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E_1934_Zeitung_Nr.083

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Wettlau! der Greise.

Wettlau! der Greise. Zwei achtzigjährige Greise, Jegö Horby und Sandor Holtay, haben dieser Tage einen 1000-Meter-Wettlauf ausgetragen. Das kam so : beide sind von frühester Jugend an enge Freunde, haben dieselbe Schule besucht, in derselben Kompagnie gedient und überhaupt das Leben in enger Nachbarschaft verbracht. Sie haben daher auch über alle Dinge die gleiche Meinung bis auf eins: Jegö Horby ist nämlich Fleischesser, er isst gemischte Kost, trinkt Wein dazu und verschmäht auch den Kaffe nicht, während Sandor Holtay eingefleischter Vegetarier ist. Ueber diesen Punkt konnten sie sich nie einigen, deshalb trugen sie einen Wettlauf aus, der entscheiden sollte, welche Lebensweise die bessere sei. Ein Schiedsrichter wurde bestellt, und an Neugierigen fehlte es selbstverständlich auch nicht. Beide Greise traten in bester Form an. Während der ersten 500 Meter hielt der Vegetarier einen Vorspnmg von 30 Metern, dann holte aber der Fleischesser beträchtlich auf, schliesslich gewann aber doch der Vegetarier mit 1 Meter Vorsprung. Bei einem anschliessenden Freundschaftsmahl verriet dann der Vegetarier, der sonst nie Warum Schmerzen haben? wenn eine Parapack-Kur Sie von chron. Ischias, Gicht, Rheuma, Gelenkleiden, Stoffwechselstörungen befreien kann. Broschüre gratisl Leit.Arzt: Dr.med. Fortmann Weitere, unter ärztlicher Leitung stehende Institute in O'ten und Romanshorn. z-Restaurant Roxy-Bar Rebgasse-Müllerstrasse Zürich 4 Das gediegene Restaurant Weinspezialitäten, Grill-Küche Die BAR mit bescheidenen Preisen Fischküche, Bauernspezialitäten, selbst eingekeltert« Land weine. Schönste Lage direkt am Rhein. Höflich empfiehlt sich : Brch. Hausheer. Tel. 85. Bunte Chronik Parapack-Institut, Zürich 2 Venedlgstr.2 (Bahnhof Enge), Telephon 59.346 EGLISAU Restaurant Waldheim war der Ruder nimmer mächtig, und der See war unruhig und hatte Schaum. Er fuhr aber trotzdem ab, versuchte eine Strecke zu rudern, sank dann aber ermüdet ins Boot und schlief ein. Und als er wieder erwachte, trieb sein Nachen gerade an die Schifflände von Steckborn, die er hatte erreichen wollen. Aber noch besser! Zufällig war, was er im Rausche nicht beachtet hatte, seine Schwemmschnur noch ins Wasser gehängt, und wie er sie nun einholen will, muss er aus Leibeskräften ziehen, denn es hängt ein vierzehnpfündiger Hecht daran. Natürlich verkaufte er den Fisch sogleich und konnte sich noch zu Nacht einen zweiten Rausch leisten. Ich gab dem Jaköbeli zu verstehen, diese Sorte von Geschichten sei nicht die schönste, und er sei doch eigentlich zu alt für solche Streiche. Da streckt er wieder mit grossartiger Bewegung die*Hand gegen mich aus, streicht sich den Bart und beginnt wieder Hochdeutsch zu reden. (Die Geschichten hatte er im Dialekt erzählt.) «Zum Fischen, mein guter Herr, gehört einfach Glück, nichts als Glück. Da kann einer dreimal mit Segeln fahren, silberne Hechtlöffel kaufen und solches Zeug, das hilft alles nichts. Es kann einer den grössten Heidenrausch haben und fängt doch mehr. Nämlich, der eine hat Glück und der andere hat keins. Es ist nur, dass man in einem guten