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E_1934_Zeitung_Nr.092

E_1934_Zeitung_Nr.092

Initiative- verlangt

Initiative- verlangt bloss fünf Neuntel, also nicht viel mehr als die Hälfte des Benzinzolles für die Strasse. Diesmal haben aber nicht 50,000, sondern 150,000 das Volksbegehren unterzeichnet. Das ist eine deutliche Dokumentierung des Vollkswillens und garantiert dafür, dass die Initiative, wenn man es in Bern nicht anders haben will, in der Volksabstimmung glänzend durchgehen wird. Für den Fremdenverkehr wäre die im Bundeshaus geplante Benzinzollerhöhung katastrophal. Wir würden damit den Ast ansägen, auf dem wir selber sitzen, oder, mit einem andern Bild, die Henne mit den goldenen Eiern schlachten. Der Automobilfremdenverkehr ist nämlich der einzige Zweig des Fremdenverkehrs, der dauernd zunimmt. Er ist der erfreulichste Posten auf der Aktivseite, und in einem Lande, dessen Hauptexport in der Einreise fremder Besucher besteht, ist jede Massnahme, die ein Abbremsen des Automobilfremdenverkehrs verursacht, ein Verbrechen an utiserm Wirtschaftsleben. Qder um mit dem grossen französischen Diplomaten Talleyrand zu sprechen, den unsere Politiker in Bern gewiss für voll nehmen werden : « C'est plus qu'un crime, c'est une faute.» V^»l«oh*stf»dhin£l« Verkehrssichere Strasseneinmündungen. Wie kürzlich zu lesen war, hat man an der Polizeidirektorenkonferenz wieder mal das Nebensfrassen Hauptstrasse Nebenstrasser» Thema der Begrenzung der Höchstgeschwindigkeiten angeschnitten und glaubt, dass man dadurch die Unfallziffern vermindern werde. Heutzutage sollte eigentlich jeder höhere Polizeifunktionär, in erster Linie die Polizeidirektoren selbst fahren können, damit sie in der Lage sind, derartig einschneidende Verkehrsfragen richtig und objektiv zu entscheiden. Da ist nun die Ansicht eines in seinem Lande sehr bekannten Richters, des 60jährigen Sir Samuel Brighouse, Richter in Lancashire, England, jedenfalls viel wertvoller, da er seit vielen Jahren selbst Fahrer ist und unbedingt daran festhält, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen keinen Wert haben, denn auch die kleinste erlaubte Geschwindigkeit kann in einem Momente noch viel zu hoch sein. Es kommt eben stets auf den Verkehr an. Nachdem nun auch bei uns Strassen mit Vortrittsrecht geschaffen wurden, so ist eine Anregung dieses Fachmannes bedeutungsvoll, der zur Sicherung des Verkehres auf den Strassen mit Vortrittsrecht vorschlägt, die Nebenstrassen nicht direkt einmünden zu lassen, sondern sie zu gabeln und in ihrer direkten Verlängerung eine kleine Insel einzuschalten, wie die Skizze zeigt. Der aus der Nebenstrasse kommende Wagen, muss also nicht eine, sondern zwei Kurven fahren, ist daher gezwungen, sein Tempo ganz bedeutend zu ermässigen, wodurch er Zeit genug gewinnt, um zu sehen, ob er freie Bahn zum Kreuzen oder einbiegen hat. recht aufgehoben ist: das Schicksal der Lebenden und der Toten. « Vieles hast du übergeholt in deinem Leben, du getreuer Fährmann Jürgen Doskocil », sagt der Pfarrer, « die Grünen und die Schwarzen, das Leben und den Tod. Und dein Ruder war gerecht, wie deine Münze gerecht war. Und als der Tod zu deinem Hause wollte, bist du übergefahren und hast ihn geholt, so treu und gehorsam, als hätte ein Kind in seiner Schwachheit nach dir gerufen. Es wird dir vergolten werden, du getreuer Fährmann. Und die nun anklopfen wird an Gottes Tür, wird es ausrichten von deiner Treue, weil von ihr abgefallen sein wird, was unsere Augen trübt.» An sein kleines