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E_1934_Zeitung_Nr.079

E_1934_Zeitung_Nr.079

BERN, Freitag, 28. September 1934 Geibe Liste Nummer 20 Cts. 30. Jahrgang - N° 79 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE! Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Monatlich „Gelbe Liste" Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. 10 REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Ausgabe B (mit Unfallversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50, jährlich Fr. 30.— Aktuelle Tagesfragen Technische Erfordernisse von Untergrund-Garagen. Untergrund-Garagen werden in der Regel stets dort errichtet, wo Mangel an Raum für eine Garage zu ebener Erde gegeben ist. Meist liegen daher Untergrund-Garagen in grossen Städten -und in der Nähe grosser Verkehrszentren. Untergrund-Garagen können öffentlich sein, d. h. jeder Motorfahrer kann dort seinen Wagen einstellen; man •trifft derartige Garagen bis heute nur in den «rossen Weltstädten wie New York, London, Paris. Wo schon eine solche öffentliche Garage angelegt wird, wird sie meist als Grossgarage ausgebaut. Neben öffentlichen Garagen tritt neuerdings die private Untergrund-Grossgarage auf, und zwar sind es die grossen Hotels, die gezwungenermassen sich solche Garagen Benzin- oder Oelbränden sind hiefür geeignete Spezial-Handfeuerlöscher bereitzustel- Autoaufzug jedes Stockwerk für sich befahren werden kann. Als Wandbaustoff für die Garagenumfassungs- und event. Innenwände hat sich Beton bewährt, für die Decken und andere stark beanspruchte Bauteile Eisenbeton oder Stahlskelettbau mit Umbetonierung. Der Grundwasserstand bedarf sorgfältiger Höhenfestsetzung; kommt Grundwasser in Höhe des Fussbodens oder gar der Wände in Betracht, so sind Dichtungsmassnahmen vorzusehen. Auf Entwässerung ist bestens Bedacht zu nehmen, die Möglichkeit des Eindringens von Benzindämpfen in das Kanalnetz zu verhindern. Als Umfassungswandstärke hat sich etwa 40 bis 50 cm als ausreichend erwiesen. Neben der reinen Unterstellungsmöglichkeit sind Autowaschräume in Verbindung mit den Unterstellräumen erforderlich. Die stehen. Hier sind dann event. in möglichster Gasthofnähe private oder öffentliche freie Plätze in Aussicht zu nehmen, auch Plätze unter Strassen kommen in Frage. Die Stadtbehörden stehen heute solchen Lebenserfordernissen für ein Hotel wohlwollender gegenüber als noch vor Jahren. Die Einfahrt zur Garage geht am besten vom Hotel aus mittels Aufzug nach unten, wo, wenn die Garage nicht direkt erreichbar, die Verbindung zu ihr mittelst Tunnel erforderlich ist. Liegen in öffentlichen Plätzen oder in der Strasse wie gewöhnlich Leitungen aller Art, Kabel usw., so müssen diese entweder verlegt werden oder die Garage ist so tief einzubauen, dass die Hindernisse unberührt bleiben. Kostenersparnis halber zulegen. Für viele grosse Hotels ist undGrosse der Waschräume mit Kalt- und Warmwasseranschluss ist auf etwa */ 8 der Unter- wird es in Zukunft erst recht eine Lebensfrage sein, eine entsprechend grosse Garage stellräumefläche zu bemessen. Im Waschraum ist eine Hebe- und Drehbühne erfor- recht nahe zu haben. Es ist für den reisenden Gast eine Beruhigung, seinen Wagen raschest erreichbar, sozusagen «im eigenen den Garagemeister nebst Gehilfen, Waschderlich. Weiter sind vorzusehen Räume für Hause» zu wissen. Liegen gute und bevorzugte Hotels solcher Art im Stadtinnern, so letten, abgesonderte Räume für Oel- und und Duschenräume für die Chauffeure, Toi- ist es mit Schwierigkeiten, oft unüberwindlicher Art, verbunden, in der Nähe eine Ga- Die Lüftung und Heizung erfordert beson- Fettvorrat, desgleichen Tankmöglichkeiten. rage zu ebener Erde zu erstellen. Der Ausweg hiezu ist die Untergrund-Garage. Kann unter dem Terrain und dem Umstand, dass dere