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E_1934_Zeitung_Nr.088

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1934- Anfressungen der Batterieanschlüsse durch die Einwirkung . der Säuredämpfe werden verhindert, wenn man die Anschlüsse mit einer Schellack-Methylalkohol-Lösung anstreicht. Denselben Zweck erfüllt auch ein dicker Anstrich der Klemmen mit Konsistenzfett, -at- Ein bewährtes Händereinigunzsmittel. Zur Reinigung der Hände von Schmieröl und Lackresten ist Benzin oder Petroleum, wie es vielfach verwandt wird, nicht empfehlenswert. Der Gebrauch dieser flüchtigen Lösungsmittel greift die Haut an und entfettet sie in einem Masse, dass sie bis zur Wundbildung aufspringen kann. Ein bewährtes Mittel zur Reinigung der Hände ist Leinöl. Man verreibt ein wenig zwischen den Händen und nachdem alle Verunreinigungen gelöst sind, wäscht man mit Seife nach. Besonders gründlich und wirksam ist die Reinigung, wenn man das Leinöl vorher erwärmt. Die Wasserpumpe rmnt. Nach längerem Gebrauch des Wagens lässt sich gewöhnlich die Wasserpumpe des Motors auch durch stärkeres Anziehen ihrer Stopfbüchse nicht mehr vollständig abdichten. Das hartgewordene Dichtungsmaterial der Stopfbüchse wird dann durch stärkeres Anziehen nur unzulässig stark gegen die Welle der Wasserpumpe gepresst, erzeugt einen grossen Reibungswiderstand und verursacht nicht selten ein Anfressen, mindestens aber eine starke Abnützung der Welle. Ist die Welle einmal angefressen oder stärker abgenützt, so lässt sich die Wasserpumpe überhaupt nur wieder abdichten, indem man gleichzeitig mit der Packung die Welle ersetzt. Um die Welle in Zukunft zu schonen, wird sie vorteilhafterweise bei jedem Erneuern der Stopfbüchsenpackung zuerst mit einigen Lagen Stanniol umwickelt. -at- Durchscheuern von Rohrleitungen. Die Öl- «nd Benzinrohre werden im Chassis oft recht sorglos gelegt. Mitunter haben diese Rohre keine entsprechende Unterlage, so dass sie während der Fahrt in federnde Schwingungen geraten und sich an irgend einer Kante oder Ecke allmählich durchscheuern. Wenn man entdeckt, dass sich irgendwo ein solcher Fehler in der Rohrleitung befindet, dann legt man zwischen das Rohr und die Stelle, auf welcher das Rohr scheuert, ein Stückchen Leder oder Gummi, das dann geWissermassen als Puffer dient. Techn. S*» Frage 9222. Stossdämpfer « Delco». Wer kann mir die Adresse des Lieferanten der hydraulischen Stossdämpfer « Delco » mitteilen? A. S. in B. Frage 9223. Abdichten eines Verdecks. Das Verdeck meines geschlossenen Wagens, das ich leider in den ersten Jahren nicht gepflegt habe, weist schon seit einiger Zeit runde und längliche Sprünge auf, wohl hervorgerufen durch Wasser, das darauf eintrocknete. Durch leichtes Abwaschen mit etwas Seifenwasser und nachherigem Auftragen von gutem Bienenwachs versuchte ich das Verdeck wasserdicht zu erhalten und gleichzeitig dessen Aussehen zu heben. Leider erzielte ich nicht ganz den gewünschten Erfolg. — Gibt es nicht einen Lack, den man auf einfache Art und vorteilhaft auftragen kann oder soll ich bei obenerwähntem Wachsmittel bleiben? A. S. in H. B. Antwort: Das von Ihnen angewandte Verfahren zur Abdichtung der Dachbespannungen ist .an sich ganz gut, kommt aber mehr als Konservierungsmittel in Frage und genügt nicht zur Behebung grösserer Undichtigkeiten. spannungen einmal Oberflächenrisse in grösserer Ausdehnung, so kann eine Abdichtung nur wieder durch eine