Kornfeld denkt Jürgen, als er die Erde auf den Sarg wirft, und an die Halme, die er mit der Toten geschnitten hat, als noch kein Zorn ihr Herz gegen ihn bewegte. Und die dritte Hand voll Erde wirft er bis zu ihren Füssen, als hebe er sie aus einem Laken, und er weiss, dass es wahr ist, was der Pfarrer von der Auferstehung sagt. Die Schulkinder singen, in langezogenen Tönen, und die Stimmen der Frauen schweben hoch und klagend über der schleppenden Melodie. Jürgen steht noch neben dem Pfarrer an Ein Dieselmotor im Personenauto. In Holland fanden vor kurzem Probefahrten mit einem mit Dieselmotor ausgerüsteten Nash-Wagen, Modell 1932, statt. Der Wagen wurde auf Bestellung des Besitzers mit einem Zweizylinder-CLM-Dieselmotor versehen, der nach Junkers-Patenten gebaut ist, im Zwei- direktoren, welche eine vermehrte Verkehrskontrolle verlangt, ist das schon länger gehegte Postulat einer mobilen Verkehrspolizei so rasch verwirklicht worden. Zu diesem Zweck soll das Polizeikörps vorläufig um 2 Mann vermehrt werden. Jeder von ihnen, würde mit Motorrad samt Seitenwagen ausgerüstet und hätte damit die gewünschte Möglichkeit und Beweglichkeit, um den Verkehr nicht nur von einem Fixpunkt aus zu, überwachen, sondern ihm zu folgen und Fehlbare gleich in flagranti zu stellen. Es ist an-, zunehmen, dass der Grosse Rat den notwendigen Kredit bewilligen wird. Die Ausgaben sollen übrigens durch die Einnahmen aus Motorfahrzeugsteuern und -gebühren gedeckt werden. takt und mit je zwei gegenläufigen Kolben solinis an die Polizei beigefügt, in dem er pro Zylinder arbeitet und 24 PS bei 1500bittet, seine Straffälligkeit wegen dringender Staatsgeschäfte zu entschuldigen. So- Zur Hebung der Verkehrsdisziplin. Ob- Touren leistet. Im Leerlauf macht der Motor 2500 Touren pro Minute, also nicht viel weniger als ein Benzinmotor. Auffallend ist, dass straffälligen Duce lassen eine nachahmens- Kantons Zürich schon Mitte September die wohl das Verhalten des Polizisten wie deswohl die Liga der Verkehrsinteressenten des fast keine Erschütterungen auftreten, obwohl werte Einstellung zu den Gesetzen, die fürkantonale Polizeidirektion auf die Auswüchse, der Motor ohne Gummi- oder sonstige Zwischenlagen im Rahmen an drei Punkten auf- liegende Verkehrsdisziplin aufmerksam ge- die Sicherheit aller da sind, erkennen. im Strassenverkehr und die sehr im argen., gehängt ist. Der Wagen erreicht eine Geschwindigkeit von 70 kmlSt. Der Brennstoff- Die Hannoversche Strassenbahnverwaltung Hannover stellt Holzgas-Autobusse ein. macht und um Gewährung einer Konferenz verbrauch beträgt 72 Liter Rohöl pro 100 km. zur Besprechung der Abhilfemassnahmen ersucht hat, ist diese Demarche bis anhin ohne hat versuchsweise einen Omnibus in Betrieb jede Folge geblieben. Während die Regierung des Kantons St. Gallen in sehr verdienst- Die neuen Alfa Romeo-Rennwagen. Alfa Romeo hat gegenwärtig neun Rennwagen für die nächstjährige Sportsaison im Bau, Vierliter-Zwölfzylinderwagen mit unabhängig gefederten Vorderrädern, die eine Höchstgeschwindigkeit von 300 kmlSt. erreichen sollen. Lastwagenräder mit Kühlflügeln. Eine amerikanische Fabrik für Lastwagenräder hat Versuche angestellt, diese Räder mit Ventilatorflügeln zu versehen. Es zeigte sich, dass bei richtiger Anordnung der Flügel die Temperatur der Bremstrommeln um 50 % reduziert werden kann. Ein Strafmandat für den Duce. Mussolini ist ein begeisterter Autofahrer. Er pflegt seinen Wagen selbst zu lenken und fährt gern schnell. Als er vor kurzem von Riccione nach Rom zu einer