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E_1934_Zeitung_Nr.092

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seinem Bereich kündet

seinem Bereich kündet das Lied des Windes schon das Kommen von Schnee und Eis. Das Jahr geht zu Ende — der Mensch, der in dieser Welt seinen Weg geht, nimmt den Gedanken auf und spinnt ihn -weiter bis zu der unwiderruflichen Gewissheit — und das Leben auch. In meiner Bergheimat lebt noch ein alter Brauch. Dort werden vor dem Totensonntag an den langen Abenden aus buntem Seidenpapier Blumen gebastelt. Lange, einseitig gewellte Papierstreifen werden gewickelt und zu Blumenkelchen auseinandergefaltet, Ein dünner Draht gibt den Stengel. Ganze Körbe voll solcher Blumen entstehen unter Anleitung der Mütter aus Kinderhand. Duftlos prangen sie als Augenfreude in weiss und rot, in gelb und grün und blau. Und sie rascheln wie dürres Laub. Mit ihnen schmückt man selbstgebundene Kreuze und Kränze aus Tannengrün und Fichtenwerk. Am Totensonntag Hegt die bunte Pracht auf den Grabhügeln des Friedhofs, die unter ihren schweren Schollen ein Liebes, einen Heimgegangenen bergen. Und wundersam ist das Bild, das sich dem Beschauer darbietet, wenn in den Abendstunden die Wind- 'ichter auf den Gräbern flackern, in deren kargem Schein die Menschen betend verharren und in stillem Gedenken das Vergangene, Entschwundene in ihren Seelen lebendig werden lassen... Ein Regenschauer peitscht um flatternde Tücher und Mäntel und löscht hier und dort ein schwaches Lichtlein aus. Der Sturm jagt in Wolkenhöhen darüber hin und orgelt aus Urwelttiefen ein brausendes Requiem. h.h. Das „Fest des Bauches" GarKantua lebt noch! In welchem Lande der Welt kann man noch heute ein grosses Essfest veranstalten, an dem sich die Bevölkerung einer ganzen Stadt ohne Unterschied beteiligt ? Dass das wirklich noch möglich ist, in einer Zeit, in der gewisse Pessimisten immer noch an die Verschärfung der Weltkrise glauben, hat vergangenen Oktober Rouen, die Hauptstadt der Normandie, bewiesen. Auf dem alten Jürgen. Er suchte lange und sorgfältig mit seinen vom Wasser ein wenig gekrümmten Fingern, legte ein rotes, weissgemustertes Tuch zur Seite und behielt nach einer Weile einen der schmalen Ringe in seiner hohlen Hand, der aus einem roten gläsernen Stein ein schwaches und unechtes Leuchten aussandte. Er knüpfte ihn, der wie ein Kinderring in seiner Hand aussah, in ein gemustertes Taschentuch, fragte, ob er noch etwas schuldig sei, bedankte sich und ging mit niedergeschlagenen Augen zur Tür, die Mütze in der Hand. «Viel Glück!» sagte der Iiihaber und lächelte wohlwollend. Jürgen kehrte sich noch einmal um, sah ihn aus seinen schwermütigen Augen an und erwiderte leise: «Es ist nicht für das Leben.» Als er das Boot fertig machte, sah ein Kind ihm bewegungslos zu, die Hände um einen verrosteten Fassreifen gelegt, mit dem es gespielt hatte. Sein blondes Haar war zu einem kleinen Zopf gebunden, und seine Augen folgten jeder Bewegung im Boote, wie die eines kleinen Hundes, der auf den Augenblick der Abfahrt wartet. Jürgen sah sich vorsichtig um und legte die Kette noch einmal zurecht, obwohl an ihrer Lage nichts zu verbessern war. Marktplatz dieser herrlichen Stadt, auf dem vor mehr als 500 Jahren die Jungfrau von Orleans verbrannt worden ist, fanden drei Tage lang die merkwürdigsten