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E_1934_Zeitung_Nr.083

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?A AUTOMOBIL-REVUE

?A AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N° 83 brachte man später Austrittskanäle an. Ein weiterer Fortschritt brachte dann Quer- und Längsrillen in den verschiedensten Formen und Richtungen. Die Entwicklung der Reifen blieb nun einige Jahre stehen, bis 1921 durch das Aufkommen des Cordgewerbes eine grundlegende Wandlung in der Reifenherstellung eintrat. Durch das Cordgewebe wurde es möglich, den so lange erhofften Niederdruckreifen zu schaffen, so dass man jetzt also den Luftraum vergrössern, aber den Luftdruck verringern konnte. Die Entstehung des Niederdruckoder Ballonreifens war eine der bedeutendsten erfinderischen Taten auf dem Gebiete des Luftreifens, denn es war jetzt möglich, mit dem Ballonreifen kleine Unebenheiten, beispielsweise kleine Steine auf der Landstrasse, zu überlaufen, ohne dass sich der Stoss auf das Rad und den Wagen übertrug. Der alte Hochdruckreifen, der in seiner mittleren Grosse durchschnittlich etwa 600 kg Tragfähigkeit besass, ist dann durch die Schaffung der heutigen Riesenluftreifen, die mit dem Ballonreifen nicht zu verwechseln sind, bald auf 1400 kg Tragfähigkeit und schliesslich mit den modernen Riesenluftreifen auf gar 4500 kg gebracht worden, die bei doppelter Anordnung als Zwillingsreifen sogar einem Achsdruck von 8000 kg standhalten. Es handelt sich bei den heutigen Riesenluftreifen nicht so sehr um die gewaltige Tragkraft, die letzten Endes der alte Vollgummireifen auch bewältigte, sondern vielmehr um die gebotene ausgezeichnete Abfederung, durch die erst die grosszügige Entwicklung des Lastwagenverkehrs möglich wurde. Der schnelle Ueberlandverkehr durch die grossen Gesellschaftswagen wäre ohne den Riesenluftreifen kaum möglich geworden. Es wäre ein Irrtum anzunehmen, dass die Entwicklung des Luftreifens ihren Abschluss gefunden habe; insbesondere in Hinsicht auf den Ballonreifen dürfte noch mancher technische Fortschritt zu erwarten sein. Schweizerische Rundschau Vom Gleitschutz im neuen Verkehrsgesetz. Zu der kategorischen Vorschrift der VoHzugsverordnung, wonach alle Gummireifen mit genügendem Gleitschutz versehen sein müssen, äussert sich das eidg. Justizund Polizeidepartement in einem neuen Kreisschreiben an die Kantone. Den Ausführungen, die wir nachstehend folgen lassen, darf mit Befriedigung entnommen werden, dass der jetzige Departementsvorsteher keineswegs am Buchstaben hängen will, sondern das Gesetz und seine Vollzugsbestimmungen den Anforderungen der Praxis angepasst wissen möchte. Das Schreiben besagt im wesentlichen folgendes: Wie Sie aus unserem Kreissehreiben, vom 29. Dezember 1933 (Nr. V. 11/7 b/2. Pl) ersehen konnten, haben wir gezögert, die Vorschrift von Art. 14, Abs. 6, der Vollziehungsverordnung durchzuführen, wonach alle Gummireifen mit genügendem Gleitschutz versehen sein müssen, weil beim nicht sorgfältigen Einschneiden eines neuen Profils das Gewebe angeschnitten werden könnte, was die Gefahr des Platzens und damit eine grössere Gefahr als das Fehlen des Gleitschutzes hervorrufen würde. Wir haben die Angelegenheit einem Experten überwiesen, der einige Versuche gemacht hat. Diese Versuche haben ergeben, dass Luftreifen mit neuerstelltem Profil eine gewisse Verkürzung des Bremswegs und Verminderung der Schleudergefahr zur Folge gehabt haben, die aber nicht sehr erheblich war. Bei drei verschiedenen Systemen zur Neuerstellung des Profils ist eine Verkürzung des Bremswegs von 7 bis 8,5%, 12 bis 16% und 15 bis 19% festgestellt worden. Wenn die Versuche auch auf rauhgeteerten Strassen