sehr eiligen Ministerbesprechung fuhr und pünktlich sein wollte, raste er in wahnsinnigem Tempo über die Strassen. Sein bekanntes Hupensignal gestattete ihm schnellste Durchfahrt durch alle Dörfer, die am Wege lagen. Alles ging nach Wunsch, nur einige Tage später war der italienische Regierungschef peinlich überrascht, als er auf seinem Schreibtisch ein Strafmandat von 100 Lire wegen zu den Kantonen dem gewölbten Hügel, und es ist ihm schön, dass er nichts zu sagen braucht. «Und wenn sie wiederkommt, Doskocil», sagt der Pfarrer, «so wisse immer, dass sie aus unserer Seele aufsteigen und nicht aus dem Grabe. Einführung der Rechtsfahrordnung in Oesterreich verschoben. Das Bundesgesetzblatt veröffentlichte die dritte Novelle zum Strassenpolizeigesetz, wodurch der- für die Einführung der Rechtsfahrordnung im jetzigen Linksfahrgebiet in Oesterreich vorgesehene Stichtag (1. 72. 34) tet. Die Kosten der Umstellung auf dasmit Vertretern der Kantonsratsfraktionen vorgesehen, da es sich gezeigt hat, dass schon im Kantons- Rechtsfahren werden für die Stadt Wien auf rat durch die Einstellung der Freisinnigen und der mindestens 10 Mill. S. veranschlagt. Bauernpartei mit einer Gesetzesverwerfung gerechnet werden mttsste. beizuführen. In ihrer letzten Sitzung hat auch Die Rücksprache mit den Verkehrsinteressentenverbänden kommt reichlich spät und berührt eigen- die kantonal-bernische Verkehrskommission, artig, nachdem man es vorher ostentativ abgelehnt unter dem Vorsitz von Dr. Mühlemann, Chef hat, mit ihnen ein Zusammenarbeiten zu ermöglichen, und man nicht nur ihre schriftlich einge- des Stfassenverkehrsamtes des Kantons Bern, sich mit dem Problem der Strassenverkehrsunfälle befasst. Zur Feststellung der als unnötig abgelehnt hat. reichten Postulate, sondern auch ihre Mitwirkung wichtigsten Unfallursachen und zur Prüfung Man wird nun den Ausgang dieser allzu spät ermöglichten Aussprache abwarten müssen. Immerhin dürfte feststehen, dass sich die Kantonale der zu ergreifenden Abwehrmassnahmen sind in dieser Sitzung 10 interessante Referate verschiedener Kommissionsmitglieder den ZugDständissen von regierungsrätlicher Seite Strassenverkehrsliga kaum mit einigen unbedeuten- vorgetragen worden. An einer nächsten Zusammenkunft sollen weitere Vorträge auf werden soll, um sie von einzelnen allzu schweren" wird abfinden lassen. Wenn die mangelhafte Gesetzesvorlage nur in wenigen Punkten verbessere diesem wichtigen Gebiete gehalten werden. Schicksalsparagraphen zu befreien und so eine Es ist beabsichtigt, diese Referate auch schliesslicne, wenn auch knappe Mehrheit in der durch das Radio verbreiten zu lassen, um Abstimmung im Kantonsrat sichern zu können, so wird man für eine solche Aktion auf die Geneigtheit der Strassenverkehrsinteressenten kaum zählen später von Dr. Mühlemann, mit den Diskussionsvoten zusammengefasst, der kantonalen können. Notwendig wird eine durchgreifende verkehrs- und sportfreundlichero Verbesserung des Ge- Polizeidirektion eingereicht zu werden und zwar gleichzeitig mit den Anträgen, welche setzes im Sinne einer weitgehenden Berücksichtigung der Postulate der Strassenverkehrsliga sein, die kantonal-bernische Verkehrskommission wenn letztere schliesslich doch noch zur Rottuns stellen wird und von denen zu hoffen ist, der Gesetzesvorlage Hand bieten soll. Dem Vernehmen nach besteht übrigens in verschiedenen Krei- dass sie geeignet sind, die Strassenverkehrssen der Verkehrsintcressenten nicht mehr grosse Geneigtheit, an der Aussprache vom 13. November Vorschläge