Stern- und Himmelszeichen geboren ist, verstehen Sie? » Ich verstand. Aber als er mich nun herausfordernd überlegen anblickte und nochmals einen Schnaps bezahlt haben wollte, fand er mich unerbittlich. Eine gute Weile schwieg er feindselig und spuckte häufig auf den Boden, dann aber begann er, zum Wirt gewendet, anzügliche Reden zu führen: « Du hast ja neuerdings scheint's grossen Fremdenverkehr — hm — fremde Herrschaften, ja — hm. Früher ist man da drinnen noch unter sich gewesen — jawohl, sag ich, unter sich gewesen. Könntest ja auch noch Hotelier werden, du, wenn's so weiter geht. Weisst, für so fremde Herren, so feine. Jawohl, Hotelier, da wird noch Geld verdient.» Und so weiter. Dieser Ton war mir aus andern Fischerkneipen unheimlich bekannt, und es gefiel mir gar nicht, dass der Wirt und noch viel mehr der Sohn so viel husteten und das Lachen verbissen und mich ansahen wie die Aasgeier. Es schien mir plötzlich, als wollte der Regen anfangen, nachzulassen. So fragte ich denn, was ich schuldig sei, zahlte schnell, aber ohne ein Trinkgeld zu geben, und verliess die ungastliche Bude mit einem höflichen Gruss, der mit keiner Silbe beantwortet wurde. Statt dessen brach hinter mir, noch ehe die Türe zu war, ein boshaftes Gelächter aus. Am liebsten wäre ich umgekehrt und hätte den Grobianen meine Meinung gesagt oder mich zum Trotz erst recht fest hinter den Tisch gesetzt. Aber da fiel mir ein Abend in Basel ein, wo ich einst mit zwei Freunden zusammen einen losen Berliner Gast mit allen Schikanen aus unserer Stammkneipe weggeeckelt hatte, und ich gab beschämt den Fischern recht. Zugleich fiel mir auch ein, dass ich allein und die drinnen zu dreien waren. Und so segelte ich langsam nach Hause zurück, wo ich bald nach Mittag durchnässt ankam und meiner schon ängstlich gewordenen Frau den gefangenen Hecht, die Erlebnisse des Morgens und die Wetterprophezeiungen des alten Jaköbeli auspackte. Kaffee trinkt, dass er kurz vor dem Wettlauf eine Tasse Mokka zu sich genommen habe, während der Fleischesser sich seit 5 Tagen aller geistigen Getränke enthalten hatte. Daraufhin wurde der Wettlauf für ungültig erklärt. Es soll demnächst ein neues Rennen stattfinden, und zwar über 3000 m. Amundsen's vergessenes Bankguthaben. Roald Amundsen, der norwegische Polarforscher, der vor 6 Jahren bei dem heldenmütigen Rettungsversuch für den Italiener Nobile den Tod in der Arktis fand, ist jetzt als der Inhaber eines Londoner Bankguthabens festgestellt worden, das er selbst ganz vergessen hatte. Die Hinterbliebenen erhielten erst jetzt die Mitteilung, dass auf einer Londoner Bank noch immer ein Guthaben liegt, das Roald Amundsen vor vielen Jahren mit 300 Pfd. Sterling eingezahlt hat. Inzwischen ist zwar das englische Pfund in seinem Wert herabgesetzt worden, aber immerhin haben Zins und Zinseszins bewirkt, dass die Hinterbliebenen den vergessenen Spargroschen des Polarforschers mit fast 8000 norwegischen Kronen ausgezahlt erhalten werden. (Ronte Burgdorf, Lneg, Affoltern, Huttwil) auf aussichtsreicher, sonniger Höhe, bietet Automobilisten, Passanten u. Feriengästen jede Behaglichkeit. Tel. 3. Prospekte. Familie Feldmann. Bes. Beliebtes Ausflugsziel an der Entlebueher-Route. 