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E_1934_Zeitung_Nr.081

E_1934_Zeitung_Nr.081

8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 81 1. Internationale Alpenwertungsfahrt für Motorfahrzeuge mit Ersatzbrennstoffen. 6. Fahrtag, Trento-Passo dl Rolle-Bolzano, 202 km. 28. September 1934. Einer Forderung der Schweizer Kommissäre entsprechend, wurden die Lastwagen früher auf die Beiise losgelassen. Da aber Holz und Sandballast etwas verspätet ankamen, konnte der Vorteil nicht ausgenützt werden. Von Trento geht die Strasse durch ehemalige Forts hindurch auf- und absteigend nach Levico, einem bekannten Badeorte, mit einem dunklen See, von herrlichen Wäldern umsäumt. Wir fahren die Val Sugana hinunter bis auf 217 Meter bei Priraolano; wir befinden nns in ehemaligem Kriegsgebiet; die Ueberreste sind aber meistens verschwunden; nur vereinzelte Soldatenfriedhöfe erinnern an das, was vor 20 Jahren sich ereignete. Jetzt geht die Fahrt im wilden Tale des Cismone hinauf, ziemlich in nördlicher Richtung über Fiera di Primiero und St. Martino di Castrozza, Orte, die im Kriege viel genannt wurden und um welche schwer gekämpft wurde. Zur Rechten hat man ständig den Blick auf die Gruppe der Pale di S. Martino, wild zerklüftete Dolomitenfelsen von schauerlicher Schönheit. Endlos steigt die Strasse bis zum Passo di Rolle 1984 m. Ich fahre mit einem Imbertgas-Wagen, einem schweren Vomag-Lastwagen, der diese Steigung von 7% mit einer erstaunliehen Regelmässigkeit nimmt. Am Passo di Rolle ist die Auesicht gegen Norden auf die Marmolatagruppe, gegen Osten auf den Cimon de la Pala überwältigend. Rasch ist im Abstieg Predazzo erreicht; der Talboden senkt sich schluchtartig, währenddem die 'Strasse längere Zeit auf 1000 Meter Höhe bleibt, um dann in sehr geschickt angelegten Kehren nach Ora im Etschtal abzusteigen. Die Hänge sind mit Weinreben bedeckt; der Fels ist ausgezeichnet .für Pflastersteine, die hier von der Firma Puricelli in grossen Mengen ausgebeutet worden. In Bozen ist der Parkplatz vorbereitet: Nachdom die Fahrzeuge aufgestellt sind und der Parkdionst beendet ist, kommen Arbeiter und machen einen zünftigen Lattenhag mit Stacheldraht und Nationalflaggen um das ganze herum. Milizen mit Karabiner rücken auf und sorgen dafür, dass weder was gestohlen, noch etwas hinzugebracht wird. Leute, die so etwas machen würden, nennt man im ersten Falle Diebe, im zweiten Falle Konkurrenten. 7. Fahrtag, Bolzano-Dobbiaco, 155 km. 29. September 1934. Am frühen Morgen muss der Berichterstatter alle seine Ueberredungskünste anwenden, um dem Ifilizoffizier, der die Parkwache befehligt, klar zu machen, dass die Leute schon etwa um 7 Uhr mit Holzauüaden, Ballastausgleichen, •usw. anfangen müssen, um einen Start der Lastwagen um 8 Uhr zu ermöglichen. Aber er hat den Bofehl erhalten, vor 8 Uhr niemand zu den Fahrzeugen zuzulassen. Erst als ich einige mundartliche Kraftausdrücke in deutscher und italienischer Sprache verwende, und mich als im Grade höher als er stehend ausweise, nimmt er Vernunft an und lässt uns an die frühe Arbeit heran. Gleich nach Bolzano beginnt das Eggental, daß eine Vergrösserung der Gorges du Pichoux im Jura