erfolgten und auf glatter Strasse voraussichtlich eine etwas grössere storben; man hat ihm einfach den Hals umgedreht und ihn wieder in seinen Kasten geworfen. Jedenfalls sehr ungeschickt!» «Das ist ja infam!» fährt Marwitz auf. «Hat denn dein Mann einen besonderen Feind beim Zirkus, dem so ein Racheakt zuzutrauen ist?» «Schon möglich. Vielleicht hat er in seinem Jähzorn wieder jemand geschlagen. — Aber so bedauerlich die ganze Sache auch ist, ich wäre froh, wenn sie mit dazu beitragen würde, dass er jetzt vom Zirkus wegginge und die Stellung beim Zoo annähme.» Kroidt sieht Fee plötzlich mit einem sonderbaren Blick an. « Hör mal, Fee, solltest du da nicht vielleicht ein bisschen Vorsehung gespielt haben ? » Ein paar Augenblicke herrscht allgemeines Schweigen. Man hat wohl nicht gleich verstanden, was Kroidt meint. Dann aber schlägt Fritz von Marwitz mit der flachen Hand auf die Tischkante und ruft: « Otto, das ist unerhört! Wie kannst du so etwas zu Fee sagen! Ich verbitte mir jedenfalls, dass eine Dame in meinem Hause durch einen solchen Verdacht beleidigt...» «Na, na, na, na ! Macht doch keine Geschichten hier ! » beruhigt Bentheimer. Fee fühlt, wie aller Blicke gespannt auf sie gerichtet sind. — «Ich muss sagen... ich... ich habe überhaupt nicht verstanden, wovon ihr da redet!» 30 Millionen Durchbiegungen. Man hat berechnet, dass die Blattfedern eines Autos während dessen durchschnittlichen Lebensalters etwa 30 Millionen Mal durchgebogen und wieder entlastet werden. Der neue Alfa-Romeo-Rennwagen. Die Gerüchte, dass Alfa Romeo für das nächste Jahr neue Rennwagen im Bau habe, verdichten sich immer mehr. Nach den neuesten Meldungen werden neun Rennwagen mit Zwölfzylindermotoren von über vier Liter Zylinderinhalt und unabhängig gefederten Rädern gebaut. Wirkung erzielt würde, so sind unsere Bedenken doch noch nicht zerstreut. Wir müssen uns im Gegenteil fragen, oh bei einer künftigen Revision der Vollziehungsverordnung das Obligatorium des Gleitschutzes nicht wieder fallen gelassen werden soll. Was die verschiedenen Verfahren zur Neuerstellung des Profils anbelangt, so haben wir immerhin keino Veranlassung, deren Vervrendung zu verhindern. Doch geschieht die Neuerstelhing des Profils auf die alleinige Verantwortung desjenigen, der sie voranlasst, und desjenigen, der sie vornimmt. Unter diesen Umständen müssen wir Sie bitten, nach wie vor im Sinne unseres Kreisschreibens vom 29. Dezember 1933 vorzugehen, also NO, dass die Kontrollorgane gegebenenfalls nur auf das Vorhandensein glatter Reifen aufmerksam machen, ohne aber dieser Tatsache wegen Strafanzeige zu erstatten oder Fahrzeugausweise zu verweigern. Strassenbau im eidgenössischen Arbeitsbeschaffungsprogramm. Die bundesrätliche Botschaft zu einem dringlichen Bundesbeschluss über neue Arbeitsbeschaffungsmassnahmen versucht vorerst, einen möglichst vollständigen Bericht über die verschiedenen zur Diskussion gestellten Arbeitsvorschläge zu geben, um der Bundesversammlung einen klaren Ueberblick über die noch zu leistenden Aufgaben auf dem viel umstrittenen Gebiete der Arbeitsbeschaffung zu vermitteln. Nachdem im Gutachten Rothpletz-Grimm die brennende Frage der Strassenbauarbeiten den Bahninteressen mehr oder weniger untergeordnet worden sind und mir Ingenieur Kaech in seinen Vorschlägen an das Militärdepartement im einzelnen auf ein "Strasseji* bauprogramm eintrat, ist es für den Automobilisten interessant, die Stellungnahme unserer obersten Landesbehörde zu diesem Problem zu vernehmen. Die Vorschläge Kaechs bieten, nach der Meinung des Bundesrates, im wesentlichen nur den Bauarbeitern berufliche Betätigung, da es sich in der Hauptsache um Strassenbauten