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Da aber dort kein Raum mehr war, Hessen sie den Sarg des «fremden Schauspielers » hinausbringen und stellten ihn im Keller des Friedhofaufsehers unter. Dort steht er nun bereits seit zwei Jahren. Niemand kümmert sich mehr darum. Valentino wurde von der Welt vergessen. Das Abenteuer eines Millionärs. Der Millionär Veille in Paris wurde auf der Strasse von einem Hunde ins Bein gebissen. Er setzte sich sofort in ein Auto und Hess sich im Serologischen Institut gegen Tollwut impfen. Als er den Arzt fragte, was er zu zahlen habe, nannte dieser eine ganz bescheidene Summe, worauf Herr Veille lächelnd sein Scheckbuch zog und einen Scheck über 100,000 Fr. ausstellte. Einen Augenblick starrte der Assistenzarzt erschrocken den Mann an, dann stürzte er aus dem Zimmer und riegelte die Tür hinter sich zu. Als der Millionär schrie, man möge ihn doch wieder hinauslassen, ertönten von draussen milde, besänftigende Worte. Aber hinaus Hess man ihn nicht. Endlich, nach einer Stunde, kam die Aufklärung. Man hatte Frau Veille herbeizitiert, und nun stellte sich heraus, dass die Aerzte in dem Scheck die ersten Symptome der Tollwut erblickt hatten. Erst als Frau Veille bestätigte, dass ihr Mann wirklich über solche Summen verfüge, befreite man den armen Millionär aus seiner misslichen Situation. Er nahm die Sache von der humorvollen Seite und überliess dem Institut den Scheck. Er selbst ist bereits gesund. Von Moskau nach Paris in Pantoffeln. Alle möglichen Arten von Schnelligkeitsrekorden sind dagewesen. Ein Rekord in Pantoffeln aber ist zweifellos neu. Es handelt sich auch gar nicht um einen Rekord, sondern um eine einfache Tatsache. Eine fünfzigjährige Französin, kräftig und rüstig, die als junges Mädchen nach Russland kam, brach Anfang dieses Jahres von Moskau auf, um in Pantoffeln nach Paris zu gelangen. Sie durchquerte die Sowjetrepublik, die baltischen Länder, Memel und Ostpreussen. Vor einigen Wochen kam sie durch Berlin, und dieser Tage erreichte sie Hannover. Diese Wanderung bestätigt der Pass mit vielen Sichtvermerken. Die rüstige Frau hat keineswegs die Absicht, einen Rekord aufzustellen, ist auch nicht das Opfer einer unsinnigen Wette oder dergleichen, sondern sie will einfach ihren Sohn, der in Paris lebt, besuchen, und da sie von Jugend an ge- Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz 9lnd ersichtlich In O. R. Wagners AU -r_..«inn cr.u.»«iM fnn AntnmnhllFahpAP nffiTiAÜA Ausnahm rinn "F. d. S. Gewinnen Sie dieselben durch den Autler-Feierabend Idealer Ferienaufenthalt. Grosser Park. Moderner Komfort. Weekend-Arrangements. Zeitgemässe Preise. Strandbad. Garage, Boxen, Service. Tel. 623. C. Ä. REBER. LUGANO AUTOMOBIL-REVUE AFFOLTERN i/Emmental Das neue HOTEL SONNE MALTERS Gasthaus Klösterli Wolf halden Restaurant Anker Automobilisten sind gute Kunden! A.C.S. Hotel Reber am See T.C.S. AJI.. ll.t«! 1 P 0 tnc beim Hahnhoi. Herrliche Aussicht aul den See. Umgeben AuiBr-n0lBI. fl.li.O. l.li.O. von Palmengärlen. l'lless. Wasser. Mit. 