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E_1934_Zeitung_Nr.080

E_1934_Zeitung_Nr.080

Was Ist

Was Ist Polizeiübertretung, was Vergehen nach dem neuen Motorfahrzeuggesetz? (Ein wichtiger Entscheid des zürcherischen Obergerichtes.) Die juristische Wissenschaft kennt die Einteilung der Strafhandlungen in Vergehen und Polizeiübertretungen.. Im wesentlichen bildet die Schwere der Strafe das Einteilungsprinzip. Ein allgemein geltendes Kriterium gibt es nicht. So kommt dieser Frage an sich eher wissenschaftliche Bedeutung zu. Anders wenn ein Gesetz selbst von dieser Unterscheidung ausgeht und an die Qualifikation des Straftatbestandes als Vergehen oder Polizeiübertretung verschiedene Konse-. quenzen knüpft. Ein derartiges Beispiel zeigt Paragraph 461 der zürcherischen Strafprozessordnung. Dieser bestimmt, dass eine bedingt ausgesprochene Strafe vollzogen wird, wenn der Täter innert der Probezeit ein neues vorsätzliches Vergehen verübt. Eine blosse Polizeiübertretung lässt die bedingte Verurteilung nicht hinfällig werden. Aus der Strafprozessordnung kann ein Eänteilungskriterium nicht gewonnen werden. Indessen ergibt sich im allgemeinen aus den Strafgesetzen selbst, ob der Gesetzgeber eine Verfehlung als Polizeiübertretung oder als Vergehen bewertet. Ein Problem entsteht erst, wenn ein Strafgesetz diese Einteilung nicht kennt, wie z. B. das neue Motorfahrzeuggesetz. Dieses enthält zahlreiche Straftatbestände, von der einfachen Uebertretung einer Verkehrsvorschrift bis zur schweren Straftat, z. B. der Autoentwendung, ohne dass dem Gesetz entnommen werden könnte, ob es sich im einzelnen Falle um eine Polizeiübertretung oder ein Vergehen handelt. Für den Automobilisten ist diese Entscheidung von eminenter Wichtigkeit, je nachdem ist er kriminell vorbestraft, davon beeinflusst ist eine zukünftige oder vergangene bedingte Verurteilung. Im Kanton Zürich hat der Regierungsrat durch einen Beschiuss vom 16. September 1933 eine Ausscheidung der Straftatbestände des Motorfahrzeuggesetzes vorgenommen. Er hielt sich dazu kompetent auf Grund von Art. 147 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege, welcher bestimmt, dass im Zweifel die Kantonsregierung die zuständige Stelle bezeichne, welche im Falle eines bundesrechtlichen Straftatbestandes die Verfolgung durchzuführen habe. Wichtig ist, dass der Regierungsrat neben den schweren Verfehlungen, wje Autodiebstahl. Verlassen eines Angefahrenen, auch das harmlosere Delikt des Art. 63 Abs. 1 MFG. nämlich das Anhängen eines nicht für den Wagen bestimmten Nummernschildes als Vergehen bezeichnet! Diese Verfehlung ist naturgemäss sehr häufig. Gemäss diesem Regierungsratsbeschluss hat bis anhin die Bezirksanwaltschaft Zürich diese Verfehlung geahndet und zahlreiche Bussen wurden durch Strafbefehl oder Gerichtsurteil ausgefällt. Ein so gebüsster Automobilist war kriminell vorbestraft; falls er bereits bedingt verurteilt worden war, wurde der Vollzug der Strafe angeordnet. Die III. Kammer des zürcherischen Obergerichts hatte dieser Tage Gelegenheit, in einem Rekursentscheid vom 18. September 1934 zu diesem Fragenkomplex Stellung zu nehmen. Wenn in diesem Entscheid auch nicht die Qualifikation aller Tatbestände des Motorfahrzeuggesetzes festgelegt wird, so eröffnet er doch einen prinzipiellen Weg und klärt einen häufigen Fall. Dem Rechtsstreit lag folgender Tatbestand zugrunde : Am 17. Juli 1934 ordnete das Bezirksgericht Zürich den Vollzug einer am Sie als Kollejin von janzen Herzen willkommen!» «Bravo! Bravo!» riefen die andern. Friedenthal fuhr fort: «Wir alle wissen, det Sie, sehr vaehrte Kollejin, aus einem privaten, ja, ick kann wohl dreiste sagen: aus einem ausserordentlich privaten Miljöh kommen und det et Ihnen darum nich janz leicht fallen wird, sich dem oft rauhen, aber immer herzlichen Artistenton anzuklimatisieren. —- Aba darum keene Bange nich! Da sind schon janz andere Leute aus die jelehrtesten akademische Berufe und aus die höchste Hautewolante, bis zum Jrafen ruff, zum Zirkus jejangen, wovon ick Ihnen mit Leichtigkeit aus det internationale Artisten-Lexikon zu übaführen die Ehre haben könnte. Und manche von diese Autsiders sind sojar Zierden des Artistenstandes jeworden.» «So Zierden wie du, Friedenthan» rief jemand dazwischen. «Sehr richtig! Als wie icke! — Nun also, — kurz und klein, junge Frau: Ooch Sie wer'n sich peh a peh bei uns im Zirkus janz jut anroochen! Denn mit Jeduld un Spucke fängt man eene Mucke! Un wenn Ihnen ooch mal de Jeduld reissen un die Spucke wegbleib'n sollte, det Ihre Mucken nur so in't Schapitoo rumfliejen: darum keene Feindschaft nich! Wir wer'n det Kind schon schaukeln! — Und in diesem Sinne bitte ick alle vaehrte Anwe- Deutschlands neue Verkehrsregelung. Alle bisher gältigen Verkehrsvorschriften wurden am 1. Oktober im ganzen Deutschen Reich ausser Kraft gesetzt. An ihre Stelle tritt die neue Reichs-Strassenverkehrs-Ordnung, die für Deutschland ein einheitliches Verkehrsrecht schafft. 