Wettbewerbe statt. Ihr Höhepunkt war der Wettbewerb des stärksten Essers. Die vier Konkurrenten, die < in den Ring» stiegen, hatten vor aller Augen folgendes Menü zu vertilgen : l kg Barbe mit holländischer Sauce, eine ganze Poularde mit Sauce supreme, eine ganze Hammelkeule mit weissen Bohnen, einen ganzen Livarotkäse und eine riesige Apfeltorte. Das Menü durfte ä discrdtion mit Burgunderwein und Cidre begossen werden. Nur einer der Konkurrenten wurde vorzeitig «groggy». Er vertilgte zwar noch die Poularde, aber vor der riesigen Hammelkeule gab er das Rennen auf, bleich und erschöpft. Mit Hilfe einiger Gläser Calvados, des normannischen Cognacs, ward er wieder in Schuss gebracht. Zum Champion des Wettbewerbes, zum stärksten Esser Frankreichs, wurde Herr Charles Viennot erklärt, ein 32jähriger Winzer aus Nuits-Saint-Georges im Burgund. Als man ihn nach der Mahlzeit wog, hatte er 3 kg zugenommen und damit die 143 kg erreicht. Hingegen hatte sein schärfster Konkurrent, der « unbekannte Esser », 148 kg — und dennoch verloren, well er nach Ansicht des Schiedgerichts «mit weniger Appetit» getafelt hätte. Am Abend nach diesem bescheidenen D6jeuner sassen die vier Konkurrenten in der « Couronne » beieinander, um einmal ganz gemütlich zu dinieren. Das war nun keineswegs der einzige Wettbewerb in Rouen, beim V. Fest des Bauches. Da gab es_ auch noch allerhand Spezialprüfungen, etwa « Wer schafft die meisten Merlane ? », bei dem der Sieger die zwei Dutzend Fische hintereinander vertilgte. Da gab es einen wunderhübschen Festzug, bei dem alles, was dieses gesegnete Land hervorbringt, in Prachtexemplaren erschien. Aus dem Gemüse sahen lebendige Kinderköpfe hervor und lachten. Dann kam eine normannische Hochzeit tn Tracht auf Fahrrädern und. natürlich, auch Gargantua, der Held des Tages, persönlich. Besonders reich bedacht wurden an diesen Tagen der Lust an Essen und Trinken die Arbeitslosen von Rouen. «Möchtest du mitkommen?» fragte er schliesslich und errötete vor dem kleinen Menschenwesen, das vor seiner Frage nicht zurückwich. '[ «Ich mache dir ein Kissen aus Heu.{hier hinten und kaufe dir eine Semmel ,7.» '.. • Schweigen. «Ich habe ein Haus am See, und der Kuckuck ruft den ganzen Tag, und blaue Libellen sitzen im Schilf ...» Nicht einmal die Augensterne bewegten sich. Sie waren nur weit geöffnet, wie ein Brunnen, in den Wort, Bewegung, Gebärde hineinfielen. «Kaffee trinken wir und Ziegenmilch, und ein Eichhorn will ich für dich fangen und eine blaue Maridelkrähe ...» Als nichts erfolgte, kein Laut, keine Bewegung der kleinen braunen Hände, gab Jürgen es auf. Er hielt noch für eine Weile den Kahn mit dem Ruder in der Strömung und Hess ihn dann abwärts gleiten, das Gesicht noch immer rückwärtsgewendet. Und mit dem Augenblick, als der Fluss ihn zu tragen begann, hörte die Verzauberung des Ufers auf. «Wassermann!» rief das Kind mit hoher, heller Stimme, setzte den Reifen an und lief neben der Böschung her. Das Klirren des AUTOMOBIL-REVU& 1934 - N° 92 .