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E_1934_Zeitung_Nr.080

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Wand, über die, wie die

Wand, über die, wie die Geschichte meldet, vor mehr als dreihundert Jahren ein heroischer Landpfarrer mit seinem Pferd hinunterstürzte, ohne sich wunderbarerweise zu verletzen. Der Blick von dieser Mauer aus umfasst trunken die zauberhafte Linie der im Schwellenmätteli sich ausbreitenden Aare, die von einem grünbebuschten Hang in unendlich sanftem Bogen eingefasst wird. In den alten Gassen, die auch der moderne Verkehr nicht aus ihrer Versunkenheit zu reissen vermochte, hat sich die Vergangenheit mit einer geradezu beengenden Deutlichkeit erhalten. Die Lauben sind hier dunkel und feucht, und aus den Häusern schwelt ein Geruch von altem Holz und Stein. Die Brunnen plätschern müde, als wüssten sie von dem Alter dieses ganzen Umkreises. Oben wagt sich der Himmel nur durch eine schmale Spalte zwischen den Giebeln hindurch. Von den meisten Häusern reden alte Inschriften und die in Stein gehauenen Wappen der edlen Familien. Doch so dunkel und still wie diese Gassen dämmern, so kultiviert, weit und schön sind die Wohnräume dieser grossen Häuser, die eine ganze Geschichte miterlebt haben. Der Berner will, um an seiner tiefwurzeln- 'den Gebundenheit an die Tradition keinen Zweifel zu lassen, auch sein Wappentier in greifbarster Form geehrt wissen. Im Bärengraben schuf er sich ein Reservat für diese tollpatschigen grossen Tiere, die das stete Entzücken aller Besucher der Stadt sind. Durch das Laub schimmert das zarte Blau der Aare herauf, die tief unten die Altstadt vtmrauscht. Doch Bern ist nicht nur Vergangenheit, es Grausige Museumsstücke. Einen höchst merkwürdigen Fund hat man in dem alten englischen Schlachtschiff « Fame » gemacht, das seit Jahren in Greenwich als Schulschiff benutzt wurde. Jetzt wird es abmontiert. In einer der Kabinen fand sich ein alter zahnärztlicher Operationsstuhl, mit Schlingen versehen, durch die eine Kette gezogen war. Dieser Stuhl ist mindestens ein Jahrhundert vor Einführung der heutigen Behandlungsmethoden gebaut worden. Die Kette war dazu bestimmt, den Patienten festzuhalten, während der Zahnarzt den Zahn zog. Der Stuhl wird in ein Museum kommen, da man nicht allzu viele Geräte dieser Art in der Welt hat. Allerdings gibt es in manchen Museen die eigenartigsten Sehenswürdigkeiten, von denen das Publikum im allgemeinen gar keine Ahnung hat. So besitzt zum Beispiel die englische Familie Langatock ein Privatmuseum, in dem sich u. a. ein grosses Holzgefäss befindet mit zwei hölzernen Gabeln darin. Auf diesem ovalen Gefäss steht die Inschrift: «Im Jahre 1867 wurde der ehrenwerte Thomas Baker von den Eingeborenen der Fidschiinsel Navitilavu ermordet. Bei dem kannibalischen Fest, das folgte, wurden Teile des Fleisches in dieses Gefäss gelegt und die Gabeln zum Essen desselben benutzt.» Es muss seltsam in den Köpfen von Leuten aussehen, die derartig grausige «Trophäen» aufbewahren. Eine andere Sehenswürdigkeit befindet sich die ihn befallen. Dr. Pusey betonte zum Schluss noch, dass seine Ausführungen weder phantastisch noch unwichtig seien. Es sei von der allergrössten Bedeutung für die Weiter- ist mit der gleichen Kraft auch lebendigste entwicklung der Zivilisation, dass man die ne. Zu Gericht über sie sass niemand anders Gegenwart. Davon zeugen nicht nur die bei verhältnismässig wenigen «Stachelstöcke» erkenne, die die Menschheit zuerst aus der Bar- schönsten Beine Frankreichs hat. Ihre Kom- als die Mistinguette, die bekanntlich die allem Tempo nie gehetzte Geschäftigkeit, seine grosszügigen Schaufenster, seine bekannten Vergnügungsunternehmen und sein dürfte unantastbar sein. barei zu Höherem geführt haben.... petenz