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E_1934_Zeitung_Nr.080

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10 AUTOMOBIL-REVUE 10 51

10 AUTOMOBIL-REVUE 10 51 _ WO ftfl Empfangsapparatur eingebaut wird, die auf drahtlosem Wege Signale gibt und empfängt und so bei Ueberholungen und an Strassenkreuzungen die Gefahr von Zusammenstössen rechtzeitig bekanntgibt. Die für den Empfang im Auto gebauten Apparate können nur dann von Nutzen sein, wenn ihre Betätigung auf die Fahrpausen beschränkt bleibt. Der Einbau der preiswerten Auto-Spezialgeräte ist auf gleiche Weise möglich und beansprucht nur einen geringen Platz. Die Empfindlichkeit der Geräte ist durchweg so, dass auch am Tage einwandfreier Lautsprecherempfang in ausreichender Stärke zu erreichen ist. Die Einstellung kann der Fahrer am Gerät in unmittelbarer Nähe des Lenkrads vornehmen, durch Uebertragungsleitungen in biegsamen Wellen können aber auch die Bedienungsknöpfe am Lenkrad selbst angebracht werden. Der früher bei Versuchsfahrten aufgetretene Empfangsschwund, der sich beim Vorbeifahren an Eisenbauten und beim Durchfahren von Eisenbahnunterführungen zeigte, ist jetzt ebenfalls grösstenteils beseitigt, so dass alle europäischen Großsender verzerrungsfrei und ohne Lautstärkeschwankungen empfangen werden können. 2kus «Bern* Leserkreis (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Wo bleibt des Volksauto? Als Reise-Vertreter verfolge ich seit Jahren mit Interesse die Entwicklung der Motorfahrzeuge und studiere die technischen Abhandlungen Ihres Organs in der stillen Hoffnung, selbst noch einmal unter die Selbstfahrer gehen zu können. Die Anschaffung eines Autos an sich ist heute bis weit in den Mittelstand hinab möglich. Die Preislagen von 3—i Mille für leistungsfähige Kleinwagen sind geradezu verlockend. Weniger verlockend sind die hohen Fahrgebühren, Versicherungen, Garagemieten, Amortisationsquoten und vieles andere. Habe ich doch unlängst in einem grossen Reklame- Inserat für ein "weltbekanntes Fabrikat gelesen, dass man den Wagen in der Schweiz jährlich ca. Fr. 4000.— alles in allem bei normal angesetzter Jahreskilometerzahl rechnen müsse, also fast so viel wie der Anschaffungspreis des Wagens selbst. Ein Kaufmann muss wissen, ob seine Jahresumätze auf Konto « Reise > diesen Betrag gestatten oder nicht. Verpflegung«- und Uebernachtungsspesen. für ihn selbst kommen auch noch extra dazu. Wenn ich das Auto als für mein Budget untragbar erkenne, so habe ich die Wahl zwischen einfachem Motorrad oder solchem mit Seitenwagea. Bei unsern klimatischen Verhältnissen erachte ich das Motorrad für den reisenden Kaufmann als ungeeignet. Er kann nicht in Kombinaison vor die Kundschaft treten. Ohne solche wird er verschmutzt und müsste eine eiserne Gesundheit haben, um über die schlechte Jahreszeit (ca. 7 Monate) durchzuhalten. -Wäre nicht das Studium der Schaffung eines als Kabriolett karossierten Einsitzers in Ihrem Organ erwähnenswert? Ich bin durch die bekannten 3-Rad-Camionette-Elektromobile der Post auf die Idee gekommen. Die Sache denke ich mir ungefähr so Liegender Emzylinder-Zweitaktmotor in der Stärk« der für Motorräder mit Seitenwagen verwendeten Typen. Antrieb des Vorderrades durch Kette. Motor «schwebend» über dem Rad montiert unter nach hinten aufklappbarer Kühlerhaube in Stromlinienform. Erstere vorn kreisrunden Ausschnitt und seitliche Schlitze, "wodurch beste Kühlung des Zylinders gewährleistet. Lenkung des Vorderrades durch Stange. An Stelle von zwei Hinterrädern denke ich mir ein breites