«Das Privatleben Don Juans.» Die englische «Londonfilm»-Gesellscb.a,ft, deren erstes Werk «Das Privatleben Heinrichs VIII» einen internationalen Erfolg errang, bringt ein neues historisches Werk auf den Markt, «Das Privatleben Don Juans», in dem Douglas Fairbanks sen. den alternden Abenteurer spielt. Die Dialoge sind von dem bekannten Bühnenautor Frederik Lonsdale verfasst. «Der Herr Senator». In dem neuen Filmlustspiel «Der Herr Senator» spielt Adele Sandrock eine fliegende Ahnfrau. Die männlichen Hauptrollen haben Paul Henckel und Fritz Kampers inne. Neue englische Filme. Die Produktion der «London-Film» eieht ffir die Spielzeit 1935/36 Inszenierungen von King Vidor, Und daran hätte der alte Rabelais, wenn er in Rouen dabei gewesen wäre, seine besondere Freude gehabt. si. Fünf Minuten Film « Die scharlachrote Blume.» Unter dem Titel «Die scharlachrote Rlume» erscheint in diesem Winter ein neuer englischer Film, der nach dem vielgelesenen Roman der Gräfin Orczy «Scarlet Pimpernell» gedreht wurde. Die Hauptrollen haben Merle Oberon und Leslie Howard inne. «Die Welt in 100 Jahren.» Als einer der grössten Filme seit dem Bestehen der Kinemotographie wird schon jetzt das gewaltige Werk «Die Welt in 100 Jahren» angekündigt, das in England unter der Mitarbeit des Dichters H. G. Wells gedreht wird und erst in sechs Monaten fertig sein wird. Der berühmte Schriftsteller hat das Drehbuch verfasst und wirkt auch an der Erstellung der Bauten, Kostüme und Requisiten mit. Der Film zeigt die Welt im Jahre 2035, die furchtbaren Schrecken des Zukunftskrieges, die Vernichtung einer Großstadt in 5 Minuten und Unterseeboote, die als Tanks auf dem Lande weiterkämpfen. Die Regie hat der hochbegabte Alexander Korda inne. Ufa-Kurzfilme. Die Ufa hat vier ausgezeichnete Kurzfilme hergestellt: «Die kleinen Verwandten», «Lottchens Geburtstag», «Besuch im Karzer» und «IBums — der Scheidungsgrund», in denen vor allem hoffnungsvoller Nachwuchs auftritt. Eisens auf dem holprigen Pflaster weckte ein lautes, drohendes Echo, das sich über das Wasser warf, und die helle Stimme stiess wie ein Vogelschrei auf die graue Gestalt im Boot, die sich wie eine Eule zusammenkauerte, um dem schmerzenden Schrei zu entgehen. «Wassermann! ... Wassermann!» Und während der ganzen Heimfahrt hingen Jürgens Augen an dem Bündel auf der Ruderbank, in das Tuch und Ring eingeschlagen waren. Es gab keine Sonnwendfeier in den beiden Dörfern zur Johannisnacht, und so sah in dem Licht der Sterne und dem nördlichen Schimmer der weissen Nacht die graue Gestalt wie die eines gebeugten Tieres aus, das sich lautlos an dem Grabhügel zu schaffen mächte, über den die Schatten des Waldes noch fielen. Kein Spaten stiess an einen Stein, nur die Hände hoben leise die Erde auf, bis eine tiefe Höhlung sich in den Hügel grub. Es roch nach dem Verborgenen durchfeuchteter Erde, und ein welker Geruch von verwesenden Kränzen stand um den Hügel. Dann war das leise Rauschen zu hören, mit dem ein geknotetes Tuch sich löste, ein matter Schimmer wie von blindem Metall leuchtete einmal auf, und dann füllten die Hände wieder die Erde in die Höhlung, be- dem groesen amerikanischen Regisseur und von Rene Clair vor, ferner einen Chevalier-Film «Der Marsohall», den Alexander-Korda-Film «Joseph und seine Brüder»,, nach dem Roman von Thomas Mann, sowie Charles Laughton in einem Film von Frederick Lonsdale. «Lockvoo«!». Die Ufa hat «inen neuen Tonfilm von Ludwig von Wohl fertiggestellt, der unter der Regie von Hans Steinhoff erstand. In die Hauptrollen teilen sich Viktor de Kowa, Jessie Vihrog, Hilde Weissner, Fritz Rasp und Jakob Tiedtke. Ein neuer Wiener-Film. Unter dem Titel «G'schichten aus dem