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E_1934_Zeitung_Nr.078

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8 befriedigende Lösung

8 befriedigende Lösung des Problems der Triebstoffversorgung aus einheimischen Rohstoffen erwiesen. Demgegenüber bietet die Hydrierung der Kohle eine breitere Verwendungs- und Anwendungsmögliohkeit, liege sie doch im Zuge des wirtschaftlichen Wiederaufbaues und der Arbeitsbeschaffung, da sie gleichzeitig dazu beitrage, das Absatzgebiet des Kohlenbergbaues zu erweitern. Im besondern wird auf die deutsche Tätigkeit Verwiesen, wo nach mühevollen und kostspieligen Versuchen es gelungen sei, im Verlaufe der letzten Jahre die Inlandsversorgung bis auf 35,5 Prozent des Gesamtverbrauchs zu erhöhen. Auch die englischen Bestrebungen, wo man trotz der Verbundenheit mit der Erdöl-Weltproduktion eine grosse Hydrieranlage erstellte, müssen beachtet und wenn möglich nachgeahmt werden. Wenn man die ununterbrochenen Bemühungen Frankreichs verfolgt, sich in der Versorgung mit Treibstoffen nach Möglichkeit unabhängig zu machen, sei es durch die bereits erwähnten Verfahren oder durch Oelforschungen in Kolonien, so ist es höchst verwunderlich, dass so lange Zeit verstreichen konnte, bis die Kohleverflüssigung ebenfalls in das System der Oel- und Treibstoffversorgung eingeschaltet wurde. Ausser den bekannten Pechelbronner-Oelvorkommen, die bei ungefähr gleichbleibender Jahresförderung von 78,000 Tonnen kaum 1,6 Prozent des Inlandskonsums decken, und den unlängst •rfolgten Oelfunden in Marokko, die aber noch nicht industriell verwertet werden können, sind bisher ergiebige Sonden keine erbohrt worden. Auch die Ausbeutung der reichen Oelschiefervorkommen findet enggezogene Grenzen an der Unwirtschaftlichkeit des Verfahrens; das gleiche gilt für die agrarische Alkoholerzeugung, die wie in andern Ländern, mit gewaltigen finanziellen Opfern forciert wurde, sodass ihr aus technischen Gründen eine gewisse Beschränkung dernster Raffineriebetriebe, deren Kapazität nicht nur auf den heutigen Konsum, sondern auch auf den in einigen Jahren zu erwartenden Mehrbedarf eingestellt ist. Im Herbst wird alsdann das Irak-Oel durch die französische Einflusszone in Syrien fliessen, sodass damit ein beträchtlicher Teil des Rohöls aus eigenen Quellen gedeckt werden kann. Noch vor kurzem hätte sich ein Land mit einer solchen Lösung eines unzweifelhaft lebenswichtigen Bedarfsdedkungsproblems zufrieden gegeben. Wohl niemand hätte in Anbetracht der höhern Produktionsquote daran gedacht, mit gewaltigen Investitionen auch noch Ersatzprodukte herzustellen, mit denen man ja nur Teilbeträge des Bedarfs zu decken vermag. Heute aber, im Zeichen der Autarkie-Bestrebungen, namentlich aber unter der Furcht neuer kriegerischer Verwicklungen, scheinen keine Produktionskosten zu hoch angesetzt, als dass man sie nicht im Interesse der nationalen Verteidigung in Kauf nehmen würde. -my-. Japans Automobil-Konkurrenz. Wir haben mehrfach schon auf die Gefahren hingewiesen, die der internat. Automobilindustrie seitens des japanischen Automobildumpings drohen. Es ist vornehmlich Grossbritannien, das seit langem auf die diesbezüglichen Gefahren aufmerksam machte, so dass es nicht besonders auffiel, als unlängst im englischen Unterhaus ein genauer Kenner der Marktverhältnisse zwei Anfragen einbrachte, die sich auf die japanische Automobilinvasion bezogen und deren eine an den indischen Staatssekretär, die andere an