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E_1934_Zeitung_Nr.093

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Schweizerische Rundschau

Schweizerische Rundschau Siegreicher Autotourismus. Nach der neuesten Zollstatistik sind während des Monats Oktober 16,321 Automobile über die verschiedenen Grenzstellen in unser Land eingefahren, gegenüber 15,694 in der vorjährigen Parallelperiode, so dass wir auch im Oktober 1934 eine weitere Belebung (+627 Wagen) verzeichnen können. In den ersten 10 Monaten des laufenden Jahres sind 248,066 Wagen in die Schweiz eingefahren gegenüber 213.215 Autos in der vorjährigen Parallelperiode, was einer Mehrfrequenz von nicht weniger als 34,841 Einheiten entspricht. Unter Zugrundelegung einer durchschnittlichen Besetzung von 3 Personen und einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 3 Tagen pro Wagen ergibt sich für die in den ersten 10 Monaten des Jahres 1934 mehr eingefahrenen Wagen von rund 35,000 Einheiten eine Logiernächtezahl von 315,000. Bei Annahme einer durchschnittlichen Tagesausgabe von Fr. 25.— pro Logiernacht (der Schweiz. Hotelierverein rechnet mit Fr. 30) resultiert aus diesen vom Januar bis Oktober 1934 mehr eingefahrenen Wagen bereits eine Totalausgabe von rund 7,8 Mill. Fr. Vergleichen wir die bisherigen Monatsergebnisse, so zeigt sich, dass einzig der Monat Juni gegenüber der vorjährigen Vergleichsperiode mit einem etwas kleineren Ergebnis abschloss, wogegen alle übrigen 9 Monate zum Teil recht ansehnliche Besserfrequenzen aufwiesen. Bei der Analyse des ersten Halbjahres-Ergebnisses haben wir unter dem Eindruck des Juni-Resultates die Behauptung aufgestellt, dass unter allen Umständen mit einer Oesamtiahresfreq-uenz von 250,000 ausländischen Wagen gerechnet werden könne. Die Schätzungen sind inzwischen auf rund 260 000 Einheiten erhöht worden, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, dass diese Znhl noch eine erhebliche Erhöhung erfährt, indem statistisch diejenigen Automobile, die mit Hilfe von Triptyks unsere Grenzen passieren, nur einmal erfasst werden, wenn sie auch mehrmals in unser Land einfahren. leisten jedem Automobilisten ausgezeichnete Dienste, ob in der Garage oder auf der Fahrt. Auto-Frottingtaschen Bind in verschiedene!) Farben erhältlich. Inhalt: 4—6 Putelappen, hell und farbig, ein Fensterleder, eine Hando - Creme. Kaiser & Co. A.G.Jextil, Bern COUPON. Senden Sie per Nachnahme von Fr. 14.— eine AUTO-FROTTINQTASCHE in grün •, beige •, schwarz *, oder braun •. ' Nichtpassendes streichen. Auto- Frottingtaschen •iiiifii Nachdem unsere Fremdenverkehrskreise erkannt haben, dass der internationale Autotourismus speziell für die Hotellerie einen Faktor darstellt, der in einigen Kurorten das Fundament des gesamten Erfolges verkörpert, so ist es verständlich, wenn auch in diesen Kreisen versucht wird, dem Automobil in unserem Lande eine etwas freiere Bewegungsmöglichkeit zu verschaffen. Speziell unter dem Gesichtswinkel der gegenwärtig zur Diskussion stehenden Alpenstrasseninitiative oder der Frage der Benzinzollerhöhung ist dem Automobilisten aus Hotellerieund andern Verkehrskreisen starke Unterstützung zuteil geworden, indem man endlich auch dort erkannt hat, welch überragende Bedeutung das Motorfahrzeug im heutigen