Zwillingsrad, das unter dem stromlinienförmig gehaltenen Heck läuft und Seitenstabilität vom Stand aus sichert. Minimale Radhöhe und minimaler Bodenabstand der Karosserie. Letztere würde ich beidseitig unten durch skiartige Metallkufen schützen. Für den Fahrer bequemer Stahlrohrsessel mit vorwärtsklappbarer Lehne. Im Fond Platz für Koffer. Die Gewichtsfrage scheint mir kein Hindernis. Ich kann das Gewicht eines Seitenwagens mit Mitfahrer in Rechnung stellen bei der Kalkulation dee Gewichtes von Chassis und Karosserie meiner « Monoplace » und habe noch zu gut das Gewicht eines Soziuefahrers, wie man sie viel auf Motorrädern mit Seitenwagen sieht. Dieses Gewicht kann ich teilweise für Gepäckmitnahme einsetzen und für die Karosserie. Wichtig wäre die Zeichnung eines formschönen, schnittigen Typs, der sicher von vielen Kaufleuten begrüsst würde. Auch wenn er einige hundert Franken über den heute gefahrenen Motorrädern mit Seitenwagen liegen sollte, so würde dies kaum abschrecken, da ein Gebrauchsfahrzeug geschaffen wäre, dessen Betriebskosten ein Mehrfaches unter denjenigen eines Autos liegen dürften. Es wird mich sehr interessieren bald zu lesen, was Ihre Freunde, Fach- und Nichtfachmänner dazii meinen. S. in Z. Nachschrift der Redaktion: Unser Einsender hat sicher zahlreichen Lesern, Automobilfahrern und Autoraobilßchwännern, aus der Seele gesprochen. Tatsächlich kann man nur immer wieder bedauern, dass das Auto bei uns immer noch nicht das ist, was in Amerika, nämlich das selbstverständliche, zeitgemässe Fortbewegungsmittel auch •des kleinen Mannes. Wenn die Jahresbetriebskosten auch nicht so ^hoch zu sein brauchen, wie es der Einsender glaubt, und man bei Mässigung_ seiner Ansprüche auch mit etwa 2000 Franken jährlich auskommen kann, so ist das immerhin noch ein Betrag, über den mancher Europäer als Ueberschuss nicht so ohne weiteres verfügt. Zum einen Teil ist an dieser Sachlage die technische Entwicklung schuld. Mehr oder weniger tonangebend in der Autotechnik ist eben heute der amerikanische Autobau. Amerika baut die Autos, die am besten für seine Verhältnisse passen. Wenn dieselben Wagen auch noch in Europa geschätzt werden, allerdings von einer finanzkräftigeren Käufersehicht, so beweist das nur, daes es seine Sache gut macht. Nach ausgesprochenen Kleinwagen besteht in Anaerika kaum ein Bedarf. Deshalb fehlt auch bei uns der in ganz grossen Serien hergestellte, ganz billige Kleinwagen. Andererseits sind wir absr in Europa auch noch zu anspruchsvoll und hochnäsig. Wer ein Auto anschafft, will sich nicht einfach nur in einem eigenen Fahrzeug vorwärtsbewegen können, sondern auch noch «Automobilbesitzer» sein. In dem Fahrmaschinchen, das ihm die euTO- paische Autotechnik für einen -viel niedrigeren frei« sehr wohl auch noch liefern könnte, würde er sich « genieren ». Damit der Preis wirklich niedrig genug wäre, müsste ja das .Fahrzeug von den gegenwärtigen Konstruktionen, die sich alle an Verfeinerungen zu überbieten suchen, weitgehend abweichen. Man braucht in diesem Zusammenhang nur etwa an den kleinen Hanoinag selig ZVL denken, öine an sich vorzügliche und theoretisch höchst aussichtsreiche Konstruktion, die nur aus Prestige-Gründen nicht den ihr gebührenden Anklang fand und schliesslich wieder ganz aufgegeben werden mussto. Heute haben wir wohl eine ganze Anzahl Kleinwagen, die dafür bestimmt sind, die Lücke zwischen dem Motorrad und dem « Auto > auszufüllen. Aber sie sind mit wenig Ausnahmen immer alle noch zu gut, zu «schön» und zu kostspielig gebaut, um wirklich Volksgut werden zu