410 Schienenmotorwagen in der Tschechoslowakei. Die tschechoslowakischen Staatsbahnen werden in der nächsten Zeit ihren Motorwagen-Park um weitere 84 neue Schienentriebwagen vermehren, so dass die Gesamtzahl der Schienenmotorwagen dann 410 betragen wird. 22 Prozent dieser Wagen haben Dieselmotoren als Kraftquelle, so dass in der Hauptsache heimischer Brennstoff verwendet werden kann. Von den in diesem Jahr gebauten Schienenmotoren sind zwei vierachsig ausgeführt und sehr leicht gebaut; sie sind äusserst bequem eingerichtet und eignen sich besonders für den schnellen Fernverkehr. Autostrasse Bagdad-Haifa. Bekanntlich wird seit einiger Zeit, und zwar mit Unterstützung der britischen Regierung, eine direkte Autoverkehrslinie von Bagdad nach Haifa betrieben, um die beiden Mandatstaaten auf kürzestem Wege miteinander zu verbinden. Diese Linie folgt der Strasse Bagdad-Damaskus bis zur Oase Rutbah, von wo sie westwärts nach Haifa abzweigt. Bei der Eröffnung der neuen Linie betrug die Reisedauer 36 Stunden. Durch Inbetriebnahme leistungsfähiger Motorfahrzeuge soll diese auf 28 Stunden herabgedrückt werden. Die 110 PS leistenden Spezialwagen, die eine Stundengeschwindigkeit von 100 km erreichen, sind mit allen erdenklichen Bequemlichkeiten wie Eisschränke und Küche ausgerüstet. Gute Automobilkonjunktur Grossbritanniens. Nach den.Ausweisen für das erste Semester 1934 verzeichnet der Absatz fabrikneuer Lastwagen gegenüber der vorjährigen Parallelperiode eine Zunahme um 40%, derjenige 6. Februar 1931 bedingt mit vier Jahren Pro* bezeit auferlegten Geldbusse von 150 Fr. an, weil der Gebüsste mit Strafbefehl vom 6. Juni 1934 wegen Gebrauch eines nicht für das geführte Auto bestimmten Kontrollschildes neuerdings mit 30 Fr. gebüsst worden war, also nach der Ansicht des Gerichtes während der Probezeit ein vorsätzliches Vergehen begangen habe. Der Gebüsste verlangte nun auf dem Wege des Rekurses Aufhebung des bezirksgerichtlichen Entscheides durch das Obergericht. Er führte unter anderm zur Begründung des Rekurses an, der Regierungsrat habe zwar in seinem Beschlüsse vom 16. September 1933 die fragliche Übertretung des Gesetzes betreffend Motorfahrzeuge als Vergehen bezeichnet, wozu er aber nicht kompetent gewesen sei. Vielmehr sei nach allgemeinen Grundsätzen zu ermitteln, ob es sich um eine Vergehen handle. Deswegen, weil das Gesetz betreffend die Motorfahrzeuge die Unterscheidung zwischen sende, die Jläser zu erheben und mit mir einzustimmen in den Rui: Unsre Siebe K^iejin, die Schul reiterin Feodora de Prasty — sie lebe hoch! — hoch! — und nochmal hoch!!» Alle stimmten freudig ein, kamen zu Fee heran, stiessen mit ihr an. Und sie lächelte so liebenswürdig, wie sie's nach diesen für sie qualvollen Minuten noch gerade zuwege brachte. Bux aber beugte sich über den Tisch und klopfte Friedenthal, dankbar für seine guten Worte, auf die Schulter. Dabei ereignete sich ein kleines Missgeschick: Ein Glas Wein fiel um. Im nächsten Augenblick schon tauchten alle unter grossem Hailoh die Zeigefinger in die kleine Weinpfütze, die sich auf der Tischplatte ausbreitete: Friedenthal, Herr und Frau Colani, der Chef der Marokkanertruppe und alle, die sonst noch am Tische sassen, auch Bux und Cilly. Und dann strichen sie sich die Feuchtigkeit mit zufriedenem Lächeln hinter die Ohren. Fee starrte ganz fassungslos auf die Szene. Friedenthal sah es und rief: «Los, los, junge Frau! Versäumen Se det um Jottes willen nich! .Det bedeutet Anschluss*) für't janze nächste Jahr!» Doch Fee, einen angewiderten Ausdruck auf dem Gesicht, schüttelte nur energisch den ) Ununterbrochene Engagements. AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 80 ifisti scher der Personenwagen eine solche um 22%. Neben einer erfreulichen