handle, über deren wirtschaftlichen und produktiven Wert man verschiedener Meinung sein könne. Mit dem Expertengutachten Rothpletz-Grimm stellt sich auch der Bundesrat auf den Standpunkt, dass nur solche Arbeiten ausgeführt werden sollen, die einen produktiven Wert haben und dass alle diejenigen zu vermeiden sind, welche keine wirtschaftlichen Erträgnisse versprechen und auf die Dauer die Oeffentlichkeit noch mit grossen Unterhaltungskosten belasten. Trotz dieser kritischen Einstellung entwickelt der Bundesrat im 2. Teil der Vorlage sein, auf die Jahre 1935 und 1936 zu verteilendes Arbeitsprogramm. Die Forderung, die er dabei aufstellt, sieht den Ausbau von Alpenstrassen vor, der bereits «Dass du vielleicht bei dem Tode der Tiere deine Hand im Spiele hättest, hat Otto gemeint! > platzt Ria Bentheimer raus. < Das ist doch gar nicht so weit hergehoU !» (I N# Marwitz erhebt sich brüsk. Aber Herr von Kroidt drückt ihn auf seinen Stuhl zurück : « Nun mach hier kein Theater, Fritz ! Ich gebe zu, dass ich etwas entgleist bin und bitte hiermit Fee vielmals um Verzeihung. — So, nun dürfte der Fall wohl erledigt sein.» Fee erhebt sich. «Schade, dass diese schönen Stunden noch mit einem solchen Missklang enden. — Ich muss aber jetzt wirklich gehen.» — i s t i s c h e r Die Stimme des Gewissens. Versuchsweise ist in amerikanischen Städten zum Schütze der Verkehrssicherheit eine Einrichtung getroffen worden, die in der amerikanischen Presse die «Stimme des Gewissens» bezeichnet wird. Es handelt sich um ein verstellbares und fahrbares Lautsprechersystem, das von dem Verkehrsschutzmann bedient werden kann. Unvorsichtige Fussgänger können damit urplötzlich mit lauter Stimme angerufen und ermahnt werden. Die bisher angestellten Versuche sollen sich durchaus bewährt haben. durch eine zustandegekommene Volksinitiative anbegehrt worden sei, und dieser Ausbau sei im Interesse des Fremdenverkehrs an die Spitze zu stellen. Der Bundesrat gedenkt, hierfür noch eine besondere Botschaft auszuarbeiten, die den Vorschlag: enthalten wird, es seien jährlich etwa 6 Mill. Fr. Bundessubventionen für diesen Ausbau der Alpenstrassen an die Kantone zu leisten, denen die Ausführung zu übertragen sei. Schon jetzt erklärt der Bundesrat diese Bauten unter dem Gesichtspunkt eines rationellen, zeitlichen und örtlichen Arbeitsausgleiches als wichtigen Bestandteil seines Programms. Unsere oberste Landesbehörde ist der Auffassung, dass diese Arbeiten jedoch nicht geeignet seien, um angemeldete Arbeitslose aus grossen Industriezentren in erheblicher Anzahl herbeizuziehen. Trotzdem werde der Strassenbau eine gewisse Rolle in der Arbeitsbeschaffung spielen, und es sei darauf zu halten, dabei soviel als möglich Arbeitslose zu beschäftigen. In einem die Automobilisten ebenfalls interessierenden 4. Teil des Vorschlages sind Vorkehrungen enthalten zwecks Beseitigung der Niveauübergänge. Für die Subventionierung der diesbezüglichen Notstandsarbeiten muss der Bundesrat während zwei Jahren Beitragszusicherungen erteilen können für eine Summe von 18 Mill. Franken. Damit er diese Zusicherungen erteilen kann, wird es nötig sein, einen Kredit einzuräumen von durchschnittlich jährlich 9 Mi«. Fr. «my- Und die Alpenstrassen-Initiallve? Wie schon gemeldet wurde, ist das eidg. Departement des Innern vom Gesamtbundesrat beauftragt worden, die Initiative zu behandeln und dem Kollegium Bericht sowie Antrag zu stellen. Dieser Bericht würde die Grundlage für eine bundesrätliche Botschaft an die Bundesversammlung bilden. Nachdem die Botschaft für die Dezembersession bereitliegen sollte, so verbleibt nicht mehr allzuviel Zeit, indem sie doch mindestens im Laufe des November