also, über Männerbeine zu urteilen, reges künstlerisches Leben, das mit allen Bewegungen der Neuzeit schwingt. Die Bundesbehörden haben sich auf dem schönsten Punkt Historische Anekdoten. der Stadt ihr grosses Heim geschaffen, und Ludwig der Zweite, den man den Eisernen wer auf der weiten Terrasse vor der imposanten Flucht der Bundesgebäude steht, er- nannte, hatte einige unschöne Angewohnheiten. Unter anderen bemalte er auf fasst ergriffen die Schönheit dieser Welt. Der Gurten schliesst gegen den Süden den Horizont ab, während sich an schönen Tagen im Südosten die erschütternde Herrlichkeit der Berner Hochalpen aus den ziehenden Wolkenschleiern löst. Ihre silbergleissende, kalte Wirklichkeit strahlt mit magischer Kraft über das grüne Land, und der Mensch fühlt sich von ihr mitten im Lärm des Tages im Tiefsten angesprochen. Unten, bei der Aare fliesst das Wasser fast auf gleicher Höhe mit der Strasse. Der Fluss wälzt sich kühl'und lautlos dahin, sein Wasser kommt aus den Bergen, die man von den vielen Terrassen dieser Stadt aus erblickt. Noch trägt er die Frische und Kälte jener anderen Welt mit sich. Die Häuser hier unten sind eng ineinandergeduckt, als fürchteten sie sich vor der Nähe des tiefen Wassers. Wenn man dem Ufer entlang geht, hat man Mühe, zu glauben, mitten in einer Stadt zu sein. Zu beiden Seiten der Ufer dehnen sich mit Bäumen und Gebüsch bestandene Wiesen, und nur über die Brücken, die sich hoch über dem Tale wölben, fliesst der ewige Strom des ruhelosen Verkehrs. bo. Der Tagesfilm uie Bin in einem Hause in Worcestershire. Es ist dies ein Kästchen mit Silberknöpfen, die aus dem siebzehnten Jahrhundert stammen. Die Herkunft dieser Knöpfe ist sehr eigentümlich. Im ersten Stock des Hauses befindet sich ein langes, schmales Zimmer, das viele Jahrzehnte lang verschlossen war. Als eines Tages Erneuerungsarbeiten in dem Haus vorgenommen wurden, kam man auch in dieses Zimmer, von dessen Vorhandensein man vorher keine Ahnung gehabt hatte. Als man eintrat, fand man, am Tisch sitzend, den mumifizierten Körper eines Mannes, der augenscheinlich, — vielleicht aus Versehen, — hier eingeschlossen war, den man dann vergessen hatte und der verhungert war. Von seinem Rock stammen die Knöpfe. Lob der Krankheit. Dr. William Allen Pusey aus Chicago, ein früherer Präsident der American Medical Association und der American Dermatological Society, hielt vor einer der englischen derma-' tologischen Gesellschaften einen Vortrag mit dem ungewöhnlichen Titel: «Krankheit, die Bremse (Insekt) des Geistes». Sein Gegenstand war der grosse intellektuelle Reiz, den Krankheiten, und zwar besonders Hautkrankheiten ausüben. Wenige Dinge haben, wie er ausführte, den Menschen mehr angestachelt als Krankheiten, Schmerzen und Gebrechen, AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N°80 Fünfzehnmal um die Welt. In einem Pariser Hotel ist Julius Brittlebank eingetroffen, ein reicher Amerikaner von englischer Abstammung, der sich seit 1911 ständig auf Reisen befindet. In jenem Jahr war er 52 Jahre alt, hatte sich ein grosses Vermögen erworben und beschloss, endlich sein Leben zu geniessen. Sein Lebensgenuss ist, zu reisen. «Ich werde reisen bis zu meinem Tode », erklärte er. « Ich habe fünfzehnmal die Reise um die Erde gemacht, ich kenne alle bewohnten Länder dieser Erde. » Trotzdem er sich seit 23 Jahren ständig unterwegs befindet, hat er kein einziges Eisenbahn-, Wagen- oder Schiffsunglück erlebt. Seine Gewohnheit ist es, beständig in der Richtung von Osten nach Westen zu reisen. Da er auf diese Weise durch die Schnelligkeit der Sonne beständig überholt wird, behauptet er, vierzehn Tage länger gelebt zu haben als alle seine unbeweglich in ihren Wohnorten lebenden Mitmenschen. Brittlebank erfreu* sich eines