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E_1934_Zeitung_Nr.090

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feit durch das Feld,

feit durch das Feld, einen breiten Streifen Aehren umlegend, den die geschickten Maschinen gleich in Garben binden. Auf der andern Seite der Strasse arbeitet der Sohn mit dem Traktor. Die riesigen, zackenbeschlagenen, eisernen Räder der Maschine treten wie die Pfoten eines Riesentieres das Getreide nieder. Der Traktor zieht eine ungeheuer- breite Mähmaschine, die den geschnittenen Weisen in schnürgerade ausgerichteten Reihen auf den Acker niederlegt. Ist er trocken, kommt der Mähdrescher, nimmt ihn auf und drischt ihn. Wegen der Heusehrecken muss das Getreide schon -früher geschnitten werden. Es ist noch nicht reif genug, um gleich mit dem Combine geschnitten und gedroschen zu werden. Die Farm ist im Grunde das, was man eine Getreidefabrik nennt, eine Weizenmine. Der Farmer baut nur Weizen an, oder vielmehr er baut den Weizen ab, wie ein Bergmann das Erz. Jahr für Jahr gibt der reiche Boden, ohne nachzulassen, ohne Düngung ssu verlangen. Aber der Farmer ist nicht umsonst aus Europa gekommen. Im Grunde seines Herzens ist er Bauer geblieben, wenn er auch mit amerikanischen Maschinen mäht und drischt. Darum arbeitet er noch mit Pferden. Darum hält er sich Kühe, obgleich ihr Ertrag im Gesamtbudget keine Rolle spielt, und obgleich sich ohne Viehhaltung sein Leben wesentlich angenehmer und bequemer gestalten würde. Seine Frau ist erst recht noch Bäuerin geblieben. Sie teht noch ia einfachen langen Röcken und mit einem Kopftuch, wie die Frauen im Banat. Sie bestellt den grossen Garten mit Tomaten und Kohl und Kürbis und Gurken, ganz wie sie es von daheim gewöhnt ist. Selbst Melonen fehlen nicht, wenn sie auch nicht jedes Jahr reifen. Die Farm ist grösser als die grössten Güter Europas, und sie hat trotz der gesunkenen Preise auch heute Jioch einen Wert von mehr als einer halben Million Franken. Aber ihr Besitzer und seine Frau sind und leben trotzdem noch äusserst einfach und bescheiden. Ganz beiläufig erwähnte der Farmer mit leisem Stolz, dass er 70 Dollar in der Tasche hatte, als er nach Kanada kam. Er arbeitet und lebt noch wie ein Bauer, trotz der Maschinen, und zur Erntezeit braucht er immerhin noch ein gutes Dutzend Leute. Aber wie wir weiterfahren, kommen wir auf Farmhöfe, die weder Stall noch Scheune haben, auf denen kein Pferd wiehert, keine Kuh muht, kein Huhn gackert, auf denen es keinen Garten gibt, keinen Baum, keine Hecke. Ein Wohnhaus und darum herum ein wirrer Haufen von Maschinen. Ohne Dach und Fach stehen sie da, ungefüge und unheimlich wie vorsintflutliche Tiere. Mit diesen Maschinen bestellt der Weizenfarmer nur mit Hilfe von ein oder zwei Söhnen oder Farmhands eine Fläche, auf der sich in Europa hundert fleissige Bauernfamilien mit Knechten und Mägden mühen würden. Im Frühling reisst dieser Maschinenfarmer das Land mit dem Scheibenpflug um, 25 Acker den Tag. Dann fährt ein Mann mit der Sämaschine darüber und sät jeden Tag 100 bis 120 Acker. Ist die Saat bestellt, so mag der Maschinenfarmer wieder in die Stadt ziehen und dort warten, bis es Zeit zur Ernte ist. Dann wird der Mähdrescher in Gang gesetzt und in ein paar Tagen