darstellt. Steil steigen die Wände aus rötlichem Ge- stein. Die Steigung erreicht in der Schlucht bjs 13%; später ist die Strasse weniger steil, dafür aber immer breiter und aussichtsreicher. Plötzlich tauchen die Felsburgen der Latemargruppe rechts des Passes und des Rosengartens und der Vajolettürme links davon auf. Wir fahren am durchsichtigen, im Walde versteckten Karersee vorbei, der uns an den Blausee erinnert, dann vorbei am mächtigen Karereee-Hotel, das im Kriege zerschossen, später wieder aufgebaut wurde. Der Passo di Costaiunga oder Karerpaes ist «nur> 1753 Meter hoch, dafür sind der Ausgangspunkt Kardann 288 Motor und das Ende in S. Giovanni di Vigo di Fassa 1336 Meter hoch. In dieser letzten Ortschaft muss noch ein Strassenzoll von 15 Lire erlegt werden, also wie anno dazumal auch bei uns. Aber hier zahlt jeder und sogar die Schweizer reklamieren nicht. Von Canazei an beginnt die "Steigung zum Passo di Pordoi, 2242 Meter; er ist weniger steil, nur S?-i, und sehr gut ausgebaut; er besitzt sogar einen Kehrtunnel mit Steigung; alle Konkurrenten nehmen den Pass ohne Schwierigkeiten. Die Passhöhe trägt nur noch wenige, sofort erkennbare Kriogsspuren. Wer die Kriegsgeschichte nicht kennt, lässt sich den im Jahre 1916 gesprengten Col di Lana zeigen. Eine rührende Episode erleben wir hier oben; einer der Konkurrenten, Baron K., der hier im Kriege gekämpft hat und seither nie mehr da oben war, begegnet einem Regimentskameraden, der ebenfalls zum ersten Male wieder hier oben mit dem Auto durchfährt. Mit uns fahren auch italienische Offiziere, aber nichts lässt die ehemaligen Feinde erkennen. Das Auto hilft auch hier alte Gegensätze überbrücken. In vielen weiten Schleifen geht's hinunter nach Pieve di Livinallongo, 1600 Meter, und Andraz, 1420 Meter, wo die Falzaregostrasse beginnt, die auf 2117 Meter hinaufführt. Wundervoll ist der Einblick in das Herz der Dolomiten, die Tofane, Monte Gristallo, Antelao, Sa3solungo, Cinque Torri, Nuvolan, Sellagruppe, Marmolata. Man kann sich fast nicht trennen von der Passhöhe, und mancher verflucht die Wertungsfahrt, die ihn zwingt, weiterzufahren ohne stillzustehen, um zu geniessen. Leider wurde der vierte Pass . der klassischen Dolomitentour, der Passo Tre Groci, der nach Misurina führt, im letzten Augenblicke fallen gelassen, vom bekannton Cortina d'Ampezzo wurde der weniger hohe Paßs Gima' Manche, 1548 Meter, nach Dobbiaco überschritten. Am Abend waren alle Teilnehmer müde, aber zufrieden mit der schönsten Tagestour der ganzen Alpenfahrt; 4 Pässe mit total 3300 Meter Steigungen und einige Tausend Kurven vom schwachen Bogen bis zur Spitzkehre, stellten allerhand Anforderungen an die Lenker der schweren Gesellschaftswagen und Lastwagen; letztere hatten 430 bis 450 Minuten reine Fahrzeit, also über 7 Stunden (gemessen mit der für solche Versuche äusserst praktischen Autavia-Stoppuhr von Heuer in Biel). Um 20H Uhr sind endlich auch die Kommissäre frei; leider sind einige Fahrgäste da, mit hochklingenden Titeln, auf die zu viel Rücksicht genommen wird. So können auch die technischen Organe erst spät zusammentreten. 