den Präsidenten der englischen Handelskammer gerichtet war. Für Indien wird eine ausdrückliche Kennzeichnung der billigen japanischen Automobile an sichtbarer Stelle verlangt, um dadurch den Käufer gewissermassen zu warnen, wobei allerdings diese Massnahme kaum grosse Erfolge zeitigen wird, da sicherlich jeder Automobilinteressent sich in erster Linie über den Herkunftsort und die Preiswürdigkeit des Automobils interessieren dürfte. Der Interpellant verwies darauf, dass japanische Kleinwagen um die Hälfte billiger als die englischen Produkte seien, so dass bei ungehemmter Einfuhr für die mit ganz andern Produktionskosten arbeitende, speziell mit sozialen Lasten sich durchwindende englische Automobilindustrie eine schwere Gefahr erwachsen könnte, während gleichzeitig dem Altwarenhandel der Todes-" ÄÜTOMOBIL-REVUE 1934 — N° 78 auferlegt wurde, und da auch Holz und Kohle als direkte Antriebsenergie nur in beschränktem Umfang im Lastwagenverkehr eine Rolle spielen, so ist die Lösung des Versorgungsproblems in einer nationalen Raffinationsindustrie als gegeben erachtet worden. Obgleich sie die Abhängigkeit von den ausländischen Rohölzufuhren nicht zu beseitigen vermochte, konnte die Raffination doch innerhalb weniger Jahre in bemerkenswertem Umfange zur Versorgung des Inlandmarktes herangezogen werden. Unsere westlichen Nachbarn besitzen eine ganze Anzahl mostoss versetzt würde. Da letzterer bei guten Preisen eine überaus .wichtige Rolle in der englischen Volkswirtschaft spiele, müsse die Lösung dieses Problems unverzüglich an die Hand genommen werden. Während der indische Staatssekretär versprach,, sich in dieser Sache sofort mit der indischen Regierung in Verbindung zu setzen, hat die Antwort des engl. Handelskammer - Präsidenten grösste Enttäuschung, wenn nicht sogar Empörung zurückgelassen. Nachdem die englischen Fachzeitschriften schon seit Anfang April dieses Jahres genaue Beschreibungen über die japanischen Wagen brachten und ununterbrochen auf die ostasiatische Gefahr hinwiesen, stellte sich der Handelskammer- Präsident, wahrscheinlich um Zeit zu gewinnen, das Armutszeugnis aus, ihm vorerst nähere Einzelheiten über die japanischen Automobile hinsichtlich Konstruktion und Preis zu unterbreiten, um die Sache bearbeiten zu können. Cp«&s

II. Blatt BERN, 25. Sept. 1934 NO 78 II. Blatt BERN, 25. Sept. 1934 Neuerungen im Vergaserbau. Der Eintritt der kalten Jahreszeit bringt erhöhte Startschwierigkeiten mit sich und damit auch wieder grösseres Interesse an den Vergasungspro5lemen. Eine gute Gemischbildung ist nach wie vor die Hauptbedingung für einen leichten Start. Die modernen Vergasersysteme haben in dieser Hinsicht grosse Fortschritte gezeitigt. Während es noch vor wenig Jahren dem Fahrer überlassen war, das den Temperaturumständen am besten entsprechende Gasgemisch herbeizuführen, eine Zumutung, der eigentlich nur der Fachmann richtig gewachsen war, sind heute die meisten Vergaser speziell auch in ihrer Wirkungsweise beim Anlassen des Motors weitgehend automatisiert. Die primitive Luftdrossel, die es in eine ganz bestimmte Stellung zu bringen galt, um eine ganz bestimmte, der jeweiligen Temperatur am besten angepasste Gemischanreicherung zu erzielen, ist in manchen Fällen ganz von der Bildfläche verschwunden oder hat verfei- A Ga Fah Schnitt durch einen Solex-Vergaser mit Starter- Zusatzvergaser. A, G = Arbeitsdüse, g = Leerlaufdüse, K = Lufttrichter, V = Drosselklappe, N = Schacht des