ist alles vorüber. Der unheimliche Combine umkreist den Acker wie ein Raubtier sein Opfer, umrundet das Feld in immer kleineren Zirkeln. Bei jeder Rundung sind Tausende von Pfunden Weizen geschnitten, gedroschen, gereinigt. In ununterbrochenem Strom rinnen sie in den Tank der Combine-Maschine, aus dem sie in die nebenherfahrenden Lastwagen abgefüllt werden. Diese eilen sofort zu den Elevatoren. Das Getreide ist abgeladen, fix und fertig eingelagert zu Verkauf und Versand. In früheren Jahren ergoss sich zur Zeit der Ernte ein Menschenstrom über die Prärieprovinzen. Eine wahre Völkerwanderung brach dorthin auf. Aus Ost und West, von den Britischen Inseln und ganz Europa fuhren Arbeiter zur Ernte in die kanadische Prärie. Heute ist es still. Es kommen keine Arbeiter mehr. Die Farmer brauchen ihre Hilfe nicht. Nicht einmal die Zehntausende von Arbeitslosen in Kanada können Arbeit finden. Die Maschine, der Mähdrescher, frisst alle Arbeit allein. Planmässig Jahr für Jahr sind die Maschinen wirkungsvoller geworden, haben sie die notwendige Zahl von Arbeitskräften herabgesenkt. Immerhin benötigte der Mähdrescher bisher noch zwei Mann, einen auf dem Combine, einen auf dem Traktor. Jetzt ist der Einmann-Combine auf dem Markt. Der Traktor fällt weg. Der Farmer kann ganz allein die gesamte Ernte seiner königreichgrossen Felder bewältigen. Ein Mann oder ein Junge, der die vollen Lastautos zum Elevator fährt, das ist die ganze Hilfe, die er braucht. Das Problem ist gelöst. Der moderne Combine hat die Arbeiternot für den Präriefarmer beendet — in den Städten aber demonstrieren hungernde Arbeitslose. Rinnender Weizen. Regina. Als ich zum erstenmal auf dem Güterbahnhof in Montreal die endlose Reihe leerer Wagen sah, erschrak ich. Wie ein Eisenbahnfriedhof wirkten diese toten Züge. So schlimm ist also die Krise auch hier, dachte ich. Ich wusste damals noch nicht, dass es um diese Jahreszeit auch in guten Jahren nicht viel anders aussieht. Es sind wartende Wagen. Sie warten, bis die Ernte beginnt. Volle 60 v. H. des rollenden Materials der kanadischen Bahnen, ihrer gesamten Einrichtungen, dienen lediglich der Beförderung der Weizenernte. Tausende, Zehntausende von Wagen stehen drei Viertel des Jahres unbenutzt herum. Da beginnen in der Prärie die ersten Combines sich ihren Weg durch das reife Korn zu fressen, und von einem Tag zum andern wird der letzte Wagen, die letzte Maschine benötigt. Von einem Tag zum andern durchzuckt ein fieberhaftes Leben den gesamten Apparat der Bahnen, und nach einem wohldurchdachten, sorgfältig ausgearbeiteten Plan rollt sich der Transport der Ernte wie eine Mobilmachung ab, beginnt der Weizen zu rinnen. Der Weizen rinnt! Dies ist das Charakteristikum der kanadischen Ernte. Vom Schneiden des Getreides bis zur Lieferung an den europäischen Abnehmer berührt keine Hand, kein von einer menschlichen Hand geführtes Werkzeug die Körner Kein Arm füllt sie in Säcke, kein Rücken beugt sich unter ihrer Last, automatisch rollt und rinnt der Weizen durch das weite Land, bis er im Bauch der Ozeanschiffe landet. Mitten in den wogenden Weizenfeldern erheben sich die Türme der « Country Elevators», der Land- Elevatoren. Sie sind die Leuchttürme der Prärie, die den Erntewagen und korngefüllten