Neulackierung erreicht werden. Speziallacke zu diesem Zweck sind in allen grösseren Automöbilzubehörgeschäften erhältlich. Wenn die Leinwand der Bespannung durch die Feuchtigkeit noch nicht gelitten hat, so wird das Verdeck durch die Behandlung mit einem solchen Lack wieder ganz neuwertig. -at- Frage 9224. Nasse Bremsen ziehen nicht. Wissen Sie oder ein freundl. Leser Rat, was mit Aussenbackenbremsen, deren Bremswirkung bei nassem Wetter stark nachlässt, zu machen ist, um diesen sehr unangenehmen Mangel zu beheben? Ich habe die Bremsbeläge vor einiger Zeit erneuern lassen und nun ist die Sache noch schlimmer als vorher. Eine Verschalung wäre sehr kompliziert und teuer. Für guten Rat wäre ich sehr dankbar. 0. W. in W Antwort- Eine merkliche Besserung lässt sich oft durch Aufziehen eines anderen Bremsbelages erreichen. Nicht alle Beläge nehmen gleich viel Feuchtigkeit auf. .Adressen von Bremsbelaglieferanten, die sich auf die Frage hin melden sollten, werden wir an Sie weiterleiten. Im übrigen ißt die mangelhafte Wirkung von Aussenbandbremsen bei nassem Wetter bekannt. Gerade mit Rücksicht dar-*- auf iet man mehr und mehr von diesem Bremssystem abgekommen oder sieht dann doch von Anfang an Spritzschutz-Verschalungen vor. -at- Frage 9225. Unterdruck-Horn. Nebst dem Boschhorn habe ich nun auch ein auf dem Grundsatz des Ansaugens der Luft aus der Vergaserleitung beruhendes Signal eingebaut, ein Signal, das bei Ueberland- und hauptsächlich Bergfahrten von grosser Wirkung ist, und das ich nicht mehr missen möchte. Nun machte man mich darauf aufmerksam, dass der Motor infolge der beim Ansaugen eintretenden Luft, resp infolge des in der Luft enthaltenen Staubes, Schaden leide. — Ich messe dieser; Aussage vorläufig keinen sehr grossen Wert bei, bitte Sie aber doch um Ihre Ansicht. A. S. in B. ' Antwort: Von einer Beschädigung des Mo- 1 - tors durch Anwendung des Unterdruck-Horns k keine Rede sein. Eventuell mit Staub verschmutzte Luft gelangt ja nicht nur dann in den Motor, wenn man das Unterdruck-Horn betätigt, sondern in weitaus grösseren Mengen auch bei jedem Gasgeben. Selbst bei Anwendung «ines. Luftfilters vor dem Vergaser gelangt so schliesslich mehr Staub in den Motor als bei noch so häufigem Gebrauch des Unterdruck-Horns ohne vorgeschalteten Luftreiniger. -at- Frage 9226. Zusatz von Aether zum Kampfer. Kann man auch speziell für eine hochtourige, hochkomprimierte Maschine, Aether zusetzen? Wieviel pro Liter Obenschmieföl, ohne dass sich auch im Hochsommer Ueberhitzungserscheinungen zeigen? G. F. in D. Antwort: Von einem Zusatz von Aether, gleichgültig, ob dieser dem Obenschmieröl oder dem Benzin beigegeben wird, möchten wir Ihnen dringend abraten. Wird der Zusatz gross genug gewählt, um eine Mehrleistung zu ermöglichen, so ist der Verbrennungsablauf so hart, dass der Motor über kurz oder lang Schaden nehmen muss. Die hochgetriebene Kompression der modernen Motoren begünstigt ohnehin eine brisante Verbrennung, der man nur durch sinnreiche Verbrennungsraumformen begegnen kann. Zeigen die Be- -at- Sp >4B«k Anfrage 459. Privatfahrten. Zwei Angestellte unserer Firma haben zusammen einen Wagen zu Reisezwecken gekauft, wobei die Firma einen Occasionswagen an Zahlung gab. Die betr. Ziffern stellen sich wie folgt: Neuer Wagen = Fr. 7000.— Barzahlung Fr. 5700.— Eintausch Occasions-Wagen » 1300.— Fr. 7000.— Fr. 7000.