Wirtschaftsleben der einzelnen Völker einnimmt und dass sich unsere Fremdenindustrie trotz intensivster Propaganda nicht mehr mit Hilfe der Eisenbahnen alimentieren lässt. Gerade diejenigen Gäste, die noch etwas Geld im Lande liegen lassen, benützen heute vorzugsweise das Automobil als Transportmittel, und wenn man demgegenüber behauptet, diese Leute würden nur unser Land durchfahren und ihren Aufenthalt auf ein Minimum beschränken, so ist darauf hinzuweisen, dass das Rad der Zeit niemals zurückgedreht werden kann und auch unser Land auf die sich vollziehenden Umstellungen im Fremdenverkehr Rücksicht nehmen muss, will es nicht gänzlich abgefahren werden. Verständlich ist unter diesen Umständen, dass darnach getrachtet wird, die attraktive Wirkung des Benzinpreises gegenüber den in den Nachbarstaaten gültigen Preisansätzen zu Gunsten des Fremdenverkehrs aufrecht zu erhalten, denn auch ohne weitere Erteilung kann das Motorfahrzeugwesen und die damit aufs engste verbundene Betriebsstoffwirtschaft bei uns den traurigen Ruhm für sich in Anspruch nehmen, eines der grössten Opfer einer skrupellosen Finanzpolitik geworden zu sein. Der Fiskus wird bei den fortwährenden Steuererhöhungen, wie die Praxis eindeutig erwiesen hat, nicht mehr auf seine Rechnung kommen, ÄUTOMOBIL-PEVUE 1934 - N» 93 weil sie einen ständigen Rückgang des Konsums bewirken. Auch hier gilt das Steuer- Einmaleins des geistvollen Jonathan Swift (1728), wonach 2X2 in Steuersachen, wenn einmal das fiskalische Optimum überschritten ist, nicht 4. sondern viel weniger, manchmal sogar Null ergibt. Wenn die während der letzten Woche zwischen dem Vorsteher des eidg. Departementes des Innern und der schweizerischen Verkehrsinteressenten geführten Besprechungen unsere oberste Landesbehörde davon überzeugt haben sollten, dass die auf den internationalen Fremdenverkehr belebende Wirkung unseres Benzinpreises erhalten bleiben solle, so dürfte bereits ein Schritt in einer Richtung unternommen sein, der auf ein besseres Verständnis unserer obersten Landesbehörde gegenüber einem grossen Teil der schwer kämpfenden Privatwirtschaft hindeutet. Wir wollen aber keineswegs damit etwa sagen, dass man etwa unter allen Umständen den heutigen Benzinansatz zu behaupten trachtet, denn die Automobilisten sind es gewohnt, dass man auch sie im Bundeshaus vor ein plötzliches «fait accompli > zu stellen beliebt. Wenn man die jüngste Budgetbotschaft für 1935 durchgeht, wo in interessanter Weise über die Finanzlage des Bundes und der Regiebetriebe berichtet wird, so hören wir darin auch von der Notwendigkeit der Erhöhung der Benzinzolleinnahmen sprechen, worüber in einer besondern Botschaft noch berichtet wird. Diese Perspektiven zeigen also bereits an, in welche Küche der Hase getrieben werden soll. Was die Alpenstrasseninitiative anbetrifft, so hängt bekanntlich die ganze Angelegenheit noch vollkommen in der Luft. Die bisherigen Ergebnisse des internationalen Autotourismus, den die Merkmale des allgemein beliebten wir im Zeichen schrumpfender Aussenhandelsvolumen noch nie so notwendig hatten als gerade in der heutigen Depressionsperiode, lassen aber hoffen, man werde selbst auf dem Volkswirtschaftsdepartement einsehen, dass mit dem weitern Ausbau der Eisenbahnen, laut Gutachten Grimm-Rothpletz, unserem