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E_1934_Zeitung_Nr.088

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De chlynsti Bürzel loht

De chlynsti Bürzel loht elf Schwärmer chlöpfe, Sie händ dank d'Sparbüchs g'hörig müese schröpfe; Au alt Pistole sind in Akzion, Es langet zu-n-ere chlyne Sensazion. Wie schön, wenn e Rageete Some streut — Wie chnatteret's, wenn sie i der Luft verheit! Zwei Totzed pfurred uf in einer Fuehr, Denn d'Zündig chlappt, es lauft wie an're Schnuer. En Seeleg'nuss! Chönt's au no reineri ha? Wenn nüt verchrachet sunst, mues 's P u 1 v e r dra ! .Wie chützlet ein da eebig eige Ton — Uf's Johr git's dann Rageete-Subvenzion. De G'schydist hat e Red. Es lauft wie g'schmiert. Dernebst, so werded wacker Frösche grüehrt, Dass d'Chind und d'Fraue wychsed wie verstört — Halt alles, was zur Techte FaSnacht g'hört. De Redner schruubet d'Stimm no höcher ue; I jedem dritte G'sätzli git er zue, Dass d'Zite misslech seigid gegewärtig. E Hoch uf's Vatterland — iez ist er färtig! 's Füür goht dann noh und noh doch au zum End — Oeb acht no neimewo en Funkte brennt? Nüt isch! M i r butzed! Dass mir d as erlebedt 's chräit alles: «Uesen hat am längste g'hebe t!» D'Lüt g'napped iez allsgmach is Dörfli abe, Es glt noTanz für d'Maitli und fürd'Chnabe; De-n-Alte langet's zu'me zünftige Jass, Zu jedem Fast g'hört doch en Nohegspass. Wo's taget, lait sich au de letscht uf's Ohr: «So V-Vatterland — iez h ä s c h es f-für e Johr!» Der organisierte Bettel einer Großstadt. Der weisse Hirsch. Amerikanische Blätter melden aus New Im Oberharz wurde vor längerer Zeit ein York, dass dort eine «Bettelei-Unternehmung en gros» entlarvt worden ist. Leiter war ein gewisser John. Das Unternehmen beschäftigte zumindest 12 Personen, die Blindheit simulierten und an den verkehrsreichsten Strassenecken bettelten. Der ,Chef präparierte jeden Morgen die Augenlider der ,Blinden' mit einem chemischen Mittel, dass die bedauernswerten Leute den ganzen Tag über die Augen auch in unbewachten Momenten nicht öffnen konnten! Allerdings brachte er sie in seinem eigenen Auto an die Bettelplätze. Jeder yBlinde' erhielt pro Tag ein festes Gehalt von 3 Dollar, wofür er verpflichtet war, dem Chef den ganzen Tageserlös abzuliefern, der natürlich oft ein Vielfaches des Taglohnes betrug. Bilder, die den Klimawechsel nicht vertragen. In den grossen amerikanischen Museen haben sich in letzter Zeit die Fälle gehäuft, dass wertvolle Gemälde durch eine Zersetzung der Farbe oder des Firnis unscheinbar geworden oder sogar vollständig zugrunde gegangen sind. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass an dieser Erscheinung die Verpflanzung der Kunstwerke in ein anderes Klima die Schuld trägt. Die Leitung der städtischen Museen in New York hat sich daher in diesen Tagen mit einer Eingabe an die Regierung gewandt, in der sie fordert, dass die Einfuhrerlaubnis für alte Bilder in Zukunft von dem Nachweis abhängig, gemacht wird, nach dem die Bilder in Europa einer sachgemässen Schutzbehandlung unterzogen worden sind. cpr. fe&Schule idemann Göschenen BAHNHOF BÜFFET Umladestelle für die Autos nach und von Airolo. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit. Auskunft über Fahr- und Transportverhältnisse. Tel. 11. (Nicht zu verwechseln mit Hotel Bahnhof.) Höfliche Empfehlung Steiqer-Qurtner. iTnln I HÄBAL Inserieren bringt Gewinn Hypotheken Ablösunqs & Schuldenfreies Heim bei Zinsverrechnung von 2 °/ 0 Zum Bau von Eigenhelmen Zum Kauf von Liegenschaften Zur Ablösung von Hypotheken. Kostenlose Auskunft erteilt: Kreisdirektion Bern; P.Mauderli, Marktgasse50, Bern,Tel.27.801. Kreisdirektion Zürich: A. v. Blarer, Bahnhofstrasse 31, Zürich (Orell Füssli-Hof), Tel. 35.941. Kreisdirektion Schaff hausen: Alb. Wyser, Fron wagplatz 20, Schaffhausen, Tel. 18.80. Kreisdirektion Solothurn: A. BUhler, Klarastrasse 37, Ölten, Tel. 36.82. Das Gackloch unverbürgte - unkündbare Grundpfand-Kredite BAS EL . Adlerstrasie 44, Tel. 49.644 weisser Hirsch bemerkt. Die Mitteilung über sein Auftauchen in den Wäldern des Postbezirks Sieberberg bei St. Andreasberg fand zunächst nicht den rechten Glauben, aber immer mehr Leute zogen hinaus und durchstreiften die Wälder der Berge, um den sagenhaften Hirsch zu erblicken. In zahlreichen Fällen gelang es auch, in seine Nähe zu kommen. Jetzt ist der weisse Hirsch das Opfer eines nächtlichen Kampfes mit einem Rivalen geworden. Wie erbittert der Kampf zwischen den beiden Hirschen gewesen sein muss, geht vor allem aus den Spuren, die an der Kampfstätte gefunden wurden, hervor. Der weisse Hirsch unterlag; er wurde, in einem Wildgatter hängend, verendet aufgefunden. Es ist beabsichtigt, das seltene Tier dem Museum in St. Andreasberg zu.überlassen. Ein Schinken für vier Parkettplätze. In dem Städtchen Abingdon in Virginia (U.S.A.) hat sich eine Truppe erwerbsloser Schauspieler niedergelassen und spielt dort in einer früheren Schule. Die Eintrittskartell sind —. Lebensmittel. Die Kasse gleicht am Abend einem grossen Warenlager. Dieses Verfahren hat unter den Farmern grossen Anklang gefunden. Geld haben sie nichi aber für Lebensmittel gehen sie gerne ins Theater. Allmählich hat sich auch ein fester Satz herausgebildet; während anfangs -stets ein grosses Feilschen um die Plätze begann.. 4 Parkettplätze kosten einen Schinken. Jeder bringt, was er hat, und da er fast immer dasselbe bringt, weiss man stets, wer im Stadttheater Abends^ 8 Uhr, Sonntag nachmittags 3 Uhr. Di. abeild 30. Okt. Wiederholung des I. Ballettabends des Stadttheaters. Mi, abend 31. OM," 7^ ^nr: ^um l e ' zten Male: Der Rosenkavalier, Oper v. Rieh, Strauss (A-Ab. 5). DO. abend 1. NOV. Volksvorstellung: Zauberflöte. Fr. abend 2. No». Zar ""»d Zimmermann, Oper von Lortzing (A-Ab. 5). Sa. abend 3.NOV. Welt-Uraufführung: Gruezf, Schweizer Revue-Operette, Musik von Robert Stolz. SO. nachm. 4. NOV. Zar und Zimmermann. So. abend 4. Nov. Gruezi. Schauspielhaus Abends f* * So ~ Der « Autler-Feierabend » wird unter diesem Titel in Zukunft fortlaufend über alle Ereignisse im Film-Leben kurze Meldungen bringen. Wir beginnen heute mit dieser neuen Rubrik, die wir der Aufmerksamkeit unserer Leser empfehlen: Naporaon-Grossfilm «100 Tage». Auf der Insel Elba werden zur Zeit die Aussenaufnahmen für den Napoleon-Groesfilm «100 Tage» nach dem gleichnamigen Schauspiel von Mussolini- Forzano gedreht. Die Regie für die italienische Passung führt Forzano und für •die deutsche Franz Werner. Corrado Bacca und Werner Kraus spielen in den beiden Fassungen den Napoleon. Die Insel ist zur Zeit von Statisten in den malerischen Uniformen der Napoleonszeit überfüllt. Greta Garbo privat. Greta Garbo wird auf Weihnachten hin den Ateliers von Hollywood den Rücken kehren und für einige