Lastautos der Farmer den Weg weisen. Unmittelbar vom Feld weg, vom Combine oder der Dreschmaschine, wird der gedroschene Weizen zu diesen Elevatoren gefahren. Wie in ein Portal fährt der Wagen ein, wird gewogen, von einem Heber gefasst und gekippt. Durch einen Rost im Fussboden rinnt' das Korn in den Keller. Dort fasst es das Becherwerk AUTOMOBIL-REVUL 1934 - N° 90 hoch und hebt es unter das Dach des Elevators, von wo es in die verschiedenen Silos und von da in die Güterwagen rinnt. Ununterbrochen rollen die Lastautos an, ununterbrochen rattert das Becherwerk, ununterbrochen rinnt der Weizen auf der andern Seite des Elevators in die wartenden Güterzüge. Die Weizenzüge rollen durchs Land, Tag und Nacht. Auf den kleinen Wasser- und Kohlenstationen wartet vor der Station schon immer ein Zug darauf, dass der vor ihm fahrende fertig wird. Und was für Züge! Sechzig lange, schwere Güterwagen hintereinander. Die langen Getreidezüge bringen das Getreide tu den < Terminals ». den « End-Elevatoren ». Auf dem Wege dorthin durchläuft es die Inspektion. Hier wird jeder Waggon «gradiert», mit einem langen Stechbecher wird eine Probe genommen. Diese wird von Regierungsinspektoren sorgfältig untersucht, gemessen, gewogen, gesiebt, durchleuchtet, auf Feuchtigkeitsgehalt und alles mögliche andere untersucht und danach die Qualität bestimmt. Von diesem Augenblicke an handelt es sich nicht mehr um so und so viele Bushel Weizen des Farmers Smith oder Brown, sondern um eine bestimmte Menge Manitoba Hardwheat No. 1 oder Northern No. 3, kurz um eine genau feststehende Qualität. Der Farmer erhält eine Inspektionskarte, die Qualität wie Quantität des angelieferten Getreides angibt Auf Grund dieser Karte kann er sein Getreide verkaufen, es kann in der ganzen Welt gehandelt werden, ohne dass der Käufer eine Probe zu Gesiöht zu bekommen braucht und ohne, dass er nun gerade den Weizen erhält, den Mr. Brown oder Mr. Smith geerntet haben; denn auf der ganzen Welt weiss man. dass Manitoba No. 1 immer Manitoba No. 1 ist, Northern No. 3 immer und tiberall Northern No. 3. Die Lieferungen der einzelnen Farmer brauchen also nicht mehr getrennt verladen, sondern sie können in den Terminals zusammengeschüttet werden. Dort ist das Getreide nunmehr nach Graden getrennt. Durch dieses System bekommt der kanadische Weizenhandel seine ausserordentliche Leichtigkeit und Flüssigkeit. Die Terminals liegen zu einem grossen Teil am westlichen Ende der grossen Seen, in Fort Williams und Port Arthur. Von da rinnt der Weizen in die Seendampfer. Sie sind besonders konstruiert, lang, schmal und flach. Hinten ist die Maschine, ganz vorn sind Brücke und Mannschaftsräume, der grosse dazwischenliegende Raum ist für die Getreideladung bestimmt. Diese Dampfer bringen den Weizen nach Montreal, wo an den Quais noch grössere Elevatoren stehen, aus denen er dann in die Ozeanschiffe umgeladen wird. Andere Terminals befinden sich In Vancouver, von wo das Getreide nach Japan und China oder durch den Panamakanal nach Europa verschickt wird. Die letzte und neueste Gruppe von Elevatoren steht in Port Churchill an der Hudsonbucht. In den letzten Jahren vor dem plötzlichen Einbruch der Wirtschaftskrise und der grossen Weltenwende kannte man in Kanada nur