Entwicklung des Exportgeschäftes verzeichnete vor allem der Inlandsmarkt, inklusive Nordirland und Freistaat, eine erhebliche Aufnahmefähigkeit, indem während den ersten sechs Monaten nicht weniger als 237 500 Einheiten abgesetzt wurden. Englands Automobilexport Im Monat Juli wurden im'gesamten 4167 Wagen exportiert, was nicht nur gegenüber der vorjährigen Parallelperiode, sondern auch gegenüber dem Vormonat eine bedeutende Besserung darstellt. Während des ersten Semesters 1934 wurden rund 30 000 Wagen ausgeführt, was im Vergleich zum Vorjahr einer Besserung um 9$ % entspricht; allerdings werden auch höhere Importkontingente ausgewiesen, die jedoch nur einen Sechstel des Exportes ausmachen. Die gewaltige Entwicklung der Autobuslinien in Schweden. Nach dem neuesten Bericht sind die Autobuslinien in Schweden in den letzten zehn Jahren auf beinahe 100 000 km gewachsen. Schweden besitzt heute 3070 Autobuslinien, und ihre Gesamtlänge ist das Sechsfache des schwedischen Eisenbahnnetzes, das an sich das verhältnismässig grösste in Europa ist, indem 2,64 Eisenbahnkilometer auf 1000 Einwohner kommen. Um die Konkurrenz der Autobuslinien abzuschwächen, unterhalten die Eisenbahnen in ihrer eigenen Verwaltung Autobuslinien, die zwei Dritteln ihrer eigenen Länge gleichkommen. Es gibt Städte in Schweden, die 60—70 Autobuslinien haben. Vergehen und Polizeiübertretungen nicht mache, dürfen nicht alle seine Straftatbestände als Vergehen bezeichnet werden. Viel eher seien sie, da es sich um ein Polizeigesetz handle, samthaft als Polizeiübertretungen zu betrachten. Jedenfalls komme nach der Art des Tatbestandes und der Strafandrohung und im Hinblick auf die Systematik des eidgenössischen Strafgesetzentwurfes dem fraglichen Delikt nur die Bedeutung einer Polizeiübertretung, nicht eines Vergehens im Sinne der zürcherischen Strafprozessordnung zu, der die bedingte Verurteilung wegen geringer Delikte, die eine blosse Ordnungswidrigkeit darstellen, nicht widerrufen lassen wolle. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Abweisung des Rekurses, da der Regierungsrat zur Qualifizierung der fraglichen Uebertretung als Vergehen kompetent gewesen sei. Das Obergericht hat zunächst entschieden, dass der Regierungsrat zu seinem Beschlüsse nicht kompetent war. Der Regierungsrat ist nur befugt, die zuständige Stelle zur Durchführung der Strafverfolgung zu bezeichnen, er vermochte aber eine Entscheidung darüber nicht zu treffen, welche Delikte Vergehen, welche Polizeiübertretungen seien, denn das ist materiell rechtlicher Natur. Das Gericht ist deshalb an diese Stellungnahme des Regierungsrates nicht gebunden, vielmehr ist die Ausscheidung mangels gesetzlicher Bestimmung vom Richter vorzunehmen. « Dabei hat er > — wie es in der Begründung heisst — «von der Wichtigkeit der Sache und der sie zum Ausdruck bringenden Strafandrohung auszugehen. > Wegleitend ist die Doktrin. c Reine Ordnungsvorschriften sind im Zweifel als polizeilicher Natur auszusprechen, Verletzungs- und Gefährdungstatbestände, wenn sie erhebliche Interessen betreffen, als kriminell.» «Dabei darf davon ausgegangen werden, dass Tatbestände, die bis zum Inkrafttreten des Motorfahrzeuggesetzes Polizeiübertretungen waren, auch unter dem MFG im Zweifel im Sinne des Paragr. 461 Strafprozessordnung nicht als Vergehen zu betrachten sind, wenn nicht erheblich schärfere Strafandrohungen, wie sie bei Vergehen verwendet werden, aufgestellt wurden.» Auf Grund dieser Ueberlegungen gelangte das Obergericht zum Schluss, dass es sich beim Anhängen eines nicht für den Wagen bestimmten Nummernschildes um eine blosse Polizeiübertretung handelt. Es stellte sich damit auch inhaltlich in Gegensatz zum Regierungsratsbeschluss. Dieser behandelt z. B. das Unleserlichmachen eines Kontrollschildes als Polizeiübertretung, obwohl in diesem Tatbestand doch eher Elemente, die als kriminell bezeichnet werden könnten, enthalten sind. Aus diesem Entscheid des Obergerichtes ergibt sich, dass das Anhängen eines nicht für den Wagen bestimmten Nummernschildes eine blosse Polizeiübertretung darstellt. Ein Automobilist, der wegen dieser Uebertretung gebüsst wird, ist nicht kriminell vorbestraft und braucht allenfalls hinblicklich Paragr. 