zu machen, da man nach der bisherigen Motonsierte Verkehrspolizei im Thurgau. vollständigen Ignorierung der Verbände bei der Aufstellung der Gesetzesvorlage wenig Lust und Der Regierungrat schlägt in seiner Budgetbotschaft die Einführung motorisierter Ver- viermonatlicher Beratung im Kantonsrat, den Freude daran hat, nachträglich, d. h. nach rund miss- Bekämpfung der Strassenverkehrsunfalle. Bekanntlich ist die Zahl der Strassenverkehrsunfalle im Kanton Bern wie auch, in einigen andern Ständen im Steigen begriffen. Wie unsere Leser wissen, hat sich kürzlich auch die Konferenz der kantonalen Polizeidirektoren in Sitten mit dem Sicherheitsproblem auf den Strassen befasst und scharfe Massnahmen gegen fehlbare Strassenbenützer, vor allem gegen fehlbare Motorfahrzeugführer, in Aussicht gestellt. Neben den Verbänden führt auch das Strassenverkehrsamt des Kantons Bern seit Jahren einen energischen Kampf zwecks Herbeiführung besserer Zustände im Strassenverkehr. Zweifellos haben diese vorbeugenden Massnahmen bereits teilweise günstige Resultate gezeitigt. Wie aber aus der Entwicklung des Strassenverkehrs und aus der Einstellung der verschiedenen Strassenbenützer, vor alunfälle zu vermeiden. lem der Fussgänger, hervorgeht, vermögen die bisher ergriffenen Massnahmen nicht vollauf zu genügen. Die starke Zunahme des Verkehrs bedingt auch, dass alle Massnahmen ergriffen werden sollen, die geeignet sind, eine grössere Verkehrssicherheit her- AUTOMOBTL-REVUb 1934 - No 92 ilisti scher schnellen Autofahrens vorfand. Ein diensteifriger Polizist hatte sich die Nummer des rasenden Wagens notiert, und der Besitzer musste, ganz gleich wer es war, dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Noch am gleichen Tage wurden die fälligen 100 Lire überwiesen und ein persönlicher Brief Mus- gestellt, der durch einen Holzgas-Generator betrieben wird. Von dem praktischen Ergebnis der nun beginnenden Versuche im täglichen Verkehr soll es abhängen, ob die Stadt Hannover diesen Weg weiter * beschreiten und weitere Holzgasautos in Betrieb nehmen wird. auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Mit Rücksicht auf den ausländischen Durchfahrverkehr ist das Rechtsfahren bereits in Teilen von Tirol und Salzbarg eingeführt worden; der Ausdehnung auf ganz Oesterreich stehen allerdings bedeutende Schwierigkeiten entgegen, besonders in Städten mit Strassenbahnen, weil dort weitgehende Umstellungen der technischen Anlagen vorgenommen werden müssten; auch sind, besonders in Wien, zahlreiche grosse öffentliche Gebäude auf das Anfahren von links eingerich- voller Weise den interessierten Behördestellen und Verkehrsinteressenten - Verbänden Gelegenheit zu einer willkommenen Aussprache über diese wichtige Materie gegeben hat, wird die Initiative der kantonalen Verkehrsliga in Zürich nicht einmal mit einer Antwort gewürdigt. Die Kantonale Strassenverkehrsliga hat gezeigt, dass sie bereit ist, positiv an der Herbeiführung einer bessern Verkenrsdisziplin mitzuarbeiten. Um so bedauerlicher ist es, dass die kantonale Polizeidirektion diese Initiative unbeachtet lässt und neuerdings eine gegenseitige Zusammenarbeit verunmöglicht. V Das Zürcher Verkehrsgesetz. Was in der letzte- N'ummer prophezeit wurde, ist eingetroffen. Füm Minuten vor Zwölf haben die Regierungsbehörden es doch für nötig erachtet, mit den Verkehrsinteressentenverbänden Fühlung zu nehmen; sie haben sie zu einer Aussprache auf den 13. November eingeladen, wohl um festzustellen, ob die Gesetzesvorlage eventuell doch noch