Land ein viel schlechterer Dienst erwiesen wird, als mit der Inangriffnahme weitblickender Ausbauarbeiten unserer mit dem benachbarten Ausland keinen Vergleich mehr aushaltenden Alpenstrassen. Wy. Die Liste der Begnadigungsgesuche, welche der Bundesversammlung vom Bundesrat zur Erledigung in der Dezembersession vorgelegt wird, enthält wiederum 34 Gesuche von Personen, die wegen Verstössen gegen das Bundesgesetz über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr gebüsst worden sind. In der Junisession waren bereits 65 solcher Gesuche zu erledigen. Es handelt sich durchwegs um Anträge betreffend Erlass von Bussen, deren Beträge zwischen 10 und 60 Fr. schwanken. Schon letztes Jahr führte der Bundesrat in einer Begleiterklärung aus, es müsse verhindert werden, dass die Beschreitung des Gnadengesuchweges einfach zu einer üblen Gewohnheit werde, mit dem Zwecke, diesen Ausweg als bequemen Rechtsrnittelersatz zu missbrauchen. Man kann sich auch bei der Durchsicht der jetzt vorliegenden Gesuche des Eindrucks nicht erwehren, dass in einzelnen Fällen ohne wirklich dringende Notwendigkeit ein Begnadigungsversuch unternommen wird, nach dem Motto: «Nützt's nüd, so schad's nüd. > Es ist daher nicht überraschend, dass der Bundesrat mit den Anträgen um Entsprechen der Gesuche sehr zurückhaltend ist. Erfreulicherweise wird aber in den Fällen, da wegen Nichtbezahlung der Busse Umwandlung in Freiheitsstrafen droht, deren bedingter Erlass unter Auferlegung einer Autotourismus von Jahr zu Jahr ° Üa ^33 1934 fror. Kar* | Frtlpiss Triptyk | Tot»! |,ffia"^ »*»• K«H« | rmma «>«» j Total | faff* gewissen Probezeit empfohlen. M Sfc t j Januar . 3094 451 1389 4934 4934 3686 483 1382 5551 5551 Februar. 3023 421 1374 4818 9752 4560 514 1532 6G06 12157 M*rz... 4577 735 2155 7467 17219 6092 874 2907 9878 22030 April ... »948 802 4387 15227 82446 11881 982 4823 17686 39716 Mai .... 7155 1133 4586 12874 45320 16081 1288 6484 23S53 63569 Juni.... 14341 1145 7584 23070 68390 13251 1546 7213 22010 85579 Juli.... 21301 1377 11740 34418 102808 25423 1909 13462 40794 126373 August . 38749 1499 18113 58361 161169 44506 1923 20269 66698 193071 Sept 22963 1077 12312 36352 197521 25536 1183 11955 38674 231745 Oktober 9628 866 5200 15694 213215 10629 939 4753 16321 248066 Nov. ... 5579 653 2062 8294 221509 Dez 3919 452 1585 5956 227465 Total 144277 10701 72487 2274C5~ — Ma.lndt Okt, 134779 9596 68840 213215 — 161645 11641 74780 248066 — Profil Qualität Die Frage der Rohölzölle und deren mögliche Erhöhung ist diese Woche neuerdings in einer Konferenz der Oberzolldirektion mit den interessierten Kreisen besprochen worden. An den Verhandlungen nahmen Vertreter der schweizerischen Lastwagenindustrie, des Handels- und Industrievereins, der Maschinenindustriellen und der Automobilsyndikalkammer teil. Die Herstellung von Rohölmotoren für stationären Gebrauch und den Einbau in Motorfahrzeugen ist noch verhältnismässig jungen Datums. Trotzdem hat hier ist führend Leichtmetall-Ausführung: Eigengewicht 1000 kg • Nutzlast 4000 kg Verlangen Sie Offerte und Referenzen Joh. Knupp, St. Gallen-W KONSTRUKTIONS - WERKSTÄTTE Telephon 626 ..HUPMOBILE Trotz der Kalt« eereifen MULLER & MARTI« BERN GENF ine CAOUTCHO UC CO. A.-G. ZÜRICH ST. GALLEN Sie sind jetzt nicht mehr teurer als Imitationen, machen sich aber doppelt bezahlt. Sämtliche Teile für alle Typen ab Lager lieferbar. Baumberger & Forster A.-G. Tel. 56.848 ZÜRICH 1 Tel. 56.848