Monate in ihre schwedische Heimat zurückkehren, um sich dort von einer schweren Operation, der sie sich unterziehen musste, völlig zu erholen. Theater ist. Die Schauspieler haben zwar so kein Geld, aber sie haben wenigstens zu leben. Das Babygeschrei auf der Grammophonplatte. Eine junge New Yorker Stenotypistin, die von ihrem Liebhaber, einem Architekten, verlassen war, nachdem aus dem Verhältnis ein Kind hervorgegangen, zwang jetzt den Mann auf originelle Weise zur Anerkennung der Vaterschaft. Sie Hess Grammophonplatten mit dem Geschrei des Babys anfertigen und sie an mehreren Abenden hintereinander, ohne selbst anwesend zu sein, vor dem Appartement des Architekten spielen. Jämmerliches Geschrei erfüllte jedesmal den Korridor im 17. Stockwerk des Miethauses, so dass alle Bewohner erschreckt öffneten und statt eines lebendigen Babys nur den Grammophonapparat mit dem Kindergeschrei gewahrten. Beim dritten Konzert fühlte sich der Architekt so blossgestellt, dass er schleunigst zum Rechtsanwalt rannte und der ehemaligen Freundin seine Vaterschaft und damit die Alimentenverpflichtung Tiess. bestätigen Afrikanischer Geschäftsbrief. Bei einer Berliner Exportfirma ging dieser Tage ein Schreiben eines ihrer Kunden ein, TägL das erstklassige Cabaret-Programm. r tag nachm. Sii Uhr, Telephon 924.136. — Parkplatz. Di abend 30. Okt. R^vn, ein Südseestück v. Sommerset Maugham. Restaurant Urania Mi. abend 31. Okt. Sensationspro«ss. Uraniasfr. 9 Do abend 1NOT Volksvorstellg.: Das kleine Cafe, Die beliebte Unterhaltungsstätte. Konzert und Variete. Anerkannt gute Küche. mit Max Hansen. Fr. abend 2. No». Re 9 en - Sa. abend 3. Nov. } So. nachm. 4. Nov. I Das kleine Caf

N»88 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 15 EK EFEQ/£\ Details der neuen Modelle Hals und Oberkörper. Die Halsarrangements spielen bei den neuen Modellen eine grosse Rolle. Die flachen Taillen und auch die drapierten Ausschnitte scheinen abgetan. Die Rückkehr zu den Moden von 1900 oder sogar 1895 akzentuiert sich noch deutlicher, indem wir eine Renaissance der Garnierungen, der Revers und einer amüsanten Fülle von Einzelheiten erleben. Die Büste wird ein wenig betont, und die Mannequins bringen sie bei der Vorführung kühn zur Geltung. Die alte Devise « Bauch hinein, Brust heraus » lebt wieder auf. Mäntel und Jackenkleider, Pelzgarnituren sind, wie stets im Winter, auf der Tagesordnung. Sie werden auf den Mänteln immer voluminöser. Glatte Revers genügen nicht mehr, wir sehen ondulierende Volants aus Astrachan, aus geschorenem Lamm, aus Breitschwanz. Neu sind die auswechselbaren Garnituren aus Pelz, bestehend aus einem Stehkragen und einem sehr reich drapierten Jabot, die man auf jedem Schneiderkleid tragen kann. Manche Ensembles haben mehrere solche Garnituren und sogar einen passenden Muff dazu. So geht man eines Tages mit Seal, am nächsten Tag mit Biber verbrämt, wie es uns gefällt. So ein grünes oder braunes Samtkostüm mit zwei Pelzgarnituren ist ein guter Behelf für Frauen, die nicht immer in derselben Uniform erscheinen wollen. Manche Mäntel weisen Gürtel aus Pelz auf, und manchmal hängt er mit zwei grossen Pelztaschen zusammen, die auf diese Art auf dem Mantel angebracht sind. Sehr viel Krawatten, sehr viele Schleifen aus Pelz. Füchse schmiegen sich um den Hals, um die Aermel, kurz die Phantasie hat freien Spielraum, den Pelzaufputz