8. Fahrtag, Dobbiaco-Mauterndorf, 174 km. 30. September 1934. Ein sehr kalter Morgen, mit sehr viel Tau. Die Fahrtleitung freut sich, die Konkurrenten weniger; denn die Wagen mussten über Nacht draussen bleiben. So zeigte sich beim Start, dass die Holzgaswagen, nach den 6 Minuten Anheizperiode, sofort starten konnten, während die grossen Benzinwagen, die zu Vergleichszwecken mitfahren, fast ü Stunden brauchten. In den Startzeiten der Personenwagen, die mit Benzin starten müssen, um nachher auf Schweröl umzuschalten, sind ebenfalls Zunahmen um M zu verzeichnen; das gleiche gilt für die Alkoholgemischwagen. Der Grund ist darin zu suchen, dass die Motoren der Holzgas- und Holzkohlengaswagen ein Gemisch von kalter Luft und warmem Gas erhalten, während die Benzinund Alkohol-Fahrzeuge ein leicht kondensierendes, schlecht verdampfendes, kaltes Gemisch bekommen. Das grosse Schreckgespenst des heutigen Tages war der Katschberg! Einige Konkurrenten hatten Bauchweh; denn es hiess: Steigung bis zu 24%! Aber es sind dann alle glücklich hinaufgekommen. Dieser Pass mit 1641 m bildet den Uebergang von Karaten nach Steiermark; der Ausgangspunkt Spittal war zugleich Mittagsrast; das Städtchen liegt im Drautal; die Strassen sind sehr schlecht und schmal, aber landschaftlich sehr hübsch. Auffallend und für uns Schweizer befremdend sind die vielen Uniformierten, die, schwer bewaffnet, an jeder Brücke, in jedem Dorfe anzutreffen sind. Der Katschberg gilt als der steilste Pass der Alpen; fahrtechnisch stellt er aber keine grossen Anforderungen; man fährt im ersten Gange direkt den Berg hinan, Kurven sind fast keine vorhanden, zumindest nicht an der steilsten Stelle. Ich finde z. B. den Weissenstein, gewisse Strässchen am Ceneri und die Festungsstrassen am Gotthard schwieriger, weil sie scharfe Kurven in der Steigung haben. Wegen des unvermeidlichen Filmoperateurs wurde lange auf der Passhöhe gerastet, in der stillen Hoffnung, dass inzwischen der Abschleppwagen in Funktion treten müsse. Es kamen viele mit kochenden Kühlern herauf, aber sie kamen ohne Vorspann. Der nördliche Abstieg ist noch steiler, 29% auf 100 Meter; das Gefälle der 6 km von Passhöhe bis St. Michael ist beinahe 600 m, also durchschnittlich 10%. Bergab geht es natürlich schneller und ohne Anstrengung; einige Bremsen sollen die Tendenz gezeigt haben, die Farbe des Schlusslichtes anzunehmen. Im alten Mauterndorf wird Quartier bezogen; den erregten Gesprächen vor den Fenstern meines Zimmers glaube ich entnehmen zu können, dass etwas nicht ganz klappt; aber schliesslich findet jeder ein Logis und die Fahrzeuge dürfen trotz Gemeindegesetz auf dem Platze hinter der Kirche bleiben. Gegenüber dem Vortage war die Fahrt weniger anstrengend; einzig das Linksfahren in Osttirol und Ost-Oesterreich verlangt ständige Aufmerksamkeit, um nicht unbewusst nach rechts, also hier falsch, auszuweichen. Aber einige chronische < Linksfahrer > sollen sich sehr rasch wohl gefühlt haben; nur dass sie jetzt die « Rechtskurven » schneiden ... 