unzerstörbaren Lebensmutes. In den Bergen verhungert. Eine unheimliche Entdeckung machte vor wenigen Tagen ein österreichisches Geschwisterpaar bei der Ersteigung der Südwand der Scharnitzspitze im Wettersteingebiet. Auf einem kaum sesselbreiten Felsvorsprung in der Wand sahen sie plötzlich einen Bergsteiger aufrecht und unbeweglich vor sich stehen, das Gesicht der Wand zugekehrt. Da er auf Anruf nicht reagierte, kletterten sie zu ihm hinauf. Der Bergsteiger war tot. Seine Hände krallten sich um einen Mauerhaken vor seiner Brust, durch den ein Seil lief, das den Leichnam aufrecht hielt. Bei der Bergung des Toten, der als ein Student aus München identifiziert wurde, stellte der Arzt fest, dass der Unglückliche, der sich verstiegen hatte und nicht mehr weiter kam, langsam verhungert und schliesslich gestorben ist. Der Tod war erst einen Tag vor seiner Auffindung eingetreten. Ein Missionar kauft 124 Mädchen. In einem einsamen Gebiet in Nord-Australien wirkt seit vielen Jahren Pater Gsell als Missionar. Bei den Eingeborenen blühte der Missbrauch, Mädchen von 10 Jahren an für Glasperlen, Taschenmesser usw. an Matrosen der japanischen Perlenfischerflotte zu verkaufen. Alles Predigen dagegen half nichts. So entschloss sich der Pater, selbst die Mädchen für 10—20 Dollar in Waren zu kaufen. Im Laufe der Jahre hat er nun den rechtmässigen Besitz an 124 Mädchen im Alter von 10 bis 33 Jahren erworben, die er dann der Freiheit zuführte oder die nun vielfach mit bekehrten Eingeborenen verheiratet sind. Das schönste Männerbein. Es war höchste Zeit, dass nach den vielen Schönheitskonkurrenzen für die Damenwelt auch einmal etwas für die Herren der Schöpfung im Hinblick auf ihre Schönheit getan wurde. Das ist nun geschehen. In einem Luxusbad an der Cöte d'Azur wurde eine Preiskonkurrenz für das schönste Männerbein veranstaltet. Die Beteiligung war ausserordentlich gross. Unter den Klängen einer Jazzkapelle spazierten die Herren an der Preisrichterin vorüber und zeigten ihre Bei- Schriftstücken, die er unterschreiben sollte* mit Vorliebe den Rand. Einst kam sein Minister zu ihm ins Schloss gepilgert mit einem Gesetzentwurf, der die Beschränkung der Adelsrechte betraf. Dem Dokument fehlte nur noch die erlauchte Unterschrift — also die Hauptsache. Der oberste Landesherr las den Entwurf. Dann rollte er gewaltig mit den Augen und pinselte auf den Rand die Worte: «Der Minister ist ein Esel.» Dahinter seinen erhabenen Schnörkel. Der Minister besass die Dreistigkeit, deren Tages um den Gesetzentwurf bescheiden anzufragen. Ludwig blitzte ihn gebieterisch- an. Sein imposant geschweifter Schnurrbart drohte aggressiv. «Ein Gesetz gegen die Edlen meines Landes?» fragte er durchdringend, ces ist wohl nicht Ihr Ernst, dass ich das unterschreibe?» «Aber, Majestät! Die Verhältnisse zwingen uns dazu!» Da fiel die königliche Hand unterbrechend dem Minister auf den Frack. Und dröhnend rief er: «Wenn Sie wissen wollen, wie ich darüber denke, dann lesen Sie, was ich auf den Rand geschrieben habe. Aber laut, wenn ich. bitten darf.» Er hielt ihm den Gesetzentwurf unter die Nase. Mit einem Kratzfuss blickte der Minister auf die Randbemerkung und erbebte. «Ich wage kaum, die Worte auszuspre^ chen, die eine Majestätsbeleidigung enthalten.» Er verneigte sich aber und las: «Der Minister ist ein Esel, Ludwig der stveite\> * ' Der K,önig von Schweden kam in ei Stadt des hohen Nordens. Stürmischer Empfang am Bahnhof. Girlanden, Transparente, Ehrenjungfrauen. Nachdem der Bürgermeister seine Begrüssungsansprache vom Stapel gelassen hatte, fuhr eine Staatskarosse vor. «Darf ich Majestät zu einer Rundfahrt bitten?» Man fuhr kreuz und quer bis ans andere Ende der Stadt. Ueberall wehten Banner. Ueberall ertönte die Nationalhymne. Und die