abwechslungsreich zu gestalten. Auf den Nachmittagskleidern: Die Kleider sind beim Hals hoch ansteigend, was nicht sehr kleidsam ist, und daher mildern die Schneider diese Linie durch grosse Maschen am Ausschnitt. Das tut Viennet, ebenso Molyneux. In letztem Haus gibt es ein reizendes Modell dieser Art aus schwarzem Jersey mit einer Krawatte aus rosenrotem Samt. Bei Alik sieht man ein schwarzes Jerseykleid mit einem kleinen Sattel aus Gold, ebenfalls in Jersey. Schiaparelli bringt Offizierskrägen aus hellem Wollstoff, z. B. in hellblau, auf den dunklen Kleidern, an.- Viele Kleider sind mit Pelz besetzt, aber das ist für warme Herbsttage oder für den Süden. Wir werden bald wärmende Umhüllen brauchen. Decollete. Es sah aus, als würden wir nur mehr rückenfreie Kleider tragen und den Ausschnitt vorn ganz verschmähen. Aber die Mode ist wandelbar, und so sind überraschenderweise in den Kollektionen wieder richtiggehende Hofausschnitte zu sehen. Der die Schultern entblössende Ausschnitt des zweiten Kaiserreiches findet sich bei Molyneux sehr häufig. Ein Tüllkleid mit einer gezogenen Halskrause zeigt die Schultern ohne jede Bretelle, ein ganz neuer Effekt. Heim hat ein Samtkleid geschaffen, das demselben Prinzip huldigt. Hier umgibt ein plissierter Samtvolant den Ausschnitt. Auch Jeanne Lanvin bekennt sich zum Decollete des zweiten Kaiserreiches, aber hier ist eine schmale Samtbretelle verwendet. Lügt Dein Kind? Der kindlichen Lüge wird seitens der Eltern und Erzieher als Charakterfehler vielfach eine übertriebene Bedeutung beigemessen, die ihr gar nicht zukommt. Gewiss, es gibt unter Kindern sogenannte «notorische Lügner», die durch ihre ständigen Unwahrheiten ihrer nächsten Umgebung nicht unbegründete Beunruhigung im Hinblick auf ihre weitere Entwicklung einflössen, aber glücklicherweise handelt es sich hier nur um vereinzelte Fälle, um Kinder, die in der Hand eines geschulten Erziehers immerhin noch zu brauchbaren Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft herangebildet werden können. Die Fehler der Kinder sind in der Mehrzahl der Fälle weitaus nicht so beunruhigend als jene der Eltern in der Erziehung, denn meistens bedingen erst diese jene. Das Wort von der «Erziehung zum Erzieher» ist keineswegs unangebracht, wenngleich fast alle Eltern der Meinung sind, « geborene » Erzieher zu sein! Sie begründen dies mit dem Hinweis, dass doch Eltern seit Jahrhunderten ihre Kinder selbst erzogen haben, dass sie — mit diesen durch Bande des Blutes verbunden — instinktiv wissen, was in jedem einzelnen Falle zu tun sei; dabei vergessen sie aber vollkommen, dass sich die Lebensbedingungen in der letzten Zeit ganz wesentlich geändert haben, die ganze Lebensführung komplizierter geworden ist. Unter diesen Umständen erscheint es nicht verwunderlich, dass Eltern für die Kinderlüge nicht das richtige Verständnis aufbringen, das heisst natürlich beileibe nicht, dass sie dieselbe, nach dem bekannten Sprichwort: « Alles verstehen, heisst alles verzeihen! » in jedem Falle zu entschuldigen hätten. Nein, aber sie verstehen meistens nicht, dieselbe als ein Symptom aufzufassen, als ein «memento mori», dass in der kindlichen Seele irgend etwas nicht klappt. Statt der Sache auf den Grund zu gehen, glauben sie vielfach durch Schelte, gelegentlich auch heute noch durch Schläge diesem Charaktermangel abhelfen zu können. Dies ist aber