bekanntgegeben werden muss. So viel nun bekannt wurde, beabsichtigt Bundesrat Etter, eine Expertenkommission einzuberufen, deren Besprechungen ihn besser in die Lage versetzen würden, die Auffassung der nächstinteressierten Kreise kennen zu lernen und ihm auch positivere Unterlagen für seinen Bericht und Antrag zu liefern vermöchten. An dieser Konferenz wird wohl auch das Initiativkomitee gebührend vertreten sein. Die Initiative sieht vor, dass von den Einnahmen aus dem Benzinzoll, dessen jährlicher Ertrag auf rund 48—50 Millionen Fr. veranschlagt werden darf, dem Bund vorab 20 Millionen Fr. verbleiben. Der Restbetrag soll zwischen Bund und Kantonen so aufgeteilt werden, dass die eine Hälfte für die kantonalen Aufwendungen für das Strassenwesen verwendet wird, während die andere aussehliesslich für den Ausbau der Alpenrouten und ihrer Zufahrtsstrassen reserviert bleibt. Für diesen beson- Tagelang hat Bux das Stallzelt nicht verlassen, ausser um mit Judith aufzutreten, sich umzukleiden und zu schminken. Niemand ausser Cilly, Fee und den drei Tierpflegern darf den Raum betreten. Selbst die Nächte verbringt Bux, auf einem Feldbett schlafend, im Stall, denn er fürchtet weitere Attentate auf seine Tiere. — Für den Direktor ist der Fortfall von Buxens erster grosser Nummer ein schwerer Schaden, um so mehr, als man Bux in Berlin noch vom Zirkus B... her in bester Erinnerung hat. — Tom droht, jeden zu erwürgen, der sich unbefugt einem der Tiere nähern würde. — Lorenzo zetert, dass im Zirkus jemand sein müsse, der den bösen Blick habe. Auch er will nicht mehr von seinen Pferden weggehen, die, wie er behauptet, in der gleichen Gefahr schwebten, wie die andern Tiere. Nur Dhakjee lässt sich nicht aus seiner gewohnten Ruhe bringen. Er weiss, dass seinem Brahma so leicht niemand etwas anhaben kann. — Endlich nach fünf Tagen lässt sich Bux, nachdem er etwas ruhiger geworden, von Fee überreden, wieder in seinem Wagen zu schlafen. Vorher aber ist eine Neuordnung der Stallwache getroffen worden: Bisher haben sich Tom und Lorenzo immer in der Art abgewechselt, dass einer von ihnen eine ganze Nacht im Stall auf einer Pritsche schlafend verbrachte. Nun aber hat Bux bestimmt, dass Tom und Lorenzo beide nachts im Stall bleiben sollen. Einer muss immer wach bleiben. Alle zwei Stunden sollen sie sich ablösen. Am Tage sollen sie dann die versäumte Ruhe nachholen. Beide haben sich sofort dieser Neuordnung mit Eifer gefügt. Als sich Bux das erstemal im Wohnwagen zur Ruhe begibt, rückt Fee mit dem Angebot des Zoologischen Gartens heraus, — aber nur wie nebensächlich spricht sie davon: Sie habe sich doch heute mit Marwitzens in der Stadt- getroffen, und da sei Kroidt dann auch erschienen und habe etwas gefaselt, dass das neue tierärztliche Werk bei der Direktion des Berliner Zoo, zu der Kroidt wohl irgendwelche Beziehungen unterhalte, Zweck wären demnach jährlich wenigsten* 10 Millionen Fr. bereitgestellt worden. Bekanntlieh rechnet der Vorschlag der AIpenstrassen-Kommission der Strassenfachmänner mit einem Kostenaufwand von minimal 96 Millionen Fr. Dieses Mimlestprogramm, das nur den Ausbau des bestehenden Netzes, nicht aber N^uanlagen vorsieht, hätte demnach spätestens in zehn Jahren verwirklicht werden können. Wir würden also selbst auf diese Weise noch hinter dem Ausland nachhinken, doch wäre wenigstens dessen Vorsprung nicht mehr so bedeutend. Nach dem, was von den bündesrätlichen Vorschlägen über das Arbeitsbeschaffungsprogramm bekannt geworden ist, würden jährlich nun höchstens 6 Millionen Fr. für den Ausbau der Strassen zur Verfügung gestellt. Dazu hat sich der Bundesrat die löbliche Aufgabe gestellt, keinerlei Beträge