die eine Sorge, seinen Transportapparat immer besser auszubauen, damit der rinnende Weizen immer rascher abfliessen könnte. Darum wurde dieses gewaltige Eisenbahnnetz ausgebaut, das mit 64 000 km beispielsweise das deutsche um fast 1000 km übertrifft, so dass in Kanada auf einen Eisenbahnkilometer nur 147 Menschen kommen. Darum wurde das Land mit Elevatoren übersät. Darum wurde die lange, kostspielige Bahn an die Hudsonbucht gebaut durch fast tausend Kilometer leeren, ungenutzten und noch auf lange unausnützbaren Landes, nur weil der Weg über die Hudsonbucht nach Europa ein paar hundert Kilometer kürzer ist. In den Jahren vor der Krise war Kanadas Weizenausfuhr von Jahr zu Jahr gestiegen. An die Möglichkeit eines Rückschlages glaubte niemand, und niemand dachte im Traume daran, dass im Abfluss des rinnenden Weizens je eine Stockung eintreten könnte. Aber das Unerwartete, das für unmöglich Gehaltene geschah. Wie sich Wasser vor einem Damm langsam anzusammeln beginnt, so fing ab 1929 der kanadische Weizen an, sich vor der Weltkrise zu stauen. In den folgenden Jahren rann er zur Erntezeit wohl wie bisher, aber ein Teil blieb an der Landesgrenze liegen. In den Terminals, in den grossen Elevatoren der Seehäfen schwoll die Menge des eingelagerten, unverkäuflichen Getreides an. Ein Stausee von Weizen begann sich zu bilden, in dessen gelben Fluten Kanadas Wohlstand und Wirtschaft zu ertrinken droht, wenn es nicht gelingt, Mittel zur Abhilfe zu finden. Der Tagesfilm Die beste Hausfrau der Welt. Auf der Internationalen Agrarkonferenz, die kürzlich in Budapest stattfand, wurde auch ein Wettbewerb ausgeschrieben, um die beste Hausfrau der Welt festzustellen. 60 Nationen beteiligten sich daran. Als Siegerin ging die Ungarin Frl. Marie Ivanfy hervor. Ob damit wirklich entschieden ist, dass die Ungarinnen die besten Hausfrauen der Welt sind, dürfte wohl in der übrigen Frauenwelt noch etwas angezweifelt werden. Aber Mister Sheran!... In Joliet im Staate Illinois hat ein gewisser Mister Joe Sheran einen ganz besonderen Rekord aufgestellt: er wurde nämlich zum 1044. Mal wegen Trunkenheit in Geldstrafe genommen. Der Richter drohte ihm an, dass ihn beim nächsten Wiederholungsfall ein Jahr Zuchthaus erwarte. Diesen Rekord hat sich der tüchtige Joe schon eine gehörige Stange Gold kosten lassen, er hat bereits wegen seiner Leidenschaft 30,000 Ft. als Geldstrafen zahlen müssen. Gin STofer, ber niefrt bebemerf wirb tft t»oljl ber ÜKaftetpinfel. Gr toutbe t>on bet Gtemc SRaäüite getötet, toeldje ftdj mit bem Singer in einem Slugenblitfe auf Sie $aut ftteidjen läjjt. Sie tnadjt Sdjrammen unmöglia) unb ljirts text'dfot ein ©efüfil von 5 r 'f4K mit angene!)« mem, bisfretem Parfüm. 35as Utaftermejfer glet* tet gut! gut jefir Ijatte SBärte oot Slntnenbung gut onfeutrjten. gaUs 3§t Sieferont triefen Sir» tifel nid)t füfjrt, fenben Sie, Bitte, 3fr. 1.50 in SBriefmarfen an bte injlmanruffigraub St. ©.> ffienf, bte Sfjnen eine Sßro&etabe für 30 mal jenben lallen roitb Restaurant Roxy-Bar Rebgasse-Müllerstrasse Zürich 4 Das gediegene Restaurant Weinspezialitäten, Grill-Küche Die BAR mit bescheidenen Preisen Göschenen B BA «T Umladestelle tfir die Autos naoh und von Airolo. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit. Auskunft über Fahr- 'ind Transportverhältnisse. Tel. 11. (Nicht zu verwechseln mit Hotel Bahnhof.) Hofliche Empfehlung Steiger-Gurtner. Eine neue Erika! 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N° 90 - 1934 Die Wahl des warmen Mantels. Sie erfordert viel Ueberlegung, denn die Anschaffung des Wintermantels bedeutet eine grössere Ausgabe und er muss mehrere Saisons hindurch Dienste leisten: er darf also nicht zu rasch unmodern werden. Auch sehen uns die meisten Leute auf der Strasse, während unsere Nachmittags- und Abendkleider nur ein beschränktes Publikum haben — lauter Gründe, die uns zur Umsicht, Voraussicht und Einsicht bei der Wahl veranlassen müssen. Unter den neuesten Fassons suchen wir also diejenige aus, die uns am bestet kleidet, die Aussicht hat, sich sowohl in unserer Gunst, als in der ganzen Frauenwelt zu behaupten und die zu unserer Lebensweise, zu unserem Milieu passt. Die Mäntel, die uns dies Jahr vorgeschlagen werden, sind aus haarigen Wollstoffen, aus weichem Cheviotte, aus Duvetine, Veloutine, aus einem Gewebe, das ein grobes, bäurisches Gestricktes imitiert, aus Diagonalstoffen — kurz, die Auswahl ist gross. Die Dreiviertelmäntel sind noch beliebt, aber der wahre Wintermantel reicht bis zum Rocksaum. Sie werden bis zum Kinn geschlossen und sind stark gekreuzt. Sehr viele Knöpfe geben eine' charakteristische Note. Manche Fassons sind gürtellos, mit Einnähern, die die Taille markieren. Andere wieder haben einen halben Gürtel, der vorn angebracht ist, während der Rücken grade oder ganz lose ist, mit einer Weite, die niedergebügelt wird, ein Effekt, der an die sogenannte Watteaufalte erinnert. Dann gibt es wieder Mäntel, die einen sehr hohen Gürtel zeigen, aus Stoff oder Lackleder mit einer schönen Metall- oder Lederschliesse geziert. Pelze werden dies Jahr reichlich als Garnitur verwendet, häufig als Cape, das man auch auf anderen Kleidungsstücken tragen kann, dann als inkrustiertes Bolero, Plastron, als drapierter Kragen, der mit einer Krawatte abschliesst oder als klassischer hoher Shawlkragen. Oft ist der ganze oder zumindest der bettet, schöner als je und jedenfalls amüsanter, da jedes Pelzwerk in den verschiedensten Farben und Schattierungen eingefärbt werden kann. Pelzkappen und -Hüte sind die grosse Mode. Aber auch kleine Fellabfälle lassen sich nett und geistvoll verarbeiten — ein gutes, wenn auch noch so kleines Stückchen Pelzwerk wirkt kostbar. Jetzt werden die weggelegten, ausrangierten Stücke und Stückchen eine strahlende Auferstehung feiern dürfen — versäumen Sie also nicht, die Kisten und Kasten genau zu inspizieren! Kleine Winke — grosse Hilfe Färben der Augenbrauen macht blind ! Die Frauenwelt ganz Amerikas ist gegenwärtig durch sensationelle Meldungen über die Gefährlichkeit des Augenbrauenfärbens in Atem gehalten. In keinem Lande gibt es so viele Schönheitssalons (Beauty parlors) wie in Amerika. Für Süssigkeiten und für Kosmetik gibt die Amerikanerin auch in Krisenzeiten noch sehr viel Geld aus. Man färbt die Augenbrauen und Augenwimpern auf zwei Arten. Einmal werden die Haare mit Lam- wird. Für die meisten liegen die günstigen penruss bestrichen, was nur hie und da zuVerhältnisse bei Temperaturen dicht über meist leichteren Reizungen