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E_1934_Zeitung_Nr.076

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obachtungen. Was keine

obachtungen. Was keine Macht der Erde vermag, war nämlich hier erreicht: die farbenprächtigen Toiletten der Vertreterinnen des zarten Geschlechts verschwanden im gleichen Massstab wie die Röcke der Herren. Und daneben wurden die Kragen der vielbeschäftigten Kellner immer kleiner und weicher und zusammengeschrumpfter, bis man sie nicht mehr Kragen nennen konnte. Vier Stunden lang wirkte dieser Bratofen, und vier Stunden lang flössen Ströme di birra, di vino und acqua minerale durch die durstigen Kehlen. Und trotz dieser Leiden harrten auf jedem Bäumchen, auf jedem Platz bietenden Vorsprung von Tribüne, Boxen, Umzäunung und Mäuerchen Gruppen auf das stete Wiederauftauchen der kämpfenden Maschinen. Die Boxen waren die Attraktion der Privilegierten. Von einem hohen Gitter umgeben, hinter dem sich das Publikum staute, waren die Boxeneingänge dem gewöhnlichen Sterblichen verschlossen. Nur hie und da war es möglich, einen Blick hinein zu werfen, und man konnte erkennen, dass dort fieberhaft gearbeitet wurde. Die Ruhe wurde nur einige Male unterbrochen, und dann war es, weil die Mechaniker eine müde gewordene Maschine von der Piste nahmen. Fast wehmütig blickten sie auf das so sorgsam gehütete Ungetüm, das nun nicht mehr weiterkämpfen konnte. Einmal auch ging die Erregung von den Boxen auf das Publikum über. Medico, Medico! Ein Offizier eilte gegen die Boxe der Scuderia Ferrari. Comotti war durch einen Brand an seinem Wagen verletzt worden, und die Erschöpfung machte ihn kampfunfähig. Fast um die gleiche Zeit flössen in der Boxe der Auto-Union Ströme von Wasser über den verbrannten Fuss des Meisterfahrers Stuck. Hie und da unterbrach eine singende Gruppe aus der Zuschauermenge das übliche Tonbild. Und dann packte von neuem die Spannung das Publikum, erst leise und immer lauter und immer mächtiger schwoll der Ruf: Tazio, Tazio! Ein Blick auf die Piste erklärte das Ereignis, denn der Lieblingsfahrer der Italiener — Nuvolari — setzte zu einem heroischen Endkampf an. Und als es ihm gar gelang, den Deutschen Stuck zu überholen, wollte der Jubel kein Ende nehmen. Und Runde für Runde wiederholten sich ähnliche Szenen. Langsam, im gleichen Rhythmus, wechselte der Rundenzähler die Nummern, 113, 114, 115, 116 ... Der Lärm und der Beifall konnte sich nicht mehr steigern, als Fagioli auf Mercedes als Sieger das Zielband passierte. Man hatte aber das Gefühl, als ob der Beifall ebensosehr Nuvolari gelten sollte. Die Heimkehr: Währenddem der Strom der Zuschauer sich über die Piste ergoss und Richtung Mailand zudrängte, zog sich eine unendliche Schlange von Automobilen über die schöne Autostrada ebenfalls gegen die Stadt. Noch einmal zeigte sich das Organisationstalent dieser Südländer, ruhig wie Meilensteine und nicht aus der Ruhe zu bringen, folgten sich von zehn zu zehn Meter die weissgekleideten Verkehrspolizisten von Mailand. Sie waren wieder zu den Beherrschern der Geschwindigkeit geworden, und wie ein gezähmtes Pferd fügten sich die von den Mechanikern gesteuerten Rennmaschinen in die endlose Reihe der Heimkehrenden. Nur hie und da brüllten sie auf, um zu zeigen, dass in ihnen immerhin 300 Pferde stecken und dass sie, von kühner Hand gesteuert, zu neuen Kämpfen