huldigende Menge schwenkte spontan die Taschentücher. Auf dem Rückweg kam man durch eine Seitenstrasse. Darin erhob sich ein stark beflaggtes, doch unansehnliches Dienstgebäude. Und überm Torweg hing die sinnvolle Inschrift: «Herzlich willkommen!» Der Monarch, unleugbar verblüfft über diese Einladung, wollte halten lassen. «Majestät», betonte aber der Bürgermei ster, «es ist wirklich nicht der Mühe wert Eine ausgefallene Huldigung des städtischen Gefängnisses.» m Eine gewinnbringende und seriöse Laufbahn für Töchter als Kindcrmädzhen od. Säugüngs^flegerinnen Stellenvermittlung L'ECOLE DE PUERICULTURE Gramre-Canal, GENfiVE EGLISAU Restaurant Waldheim Fischkücbe. Bauernspezialitäten, selbst eingekelterte Land weine Schönste Läse direkt am Rhein. Höflich empfiehlt sich : Hroh Hausheer. Tel. 85. Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. O. S. AFF^LTERM i Emmental Das neue HOTEL SONNE (Route Burgdort, Lueg, Affoltern, Huttwil) auf aussichtsreicher, sonniger Höhe, bietet Automobilisten, Passanten u. Feriengästen jede Behaglichkeit Tel. 3. Prospekte. 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N° 80 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 15 EDEEDQ Die Blicke der modischen Welt haben sich wieder nach Paris gerichtet. Was wird dort an Ueberraschungen, an Sensationen vorbereitet ? Alle grossen Modesalons wetteifern darin, immer noch etwas Besseres, Schöneres und Originelleres herauszubringen als die Konkurrenz. Die Zahl dieser Salons ist so gross, dass man nur die bedeutendsten herausgreifen, die sympathischsten erwähnen kann. Da ist vor allem Mme Schiaparelli, deren Kollektion den besondern Vorzug hat, dass sie nicht nur originell, sondern auch leicht zu tragen ist. Hie und da erscheint wohl ein etwas exzentrischeres, besser gesagt vielleicht etwas sensationelles Modell, aber das teilt das ephemere Schicksal von Sensationen : es taucht nur auf, um wieder zu verschwinden. Während die gute, gediegene Basiis der Kollektion fortbesteht. Sämtlichen SchiapareHi-Modellen ist eines gemeinsam: die ladylike Einfachheit. Ein wenig puritanisch, ein wenig an die Heilsarmee erinnernd, dunkelfarbig. Vollendet tailliert gearbeitet, die Einfachheit der Umrisse durch keinerlei Zierate und Kinkerlitzchen gestört. Prachtvolles Material, ungewöhnlich, aber immer distinguiert. Die dreiviertellange Pelerine, die an die Stelle der Kostümjacke tritt, ist für die Modelle der Schiaparelli, wie so mancher anderen Salons, charakteristisch. Hauptmerkmal: Korrektheit, Nüchternheit und — vor allem andern — Qualität. Ein weiterer Liebling aller, die auch in der Mode Raison der Unvernunft vorziehen, die nüchterne Nettigkeit, die Qrosszügigkeit des Ganzen und Verständnis fürs Detail als konstruktive Notwendigkeit bevorzugen, ist Madame Lanvin. Ihre Kollektion enthält eine Reihe schwarzer Kleider, Kostüme und Mäntel, die mit Knöpfen und Klipsen aus Silber, Nickel, Stahl, mit einem Wort Metall, geputzt sind. Diese Zusammenstellung von Schwarz und Metall ist verlässlich und praktisch zugleich : Keine weissen Kragen und Manschetten, auf die man aufpassen, die man so häufig wechseln, waschen, bügeln und wieder annähen muss. Garnierungen aus zu Schnüren gedrehtem Lamö, Gold- oder Silberlame', sind eine Variante des Hauses Lanvin : Dicke Schnüre, die als Gürtel um die Taille, als etwas zartere Schnüre um den Halsausschnitt getragen werden. Die Röcke der Modelle sind durchwegs gerade und eng, (EB-H-BE O3A\ID Pariser Moden-Revue und sehr lang. Die fürs Gehen notwendige Freiheit wird einzig und allein durch eine oder zwei tiefe Falten in der Vorderbahn des Rockes erzielt: im Ruhestand fallen diese Falten schwer und gerade, so dass der Rock ganz schmal wirkt. Also: Keine Erweiterung der Linie im Schnitt, somit