Startervergasers, R = Tauchrohr des Startervergasers, Ga = Lüftdüse des Starter- Vergasers, b, c, d. = Schieberventil des Startervergasers. Kein Schmieden WILLYS, Innenlenker, 20 PS, 6 Zyl., 7-Plätzer, In neuem Zustand. FIAT 514, Innenlenker, 7 PS, 4 Zyl., 4-Plätzer, in tadellosem Zustand. PANHARD, Innenlenker, 11 PS, 6 Zylinder, 5-Plätzer. BUICK-Standard, Schnellastwagen mit Kabine, Tragkraft: 600 kg, in ausgezeichnetem Zustand, niedriger Preis. ALFA ROMEO, Rennwagen, 6 Zyl., 2-P1., 3 Liter, niedriger Preis. nerten Drosselorganen Platz gemacht, die ihrerseits wieder genauer bedient oder sogar mit einem automatischen Betätigungsmechanismus versehen werden können. Hauptsächlich zwei Aufgaben muss ein Vergaser beim Anlassen des Motors erfüllen: er muss einmal ein geeignet zusammengesetztes Gemisch liefern, und zweitens eine Gemischmenge von genügender Grosse, um ein Weiterlaufen des Motors nach dem ersten Anspringen auch dann sicherzustellen, wenn die inneren Widerstände im kalten Motor noch sehr hoch sind. Die Gemischqualität ist bei verschiedenen Temperaturen leicht grossen Variationen unterworfen. Kälte hat zur Folge, dass sich ein Teil der zerstäubten Brennstoffe an den Saugrohrwänden niederschlägt und deshalb nur ein brennstoffarmes, schwer entzündliches Gemisch in die Zylinder gelangen lässt. Um dem zu begegnen, kann beim Anlassen entweder die Luftzufuhr abgedrosselt oder der Benzinaustritt erhöht werden. In jedem Fall ist aber genaue Dosierung erforderlich, da nur ein Gemisch von ganz bestimmter Zusammensetzung in den Zylindern leicht entzündet werden kann. Um den kalten Motor mit einer genügend grossen Gemischquantität versorgen zu können, wurde früher einfach die Gasdrossel etwas mehr geöffnet. Dieses Vorgehen hatte aber noch erhöhte Schwierigkeiten zur Folge, denn es beeinflusste seinerseits wiederum die Gemischqualität. Vielfach war man deshalb beim Anlassen auf das Versuchen angewiesen, wobei es vom Glück und vom technischen Fingerspitzengefühl abhing, ob man zufällig gerade die richtige Einstellung erwischte. Als einfaches Beispiel für eine Vergaserkonstruktion, bei der nun der Zufall bei der Anlassgemischbildung weitgehend ausgeschlossen ist, sei im folgenden der Solex- Vergaser beschrieben. Die normale Gemischbildung geschieht hier bei Vollauf des Motors durch den Arbeits- und Kompensationsdüsenkomplex, A, G. Den für den Leerlauf des Motors nötigen Brennstoff liefert die Leerlaufdüse g, deren Ausströmkanal in der Gegend der Drosselklappe V mündet. Die Drosselklappe ihrerseits kann in ihrer Endstellung durch eine Schraube so einregu- Kein Härten bieten jede Garantie für grösste Wirtschaftlichkeit bei allen Ihren Dreharbeiten ED. JFANGER, Werkzeugfabrik. USTER Revisionen, die fadikundlg durdigeführt werden sollen, verlangen gründliche Kenntnisse aller möglidien Modelle alter und neuer Konstruktion. Seit einem Vier« teljahrhundert sind wir auf Revisionen spezialisiert und verbürgen Ihnen fachkundige Arbeit. Clicharia Hallwag OCCASIONEN GARAGE ALFRED CARFAGNI, GENF Rue de Päquis 35 Tetephon 22.590 Tel. 53.223, Priv. Links: Der prinzipielle Aufbau der automatischen Steuervorrichtung des Startervergasers. Das Ventil G steht offen, der Startervergaser ist in Betrieb. liert werden, dass sie noch genügend Luft durchtreten lässt, um zusammen mit dem von der Leerlaufdüse abgegebenen Brennstoff ein für den Langsamlauf des warmen Motors passendes Gemisch sicherzustellen. Statt dass nun jedoch für die