bereit sind. F. Hegemonie Von Hans Natonek. Manchmal gedenkt man auch der alten Lehrer. Irgendwo müssen wir doch die Menschen, die uns etwas bedeuteten, verwahren, ehe sie uns für immer aus dem Gedächtnis entschwinden. Wozu denn hat der Mensch Gedächtnis und Erinnerung? Kürzlich schrieb mir ein Professor, dass in den Schulgeschichten, nicht nur in den meinen, die Lehrer meist ziemlich, schlecht wegkämen. Es wimmele nur so von Tyrannen, Quälgeistern, Ungerechten und Verständnislosen. Das sei ein bisschen schmerzlich. Man wolle doch das Beste. Als ich diese Zeilen las, sah ich die Gesichter vieler alter gütiger Lehrer auftauchen und hielt eine stille Gedächtnisstunde ab. Da war der Geschichtsprofessor Franz, ein alter Herr und Hagestolz mit langen, stelzenden Beinen, in engen, schwarzen Hosenröhren. Sein Vortrag lief behaglich leiernd und einschläfernd ab, knarrend und dennoch melodiös wie eine abgenutzte Spieldose. Während er sprach, strich er seinen kleinen weissen Schnurrbart; es war, wie wenn man einen alten weissen Kater streichle: er schnurrte. Zwischen Lehrer und Schüler entwickelt sich häufig unbewusst ein stillschweigendes Abkommen — wenigstens war das damals so. Unser Abkommen lautete : Stört ihr mich nicht, dann störe ich euch nicht. Er war ein korrekter Pensummechanismus, vollkommen sachlich, aber streng. Unbeteiligt und altersstarr blickten seine kleinen Brillengläser im Nickelrand geradeaus, ohne Ansehen der Person. ,.. Wir nahmen gerade die Geschichte des alten Griechenland durch, als er mich auf das Podium rief. Durch die verschossenen gelblichen Vorhänge strömte die pralle Sommersonne wie flüssiger Bernstein. «Also sag mir mal,» schnurrte er leiernd und strich AUTOMOBIL-REVUE 1934 - ü; Immer wieder tröstlich... sein weisses Schnurrbärtchen, «was verstehen wir unter .Hegemonie? » Stille. — Man hört die Fliegen summen. Was verstehen wir •.. wir ... damit bin also auch ich gemeint. Wie hiess jenes nie gehörte Wort? Auf dem Katheder liegt das schwarze Taschenbuch des Professors und wartet auf die Zensur. Es geht auf Semesterschluss. Wenn ich jetzt eine 3... Um mich dreht sich das Klassenzimmer. Die Finger arbeiten krampfhaft und nervös. Wenn jetzt der Schuldiener Hitzeferien läuten würde... Aber solch ein rettendes Eingreifen Gottes gibt es nur in den Lesebüchern. Professor Franz wiederholt seine Frage; sie kommt wie aus der Ferne und verhallt. Er hat aufgehört, sein Schnurrbärtchen zu streichen. Gleich wird er mich in die Bank zurückschicken und ein Ungenügend ins schwarze Taschenbuch schreiben. Da wendet er langsam seinen grünlichen, unbeteiligten, altersstarren Blick auf mich. Das Auge hebt sich gleichsam über die enge Sachlichkeit des Brillengestells hinweg. Er sieht das Bürschlein vor sich in voller Panik. Er sieht das Menschlein in seiner bleichen Angst. Also, Hans Natonek, das werden wir gleich haben, das ist ja gar nicht so schwer. Athen war die mächtigste Stadtrepublik in Griechenland. Politisch und kulturell führend, hat Athen sich gegen die Kriegszüge der Perser siegreich behauptet. Seine Vormachtstellung in Griechenland war also gesichert. Und diese Vormachtstellung nennt man — nun, Hans Natonek? » « Hegemonie,» sagte ich mit ausgetrockneter Kehle. «Na, siehst du,» nuschelte er und strich befriedigt sein Schnurrbärtchen. Und eben jetzt läutete der Schuldiener die Hitzeferien