9. Fahrtag, Mauterndorf-Kitzbiihel, 168 km. 1. Oktober 1934. Die heutige Etappe führt über 2 Pässe, mit schmalen Strassen und vielen kleinen Holzbrücken. Zuerst starten die Personenwagen, dann die Autocars und zuletzt unser Berna-Lastwagen, der endlich erst um 9.50 Uhr das Startzeichen erhält. Von Mauterndorf, 1110 m, steigt man auf die Tauernhöhe, 1738 m, auf einer 4 bis 5 m breiten Strasse; sie hat breit ausgebaute Kurven, aber bis 14% Steigung, speziell unmittelbar vor dem höchsten Punkte; auch hier war eine Steigungsprüfung eingeschaltet, die der Berna ohne jeglichen Zusatz von flüssigem Brennstoff, also nur mit Holzgas, bewältigte. Der Abstieg nach Norden ist steiler, bis zu 20% Gefälle; sehr malerische aber schmale Strasse, in der Nähe von Obertauern ein fast 100 m hoher Wasserfall. In flottem Tempo, von der kräftigen Motorbremse gehalten, fahren wir gegen Norden nach Radstadt, durch das Fritztal nach Pfarrwerden und nachher nach Westen, das Pinzgau herauf. Mit gemischten Gefühlen lesen wir die Tafeln bei den Holzbrücken,: Höchstbelastung 3000 kg! Aber der Heimwehrsoldat, der dabeisteht und gute Wache hält, salutiert uns stramm und wir fahren über die Brücke; nämlich die staatlichen Postautos mit 9 Tonnen Gesamtgewicht fahren auch über diese Brücken; daa ist Gemütlichkeit des österreichischen Gesetzgebers: er macht scharfe Bestimmungen, drückt aber gerne beide Augen zu; es geht ja auch so... Kurz nach St. Johann wechselt wieder die Fahrrichtung: man fährt wieder rechts, kreuzt rechts und überholt links, man ist bald wieder daran gewöhnt. Nicht so die Bauern und die Kühe. Der Wagen 52 muss in voller Fahrt einem plötzlich die Strassenseite wechselnden Fuhrwerke ausweichen und macht einen Gartenhag zu Brennholz, auf Kosten einer Beule in der Karosserie und des linken Scheinwerfers; aber auch der Austro-Daimler der Fahrtleitung hat einen Zweikampf mit einer Kuh, unentschieden 0 :0. Am späten Nachmittage nehmen wir noch den Thurnpass in Angriff, der von Mittersill im oberen Pinzgau, 798 m, auf 1273 m hinaufführt und nach Norden zum Skikurcrte Kitzbühel, 766 m, abbiegt. Der Weg führt in grossen Kehren durch einen schönen Wald, der mich an die Pierre-Pertuis mahnt, nach der Passhöhe, wo sich grosse Weiden und ein kleiner Gasthof befinden. Die Steigung ist annehmbar, Maximum 9%. Vom hübschen Orte Jochberg an ist die Strasse sanft geneigt und wir kommen mit voller Geschwindigkeit in Kitzbühel an. Ein reizendes Dorf, dns heute als Skikurort fast mehr Besuch als im Sommer erhält. Die Teilnehmer atmen auf, da von morgen an keine Wertungsprüfungen mehr stattfinden, dafür wird wacker Ballast oder Holz geladen, um ja in Innsbruck nicht zu wenig Sollgewicht zu haben. Nur schade, dass die Wirtschaften, wo ein ausgezeichneter Tiroler kredenzt wird, schon um 3 Uhr zumachen .. 10. Fahrtag, Kitzbiihel-Innsbruck, 155 km. 2. Oktober 1934. Schon um 7.30 Uhr starten die 5 Schwergewichtler; denn sie sollen Zeit gewinnen. Um 9 Uhr folgen in 2 Minuten Abständen die Personenwagen; einzig der 6-Radwagen hat Mühe, da durch Kugellagerbruch immer wieder Oel in die Kupplung kommt; fatal dann, dass ein Wagen mit 7 Gängen nicht vorwärtskommt, speziell da er unser Gepäck mitführt, und im Gepäck liegt die letzte Ration Schweizer Stumpen und Pfeifentabak... Wundervoll erhebt sich im Norden die Kette des. Kaisergebirges; da werden absichtlich Halte eingeschoben, um einige Aufnahmen zu machen. Wir