Inbetriebsetzung des kalten Motors die Gasdrossel mehr geöffnet und die Leerlaufdüse durch Schliessen einer Luftklappe am Vergasereingang zu vermehrter Brennstoffabgabe veranlasst wird, ein Verfahren, das die oben angedeuteten Unsicherheiten mit sich bringt, setzt man durch Drehen der Schieberplatte c einen Zusatzvergaser in Betrieb. Dieser Zusatz- oder « Starter »-Vergaser besteht in seinen wesentlichen Teilen abgesehen vom Schieberventil aus dem Tauchrohr R und dem Schacht N, in den dieses Tauchrohr eintaucht. Die Gemischmenge, die dieses Zusatzvergasersystem abgibt, genügt, um selbst den kalten Motor eine mittlere Tou-' renzahl annehmen zu lassen. Durch die Luftdüse Ga wird die Zusammensetzung des vom Zusatzsystem gelieferten Gemisches ein für allemal geeignet dosiert, und zwar so brennstoffreich, dass der Motor selbst bei niedrigster Temperatur sicher anspringt. Hat sich der Motor nach einigen Minuten erwärmt, so wird der Drehschieber c ge- Alle Modelle sucht passendes Engagement in Gross-Garage oder Fabrikationsunternehmen. Spätere Beteiligung nicht ausgeschlossen. Offerten unter Chiffre 64917 an die Automobil-Revue, Bern. Klein- MechaRtiker sucht Stelle in Garage. Derselbe hat schon Kenntnisse in der Autobranche. Eintritt sofort. Besitze Führerausweis. 64849 Offerten erbeten an R. Birchmeier, jun., Wolfhausen. 50 Fr. 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Der Bimetallstreifen A hat sich infolgedessen durchgebogen und die durch den Pfeil angedeutete Oeffnung geschlossen, wodurch die Membran B nach rechts hinüber gesogen und das Ventil G geschlossen wurde. schlössen und die Zusatzvergasung ist wieder ausser Funktion. Selbst bei noch ganz kaltem Motor kann man aber unter Zuhilfenahme der Zusatzvergasung sofort wegfahren, wenn es die Umstände als wünschbar erscheinen lassen. Das Gemisch bleibt auch dann brennstoffreich genug, wenn man die Drosselklappe V öffnet und die Arbeitsdüse in Tätigkeit treten lässt. Zur Betätigung des Schieberventils c war bis vor kurzem ein Kabelzug oder Gestänge vorgesehen. In einer ganz neuen Ausführungsform ist nun jedoch auch die Bedienung dieses Ventils automatisiert. Die Skizzen 2 und 3 zeigen den entsprechenden Zusatzmechanismus im Schnitt. Als automatisches Steuerorgan für das Ventil wirkt ein Bimetallstreifen A, dessen Gehäuse auf dem Auspuffstutzen des Motors befestigt ist. Stand der Motor still und ist der Auspuffstutzen kalt, so nimmt der Bimetallstreifen die in Abb. 2 abgebildete Lage ein. Der beim Anlassen des Motors auftretende Unterdruck saugt dann die Membranplatte B nach links hinüber, wodurch das Ventil C des Zusatzvergasers geöffnet wird. Ist der Motor dann angelaufen, und hat sich der Auspuffstutzen erwärmt, so biegt sich der Bimetallstreifen in die in Abb. 3 dargestellte Lage um. Er verschliesst dabei einen Kanal, der zur linksseitigen Kammer der Membranplatte führt, was weiterhin zur Folge hat, dass der in dieser Kammer sich bildende Unterdruck die Membranplätte nach rechts hinüberzieht und damit das Ventil wieder schliesst. Bei offenem Ventil befindet sich der Zusatzvergaser in Tätigkeit, während er bei Autoh eizungen Frostschutzscheiben Belpstrasse 24 Gutenbergstrasse 10 Tel. 28.701 Tel. 31.223 Wir redigieren und administrieren» photographieren und retouchieren, klischieren und stereotypieren, entwerfen und zeichnen, setzen, drucken, binden Alles unter einem Dach Hallwag A.G., Bern A uto - Electric - Se rvice C. SCHAEFER Bern Zürich