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Bei der argentinischen Nationalbibliothek sind im Jahre 1933 1600 in Argentinien herausgegebene Werke zur Registrierung niedergelegt worden. Der Zahl nach stehen Gedichtsbände an der Spitze, nämlich 144. Es folgen 142 zur allgemeinen Verbreitung bestimmte Werke, 120 Romane, 118 Veröffentlichungen über Rechtswissenschaft, 92 Theaterstücke, 77 Werke über Politik, 54 über Soziologie, 49 über Landwirtschaft, 42 über Religion, 29 Biographien, 16 philosophische Werke und 15 Veröffentlichungen militärischen Inhalts — also eine unbestrittene Rekordzahl, bei der man fragen muss, ob die Qualität mit der Quantität übereinstimmt. Siamesische PierdezwillJnge. Auf einer riesigen Ranch am Juramento in Argentinien brachte die Stute eines Cowboys Zwillinge zur Welt, die zusammengewachsen waren. Die sonst vollkommen normal entwickelten Fohlen werden als Sehenswürdigkeit meilenweit im Umkreise gezeigt. Man hofft die munteren, übrigens männlichen Tiere der ungewöhnlichen Kuriosität halber am Leben erhalten zu können. Das jüngste Ehepaar. In Provins feierte dieser Tage das jüngste Ehepaar Frankreichs' Hochzeit. Die junge Frau zählt 14*4 ihr Gatte 16y 2 Jahre. Für diese Ehe musste zuvor der Präsident der Republik den vom Gesetz vorgeschriebenen Altersdispens erteilen. Das Paar wird auch zugleich die jüngsten Eltern sein, denn es wurde ihnen leider bereits vor 8 Monaten ein Sohn geboren... 2)ie neue ©enerofion »crtoenbet jum hafteten »ebct 5ßin|e! itodj Seife mefir. 3)ie Creme SRajoite f)at all btcs erfetjt. Wlan jttetdjt jte mit bem Si"8ct in einem Slugertblic! auf bie Saut, unb ba0 9ta[ietmeffet gleitet fofort. 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N°88 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 15 schmale Brieftasche nimmt und wie selbstherrlich sie über ihre Anhängerinnen verfügt, Das Herbstkostüm denen die schwierige Aufgabe zufällt, aus Wenn man sich heute mit der Kostümmode mit einer gewissen Selbstverständlich- man während der letzten Jahre sehr eifrig «Nichts» «Etwas» zu machen, eine Kunst, die keit beschäftigt, scheint es einem uniassbar, studieren musste, indem man alles daran dass noch vor nicht allzulanger Zeit ein heftiger Kampf um diese Modetype tobte und sich die modische Welt keineswegs darüber klar war, welche Bedeutung das Kostüm noch erlangen sollte. Da eine Mode zwar «in der Theorie» — also am grünen Tisch — der Modeschöpfer entsteht, sich aber nur in der Praxis endgültig herauszukristallisieren vermag:, hatte die Kostümmode angesichts des grossen Beifalls, den sie fand, einen derart überwältigenden Erfolg zu verzeichnen, wie er sich in der Geschichte der Mode sicherlich nicht oft wiederholt! Jede Frau will nun ihr Kostüm besitzen, betrachtet es als ihr wichtigstes Kleidungsstück und weiss, dass das Kostüm lange nicht mehr nur sportlichen und Strapazierzwecken dient (für die es ursprünglich bestimmt war!), sondern alle erdenklichen Möglichkeiten bietet und das Modebild von der allereinfachsten Strapazierkleidung bis zur eleganten nachmittäglichen Aufmachung beherrscht. Der Machtbereich des Kostüms wurde noch insofern erweitert, als man bekanntlich für den Herbst «Abendkostüme» als besondere Neuheit zeigt, die bisher vollkommen unbekannt waren und berechtigtes Aufsehen erregen. Für heute aber wollen wir uns nur mit dem «Kostüm als Strassenkleidung» beschäftigen, weil diese Stücke im Augenblick im Brennpunkte des Interesses stehen und als erste Herbstaufmachung, die