Sorgfalt. Der Tieflage der Geschosse man sie im Untergeschoss des eigenen Hauses einbauen, um so besser; wo dort Raumten, begegnet man mit der Zuführung von sich event. Benzindämpfe ansammeln könnmangel ist, kommt eine weitere Unterkellerung des schon vorhandenen Kellers in während die verbrauchte Abluft vom Fuss- Frischluft an den Decken der Stockwerke, Frage, sofern hier nicht unausweichbare boden abgesaugt wird. Den Luftwechsel besorgen elektrisch angetriebene Zuluft- und Schwierigkeiten mit hohen Baukosten ent- Abluftventilatoren, die in einem für 50 Wagen genügenden Raum stündlich dreimal die Luft erneuern. Ein senkrechter Blechkanal führt verbrauchte Luft bis über das Dach. — Zur Beheizung wird zugeführte Luft mittelst eingebauter Lufterhitzer (Kaloriferen), die wieder von der Hotelzentralheizung gespeist werden, erwärmt. Wo ein Anschluss an bestehende Heizung nicht möglich ist, tnuss eine eigene Heizung erstellt werden. Bei minus 20° C Aussentemperatur sollen plus 10° Innentemperatur erreicht werden. Die Wagenwaschräume erfordern höhere Temperatur, hier sind Zusatzheizkörper vorgesehen. takt-Auslösung dem Garagemeister sowie der örtlichen Feuerwehr direkt Meldung erstattet. Zum raschen Ablöschen von etwaigen len. Garageräume gelten als explosionsgefährdet. Demgemäss sind alle elektrischen Leitungen in Stahlpanzerkabel und mit Antygondraht auszuführen. Bei Versagen des örtlichen Stromes schaltet sich von selbst eine Notbeleuchtung ein. Die Baukosten richten sich je nach den gegebenen Verhältnissen. Sie betrugen z. B. für den Bau einer unterirdischen Garage für ein Münchener Hotel, bei etwa 35X17X8 m = 4760 m 3 überbautem Raum, abzüglich einiger kleiner Adaptierungen im Hotelaltbau, rund 20,000 Reichsmark. In der Annahme, dass eine Garage dieses Ausmasses bei 50 Autos INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Gnmdzelle oder deren Raum 45 Ct*. lür die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grössere Inserate nach Seitentarit. Fassungsvermögen täglich durchschnittlich zu % = n Autos aufnimmt, ergeben sich pro zeuges ergibt sich aus dem vorhandenen Jahr 17X30X12 = 6100 Autos als Ge-Rausamtbelegschaft. Pro Auto und Tag eine ter Rücksichtnahme auf die übrigen Strassen- und der Leistung des Fahrzeuges, un- Durchschnittsgebühr von 10 Mark angesetzt, benützer, fand nicht genügend Berücksichtigung. Gerade die Fahrer von Personenwagen ergibt eine Jahreseinnahme von 61,000 Mark. Hiervon ab Ys Unkosten, bleiben im Geringfalle rund 40,000 Mark Gewinn. Man sieht motoren davonrasen, geladen und leer, dass mussten erleben, wie Lastenzüge mit Rohöl- also, dass sich Untergrund-Garagen durchaus rentieren können. Das praktisch erprobte bewussten Fahrer unmöglich gemacht wurde, es einem anständigen, seiner Verantwortung Münchener Beispiel einer ersten Untergrund- vorzufahren und er somit die längste Zeit Grossgarage in Deutschland für ein Hotel im hinter dem qualmenden Ungeheuer herfahren Stadtkern hat in der kurzen Bestandzeit und sich den Vortritt erkämpfen musste. Leider hat der Ausbau unserer Strassen nicht seine Bewährung nicht nur finanziell, sondern auch mit einer gesteigerten Hotelfrequenz vermocht, der Entwicklung des Verkehrs zu besten Publikums erwiesen. A. T. folgen. Das scheinen viele Automobilisten vergessen zu haben. So droht nun ein Stück Fortschritt wieder Die Geschwindigkeitsfreigabe durch Art. 25 desaufgehoben werden zu müssen, und wer Bündesgesetzes über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr hat verschiedentlich zu Anständen ge- weiss, vielleicht erleben wir wieder jene Pe- der Autokontrollen und -fallen, die Leiführt. Da und dort wurden Stimmen laut, die fürriode neue Begrenzungen eintraten. Am 20. September denszeit der Bussen und zufälligen Jagden ist im Nationalrat eine