können, wenigstens bei den Kostenbeträgen, wie sie nach dem Aufschlag durch den Zoll, die Steuern und anderen Abgaben in der Schweiz in Betracht gezogen werden müssen. In Deutschland liegen die Dinge in dieser Hinsicht schon bedeutend günstiger. Ee haben sich dort Kleinwagen bis hinunter zu 400 cem Zylinderinhalt eingeführt. Allerdings lastet auf diesen Wägelchen nicht auch schon von Anfang an ein sinnlos hoher Zoll. Ob die Formel, die unserem Einsender für den Bau eines Volkswagens vorschwebt, wirklich die beste Lösung erbrächte, möchten wir nicht endgültig entscheiden. Warum z. B. nicht offen und ehrlich ein Dreirad-Wagen statt des heimtückischen c Quasi-Einspur »-Fahrzeuges? Wie stellen sich unsere Leser zu der ganzen Frage? • eenn. '«»da Frage 9202. Schmierung der Ventilschäfte. Wie geschieht bei seitengesteuerten Motoren die Schmierung der Ventilschäfte, wenn keine Obenschmierung angewendet wird, und wie werden die Kolbenbolzen geschmiert, sofern die Pleuelstangen keine Oelkanäle besitzen? M. L. in F. Antwort! Bei der Mehrzahl der seitlich gesteuerten Motoren ist für die Ventilschäfte keine besondere Schmierung vorgesehen. Das ist auch der Grund, weshalb die Ventilschäfte und Ventilführungen im allgemeinen eine so erstaunlich lange Lebensdauer haben! Nur in den Fällen, in denen der Raum der -Stöisselführungen gegen das Kurbelgehäuse hin offen ist, wird durch Oeldämpfe eine einigermassen wirksame Schmierung der Schäfte und Führungen erreicht. Schmierungen mit flüssig zugeführtem Oel sind noch grOsse Ausnahmen. Weniger schlimm steht es allerdings mit der Schmierung des Kolbenbolzens. Auch dann, wenn die Pleuelstange keine besonderen Kanäle zur Zuführung von Oel besitzt, darf die Schmierung des Kolbenbolzens als gesichert betrachtet werden. Der Raum unter dem Kolben und im Kurbelgehäuse ist ja einem Sprühregen von Oel ausgesetzt, den mau mit Leichtigkeit genügend stark dosieren kann. Wo trotzdem eine besondere Oelleitung bis zum Kolbenbolzen hinauf geführt ist, bezweckt man hauptsächlich eine zusätzliche Kühlung des Kolbenolzens und Kolbens durch frisches Oel. -s. Frage 9203. Gleitwiderstand verschiedener Reienbreiten. Wird durch Verwendung von breiteren Pneus die Adhäsion am Boden vergrössert oder bleibt sie gleich, weil der spezifische Druck kleiner wird? E. W. in Z. Antwort: Im gxossen ganzen -wird der Gleitwiderstand nicht verändert, ob der Reifen nun mit einer breiten oder schmalen Fläche auf dem Boden aufruht. Wenn in einem Fall die Berührungsfläche grösser ist, so ist dafür, wie' Sie richtig vernmten, der spezifische Druck ja kleiner. Der Gleitwiderstand ist allgemein nur abhängig von dem auf dem Rad lastenden Gewicht und dem zwischen Reifen und Strasse herrschenden Reibungskoeffizienten. In bestimmten Fällen kann aber trotzdem die Grosse der Auflagefläche eine Rolle spielen. Ist die Strasse beispielsweise mit einer schmierigen Schmutzschicht überzogen, dann vermag im allgemeinen d«r schmale oder hart aufgepumpte Reifen besser zu fassen als der breite. Das Profil drückt sich bei ihm bis auf den festen Strassengrand durch, während der breitaufliegende Reifen mehr oder weniger auf der "Schmutzschicht schwimmt. Praktisch kann aber auch der breitaufliegende Reifen einen grösseren Gleitwiderstand bieten, weil er sich besser dem Boden anschmiegt und weniger springt. Hier ist es dann allerdings weniger di« Berührungsfläche, die eine Rolle spielt, als vielmehr die durch das grössere Luftvolumen entstehende grössere Schmiegsamkeit. —s. S» '«eck Anfrage 453. Mietvertrag. Ich hab« am 