ein, in drei heftigen, triumphalen Intervallen, nicht etwa mit einer elektrischen Klingel, nein, mit einer richtigen metallenen Von Hermann Hesse. Immer wieder tröstlich Und immer neu in ewiger Schöpfung Glanz Lacht mir die Welt ins Auge, Lebt und regt sich in tausend atmenden Formen, Flattert Falter im sonnigen Wind, Segelt Schwalbe in seliger Bläue, Strömt Meerflut am felsigen Strand. Immer wieder ist Stern und Baum, Ist mir Wolke und Vogel nahe verwandt, Grüsst mich als Bruder der Fels, Ruft mir mütterlich das unendliche Meer. Unverstanden führt mich mein Weg Einer blau verlorenen Ferne zu, Nirgend ist Sinn, nirgend ist sichtbares Ziel — Dennoch redet mir jeder Waldbach, Jede summende Fliege von tiefem Gesetz Heiliger Ordnung, Deren Himmelsgewölb' auch mich überspannt, Deren heimliches Tönen Wie im Gang der Gestirne So auch in meines Herzens Taktschlag klingt. Glocke; und es klingt mir heute in den Ohren, als würden die Dome ihren Segen auf den alten Professor herunterläuten. Das war vielleicht der grösste pädagogische Erfolg des Professors Franz. Eine kleine Abweichung des sachlich-unbeteiligten Blicks, und er sah ein Gesicht: und ein Gefühl, vielleicht ein väterliches, ward in dem alten Junggesellen angerührt. Nun werde ich nie vergessen, was Hegemonie ist. Und ich brauche nur an jene Geschichtsstunde zu denken und ich weiss, dass die Güte, trotz allem, die Hegemonie im Leben hat und unzerstörbar ist. Greta Garbos Jahreseinkommen. Greta Garbo hat soeben mit der amerikanischen Filmgesellschaft Metro-Goldwyn- Mayer einen Vertrag für das Jahr 1935 abgeschlossen. Obgleich man sich bemüht, keine Einzelzeiten bekannt werden zu lassen, verlautet, dass die Künstlerin nur in zwei Filmen aufzutreten hat, dafür aber di~ Kleinigkeit von 600,000 Dollar bezahlt be." kommt. (Auch das — im Zeitalter der Millionen verzweifelter Arbeitsloser — gehört m das Kapitel « Vernünftige Wirtschaft > !) MAGENSCHMERZEN sind den ansaerst unangenehm Dieselben verschwinaber nach kurzer Zeit beim Gebrauch von „COLUMBA"-Magenpulver unschädliches Mittel gegen Verdauungsstörungen. Gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Magenkrampf, üebelkeit, Erbrechen, Magendrücken, Sodbrennen. Blähungen, Aufstoßen, übelriechenden Atem. Preis pro Schachtel Fr. 3.—. Machen Sie einen Versuch und Sie werden von dessen Güte wie schon Hunderte anderer Kunden überzeugt sein. Einzig erbältlich bei Apotheke zur Taube, Schaffhausen Institut LEM AN IA, Lausanne Mod. Sprach- u. Handelsfachschule mit abschliessend. Diplom. Gründl. Erlernung des Französischen Rationelle Vorbereit, a. Universitär Matur.) u. Eidg.Techn.Hochsch. Internatf. düngl. u. Externatf Schüler beiderl. Geschl.-Sport. Knabeninstitut M Alpina"Champery (Walliser Alpen, 1070 m ü. M.) Bergluft u. Höhensonne. Unterricht auf sämtlich. 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Katharina Knie, m. Bassermann 8 Uhr: Premiere Wilhelm Teil, v. Schiller, mit Bassermann in der Titelrolle. 3 Uhr: Richard III., mit Bassermann. Nacht vor dem Ultimo. Die drei Stimmungskanonen: Burian — Maiersky. Dicker Tanzinstitut Anltra S S S i Tel. 26.748. Frau A. Hawelska. Tango-Club jeden Mittwoch 20 Uhr. Tanz-Abende: Samstag u. Sonntag 20 Uhr. Tanzvorführungen. Die rrosste Roter Ochsen Parkplatz — Beatengassi 15 und schönste von Zürich ButterkOche. Propr. H Broder-Huwyler