durch Zugeständnisse gerettet werden kann. Es ist zudem noch eine Rücksprache kehrspatrouillen vor. Wohl unter dem Ein-ratenedruck der Oltener Resolution der Polizei- niessbar zu machen. Weihnar-htskuchen noch einigermassen ce- V Und man soll ihnen nicht verbieten, noch weiter bei uns zu wohnen. Aber du musst nun jemand zu dir nehmen, dass du einen Teller auf dem Tisch und eine Menschenstimme in deinem Herzen hast.» «Die Ziege ist da», sagt Jürgen. Aber der Pfarrer schüttelt den Kopf und sieht nach seiner Gemeinde, ob die Dörfer sich schon getrennt haben. «Nicht von diesen», sagt er noch. «Vielleicht ruft es einmal wie in jener Nacht. Dann fahre hinüber und sieh, ob Gott dir etwas schickt.» Die Glocken verstummen, als Jürgen zur Fähre geht. Der Himmel wird gleichsam leer, und er tritt leise auf, als gehe er durch ein schlafendes Haus. Erst als er von weitem die Ziege neben der Hütte sieht, wird der Atem ihm etwas freier in der schweren Brust. Er setzt das Trauergeleit aus dem Moordorf über, verweigert das Geld und sagt: «Ich danke auch.» Er zieht den grauen Rock wieder an, macht die Netze fertig, steht lange vor der Schwelle und geht dann endlich hinein. Noch immer schweigen die Dinge. Aber holt den Draht. Er muss zweimal zufassen, die Luft riecht schon etwas nach See undehe seine Hand ihn hält. Er macht die Kette Wald, und als er mit der Hand über den fertig, aber er öffnet die Tür zum Ziegenstall, Lehmherd fährt, ist etwas von der Sonne da, hängt die Laterne an den Pfosten und arbeitet dort, wobei er ab und zu innehält, um dfe durch das kleine Fenster fällt. Es dämmert schon, als er vom Wasser zu hören, wie das Tier an seinem Nachtfutter kommt. Er hat vieles zu bedenken. Er melkt nascht. das Tier und schüttelt die Streu zurecht. Er Diese Nacht schläft er neben dem Herd. schneidet Kartoffeln zur Saat und hämmert 2. an einer Kette für den Fischkasten. Und als Auf den Wiesen zwischen den beiden Dörfern war das erste Heu geschnitten, und die er in das Haus geht, um ein Stück Draht zu holen, das hinter dem Herde hängt, hat er Luft war süss von dem Duft der welkenden vergessen, dass das Fremde noch nicht vergangen ist aus Zeit und Raum. Ein kühler Nacht, und eine Stunde nach dem die Stern- Halme. Die Wiesenschnarre rief die ganze Wind geht über ihn hin, als er die Türe bilder lautlos durch den Meridian gezogen öffnet, und noch bevor er denken kann, dass waren, begann der Kuckuck in der Eiche über es der Zug ist, dem er einen Weg bereitet Jürgens Hütte zu rufen. Dann erwachte Jür- hat, sieht er sie neben dem Herde sitzen. Es ist nur der Umnss im dunkelnden Licht, die Neigung der Stirn und der Schultern, und Augen und Hände sind auf etwas Unsichtbares gerichtet, weit von ihm fort, ohne Frage oder Drohung. Und bevor sein schwerer Geist sich mit der Erkenntnis des Geschehenen erfüllt hat, ist das Bild fort, an der Grenze noch, erlischt hinter einer lautlos zufallenden Tür, ohne Nachklang, ohne Spur. Jürgen nickt einmal vor sich hin, in den leeren Raum. Dann geht er zum Herd und gen aus seinem behutsamen Schlaf, wie ein Tier unter dem ersten Hauch der Frühe erwacht, und sah zum Herde, ob er allein sei. Es war selten, dass aus der Tiefe des Schlafes das blasse Bild sich erhob, und es schien die Erfüllung der Seele mit den Gedanken des Tages nötig zu sein, um in der abendlichen Dämmerung den schmalen Schatten zu erzeugen, der ohne Mahnung, Abwehr oder Drohung da war, der nur sein Dasein behauptete und verging, sobald er «erinnert» hatte. (Fortsetzung im « A.-F. *.)