19. August ein Auto vermietet und den Wagen persönlich dem Mieter vor das Haue gebracht. Es zeigte sich, daes die Benzinzuleitung nicht recht funktionierte, welcher Mangel ich sofort behob, so dass der Mieter nur 15 Minuten aufgehalten wurde. Nach beendigter Fahrt wurde der Wagen in meine Garage gestellt, ohne Kenntnisgabe an mich. Anlässlich der am nächsten Tag vorgenommenen Kontrolle konstatierte ich eine Fahrt von 223 km und seine Beschädigung des Differentials. Den Mieter machte ich für den Schaden alsdann haftbar, er verweigerte jedoch die Zahlung. Welchen Weg habe ich einzuschlagen, um den mir aus der Sache erwachsenen Schaden im Betrage von Fr. 560.— flüssig machen zu können. A. E. in B^ Antwort: Prinzipiell hat der Mieter eine Sache nach abgelaufener Miete in dem Zustande abzuliefern, in dem er sie empfangen hat. Daraus folgt, dass der Mieter verpflichtet ist, vor Antritt der Miete die 'Sache zu prüfen, um allfällige Mängel zu rügen, wenn er nicht riskieren will, dass nachträglich behauptet wird, die aufgetretenen Mängel seien auf unsachgemäßen Gebrauch zurückzuführen. Prinzipiell würde nun vorerst einmal der Mieter für den Schaden im Differential haften, sofern er nicht den Nachweis leistet, dass der Schaden nicht auf unsachgemässen Gebrauch, sondern auf Abnützung oder geheime Mängel zurückzuführen ist, die bereits beim Mietantritt vorhanden waren. In Ihrem Schreiben vermissen wir leider genauere Angaben darüber, auf welche Ursachen die Beschädigung des Differentials zurückzuführen war. Wi nehmen jedoch an, dass die Prüfung unsachgemäße Bedienung des Wagens ergab. In diesem Falle haftet der Mieter. Wenn es sich jedoch um andere Ursachen handelt, so ist die Haftung ausgeschlossen, selbst wenn in Ihrem Mietvertrag die Klausel enthalten ist, wonach der Mieter für allen Schaden aufzukommen hat. Diese Klausel müsste unseres Erachtens dahin ausgelegt werden, dass sie nur für verschuldete Beschädigung der Mietsache gilt. Wir hoffen Ihnen damit gedient zu haben. O oooooooooooooooooooooooooooooooo OEL- '"" FEUERUNG Brenner Schweizer Konstruktion, vollautomatisch, für jeden Kessel geeignet, tadelloses Funktionieren, werden zu vorteilhaftem Preis von Spezialisten fertig montiert geliefert. — Sich wenden an Walter Kapsar, Terreaux 9, Neuenburg. OOrMOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOCXXX Zu verkaufen (aus Unfall) FORD- Stahlkabine von Personenwagen Mod. 1932/33, 2türig, leicht instandstellbar, 10655 billig Vertretung (Chrysler-Produkt) für die Kantone Bern, Solothurn und Basel. Von den neuen Stromlinien mit ihren glänzenden Fahreigenschaften zirkulieren bereits über 20.000 Modelle. 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Bern, Dienstag, 2. Oktober 1934 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 80 „Vater Teer" Der Schweizer Arzt Dr. Ernst Guglielminetti. Gelegentlich des vor kurzem in München tagenden VII. Internationalen Strassenkongresses wurde auch der « Vater Teer >, der Schweizer Arzt Dr Ernst Guglielminetti, gebührend geehrt, denn er war es, der am 12. März 1902 auf einem 40 m langen Strassenstück in Monaco Teer zur Strassenstaubbindung verwendete und damit den Grundstein zum Teerstrassenbau legte. Es geziemt sich daher wohl, dass diesem Pionier der Strassenbautechnik, dessen Namen in keinem Lexikon, noch sonst in einem Werk der sog. « berühmten Männer > der Technik, Wissenschaft und Medizin zu finden ist, hier zu «seinen Lebzeiten ein kleines Denkmal gesetzt werde. Die Red. Dr. Ernst Guglielminetti, am 24. November 1862 in Brig geboren, studierte in Bern Medizin und ging 1886 zuerst als Militär-Arzt nach Holländisch-Indien und dann auf eine Tabakplantage auf Britisch-Borneo, um anfangs der neunziger Jahre wieder nach Europa zurückzukehren. 