N» 93 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 5 die schweizerische Industrie dank gewaltiger Anstrengunsren hervorragende Resultate erzielt und sich damit neue Arbeits- und Absatzgelegenheiten geschaffen. Die weitere Entwicklung ist aber schicksalhaft mit der ZollbehandluTig des unentbehrlichen Betriebsstoffes, des Rohöls verbunden. Jede weitere Belastung müsste die Wirtschaftlichkeit des Betriebes solcher Motoren erheblich beeinflussen und würde sich augenblicklich sehr nachteilig auf den Absatz und die technische Fortentwicklung auswirken. Es ist daher bis jetzt erfreulicherweise von einer Erhöhung der Einfuhrzölle als rein fiskalische Massnahme Umgang genommen worden. Die Aussprache scheint ergeben zu haben, dass auch heute noch die gleichen Verhältnisse wie vor wenigen Jahren vorliegen und daher die Voraussetzungen für neue Zollbelastungen nicht günstiger sind als früher. Beschlüsse wurden an dieser rein orientierenden Konferenz keine gefasst. Voraussichtlich werden die Interessenten ihre Darlegungen in einer Eingabe an die Oberzolldirektion zusammenfassen. Hoffentlich findet diese auch behördlicherseits die notwendige Unterstützung. Das Los der Maschinenmdustrie ist zurzeit wirklich kritisch genug, als dass sie durch irgendwelche Zollmassnahmen noch schlimmer gestaltet zu werden braucht. Erhöhung der Autotnobilsteuer. In der regierungsrätlichen Botschaft zum Gesetz über die Wiederherstellung des finanziellen Oleichgewichtes findet man unter dem Abschnitt: Massnahmen zur Erzielung von Einsparungen auch eine Erhöhung der Automobilsteuer, in dem der bernische Regierungsrat dazu folgendes bemerkt: « Durch Alt. 21 soll die Verkehrssteuer für Motorfahrzeuge bescheiden erhöht werden, und zwar der Maximalbetrag für Motorvelos bis 5 PS von Fr. 40.—• auf Fr. 50.— und für die übrigen Fahrzeuge von Fr. 1200.— auf maximal Fr. 2000.—. Die Erhöhung der Maximalsteuer für Autofahrzeuge kommt nur für Luxuswagen und grosse Lastwagen in Trage, welche die Straosen besonders stark beanspruchen. Wie bisher soll jedoch der Ertrag der Steuer für die Verbesserung der Strassen, insbesondere für die Bekämpfung des Staubea verwendet werden. Wir rechnen mit einer Vermehrung der Einnahmen aus der Erhöhung der Steuer mn Fr. 250.000—, was pro Motorfahrzeug durchschnittlich nicht ganz Fr. 12.— ausmacht. Dieser Ertrag verbessert das Budget also nicht, er ermöglicht es aber, dass sich der Staat bei Unterhalt und Ausbau der Strapsen nicht zu sehr einzuschränken braucht. > Nachdem schon im laufenden Jahr die Ein- nahmen aus der Besteuerung der Motorfahrzeuge zurückgegangen sind, dürfte dieser Vorschlag, sofern ihm entsprochen werden sollte, unzweifellos einen weiteren Rückgang bedingen. Ueber die Anwendung der Arbeits- und Ruhezeitvorschriften für gewerbsmässlge Motorfahrzeugführer erfolgte diese Woche eine Interpellation im Berner Qrossen Rat, welche folgenden Wortlaut hat: « Welche Massnahmen gedenkt der Regierungsrat zu ergreifen, um dem Art. 17 des neuen eidg. Motorfahrzeuggesetzes im Kanton Bern Nachachtung zu verschaffen, und welche Organe gedenkt er mit diesen Massnahmen zu betrauen? Ist der Regierungsrat nicht der Ansicht, dass eine weitere Aufschiebung der Arbeitszeitkontrolle mit dem immer mehr propagierten Kampf gegen den Verkehrsunfall nicht vereinbar ist? » Weiterbezug der btrnischen Automobilsteuer- einen zweiten Wagen zu fahren. Der stärkere Motor bestimmt die Taxation. 