Wienerwald» erscheint «in neues «musikalisches Lustspiel aus dem Wien von heute», in dem Matgda Schneider, Leo Slezak, Wolf Albach-Retty, Truus van Aalten und Georg Alexander zu 6ehen sind. Regie: Georg Jakoby Ein neuer Gross-Film um die Jungfrau von Orlians. Der Dramatiker und Kleistpreiaträger Gerhard Menzel hat das Manuskript eines neuen Filmes um die Heilige Johanna geschrieben. Der Ufa- Regisseur Gustav Ucziky wird noch im nächsten Monat mit den Aufnahmen beginnen. Die Hauptrolle ist der jungen Schauspielerin Angela Salokier anvertraut. « Der Zio»unerbaron » Im Film. iDie Ufa dreht zur Zeit unter der Regte TOB Karl Hartl den Film «Der Zigeunerbaron». Adolf Wohlbrück und Gina Falkenberg sind für die Hauptrollen verpflichtet worden. «Drei um eine Frau». Alfred Abel leitete die Herstellung des Filmet «Drei um eine Frau», in dem Charlotte Susa, Paul Hartmann und Olaf Fjord auftreten. Ein« italienische Filmstadt. Vor den Toren der Stadt Livorno in der Toscana ist die Filmstadt Italiens, Tirennia, im Werden. Sie ist auf einem grossen Gelände angelegt worden und besitzt hochmodern ausgestattete, gewaltig grosse Tonfilmateliere. Eine besondere Kom parsenhalle -wird für 2000 Statisten Raum bieter Italien will eich damit sein eigenes «Hollywood' schaffen. Ein HeJrats-TonfHmbureau. In New York wurde soeben das erste Heiratsvermittlungsbureau mit Tonfilm gegründet, und zwar von einer «Fachfrau», einem Kapitalisten und einem ehemaligen Tonfilmoperateur. Wer sich in die Heiratslisten aufnehmen lässt, kann sich zugleich im Gespräch mit der Leiterin des Bureaus tonfilmen lassen. Der Interessent, der einen Lebenspartner sucht, kann sich nun gegen entsprechende Gebühr diese Kurztonfilme vorführen lassen. Er sieht, und hört zugleich seinen Partner. Das Bureau findet regen Zu;« sprach. Ob auf diese Weise die Heiratsaussichten vermehrt oder vermindert werden, dürfte erst die Zukunft lehren. hutsam, als würfen sie sie auf ein erstarrtes Gesicht statt auf die Falten eines roten Tuches, in denen ein winziger Ring sich verbarg. Jürgen blieb auf den Knien liegen, die Hände auf die Erde gestützt, die Augen noch immer auf die Stelle geheftet, die dunkel und gewölbt aus dem glatten Sande hervortrat. «Wenn ich schuldig war», sagte er leise, «will ich bezahlen ... nie habe ich ein Tuch gebracht vom Markt: hier ist ein Tuch ... nie habe ich einen Ring gebracht aus der Stadt: hier ist der Ring ... ein Kind wollte ich haben in meinem Hause, aber es fürchtete sich vor mir und verlachte mich ... ich kann nicht dafür ... nimm das andere und geh nun in deinen Schlaf ... komm nicht mehr wieder, ... trage das Tuch und stecke den Ring au deine Hand ... ich habe nicht Angst vor dir, aber ich will nicht, dass ich durchsehe durch einen Menschenleib ... schwer genug ist es, durch das Wasser zu sehen auf den Grund, wo die Steine liegen, und mit Fischen zu sprechen, die die Kiemen aufmachen ... lass es nun gut sein und schlafe in Frieden ... Jesus Christus helfe dir mit seinem Blut und alles was Macht hat im Himmel und auf der Erde und unter der Erde ... Amen!» (Fortsetzung folgt.) uie Hypotheken Ablösung: & Baukredit A.-G.; ••..;;.. '^J- Beim Einkauf Ihrer Aussteuer und zum Ergänzen Ihrer Bett-, Tisch- und Köchenwäsche verlangen Sie im Detailgeschäft W & S Leinen, die Ware ist mit obiger Schutzmarke bezeichnet Fabrikanten: Worb * Soheltlln A.