einem über manche modische Verlegenheit hinweghelfen soll, zu werten sind. Das Kostüm kommt durch drei wichtige Faktoren zur Geltung: durch seinen Schnitt, durch das zur Verwendung gelangende Material und schliesslich durch die Pelzverbrämung, der heuer grösste Wichtigkeit beigemessen wird. Wenn man sich bemühte, die Einheitlichkeit des modischen Gedankens zu betonen, kann man einer ausgezeichneten Gesamtwirkung sicher sein. Die Farbe des Kostüms, die wir zuerst erörtern wollen, ist natürlich nicht willkürlich bestimmbar, sondern wird von dem Verwendungszweck, dem das betreffende Stück zugeführt werden soll, abhängig gemacht. Ein sportliches Kostüm wird natürlich ganz neutral und unauffällig sein müssen. Ein vormittägliches Kostüm für die Stadt könnte hingegen schon lebhafter im Kolorit sein und bei nachmittäglichen Kostümen sind einem keinerlei Schranken gesetzt, so dass hier in der reichen Palette der Mode gewählt werden darf, da die neue Mode Farbenfreude über alles liebt! Ebensowenig wie die Farbe lässt sich der Schnitt in modischen Leitsätzen festlegen. Strapaziersachen wahren einen einfachen «Nutz-Stil», während die andern Stücke, die als Nachmittagskleidung zu dienen haben, bedeutend phantasievoller sein dürfen. Wenn wir früher erwähnten, dass heuer den Fellgarnierungen eine tragende Rolle zugeteilt wurde, so haben wir damit sicherlich nicht zu viel gesagt. Im Grunde genommen ist nämlich die Verbrämung heuer in dieser oder jener Form für die Wirkung des Kostüms entscheidend, und es zeigt sich wieder einmal, wie wenig Rücksicht die Mode auf die Zürich IDEEP Teleph. 1_ . M_*l TtMHaiM STILLE! STILLE! Durch Jemand schläft, aber es stört nicht, denn die neue Erika schreibt leise, fast geräuschlos. Eine einwandfreie Schreibmaschine für persönlichen Gebrauch, solidester, genial gelöster Konstruktion, aus denkbar bestem Material, das ist Tabletten Bellevue-A Theaterstr.14 das Richtige! Wird in elegantem Koffer mit Zubehör in speziellen Schriftarten und wunderbaren Farben geliefert. 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Das Fell dieses «9-Uhr-Vormittagskostüms» erscheint hier in Form eines unter dem Jäckchen zu tragenden, also gewissermassen als Weste verwendeten Schals. Wenn auch das nächste Modell (zweites Bild links) sportlichen Anstrich hat, kann es doch auch als Strapazieraufmachung für die Stadt in Betracht gezogen werden. Für ein Kostüm, das im Herbst um die Mittagszeit getragen wird, das also die typische einfache Ausgehaufmachung darzustellen hat, wäre gewiss Mittelbraun oder mattes Grün die richtige Schattierung. Aufschläge und Manschetten kommen durch das Fell zu erhöhter Wirkung. Ein eigenartig geschnittener Blankledergürtel ist nach wie vor aktuell und sehr nett anzusehen. Während zu Modeschattierungen im allgemeinen kontrastierendes Pelzwerk gesucht wird, pflegt schwarzer Stoff fast ausschliesslich mit schwarzem Fell verbrämt zu sein. Die Kragenlosigkeit, die so lange Zeit als richtunggebend galt, scheint nun abgetan zu sein, da man der Versuchung, gutes Fell für wirkungsvolle Kragenpartien zu verarbeiten, nicht mehr widerstehen kann. Schalkragenformen, wie wir sie im vorletzten Modell,- einem vornehmen «5-Uhr-Kostüm» zeigen, sind im Zusammenhang mit dem sogenannten Schlank. INDAN wird Ihnen eine Entfettungskur leicht gemacht. • Sie'ist unschädlich (auch für das Herz), schmerzlos, wohlschmeckend und von Ärzten empfohlen. Dr. Lobeck's INDAN Fr.5.