passieren auf immer besser werdender Strasse das je nach persönlicher Einstellung bekannte oder berüchtigte Wörgl, dann Rattenberg, Schwaz und Hall. Kurz vor Innsbruck werden alle Fahrzeuge gesammelt und wir fahren eine Ehrenrunde in geschlossener Kolonne. Auf der Waage werden noch die Sollgewichte geprüft und dann werden in der Inn-Garage die Brennstoffvorräte in Reservoir, 15 Jahre FIAT-Vertretung 27 Jahre Auto-Reparaturen Besteingerichtete Werkstätte mit den neuesten Maschinen und Apparaten. Spezialität: Motor-Revisionen Ausschleifen der Zylinder mit der neuesten Zylinderbohrmaschine. Verlangen Sie Kostenvoranschlag. Hch. Huber, Reinach 8d2ö£a: Wir behaupten nicht: „das beste Autool", wir sagen nur: „ein gutes Äutoöl". Unsere Kunden aber sagen, sie seien mit keinem anderen Autoöl zufriedener als mit „Tempo - Motor- Oil". CHEMOLEUMAG. - ZÜRICH-ALTSTETTEh Zysset Hans, Autoabbnich u. Verwertung v. 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W81 - 1934 Kannen und Säcken ergänzt, um die Verbrauchs- Mlanz aufstellen zu können. Wir Kommissäre hantieren mit Dezimalwaage und Litergefässen und müssen uns der Konkurrenten erwehren, die nicht immer gleicher Meinung sind, ob das Mass voll sei oder ob nicht schon 2 mm zu viel eingeschüttet worden sei. Jetzt sind die Zahlen beieinander und die Punktwertung kann beginnen. Mittwoch. 3. Oktober 1934. Die Konkurrenten ruhen sieh aus; aber nicht lange, denn schon um 9 Uhr geht die Fahrt per Seilbahn nach dem Gebirge nördlich der Stadt, auf 2300 m hinauf, leider mit heftigem Winde und zunehmender Föhntrübung. Inzwischen rechnen Dr.« ing. Manlik, unter Assistenz von Ing. Pontelli und Orley, fieberhaft die Resultate aus. Es zeigt sich dabei, dass die Holzgaswagen sehr gut abgeschnitten haben; weitaus an erster Stelle steht der umgebaute Berna-Lastwagen mit 97,33 Punkten (bei einem Maximum von 100 Punkten). Der Wagen ist, wie erinnerlich, durch Neff & Cie. in Affoltorn b. Zeh. mit einem Imbert- Holzgas-Generator versehen worden und war schon vor der Prüfungsfahrt längere Zeit im Betriebe; am Steuor sass die ganze Fahrt Motorfahrer-Wachtmeister Leu. Somit bringt der Berna-Wagen die goldene Medaille und 3 Ehrenpreise nach Hause, ein Erfolg, auf den wir uns herzlich freuen können. Die übrigen mit Imbert-Generatoren ausgerüsteten Fahrzeuge erreichten: Ford-Personenwagen 78,6 Punkte; Vomag-Lastwagen 76,1 P. Der « Kromag »- Postwagen kam hingegen nur auf 51,3 P., da er viele Brennstoffpannen hatte. Die «Bero»-Vergaser- Wagen 52 und 53 mit Schweröl erreichten 82,2 und 84,8 P., die Wagen mit italienischem Alkoholgemisch 79,3 und 89,1 F., die mit Korathstoff (österreichischem Alkoholgemisch) 80,1 und 57,5 P Der italienische Holzkohlengaswagen kam auf 74,2 P. Die Vergleichswagen, die mit Benzin fuhren, erreichten 55 und 82,5 Punkte, sie erhalten aber keine Preise. lieber die erst am Donnerstag abend den Konkurrenten mitgeteilten Resultate wurde ein Pressebulletin herausgegeben. Ueber die technischen Konstruktionen, die Einzelresultate und Betriebserfahrungen werden wir später eingehender berichten. Eines sei schon jotzt aber festgestellt, dass diese Ersatzbrennstoffe bewiesen habon, dass sie