diesbezügliche Motion eingereicht worden. Dieser Wink mit dem Zaunpfahl nicht, dass man nun mit dieser Motion, die innerhalb des Verkehrs. Wir hoffen zwar wird hoffentlich von den Automobilisten und namentlich von den Automobilverbänden verstanden. Letztere haben wohl nach Möglichkeit versucht, Ordnung auf der Strasse zu schaffen, doch gibt es leider eine Sorte von Strassenwildlingen, denen nur eine in ihrem Fahrstil gesprochene Sprache imponiert. Wir glauben, dass mit erwähnter Motion eine letzte Frist gesetzt ist, um die unverantwortlichen Elemente auszumerzen, ansonst der gesamte Automobilismus unter neuen Zwangsmassnahmen zu leiden hätte. Im Nachstehenden geben wir einer Einsendung Raum, in welcher nicht nur vom verkehrspolitischen, sondern auch vom parlamentarischen Gesichtswinkel aus die durch die Motion aufgeworfenen Fragen betrachtet werden. Red. Die Feuerschutz- und Alarmanlage besorgt Unterm 20. September hat Herr Nationalrat eine sogenannte Sprinkeranlage, die sich Nietlisbach eine von 64 Mitunterzeichnern unterstützte Motion eingereicht, die folgendes selbsttätig bei Erreichung einer bestimmten Raumtemperatur öffnet und einen event. enthält: Brand schon in den allerersten Anfängen er- Gleichzeitig wird durch eine Kon-des geltenden Bundesgesetzes über den «Der Bundesrat wird eingeladen, eine Revision übereinander, wo vomstickt. Motorfahr- wird der Garagebau in offener Baugrube dem I Ausbau im Stollenbetrieb vorzuziehen sein. | Wirtschaftlicher ist ein Garagenausbau in zwei Stockwerken F E U I L L E T O N Bux. Zirkusroman von Hans Possendorf. (25. iortsetzung) Jetzt musste Fee aber doch hell auflachen: «Weil Brahma jemand nicht gerade liebt, ist der Betreffende schon bei dir abgemeldet? Das ist ja fabelhaft!» «Lache ruhig, Fee, aber es ist nun mal so: Wen Brahma nicht mag, gegen dessen Charakter habe ich ein grosses Misstrauen.» «Du bist ja sehr liebenswürdig! Ich danke dir!» Bux sah seine Frau erst ganz verständnislos an. Aber dann begriff er plötzlich, was sie meinte. «Verzeih, Fee!» sagte er lachend und streichelte ihr die Hand. «So war das nicht gemeint. In deinem Fall war es ja ganz anders. Das war keine spontane Antipathie von Brahma, sondern du hast den alten Herrn eben gleich bei der ersten Bekanntschaft zu respektlos behandelt». Noch am selben Tage ging ein Kabelgramm an Direktor Kreno ab: «Akzeptiere für Sommertournee. Eintreffen 22. März Hamburg. — Bux.» Telephon 28.222 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Inseratenscbrass 4 Tage vor Krscheinen der Nummern 4. Am 23. März beim Morgengrauen lief der grosse Ueberseedampfer in den Hamburger Hafen ein. Bux war bereits angekleidet. Gleich nachdem das Schiff festgemacht, mussten die Behörden an Bord kommen, und er hatte dann für die Landung seiner Leute und Tiere allerlei Formalitäten zu erledigen. Als Bux eine halbe Stünde später wieder in die Kabine hinabkam, um Fee zu wecken, fand er sie schon im Reisekleid und mit Packen beschäftigt. «Guten Morgen, Fee!» rief er froh gelaunt, in der offenen Kabinentür stehenbleibend. «Also wären wir mal wieder im alten Europa angelangt!» «Gott sei Dank!» jubelte da eine Stimme, und zwei Arme schlangen sich von hinten um seinen Hals. «Cilly!» Bux schnellte herum.' «Du hier!» Er riss sie an sich, küsste sie, klopfte ihr die Wangen, blickte ihr freudestrahlend in die goldbraunen Augen. Und dann gab er sie endlich frei, damit sie Fee begrüssen könne. In ihrer freudigen Bewegtheit wollte Cilly auch ihr um den Hals fallen. Aber ein fast unmerkliches Zurückweichen zeigte ihr, dass eine solche ßegrüssung nicht erwünscht Was kommen musste. sei; und vor Verwirrung errötend reichte sie Fee nur stumm die Hand. «Nun Iass dich mal erst richtig betrachten, mein Kerlchen!» rief Bux, die Missstimmung über Fees Verhalten