1891 begleitete er die Jansenexpedition auf den Mont-Blanc zwecks Errichtung eines Observatoriums; hier hatte er Gelegenheit, den Einfluss des Höhenklimas auf den menschlichen Organismus an sich selbst, dem Führer und den Trägern bei der Vallohütte in 4400 m zu studieren. (Der zweite Arzt, Dr. Jacottet, starb hier als Opfer der Wissenschaft.) Zur weiteren Verfolgung seiner Untersuchungen organisierte Guglielminetti 1901 die ersten physiologischen Ballonfahrten und veröffentlichte verschiedene Arbeiten über die durch Sauerstoffmangel entstandene Berg- und Ballonkrankheit, die auf Dr. Ing. Bernh. Dräger derart befruchtend wirkten, dass dieser 1903 weitere Untersuchungen anstellte, als deren Ergebnis in Zusammenarbeit mit Dr. Guglielminetti 1904 die freitragenden Sauerstoff-Gasschutzgeräte unter dem Namen «Dräger-Guglielminetti» entstanden. Dr. Guglielminetti ist also nicht nur der «Vater Teer », sondern auch der eigentliche Schöpfer der modernen Gasmaske. Anfangs 1900, als Leibarzt des Fürsten in Monaco lebend, erkannte der bedeutende Schweizer bald die Schäden des Strassenstaubes sowohl für die Gesundheit wie auch für den Fremdenverkehr, und er versuchte dagegen mit aller Kraft anzukämpfen. Schon seinerzeit in Ostasien machte er die Erfahrung, dass bei Epidemien in den Spitälern und Kasernen das Bestreichen der Wände und Fussböden desinfizierend und dabei staubbindend wirkte. In der Nähe eijner Gasfabrik sah er dann einmal auf der ^"andstrasse einige Teerfleoke, die sich trotz des Wagenverkehrs lange Zeit unverändert erhielten. Es wurde ihm auch bekannt, dass in Texas und Kalifornien die Strassen zwecks Staubverhinderung mit Petroleum besprengt wurden, was, auf europäische Verhältnisse übertragen, jedoch zu kostspielig gewesen wäre. Schon der grosse Hygieniker Pettenkofer hatte Mitte der 90er Jahre den weisen Ausspruch getan: «Oelen Sie doch die Strassen»; aber solche Versuche scheiterten an der Kostenfrage. Guglielminetti unternahm den ersten Versuch an einem 40 m langen Promenadeweg m Monte Carlo, und als der Versuch gelang, schritt er am 12. März 1902 zur Grossausführune auf der Landstrasse, indem er nach gründlicher Reinigung der Strasse mittels Schrubb-Besen kochendheissen Teer in dünner Schicht auftragen Hess. Der Teer klebte vorzüglich, war in wenigen Tagen zu einer harten Kruste getrocknet und konnte mit beladenen Wagen befahren werden, ohne sich wesentlich zu verändern. Er drang einige Zentimeter in die Strassendecke ein, von welcher der Regen abfloss, ohne einzusikkern. Im Mai 1902 gelang es ihm, das französische Ministerium und die Stadtverwaltung von Paris zur systematischen Durchführung von derartigen Strassenteerungen zu veranlassen, worauf die erste Gesellschaft zur Bekämpfung des Strassetistaubs gegründet wurde, der 1903 die englische, 1904 die schweizerische und die bayrische, 1905 die österreichische usw. folgten. Insbesondere hatten die Automobilkreise grosses Interesse an der Staubfreiheit der Strassen, und es war in Frankreich speziell der Generalinspektor der Brücken und Chausseen, Ing. Forestier, der sich die Aufgabe setzte, nicht nur die Großstadtstrassen, sondern auch die Landstrassen staubfrei zu teeren. Das ist mit ein Grund, dass sich das Automobilwesen in Frankreich schon früh so hoch entwickelt hat. Stätten der Heimat: Bern gehört zu jenen Städten, deren