N°76 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 15 DDflffiflDP SIE «ITFDQ/IXIU Die Umrisse der neuen Mode Wer die verzweifelten Exzentrizitäten gesehen hat, die bei den Rennen in Ascottund Longchamps getragen wurden, wird sich nicht wundern, dass sie starke Reaktion und den Wunsch nach möglichst radikaler Strenge zumindest bei jenen Frauen wachgerufen haben, die stets zu einfachen Linien und Farben inklinierten. Aus den volant-, spitzenund bändergeschmückten Toiletten sind vielfach Ungetüme geworden, die an Scheusslichkeit hinter den stillosen Geschmacksverirrungen von 1900—1915 nicht zurückstehen. Heute darf verraten werden, dass eine starke Reaktion vorbereitet wird — nicht zwar in allem und jedem, aber auf einem Gebiete der Frauenkleidung. Als besonders elegant werden im Herbst und Winter die strengst taillierten Kleider, Kostüme und Mäntel gelten. Sie werden allerdings der Gesamtstimmung der Mode von heute angepasst sein, die Grundform wird also eine der Modevarianten, aber fast ohne jeden Aufputz, jedoch entsprechend ergänzt sein. So wird man beispielsweise alle strengst einfach geschnittenen, perfekt ausgearbeiteten und passenden Kleider aus schwarzen und dunkelblauen Woll- und Seidenstoffen tragen, deren Aufputz ein weisser Kragen, weisse Manschetten, schöne Knöpfe und vollendet gearbeitete Knopflöcher sein werden. Schwarz-Weiss und Blau-Weiss war seit jeher die elegante Uniform der distingierten Dame: morgen wird es höchste modische Tugend sein. Schöne schwarze Schneiderkostüme oder einfach und geschickt geschnittene Kostüme «mit Ideen» werden mit einfachen strengen weissen Blusen getragen werden — im Gürtel oder über dem Rock, lange, vorne einförmig durchgeknöpfte Kasacks mit oder ohne Gürtel, mit engen, glatten Aermeln. Der aus der Kostümjacke hervorlugende weisse Vorderteil genügt als Gegengewicht der schwarzen Fläche. Der steife Kragen der anliegenden, vorne geknöpften Kostümjacke (wie ihn die Garbo in dem Film der «Königin Christine» trägt) kann später gegen den immer modernen Fuchs eingetauscht werden. Die Mäntel sind anliegend, in der ganzen Länge mit grossen Spangen, Klipsen oder Knöpfen geschlossen, die Kragen durchwegs aus Stoff, lose Mäntel aus dunklem Material. Zu diesen Kleidern, Mänteln und Kostümen gehören durchwegs einfach strenge, nicht allzubreite Hüte, bei denen Linie und edles Material, insbesondere Samt, die wichtigsten Faktoren sind. Stilgerechte Schuhe, einfache und zweckmässige Handtaschen mit guter Inneneinrichtung, originelle Handschuhe, die die besondere Note zu unterstreichen haben. • Modebericht der Grands Magaslns Jelmoli S. A., Zürich. Die Herbst- und Wintersaison bietet stets das weiteste Feld für die Zusammenstellung der Kollektionen. Paris hat diesmal die Möglichkeiten voll ausgeschöpft und teils in Reaktion, teils in logischer Fortsetzung des Vorhergegangenen eine überaus interessante und vielseitige Mode geschaffen. Die auffallendsten Details der neuen Mode finden wir diesmal in der Eigenart der Röcke, die oft sehr eng und gerade und unten seitlich mit einem kleinen, raffinierten Schlitz versehen sind, oder mit Tuniken und schürzenartigen Oberteilen gezeigt werden. Typisch und neu ist die kimonoartige Aermellinie, die, aus besonders weichem und elegantem Material gearbeitet, dem Kleid zu einem nahezu capeartigen Eindruck verhilft. Blusige Rücken, oft