der Bindehaut 0° C und etwa 90% relativer Feuchtigkeit. führt. Viel gefährlicher ist das wirkliche Für die Anwendung der bisher gemachten Färben der Augenbrauen mit einer Anilinfarbe! In den letzten Monaten wird wieder- grosser Kühlhäuser notwendig; an vielen Erfahrungen ist nicht etwa die Errichtung holt in angesehenen medizinischen Fachzeitschriften über schwere Gesundheitsschädi- Stellen werden Kühlschränke genügen. gungen durch derartige Mittel berichtet. Es kam in einer Reihe von Fällen zu schweren Bunte Chronik Geschwürsbildungen der Hornhäute und so durch Narbenbildung zur Erblindung! Die Neuyorker Gesundheitsbehörde hat bereits den Verkauf aller zur Wimper- und Augenbrauenfärbung bestimmten Mittel verboten, die Anilinabkömmlinge, Paraphenylendiamin, Paratolylendiamin und verschiedene Mineralsalze enthalten. Früchte nicht zu kalt lagern ! Wie aus Untersuchungen hervorgeht, sind für die Konservierung von Früchten tiefe Temperaturen nur bis zu einem bestimmten Grad vorteilhaft. Versuche mit Beeren zeigten z. B., dass die Bakterienzahl bei einer Tem- gem Ausschnitt und der Frisur, aus derperatur von minus 20 Grad nur um 40 % abnimmt, bei minus 10 Grad aber um 99 % und halbe Aermel aus Pelz, manchmal ist die hoch am Scheitel lose neoklassizistische Lokken hervorquellen. bei minus 2 Grad nahezu vollkommen. Man führt das Absterben der Bakterien bei den Keine Ursache zur Beunruhigung. Man wird dem Nullpunkt naheliegenden Kältegraden immer korrekt aussehen im Schneiderkostüm, darauf zurück, dass die Früchte bei diesen im geradegeschnittenen Mantel mit Pelzkragen, in der neuen nicht rundgeschnittenen die dann die Bakterien Temperaturen frische Kohlensäure entwickeln, tötet. Weite unterhalb des Ellbogens, manchmal öffnet sich der Aermel nach unten zu, sogenannter Pagodeärmel, Man sieht auch Capeeffekte aus dem Material des Mantels mit Pelzverbrämung, was weniger kostspielig ist. Die favorisierten Pelze sind Astrachan, Biber, Seal, in den von der Natur gewollten Farben. Ob die gefärbten Pelze in Blau, Grün, Rot durchdringen werden, wird die Zukunft lehren. Die Farben, die man am häufigsten verwendet, sind Schwarz, Braun, Grün, Violett und Blau. Man liebt dies Jahr abstechende Pelze, man garniert z. B. Schwarz mit Grau, Braun mit Beige, Blau mit Schwarz, Grün mit Braun. Der Sportmantel, den viele Frauen nicht entbehren können, ist lose, er kann auch dreiviertellang sein. Die Aermel sind in Raglanschnitt und sehr weit. Als Material kommen die reversiblen Stoffe in Betracht, eine Seite ist aus Ratine oder Velours de laine, die andere ist schottisch. Diese Mäntel sind meist nicht mit Pelz verbrämt, man trägt dazu Pelzkrawatten oder Wollshawls. Die moderne Mode-Silhouette. Die Silhouette der Frau, dieses retrospektive Kriterium der Mode, ist heute so wandelhaft, wie kaum je zuvor, und gerade dieser Umstand prägt ihr so deutlich den Stempel 1934/35 auf. Einmal eine schlanke Gestalt mit enganliegendem Leibchen, hinten, an dem sich nach unten erweiternden Rock die Andeutung eines modernisierten «Cul de Paris», der nicht durch Auspolsterung, sondern Fältelung schweren Materials erzielt wird, durch Band, Federn oder Blüten. Zu dieser Silhouette gehören die Ponyfransen von anno 1880. ü r i c HD«