Charaktere von ganz eigenwilliger Prägung sind und die durch ihre Eigenart zu innerer Stellungnahme zwingen. Die Stadt lässt den Menschen, der sich ihren zauberischen Wirkungen hingibt, nicht in einem Zustande seelischer Gleichgültigkeit, sondern fordert sein ganzes Wesen heraus. So allzu massvoll, so beinahe allzu tief in ihrer Geschlossenheit ruhend, wie sie dem modernen, innerlich unsteten Menschen auf den ersten Blick hin erscheinen muss, so beruhigend und festgefordert als zuchtvolles Städtegebilde empfindet sie der tiefer Erlebende. Die ausgeglichene Atmosphäre dieser in die Uebergänge zwischen dem sanft verlaufenden Hügelland und der strengeren Bergwelt eingebetteten Stadt duldet keine nervöse, grossstädtische Verzerrtheit und Ueberreizung. Die Vergangenheit besitzt für sie eine nachwirkende Kraft, die für sie voll tiefster, lebendiger Verpflichtung ist. Alle von einem reinen Zwecklichkeitssinn unternommenen Angriffe gegen das innerste Wesen von Bern haben es nicht vermocht, das Antlitz dieser Stadt zu verwischen. Das ergreifend starke Bild mit dem von reiner Religiosität erfüllten, schlank himmelanstrebenden Münsterturm, der wirren Vielfalt der alten Giebel, der blendenden Front der gleich flüssigem Licht erstarrten Berner Alpen im Hintergrund — es ist in seiner Ausdrucksmächtigkeit geradezu zeitlos geworden. Die kraftvolle Verwurzelung dieser Stadt in den tragenden Kräften der Heimat und der Tradition, ihre Kultur der Lebensformen sind auch heute noch, wenn auch nur als letzte Nachwirkungen, deutlich zu verspüren. Nirgends kommt dies dem Besucher stärker zum Bewusstsein. als auf einem gemächlichen In zahlreichen Vorträgen auf Kongressen, so z. B. auf dem 1. Kongress für Staubbekämpfung in Paris 1905, dem 14. Internationalen Kongress für Hygiene und Dermographie 1907 in Berlin und in vielen Veröffentlichungen warb Guglielminetti für die Durchführung ähnlicher Versuche zur Bekämpfung des Strassenstaubes. Als 1908 37 Nationen zum I. Internationalen Strassenkongress in Paris zusammentraten, wurde Dr. Guglielminetti zum ständigen Mitglied gewählt und seit dieser Zeit fehlte er bei keinem Strassenkongress, wo immer in der Welt er auch stattfand. Dr. Guglielminetti ist der geborene Menschenfreund, der seine Kunst, sein Wissen und seine Entdeckungen der Menschheit opferfreudig zur Verfügung stellte, und deshalb hebt er sich weit empor über alle jene, die um des schnöden Geldes willen weltbedeutende Erfindungen und Entdeckungen machten und die der Nachwelt als die wahrhaft «bedeutenden» Männer überliefert werden. Hier ehrt die Tat den Mann und auf ihn passt wirklich das heute soviel gebrauchte Gemeinnutz geht vor Eigen- P.F. Schlagwort: nutz! Bern — die Vermählung der Zeiten Gang durch die alte Stadt. Die schöngeschwungenen Laubenbögen mit dem Halbdunkel der Läden, die in ihrer Massigkeit schwerausladenden Häuser, die breit über das Dächergewirr hinauswuchtenden Türme, die schlanken Brunnensäulen sind nicht in eine fremde Welt hinübergerettet. In ihnen lebt der geheime Pulsschlag einer Stadt, in der die Vergangenheit sich mit der Gegenwart täglich neu vermählt, ohne dass dieser Zusammenprall der Zeiten zur Unverträglichkeit wird. Die Altstadt hat die vom kalten, blauen Bergwasser umrauschte Halbinsel völlig überdeckt. Der lange, ungefüge Keil ist wie von Riesenhand in die in sanften Linien verlaufende Landschaft hineingezwängt. Das trotzige Bollwerk ist von gleicher Wucht und Kraft wie die Menschen, die sich seiner bemächtigten. Die alten winkeligen Häuserfronten mit den