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E_1934_Zeitung_Nr.083

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 83 LUFTFAHR Optische Täuschungen des Fluggastes. Wir besitzen viele vortreffliche Schilderungen der erhabenen Schönheiten, einer Luftreise, und doch ist jeder, dem dieser Qenuss zum ersten Male zuteil wird, überrascht von der Eigenart der Eindrücke, die er sich trotz der Lektüre so vieler Reiseberichte nicht hat vorstellen körinen. Diese Eigenart beruht zum grossen Teil auf der Beschaffenheit unserer Sinneswerkzeuge, die sich unter ganz anderen Verhältnissen und für die Bedürfnisse auf der Erdoberfläche entwickelt haben. Sind sie schon unter normalen Umständen mancherlei Täuschungen unterworfen, so natürlich um so mehr, wenn sie, im Fluge, vor ganz ungewohnte Aufgaben gestellt werden. Dem denkenden Menschen gewährt es einen ganz besonderen Reiz, die natürlichen Gründe solcher ungewöhnlichen Wahrnehmungen zu durchschauen, und die Sensation der ungewohnten Empfindungen wird durch einen derartigen Einblick keineswegs zerstört, sondern vertieft und veredelt; auch mag es mitunter von praktischem Wert sein, sich über die Wirkungsweise unserer Sinnesorgane unter ungewöhnlichen Verhältnissen klar zu werden. Es sind namentlich optische Eindrücke, die uns die Luftreise vermittelt, denn das Ohr wird leider durch das Geräusch des Motors in Anspruch genommen. Wo dies fortfällt, wie z. B. im Frei-Ballon, vermittelt es allerdings auch trotz der grossen Entfernungen mancherlei Erlebnisse. Die anderen Sinne aber kommen, weil nur für Nahwirkung bestimmt, kaum in Frage, höchstens der Gleichgewichtssinn, der ein Kapitel für sich bildet. Was nun das Auge betrifft, so ist es dadurch in seinen Beobachtungen ausserhalb des Flugzeuges beeinflusst, dass in den Luftzwischenräumen jeglicher sichtbare Anhaltspunkt fehlt. Es zeigt sich, dass wir bei der AUTO-SERVICE-r H.KESSLER-MAAG Konstruktion des Sehbildes von solchen Anhaltspunkten im hohen Grade abhängig sind. Die Schätzung von Entfernungen und die Unterscheidung, welcher von zwei sich gegeneinander bewegenden Körpern stillsteht und welcher die Bewegung ausführt, wird unmöglich, sobald der Zwischenraum keine Anhaltspunkte bietet. Das Versagen in diesen beiden Grundaufgaben führt aber zu einer ganzen Reihe von weitergehenden Trugschlüssen. Danach können wir die optischen Täuschungen, denen der Fluggast unterliegt, in zwei Klassen einteilen, deren erste auf falscher Entfernungsschätzung beruht, während die zweite auf falscher Beurteilung der Eigenbewegung begründet ist. Ambekanntesten ist dabei eine Erscheinung, die auch im Gebirge ähnlich beobachtet wird. Weitentfernte Gegenstände erscheinen kleiner, weil die Entfernung aus Mangel an Anhaltspunkten nicht voll in das Bewusstsein eindringt und werden deshalb gern mit Spielzeugen verglichen. Ortschaften erscheinen wie aus Spielzeugschachteln erbaut und Menschen wie Ameisen, letzteres auch namentlich wegen ihrer langsamen Bewegung. Die Bewegungen erscheinen natürlich auch wegen der Unterschätzung der Entfernung langsamer als sie in Wirklichkeit sind. Eisenbahnzüge scheinen wie Schnecken zu kriechen, während sie in Wirklichkeit mit gewaltiger Geschwindigkeit dahi.ibrausen. Weniger bekannt ist eine Erscheinung, die sich erst von etwa 2000 Meter Höhe an deutlich bemerkbar macht und sich mit zunehmender Höhe immer charakteristischer ausbildet. Beim Steigen hat man nämlich den Eindruck, als steige der Horizont mit empor, während sich der Erdkreis unter dem Beschauer nach unten hohl wölbe, so dass schliesslich eine nach unten liegende halbe Hohlkugel entsteht, als eigenartiges Gegenstück zu der sonst bekannten Himmelshalbkugel. Auch diese Erscheinung beruht auf falscher Entfernungsschätzung. Die Luftlinie zum Horizont und den im einzelnen nicht mehr erkennbaren Teilen der Erde in der Nähe des Horizontes werden zu kurz eingeschätzt, während die Tiefe in der senkrechten Richtung etwas richtiger beurteilt werden kann, weil hier die Einzelheiten noch erkennbar sind. Der fliegende Mensch sieht sich scheinbar im Mittelpunkt der Randfläche einer Schüssel oder Tasse, die von der Erde gebildet wird. Letztere erscheint nach der Richtung gekrümmt, die der wirklichen Erdrundung geradezu entgegengesetzt ist. Vielseitiger sind noch Sinnestäuschungen, die die Unmöglichkeit verursacht, die eigene Bewegung richtig einzuschätzen. Schon gleich bei Beginn des Fluges hat man das Gefühl, dass die Erde mit den auf ihr befindlichen Gegenständen und Menschen unter einem fortweicht, ebenso wie sie bei der Landung zu dem Luftfahrer aufzusteigen scheint. In grösserer Höhe glaubt man dann mit dem Flugzeuge vollständig stillzustehen, sofern man nicht mit besonderen Instrumenten oder sorgfältiger Ueberlegung den Fortschritt gegenüber dem Gelände verfolgt. Das