-Q., •urgdorf 4% Kassa-Obligationen Unsere 3- und 5jährigen Kassaobligationen bilden eine vorteilhafte, keinen Kursschwankungen unterworfene und nach einer bestimmten Zeit zum Nennwert rückzahlbare Kapitalanlage. Spar- & Leihkasse in Bern Elhnehmerelen : Bolligen. BOmpliz, Gümligen, Köniz, Murl, Nlederscherll, Zolllkofen. Warum eine teure Miete? Wir helfen Ihnen zum eigenen Heim! Kostenlose Auskunft erteilt: J.P. BISCHOF, Generalagent B A $ E L . AdlentraMe 44, Tel. 49.644 Kreisdirektion Bern: P.Mauderll, Marktgasse60,Bern,Tel.27.801. Kreisdirektion Zürich: A. v. 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N»92 - 1934 HDBIE Kleider machen Leute... Für heute müsste das alte Sprichwort umgekehrt lauten : « Leute machen Kleider ». Die schwere Gegenwart, die Zeit der Sparsamkeit und der Schwierigkeiten, hat Talente in den Menschen entdeckt und gefördert, von welchen man früher nichts wusste. Fabelhaft elegant kann eine Frau sein und doch nur einen Bruchteil des Geldes, über das sie früher verfügte, für ihre Toiletten ausgeben. Die Mode muss den Bestrebungen der Frauen klug entgegenkommen. Die Wintermode will besonders scharmant sein, aber sie bringt weder eine Umwälzung der Grundlinien noch eine Umstellung des Geschmackes. Wollte sie die Silhouette der Erscheinung grundlegend verändern, sie fände keine Zustimmung. kann sich heute keine Frau erlauben. Dagegen ist das schwarze Besuchskleid rasch aufgefrischt, eine lichte Garnierung, eine Hermelinkrawatte, eine Federnrüsche gibt ihm ein ganz verändertes Aussehen. Stepplinien, Rüschen, Knöpfe und Verschnürungen, aufgesetzte Taschen und weiche, runde Mönchskragen sind für Umarbeitungen wie geschaffen. Wenn man ein Kleid mit Verständnis trägt, wenn man weiss, wie man gehen und sitzen soll, um die Linien der Robe zur Geltung zu bringen, wenn man den neuen, durch die Schlitze enger Röcke blitzenden Unterrock mit ein bisschen Koketterie, Anmut und Diskretion in Szene setzt — dann gibt man den Kleidern Seele, die beseelten Kleider wieder verleihen der Frau Schick und die moderne, elegante Note. Die Frauen machen die Mode ! Nicht die phantastischen Modeschöpfer, die allenfalls ihre bizarrsten Ideen dem Film zur Verfügung; stellen. Die Frauen plädieren für die Paletots, die jugendlich und neu sind und doch nicht viel Material brauchen, ja aus dem alten Pelzmantel und dem Trotteurmantel gearbeitet werden. Die Frauen wünschen aber auch die neuen, golddurchwirkten Besuchskleider, um endlich in die schwarze Uniformierung der Nachmittagsstunde etwas Leben zu bringen. Goldene Stoffe und silbrige Gewebe für den Abend Jliessen in langen Linien an den schmalen Gestalten herab. Prunkvoll ? Gewiss, die metallischen Toiletten sind auffallend und sogar ein bisschen märchenhaft. Aber die Zeit braucht wieder Stimmung und eine Andeutung von Luxus. « Luxus schafft Arbeit » — das ist nicht die Ausrede der gefallsüchtigen Frau, die an schönen Kleidern ihre Freude hat, das sagt die kluge moderne Dame von heute, die an die allgemeinen Interessen denkt. Sie will elegant sein und gefallen. Sie Es ist nicht gesagt, dass ^chlantaein immer erstrebenswert ist. Wenn es aber sein soll, dann nehmen Sie wenigstens nur ein unschädliches Mittel. Werden Sie schlank durch I N D A N, d. Entfettungskur nus Pflanzensäften. Sie ist unschädlich - auch für das Herz - schmerzlos, wohlschmeckend und von Aerzten empfohlen. Dr. Lobeck's Indan-Tabletten Ff. 5.