grundfalsch und ein ebenso zweckloses Beginnen, als wollte man bloss das als Symptom auftretende Fieber bekämpfen, ohne sich um die eigentliche Krankheit, die sich dahinter verbirgt, zu kümmern! Oft hindern auch Eltern, die vom besten Erzieherwillen beseelt sind, eigene Charakterschwächen daran, jene der Kinder richtig einzuschätzen, wie sie oft bei der kindlichen Lüge vor allem darüber empört sind, dass es — das Kind — sie, die Erwachsenen, hinters Licht führen will. In solchen Fällen darf sich der Erzieher einfach nicht beleidigt fühlen, weil er damit die Sachlichkeit verliert, und durch derartige Erziehungsfehler der' Persönlichkeitsentfaltung des Kindes ein weitaus grösserer Schaden zugefügt wird als sich 1 vorerst absehen lässt; denn Fehler in der'Erziehung offenbaren sich oft erst nach Jahren. Wieder in anderen Fällen wird der Fehler begangen, dass man dem Kinde alles mögliche verspricht, wenn es beispielsweise eine Woche lang nicht lügt; gewiss, das Kind wird sich daran halten —, eine Woche, um des Versprochenen teilhaft zu werden, vielleicht auch eine zweite Woche —, in der dritten wird es aber bestimmt in seinen alten Fehler zürückVerfallen, um sich wieder eines Vorteiles, der in einer neuerlichen Versprechung liegt, zu versiehern. Wenn wir also der Wurzel der kindlichen Lüge nachgehen, so werden wir wahrnehmen können, dass diese meistens gar nicht so einen furchtbaren Charaktermangel darstellt, als vielfach von überängstlichen Eltern behauptet wird und mehr oder minder bloss als «Notlüge» zu werten ist. Warum greift aber das Kind zur Notlüge? Weil es einfach durch eine überstrenge Erziehung in seinem Mut, in seinem Selbstvertrauen erschüttert wurde und nun auf abwegigen Bahnen — durch List und Lüge — den ihm begegnenden Lebensschwierigkeiten ausweichen will. Es ist zweifellos ein unbilliges Verlangen, dass ein Kind, welches im Falle eines Geständnisses bestraft zu werden fürchtet, sich aus feiner Wahrheitsliebe dieser Gefahr aussetzen soll. Ueberall dort, wo von Erwachsenen in irgendeiner Form Justiz an Kindern geübt wird, besteht der Anreiz zur Unwahrheit; Eltern, die mehr kameradschaftlich mit ihren Kindern verkehren, sich ihres Vertrauens erfreuen, werden nur in den seltensten Fällen über Lügen zu klagen haben. Man muss dem Drange des Kindes nach Selbständigkeit in gewissen Grenzen Rechnung tragen, will man es nicht — wie eben erwähnt — auf die schiefe Bahn der Lüge führen oder aber — in krassen Fällen der Entmutigung — den Keim zu späterer vollkommener Lebensuntüchtigkeit legen. Es ist ja leicht einzusehen, dass Kinder, die ständig beaufsichtigt, ständig kontrolliert werden, über alles und jedes Rechenschaft ablegen sollen, auch wenn sie ein reines Gewissen haben, unwillkürlich zur Unwahrheit verleitet werden, oft bloss aus einem Trotz heraus, der gegen diese Bevormundung revoltiert; ist aber das Gewissen nicht ganz rein — um «schwere Belastungen» handelt es sich ja meistens nicht — dann liegt in solchen Fällen die Lockung zur Lüge nur um so näher. Aber nicht nur bei der autoritären Erziehung ist die Gefahr zur Lüge gegeben, auch bei der überzärtlichen, die den « Nesthäkchentypus » züchtet, gleichwie beim «einzigen Kinde ». Diese Kinder sind gewohnt, stets im Mittelpunkte des allgemeinen Interesses zu stehen, beachtet und bevorzugt zu werden, und wenn ihnen dies das eine oder andere Mal