unregelmässigen Fluchten der Fenster bilden auf den beiden Längsseiten die Krönung des langgezogenen Felsens. Grün überwucherte Gärten, in denen manches Wasserspiel rauscht, fallen stufenweise bis in den Talgrund. Die alten Gassen sind gleich Furchen durch das Häuserdickicht gezogen. Sie laufen in schöner Gleichmässigkeit durch die farbige Vielfalt der Dächer, aus denen unvermittelt die alten Türme und Kirchen stossen. Jenseits der Aare hat sich die Neuzeit mit breiten Armen Raum geschaffen. Sie überdeckte im Laufe der Jahrzehnte die Halden und die dahinter sich ausdehnenden Ebenen mit einer verwirrenden Unregelmässigkeit; saubere Strassen laufen in allen Richtungen. Gebüsch, Bäume und Wiesen umschliessen die schmucken Häuser, in denen sich die gutbürgerliche Welt dieser Stadt eine Heimat schuf. Drei grosse und einige kleinere Brücken schwingen sich über die tiefe Talfurche. Ihr edler Schwung ist gleich erstarrter Musik; sie scheinen die beiden Stadtteile mit eiserner Kraft zusammenzuhalten und sind deren lebendigste Nervenlinien. Das unverfälschte Bern, das seine Tradition und seine Kultur in unsere Zeit hinübergerettet hat, ist in den Gassen und Winkeln der Altstadt wiederzufinden. Auf diesen Plätzen, wo die modernen Menschen, die Autos, die Tramwagen, die Affichen an den Reklamesäulen und die Auslagen lebendige Anachronismen sind, wo sonst noch das reine, unverschminkte Mittelalter spricht. Eine versunkene Welt wird wieder lebendig und redet aus der mit grosser Liebe geschaffenen Form der Häuser, Treppen, Türen, Brunnen und Türme. Man meint, über dem buckligen Pflaster den klappernden Schritt alter Generationen zu hören. Aus dem Dämmer der Laubengänge schwebt die Vision mittelalterlichen Lebens. Ueber die herrliche Freitreppe des Rathauses gingen schon vor Jahrhunderten die Schritte der Stadtväter. Unterdessen ist die Welt um ein paar hundert Jahre älter geworden, und ein neues Geschlecht vernimmt staunend von diesem geschlossenen Geist des Mittelalters, der ein eindeutiges Weltbild kannte und daraus die Kraft und die Sicherheit zu einem starken Leben schöpfte. In dieser Stadt lebt noch immer etwas von jenem universalen Wissen des Mittelalters, das unsere aufgeklärte Zeit längst abgestreift hat, ohne dass wir mit unserer Technik und unsern Wissenschaften zu grösserer Weisheit gekommen wären. Reiner Glaube Hess dieses Wunder von Münster werden, das sich in edlem künstlerischem Schwung aus der ungeheuren Massigkeit seiner Breite in die Tiefe des Himmels hinein aufschwingt. Die schönen Linien empfindet man gleich einer geheimen Musik, die dieses Bauwerk umzittert. Vor dem Eingang wölbt sich die plastische Darstellung des ewigen Gerichtes, ein Kunstwerk von erhabener Grosse, bei dessen Betrachtung aus der Tiefe des Münsters das Fluten der Orgel zu dringen scheint. Von allen Seiten ist das mächtige Gotteshaus von alten, hohen Häusern eingeschlossen, und auf dem Münsterplatz haben die dankbaren Nachfahren einem der grossen Söhne Berns ein Denkmal geschaffen. Ganze Generationen dieser Stadt sind einst über die Plattform auf der Münstersüdseite gewandelt, über die sich heute die Kronen der buschigen Kastanien ausbreiten. Zwischen den blumigen Beeten tollt das junge Bern, und an schönen Tagen nehmen auf den vielen langen Bänken alte Menschen die köstliche Sonnenwärme in ihr müdes Blut auf. Die unvergleichliche Anlage wird von der Riesenkraft einer gewaltigen Mauer in die Höhe gestemmt. Gigantische Blöcke bilden diese Hotel St.PETERSBOURG 33—35, rue Caumartin L'hötel Suisse r6put6 Garage, Te"l