-, Tee Fr. 3.-. Bellivueipotheke, Theaterstrasse 14 u, Zürich 1. 5 IEa "or JE Querschnitt durch die Mode wählt sehr einfache Tageskleider, aber, als Ansporn zur Lebensfreude, lebhafte, frohe abendliche Roben. Sie staunt selbst, wie viel weniger Geld sie ausgibt als einst. Aber der Wille zur Schönheit, die Abneigung gegen jede Uniformierung, das Verständnis für die eigene Person lässt sie die Mode kreieren, wie sie der Gegenwart entspricht. Ihre Persönlichkeit belebt die Kleider, ihr Wesen macht sie abwechslungsreich, wenn sie auch nur in spärlicher Zahl vorhanden sind. Tausend Kleinigkeiten wandeln Kleid und Bluse. Damen machen eben Kleider, auch wenn sie die Roben nicht selbst nähen, die Wollbluse nicht selbst stricken. Die Wintermode bringt Schönheit, Anmut und entspricht doch der Ganz « neu einkleiden > — dasneuen Devise einer neuen Zeit. Modevorschläge. schnitt, da verrät sie sich am Viereckdekol- der Kasacke und eine Spitzenkante ist Die Jacken-Kostüme gehören zu den be-leteliebtesten Modellen und werden auch in Zukunft fraglos nichts an Verbreitung einbüs- heute so beliebte glattfliessende Charmeuse- sichtbar. Ein Spitzenrand schützt auch die sen. Sie werden vielfach kragenlos, meist wäsche. Valencienneskanten verzieren die streng sportlich gearbeitet; die farbigen Kombination und das Nachthemd, ein Spitzensattel, ganz Empire, macht aus dem Schals für den Hals, auch aus Wolle, sind weiter unentbehrlich. Noch immer gibt es Nachthemd ein entzückendes Nachtkleid. Sogar die Kinderwäsche wird, in Paris und in lose Jacken, dann Jacken mit Schulterkragen, Matrosenkragen und breiten Revers. Wien, mit feinen Valenciennesrändern geschmückt. Und — scheinbar ein Luxus — Die Taschen sind mit Spangen und Schliessen versehen, manchmal dicht gesteppt, auch «Wäsche, ganz aus Spitzen», ist zeitgemäss, dicht gesteppte Gürtel. Farben für Kostüme denn diese klein und dicht gemusterten Spitzenstoffe für die Hemdhosen sind sehr leicht sind vorwiegend Beigebraun, Grau, Braun und Steingrün. zu reinigen und überaus haltbar. Und es ist Das Paletotkostüm ist noch lange nicht so ästhetisch — auch «Unsichtbares > mit erschöpft. Es wird für den Wintersportauf- Charme und kultivierter Grazie auszustatten. enthalt, in der Hotelhalle, zur Schlittenfahrt unter dem Pelz, zur Reise getragen und gilt besonders auch für die jetzige Jahreszeit. Manchmal werden seine Konturen gesteppt, dann wieder mit scheinbarer Streifenstickerei (gestrickt) betont. Auch mit Posamenterie, wie geflochten, benäht oder mit Strickbändchen durchzogen, heller oder dunkler als der Mantel, im Durchziehstich benäht. Die Kleider werden nicht nur englisch, sondern auch in einfach-französischem Stil gearbeitet, so dass sie auch für den Nachmittag Verwendung finden. Das Kleidoberteil wird oft im Kimono geschnitten oder zeigt tlefeingesetzten Raglansattel. Der Hals ist meist hochgeschlossen, viele der Jumperideen sind auch an den Kleidern zu sehen. Die Röcke zeigen weniger Glocken, tiefeingesetzte, sparsam verwendete Falten. Auch bei den Kleidern wendet man sich des öfteren vom Jersey ab und geht zum Strickmaterial über. Rillenstreifen, Ton-in- Ton-Musterungen, grosse Fischgräten, abschattiert oder auch nur erhaben angedeutet, Noppen, Phantasienoppen, farbige Homespuneffekte, Pikeemuster, kleine Gitterkaros, eingewirkte und aufgestickte Tupfen, viele kleine Jacquardmusterungen und Streumuster beleben die Modelle; auch eingestickte Streifen, die wie gesteppte wirken, sieht man an einzelnen Stücken. Manche Verzierung von Wolle wirkt, auf AUTOMOBIL-REVUE. 