-, Tee 3.- potheke u, Zürich « Kelchstulpen » und einem durch eine Pelzbahn betonten Jackenabschluss sehr aktuell! Nette Wirkungen lassen sich auch durch «Streifenverbrämungen» erreichen. Wir zeigen ein Schösselkostüm, das als Nachmittagsaufmachung für die kommenden Herbstmonate empfohlen sei, als letzte Skizze. Fellrollen als Kragen, als Schösselrand und (eine besondere Neuheit!) als Abschluss des Rockes sind eine modische Phantasie, die sich erfolgreich einführt! Wir dürfen also allem Anschein nach das Kostüm als Schlagwort der herbstlichen Mode werten 'Und müssen Schnitt, Verbrämung und Farbe als überaus wichtige modische Momente im Auge behalten! R. H. Wie entsteht Benag- lichkeit? sl '"" Behaglichkeit — selten hat man mehr Bedürfnis nach ihr gehabt als heute. Doch wer wagt das zu gestehen? Man will «modern » sein und glaubt sich und andern einreden zu müssen, dass man sich in einer neusachlichen Wohnung wohlfühlt. Sauber sieht allerdings eine solche Einrichtung aus, etwa wie ein sehr einfach und gut erzogenes junges Mädchen iriit sehr viel Lebensunerfahrenheit. Aber Sauberkeit und Behaglichkeit ist noch lange nicht das gleiche. Geradlinige, sachliche Betten, kahle Wände, dünne, einfarbige Vorhänge (oder gar keine), Stühle und Tische aus Metall und Glas, irgendwie an technische Instrumente erinnernd — das alles muss zum ständigen Aufenthalt furchtbar langweilig sein! Nur wenn sachlich-einfache Räume Rahmen und Hintergrund für eine wirklich lebendige Persönlichkeit sein sollen, kann keine Langeweile aufkommen. Gerade der Temperamentsunterschied zwischen Raumausstattung und Bewohner lässt dann die Qualitäten dieses Menschen besonders zur MEDI ATOR 27 6-Lampen-Superheterodyn mit Fading - Ausgleich, dynamischer Lautsprecher, neuer Montage „OCTODE SUPER". Nooh nie hat ein Radio die gleichen Qualitäten xu einem so geringen Preis in sioh vereinigt. Um Sie davon zu überzeugen, verlangen Sie von Ihrem nächsten Konzessionär eine Vorführung. MEDIATOR „Ihr Führer im Aether" En eros: J. RENAUD&Co., A.-O. Neuenburr Generalvertreter für die Schweiz: Tel. 4.1S Geltung kommen. Doch wie viele Menschen gibt es, die innerlich und äusserlich geistreich, schöpferisch und anregend sind? Alle andern, die Mehrzahl, assimilieren unbewusst ohne weiteres die Kahlheit ihrer Wohnräume, wirken immer fader (eben « modern ») und brauchen dann technische Hilfsmittel, wie Radio und Grammophon, um wenigstens die Luft durch Strausswalzer und Carusoplatten etwas in. Stimmung zu bringen. Aber nur untechnisierte Behaglichkeit ist echt. Sie entströmt alten Möbeln, nachgedunkelten Bildern, zart geblümtem Porzellan, weichen Teppichen und richtig placierten Zimmerlinden, Kakteen und Blumen. Es sind keine teuren Einrichtungen nötig. Mit etwas Feingefühl zusammengestellte Einzelmöbel, antik oder gute Kopie (englische Renaissance, Schweizer Landbarock usw.), erfüllen ihren Zweck vollkommen. Sogar ein unauffälliges neues Stück stört dann nicht. Eine Stehlampe — schweinslederner oder zartbemalter Schirm auf altem Ständer — leuchtet