N° 92 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE Die Sieger der Schweiz. Automobil-Rennen 1934. (Die fettgedruckten Namen mit grossen Buchstaben beziehen sich auf die Tages-, die mit kleinen Buchstaben auf die Kategorien-Sieger.) aOm Rennen Kate- Exp. ' Die wirtschaftliche Bedeutung des Automobilsportes. Im allgemeinen wird der Automobilsport jeweils am Ende einer Saison vom sportlichen und technischen Standpunkte aus gewürdigt und die Bilanz gezogen. Wir haben bereits vor einiger Zeit in einem grösseren Artikel einen ersten zusammenfassenden Rückblick auf die Ereignisse des Jahres geworfen. Es wäre jedoch falsch, zu vergessen, dass der Automobilsport auch in wirtschaftlicher Hinsicht von ganz ausserordentlicher Bedeutung ist und schon rein aus diesen Gründen die Existenzberechtigung besitzt. Mehr als jeder andere Sport ist der, jj/elcher mit den neuesten kostbaren Produkn der Automobil-Konstruktion arbeitet, such wirtschaftlich und industriell verankert. Eine Schlussbetrachtung ohne die Miteinbeziehung auch dieser Faktoren wäre deshalb von vorneherein nur unvollständig. Die Mailänder «Gazzetta dello Sport» veröffentlicht Jahr für Jahr eine Zusammenstellung der finanziellen Resultate der Rennen. Auch diesmal hat sie sich der Mühe unterzogen, die abgelaufene Saison vom Standpunkte des wirtschaftlichen Nutzens aus noch einmal zu beleuchten. Die Ergebnisse sind derart verblüffend, dass wir im Folgenden einige dieser bemerkenswerten Zahlen aufführen möchten. Selbstverständlich berücksichtigt die Zusammenstellung des ausgezeichneten Fachblattes in erster Linie die italienischen Verhältnisse; da jedoch Italien weitaus am meisten Rennen durchführt und die grösste Zahl von Fahrern und Maschinen besitzt, hat sie trotzdem auch für ^as Ausland Interesse. Sie zeigt nur, zu wel- -ner wirtschaftlichen Bedeutung ein hoch entwickelter Automobilsport für ein Land werden kann. Die folgenden Ziffern geben einen ersten Ueberblick über die Entwicklung der in den letzten Jahren ausgesetzten Preise für die italienischen Rennen: in Fr. in Fr. 1927 570.000 1931 551.000 1928 721.000 1932 390.000 1929 667.000 1933 421.000 1930 851.000 1934 770000 Das Jahr 1934 steht, wie man sieht, an zweiter Stelle, nachdem eine Stagnation im Sporte und die plötzlich einsetzende Krise sich in den Jahren 1931 bis 1933 empfindlich ausgewirkt haben. Auf ein italienisches Rennen entfällt im Durchschnitt in diesem Jahre ein Betrag von 38,500 Fr., also eine recht beträchtliche Summe. Allerdings darf gerade hier nicht unerwähnt bleiben, dass der Grosse Preis von Tripolis in dieser Ziffer mitenthalten ist, der an Höhe der Preise bekannlich in der ganzen Welt unerreicht dasteht. Für dieses Rennen allein sind dieses Jahr 275,000 Fr. an Preisen ausgesetzt worden, von denen 50,000 als eigentliche Wertungspreise galten und der Rest auf die prozentuale Verteilung durch die Lotterie entfiel. Das Rennen, das bis jetzt als das bestdotierte in der ganzen Welt galt — der Grosse Preis von Indianapolis — sieht «nur» 130,000 Fr. an Preisen vor. Am zweitbesten schnitt 1934 die erste Italienrundfahrt ab, für die rund 168,000 Fr. zur Verteilung kamen. Es mag interessieren, auch die Gesamtpreise der anderen wichtigen europäischen Rennen im Vergleich dazu zusehen: Grosser Preis von Deutschland 55,000 Fr., Grosser Preis der Schweiz 40,000 Fr., Grosser Preis von Frankreich 37,000 Fr., Grosser Preis von Monaco 35,000 F/., Grosser Preis der Marne 30,000 Fr., International Trophy in England 25,000 Fr. Insgesamt wurden an 31 grösseren Veranstaltungen dieses Jahres in Europa — ausser Italien — 625,000 Fr. verteilt, so dass auf ein Rennen rund 20,000 Fr. entfallen. Zählt man Italien hinzu, dann kommt man auf den beträchtlichen Gesamtbetrag von rund 1,400,000 Fr. Wie kamen diese imponierenden Beträge nun zur Verteilung? Die folgende Zusammenstellung gibt über die Höhe der Preise