15 einem ruhigen Kleid, wie Hausindustrie südslawischer Staaten. Oft aber Pastellfarben auf dunkel wirkenden Kleidern. Die Aermel, meist lang, zeigen unten ganz weite Fassons, am Unterarm auch Puffen; nicht selten sind DreivierteJ-Aermel, die sich am Ellbogen stark erweitern. Taschen werden viel verwendet, auch Rollemmuster an den Taschenkanten; viele Biesen, genäht oder auch von der Strickmaschine eingearbeitet. Neu sind schwarze Jerseykleider, garniert mit Plissees und Applikationen und Bändchenarbeit aus dem Grundmaterial. Weniger Verwendung werden die hellen Garnituren finden. Stirn gelegt, täuscht das Geheimnis ein bisschen vor. Es hält die Haare, denn der neuen welligen und gelockten Frisur tut das Durchzausen durch den Wind nicht gut. Er schmeichelt, macht das junge glatte Gesicht des Mädchens interessanter, gehaltvoller und verbirgt an dem nicht mehr jungen Gesicht der reifenden Frau manche Falte, manche kleine oder grö'ssere Lebensrune. Unzählige Schleier sind zur Wahl vorbereitet: Zarte Gitter, Netze, Doppelgitter* Bordürenschleier. Für den Besuchshut gibt es die bezaubernden Rundschleier, die auch dem Theaterhütchen — es wird die wichtige Mode der Saison werden — und der Toque die Illusion einer Krempe schenken. Der Rundschleier, der nicht über dem Gesicht liegt, umschmeichelt Frisur und Antlitz mit einem « Unsichtbares » — sichtbar. Es gibt so viele durchgeknöpfte Blusen, Westen, die man einmal hochgeschlossen, einmal ein wenig geöffnet trägt, und Be- rastlosen Spiel zartfingriger Schatten und schwebender Linien. Er ist unendlich kleid- und gestattet, nun auch an kalten Tasuchskleider mit kleinen Fenstern an Aer-sameln und Ausschnitt. Zu all diesen Modellen muss man wieder die scharmant gra- Teint schädlich wäre, die bezaubernde rafiigen, wenn das anliegende Gitter für den ziöse Wäsche tragen. Denn die Wäsche ist niert-verschönernde Schleiermode. nicht mehr nur «unsichtbar». Hier bildet sie wieder ein Plastron beim spitzigen Aus- Russischer Stil beeinflusst die Mode. Von nah und fern, von Ost und West kommen die Modeinspirationen. Eine der unerschöpflichsten Quellen für elegante und schicke Modevorschläge ist die vielfältige Corny, Metz, Moulins, Gravelotte, Mars-la-Tour, russische Tracht, vor allem auch die Art, Verdun, 124 km. Von hier aus folgende Rundtour wie sich die russische Dame der Vorkriegszeit vornehm, international und doch von der Verdun, Thierville (Abstecher nach Fort de Bois zur Besichtigung der Schlachtfelder und Festungen: Bourrus, 5 km), Charny, Challancourt (von hier Heimat beeinflusst anzog. Dieser Winter Abstecher nach Cumieres und dem Toten Mann, steht mit vielen Modellen, mit Sportmänteln 4 km), Esnes, Höhe 304, Malancourt, Montfaucon, und Besuchskleidern, mit aparter Lingerie Cierges, Romagne, Charpentry, Varennes, Cheppy, und schicken Abendkasacken, mit Blusen, Vauquois, Varennes, durch die Argonnen nach Le Four-de-Paris, Vienno-le-Ghäteau, Le Four-de-Paris, der Biesme entlang über Lachalade (5 km von besonders auch mit dem