— Die Firma hat sich zum Bestreiten der Unterhaltskosten und der Amortisation verpflichtet, jedoch die monatlich zu tilgenden Quoten noch,nicht geleistet. Vor kurzem hat nun ein Angestellter eine Privatfahrt ausgeführt, zirka 400 km, und die Firma belangt ihn nun für diese Tour. Welchen Satz darf die Firma beanspruchen? Sie stellte Rechnung von Fr. 80.— und gedachte, dieselbe gegen den Monatslohn zu verrechnen. Der Angestellte findet diesen Betrag übersetzt über der Lohnschuld, soweit der Lohn des Dienstpflichtigen zu seinem und seiner Familie Unterhalt unbedingt erforderlich ist, nur mit dessen Zustimmung stattfinden darf. Es müsste also untersucht werden, ob und wie weit der Gehalt des betr. Angestellten überhaupt zur Verrechnung herangezogen werden darf. Eine gütliche Erledigung der Angelegenheit würde unseres Erachtens am ehesten zum Ziele führen. • Anfrage 460. Versteckte Mängel. Kürzlich wurde bei einem Automobilmechaniker ein Occasionswagen erworben, wobei der Verkäufer die mündliche Erklärung abgab, dass das Fahrzeug revidiert und in gutem Zustande sei. Im Kaufvertrag ist keine Garantieklausel enthalten. In der Folge, und zwar bereits am 2. Tage nach Kaufabschluss, stellten sich am Wagen die verschiedensten Mängel ein. Zur Behebung derselben mussten sechs neue Ventile, ein neues Differentialgetriebe samt Gehäuse, weil ein alter Bruch festgestellt wurde, angeschafft werden; Magnet und Anlasser wurden ebenfalls repariert und zwei defekte Schläuche ersetzt. Ueber diesen Sachverhalt haben wir den Verkäufer mündlich wie per Chargeschreiben orientiert. Kann der Verkäufer für diese Mängel belangt werden, da er sudem nach dem Verkauf den Ausspruch getan hat, dass nun für den verkauften Wagen die Reparaturperiode beginnen werde. A. S. in J, Antwort: Der Verkäufer haftet dem Käufer sowohl für die zugesicherten Eigenschaften als auch dafür, dass die Sache nicht körperliche oder rechtliche Mängel haben, die ihren Wert oder ihre Tauglichkeit zu dem vorausgesetzten Gebrauche aufheben oder erheblich mindern. Ein Kaufvertrag braucht nicht schriftlich abgeschlossen zu sein. Auch mündliche Zusicherungen bilden einen Bestandteil des Kaufvertrages, sofern diese bewiesen werden können. Wenn Ihnen der Verkäufer die Zusicherung gegeben hat, dass das Fahrzeug revidiert und in gutem Zustande sei, so haftet er dafür, d. h. er wird Ihnen schadenersatzpflichtig für den' Fall, dass das Fahrzeug den gemachten Zusichß-* rungen nicht entspricht, d. h. im vorliegenden Falls, nicht revidiert ist. Der Käufer hat in solchen Fällen die Wahl, mit der Wandelungsklage den Kauf rückgängig zu machen oder mit der Minderungsklage Ersatz für Minderwert der Sache zu fordern.. Auch wenn die WandelungskJage angestellt worden ist, steht es dem Richter frei, DIOSS Ersatz des Minderwertes zuzusprechen, sofern die Umstände es nicht rechtfertigen, den Kauf rückgängig zu machen. Sie können also unserer Auffassung nach, sofern Sie in der Lage sind, die Ihnen gemachten Zusicherungen beweisen zu können, den Verkäufer insoweit belangen, als der Kaufsgegenstand den gemachten Zusicherungen nicht entspricht. und bestreitet, dass eine Rechnung, die nicht einmal anerkannt ist, auf diese Weise eingetrieben werden darf. M. E. in B. Antwort: In erster Linie ist für den uns unterbreiteten Rechtsfall zu untersuchen, ob nicht etwa vertragliche Vereinbarungen bestehen, wonach die Angestellten Ihrer Firma zur Ausführung von Privatfahrten berechtigt sind. Ueber den Bestand Anfrage 