2. Für Wagen, die länger als 5 Jahre im Betriebe stehen, erfolgt eine Steuerermässigung um 50 Prozent. 3. Wagen, welche diese Steuererleichterung geniessen, dürfen soweit als möglich nur mit Inlandsfabrikaten instand gehalten werden. 4. Es sollten Mittel und Wege gesucht werden, dass die durch diese Neuordnung benötigten grossen Mengen Waren, wie Pneus etc.. in unsern leerstehenden Uhrenfabriken hergestellt werden könnten. 5. Die benötigten Hunderte von Arbeitern sind möglichst den Arbeitslosen zu entnehmen. Regierungspräsident und Polizeidirektor Stauffer wies in seiner Antwort diese Vorschläge als undurchführbar ab. Die Regierung müsse sich gegen jede Verminderung der Automobilsteuern wenden, da nur mit diesen der -Unterhalt der Strassen finanziert werden könne. Zudem würden diese Vorschläge einen grossen Kontrollapparat voraussetzen. Punkt 3 sei mit der verfassungsmässig garantierten Handels- und Gewerbefreiheit nicht zu vereinbaren. Bei Punkt 4 befinde sich der Antragsteller in einer Illusion, und was Punkt 5 anbelangt, sei zu beach- Zuschläge. Der Grosse Rat des Kantons Bern hatte eich am 14. November über einen Antrag des Re-ten, dass es sich nur um eine verschwindend kleine Anzahl Arbeiter handle, die dadurch beschäftigt werden könnten, was in keinem Verhältnis zu den dadurch bedingten staatlichen Einbussen stehe. Der Interpellant erklärte sich von dieser Antwort nicht befriedigt (ae.) gierungsrates zu entscheiden, der folgendermassen lautet: Die im Dekret vom 18. März 1924 (I, § 4, Ziff. 2) für die Dauer von zehn Jahren vorgesehenen Zuschläge von 10% für Motorwagen mit Pneubereifung und für Motorräder sowie von 30% für Motorwagen mit Vollgummi-Bereifung seien bis zur allfälligen Revision der Steuervorschriften weiter zu beziehen. Nach kurzer Begründung durch Regierungspräsident Stauffer und Empfehlungen durch den Sprecher der Staatswirtschaftskommission wurde dieser Antrag vom Rate unverändert angenommen. Damit bleibt es also vorläufig beim alten. Bei der immer noch wenig motorfreundlichen Einstellung unserer Parlamentarier konnte der Beschluss an den Steuerzuschlägen festzuhalten, nicht überraschen, denn 'Steuerreduktionen sind nur im Ausland, nicht aber in der Schweiz bekannt, so wie fast wie ein blaues Wunder wirken würden. Zu bedenken gibt aber der Umstand, wie leicht ein sogenanntes durch die Behörden zugesicherts Provisorium zu einer dauernden Einrichtung wird. Als die Zuschläge damals eingeführt wurden, da hat man den Steuerzahlern die Pille mit dem Versprechen versüsst, es handle sich um eine auf zehn Jahre beschränkte Massnahme. Nun die Zeit abgelaufen ist, setzt man sich fröhlich über diese Verpflichtung hinweg und dekretiert die Verlängerung der Zuschläge. Auf diese Weise wird im Volk das Vertrauen in parlamentarische Methoden Bekämpfung der Verkehrsunfälle. Grossrat Aebersold hatte im bernischen Grossen Rat nachstehende einfache Anfrage eingereicht: Die Strassenverkehrsunfälle, insbesondere