Jackenkleid, im Zeichen der russischen Mode, die sich aber hier die Haute Chevauchee, 285 m), Le Claon, Los in ganz neuer Entfaltung, nicht nur nach Islettes (Abstecher nach Ste. Menehould, 8 km), Studentenblusen und verschnürten Joppen, wie man sie zu sehen gewohnt ist, zauberhaft elegant und modern entwickelte. Um den Hut — einen Schleier. Das bisschen Geheimnis, das um die Frau weben und schweben soll, wurde in unserer sachlichen Zeit recht zerstört. Man ist sportlich und kameradschaftlich, man ist nüchtern und herb — und man vergass das Geheimnis, früher ein so wichtiger Faktor, um eine Frau interessant zu machen. Man kommt aber immer wieder auf einstige Modeideen zurück. Und auch auf die kleinen Koketterien, die Hilfsmittel zu persönlichem Erfolg sind. Ein kleiner Schleier, um Augen und T0P8ENSPRECHSAAL K'JÜ J> TEL 28222 BERN Frage 967. Verdiin und seine Schlachtfelder. Ich möchte eine dreitägige Autotour nach Verdun zur Besichtigung- seiner Sohlachtfelder machen. Zu was für einer Route raten Sie mir? Ist überhaupt noch etwas von den Spuren des grossen Krieges zu sehen oder sind die Räumungs- und Wiederaufbauarbeiten bereits vollendet? Im Fall es sich lohnt, könnte ich eventuell zur Besichtigung der Festungen und Schlachtfelder noch einen weitern Tag verwenden. Würden Sie mir gleichzeitig einige Hinweise für geeignetes Führer- und Kartenmaterial besonders der Gegend um Verdun geben? W. R. in B. Antwort: Ich rate Ihnen: zu folgendem Tourenprogramm: 1 Tag: Biel, Grenchen, Solothurn, Baisthal, Langenbruek, Waldenhurg. Liestal, Basel, Bartenheim, Mülhausen, Lutterbach, Thann, Wessorlinj, Col de Bussang, St. Maurice, Le Thillot, RtiDt, Remiremont. Pouxeux, Epinal, Nomexy, Charmes, Nancy, 332 km. 2. Tag: Nancy, Marbache, Pont-ä-Mqusson, Clermont-en-Argonne, Parois, Dombasle-en-Argonne, Le Moulin-Brüle, Voie Sacree (Heilige Strasse), Verdun, 130 km (excl. Abstecher). 3. Tag: Verdun, St. Mihiel, Commercy, Void, Vaucouleurs, Greux, Neufchäteau, Contrexeville, Darney, Gruey-les-S., Bains-les-Bains, St. Loup, Luxeuil, Lure, Chälonvülars, Beifort, Delle, Boncourt, Porrentruy, Les Rangiers, Delemont, Moutier, Tavannes, Biel, 366 km. Falls Sie eventuell noch einen vierten Tag erübrigen könnten, gebe ich Ihnen nachstehend noch »wei lohnende Rundtouren bekannt: 1. Verdun, Fort de Tavannes - Fort de Vaux, Fort de Soubüle, Fleury, Fort Douaumont-, Tranc-hee des Baionnettes, Bras, Verdun, 80 km. 2. Verdun, Fort de Rozellier, Manheulles, Fresne, Combres, Tranchee de Calonne, Mont-sous-les-C6tes, Dieue-sur-Meuse, Haudainville, Verdun, 62 km. Sehr wahrscheinlich werden Sie aber schon von der einen Rundtour genug bekommen; denn der Schöne echte Pelze wie Fuchs, Persianer, Indisch Lamm, Whitecoat, schmücken meine eleganten Herbst- und "Winter-Mäntel. Sie bekommen heute wunderbare Modelle zu vorteilhaften Preisen. Darf ich Sie zu einer unverbindlichen Berichtigung meiner grossen Auswahl erwaiten? zuverlässig - angenehm - unschädlich Verkauf in Apotheken. Prospekt-Versand durch die Genera Ivertretung für die Schweiz: Hempel, Bachtobeistrasse 53, Zürich Bräunen Sie im Winter ihre Haut m. Höhensonne, denn gut aussehen heisst gepflegt sein. Preis pro Sitzung Fr. 2.—. Schönheits-Salon « S I S S Y », Beustweg 7, hint. Minervastr. 26, Zürich. Tel. 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