auch im Gebirge betriebssicher sind. Benzin bleibt der Edelbrennstoff; aber Holz, Alkohol und Schweröle, auch wenn sie keine «Edlo» sind, so sind sie gute, brauchbare «Büezer», die zudem den Vorteil haben, zum grössten Teile im Inland erzeugt zu werden und uns somit militärisch und volkswirtschaftlich weniger abhängig machen. Holzgasbetrieb verlangt wohl eine gute Wartung und keine Scheu vor gelegentlich russigen Händen, ist aber dafür äussorst ökonomisch. Don 56 Holzgaswagen, die heute schon in der Schweiz verkeh- •";n, werden sicher bald viele andere folgen; und es ird bald ein vertrautes Bild der Landstrasse sein, me farbige Bonzinsäule und dio farbige Dieselölsäule und dazwischen der Stapel von Holzsäcken. Denn die Alpenfahrt hat bewiesen, dass für beide Brennstoffarten, flüssige und Holz, Platz an der Sonne bzw. im Motor vorhanden ist. Capo. Das Ergebnis der «Ersten Internationalen Alpenwertungsfahrt für Kraftfahrzeuge mit Ersatzbrennstoffen». Wie bekannt, hat die erste grosszügige Prüfungsfahrt mit Ersatzbrennstoffen, die vom Oesterreichischen Kuratorium für Wirtschaftlichkeit, der Schweizerischen Gesellschaft für das Studium der Motorbrennstoffe, und dem Touring-Club Italiano gemeinsam mit den österreichischen, italienischen und schweizerischen Fachstellen in der zweiten Hälfte September ausgeführt wurde, zu überraschenden Erfolgen geführt. Die Kraftfahrzeuge mit Ersatzbrennstoffen, darunter befanden sich sowohl Personenwagen als auch schwere Omnibusse und schwerste Lastwagen, haben nicht nur die schwierigen schweizerischen und italienischen Gebirgspässe, sondern auch den in ganz Europa berüchtigten Katschberg klaglos überwunden. Gegenwärtig liegen die ersten summarischen Wertungsergebnisse vor, die bereits eine gute Uebersicht über die Verwendbarkeit der verschiedenen Ersatzbrenristoffe gestatten; In der Gruppe der festen Ersatzbrennstoffe (es wurde hier Holzgas und Holzkohlengas verwendet) konnte als bester' Verbrauch für Personenwagen 3,7 kg für 1 kg Benzin und für Lastwagen 3,9 kg für 1 kg Benzin festgestellt werden. Die mittleren Geschwindigkeiten waren für Personenwagen mit 50 km/St, für Omnibusse mit zirka 33 und Lastwagen mit zirka 25 km pro Stunde begrenzt. Mit festen Ersatzbrennstoffen wurden als bester Durchschnitt 1 bei Personenwagen 46,6 km in der Stunde, bei Omnibussen 30,1 km und bei Lastwagen 28,8 km je Stunde erzielt, , Die entsprechenden Ziffern für Schweröle (verwendet wurden hier Braunkohlenteeröl-Destillate) ergaben 0,9 für 1 kg Bonzin, mittlere Durchschnittsgeschwindigkeit für Personenwagen 49,8 km pro Stunde. Das Verhältnis d£s Verbrauches bei Methylalkoholgemischon beträgt 1-1, die von den mit diesen Methylalkoholgemischen betriebenen Personenwagen erreichten Geschwindigkeiten von rund 53,1 km in der Stunde. Die letzte Ersatzbrennstoff-Kategorie, es wurde hier Corethstoff verwendet, ein Mischkraftstoff aus Benzol und Rohspiritus bestehend, erzielte einen Verbrauch von 0,9 statt einem Kilo Benzin und mittlere Durchschnittsgeschwindigkeit bei Personenwagen von 48 km, bei Omnibussen von 33,75 km in der Stunde. Das Wertungsverfahren halte eine höchst erreichbare Punktzahl von 100 vorgesehen. Dio