461 Strafprozessordnung nichts zu befürchten. Des weitern aber darf dem Entscheid mit Sicherheit entnommen werden, dass in Zukunft als Vergehen höchstens in Betracht fallen dürften die Verletzung von Art. 59 Die Autobusse in Stockholm und den Vor- MFG (Führen eines Fahrzeuges in betrunkenem Zustand), von Art. 60 (Verlassen eine;." Angefahrenen in hilflosem Zustand), von Art. 62 (Wegnahme eines Autos zum Gebrauch). Damit dürfte die Kontroverse über diesen städten haben im letzten Jahre 56 Millionen Passagiere befördert. Diese gewaltige Entwicklung der Autobuslinien in Schweden findet ihre Erklärung in der grossen Ausdehnung des Landes, das mit seinen etwas über 6 Millionen Einwohnern ein Areal von 448 000 qkm umfasst und anderthalbmal so gross ist wie England und Irland zusammen. Kopf. Und dann flüsterte sie Bux zu: «Ich verstehe nicht, wie du, als gebildeter Mensch, so alberne und unappetitliche Scherze mitmachen kannst.» Cilly, die zur Linken von Bux sass, hatte mit ihren scharfen Ohren die Worte aufgefangen. Das Blut stieg ihr vor Empörung zu Kopf: Diese Fee, die nichts gelernt, als ihr bisschen kümmerliches Schulpensum — und das noch höchst mangelhaft, — die nichts konnte, als auf einem Pferderücken als hübsche Attrappe zu sitzen, — die wagte es, ihren Onkel Bux zu kritisieren! — Bux, der ein Doktor war, ein Menschen- und Tierarzt, der Reiter war und Akrobat und Dresseur, der acht Sprachen fliessend redete! — Nein: Diese Frau liebte ihren Onkel Bux nicht! — im ganzen Leben nicht! 5. Willibald Buchsbaums Befürchtungen für das Leben seines Vaters haben sich nur allzu schnell erfüllt. Schon im Mai hat den alten Herrn ein zweiter Schlaganfall getroffen und seinem Leben in wenigen Stunden das Ende bereitet. Da Frau Buchsbaum sich nach dem Tode ihres Gatten in ihrem Kummer gar zu vereinsamt fühlte, ist die Wohnung in Nördlingen aufgelöst worden, und die alte Frau ist zu ihrer Tochter und deren Mann nach Frankfurt gezogen. Bux leidet schwer unter dem Verlust des Fragenkomplex in entscheidender Weise präjudiziert sein. Dr. H. Enderli. Schweizerische Rundschan Die parlamentarische Behandlung des Verkehrsteilungsgesetzes. Nachdem der Stände 1 * rat in einer seiner letzten Sitzungen die Differenzen über das Verkehrsteilungsgesetz mit dem Nationalrat dadurch bereinigte, dass er in Uebereinstimmung mit den Kommissionsanträgen den nationalrätlichen Beschlüssen zustimmte, zeigten sich anlässlich der Schlussabstimmungen über die Vorlage in beiden Räten keine weitern Hindernisse. In Zustimmung zum Antrag der Kommission wurde im weitern der Bundesrat ermächtigt, die Ratifikation des Abkommens über die' Vereinheitlichung der Wegezeichen vorzunehmen. Anlässlich der Schlußsitzung wurde im Nationalrat das Verteilungsgesetz mit 85 ge^ gen 2 Stimmen angenommen. Auf der Seite der Opposition standen die beiden Sozialdemokraten Schneider und Canova. Da sich jedoch im Saale keine andern Opponenten meldeten, blieb es bei diesem lakonischen Protest, denn selbst Bratschi hatte es vorgezogen, bei der Abstimmung nicht anwesend zu sein. In der Schlussabstimmung des Ständerates wurde das Verkehrsteilungsgesetz ebenfalls angenommen und zwar mit allen gegen eine Stimme. geliebten Vaters, und so wird er auch seines neuen Erfolges auf wissenschaftlichem Gebiete nicht recht froh: Sein grosses tierärztliches Werk über exotische Säugetiere und Vögel ist im Juni in einem Berliner Verlag erschienen und in allen Fachzeitschriften mit höchster Anerkennung besprochen worden. In den letzten Tagen bekommt Büx aber fast täglich von seinem Verleger auch Ausschnitte aus grossen Tageszeitungen zugeschickt, in denen ausführlich über sein Buch berichtet ist — meist mit einem Hinweis auf die Originalität des Themas und auf die grosse Wichtigkeit des Werkes für zoologische Gärten, denen bisher nur wenig Brauchbares auf diesem Spezialgebiete zur Verfügung gestanden. Bux wundert sich um so mehr über diesen Grad von Interesse, das die Zeitungen seiner Arbeit zollen, als in diesen Notizen fast nie von seinem Clown-Beruf die Rede ist, wodurch die Zeitungsnotizen eine Art von Kuriositätswert für das grosse Publikum gewonnen hätten. Er ahnt nicht, dass in Berlin jemand sitzt, der durch Beziehungen zur Presse und zu Zeitungskorrespondenzen diese grosse Propaganda für den Tierarzt Dr. Buchsbaum betreibt: Otto von Kroidt. — Und Fee, die es wohl weiss, hütet sich, ihrem Gatten dieses Geheimnis zu offenbaren. — (Fortsetzung im *Autler-Feierabend»J