Gefühl des Stillstandes weicht auch nicht bei den enormen Geschwindigkeiten von 300 und mehr Kilometern pro Stunde. Schräglagen, die das Flugzeug einnimmt, z. B. in Kurven, werden als Neigung der Erdfläche empfunden, über die der Unerfahrene manchmal gewaltig erstaunt. Kurven können hinsichtlich des durchfahrenen Durchmessers natürlich ebensowenig beurteilt werden. Daher scheint beim Ziehen von Kreisen das Flugzeug sich auf der Stelle zu drehen. Dieses andauernde Drehen auf der Stelle ist mit eine der Ursachen, weshalb beim Abstieg in Gleitspiralen so leicht Schwindelgefühle auftreten. Dabei ist freilich die Drehbewegung auch wirklich vorhanden, nur findet sie zugleich mit einer sehr starken Fortschrittsbewegung statt, also in weitem Kreise, und das Drehen auf der Stelle entsteht scheinbar durch Fortfall der Fortschrittsbewegung aus dem Bewusstsein. Es kann aber auch vorkommen, dass der Flieger sich zu drehen vermeint, selbst wenn er schnurgeradeaus fliegt, und zwar ist das der Fall, wenn Bodenmarkierungen nicht erkennbar sind. Im Nebel ist es sogar eine regelmässige Erscheinung, dass man glaubt, das Flugzeug drehe sich. Der Grund für diese Täuschung ist noch nicht ganz aufgeklärt. Es können dabei wirbelnde Bewegungen des Nebels eine Rolle spielen, die den Anschein erwecken, als drehe sich umgekehrt das Flugzeug im entgegengesetzten Sinne. Allerdings wird von einigen Fliegern behauptet, dass auch ohne Drehbewegung der Umgebung im Nebel das falsche Gefühl der eigenen Drehung auftritt. Sicher ist, dass bei mangelnder Bodensicht, also im Nebel und bei Nacht, überhaupt das GefühL für die Lage verlorengeht und selbst starke Neigungen zur senkrechten Richtung nicht erkannt werden. Von anderer Art sind die Eindrücke, die die Fahrt über dem Wolkenmeer vermittelt. Hier ist es eine tatsächliche Aehnlichkeit des Gegenstandes, wenn man Meere und Inseln vor sich zu sehen vermeint. In manchen Fällen ist die Unterscheidung vom wirklichen Meere nicht ganz leicht. Ander 1. Internationalen Älpenwertungs-Fahrt für Kraftfahrzeuge mit Ersatzbrennstoffen: Das gesprochene oder geschriebene Wort vermag freilich von allen diesen Erscheinungen nur einen matten Abglanz zu geben. Nur wer selbst die Regionen weit über dem Niveau des alltäglichen Lebens durchschifft, wird sie mit ihrem eigenartigen Nervenkitzel und ihrer aufregenden Schönheit voll würdigen können. st. F-lu^n«»ti Zwei neue Zeppeline für U.S.A. Der stellvertretende Handelsminister und Leiter der LuftschiffahrtsabteÜung im Handelsamt, Ewing Mitchell, hat dem Bundesausschuss für Luftschiffahrt weitgehende Pläne für eine Ausgestaltung der amerikanischen Handelsluftfahrt durch den Bau von Zeppelinluftschiffen unterbreitet. Rr schlägt vor, durch die Goodyear-Zeppelin-Company zwei Riesenluftschiffe vom Zeppelin-Typ erbauen zu lassen, die in den Dienst eines weltumspannenden rege'mässigen Passagierverkehrs gestellt werden sollen. Als Unkosten sind 17 Millionen Dollar veranschlagt. Der Goodyear-Zeppelin Co. soll auch der Betrieb der von ihr erbauten Schiffe überlassen werden. Sie hätte der Regierung dafür nur eine geringe Anerkennungsgebiihr zu entrichten. Büdierl Das Problem des Schnellstfluges. Von Dipl.-Tn;?. Erich Bachern. 3. Auflage. 73 Seifen, 49 Abbildungen, Frankscbe Verlagshandlung. Stuttgart (Dieck- Verlag). Der Flu? mit hohen Reisegeschwindigkeiten interessiert heute mehr denn je. Allgemein hat sifh die Erkenntnis Bahn gebrochen, dass auch der öffentliche Flugverkehr mögliebst hohe Reisegeschwindigkeiten anzustreben hat, wenn er seine Vorteile wirklich überlegen zur Auswirkung bringen will. Die Technik ist in den Uzten Jahren diesen Bestrebungen weit entgegengekommen. Trotzdem stehen wir im Hinblick auf das, was noch möglich ist, erst am Anfangspunkt einer grossen Entwicklung. In den Hauptabschnitten « Warum Schnellstflug », • Physikalische Grundlagen », '« Kampf gojen den Widerstand », « Start gegen den Widerstand >, < Start und Landung dos Schnellflugzeuges », « Das Schnellflugzeug von heute », « Das Schncllflugzeug von morgen » und « Ausblick » behandelt der Verfasser in knapper Form, aber anhand zahlreicher, gut gewählter Beispiele und Abbildungen alle die Fragen, die sich ein Laie auf diesem Gebiet stellen kann. Auch tler Fachmann wird jedoch in dem Bändchen manhe Anregung finden. ••••••••••< Günstige Z4&B9 *«fi. Occasions- Wagen ZÜRICH 28.122 oder 25.492 anrufen, schnellster Abtransport mit modernem SpezialWagen, fachmännische Behebung von Pannen, gewissenhafte Ausführung jeder Reparatur in moderner und mit Prüfständen ausgerüsteter Werkstätte. S IOU X-Service. H. Kessler-Maag, Zürich 8 FILDCOGSTRASSf SB 15 Jahre FIAT- Vertretung 27 Jahre Auto-Reparaturen Besteingerichtete Werkstätte mit den neuesten Maschinen und Apparaten. 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