461. Schadenersatz. Meine Frau benutzt den städt. Autobus in L. Ein weiterer Passa- solcher Vertragsbestimmungen geht aus Ihren Angaben nichts hervor. Ferner lässt sich Ihrer Anfrage nicht bestimmt entnehmen, ob es sich bei dem glücklich, dass meiner Frau an drei Stellen ihr gier hantierte mit einer brennenden Zigarre so un- Benutzer des Wagens um einen jener beiden Angestellten handelt, welche zusammen den grössten haftbar? Die Transportgesellschaft verweist mich Rock verbrannt wurde. Wer ist für den Schaden Teil das Kaufpreises für den neuen Wagen geleistet an ihre Versicherungsgesellschaft, letztere « rät» haben. Wenn keine besonderen Vereinbarungen bestehen und das zur Fahrt benötigte Benzin und Oel Antwort- Die Strassenbahn ist für Sach- mir, den Fahrgast zu belangen. E. M. in B. von der Firma geliefert worden ist, scheint ein Satz schaden nur haftbar, wenn sie ein Verschulden trifft. von 20 Rappen pro Kilometer keineswegs übersetzt. Dies wird im vorliegenden Falle kaum zutreffen, Was die Frage der Verrechnung betrifft, so bestimmt Art 340 O.R:, dass eine. Verrechnung »gegen- Fahrgast belangen. resp nachweisbar sein. Sie müssen deshalb den * Seltene OCCASION! OPEL 6 PS, 1933, umständehalber billigst zu verkaufen. Preis Fr. 1800.—. Offerten unter Chiffre 65255 an die Automobil-Revue, Bern. >••••»••••••••••< • • • • • • • • • • • • • • • • • Zu verkaufen fabrikneue Minerva Limousine 5-Plätzer, 10 PS, Modell 1934, mit Fabrikgarantie, 30% unter Katalogpreis, zufolge finanziellen Zusammenbruchs eines Kunden. — Offerten unter Chiffre 65254 an die Automobil-Revue. Bern. PRIMA OCCASION ! Mercedes 6/7 PL, Cabriolet, 20 PS, in bestem, fahrbereitem Zustande, ev. nehme zum Teil Autoöl, neues Klavier etc. an Zahlung. 10608 Offerten unter Chiffre Z 3127 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. MARMON- Limousine 4/5plätzig, 8 Zyl., 18 PS aus guter Hand, wegen Nichtgebrauch, billig. Auskunft durch Chiffre 65253 der Automobil-Revue, Bern. MOSEß-Aniiänger FORD (17 PS), Lieferungswagen mit Kabine, Brücke 230 X170 cm, und 1 T. Tragkraft, in noch neuem Zustand, zu verkaufen. Preis Fr. 2800. — Offerten an W. 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Bern, Dienstag, 30. Oktober 1934 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 88 Trost im Herbststurm Von Kilian Kerst. Im Abendzwielicht der Sturmtage wogt der Stadtgarten wie ein See aus Laub. Die Herbststürme sind da und brechen dem November ein Tor. Er fliesst in Regenströmen und Dunkel herein. Seine Stimme ist ein tödlicher Trommelwirbel, der den Bäumen bis in die Wurzeln grollt. Er baut die Zeltstädte der Wolken auf den Bergen auf. Er ist die heulende Vorhut vor der Stille des Eises, er ist die grosse Ballade zu den funkelnden Flammenspitzen winterlicher Herdfeuer. Sein Atem ist Auflösung, was er anhaucht, fällt. Wer weich ist, der rüste sein Herz. Wem die Gefühle zum reissenden Strom anschwellen, fortgerissen in die Attacke des Todes und der Traurigkeit, schlage Brücken und befestige Dämme. Wenn die Flut überstanden ist, werden die Abendröten still auf den Rippen der Bäume glimmen und Schneefelder den Advent erleuchten. In bunten Feuern, voran das Gelb und das Rot, verzehrt sich der grosse Park. Die Eschen schauern. Die Birken flattern, und die schlanken Pyramiden der Pappeleichen biegt der Sturm wie Garben. Die Büsche, an denen im April die Frühlingsschere des Gärtners schnitt, stehen wie Oefen in