verursacht durch unkorrektes Verhalten der Lenker von Motorfahrzeugen, nehmen in erschreckendem Masse zu. Die Unfallstatistik für den Kanton Bern zeigt ein Ansteigen der Unfälle seit 1928 von 2026 auf rund 2800 pro laufendes Jahr, der Verletzten von 1226 auf 1750 und der Toten von 74 auf 80—90, trotzdem die Zahl der Fahrzeuge eher abnahm. Ueber 80 Prozent der Unfälle sind auf grobes Verschulden der Führer von Fahrzeugen zurückzuführen. Der Presse war zu entnehmen, dass die kantonalen Polizeidirektoren diesen Herbst eine scharfe Resolution gefasst haben, mit dem Zwecke, durch vorbeugende Maasnahmen und schärfere Handhabung des Automobil- und Verkehrsgesetzes die Verkehrsunfälle zu vermindern. Da die Vorbereitungen für die Fahrsaison 1935 rechtzeitig getroffen werden müssen, wird der Regierungsrat angefragt, ob dieselben, der erwähnten waren folgende: 1. Mit einer Kontrollgebühr von Fr. 50.— ist der Autobesitzer berechtigt, mit seiner Kontrollnummer keineswegs gefördert Am allerwenigsten bei den Resolution Folge gebend, für unser Kantonsgebiet Motorfahrzeughaltern, die nun schon durch verschiedene Erfahrungen dieser Art schwer ent- im Sinne einer Verstärkung und eines Ausbaues in Angriff genommen worden sind, insbesonders täuscht wurden. Man wird aber solche Experimente nicht auf die Dauer unwidersprochen wie- Hauptzweck, in erster Linie aufklärend und er- der Verkehrspatrouillen auf Motorrädern, mit dem derholen können. ziehend zu wirken, nötigenfalls aber auch mit aller Schärfe gegen Unbelehrbare vorzugehen. Autoverkehr and Arbeitsbeschaffung. Grossrat Der Regierungsrat antwortete wie folgt: Arthur Laubscher (Täuffelen) hatte im bernischen Der Regierungsrat sieht sich veranlasst, auf die Grossen Rat eine Interpellation für eine eventuelle einfache Anfrage des Grosgrat Aebersold betreffend Neuordnung im Automobilverkehr als Beitrag zur die Bekämpfung der Verkehrsunfälle folgendes zu Belebung des Arbeitsmarktes und zur Bekämpfung antworten: der Arbeitslosigkeit eingereicht Seine Anregungen • Zunächst ist die Angabe des Fragestellers, die Zahl der Fahrzeuge habe seit 1928 euer abgenommen, währenddem die Unfälle zugenommen hätten, zu berichtigen. Nach den statistischen Angaben des Automobilbureaus, bzw. des Strassenverkehreamtes aus den Jahren 1928 und 1933, die übrigens in den Geschäftsberichten über die Staatsverwaltung wiedergegeben sind, wurden an Verkehrsbewilligungen für Automobile und Motorräder im Jahre 1928 insgesamt 16,775 ausgegeben, 1933 aber insgesamt 20,839- An Führerausweisen wurden ausgestellt 1928 für Automobile und Motorräder insgesamt 22,788, 1933 dagegen insgesamt 30,965. Im Jahre 1934 dürfte, obschon die genauen statistischen Zahlen noch nicht vorhanden eind, eine weitere leichte Zunahme der Fahrzeuge und Führer zu konstatieren sein. Erfahrungsgemäss besteht zwischen der Zunahme des Verkehrs und der Häufigkeit der Unfälle ein gewisser Zusammenhang. Die Resolution der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren vom 13. Oktober 1934, auf die der Fragesteller Bezug nimmt, sieht eine Reihe von Massnahmen vor, die in ihrer Gesamtheit auf die strikte Anwendung der neuen eidgenössischen Vorschriften über die Regelung des Strassenverkehrs hinzielen. Als eines dieser Mittel wird