Aufschluss, die die besten Fahrer im Verlaufe des Jahres gewonnen haben: Varzi Chiron Moll Stuck Trossi Fagioli Nuvolari Etancelin Dreyfus Whitney Straight 21.000 Bemerkenswert ist noch die Tatsache, dass 132 Fahrer in diesem Jahre auf italienischen Wagen nicht weniger als 855,000 Fr. gewannen, somit rund 73% der gesamten ausgesetzten Totalsumme. Von diesem allerdings relativen Gesichtspunkte aus betrachtet, steht also auch jetzt noch Italien unbestritten an der Spitze. Auf Alfa Romeo wurden rund 590,000 Fr. gewonnen, auf Maserati 150,000 Fr., auf Wagen der Auto-Union 86,000 Franken, auf Maschinen von Mercedes-Benz Um den Grand Prix Melorad. Am nach- sten Dienstag den 20. November werden in Bern der Direktionsrat und das Zentralkomitee des A. C. S. zu zwei wichtigen Sitzungen zusammentreten. Dabei wird auch über das Schicksal des Grand Prix Melorad beschlossen, der bekanntlich nächstes Jahr in Genf durchgeführt werden soll, und gegen den sich schon jetzt eine berechtigte Opposition geltend gemacht hat v A reu 71,000 Fr. und von Bugatti 60,000 Fr. Die Scuderia Ferrari verdiente an Preisen in dieser Saison insgesamt die ansehnliche Summe von 460,000 Fr. Um einen Begriff von der finanziellen Bedeutung des Automobilsportes zu erhalten, darf man jedoch das Augenmerk nicht ausschliesslich auf die ausgesetzten Preise richten, da • ausser diesen Beträgen noch beträchtliche weitere Summen durch diesen Sport in Umlauf kommen. Die Organisation jedes Rennens verschlingt wahre Unsummen und bringt zahlreichen Firmen, dem Gewerbe, dann auch der gesamten Hotellerie willkommene Mehrbeschäftigung. Den meisten Fahrern und Firmen müssen ferner besondere Startgelder gezahlt werden, damit sie sich überhaupt zur Teilnahme bewegen lassen, anderseits erhalten die Gewinner von den Zubehör-, Brennstoff- und Pneufirmen beträchtliche Prämien. Ferner darf nicht vergessen werden, welches Kapital in den vielen kostbaren Rennmaschinen investiert ist, weiterhin gibt auch der Transport der Maschinen und des Personals durch ganz Europa Verdienst. Das sind Zahlen, die man nicht^unberücksichtigt lassen darf, wenn man Mobiloil Arctic hat gegenüber gewöhnlichen" Winterölen" noch den Vorteil, dass es der Hitze des Motors ausserordentlich gut widersteht, woraus sich ergibt: - absolut zuverlässiger Schutz des heissen Motors, • geringer Verbrauch u WA. 150.000 Fr. 11000O 90.000 70.000 46.000 44.000 38.000 37.000 24.000 Die Verwenden Sie es. Sieger der Klassen und Kategorien (Chronolog. Reihenfolge) gorie Am. Bis 1100 ce. [ 1500 cc. 2000 cc. | 3000~cc. | 5000 cc. | über 5000 cc. 18. Mirz Km arretG von Grand T E Julon (Ford) — — Studer (Ansaldo) Gübelin (Plymouth) Zwimpfer (Chrysler) Saconnex A — — — Pilloud (Fiat) Moune (Plymouth) — S E — Schneider (Derby) — „Tigris" (Alfa Romeo) — Itten (Chrysler) A — — — — Hörning (Bugatti) M. Gradenwitz (Mercedes) R — Kessler (Maserati) Avondet (Bugatti) f Maag (Bugatti) HUG (Bugatti) — — 3. Juni Grand Prix von Montreux* — — — — — — — — 1. Juli Rheineck-Walzenhausen T E Sanfelice (Fiat) — Muller (Adler) Studer (Ansaldo) Gübelin (Plymouth) Zwimpfer (Chrysler) A — — Kautz (A. C.) Pilloud (Fiat) Strub (Chrysler) — S E Frey (Fiat) Schneider (Derby) — t Maag (Bugatti) Stuber (Alfa Romeo Itten (Chrysler) A — Mme Sturzinger (Bug.) — — — — R — Ryf (E. R.) t Maag (Maserati) — RUESCH (Maserati) — — 15. Juli , Dtvelicr—Les Rangier« T E Julon (Ford) Guenat (Lancia) Periat (Fiat) Studer (Ansaldo) Gübelin (Plymouth) Zwimpfer (Chrysler) A — — Kautz (A. C.) Pilloud (Fiat) Berthoud (Ford) — S E Wustrow (M. G.) Hummel (Amilcar) — — STUBER (Alfa Romeo) Hahn (Mercedes) A — — Tapo (Opel) — Hörning (Bugatti) — R — Hummel (Amilcar) Uboldi (Maserati) — — — — 5. August Klausen S — Beccaria (Fiat) Lurani (Maserati) Rey (Bugatti) Balestrero (Alfa Romeo) Strazza (Lancia) — R — t Hamilton (M. G.) Sojka (Bugatti) Steinweg (Bugatti) CARACCI0LA (Mercedes) — — 