während der Fahrt erreichte beste Punktzahl wurde von einem Holzgas-Berna-Lastwagen erreicht, sie betrug 97,33. Die beste Punktezahl der mit Holz- und Holzkohlengas betriebenen Personenwagen betrug 78,06, die beste Punktezahl der Schwerölwagen 84,82, der Wagen mit Methylalkoholmischungen 89,07 und der Wagen mit Corcth-Mischstoff 80,11 Punkte. Auf Grund der vorgenommenen Wertung wurden folgende Konkurrenten prämiiert: 1. In der Gruppe Personenwagen mit Holz- und Holzkohlengas erhielten: die goldene Medaille: der Wagen Nr. 54, eine Ford-Limousine mit Imbert-Holzgas (Schweiz); AUTOMOBIL-REVUE die silberne Medaille: der Wagen Nr. 51, ein Fiat 525 S, betrieben mit Holzkohlen* as (Italien). 2. In der Gruppe Lastwagen und Omnibusse mit Holzgas erhielten: die goldene Medaille: der Wagen 55, ein 5-Toiinen- Berna-Lastwagen m. Imbert-Holzgas (Schweiz); die silberne Medaille: der Wagen 62, ein Vomag- 5-Tonnen-Lastwagen mit Imbert-Holzgas (Deutsches Reich); der Wagen 56, ein Saurer-2H- Tonnen-Omnibus mit Kromag-Holagas (Oesterreich). 3. In der Gruppe Schweröle erhielten: die goldene Medaille: der Wagen 53, ein Oldsmobile m. Braunkohlenteeröl-Destillaton (Schweiz); die silberne Medaille: der Wagen 52, ein Opel mit Braunkohlenteeröl-Destillaten (Schweiz). 4. In der Gruppe der Methylalkoholmischungen erhielten: die goldene Medaille: der Wagen 61, Fiat 522 C mit Methylalkoholmischung (Italien); die silberne Medaille: der Wagen 60, ein Fiat 522 S mit Methylalkc-holmischung (Italien); 5. In der Gruppe Mischkraftstoffe erhielten: die goldene Medaille: der Wagen 57, ein Hupmobile mit Corethstoff (Oesterreioh); die silberne Medaille: der Wagen 63, ein Saurer- Omnibus mit Corethstoff (Oesterreich). Von den gestifteten Ehrenpreisen erhielten den Ehrenpreis des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft: der Wagen 56, Saurer-2J4 -Tonnen-Omnibus mit Kromag-Holzgas (Oesterreich). Den Ehrenpreis des Oesterreichischen Bundesministeriums für Handel und Verkehr für die Bestleistung, die während der Alpenwertungsfahrt mit Ersatzbrennstoffen erzielt wurde: Der Wagen 55, ein 5-Tonnen-Berna-Lastwagen, mit Imbert-Holzgas (Schweiz). Den Ehrenpreis des Oesterreichischen Bundesministeriums für Landesverteidigung (der Wagen, der im Wettbewerb von Holz- und Holzkohlengas oder Holzdestillaten die beste Start- und Fahrfähigkeit aufgewiesen hat): Der Wagen 55, ein 5-Tonnen- Berna-Lastwagen, mit Imbert-Holzgas (Schweiz). Den Ehrenpreis der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie: Für die mit Ersatzbrennstoffen erzielte beste österreichische Leistung während der Alpenwertungsfahrt: Der Wagen 57, Hupmobile, mit Corethgas (Oesterreich). Ferner den Ehrenpreis der Schweiz: Für die beste schweizerische Leistung der Wagen 55, ein 5-Tonnen-Berna-Lastwagen mit Imbert-Holzgas. Die Ehrenpreise Italiens: Für die beste italienische Leistung mit festen Ersatzbrennstoffen: Der Wagen 51, ein Fiat 515 S, betrieben mit Holzkohlengas (Italien). Für die beste italienische Leistung mit flüssigen Ersatzbronnstoffen: Der Wagen 61, ein Fiat 522 C, mit Methylalkoholmischling (Italien). Vor der Alpenwertungsfahrt wurde insbesondere von Gegnern der Ersatzbrennstoffe