für da» Arbeitsprogramm zu bewilligen, bevor nicht Deckung für die notwendigen Mittel vorliege. Es soll daher neben der Ar.beitsbeschaffungsvorlago eine solche für die Finanzierung des vorgesehenen dringlichen Bundesbeschlusses vorgelegt werden, mit deren Ausarbeitung das eidg. Finanzdopaitement bereits beauftragt worden ist. Als neue Einnahmequellen werden neben dpr Erhöhung der statistischen Gebühr und des Zuckerzolles eine « bescheidene » Mehrbelastung des Benzins von 2 Rp. pro Liter und eine solche des Rohöls genannt. Wir wären also glücklich wiederum so weit, dass nun schlussendlich die Verbesserung der Alpenstrassen doch noch auf dem Rücken der inländischen Motorfahrzeugbesitzer und des Autotourismus ausgetragen werden soll, als ob niemand im ganzen Lande, ausser den Automobilisten und Motorradfahrern, an gepflegten und modernen Alpenübergängen Interesse hätte. Wenn die Alpenstrassen nicht ausgebessert werden, dann schlägt der Strasscnverkehr und Tourismus eben andere Richtungen ein und nimmt zu einem grossen Teil den Weg ins Ausland. Dies zu verhindern, ist Aufgabe der Allgemeinheit, des Staates und nicht der Fahrzeugbesilzcr, die mit dem heutigen hundertprozentigen Benzinzoll wahrlich schon genug an den Staatssäckel beisteuern. Die neue Situation, die unerfreulicher ist als je, indem man die Automohilisten und Motorradler, welche die Alpenstrassen-Initiative unterstützen, nun damit strafen will, dass sie die teilweise Verwirklichung von Postulaten, die im Interesse des Volksganzen liegen, selbst zu bezahlen hätten, muss natürlich auch die schweizerische Strassenverkehrsliga beschäftigen, aus deren Schoss die Initiative entsprungen ist. Bei einer kürzlich in Zürich stattgehabten Aussprache soll nun festgestellt worden sein, dass eine Rundfrage unter den Mitgliedern die einmütige Auffassung ergab, von einer weiteren Belastung des Benzins könne keine Rede sein. Die Liga würde sich mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln gegen eine Erhöhung des Benzinzolles web' ren. Dagegen scheint man in Kreisen des Initiatr i- komitees nicht abgeneigt, den Wortlaut der Initiative zugunsten der Bundesfinanzen etwas abzuändern, indem der Eidgenossenschaft aus dem jährlichen Nettoertrag 25 Millionen Fr. (ein Vorschlaff soll sogar von 30 Millionen gesprochen haben) belassen würdon und erst die verbleibende Restsumme auf Kantone und Alpenstrassenbau zu verteilen wären. Würde der Bund aber 30 Millionen Fr. für andere Zwecke zurücklbehalten und den Kantonen einen Anteil in der bisherigen Höhe von 12 Millionen Fr. belassen,, dann verblieben für den.Ausbau der Alpenpässe nur etwa- .6 Millionen Fr. prp Jeh», d. h. gerade der Betrag, den die bundesrätliche Botschaft vorsieht. Das würde aber bedeuten, dass da* minimale Bauprogramm erst innerhalb 16—18 Jahren verwirklicht werden könnte und in dieser Zeit an den Neubau irgend einer Passstrasse überhaupt nicht zu denken wäre, also Projekte wie Sustenund Walenseestrasse weiter zurückgelegt werden müssten. Der feste Anteil des Bundes an den Zolleinnahmen sollte daher 25 Millionen nicht übeisteigen. Um aber andererseits den Bau-Etat nicht zu überlasten, so will man diesen in Uebereinstimmung mit den Strassenfachmännern auf den Ausbau bestehender Routen beschränkt wissen. Neubau soll separat .behandelt werden. Der Es ist nun abzuwarten, zu welchen Ergebnissex, die vorgesehene Expertenkonferenz kommt, die noch diesen Monat zusammentreten dürfte. Wir zweifeln nicht, dass die Strassenverkehrsliga der weiteren Entwicklung der Angelegenheit die grösste Aufmerksamkeit schenkt, um rechtzeitig Massnahmen treffen zu können, sofern Expertenkonferenz oder Bundesrat zu Schlüssen