Glut. Jahreszeit der Städte und der Lampen, der Lektüre und häuslichen Geselligkeit. Grüblertage, Wetter für Plänemacher und Träumer. Mit Kindern gefüllte Stuben. Der Nikolaus wirft seinen Schatten und Nüsse voraus. Duft von gebratenen Aepfeln schwebt umher. Wie aus Bernstein und grünem Kristall gegossen leuchten die Weintrauben auf den Schalen. Sie muss nicht traurig sein, diese Zeit. Wer nicht arm ist an Kraft und Mut blickt den Tagen der langen Dunkelheiten und des erstarrten Lebens trostvoll entgegen. Jetzt, da das Laub fällt, falle mit ihm nicht auch der Mut. Wo kein Ausweg scheint, findet sich schliesslich doch noch eine Tür. Auf den Versuch kommt es an. Das Leid ist da, um auf dem Weg zu gereifterem Glück durchschritten zu werden. Ein Schicksal ohne herbstliche Not ist kein wahres Leben — hinter allem leuchtet ein neues Licht, ein neuer Frühling. Das ist ein Trost in dieser Zeit! Freuden kommen oft unverhofft, und manchmal ist die Verbitterung nur die stachlige Schale in der sie reifen. Und die Kinder und jungen Leute, die sich über die Kälte *und den Regen beklagen, werden entzückt sein, wenn beide eines Morgens sich in Schnee verwandeln, der als köstliche Bahn sich vor die Schlitten breitet. Das sicherste Mittel gegen die Melancholie des Laubfalls ist ein menschenfreundliches Herz. Wer seinem Nächsten hilft, hilft sich selbst, und in Zeiten, da man sich selbst nicht leiden kann, bringe man seine Liebe, die sonst schal würde, hilfreich bei seinen Mitmenschen unter. Das wirkt oft wie eine Verpflanzung in ein kräftigeres Erdreich, in der man sie weiterblühen sieht zur tröstenden Zufriedenheit. Rothaut « In der nordamerikanischen Prärie wurde ein Mann überfallen und erdolcht. Dem Tode nah, ging er im Geiste sein ganzes Leben durch. Und fand da einen Makel . » Erbarmungslos brannte die Sonne. Er wusste nicht mehr, der hagere, ältliche Mann im abgetragenen Lodenanzug, ob es zwei waren oder nur einer, die ihn erledigt hatten. Denn es war aus mit ihm, binnen kurzem, das empfand er deutlich ... Die kleine Fabrik hatte er gut eingeführt, und der Schwiegersohn würde damit schon zurechtkommen. Die Tochter hatte bereits ein Kind, die Welt schien eine unmerkliche Drehung genommen zu haben, nach vorn; neue Geschäftsprinzipien herrschten, neue Gedanken, neue Wünsche erfüllten die Herzen der Nachkommen. Es war Zeit, zu gehen. Vielleicht ist der Gedanke »des behaglichen Alters nur ein Selbstbetrug des entkräfteten und vom Leben entrechteten alten Teiles der Menschheit. Ein Mann wie er, zeitlebens im harten, unerbittlichen Kampf stehend, sich selbst treu bis zum Letzten, war nicht gemacht dazu, seinen eigenen Zerfall mitanzusehen. Es ist gut so, dachte der Mann. Er lag auf dem Rücken. Er hatte eine kleine Fahrt zu seiner Erholung gemacht, war ausgestiegen bei irgendeiner Station, weil ihn die sanften Hügel und der schattige Wald lockten. Da hatten sie ihn überfallen, am hellen Tage. Ein Schlag auf den Kopf traf ihn und gleichzeitig fuhr ihm ein Messer zwischen die Rippen. Sie hatten ihm alles abgenommen, Geld und was er an Wertgegenständen besass. «Gründliche Arbeit.» Er lächelte anerkennend. Droben liefen kleine, helle Wölkchen gegen die Sonne. Und da geschah es, dass er an sein Leben dachte, an seine Kindheit. «Du bist ein echter Yankee,» sagte der früh verstorbene Vater zu ihm mit ferner, tönender Stimme. «Einer der letzten.» So war er geworden: zäh und unbezwinglich. Er trug