auch ein loses Capeteil geben dem Kleid eine besondere Note und machen habille. Die Vormittags-Kleidung für den Herbst, die allen Ansprüchen gerecht wird, ist entweder das Kostüm oder das Complet mit M langem Mantel, überwiegend sportlich in der Verarbeitung und im Material. Die Kostüme sind meist mit kurzer Jacke, die knapp anliegt, die Mode zeigt aber auch einige Modelle mit halblangen Jacken, sowohl aus sportlichen, wie auch aus feineren, einfarbigen und melierten Stoffen; auch Velvet (Cöpersamt) wird für Kostüme und Complets viel verarbeitet, allerdings mit anliegender ?i langer Jacke, nach unten etwas abstehend, mit breitem Gürtel und engem, geschlitzten Rock. Die sportlichen Complets mit V« und 7 /s langen Mänteln haben grösstenteils Neben den einfachen dunklen Kleidern bietet der Tweed in seinen immer schöner werdenden Ausführungen eine andere Möglichkeit, die englische vornehme Zuverlässigkeit mit französischem Chic vereint. Die grauen, bräunlichen und grünlichen Töne, Bois de Rose, Rauchblau, Resedagrün und alle die anderen Schattierungen sind prachtvoll für Kleider und Kostüme. Auch Tweedi verlangt streng erwogene Akzessorien, richtige Farbe der Strümpfe, Schuhe und Hüte, die auch nicht um einen Ton abstechen; Handschuhe, die nur im Schnitt und Material auffallend sein dürfen. Das hier Beschriebene wird mancher meiner Leserinnen nicht neu erscheinen, und im Wesen ist es auch nicht neu. Nur raffinierter, betonter. Eine alt-neue, bewusste Renaissance, auf die so manche Frau schwören wird, die alle die modischen Kinkerlitzchen satt hat, die mit dem Geiste der Zeit nichts gemeinsam haben. Herbst- und Wintermode 1934/35 Jose, weite Rücken und werden vorn mit Gürteln aus dem gleichen Material faltig gehalten. Die beliebten Sportwollkleider weisen oft Jackeneffekte auf, was für die Strasse besonders gut geeignet ist. Sie sind aus grobem, geschmeidigen uni oder meliertem Material oder melange mit Noppen 1 -, Tierhaar- und Reliefeffekten. Die Kleider sind hochgeschlossen, oftmals ohne Kragen sehr eng am Hals anschliessend, oder mit Rollkrageneffekten. Reizvoll und abwechselnd sind auch die uni Taffetschleifen, im gleichen Farbton wie das Kleid gehalten. Ferner haben Woll-Jersey und Strickstoffe für Kleider eine grosse Bedeutung als flotte ein- oder zweiteilige Jumper- und Jackenkleider, die sicher viel Beifall finden werden. Die viel vertretenen Mantelkleider haben eine vornehme und kleidsame Note und eignen sich mit Aermeln von bemiemer Weite, bei normal breiter Schulter, auch füu stärkere Figuren. Die Bluse hat sich zu den sportlichen, wie auch eleganten Kostümen und Complets wieder ihren Platz für die Herbstsaison erobert. Wenn auch die Bluse in der Mehrzahl in weiss oder pastellfarbig beliebt ist, wird heute die Bluse aus Taffet oder Crepe-Satin in marineblau, braun oder schwarz bevorzugt werden. Zu mittelfarbigen Kostümen und Complets wirkt eine Bluse je nach dem Farbton in marine, braun oder schwarz, apart und interessant und bringt einen Kontrast, der auf der Trägerin flott und fesch wirkt. Diese neuen Blusen sind hochgeschlossen, mit grossen, koketten Schleifen, Rüschen oder Jabots, auch mit Knöpfen verziert, Garnituren, die sich reizend aus Comclets und Kostümen präsentieren. Die Nachmittagskleider bringen einige TTeberraschungen, zu denen vor allem der etwas längere Rock, sehr eng und