kämen, die der Initiative entgegenlaufen oder die Motorfahrzeugbesitzer noch mehr belasten sollten. Möglicherweise wird das Problem der Alpenstrassen, deren Ausbau und Finanzierung auch noch in grossen Volksversamnv lungen eingehend behandelt, die beweisen dürften, dass die Initiative von breiten Schichten der Bevölkerung und nicht etwa ausschliesslich von den Automobilisten und Motorradfahrern gestützt wird. so sehr grosses Interesse erregt habe und dass man so etwas plane wie «in Engagement. «Ein Engagement? Was soll das heissen?» fragt Bux offenbar interessiert. «Ich weiss nicht, ob ich Otto recht verstanden habe», sagt Fee leichthin. «Aber ich glaube, sie möchten dich als Tierarzt für den Zoo haben.» «Donnerwetter!» ruft Bux lebhaft. «Das Wäre keine üble Sache— für später einmal!» «Warum denn erst für später?» «Na, jetzt kann doch noch keine Rede davon sein. Ich habe doch noch meine Tiere.» «Aber deine eine Nummer ist doch kaputt.» «Ich werde eben etwas anderes mit den Tieren einüben — oder neue Tiere anschaffen. Das wird sich schon finden. Und mit Judith verdiene ich immer noch so viel, dass wir uns vorläufig durchschlagen können.» «Bekommst du denn jetzt weniger?» fragt Fee verwundert. «Na hör mal, der Direktor kann mir doch nicht für zwei Nummern Gage zahlen,wenn ich bloss eine mache!» Fee hatte Mühe, ihre Empörung zu verbergen: Also einschränken soll man sich auch noch! Und sie soll vielleicht noch Jahrzehnte lang ,Frau Zirkusclown' bleiben! Sie beisst sich aber auf die Lippen und schweigt. (Fortsetzung im c Autler-Feieraboad ».)

N° 83 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 3 Zeit oder Strecke 1. Liste der im 2. Quartal 1934 aufgestellten Bestzeiten. Start Datum Ort Fahrer Marke Gefahrene Zeit oder Strecke Std,, Min., Sek. 1/100 Mittel km/Std. Auf der Rennbahn. Dieses Bild voll Tempo und Straight auf der Brooklandsbahn in England. Er 3 Liter einen neuen Rekord auf SpovInadividUfen Bewegung zeigt den bekannten Rennstallbesitzer vV. stellte dort vor wenigen Tagen auf seinem Maserati der «Bergstrecke» der Bahn auf. Sternfahrt nach Monte-Carlo und diezugewinnen. Wir ersehen schon aus Vorstehendem, dass sich auf dem Gebiete der Re- Schweiz. Die aus einfachen Anfängen hervorgegangene « Rallye de Monte-Carlo » ist korde im Laufe der kommenden Monate heute die unbestritten bedeutendste Sternfahrt, die sich Jahr für Jahr eines allerhand ereignen wird grössern Erfolges und einer hervorragenden Beschickung erfreut. Fast alle europäischen Länder sind in die einzelnen Fahrtstrecken des Wettbewerbes mit einbezogen, mit Ausnahme — der Schweiz. Wohl figurierte jeweils Genf als Ausgangspunkt einer Fahrtroute, doch die Fahrer verliessen schon nach wenigen Kilometern unser Land und das war auch alles, was die touristische Schweiz von dieser grossen Zuverlässigkeitsfahrt sah. Da zudem die Kilometerleistung von Genf aus eine sehr kleine war und damit die dort startenden Fahrer wenig Aussichten für ein gutes Klassement besassen, war es zu verstehen, dass ieweils nur vereinzelte Fahrer die Lemanstadt als Ausgangspunkt wählten. F.s hätte aber doch möglich sein sollen, dass die eine oder andere der Zufahrtsrouten rnit den Ausgangspunkten Stavanger, Umea, Tallinn. Bukarest oder Athen durch die Schweiz geleitet würde, anstatt dass alle den gleichen Weg über Strassburg resp. Paris nach Lyon nehmen. Rs wäre beispielsweise sehr wohl möglich, die beiden Routen von Bukarest und Athen von Wien aus über München. Bregenz. Zürich. Bern, Genf nach Lyon und weiter das Rhonetal hinab zu leiten, um einerseits die Fahrer mit der Schweiz bekannt zu machen und anderseits unserm Lande eine «Kostprobe» von dieser