NO 80 - 1934 ÄUTOMOBIL-REVÖB (Montreux-Caux, Forts, von Seite 1.) technik oder gar ein kleines Husarenstücklein — es gab deren am Sonntag mehrere — zu quittieren galt. So ist also der Ausklang durchaus dem hohen Standard angemessen, den die heurige Sportsaison erreichte. Mit ihm findet die Meisterschaft einen effektvollen und würdigen Abschluss. Montreux-Caux wird hoffentlich nach dem erneuten Erfolg auf lange Zeit hinaus einen dauernden Platz im Sportkalender, hauptsächlich aber auch im Herzen der Fahrer und des Publikums einnehmen, denn das Rennen verdient restlose Unterstützung! Das Training. Schon die Vortage •waren auf Kampfstimmung eingestellt. Gleich von Anbeginn an wurde mit grossem Eifer und Elan trainiert und noch selten wurden die Mittel und Möglichkeiten der einzelnen Konkurrenten sorgfältiger und vorsichtiger gegeneinander abgewogen als hier. Es zeigte sich alsbald, dass, wie eingangs bemerkt, die Schweizer mit gewichtiger Konkurrenz zu rechnen hatten, dass aber andererseits die Gäste in den Einheimischen Mitbewerber antrafen, die ernst genommen werden mussten. Chronometriert wurde privat und offiziell, was das Zeug hielt, doch verstanden es einzelne Fahrer vortrefflich, alle neunmal Weisen an der Nase herumzuführen. So machte sich Stuber beispielsweise ein ganz besonderes Vergnügen daraus, seine Beobachter dadurch ine zu führen, dass er an unbeachteten Stellen entweder sehr verhalten fuhr oder gar anhielt. Durch diese Kunstpausen wurden für ihn Trainingszeiten registriert, die wesentlich ungünstiger waren, als diejenigen seines schärfsten Widersachers Balestrero, der mit echt südländischem Temperament volles Tempo vorlegte, was manche dazu verleitete, dem Italiener die besseren Chancen einzuräumen. Dabei war Stuber und seine Maschine dieses Jahr wohl noch nie so gut in Form. Er war fest entschlossen, seinen Erfolg vom letzten Jahr mit allen Kräften zu verteidigen und den Ausländern zu zeigen, dass man den schweizerischen Bergmeister nicht so leicht zu Hause aus der Fassung zu bringen vermag. Die Strecke nimmt mit ihren rasch aufeinanderfolgenden Kurven, die den Fahrer zu ständiger Schaltarbeit zwingen, Getriebe und Kupplung sehr stark her und es zeigten sich auch als Folge der Trainingsbeanspruchung bei einer Anzahl von Maschinen noch 'Schwächen in dieser Richtung. Natürlich spielte das Uebersetzungsverhältnis eine wichtige Rolle und da die knapp bemessene Trainingsteit eben nicht ausreichte, um genau festzustellen, "'eiche Uebersetzung und welche Pneudimensionen vTdhl das Optimum an maschineller Leistung ergeben würden, wurde auch die übrige Tageszeit zu eifriger «Rekognoszierung» der Strecke benutzt. Um das Studium der Strecke in aller Ruhe und unbeobachtet betreiben zu können, wurden mancherlei Krieglisten angewandt. So sahen wir einzelne der Gaste am Volant eines harmlosen Lieferungswagens oder dann als scheinbar bummelnde Autotouristen in irgend einem Privatauto die Strecke manch gutes dutzendmal befahren, um sich ja alle ihre Schikanen gut einprägen zu können. Auch hier kann einzelnen Fahrern, und vorab Schweizern, der Vorwurf nicht erspart werden, dass sie sich die Sache entweder viel zu leicht vorstellten oder zu leicht machten und ihr Pensum mit einigen wenigen Bergfahrten als erledigt betrachteten. Dass dann die Resultate entsprechend aussahen, konnte man sich zum voraus an den Fingern abzählen. Es muss im Interesse der Sicherheit und des Ansehens des Rennsportes darauf gehalten werden, da6s solche Veranstaltungen nicht als ein Zeitvertreib, eine angenehme Abwechslung oder gar als ein gesellschaftliches Ereignis betrachtet werden, bei dem man sich am Abend als gerissener Salon- Sportlöwe entwickeln kann, sondern als eine durch- ^_aus ernst zu nehmende Aufgabe, die nur gelöst zu -werden vermag, wenn alle Kräfte angespannt und 'daraufhin entwickelt und vorbereitet werden. Der temporeiche Schwung, der von Anfang an das Training charakterisierte, Hess manchen Fahrer in der Hitze des Gefechtes die Tücken der Kurven unterschätzen, und so ereigneten sich allerhand Seitensprünge, die glücklicherweise ausnahmslos mit Maschinenschaden sehr glimpflich abgingen. So fiel am Samstag der Herrenfahrer Strub aus, der an der nämlichen kritischen Stelle wie letztes Jahr ein anderer Konkurrent aus der Bahn getragen wurde. Die Strasse verläuft dort wegen einer talwärts abzweigenden Seitenstrasse