Zeitungen aus in kleinen, blauen Höschen, die nackten Sohlen gewöhnten sich früh an den Staub der Grossstädte. Er trat in einen Laden ein, rollte Fässer, schleppte Säcke; später stand er hinter dem Pult und bediente die Kunden. Er zog als Tramp durch die Staaten und erwarb Erfahrungen und Menschenkenntnis. Er begann einen eigenen Handel, gewann einiges und verlor alles. Das wiederholte sich oft. Die Mutter daheim wusch und arbeitete für andere Leute. Er war das Ebenbild der Mutter. Hager und gross war sie, mit vorspringender Nase und festen, grauen Augen. Sie tat alles für ihn. Später kam er zu den Herden, kaufte und verkaufte Rinder, erwarb Geld, und wurde darum von einem Freund betrogen. Die Mutter half, als er zerlumpt und abgerissen wieder in Chicago eintraf. Er begann einen Obsthandel. Es ging gut eine Weile. Er nahm eine Frau, ein ordentliches Ding. Sie zogen fort, an einem hellen, sonnigen Tag, er entsann sich genau, oben liefen kleine, weisse Wölkchen gegen die Sonne. Die Mutter blieb zurück. Wechselvoll waren seine Schicksale. Er kam hoch, um tief zu stürzen. Aber sein zäher, alter Yankeemut verliess ihn nie. Er wurde ein guter Vater, er sorgte für alle. Er hatte eine Schuhfabrik gegründet aus den kleinsten Anfängen heraus, sie gedieh und wurde ein einträgliches Geschäft. Die Mutter war inzwischen gestorben. Kinder kamen, ein Sohn fiel im Krieg. Er konnte nicht abkommen, zum Se non e vero... In einem vor wenigen Tagen in der «B.Z. am Mittag> erschienenen Interview mit Hans Stuck wird auch folgende entzückende Anekdote erzählt. Ob sie auf reiner Wahrheit beruht, entzieht sich unserer Kenntnis. Jedenfalls: Se non e vero .. Hans Stuck hat viele lustige Geschichten dieses Jahr erlebt, aber das Netteste war, als er von Avignon nach San Sebastian fuhr und abwechselnd vor und hinter sich einen roten Alfa Romeo-Sport hatte, der ihn nicht aus den Augen Hess. Das ging etwa 250 Kilometer so, bis schliesslich der Alia Romeo quer auf der Strasse stehen blieb. Der Lenker des Fahrzeuges springt heraus und — Stuck im weissen Mantel für einen Chauffeur haltend — verneigt sich vor Frau Stuck und fragt auf Französisch, ob sie was dagegen habe, wenn er mit ihrem Chauffeur spräche, für den er sich interessiere. Frau Stuck bittet darum. Und nun sagt der Italiener ganz unverblümt, Stuck auf die Schulter klopfend: «Sie sind zwar nur ein einfacher Chauifeur, aber ich habe Sie jetzt fünf Stunden lang beobachet, und sie fahren so routiniert, so gleichmässig, so schnell und vorsichtig dabei, dass ich grosse Lust habe, Sie zum Langstrecken- und Rennfahrer auszubilden. Wenn Sie Lust haben, schreiben Sie mir Ihre Adresse auf dieses Papier!» Stuck — in Mütze und Brille nicht leicht erkenntlich — schreibt auf das Papier: Hans Stuck, Auto-Union-Zschopau, worauf der Herr in ein lautes Gelächter ausbricht und meint: «Da werde ich Sie wohl schwerlich engagieren können; aber erkennen hätte ich Sie müssen — ich bin nämlich einer der Direktoren von Ferrari.» Tempo unserer Zeit! In der Ueberwindung von Raum und Zeit ist schon wieder ein Rekord zu verzeichnen. Vom letzten Donnerstag nachmittag an wird in Hunderten von englischen Lichtspieltheatern ein auf drahtlosem Wege übermittelter Film gezeigt, der die Ankunft der Sieger im Luftrennen England—Australien, Scott und Black, auf dem Bildstreifen vorführt. Diese Meldung wirkt zunächst auch für den Fachmann verblüffend. Bekanntlich aber Begräbnis