Standard-Sternfahrt zu geben. Die Fahrverhältnisse liegen bei uns im Januar nicht schlechter als in den Staaten Nordosteuropas, so dass sich technisch keine Schwierigkeiten biffen dürften. Vielleicht ist es. trotzdem das Reglement bereits festsrelegt ist. den interessierten Verbänden doch noch möglich, beim A.C. von -Monaco eine entsprechende ^enderting einzelner Fahrtrouten zu veranlassen. Es handelt sich hier um eine Propagandamöglichkeit, die sich d'^ Schweiz nicht entgehen lassen sollte und die für die Organisatoren der Fahrt keipp Schwierigkeiten schafft, sondern vielmehr die Rallye de Monte-Carlo für die Zukunft noch interessanter und anziehender gestalten dürfte. V Neue Rekordversuche. Wie aus Paris gemeldet wird, beabsichtigt der englische Rekordfahrer Fyston gemeinsam mit Handley und Denly auf der Montlherybahn einen Versuch zu unternehmen, um den Weltrekord für 48 Stunden zu verbessern. Die Rekordfahrt hätte bereits gestern Donnerstag angetreten werden sollen, musste aber wegen den ungünstigen Witterungsverhältnissen verschoben werden und wird heute morgen einsetzen, sofern die atmosphärischen Bedingungen es ermöglichen. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, wird sich auch Hans Stuck im Winterhalbjahr nicht ausschliesslich der wohlverdienten Ruhepause hingeben. Es besteht nämlich die Absicht, den Weltrekord über 50 und 100 km in Angriff zu nehmen. Stuck hofft zuversichtlich, auch diese beiden Bestzeiten für die Auto-Union neu buchen zu können. Ob der von ihm zu Beginn des letzten Jahres aufgestellte Weltrekord über eine Stunde noch langen Bestand haben wird, scheint auch fraglich, da nach weitern eingegangenen Informationen sich Mercedes-Benz mit dem Gedanken befassen soll, diese Bestleistung aufs Korn zu nehmen. Sollte der Versuch wirklich unternommen werden und von Erfolg begleitet sein, so wird aller Wahrscheinlichkeit nach der jetzige Rekordinhaber Stuck die Herausforderung annehmen und seinerseits versuchen, den Titel zurück- Interview mit einem Nachwuchsfahrer. Das heisst: ganz unbekannt ist er eigentlich gar nicht mehr, der braune, schlanke, drahtige Mann von 32 Jahren, mit dem ich vorhin zusammengesessen und von dessen Ansichten und Aussichten ich so manches gehört habe. Denn in der Gemeinde der Rennfahrer nennt man Hanns Geier heute schon mit Achtung, hat ihn schon früher einmal mit Achtung genannt, damals, 1937, als er noch auf dem schmalen Motorradsattel oder in seinem winzigen Amilcar auf Rennbahnen zu sehen war. Seitdem war es immer sein Wunsch, mal einen der Grossen steuern zu können, vielleicht einen SSK von Mercedes oder sonst irgend eine ältere Type, die — den Kollegen von Weltruf nicht mehr schnell genug — grossmütig den Jüngeren überlassen wurde. Und plötzlich — ein paar Tage vor dem Grossen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring —, als er sich gerade mit seinem 5-1-Wagen beim Training zur 2000-km-Fahrt befand, bot sich Geier die grosso Bevor der Winter kommt sollten Sie einen Satz neue Zündkerzen montieren, damit Ihr Motor auch bei kaltem Wetter mit Leichtigkeit anspringt. 1. WELTREKORDE. 18/S/34 Montlhery G. E. T. Eyston et Dudley Froy » »» L'hiver est ä nos portes! 