das gerade Gegenteil dessen, was wir uns als Selbstverständlichkeit zu akzeptieren gewöhnt hatten. Die Blusen der Kollektion Lanvin sind meist hinten ein wenig geschoppt, vorne einfach gerafft, die langen Aermel sind lose. Die Mäntel sind entweder passend gearbeitet und haben Gürtel, oder sie sind dreiviertellang, lose und gürtellos. Die enge, schlanke Pelerine in Dreiviertellänge ist auch in dieser Kollektion stark vertreten; manchmal weist sie etwas komplizierte Schulterlinien auf. Vorne wird sie mit der Hand zusammengehalten. Manchmal erscheint sie pelzverbrämt, ist aber auch ohne Pelzaufputz ebenso chic. Die Lieblingsfarbe der Mme Lanvin ist heuer zweifellos Violett, das sie in den mannigfaltigsten Schattierungen, für den Tag wie für den Abend vorführt. Zu einem violetten Seidenkreppkleid kreiert sie einen schwarzen Mantel mit Gürtel. Abendmäntel und Capes arbeitet sie aus violettem Taffet und Faille mit feiner Steppverzierung. Ganz anders ist der Stil der Mme Chanel, aber auch ihr Hauptmerkmal ist Distinguiertheit, die meist durch komplizierten und unnachahmlichen Schnitt erzielt wird. Besonderes Augenmerk wendet sie heuer dem Aermel zu, der namentlich in Verein mit den knappen Taillen und Blusen gut zur Geltung kommt. Sie geht mit der ihr eigenen exquisiten Phantasie an das Einsetzen der Aermel heran. Der Aermel bildet eine architektonisch mit der Achsel zusammenfliessende Linie. Das bedeutet, dass der Aermel niemals an der Schulter eingezogen, dass er aber glatt erweitert ist. Die Verbreiterung konzentriert sich vom Ellenbogen aufwärts, was den Toiletten eine liebenswürdig altmodische Note verleiht, die Epoche von 1880 bis 1900. Die Taillen sind, wie schon erwähnt, knapp sitzend, am Halse jedoch meist durch einen weichfallenden Schal abgeschlossen, der zur Schleife geknüpft, mit Knöpfen, Nadeln oder Klipsen zusammengehalten wirdr Chanel aber kehrt sich durchaus von dem weissen Aufputz nicht ab, im Gegenteil, dunkle, weissgarnierte: Kleider sind ihr stärkster Trumpf. Molyneux schneidet Taille und Rock in einem, in fliessender Linie, er geht manchmal sogar So weit, selbst die Handschuhe in einem Stück anzuschneiden — allerdings nur für den Abend. Anliegende Toiletten aus Samt, changeant oder schattiert, häufig chartremsegrün oder tiefblau, die ganz sensationell wirken. Die Abendkleider meist seitlich geschlitzt. Poetische Lieblichkeit repräsentiert ein anliegendes Kleid ohne Achselbänder, dessen Vorderteil in der ganzen Linie des geraden, tiefen Ausschnittes einen reichgefälteten Fächer aus durchsichtiger Spitze oder Tüll hat. Ein ebensolcher, entsprechend breiterer Volant ziert den Rocksaum. Molyneux hat besonderen Sinn für nicht alltägliche Nebeneinanderstellung ungewöhnlicher Farben. Material, Farbe, Kostbarkeit — alles, was man erträumt, und was die andern tragen — das ist Molyneux. Noch eine Kollektion darf nicht vergessen werden, und zwar die von Worth, die so ganz besonders reich ist an geistvollen und eigenartigen Verzierungen. Die Wollfransen und Quasten, die er in allen möglichen Farben verwendet, erinnern an Tapisserien. Knöpfe aus eigenartigen Metallegierungen, aus Holz und Leder, so ganz entschieden anders als alles, was man im Vorjahre trug. Ketten aus dickem Leder, in allen erdenklichen Farbtönen. Ketten aus Cellophan bilden Gürtelschnallen und dienen als Manschettenverschluss. Cellophan wird übrigens auch als Faden gesponnen und in alle möglichen Stoffe eingewebt. Und diese Cellophangewebe verarbeitet Worth mit besonderer Vorliebe. Aber er stickt auch die Kleider am obern Teil der Aermel und am Hals mit diesem Gellophanfaden. Das glänzende, steife Cellophangarn wirkt in seinen fabelhaften Farben höchst dekorativ und entspricht dem Geist von 1934. Dass auch Worth