nicht gelingt, erlügen sie sich vielfach die allgemeine Aufmerksamkeit. Eitelkeit und Renommiersucht lassen sie Geschichten und Erzählungen erfinden, in denen sie die Hauptund Heldenrolle spielen, aus welcher Tatsache sich die -Tendenz verrät, aus einer unbefriedigenden Wirklichkeit in eine erdichtete Welt zu fliehen, in welcher der Traum eigener Grosse und Wichtigkeit erfüllt zu sein scheint. F. H. (Aus dem Oktoberheft der «Eltern-Zeitschrift», Orell FiisaH, Zürich.) Nationalökonomie im Haushalt Int Schweizerwoche, In den Bahnwagen, den öffentlichen Bureaus und Gaststätten grüsst das freundliche Bild des blumengeschmückten Schweizerhauses. Seinen Giebel ziert das weisse Kreuz im roten Feld. Das bedeutet: die «Schweizerwoche» ist im Lande wieder eingekehrt. Ich höre Frauen sagen; «Was geht sie uns an? Schweizerisch oder nicht — wir kaufen dort, wo die Ware billig ist; das ist für uns in diesen schweren Zeiten die Hauptsache. Nach der Herkunft soll fragen, wer's vermag.» Falsch gerechnet. Es geht ..uiis, alle an, am meisten diejenigen, welche unter de> Arbeitslosigkeit zu leiden haben. Früher, als die Grenzen noch offen waren, konnten die gediegenen, in der Schweiz hergestellten Fabrikate hinausgeschickt werden in alle Welt; überall waren sie begehrt, Heute sorgt jedes Land für sich. Es ist ein trauriger und unnatürlicher Zustand. Wer hätte je gedacht, vor dem Krieg, dass es einmal dazu kommen werde, dass Ringmauern um jedes, Land gebaut würden, nicht sichtbare, aber um so fühlbarere! Fast wie im Mittelalter. Es ist wie ein Krampf in der Menschheit: Man kann nicht anders. Weil einer es so macht, müssen die andern es auch tun. Es ist sefilimm, dass unsere jungen Leute nicht mehr zur weiteren Ausbildung im Beruf und zur Ausübung desselben ins Ausland gehen dürfen. Jedes Land schaut eben auf seine eigenen Kinder, damit sie wenn möglich Arbeit und Brot haben. Es schickt langjährige Angestellte in ihre Heimat zurück, so dass das Heer der Arbeitslosen auch bei uns .grösser wird. Wenn wir nicht zusammenstehen in diesem wirtschaftlichen Kampfe, das Gesamte im Auge behalten und nicht nur an uns selber und unser kleines Schicksal denken, sondern an das Wohl und Wehe des ganzen Volkes, so gehen wir schlimmen Zeiten entgegen. Es ist keine Heldentat, die von uns Frauen zur Verteidigung unserer Wirtschaft verlangt wird: Ein bisschen nachdenken und einsehen —• ein wenig Gemeinsinn und Konsequenz. Durch unsere Hände gehen jahrein, jahraus Unsummen für die Versorgung der Familie. Wir tragen damit eine grosse Verantwortung. Wenn wir sie einmal erfasst habSn und wissen, dass alles, was wir zum Leben bedürfen, in guter Qualität und preiswürdig von unsern Mitbürgern geliefert werden kann, so werden wir bei jeder Gelegenheit Schweizerware verlangen. Ist das zuviel verlangt? Tausende fleissige Arbeiterhände regen sich für ans. Tausend Bauern im Flachland und in den Bergen mühen sich spät und früh, uns frische und vollwertige Lebensmittel zu verschaffen. Tausend Gehirne in Handel, Gewerbe und Industrie geben ihr Bestes, um der Wirtschaftsnot zu wehren. Und wir Frauen? Verlangt man zuviel von uns, wenn wir ein Wäschestück, eine Seife, irgend etwas für unsern Haushalt brauchen, einmal zu fragen: «Ist es Schweizerware?» Nein, will mir scheinen, und es ist gut, wenn wir lernen, über unsere eigenen Bedürfnisse hinaus an das Ganze, das