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Marchand, de Presale, Bodecot, Fortin Panhard Napier-Railton Panhard Napier-Railton Renault Delahaye Renault Delahaye Austin-Spezial Yacco Panhard Napier-Railton Panhard Napier-Railton Renault Delahaye Austin-Spezial- Yacco 1 h. 33'41"96 2 h. 27'53"62 3 h. 57'15"02 5 h. 03'32"84 4 h. 57'53"61 16 h. 34'08"28 15h.26'33"31 37h.52'53"19 36h.l3'56"32 48h.03'13"00 45 h. 29'57"50 59h.20'15"84 239 h. 02'30"30 297h.06'57"87 135.413 220h.56'25"74 135.783 259h.20'27"44 134.957 295h.26'10"98 135.393 609 km 391 203.131 1.187 km 774 1.205 km 239 2.340 km 480 8.037 km 341 8.462 km 088 25.991 km 033 29.311 km 355 32.322 km 240 35.645 km 350 38.965 km 921 206.107 202.848 203.499 197.663 201.414 194.260 194.268 169.034 177.669 167.453 176.853 168.527 134.649 197.962 200.873 195.040 167.445 176.294 135.370 135.701 134.676 135.020 135.298 Chance: der neue Mercedes-Rennwagen! Man kann sich sein GKick vorstellen, mit einem Schlage Wünsche erfüllt zu sehen, die irgendwie unausgesprochen geschlummert hatten, und wer Geier kennt, weiss, mit welchem Ernst er an diese ehrenvolle Aufga.be heranging. Zwei Tage Training blieben ihm nur, zwei Tage, in denen er sich mit Bahn und Wagen vertraut machen musste, gehandicapt also nicht nur durch die seelischen Anforderungen, die ihm die Aufgabe stellte, gegen Garratsch, Stuck und die Kanonen des Auslandes zu starten, gehandicapt auch durch mangelnde Erfahrungen mit dem Fahrzeug und mit der Bahn und ihren Tücken. Darum auch keine Trainingszeiten, die an die Meister heranreichten. Aiber deshalb doppelt bemerkenswert der 5. Platz, den Geier dicht nach Nuvolari im Grossen Preis belegte. Ich vergesse nicht sein strahlendes Jungensgesicht nach anstrengendsten Runden bei der Preisverteilung, und ich erinnere mich der anerkennenden Blicke seiner weltbewunderten Konkurrenten, die als Fachleute einen Jungen « im Kommen » quittierten, ebenso wie das Publikum nach dem Rennen immer wieder seinen Namen rief. In Bern sah ich Geier wieder — als Ersatzfahrcr. Für Caracciola! Immerhin. Für diesen Posten nimmt man nicht jeden xboliebigen, der nichts zu leisten verspricht. Und ich erlebte es mit, wie Geier wartete,, wartete, Runde um Runde. Und immer noch war der Meister im Rennen und kein Wagen für den Jungen. Dann plötzlich sprang er ein. Carratsch's Sturz zeigte immer noch Folgen, das Bein tat nicht mehr mit. Es war diesmal für Geier nur die eine Chance, in diesem internationalen Rennen überhaupt noch mittun zu dürfen. Denn gewinnen oder auch nur in günstiger Position ans Ziel zu kommen, war bei dem durch Caracciola's Aufgabe entstandenen Zeitverlust ausgeschlossen. Geier nutzte auch diese Chance. Pflichttreu, ohne an das Aussichtslose zu denken, ging er ins Rennen und hielt die 60 noch vor ihm liegenden Runden durch, eine wie die andere. Und das hat man bei d?r Preisverteilung auch anerkannt. Die Armbanduhr, ein Meisterwerk der Schweizer Uhrmacherkunst, ist eine wohlverdiente Anerkennung für Treue und Zuverlässigkeit und ein Lohn für die uhrwerksgetreue Fahrweise dieses Hoffnungsvollsten aus dem Nachwuchs. Und auch noch ein drittes Mal konnte man Hanns Geier starten sehen, beim Masaryk-Ring- Rennen, dem letzten dieses Jahres. Als Henne nach der Hälfte des Rennens zum Tanken hielt, wurde von Oberingenieur Neubauer Fahrerwechsel vorgenommen. Der Mercedeswagen, den nun Geier übernahm, lag zu diesem Zeitpunkt auf dem 9. Platz. In der nächsten Runde konnte er bereits auf den 8., in der folgenden auf den 7. und dann auf den 6. Platz vordringen, den er bis zum Schluss des Rennens nicht mehr abgab. Man konnte bei diesen drei Rennen, in denen Geier startete, genau beobachten, wie er sich Schritt für Schritt verbesserte, und deshalb ist zu hoffen, dass er im nächsten Jahre nicht nur als Ersatzfahrer tätig sein wird. Es ist bestimmt anzunehmen, dass er noch viel mehr leisten wird. Und warum ich das alles erzähle? Weil man nicht immer nur von den Grossen der Welt berichten soll, sondern auch gelegentlich von denen, die — wie Hanns Geier — in nicht allzu ferner Zeit wahrscheinlich ebenfalls zu denen gehören wer- ' den, von denen jeder spricht. I.A.