in einer starken Mulde, die nur vermieden werden kann, wenn haarschaf an der äusseren Strassenroauer entlang gefahren wird. In offenbarer Unkenntnis dieser Klippe, die um so gefährlicher ist, als gerade auf der vorangehenden Teilstrecke ein ziemlich hohes Tempo erreicht wird, fuhr der Zürcher Sportsmann mit Vollgas in diese Bodensenke, wodurch der Wagen seitlich abgedreht wurde und unweigerlich in der talseitigen Strassenmauer landen musste. Resultat: gestauchte Achse und Chassis. Der Schaden sollte über Nacht behoben werden, doch liess es dann die in der Eile vorgenommene Reparatur nicht als sehr ratsam erscheinen, das Rennen mitzumachen. Ruesch, der sich hier noch die letzten Gutpunkte für die Meisteschaft holen musste, ging aufs Ganze und machte dabei ebenfalls wegen ungleich wirkenden Bremsen Bekanntschaft mit einer Seitenmauer. Es hätte anstrengender Arbeit bedurft, um den Maserati noch für Sonntag marschbereit zu machen. Ruesch brauchte aber seinen Mechanikern diese Eilarbeit gar nicht zuzumuten, indem er einfach den mitgebrachten Reservewagen einsetzte und mit diesem das Rennen bestritt. Es wurde übrigens noch in mancher Boxe und Garage die ganze Nacht vor dem Rennen durchgearbeitet. Rampinelli wurde kurz vor Trainingsschluss durch Bruch eines Ventiltellers behindert und musste sich einen Ersatzteil beschaffen,* der in ganz Montreux und Umgebung nicht aufzutreiben war. Kurz entschlossen mietet er sich die Drehbank eines Velomechanikers und zeigte, was den Experten vom Amateur unterscheidet, indem er in langwieriger Arbeit und mit der Präzision von Zehntelsmillimetern das Ersatzstück als eigene Werkarbeit neu herstellte. Den Einbau übernahmen dann die flinken Helfer. Auch im Chrysler-Lager gab's Nachtarbeit. Zwimpfer hatte Kupplungsdefekt erlitten und so musste ebenfalls für Ersatz gesorgt werden. Der Ein- und Umbau brachte noch verschiedene Mechaniker um ihren Wochenendschlaf. Im übrigen verlief das Training, bei einem Mindestaufwand an Organisationspersonal, durchaus programmässig, geordnet und mit einem Schuss welscher Sorglosigkeit, wo es auch auf die Innehaltung der vorgesehenen Zeiten nicht so genau darauf ankam! Das Rennen. liess sich in jeder Beziehung gut an. Die heikle Frage, wie nun durch den Ausfall eines Laufes die Meisterschaft zu berechnen sei, wurde auf denkbar einfachste und elegante Weise gelöst, indem eben für die Anwärter, die erst zwei Rennen bestritten hatten, Montreux als Schlusslauf und drittes Rennen endgültig in Berechnung kam, während für die Fahrer mit bereits drei Absolvierten Läufen die Möglichkeit bestand, aus den vier Resultaten, die sich zusammen mit Montreux-Caux ergaben, die drei besten auszuscheiden und in Anrechnung bringen zu lassen. Streckenbewachung, An- und Abmarsch des Publikums, Rennleitung, Chronometrage und Resultatübermittlung arbeiteten prompt und zweckmässig bei einem Mindestaufwand an Mitteln. Im übrigen nahmen es die Organisatoren mit der Ruhe, denn wegen eines Rennens, das schliesslich nur ein Anlass unter den vielen darstellt, die am Genfersee durchgeführt werden, verliert da unten niemand weder an Gleichgewicht noch an Schlaf. Das Ganze hatte einen durchaus familiären Charakter, indem die offiziellen von allem Anfang an die richtige Note fanden und auch im Umgang mit den Teilnehmern keineswegs auf ihre Armbinde, die sie übrigens meistens nicht einmal bei sich hatten, pochten. Die Tourenwagen. Die Kategorie der Tourenwagen war ausschliesslich den einheimischen Konkurrenten — es waren ihrer 15 eingeschrieben — reserviert, da im internationalen Automobilsport diese besondere Gruppierung nicht bekannt ist und man lediglich zwischen Renn- und Sportwagen unterscheidet. Das welsche Element herrschte vor und man lernte eine Reihe neuer Gesichter kennen. Man möchte nur wünschen, dass diese Fahrer den Rennsport nicht als eine regionale Angelegenheit betrachten und sich axich an den übrigen Veranstaltungen der Saison beteiligen könnten. Es fehlt nicht an vielversprechenden Elementen, die manches zur Bereicherung der Wettkämpfe beizutragen vermöchten. Das Rennen wurde von dem unter dem Pseudonym « Julon » fahrenden Freiburger 'Sportsmann eingeleitet, der mit seinem kleinen 0,9 Liter Ford alle Meisterschaftsläufe bestritten hatte und der heute auch zu unbestrittenen Meisterschaftsehren kam. Offenbar ist es ihm mit seinem «Künstlernamen > nicht besonders ernst, denn wer hinter das Geheimnis kommen will, der braucht nur die Polizeinummer an seinem Kontrollschild zu notieren und im Automobilkalender zu blättern. Wir eind aber gar nicht so neugierig und lassen jedermann sein kleines Privatvergnügen. Auf alle Fälle legte « Julon > mit seinem Liliputwägelchen eine für diese Strecke sehr respektable Leistung vor. Kautz, ein in Oxford studierender Schweizer, hat seine Universitätsferien benützt, um ebenfalls noch sein Glück in der Meisterschaft zu versuchen. Nach den guten Trainingsresultaten konnte er auf einen ungetrübten Erfolg hoffen, der ihm dann aber wegen heimtückischer Kerzenstörungen versagt blieb. Immerhin reichte es nach der offiziellen Ausrechnung zum Titel. Eine private Nachkontrolle der Punktwertung für die Meisterschaft unsererseits lässt aber Zweifel in die Richtigkeit dieser Proklamation offen. Wir kommen nach Rücksprache mit Offiziellen auf die Angelegenheit zurück. In der folgenden Gruppe schwang Gojon (Bugatti) obenaus, gerade einer der welschen Sportsleute, die man in vermehrtem Masse Bis 1100 ce. 1100—1500 cc. Ueber 2000 cc. Die Resultate des Bergrennens Montreux-Caux.*) Klasse Bang Fahrer Marke Zeiten Bemerkungen Bis 1100 cc. Solo 1500—2000 cc. Solo 2000—3000 cc. Solo 1. 2. 3. 4. 3000—5000 cc. 1. 2. 3. 4. 5. Solo üeber 5000 cc Solo Bis 1100 cc 1. 2. 3. 1100—1500 cc 1. 2. 3. 1500—2000 cc Solo 2000—3000 cc Solo 3000—5000 cc. 1. 2. 3. 4. Ueber 5000 cc. Solo „Julon" Ch. Kautz F. Lanz J. Gojon W. Lütby J. de Rham O. Pilloud B. Mettraux H. Gübelin H. Trintignant J. Tschanz M. Stoss M. Locher O. Zwimpfer Exp. Amat. Exp. Amat. Exp. Amat. Exp. A. Frey Exp. Billeter „ G. Mainardi „ K. Becker „ J. Hummel n H. Keller „ „Tapo" Amat. De Rham „ H. Stnber Exp. R. Baleatrero „ R. Rampinelli „ L. Noverraz „ R. Itten „ I. E. Hirschy Exp. 2. De Lacenne 1. Castelbarco 2. H. Kessler 1. F. Pietsch 2. H. Ruesch 3. H. Wimmer A G. Soffietti aktiv mitmachen sehen möchte. Seine Zeit ist um so erstaunlicher, als der Fahrer mit einigen Sandsäcken in einer Kurve Bekanntschaft gemacht hatte, sich dann in der Aufregung verschaltete und zuguterletzt den Rest des Rennens nur mehr im ersten Gang beenden konnte. An zweiter Stelle kam Lüthy auf einer Fiat-Limousine ein. Verglichen mit der seinem Konkurrenten zur Verfügung stehenden Maschine darf sich dieses Ergebnis sehr wohl sehen lassen. Lüthy ist in Motorradkreisen kein Unbekannter, hat er sich doch manchen Lorbeer in Motorradrennen aller Art geholt. Es ist erfreulich, dass sich der junge Zücher Sportsmann dem Auto zuwendet. Wir sind nach dem, was er an Fahrstil in Montreux gezeigt hat, davon überzeugt, dass er seinen Mann stellen wird, sobald ihm eine Maschine zur Verfügung steht, die besser mit seinem Wollen und Können im Einklang steht als ein harmloser Tourenwagen. Eine beachtenswerte Leistung ist für Lanz, den einzigen Experten der Klasse, zu registrieren, der es auf einem Bugatti älteren Datums auf ein Stundenmittel von 56,037 km/St, brachte und sich damit recht deutlich von den Amateuren distanzierte. Locher, der einzige 'Amateur der Gruppe 3—5 Liter, fuhr sehr verhalten. Er war beruflich verhindert, um das Training voll ausnützen zu können und zog in richtiger Erkenntnis der Anforderungen, welche die Strecke an den Fahrer stellt, die Konsequenzen. Dennoch lässt seine Zeit den Schluss zu, dass Locher bei genügender Vorbereitung allerhand zu leisten imstande sein wird. Nach den Ergebnissen des Vorjahres und den Beobachtungen aus den Vortagen musste sich die Entscheidung um den Sieg der Kategorie in dieser Gruppe abspielen. Mettraux, der letztjährige Sieger, war nicht nur als Einwohner von Montreux Lokalfavorit, sondern galt auch im Lager der Konkurrenten und Zugewandten als der aussichtsreichste Mann. In seinem Achtzylinder-Ford stand ihm eine sehr steigungsfähige und rasche Tourenmaschine zur Verfügung. Dazu kam die gründliche Ortskenntnis des Fahrers, dem die Strecke als solche nichts mehr zu schaffen macht und der daher seine ganze Aufmerksamkeit der Maschine zuwenden konnte. Schliesslich fehlen auch bei Mettraux selbst nicht die Voraussetzungen für einen Erfolg, denn schon 1933 erwies er sich als sehr gewiegter Lenker, der seinen Wagen wohl in der Hand hatte und dessen Kraft richtig einzusetzen TOURENWAGEN Ford A.C. Bugatti Bugatti Fiat Lancia Fiat Ford Plymonth Hudson Graham Graham Bugatti Chrysler SPORTWAGEN Fiat Fiat Fiat M. G. Compr. Amilcar Compr. M. G. Opel Alfa Romeo Compr. Alfa Romeo Compr. Alfa Romeo Compr. Alfa Romeo Compr. Bugatti Compr. Chrysler RENNWAGEN D. K. W. Amilcar Maserati Compr. Maserati Compr. Alfa Romeo Compr. Maserati Compr. Bugatti Compr. Maserati Compr. 