aus einer gemütlichen Nische. Eine selten gebrauchte Türe wird- zur Vereinheitlichung des Raumes hinter einem Gobelinband (sehr dekorativ und billiger ist Gobelindruck auf Leinen) verborgen. Ueber dem Sekretär hängt das Bild einer Madonna. Daneben steht graziös und ungezwungen ein Paravent, der sich an einem prächtigen alten Sessel vorbei leicht in den Raum vorschiebt. Am wenigsten aber kann man sich dem eigenartig heimeligen Zauber eines Kamins entziehen. Ein Winterabend ums knisternde Feuer ist das beste zur Beruhigung überspannter Nerven und zugleich der schönste Abschluss eines arbeitsreichen Tages. Je kahler, sachlicher und lärmiger ein Arbeitsraum sein muss, desto grösser wird begreiflicherweise das Bedürfnis nach einem wirklich behaglichen Zuhause sein. Auch Menschen können Behaglichkeit ausstrahlen. Leider sind solche Menschen meist dann nicht zu haben, wenn man sie gerade nötig hätte. Anders eine behagliche Einrichtung. Sie ist jederzeit gerne dazu bereit, durch ihre stumme Gegenwart angenehm auf den Ruhe- und Erholungsbedürftigen einzuwirken. Antike Möbel werden diese Anforderungen immer erfüllen. Jedes einzelne alte Stück hat viel gesehen und erlebt und gibt von diesem unausgesprochenen Wissen an den Wohnraum ab. Man hat nie das Gefühl, allein zu sein, man weiss sich in bester, wenn auch stummer Gesellschaft. Und darin liegt das Geheimnis des behaglichen Wohnraumes... Die Galerie Muralto in Zürich gab die Anregung zu diesem Thema. Sie benutzte ihr Haus, um ihre geschmackvollen Inneneinrichtungen und Einzelmöbel mit passenden Porzellanwaren und Blumenarrangements zu schmücken. Die Galerie Muralto, das beste und ständig geöffnete Haus dieser Art in Zürich, veranstaltet von Zeit zu Zeit solche Sonderausstellungen, die immer viel Anregung zu gediegener Ausstattung und Aenderung des eigenen Heims geben. U.B. Die wichtigen Handschuhe Wir dürfen sie auch nicht einen Moment aus den Augen verlieren, denn die Handschuhe werden im Herbst und im Winter noch wichtiger sein als sie es im Sommer schon waren. So heisst es zumindest in den Modediktaten der Pariser Häuser. Und es wird nicht von Schaden sein, auch wesentlichere Summen für Handschuhe zu investieren, da sie eine unerlässliche Ergänzung der ganz einfachen, in ihrer Genialität geradezu klassischen Gewänder, Kostüme und Mäntel sein werden, die man uns als Entschädigung für die verrückten Kompliziertheiten in Aussicht stellt. Handschuhe, die ebenso wie früher durch Schals aus neuen und neuartigen Stoffen zu ergänzen sind. Bahnbrechend wirkt hier insbesondere Krawattenseide, jenes schöne, starre, vornehme Seidengewebe in kleinen unaufdringlichen Mustern, zarten und feinen Farben, einerlei ob dunkel oder hell. Diese Handschuhe werden wohl am häufigsten anzutreffen sein, und man braucht gar nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie elegant beispielsweise ein dunkelblaues Kostüm wirken wird, das durch Handschuhe und Halstuch aus wemroter Krawattenseide mit winzigem weissem Mxister ergänzt ist. Oder ein gelbliches Wollkostüm oder Kleid mit einer dunkellaubgrünen Garnitur mit zartem gelbem Muster. Taffet wird immer wieder vielfache Ver- F. Splfzbarilt-Grieb, Zürich ß Feldegqstrasse 58 — Telephon 27.464 SILBERSCHMIED BERWAREH