oft etwas geschlitzt, gehört. Ferner die interessanten Tunika- und Schürzenüberwürfe und die sehr neuartig kompliziert geschnittenen Aermel, welche chinesischen Einfluss verraten. Ueberhaupt hat der Aermel an Wichtigkeit gewonnen, dass er das gesamte Modebild gerade am Nachmittag stark beeinflusst. Kimonoartig von der Schulter bis zum Ellbogen geschlitzt, oftmals mit Goldlame und Stickerei verziert, ein interessanter Kontrast zu dem sonst vollkommen schwarz und hochgeschlossen gehaltenen Kleid. Fantasievolle Garnituren sind öfters aus anderem Material als das Kleid, und zwar aus Taffet, Velourschiffon oder Pailletten und bilden einen sehr schönen Kontrast zu der allgemein sehr schmalen Kleidersilhouette. Neben all den extravaganten Aermelformen behält auch der normale, schlanke Aermel seine Gültigkeit. Die Nachmittagskleider bekommen ihren Aufpute durch Schmuck in Form von Nadeln, Clipsen, Schnallen und aparten, teilweise sehr breiten Gürteln aus Lack-, Wild- oder Silberleder. Neben den vielseitigen Nachmittagskleidern wird der Genre des sogenannten Diner- oder Tagesendkleides sehr gepflegt; dieselben sind knöchellang und in Linie und Material anspruchsvoller und haben auch oft ein Oberteil aus anderem Stoff. Goldund silberdurchwirkter Stoff, lameabgefütterte Schleifen- oder Aermelchen kontrastieren blendend mit den stumpfen, modernen Seidengeweben; ebenfalls wirkt als einzige Garnitur eine antike Brosche mit farbigen Steinen oder Similis vornehm. Für Theater und Gesellschaften sind diese Kleider sehr zweckmässig, da sie beinahe schon ein Abendkleid ersetzen. Die Mode für die Abendkleider ist sehr phantastisch und anspruchsvoll in Verwendung kostbarer Materialien, wie gold- und silberdurchwirkte Stoffe, broschierte und fassonierte Taffets, Moirees, schwere Abseiten-Satins, Jacquardgewebe und speziell Velours transparent, der jetzt sogar als knitterfreie Ware gebracht wird. Es werden schöne Modelle mit reichen Schleppen i gezeigt, gerafften Garnituren, oftmals vorne hochgeschlossen, hinten im Rücken spitz oder oval dekolletiert; dazu werden kleine Jacken und Pelerinen aus Velours transparent getragen, ferner auch Straussfedercapechen und aparte Paillettenumhänge. Ueberraschenderweise sind auch einige Taftmodelle als Stilkleider gehalten, die sich bereits von den Hüften erweitern. Entzückend ist das Stilkleid aus braunem Poult de soie, das im'Rock unten eine zirka 25 cm breite Velours-chiffon-Bande. die als Pendent oben am Hals eine Schleife aus dem gleichen Material aufweist, besitzt. In den neuen Materialien liegt eine grosse Wirkung. Zu den beliebten Matt-Crepes, Crepe romain und den bekannten Matt-Blankqualitäten kommen in dieser Saison Taffets, Poult de soie, Jacquards, Mattelasses, Cellophangewebe, Crepes lames, Ondules, CloquÄs mit Gold- und Silbereffekten, Velours-chiffon (knitterfrei) und auch viel Samt. In den Farben gibt es besondere Favoriten: Marine spielt eine grosse Rolle, ferner der grüne Ton vert onix, rötliches braun, burgund, nachtblau und bleu. Tulipe noir, ein stumpfes Lila, ist ein neuer Tön, besonders für Nachmittagskleider. Grosse MODE-SCHAU im Kursaal Zürich Freitag, 21. Sept. 15 Uhr Nachm.-Vorführung Karte inkl. Tee Fr. 4.- Samstag, 22. Sept. 20 Uhr Abend -Vorführung Karte Fr 3. - Billett-Vorverkauf bei: H. Brändli, z. 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