der Mutter. Es war seltsam, aber er kam nie wieder nach Chicago. Der Mann lag auf dem Rücken und lauschte angestrengt in sich hinein. Wie konnte es kommen, dass ich das Grab der Mutter nie gesehen habe? fragte er sich, während die Wolken durch seine grauen Augen liefen. Und da straffte sich noch ein einziges Mal alles, was an Kraft und unbeugsamem Willen im hageren Körper dieses alten Mannes steckte. Wie lebendige Kraft drang das weisse Licht der Wolken in sein Hirn und die Wunde schloss sich über seinem Herzen. Er ballte die Fäuste, schloss die Kiefern, dass es knackte und stand auf. Er ging zur Bahnstation zurück, langsam und bedächtig, die Augen starr auf einen fernen, unsichtbaren Punkt gerichtet, schrieb ein Rückantwort-Telegramm aus und setzte sich im kleinen Warteraum auf eine Bank. Innerhalb einer Stunde war das Geld da. Kurze Zeit später brauste der Zug nach dem Süden mit ihm davon. Er hielt die Hand über die Stelle seines Touristenrockes, die von einem kleinen, scharfen Schnitt verunziert war. Einen Tag und eine Nacht sass er so da, kerzengerade aufgerichtet, mit grauen, hohlen Schläfen, die Augen starr geradeaus. Sie fanden ihn auf einem kleinen Friedhof der Altstadt in Chicago. Er lag mit ausgebreiteten Armen da. Ein Arzt untersuchte seinen Körper, um die Todesursache festzustellen. Viele Kriminalisten wurden bemüht. Viele Aerzte kamen, um ihn anzusehen. Eine grosse Kapazität sagte: «Es ist unmöglich, ich traue meinen Augen kaum, und doch ist es wahr. Dieser Mensch sollte schon vierundzwanzig Stunden, ehe er starb, tot sein, aber er lebte noch. Welche Kraft hielt ihn aufrecht?» Da sah der berühmte Arzt auf das hagere, feste Gesicht des Toten herab; die Nase sprang scharf hervor und die Haut spannte sich wie gegerbtes Leder über den Backenknochen. Alte Indianer sahen vielleicht so aus, die längst vergessen sind. P. U. Die Tages-Aktaalität Stuck —der Chauffeur... setzt sich jeder Film aus einer grossen Zahl von Bildern zusammen, die einzelne Bewegungsphasen festhalten und bei der Projektion zum « bewegten » Bilde ineinanderfüessen. Ebenso wie man schon seit langem «Bilder» drahtlos übertragen kann, kann man also auch die einzelnen Bilder eines Filmstreifens übertragen. Da grade auf der Linie England-Australien besonders günstige Ubertragungsverhältnisse herrschen, erscheint es durchaus möglich, dass man während der Nachtstunden ein paar Meter des in Australien aufgenommenen Filmstreifens Bild für Bild übertragen und in England wieder zu einem Filmstreifen von gleicher Länge zusammengesetzt hat. Der Modetanz 1935 kommt aus Havanna. Aus den Vereinigten Staaten ist, wie dies bei Tänzen anscheinend unvermeidlich ist, auch der neueste Modetanz zu uns nach Europa gekommen, der « Carioca ». Er stammt ursprünglich von der Insel Kuba, wo er mit besonderer Meisterschaft in Havanna getanzt wird. Es ist ein ruhiger dezenter Tanz — sagen die einen. Andere wieder erklären, er sei eine Mischung aus Tango und Rumba und eine dritte Partei erklärt, man könne ihn überhaupt kaum vom alten ehrlichen Foxtrott unterscheiden. Mit 32 Jahren Grossmutter. In dem Ort Torontal, unweit der rumänisch-jugoslawischen Grenze, wohnt die jüngste Grossmama Ungarns, die 32jährige Frau Bescey. Sie selbst hat mit 15 Jahren geheiratet. Vor einem Jahr heiratete ihre Tochter Ester, ebenfalls mit 15 Jahren und diese ist soeben Mutter geworden. Die Blätter sprechen die Hoffnung aus, dass sie Frau