26. August Grosser Preis d. Sehweil*) — — — — — — — 30. Sept. Montreux—taux T E Julon (Ford) — — Lanz (Bugatti) Mcttraux (Ford) Zwimpfer (Chrysler) A — — Kautz (A. C.) Gojon (Bugatti) Locher (Bugatti) — S E Frey (Fiat) Becker (M. G.) _ — Stuber (Alfa Romeo) Itten (Chrysler) A — — „Tapo" (Opel) de Rahm (Alfa Romeo) — '— R — Hirschy (D. K. W.) Castelbarco (Maserati) — | PIETSCH (Alfa Romeo) — — •) Siehe die Resultat« dieser beiden Grossen Preise in der in Nr. 89 der AR. veröffentlichten Tabelle der besten Tageszeiten. Jahr Total der Preise Jahr Total der Preise den Automobilsport von wirtschaftlichen Blickpunkten aus werten will. Wenn man die verteilten Preise und auch die weiteren Prämien zusammenrechnet, die den Fahrern und Firmen von den verschiedensten Unternehmungen gewährt werden, so kommt man schätzungsweise auf eine Gesamtsumme von gegen 2 Mill. Fr. Die Organisationskosten, die in der abgelaufenen Saison für bedeutendere Rennen aufgewendet wurden, dürften ebenfalls einen Betrag von rund 2 Mill. Fr. erreichen. Und schliesslich haben die heute bestehenden Rennwagen mindestens einen Gesamtwert von 3 Mill. Fr. Alles das zeigt, dass der Autosport nicht nur technisch und sportlich, sondern auch wirtschaftlich von eminenter Bedeutung ist. bo. Um die Nationalität von H. Stuck. Als kürzlich die Meldung herumgeboten wurde, die deutsche Sportbehörde werde nächstes Jahr keine ausländischen Fahrer mehr in den beiden offiziellen Fabrikmannschaften dulden, da tauchte gleichzeitig auch die Frage auf, ob H. Stuck alsdann in der Equipe der Auto-ünion verbleiben könne. Es herrschte offenbar vielfach die irrtümliche Auffassung, als sei dieser Fahrer nicht deutscher, sondern österreichischer Herkunft. Die Meinung mag aufgekommen sein, als Stuck durch seine zahlreichen Bergsiege auf Austro-Daimler bekannt wurde und die Oesterreicher dannzumal gern von «ihrem > Stuck berichteten. Um der Wahrheit aber auch in dieser mehr persönlichen Angelegenheit die Ehre zu geben, sei festgestellt, dass H. Stuck von Geburt Deutseber ist. Seine Eltern waren in Freiburg ansässig. Der väterliche Betrieb verfügte über verschiedene Auslandsfilialen, so auch in Warschau. Dort kam dann Hans zur Welt, wurde aber in Freiburg selbst aufgezogen. Möglicherweise hat die Geburt ausser Landes schon zu allerhand Legenden Anlass gegeben. Auch der Mädchenname seiner Mutter, die von Villiez Hess, hat zu allerlei Namenskombinationen geführt. Uns mag in der Richtig« Stellung des Stuckschen Stammbaumes vor allem die Tatsache interessieren, dass seine Urgrosspltern Schweizer waren. Wenn also schon ein «Nationalitätenstreit» um den Meisterfahrer entstehen sollte, eo könnte die Schweiz die ältesten Rechte geltend machen! Erfreulicherweise verbinden zahlreiche freundschaftliche und sportliche Bande Stuck mit der Schweiz und auch der Grosse Preis in Bern hat gezeigt, welch ungeteilter Popularität er sich bei uns erfreut. ' fs» fn S «dU •**•«?• Internationales Klausenrennen 1934. Das Organisationskomitee besammelt steh Ende November zur Schlußsitzung, um den Bericht über die Durchführung des Rennens und die Abrechnung entgegenzunehmen. Bei dieser Gelegenheit wird auch die Frage der Abhaltung eines nächsten Klausenrennens im Jahre 1936 besprochen werden, zumalen die Zentralbehörden des A.C.S. bereits ersucht worden sind, möglichst bald hierüber einen vorläufigen BescbJuss zu fassen. Bejahendenfalls sollen alsdann möglichst frühzeitig die Verhandlungen mit den interessierten kantonalen und kommunalen Behörden sowie den Landeigentümern in Linthal und längs der Rennstrecke aufgenommen werden, da eine Wiederdurchführung des Rennens wohl nur in Betracht kommen dürfte, wenn von dieser Seite aus den Organisa-' toren ganz erhebliche Erleichterungen, speziell in finanzieller Hinsicht, gewährt werden. Vor allem muss auch die ganze Parkierungsfrage in Linthal auf eine andere Basis gestellt werden.