gewaltsam niederkämpfend. Er fasste Cilly bei den Schultern, sah ihr aufmerksam ins Gesicht, trat dann wieder zurück und musterte sie vom Kopf bis zu den Füssen. «Bin ich nicht gross geworden?» Cilly streckte sich, so sehr sie konnte. «Ein bisschen grösser — ja. Aber sonst bist du ganz unverändert,» konstatierte Bux, wie erleichtert. «Aber wie bist du denn bloss nach Hamburg gekommen? Ich dachte, der Zirkus spielt schon?» «Tut er auch! Aber denk' dir, das Glück: Wir sind gerade in Bremen! Und da bin ich gestern abend gleich nach der Vorstellung hierher abgefahren. Seit drei Uhr morgens bin ich schon am Kai.» «Mein gutes Kerlchen! — Das ist ja eine herrliche Ueberraschung! — Und wohin soll die Tournee denn nun weitergehen?» «Nach Westfalen; vielleicht auch noch nach Köln — und dann nach Holland.» «Aha! — Nun, dann wirst du wohl auch deinen Freund Pieter Hemsterhuis wiedersehen, von dem du mir aus Paris geschrieben zeug- und Fahrradverkehr in die Wege zu leiten im Sinne der Wiedereinführung: 1. gewisser Höchstgeschwindigkeitsgrenzen für Motorfahrzeuge, insbesondere für Motorlastwagen, welch letzteren die bundesrätliche Verordnun? zu grosse Fahrgeschwindigkeiten einräumt; 2. der numerierten Kontrollschilder für Fahrräder.» Wir sagen, was kommen musste! Die Freigabe der Fahrgeschwindigkeiten, und vor allem die hohen Geschwindigkeiten, die den Motorlastwagen eingeräumt wurden, aber auch die durch die Entwicklung der Technik an den Motoren der Personenwagen sich ergebenden Möglichkeiten, schneller zu fahren, mussten einer Revision rufen. So ideal man sich die Verhältnisse dachte, die sich aus dem neuen Verkehrsgesetz ergeben werden, so drastisch haben die Strassenbenützer auch bewiesen, dass sie noch nicht reif sind, die gegebenen Freiheiten massvoll zu benützen. Die Formel, die Geschwindigkeit des Fahr- ja auch von Automobilisten unterzeichnet wurde, in die Zeit zurückfallen werde, wo die anständigen Fahrer fortgesetzt schikaniert wurden, während die davonsausenden eben nicht gefasst werden konnten. Es wird gut sein, in aller Ruhe aus den Erfahrungen das zu lernen, was notwendig ist, und dass es vielleicht besser ist, wenn die Automobilisten selbst Ordnung schaffen. Anständige Fahrer haben ja die Verkehrspolizei nicht zu fürchten, und die andern sollen eben gezwungen werden können, die vermeintlichen Eigeninteressen dem Gesamten einordnen zu müssen. Wir glauben, die Periode als vergangen betrachten zu dürfen, wo das Busseneinfordern die Hauptsache war; die Funktion der Verkehrspolizei als Verkehrsberater und Mahner soll weiterhin aufrecht erhalten bleiben. Es bewegen sich Lastenzüge auf unsern hast?» Bux fragte es wie nebensächlich, aber er beobachtete dabei scharf Cillys Miene. «Ja natürlich,» sagte sie völlig unbefangen; «und seine Eltern auch. Die werden dir sicher auch gut gefallen, Onkel Bux. — Aber jetzt wollen wir mal vom Wichtigsten sprechen: Du willst doch so schnell als möglich zu deinen Eltern nach Nördlingen?» «Ja, — wenn ich meine Tiere nach Bremen gebracht habe.» «Das geht ja auch ohne dich, Onkel Bux.» Er sah sie erstaunt an. «Es geht meinen Eltern doch gut? — Hast du Nachricht von ihnen?» «Ja, — aber deinem Vater ging es vor ein paar Tagen nicht ganz gut,» sagte Cilly etwas zögernd. «Aber jetzt ist es viel besser.» «Um Gottes willen! Was war es denn?» fragte Bux erschrocken. «Ich weiss es nicht genau,» wich Cilly aus. «Aber es ist wirklich keine Gefahr mehr. Du brauchst dich nicht zu beunruhigen. Ich meine nur, er wird sich freuen, dich bald zu sehen. — Ihr fahrt also am besten direkt von hier ab, sobald die Tiere verladen sind. Der Wohnwagen kann einfach abgeschlossen werden, und Ali und Mohrchen könnten in dem verwaisten Käfigabteil von Moritz reisen. Ich kann leider mit dem Transport nicht mitfah-