10.54,0 8.06,8 7.04,0 7.56,8 8.18,4 8.20,4 8.28,6 6.21,8 7.02,2 7.20,2 7.41,4 7.47,4 7.39,4 6.50,6 7.38,4 7.43,0 7.57,6 6.49,0 7.09,8 8.02,6 14.47,2 6.42,8 5.55,2 6.00,8 6.17,8 6.42,2 7.43.8 7.48,4 7.56,6 5.57,8 6.16,4 5.42,6 5.46,6 6.04,2 Std.-Mittel 36.330 km/St. Std.-Mttel 48.808 km/St. Std.-Mittel 56.037 km/St. Std.-Mittel 49.832 km/St. Std.-Mittel 62.231 km/St. Beste Zeit der Tourenwagen-Kategorie. Std.-Mittel 51.719 km/St. Beste Zeit der Tourenwa- Std.-Mittel 57,860 km/St. Std.-Mittel 51,832 km/St. Std.-Mittel 58.092 km/St. Std.-Mittel 58.986 km/St. Beste Zeit der Sportwagen- Std.-Mittel 66,891 km/St. Beste Zeit der Sportwagen- Kategorie Std.-Mittel 51,228 km/St. Std.-Mittel 50,727 km/St. Std.-Mittel 66,405 km/St. Std.-Mittel 69,352 km/St. Beste Zeit der Rennwagen- Kategorie u. beste Tageszeit 6.10,6 *) Da die Rennstrecke von Montreux-Caux für den diesjährigen Lauf verlängert wurde, haben alle Klassen- und Kategoriensieger auch neue Klassen- resp. Kategorienrekorde aufgestellt. verstand. Seine Trainingszeiten waren durchwegs die schnellsten, und wenn er in seiner Gruppe nicht den alten Routinier Gübelin als Gegner gehabt hätte, so wäre der Rennerfolg vollkommen unbestritten gewesen. Der Zürcher heizte ihm aber doch ein und so musste der Favorit alles einsetzen, um seiner Chance nicht etwa noch verlustig zu gehen. Das von Mettraux erzielte Mittel von 62,231 km/St, stellt ein Resultat dar, das man selbst für den modernen Tourenwagen fast als unmöglich gehalten hätte und dies um so mehr, als selbst Rennmaschinen mit Kompressor keine bessere Zeit aufzustellen vermochten. Zwimpfer kam als Einzelkonkurrent der letzten Klasse der vorerwähnten Zeit am nächsten. Die an seinem Wagen in aller Eile durchgeführte Reparatur war nicht ganz nach Wunsch ausgefallen, so dass er nicht das Letzte aus der Maschine herauszuholen vermochte. Im übrigen schliesst Zwimpfer die Meisterschaft neuerdings mit der maximalen Punktzahl ab, ein Fazit der Saison 1934, das für ihn und seine Marke gleich ehrenvoll ist. Die Sportwagen. Die Gruppe der Kleinsten (bis 1100 cem) wurde nur von den drei beteiligten Fiatfahrern erfolgreich beendet. Wustrow, ein österreichischer Gast, blieb unterwegs hängen. Von den drei Markenkollegen schwang der Herisauer Frey obenaus. Er hatte einen vierten Gang eingebaut, der ihm auf dieser Strecke natürlich in der besseren Ausnützung der Motorkraft sehr zu statten gekommen wäre, wenn sich der Fahrer, an den zusätzlichen Gang noch nicht gewöhnt, nicht verschalten hätte und so sogar noch Zeit verlor. Dennoch lief sein Fiat wie ein « Oergeli > und brachte ihm den verdienten Klassensieg. Sein schärfster Opponent, der italienische Kleinwagenspezialist Mainardi, wollte seine Sache allzugut machen, fuhr wie der bare Teufel mit seinem Wägelchen durch die Kurven, bis ihm das Tempo dann doch in Form eines kritischen Quersprunges zum Verhängnis wurde. Dabei stellte der Motor noch ab, und bis die Maschine wieder im Gang war, ging Zeit und damit die Aussicht auf den Sieg verloren. In der nächsten Klasse konnte sich Becker auf M. G. vor dem deutschen Gast Hummel placieren, der durch Bruch eines Stossdämpfers in der Führung des Wagens etwas behindert worden war. Er gedenkt übrigens seine Maschine im Winterhalbjahr umzubauen und dann nächstes Jahr die meisten Sechszylinder nur 10 Steuer-HP C. SCHLOTTERBECK, AUTOMOBILE A. G. BASEL am Bundesbahnhof, Telephon 24.860 ZÜRICH Falkenstrasse 12, TeUphon 26.9*4 WANDERER Produkt der AUTO-UNION Ungewöhnliche Fahreigenschaflen Hessen diesen modernen Schwingachswagen der bekannten Auto-Union innerhalb weniger Wochen 3 schöne Erfolge erringen: in der Harzfahrt, der 2000 km-Fahrt durch Deutschland und der Int. Alpenfahrt. Es ist nun schon das dritte Mal, dass das überlegene Wanderer- Team den Alpenpokal gewinnt. Damit besteht Wanderer die schwierigste Prüfung von Konstruktion und Material. — Wanderer ist nicht allein technisch überlegen, er zählt ausserdem zu den wirtschaftlichsten Wagen! Verlangen Sie unverbindlich eine Probefahrt.