Bescey zu ihrem 48. Geburtstag zur Urgrossmutter gratulieren können. Wo leben die Menschen am längsten ? Eine Zusammenstellung der verschiedenen Bevölkerungsstatistiken ergibt, dass die Menschen ki Neuseeland durchschnittlich am ältesten werden : dort ist die Lebensdauer eines Manne's 64, die einer Frau 68 Jahre. In Europa schlagen die Schweden den Rekord der Langlebigkeit mit 61 Jahren für den Mann und 64 für die Frau. In Nordamerika bringen es die Männer durchschnittlich auf 59, die Frauen auf 63 Jahre. Ueberall sind also die Frauen, langlebiges. Von Emil Hügli. Novembersonne streift die Friedhofsmatter und schüttet müde ihren blassen Schein auf all der neu geschmückten Gräber Reih'n, wo manch ein Haupt sich senkt in. stummer Trauer. Vom nahen Walde her huscht jetzt ein grauer Herbstnebel wie ein Schleierbild feldein, und Wald und Garten, Kreuz und Marmorstein h umhaucht es wie ein kühler Sterbeschauer. • Nur auf den Gräbern, auf den regenfeuchten, loht aus den Kranzgewinden noch ein Leuch--, ten im letzten dämmerleisen Abendrot... \ Und eine lichte Botschaft will verkünden: Wo Herzen sich erinn'rungstreu verbünden, da ist die Liebe stärker als der Tod. E Bundesfyr z'Bombehuuse Von Alfred nuggenberger. Dem kürzlich im «Volksverlag Elgg> erschienenen neuen fröhlichen Büchlein Huggenbergers • Pfeffermünz und MagebroU entnehmen wir zur Probe das nachfolgende Gedicht, das in besonders gelungener Weise den lauten Festhütten-Betrieb der Bundesfeiern ironisiert. Siehe auch «Büchertisch». Die Redaktion. Mir händs erreicht, es ist e Gnad vo Gott; Mir wüssed entli, was d'Helvezia wott, Und was ere-n-am meiste Herzfreud macht An ihrem Fast am erste-n-Augste z'nacht. Ich säg's nid nohe, ich ha's selber g'nosse, I Bombehuuse händ's de Vogel gschosse; Was dene Lüte 's Vatterland bedüt't, Das chast no g' h ö r e, trotz der schlechte Zit. Sie reded g'wüss scho am Neujohr devo: «Am erste-n-A u g s t e mues dann öppis goh! En rechte Schwitzer git däm Züüg de Böge, Mir händ nö Geist, mir wehred is wie d'Choge!» Sie zelled d' W u c h e, planged halbe z'tod, Bis entli da gross Tag am Himmel stoht. Am Obig tränked's scho vor's g'fuetteret händ — Wenn doch acht Böller dert am Rainlistöndf Pums! — händ er's ghört? Pums! — siebe m i ten and ! Di erste Schütz im ganze Vatterland! Hät's au scho däwäg g'klöpft sit d'Erde stoht? Seh — lueged, ob am Chirchturm 's Zit no goht! Fortsetzung folgt! Sie stöpsled grad wie b'sesse, Zwee händ im Yfer 's Pulver gar vergesse, Sie schüssed, dass vor Freud de Himmel g'nappet. «Nüd spare! D'Gmeind hat 's Pulver jo berappet, En Tschumpel, wer so öppis nid benutzt!» Zwei Ross sind dure'prennt, 's hat Schybe 'putzt. Vom Lüte g'hört me nüt im ganze G'viert: Was hüt nüt chost, wird au nüt g'estemiert. 's ganz Dorf lauft zäme, d'Säugling nähmed's mit. Jo — brüeled nu bis g'nueg, ihr händ derzit. De Schützedirigent ist hoch im'Schwung, De Gmeindstoz macht da Chrachli nomol jung. «Drei Salve no, dann mues de Funkte dra! Mer händ no selte so en Schoche gha! Und 's Füürwerch erst! Das git en andere Märt, Ich glaub, de Moo lauft nochether verchehrt! Zweihundert Franke hä'mer dasmol g'woget, 's brucht niemer z'wüsse, dass is d'Schulde ploged.» So —entli nachtet's und de Holzstoss brennt — Nei, wie das Buebezüüg drumume rennt! Ä Allerseelen Sehalter mit 4-5facher vt Wärme-Regulierung W. IS Bea&Men Sie diesen grossen Vorteil beim Heizkissen und wählen Sie nur Marke SOLIS