immer darauf hingewiesen, dass bei Verwendung von Holz- und Holzkohlengas die lange Anheizdauer einen Faktor darstellt, die den praktischen Betrieb sehr hinderlich beeinflusst. Man sprach vor der Fahrt von Anheizzeiten von 10 bis 30 Minuten. Die festgestellten Anheizzeiten, das sind also jene vom Zeitpunkt der Zulassung der Mannschaft zu dem Wagen bis zum effektiven Start, betrugen bei schweren Omnibussen 5—10 Minuten, bei Personenwagen sogar noch darunter. Unfallhaftung. (Aas dem Bundesgericht.) Gemäss Art. 47 des Obligationenrechtes kann der Richter bei Tötung eines Menschen oder bei Körperverletzung, unter Würdigung der besonderen Umstände, dem Verletzten oder den Angehörigen, des Getöteten eine angemessene Geldsumme als Genugtuung zusprechen. Die von schweizerischen Gerichten zugesprochenen Genugtuungssummen halten sich, verglichen mit der Rechtsprechung anderer Länder, in bescheidenen Grenzen. ' Ein von Martigny herkommender Autofahrer langte am 19. April 1932 um 11 Uhr nachts vor Sitten an, wobei er, trotz der Dunkelheit und der Nähe der Stadt, mit 40 Kilometer Geschwindigkeit fuhr und der rechte Scheinwerfer erloschen war. Kurz vor der Einfahrt in die Stadt schnitt er eine Kurve und gelangte dadurch auf die linke Seite der Strasse, überfuhr eine Fussgängerin am Wegrande und fuhr erst in einen Wassergraben, dann in eine Hecke. Die überfahrene Frau wurde ins Spital verbracht, starb aber kurz darauf. Der Automobilist wurde vom Bezirksgericht Sitten wegen fahrlässiger Tötung zu 200 Fr. Busse verurteilt. Der Ehemann der Verunglückten belangte den Fahrer vor den Zivilgerichten auf Schadenersatz und Genugtuung. Die Verunfallte hatte ein Arbeitseinkommen als kaufmännische Angestellte verdient und er verlangte für sich 31,700 Fr., für seine beiden minderjährigen Knaben je rund 2400 Fr. Schadenersatz für den Verlust des Versorgers, ferner gestützt auf Ar. 47 O.-R. für sich 5000 Fr., für die beiden Knaben je 1500 Fr. Genugtuungssumme. Das Walliser Kantonsgericht bemass die Entschädigung für den Kläger auf 9600 Fr., für die Knaben auf 3800 bzw. 4600 Fr., die Genugtuungssumme für den Kläger auf 2000 Fr., für die beiden Knaben auf je 1000 Fr. Durch Entscheid vom 26. September hat das Bundesgericht (I. Zivilabteilung) zwar den kantonsgerichtlichen Urteilsspruch bezüglich der Entschädigung für Vermögensschaden bestätigt, dagegen die vom beklagten Automobilisten zu zahlende Genugtuungssumme insgesamt verdoppelt (4000 Fr. an den Kläger, je 2000 Fr. an die beiden Knaben). Die besonderen Umstände des Falles, deren Würdigung Art. 47 O.-R. dem Richter anheimstellt, sprechen hier für eine reichlichere Bemessung der für den erlitte- rribourg Moral Nicht teurer, aber viel bequemer Anfertigung sämtlicher SCHLOSS- l). KILOMETERZÄHLER- REPARATUREN werden nur sachgemass ausgeführt bei THAK" und TENOID" 19 werden auch Sie nur gute Erfahrungen machen. Generalvertreter für die Schweiz: Telephon 54 Sorten AUTO-SCHLÜSSEL A. Kusterer, Zürich 8 ^immeraasse 9. Tel. 22.94s> Mit den altbewährten englisohen BREMSBELAG- MARKEN A.Uttain.lti-1 Vertretung fOr Kt. Bern und West- Schweiz ist noch zu vergeben. 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