Capes und Pelerinen von besonderer Länge mit komplizierter Achselfacon bringt, ist selbstverständlich. Eigenartig drollig die unzähligen kleinen Muffs aus Stoff und Pelz, die er seinen Mannequins in die Hand gibt, und deren Absurdität nur dadurch paralysiert wird, dass sie in eigenen Fächern alles aufnehmen können, was sonst in der Handtasche getragen wird. Und da dies nicht wenig ist, haben sie bereits ihre Daseinsberechtigung erwiesen. Der Gürtel für das Ausflugskleid wird vielfach mit Jagdszenen und ähnlichen Motiven versehen. Die keineswegs komplizierte und doch sehr wirkungsvolle Arbeit kann bei einiger Handfertigkeit selbst "ausgeführt werden. Natürlich darf für diesen Zweck nur Filzstoff oder farbiges Tuch herangezogen werden, das sich gut besticken und mit Applikationsarbeit versehen lässt, während Leder viel zu steif wäre. Zwei beachtenswerte Modelle zeigen wir im Bilde und zwar einen hellbraunen Gürtel mit dunkelbraunen Schattenrissen von Rehen und Tannenbäumchen und einen grünen Gürtel mit stilisierter Edelweißstickerei. Eine Neuheit, die selbst dem schlichtesten Sportkleide eine künstlerische Note zu geben vermag, h. Tourismus Wohin die Fahrt? (Siehe auch AF No. 74, 76 und 78.) Ungarn. Dieses Königreich ohne König, das durch den Friedensschluss weite Gebiete an Jugoslawien, an Rumänien, an die Tschechoslowakei und das Burgenland an Oesterreich verloren hat, ist eines der fruchtbarsten der Welt. Stundenlang kann man mit dem Automobil durch die weiten Ebenen der Pussta fahren, stundenlang durch wogende Aehrenfelder, durch grosse Gebiete der Wein- und Obstkultur. Darin liegt auch der Reiz des Landes. Nur wer dieses Land kennt, wird die melancholischen Weisen verstehen, die man allenthalben von Zigeunerkapellen hören kann. Ausnahmen von der Eintönigkeit dieses Agrikulturgebietes bilden der ortschaftenumsäumte Plattensee, der nördlich desselben gelegene Bakonyer-Wald und das Hügelgebiet zwischen Miskolc und Budapest, welch letztere Stadt durch seine Lage, seine Gastlichkeit und seine Umgebung den Besuchern mehr bietet als die Mehrzahl der europäischen Hauptstädte. 1 ) 1 ) Spezialkarte von Ungarn im Massstab 1 • 1 000 000 im Verlag Hallwag, Bern. Da lächelt Meister Hämmerli! Sohle defekt. Brandsohle zum Teufel. An allen Ecken die Naht getrennt Das Ist eine Aufgabe für die Repag. Da können wir zeigen, was wir leisten I Und daß wir nicht teuer sind. Hier der Beweis: Damensohlen u. Absätze Fr. 4.50 Herrensohlen u. Absätze Fr. 6.50 Zürich 1, Kuttolgasse 7 T.37.080 Postsendungen franko zurOck Fr.295.- MEDIATOR 27 6-Lampen-Superheterodyn mit Fading-Ausgleich, dynamischer Lautsprecher, neuer Montage „OCTODE SUPER" Noch nie hat ein Radio dl« gleichen Qualitäten zu einem so garlngan Preis In sich vereinigt. 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Wyser, Fronwagplatz 20, Schaffhausen, Tel. 18.80. Kreisdirektion Solothurn: A. Pühler, Klarastrasse 37, Ölten, Tel. 35.92. Gute Schriften Abonnement r\er Verein L -' gute Schriften in Bern offeriert seinen Mitgliedern, die mindestens Fr. 8.— Jahresbeitrag zahlen, die portofreie Zusendung der 12 Monatshefte, jeweilen sofort nach Erscheinen. Anmeldungen nimmt entgegen der Geschäftsführer des Vereins, Fr. Mühlheim, Lehrer in Bern, Distel weg 15. Unfall -Versicherungen aller Art besonders für Automobil-Fahrer und Automobil-Insassen MAGENSCHMERZEN sind ausseist unanftnehm. Dieselben verschwinden aber nach kurzer Zeit beim Gebrauch von „COLUMBA"-Magenpu!ver anschädliches Mittel feffen Verdauungsstörungen Gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Magenkrampf, Uebelkeit, Erbrechen, Magendrücken, Sodbrennen, Blähungen, Aufstossen, übelriechenden Atem. Preis pro Schachtel Fr. 8.—. 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