die Verstärkung der motorisierten Polizei auf der Strasse empfohlen. Das Bureau der Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz ist eingeladen worden, zu studieren, wie die Ausübung der Strassenpolizei im Gebiete der ganzen Schweiz einheitlich gestaltet werden könnte. Im weitern wird eine schärfere Handhabung der Praxis des Entzuges der Führerausweise und eine schärfere Praxis der Gerichte in der Bekämpfung der Unfälle durch Strafsentenzen verlangt. Dem eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement wurde empfohlen, die Frage der Limitierung der Geschwindigkeiten neuerdings zu prüfen, ebenso den Erlass einheitlicher Instruktionen über die Führerprüfungen, und schliesslich wurde die Wiedereinführung der Numerierung der Fahrräder verlangt In der Einsetzung motorisierter Polizeipatroufllen auf der Strasse, die vorbeugen, aufklären und nötigenfalls repressiv wirken, ist der Kanton Bern vorangegangen. Auch hierüber finden sich in den Geschäftsberichten der Polizeidirektion fortlaufende Angaben. Die Polizeidirektion ist bereit, die Frage zu prüfen, ob ein weiterer Ausbau der Verkehrspatrouillen, insbesondere auf Motorrädern, erfolgen kann. Auch die Massnahmen der Polizei müssen sich aber im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel halten. Zudem wird nnr durch eine umfassende Anwendung der bestehenden Vorschriften und nicht durch eine einzelne Massnahme, sowie durch die Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden, Verwaltungen und der Strassenbenützer selbst eine Herabminderunft der Strassenunfälle und ihrer verheerenden Folgen erzielt werden können. Die Beförderung von Automobilen durch Tunnels und mit Fähren führt man am besten anhand der Angaben der kleinen Broschüre aus, die von der Zentralverwaltung des A. C. S. herausgegeben wurde. Sie enthält Fahrplan, Verladepreise und sonstige Vorschriften beim Gotthard-, Simplon-, Lötschberg-, Albu'la-, Mont-Cenis und Arlberg- Tunnel sowie der Fähren über den Bodensee, VierwaMstättersee, Zürichsee, Langensee und Comersee für den Winter 1934/1935. Das Büchlein ist ein geeignetes Vademecum, das in jeder Tasche Platz findet und dem Automobilisten nützliche Dienste leisten kann. Das Rad der Zeit geht immer vorwärts. So ist auch die gewöhnliche Schneekette von der Original- Union mit der Zickzack-Anordnung überholt worden. Sie ist heute das Sicherste, was es auf diesem Gebiete gibt. Mehr als 300,000 Automo- , bilisten wissen nun nichts mehr von den Unannehmlichkeiten, welche das Starten bei Kälte mit sich bringt. Sie haben ihren Motor mit einem UNION A.-G., Generalvert reter: ) Blei, Spltalstr. 12 b, Tel.48.42 Henri Bachmann .'Genf, ruedeFribourg3,Tel.25.841 J Zürich. Löwenstr. 31, Tel. 58.824 Die echten Union-Schneeketten sind mit einer Firma-Plakette versehen und mit einem Montage-Bügel in einem plombierten Leinenbeutel verpackt. Erhältlich in allen Garagen und Fachgeschäften. Verlangen Sie aber ausdrücklich UNION- Schnaeketten. SCHNEEKETTENFABRIK, BIEL N VERGASER MIT STARTER ausrüsten lassen, der EINZIGE, der durch eine einzige Bewegung ein sofortiges automatisches Anspringen des Motors garantiert, sogar bei der grössten Kälte. Kann in allen Garagen auf jeden Motor montiert werden. 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