Grosse zu denken und das Gefühl zu haben, dass auch wir Frauen eine öffentliche Verantwortung tragen, dass es auch auf uns ankommt. Wir müsson lernen, hinter jedem Ding den Menschen zu'sehen, dessen Existenz von dem Verbrauch abhängt. Wenn wir für den Winter Vorsorgen, brauchen wir warme Stoffe, gute Schuhe, Strickwolle, Unterzeug etc. Wir brauchen Kartoffeln, Aepfel und Holz. Es ist die Jahreszeit, wo so manches einfach nötig wird. Jetzt ist die beste Gelegenheit, uns zu bewähren. Die in die Schaufenster gestellten Schweizerwoche-Plakate weisen "uns den Weg zur heimatlichen Arbeit. Leichter kann man es uns nicht machen. Wir brauchen nur zu wählen. Ob die Mittel bescheiden, ob sie ausreichend sind, alle wollen wir sie dazu verwenden, unserem Haushalt gute, heimische Produkte zuzuführen. Denn wenn es dem Einzelnen besser geht, geht es bald allen besser. Auch wenn die Mauern, die uns alla jetzt einengen, nach allen Seiten hin einst wieder fallen, so haben wir den Beweis erbracht, dass wir noch vom Blute der Stauffacherin in uns haben, die nicht nur an sich und ihr Haus und ihr Wohlergehen dachte, sondern den Blick weiter richtete auf das Schicksal des ganzen Volkes. So werden wir aus der Enge und Kleinheit in die Weite und Tiefe wachsen und dereinst bereit sein, über mehr zu entscheiden und mitzubestimmen über die grossen Fragen unseres Landes. M. T. Kleine Winke Hilfe grosse Obstreife auf der Reise. Ausländisches Obst — besonders Südfrüchte — müssen in ihrer Heimat meistens unreif abgenommen werden, damit sie während der langen Frachtreise nicht verderben. Während der Beförderung reifen die Früchte dann nach. Nun kann sich jedoch der volle Vitamingehalt einer Frucht nur dann bilden, wenn sie unter der Sonne ausreift. Deshalb wird, wie aus den Forschungsergebnissen von Prof. Kollath, dem Direktor des Hygienischen Institutes der Universität Breslau, hervorgeht, durch das Abnehmen der Früchte in unreifem Zustand ihr Vitamin-D- und vor allem ihr Vitamin-C-Gehalt erheblich vermindert. Prof. Kollath kommt deshalb zu dem Schluss, dass unser einheimisches Obst ausländischen Früchten in Beziehung auf Vitaminreichtum nicht nur gleichwertig, sondern oft sogar überlegen sei. (Eine Feststellung für unsere Hausfrauen, die zur Zeit der «Schweizer Woche» praktische Erfolge haben sollte! Die Red.) Die « Mandel» beeinflusse das Wachstum. Ein Wiener Arzt wies nach, dass gewisse Beziehungen zwischen den Tonsillen — die im Volksmund als Mandeln bezeichnet werden — und der Längen- und Breitenentwicklung des kindlichen Körpers bestehen. Auf Grund seiner zahlreichen vergleichenden Untersuchungen kam der Arzt zum Schluss, dass durch die Mandelbeseitigung ein hormonbildender Faktor aus dem Körper entfernt wird, was sich auf Wachstum und Brustkorbentwicklung hemmend auswirkt. Rundfunkwellen und Zahnbehandlung. Man machte in der Zahnbehandlung gute Erfahrungen mit Kopfhörern, die an ein Radiogerät angeschlossen waren. Dem Patienten wurden die Kopfhörer angelegt, deren Membranen ja bekanntlich schwingen. Diese Schwingungen übertragen sich auf die Schädelknochen und wirken dort entgegengesetzt den Schwingungen, die durch den Bohrer des Zahnarztes erzeugt werden, wodurch das unangenehme Bohrgefühl weitgehend beseitigt wird. Entzückende Wasserwellen formt die Eta-Kappe ohne fremde Hilfe. 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