gefasst wird, war bis zum Ende de« Rennens nicht bekannt, Nachdem noch einige Startechwierigkeiten überwunden waren, kann Ruesch bis zur Tankstelle vorfahren und wird nun verproviantiert. Bei dieser Gelegenheit übernimmt Sandri da« Steuer. Auch Comotti, der sich allmählich und durch die verschiedenen Zwischenfälle begünstigt auf die 6. Stelle vorgearbeitet hat, fährt zu den Bösen, wobei sein Wageij plötzlich von eiher mächtigen Stichflamme eingehüllt wird. Es gelingt der bereitstehenden Lösche mannsehaft, das Feuer sofort zu ersticken, doch ist dabei der Fahrer bewusstlöe geworden und muss von Marinoni, einem weiteren Vertreter der Seuderia Ferrari, abgelöst werden. Die 80. Rundt ergibt folgende Positionen an der Spitze: Fagioli-Caracciola (Mercedes-Benz) 3.14* 32%" (106,356 km/St.) Varzi (Alfa Romeo) 3.18' 23%" Trossi (Alfa Romeo) 3.18' 42K" Stück (Auto-Union) 3.19' l%" Nuvolari (Maserati) 3.21' 29X" Stuck hojt nun zu einem Angriff aijs, um sich wiederum der Führung zu nähern und vermag in einer ebenso überraschenden wie glänzenden Attacke Trossi. zu überholen, womit Stuck für kurze Zeit auf die dritte Stelje vorrückt. Dann aber folgt als schlecht lohnende Quittung ein neuer Aufenthalt an der Boxe, wodurch das so hart Gewonnene wiederum in nichts verrinnt. Die ! 90. Runde zeigt daher das nämliche Klassement, nämlich: Fagioli-Caracciola (Mercedes-Benz) 3.39'12%" „ (106.182 km/St.) Varzi (Alfa Romeo) 3.43'20%" Trossi (Alfa Romeo) 3.43'41%" Stuck-Leiningen (Auto-Union) 3.44'4%;" Nuvolari (Maserati) 3.47'57%" Nach weiteren zwei Runden hält nun Varzi, der seit langem scheinbar unbelästigt an dritter Stelle fuhr, bei der Verpflegung, büsst von seinem Vorsprang durch drei rasch aufeinanderfolgende Halte sehr stark ein und gibt das Rennen in der 95. Runde auf. Die Maschine wird jedoch Tadini anvertraut, der sie aber nur noch drei weitere Runden zu führen vermag und dann wegen Getriebedefekt endgültig auf den Schlusskampf verzichten muss. Da Chiron aber stark zurückliegt, nützen ihm alle Anstrengungen nichts mehr,, um die Position seines Stalles noch nennenswert zu verbessern. Auch machen sich bei ihm die normalen Ermüdungserscheinungen bemerkbar, die um so verständlicher sind, als, er mit Straight, Trossi und Höwe zu den Wenigen gehört, die keine Ablösung beanspruchten und die Nerven, und Kraftprobe erfolgreich bis zum Ende und ohne eine Sekunde Pause oder fremde Hilfe bestanden. Ihnen muss ein ganz besonderes Lob .gespendet -werden, und wenn diese Leistung auch im Klassement nicht durchwegs entsprechend belohnt wurde, so haben hier vielfach andere Gründe als die Tüchtigkeit der Piloten ihre Hand im Spiele gehabt. Straight fuhr übrigens wie Earl Howe ein durchaus ausgeglichenes Rennen, das deshalb wenig oder nicht von sich reden machte, weil es durch keine Zwischenfälle unterbrochen wurde, aber bei aller Regel'mässigkeit' auch nicht für einen vorderen Platz reichte. Bei Howe ist dies zufolge der bereits etwas veralteten Maschine noch viel eher verständlich. Um so mehr fCr>h1..cc Cnifa 11 1 Wie soll der Automobilist von Ihnen und Ihren Fabrikaten wissen, wenn er nie von Ihnen hört? Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CHTourlng, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C.S. UZNACH Hotel Bahnhof Gute Küohe, reelle Weine. Autogarage • Telephon 39 Frau Wwe. Fäh. Amriswil Hotel Schäfle T.C.S. Am Marktplatz. - Altbekanntes Haus. - Gute Küohe u. Keller. Renovierte Säle m. neuzeitlicher Bühne. - Bescheidene Preise. Garage.gratis. • Tel. 40, Frau Wwe. Burger. Speziali täten Höflich Gänzlich renoviertes Hans, direkt an der Klausenstrasse. Zimmer mit fliessend. Wasser. Zentralheizung. Grosser Saal für Vereine. Erstklass. Hotelküche. Lebende Forellen. Grosse Garage. Tel. 71. W. Abbühl-Zwahlen. Ihr Ausflugsziel am nächsten Sonntag Prächtige Badanstalten Beste Beton- Auto - Zufahrtsstrassen aus Küche und Keller. empfiehlt sich F. Baggenstoss. In schönster Lage direkt am See. 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